Seit über 800 Jahren gibt es Gräber auf dem Adelbyer Friedhof rund um die St. Johanniskirche. Seit über 800 Jahren prägen die Wünsche und Bedürfnisse von Menschen in Trauer sichtbar diesen Ort. Große Familiengräber mit unterschiedlichen Steinen und Skulpturen, kleinere selbst gestaltete Orte des Abschieds für Särge und Urnen, schlichte Gemeinschaftsgräber oder thematisch angelegte Felder zeigen ihre Vielfalt. Sarg oder Urne, eigene Pflege und Gestaltung oder nicht, das sind zentrale Fragen, die sich Angehörige von Verstorbenen stellen und die zu beantworten oft nicht leicht ist. Wie soll der Erinnerungsort aussehen? Was kann oder möchte ich zur Gestaltung und Pflege beitragen? Wer selbst pflegen und gestalten möchte, kann einen freien Grabplatz für einen Sarg oder eine Urne auf dem Friedhof aussuchen. Wer kein Grab pflegen kann oder will, muss auf einen Ort des persönlichen Gedenkens auf unserem Friedhof nicht verzichten: In unterschiedlich angelegten und gestalteten Gemeinschaftsgrabanlagen mit Gemeinschaftsstein (Stele) können kleine Grabstätten für Urnen mit geregelter Pflege erworben werden. Die Baumgräber sind naturnah und mit geringem Pflegebedarf. Es gibt Urnengräber mit eigenem Stein und der Möglichkeit, selbst zu pflanzen und zu pflegen.
In den letzten Jahren haben wir einige Themenfelder angelegt: Der „Urnenpark-Trias“ ist flächenmäßig das größte und liegt im Süden des alten Friedhofs. Kleinere Formen sind z. B. das „An der Zeder“ und das „Am Kreuz“. Der „Eichenfrieden“ bietet eine gestaltete Anlage für Baumgräber. Weitere Felder werden hinzukommen. Särge können in Rasengräbern mit und ohne zu bepflanzender Grabkante beigesetzt werden. Die Pflege übernimmt der Friedhof. Aber auch hier gibt es die Möglichkeit selbst etwas zu tun. Dieser Friedhofswegweiser möchte Ihnen eine erste Orientierung geben. Ein Beratungsgespräch kann er nicht ersetzen. Wir nehmen uns gerne Zeit für einen verabredeten Termin und zeigen Ihnen alles vor Ort, informieren Sie über die verschiedenen Grabformen, aber auch über persönliche Vorsorgemöglichkeiten. Mit seelsorgerlicher Begleitung, im Blick auf die Trauerfeier und als Besucher und Besucherinnen des Friedhofs möchten wir Sie unterstützen und begleiten.

Garten der Erinnerung

Dieser Gemeinschaftsgedenkort ist für Menschen gedacht, denen ein Ort für ihre Trauer um einen Verstorbenen fehlt. Bei einigen liegt das Grab der Angehörigen weit entfernt, andere sind zur See bestattet worden und bei wieder anderen ist das Grab schon aufgehoben. Der Friedhof Adelby hat einen Garten der Erinnerung auf dem Friedhof angelegt. Er befindet sich gleich rechter Hand hinter den Toren zum neuen Friedhofsteil, gegenüber der Gedenkmähler der Kriegstoten. Eine Bank und ein Findling, auf dem der Name des Grabfeldes steht, sowie drei einfache Stelen sind aufgestellt. Auf den Stelen können von der Verwaltung Namensplaketten aus Messing angebracht werden. So entstehen Trauerstätten. Die Stätten bleiben 20 Jahre erhalten und können verlängert werden. Auch Blumen können hier abgelegt werden.

Seelsorge im Todesfall

„Mein Vater starb im letzten August. Das ist jetzt bald vierzig Jahre her.“ Roger Willemsen (Der Knacks, Frankfurt a. M. 2010, S. 9) bringt es auf den Punkt: Einen nahen Menschen zu verlieren, kann das ganze Leben infrage stellen. Die Zeit bleibt stehen, Orientierung geht verloren, die Welt gerät ins Wanken. Jeder und jede verarbeitet die Erfahrung des Verlustes auf unterschiedliche Weise, geht einen eigenen Weg in der Trauer. Dieser Weg ist meist verschlungen und lässt sich nicht abkürzen. Keiner muss diesen Weg allein gehen. Es kann tröstlich sein, jemanden an der Seite zu haben der hilft sich zu orientieren, einfach da ist, zuhört und Lasten mittragen kann. In Ihren Kirchengemeinden gibt es Ansprechpartner/innen, Pastoren und Pastorinnen, aber auch andere Menschen, die in Trauersituationen unterstützen können. Auch in Situationen, wo Sie oder Angehörige mit nahendem Sterben konfrontiert sind und eine Krankheit ausbricht, die zum Tode führt, kann Begleitung entlasten. Die Formen seelsorgerlicher Trauer oder Sterbebegleitung sind vielfältig. Neben den individuellen Kontakten gibt es Trauergruppen, in denen Menschen zusammenkommen, die Ähnliches erlebt haben und sich gegenseitig stützen und trösten können. Fragen Sie direkt und konkret in den Gemeinden nach und bitten um Hilfe.

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