„Das hätte ich mir auch nicht träumen lassen, dass meine Mutter mal ein großer Fan ambulanter Altersbegleitung werden würde!“, schüttelt mein Bekannter Herbert aus Flensburg manchmal noch den Kopf. „Meine Frau und ich, beide Anfang Sechzig, haben uns schon länger um sie gekümmert, seit Vaters Tod ist sie oft allein gewesen, und viele Dinge gingen ihr nicht mehr so gut von der Hand – kein Wunder mit 85 Jahren!“
Wie es dazu kam, dass sie „Ilseaner“ – also „Ilse-Fan“ – wurde?
Nun, zwei Senioren aus ihrem engeren Bekanntenkreis ging es ähnlich wie ihr, sie waren zunehmend allein und ohne Beschäftigung, bis eine der Damen plötzlich ganz euphorisch Herberts Mutter erzählte: „Du müsstest unbedingt mal bei Ilse reinschnuppern – das ist genau das Richtige für uns „ole Lüüt“! Ilse?
Ja, Ilse und Pflegenativ – so heißen nun mal die etwas anderen Seniorenkonzepte, die es dank ihrer unkonventionellen Methoden schaffen, den Alltag eines älteren Menschen wieder mit Leben zu füllen, die, wenn man sich auf sie einlässt, es schaffen jeden Tag wieder Neues oder Altbekanntes zu entdecken, die Lebensfreude zurückkehren zu lassen. „Wie kann das klappen?“, fragte Herbert meine Mutter. „Nun, die Angestellten dort schnacken mit den Leuten, hören ihnen zu und erfahren so Wünsche und Sehnsüchte der Personen in den Gesprächen. Daraus erstellen sie anschließend entsprechende Angebote für die Gesprächspartner.“
„Es gibt ganz viele Kleinigkeiten, die das Leben bereichern und lebenswert machen, und wenn man die kennt und erkennt, ist die Umsetzung nicht mehr weit entfernt!“, weiß der Initiator Andre David aus eigener langjähriger Erfahrung zu berichten. „Die oben erwähnte Mutter war schon als Kind mit den Eltern häufig am Strand in Holnis – als wir mit ihr und zwei weiteren älteren Damen an einem schönen Sommernachmittag zum Strand nach Holnis fuhren, stieg sie mit Tränen der Rührung aus dem Ilse-Mobil!“

Das Zusammenspiel von „Ilse und Pflegenativ“ bietet eine Alternative zu den stationären Pflegeheimen, zur klassischen Kurzzeitpflege und zu anderen betreuten Wohnformen, bedeutet eine kooperative Ergänzung zu den ambulanten Pflegediensten und bringt eine spürbare Entlastung für die Angehörigen zu Hause mit sich. Für die Gäste ist sie wie ein persönlicher Wegbegleiter. Dabei reichen die Dienstleistungen von den Aufgaben eines Mini-Reiseveranstalters bis hin zur betreuenden Nachtwache. Die Leistungen entstammen keinem Maßnahmenkatalog, sondern werden mit jedem Gast individuell abgesprochen – es handelt sich im Übrigen nicht um Pflege, wie sie in den herkömmlichen Pflegeeinrichtungen angeboten wird.

Das Pflegen von Angehörigen ist anstrengend und kraftraubend, deshalb brauchen Pflegende hin und wieder eine Auszeit, um sich zu entspannen und neue Kraft zu sammeln. Doch die Entscheidung, den Betreuungsbedürftigen zur Kurzzeitpflege ins Heim abzugeben, ist nicht immer ganz einfach. Im neu entstandenen Pflegeauszeit-Konzept von Pflegenativ gibt es keine heimtypischen Organisationsstrukturen: Die Gäste genießen das Maximum an Freiheit und Selbstbestimmung. Die integrierte Haus Ilse Tagespflege in Handewitt öffnet den Gästen in der Wohngemeinschaft viele Türen.

Die Gäste genießen ein Maximum an Freiheit und Selbstbestimmung. Sie können wählen zwischen täglichen Ausflugsfahrten, abwechslungsreichen Veranstaltungen im Hause „Ilse“, individuellen Rückzugsmöglichkeiten und neuerdings auch ambulanten 1:1 Settings. Buchen beispielweise die Angehörigen eine Auszeit, wird der Tagesgast nicht wie sonst üblich nach Hause gefahren; er übernachtet in seiner „Koje“. So heißen die gemütlich eingerichteten Einzelzimmer mit TV im Haus „Ilse“, die zusätzlich über eine Rufanlage verfügen und mit dekorativen Erinnerungsmerkmalen ausgestattet sind.

Mein Bekannter Herbert fasst es treffend so zusammen: „Das fühlt sich an wie eine zu mietende Pflege-Vollpension mit Beköstigung, bei der die Mieter in der ständigen Obhut durch ein kleines Betreuungsteam sind, inklusive einer Nachtwache. Hier kommt wirklich das Gefühl auf, ein Teil einer Familie zu sein. Meine Mutter sieht das ebenso, und das macht mich glücklich!“
Was will man mehr als pflegender Angehöriger? Ach ja – und was hat es mit dem erwähnten „Herzpflaster“ auf sich?
Damit ist ein weiteres Angebot von „Pflegenativ“ des Hauses „Ilse“ umschrieben, das insbesondere seit Beginn der Corona-Pandemie vor einem Jahr bestens bei Angehörigen und ihren Pflegebedürftigen ankommt und sehr gern gebucht wird.
Die stundenweise Betreuung nach Bedarf: Gewissermaßen als ein „Herzpflaster“ bietet „Pflegenativ“ in Kooperation mit Haus „Ilse“ eine 1:1-Betreuung für eine oder auch mehrere Stunden ganz nach Ihren Bedürfnissen auch bei Ihnen zu Hause an.

Ihr Team des Flensburg Journals

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