Diese Bezeichnung findet man in der „Stadtrechturkunde“ der Stadt Flensburg vom 29. Dezember 1284.
Der Name Flensaaburg war ein gemeinsamer Name für die damaligen Siedlungen St. Johannis, St. Marien, St. Nikolai und St. Gertrud (Ramsharde). Der Name Flensaaburg soll von einer Turmburg stammen, die auf einem Landvorsprung in der Nähe dieser Siedlungen gestanden haben soll. Im Jahr 900 besiedelten dänische Einwanderer das Land um Flensburg.
Als Keimzelle Flensburgs gilt St. Johannis. St. Johannis lag verkehrsgünstig an Land- und Wasserwegen um Flensburg. Im Bereich der heutigen Angelburger Straße (Angelbur Strate) führten Wege in das heutige Nord-Schleswig-Holstein und südliche Dänemark. An der Fördespitze liefen auch die Handelswege nach Tondern, Mögeltondern und Leck zusammen. Vor der Gründung Flensburgs war die Hafenspitze ein Handelsplatz.
Im 17. Jahrhundert spielte der Flensburger Hafen eine große Rolle für den Westindienhandel, unter anderem für den Zuckerrohr- und Rumhandel. Flensburger Kapitäne und Schiffsbesitzer betrieben auch Sklavenhandel.
Der Hafen reichte bis zur Angelburger Straße. Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert war der Ochsenweg für den Ochsenhandel und auch den übrigen Handel ein wichtiger Verbindungsweg in Nord-Süd und Ost-West-Richtung.
Die erste gepflasterte Straße wurde von 1832 bis 1840 zwischen Flensburg und Schleswig gebaut. Mit Aufkommen der Dampfmaschine für den Antrieb von Zügen entstanden auch Bahnhöfe. Der erste Bahnhof in Flensburg entstand in Höhe der Angelburger Straße. Er wurde am 25.Oktober 1854 vom dänischen König eingeweiht.
1881 wurde der Kieler Bahnhof am Hafendamm in Betrieb genommen. Er verband Flensburg mit Kiel und bestand bis 1936.
Im Jahr 1885 wurde am heutigen ZOB der Staatsbahnhof mit den roten Gebäuden mit kirchturmartigen Dachspitzen in Betrieb genommen. Von diesem Bahnhof fuhr auch die Kreisbahn (Kleinbahn) nach Kappeln. Im Jahr 1902 bekam die Kreisbahn die Genehmigung zum Bau des Kreisbahnhofs bei der heutigen Einmündung der Nordstraße. Der Bahnhof am ZOB wurde bald zu klein. Im Jahr 1911 wurde der Bau des Flensburger Bahnhofs für den Personen- und Eilgüterverkehr genehmigt und mit dem Bau begonnen. Der Bau wurde durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen und danach wieder aufgenommen.
Am 1. Dezember 1927 erfolgte die Eröffnung des Bahnhofs. Die Gebäude des alten Bahnhofs am ZOB wurden zum Bedauern der Flensburger abgebrochen und durch schmucklose andere Gebäude ersetzt. Es gibt noch viel Interessantes über Flensburg zu berichten – vielleicht ein anderes Mal.

Noch mehr Historisches

Vor 100 Jahren fand man im Fördeschlick ca. 10 000 Jahre alte Rentiergeweihstangen, die früher von Fischern, Sammlern und Jägern benutzt worden waren. Man fand außerdem Äxte, Beile und Tongefäße aus der Mittelsteinzeit (10 000 bis 3000 v. Chr.). Die Funde wurden auf dem zu der Zeit trockenen Fördegrund gemacht. Durch den Anstieg des Meeresspiegels wurden die Menschen an die Förde verdrängt. Es begann die Jungsteinzeit (3000 bis 1800 v. Chr.). Die Menschen fingen an, sesshaft zu werden. Funde von Getreidekörnern zeugen von beginnendem Ackerbau. Funde von Waffen, Werkzeugen, Stoffen und verzierten Tongefäßen zeugen von Sesshaftigkeit.
So viel in kurzer Form zur Flensburger antiken Zeit.

Text: Kurt Tomaschewski

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