In einem Kokon, einem speziellen Behältnis, geschieht innerhalb von 40 Tagen, was bei einer herkömmlichen Erdbestattung 20 Jahre dauert: Der menschliche Körper wird unter Beigabe von Pflanzen und einem Substrat, bestehend aus Mikroorganismen und Pilzen, zersetzt. Der Landtag von Schleswig-Holstein prüft derzeit, ob diese innovative Bestattungsform in das geltende Bestattungsgesetz des Landes aufgenommen werden soll – die „Reerdigung“.

In Kiel, genauer gesagt auf dem Eichhof-Friedhof, befinden sich nun zwei dieser Kokons, die als Verwesungsbehälter dienen. Der Eichhof ist der einzige Ort in Schleswig-Holstein, an dem eine Reerdigung stattfinden kann. In unserer Nähe erwägen derzeit der Mühlenfriedhof und der Friedhof am Friedenshügel möglicherweise, ihre Pforten für die letzte Ruhe kompostierter Verstorbener zu öffnen. Die Entscheidung liegt derzeit im Ermessen jedes Friedhofsträgers.

Trotz des großen öffentlichen Interesses gestaltet sich die Umsetzung derzeit als nicht vollständig ausgereift. Die Kapazitäten sind nicht zufriedenstellend und der Umgang mit den kompostierten Überresten lässt sich noch nicht hinreichend pietätvoll gestalten.

Auch der Pastor*innenkonvent hat sich eingehend mit der Frage beschäftigt, welche Bedürfnisse Trauernde in diesem Kontext haben könnten. Vieles bleibt zwar ähnlich wie bei herkömmlichen Bestattungsformen, dennoch sind neue Begleitungsmomente entstanden. Pastorin Michaela Fröhlich von St. Petri und Claudia Matzen, Inhaberin von „Bestattungen mit Herz“, laden daher dazu ein, offen über diese sensible Thematik zu sprechen. Es wird warmer Tee angeboten, und für diejenigen, die gerade von der Arbeit kommen, steht auch stärkendes Brot bereit.

Mittwoch, 17.01.2024, 19.00 Uhr
Bethlehem Haus, Turnberg 16, Flensburg

Foto: Beerdigungshaus „Bestattungen mit Herz“

- WERBUNG -