„Dem Sport habe ich viel zu verdanken – er hat meine Persönlichkeit geprägt!“

Unsere Protagonistin ist tatsächlich eine waschechte Flensburgerin, hier in Flensburg geboren, hat in einem hiesigen Krankenhaus an einem kalten, feuchtnassen und winterlichen Tag, dem 10. Januar 1986, das Licht der Welt erblickt. Eigentlich ist sie jedoch ein Kind vom Lande, steht ihr Elternhaus doch im beschaulichen Weesby. Weesby, gerade noch zum Kreis Schleswig-Flensburg gehörend, liegt etwa 18 Kilometer westlich von Flensburg nahe der dänischen Grenze. Die Gemeinde ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt, zählt um die 450 Einwohner; südlich von Weesby verläuft die B199 von Flensburg nach Niebüll, und durch den Ort führt die Landesstraße 1 von Süderlügum nach Wallsbüll. Nach einer behüteten Kindheit in den ersten Lebensjahren wurde Jana im nahe gelegenen Medelby in der dortigen Grundschule eingeschult, wuchs heran, und erlebte im örtlichen Sportverein TSV Medelby ihre ersten Begegnungen mit dem Sport.

Sport ist ihr Ding

Schnell stellte sich heraus, dass Jana nicht nur Freude am Sport und der Bewegung hatte, sondern auch sehr gute Leistungen in der Leichtathletik erzielte, wobei sie im Werfen besonders hervorstach, aber auch Laufen und Springen lagen ihr. Sie spielte außerdem für ihr Leben gern Fußball, durchlief im TSV Medelby nach der F-Jugend die weiteren Altersstufen E-, D- und C-Jugend – natürlich immer als meist einziges Mädchen mit den Jungen zusammen in einem Team. Ihr damaliger Trainer und Förderer war Mario Petersen, in Flensburger Fußballkreisen kein Unbekannter. Mario erkannte schnell ihr Talent, förderte und motivierte sie entsprechend, machte sie sogar zu seiner Mannschaftskapitänin. Ab der C-Jugend durfte Jana dann nicht mehr bei den Jungs mitkicken, und sah sich deshalb nach anderen Sport-Möglichkeiten um.
Seinerzeit trainierte die Mutter einer Klassenkameradin eine Mädchen-Handballmannschaft im TSV Medelby, Jana ging einfach mal mit zum Training, fand gleich Gefallen an der Sportart, und spielte – auch beim dortigen TSV – ab sofort Handball in jener Mädchen-Handballmannschaft, hoch motiviert und mit großer Begeisterung. Die Medelbyer Handballer fusionierten mit dem Nachbarverein aus Schafflund zur HSG Schafflund-Medelby, für die sie fortan spielte, sogar sehr erfolgreich im ernsthaften Punktspielbetrieb agierte. So „stibitzte“ sie auf der vorgeschobenen Position in der „5 zu 1“-Abwehr den Angreifern zahlreiche Bälle, die sie sich schnell schnappte, und unwiderstehlich in Richtung des gegnerisches Tores sprintete, und dort den Ball – fast immer – erfolgreich im Netz versenkte, und nach kurzer Zeit mit Abstand die meisten Gegenstoßtore warf.
Ihr handballerisches Können blieb in den Fachkreisen der Region nicht lange unbemerkt, bald tauchten erste Späher auf, die Jana für ihren jeweiligen Verein gewinnen wollten. Doch erst ihr späterer Trainer Peter Schröder schaffte es, sie zum TSV Nord Harrislee zu holen, für den sie dann viele Jahre lang auf Torejagd gehen sollte. Peter Schröder, ein ausgewiesener Handballfachmann, war äußerst engagiert, mit seinem grünen VW-Bus war er fast täglich im gesamten Handballkreis bis nach Nordfriesland und Angeln unterwegs, um die dort wohnenden Spielerinnen zum Training und/oder zum Spiel abzuholen und später wieder zurückzubringen.
Janas Eltern haben ihren Sport stets unterstützt, insbesondere ihr Vater war mächtig stolz auf seine erfolgreiche Tochter, er war selbständiger Heizungs-Baumeister, und hat – wenn es nur irgendwie möglich war – berufliche Autofahrten häufig damit verbunden, dass er Jana zu ihren Spielen oder Trainingszeiten begleitet und angefeuert hat. Jana blieb in den weiteren Junioren-Altersklassen beim TSV Nord aktiv, doch kam es im Jahr 2002 zu Unstimmigkeiten zwischen dem Verein und der kompletten Mannschaft – einer eingeschworenen Truppe, die als Konsequenz geschlossen zu DGF Flensborg wechselte. Bei DGF spielte sie zunächst in der A-Jugend-Oberliga und anschließend ihr erstes Frauenjahr gleich in der damaligen dritten Liga namens Regionalliga, die Mannschaft bestand seinerzeit aus vielen dänisch stämmigen Spielerinnen und wurde von gleich 2 dänischen Trainern trainiert.

Schulkarriere und Weg ins Arbeitsleben

Gewissermaßen „nebenbei“ verlief ihre Schulkarriere, die sie mit der Mittleren Reife vorerst abschloss, dann erwarb sie die Fachhochschulreife, ließ sich anschließend – von 2004 bis 2007 – zur Großhandelskauffrau ausbilden, hängte an die erfolgreich abgeschlossene Lehre sogar nach ein Schuljahr an der hiesigen Handelslehranstalt an, und „baute“ dort ihr Abitur.
Mit dem Abi-Zeugnis in der Hand nahm Jana im Zeitraum von 2008 bis 2011 in Flensburg ein Studium auf.
Nach ihrem erfolgreich abgeschlossenen Studium der Vermittlungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Sportwissenschaften und Germanistik an der Universität Flensburg hat sie noch zusätzlich ein Fernstudium zur ganzheitlichen Ernährungsberaterin absolviert und sich daneben auch noch zur Cross-Trainerin ausbilden lassen.

Und der Sport?

Der Handball lief natürlich weiter, sie wechselte nach der kurzen Episode bei DGF Flensborg in 2005 wieder zurück zum TSV Nord nach Harrislee, bei dem sie fortan auf hohem Niveau Leistungssport betrieb. Die 1. Damen-Mannschaft des TSV Nord spielte seinerzeit wie DGF auch in der dritten Liga (Regionalliga Nordost), hatte allerdings höhere Ziele, und schaffte prompt den Aufstieg in die damals noch zweigeteilte 2. Handball-Bundesliga.
Für Jana war es äußerst spannend und sehr lehrreich, in einer Mannschaft mit gestandenen Frauen und Handballerinnen, die teilweise fünf oder mehr Jahre älter als sie waren, zu spielen.
2011 gelang ihrer Mannschaft als Tabellen-Siebter der Nordstaffel die Qualifikation für die eingleisige 2. Bundesliga, in der der Verein in den drei darauffolgenden Jahren immer einstellige Tabellenplätze im Mittelfeld belegte. Jana spielte insgesamt gut acht sehr erfolgreiche Jahre beim TSV Nord, eine sehr prägende Zeit für sie, hat sie doch in jenen Jahren unzählige soziale Kontakte knüpfen können, viele interessante Menschen und Gegenden kennengelernt, in ganz Deutschland Handball spielen dürfen – bei einem kleinen Verein aus dem äußersten nördlichen Zipfel der Republik keine Selbstverständlichkeit, denn große Sponsoren standen nicht zur Verfügung; der Verein musste die hohe Spielklasse mit allen damit verbundenen Maßnahmen mit relativ geringen finanziellen Mitteln „wuppen“. Besonders die ab 2011 eingleisige 2. Liga war sehr aufwendig, mit Reisen zu Auswärtsspielen bis zum Bodensee, zwar sehr schön, aber auch sehr anstrengend für alle Beteiligten. Für 60 Minuten Handball blieb dabei oft genug das komplette Wochenende auf der Strecke.
Irgendwann stellten sich bei Jana im Laufe ihrer Karriere die ersten Verletzungen ein, insbesondere das rechte Knie zwickte, war gewissermaßen Janas „Achillesferse“. Im Jahr 2013 wurde dann ein Knorpelschaden in jenem Knie diagnostiziert, und nach erfolgreicher Operation und anschließender Reha konnte sie nach längerer Pause allerdings wieder aufs Parkett zurückkehren.

Der Schritt in die 1.Bundesliga

Ihren sportlichen Höhepunkt hatte sie allerdings noch vor sich: Jana Lembke war längst kein unbeschriebenes Blatt mehr in der Frauen-Bundesliga. Bereits seit mehreren Jahren stand die Linkshänderin stets unter Beobachtung von mehreren Erstligaklubs. Im September 2013 konnte sich dann der Buxtehuder SV die Dienste der Spielerin sichern, die unter dem Beruf „Studentin“ geführt wurde. Für den TSV Nord Harrislee war ihr Weggang nicht nur ein sportlicher Verlust, sondern auch ein menschlicher, war sie doch mittlerweile zur Mannschaftsführerin und Führungsspielerin aufgestiegen. „Wir haben natürlich auf ihren Wunsch hin den Vertrag gelöst, denn wir haben auch Verständnis für unsere Mannschaftsführerin, dass sie sich der Herausforderung 1. Liga stellen will“, trugen die damaligen Mannschaftsverantwortlichen des TSV Nord Harrislee den Schritt mit Fassung.
Die wurfgewaltige Linkshänderin trat dabei in Buxtehude ein schweres Erbe an. Denn die Lücke, die ihre Vorgängerin Isabell Klein auf der halbrechten Position hinterließ, sollte von Jana erst einmal geschlossen werden. Isabell Klein, die damalige Spielführerin des Buxtehuder SV, erwartete mit ihrem Mann Dominik Klein (bekannt vom THW Kiel) seinerzeit, im Frühjahr 2014, ihr erstes Kind.
Nun galt es für Jana, starke Leistungen zu erbringen und sich in der 1. Bundesliga zu beweisen. Gute Voraussetzungen für ein erfolgreiches Debüt hatte sie geschaffen – denn Jana hatte sich in Harrislee als Linkshänderin einen guten Namen auf der rechten Angriffsseite gemacht und regelmäßig Top-Leistungen mit zahlreichen Torerfolgen abgeliefert.
So packte Jana ihre Sachen, zog um nach Buxtehude, und lebte dort für ein gutes Jahr als „Profisportlerin“. Sie erlebte in Niedersachsen eine tolle Zeit, arbeitete halbtags als Großhandelskauffrau – das hatte sie ja einmal gelernt – bei einem Sponsoren im Büro, die restliche Arbeitszeit ging drauf mit 7- bis 8-maligem Training in der Woche, Physio-Behandlungen, sowie zahlreichen Fahrten auch zu bemerkenswerten Auswärtsspielen; der Buxtehuder SV spielte in der Saison 2013/2014 noch zusätzlich im EHF Challenge-Cup, und die Auswärtsreisen führten u. a. nach Ungarn oder einmal sogar nach Russland, wo Rostow am Don das Reiseziel war. „Wer weiß, ob ich einige dieser Orte jemals ohne den Handball gesehen hätte“, weiß Jana auch heute noch diese Zeit zu schätzen.
Im April 2014 ereilte sie jedoch erneut das Verletzungspech, bei einem eigentlich ganz normalen Training knickte Jana um; die Diagnose, es war natürlich wieder das rechte Knie, lautete erneut: Knorpelschaden des 4. Grades – gewissermaßen das „Todesurteil“ für eine/n Leistungssportler/in. Die Saison war damit sofort für Jana beendet – sie musste aufgrund dieser schweren Verletzung sogar ihre Handball-Karriere im Alter von 28 Jahren vorzeitig beenden.

Nach dem Leistungssport

Erst einmal fiel sie nach dieser bitteren Nachricht in ein seelisches Loch, sie zog umgehend zurück nach Weesby, in ihr dort noch zur Verfügung stehendes einstiges Kinderzimmer im Elternhaus. „Mit 28 Jahren überlegst Du dann schon, ob es noch Sinn macht – und was Du wohl anschließend für einen beruflichen Weg gehen könntest“, erinnert sich Jana noch gut an die ersten dunklen Tage und Wochen nach dem Karriereabbruch. Es wurde jedoch nicht lange gehadert, Jana suchte und fand eine Wohnung in Flensburg, zog sich komplett vom Handball zurück, musste sich zwingen, den Sporthallen fernzubleiben. „Ich hätte nicht in die Halle gekonnt, nur um als Zuschauer Handball zu erleben. Das ging für mich nur als aktive Spielerin auf dem Parkett“, ist Jana konsequent geblieben.
In Flensburg fand sie schnell wieder eine Arbeitsstelle, und arbeitete von 2015 für gut drei Jahre bis 2018 als Vollzeitkraft in einer hiesigen Firma in der Buchhaltung. Sie merkte aber relativ bald, dass die ganztägige Schreibtischtätigkeit eigentlich nicht „ihre Erfüllung“ war, sie brauchte unbedingt einen körperlichen Ausgleich, fing dann irgendwann an, zuerst nur mit zwei Freundinnen, regelmäßig im heimischen Garten unter freiem Himmel Sport zu treiben. Nach und nach kam die eine oder andere Freundin oder Bekannte dazu, es wurden stetig immer mehr Sporttreibende, alle hatten ihren Spaß bei der Sache, bis Jana schließlich zu der Erkenntnis gelangte: Das ist genau „mein Ding“!
So hat sie das mit dem Sport nach reiflicher Überlegung in die Tat umgesetzt, sich 2018 selbständig gemacht: Sie konnte ja bereits auf ein recht umfangreiches Wissen aus dem Studium und aus der Zeit des Leistungssports zurückgreifen, sie bildete sich entsprechend weiter, und machte sich entsprechend schlau, was für ihren künftigen Beruf so alles Voraussetzung sein würde.

Zentrum für Bewegung & Ernährung in Flensburg

So lautet die Überschrift auf Jana Lembkes Homepage www.kerngesund-flensburg.de, auf der – gut sortiert und übersichtlich dargestellt – ihre vielfältigen Angebote aufgeführt und beschrieben sind. Die beiden Säulen „Ernährung“ und „Functional Cross-Training“ enthalten ihre breit gefächerte Angebotspalette, die jeder Interessierte sich dort in aller Ruhe zu Gemüte führen kann.
Janas Outdoor Cross-Training findet immer draußen an der frischen Luft statt. Im Team bis zu maximal 15 Teilnehmern wird innerhalb von 60 Minuten ein Ganzkörper-Workout absolviert. Hier ist wirklich jedes Fitnesslevel willkommen, da überwiegend mit dem eigenen Körpergewicht trainiert wird. Die Teilnehmer sind im Schnitt etwa 40 Jahre alt – die Spannbreite geht „von … bis …“, geeignet sind die Workouts für Groß und Klein, Jung oder Alt.
Die Stimmung beim Outdoor-Training ist stets positiv – davon konnte sich das Flensburg Journal persönlich überzeugen, und Janas klare, aber auch einfühlsame und humorige Ansagen motivieren ihre „Schützlinge“ immer wieder, sich einzubringen und etwas für ihre eigene Gesundheit und Beweglichkeit zu tun, um diese auf Dauer zu erhalten. „Es geht hierbei nicht darum der Stärkste zu sein oder am schnellsten zu laufen, sondern sich seine Fitness und Mobilität zu erhalten. Dafür müssen wir uns anders bewegen, als wir das den ganzen Tag über machen. Was bringt mir ein Training an Geräten, wenn ich in ein paar Jahren die Kaffeetasse nicht mehr aus dem obersten Schrank holen kann oder mich nicht bücken kann um mir die Schuhe zuzubinden?“
Ein erstes Probetraining ist natürlich unverbindlich und kostenfrei. Die Trainingszeiten und die Trainingsorte können auf Janas Homepage nachgelesen werden.
Ihr fundiertes Ernährungs-Coaching in Flensburg und Umgebung reicht von Tipps, wie man sich bei bestimmten Krankheiten ernähren sollte, über Einkaufsbegleitung, Fasten-Programme und Vorträge bis hin zu ihren konkreten Angeboten – also: Unbedingt bei Interesse auf der genannten Homepage stöbern!

Ausblick

Janas Firmierung „Kerngesund Flensburg“ trifft tatsächlich den Kern ihres attraktiven Angebots für all jene Menschen, die in dieser Hinsicht etwas machen und/oder verändern möchten. Sie selbst fasst es mit eigenen Worten wie folgt zusammen:
„Durch meine berufliche Ausbildung und den Leistungssport habe ich viel Wissen und Erfahrungen im Bereich der leistungsfördernden und gesunden Ernährung sammeln können. Durch spezifische, weiterführende Trainerausbildungen habe ich ein breites Portfolio an Trainingsmethoden gesammelt. Dieses Wissen möchte ich nun an Dich weitergeben und Dir bei der Umsetzung Deiner Ziele helfen“, so schildert Jana ihre Anstrengungen auf dem Weg zur Cross-Trainerin und Ernährungsberaterin. Sie kümmert sich in Ernährungsangelegenheiten speziell um die pflanzliche Ernährung, ernährt sich selbst seit rund 6 Jahren entsprechend, ist begeistert davon, und gibt ihr gesammeltes Wissen und ihre gemachten Erfahrungen gern an Interessierte weiter.
Ihre Homepage:
www.kerngesundflensburg.de

Text: Peter Feuerschütz
Fotos: Benjamin Nolte, privat

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