Ein Vogelhäuschen im Garten oder auf dem Balkon hilft unseren gefiederten Besuchern, Futter und Schutz zu finden. Viele Naturfreunde vergessen dabei, dass Buchfink, Sperling und Co. gerade im Sommer auch Wasser benötigen. Als Wildtiere haben sie zwar im Laufe ihrer Evolution vielfältige Strategien entwickelt, um Trockenheit und Hitze zu trotzen. Mit kleinen, an den richtigen Stellen aufgestellten Wasserstellen können wir Vögel und andere Wildtiere wie Igel in unseren kultivierten Naturräumen aber dabei unterstützen, ihren Flüssigkeitshaushalt auszugleichen.

Eine Tränke ist im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon schnell vorbereitet und aufgestellt. Dabei sollte auf den geeigneten Standort geachtet werden, rät Selina Zang, Fachreferentin für Heimtiere im Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF): „Für Vögel sollten Tränken möglichst erhöht zur Verfügung stehen. Denn beim Trinken und Baden müssen sie sich als potenzielle Beutetiere vor Fressfeinden sicher fühlen.“ Steht die Schale auf einem Baumstumpf, Hocker oder Sockel, können die Vögel bei drohender Gefahr – wenn sich beispielsweise eine Katze anschleicht – wegfliegen. Im Handel sind auch Vogeltränken mit Ständer erhältlich. „Für Kleinsäuger wie Igel oder Mäuse sollten zusätzlich Wasserstellen auf dem Boden bereitstehen“, empfiehlt Zang.

Optimal ist ein Standort, der in der Nähe, aber nicht zu nah, eine schützende Vegetation bietet: Die Vögel haben ihre Umgebung im Blick, können sich aber schnell in Büschen oder Hecken in Sicherheit bringen. Im Umkreis von etwa drei Metern um die Tränke herum sollten Fressfeinde wie Katzen kein Versteck finden. In der Nähe des Hauses aufgestellte Tränken sollten aufgrund der Verletzungsgefahr für die Tiere nicht direkt vor Fenstern oder Glastüren stehen.

Die Gefäße sollten an heißen Tagen täglich am besten morgens gesäubert und mit frischem Wasser aufgefüllt werden. Denn im warmen Wasser vermehren sich Keime besonders gut: Gerade bei hohen Temperaturen können sich Vögel mit gefährlichen Erregern infizieren, weil sie ihre Tränke auch als Badewanne nutzen, um ihr Gefieder zu reinigen oder sich abzukühlen. Oder weil viele Tiere aus einer gemeinsamen Quelle trinken und aus diesem Grund die Gefahr einer Verbreitung von Krankheiten steigt.

Als Trinkquelle für Vögel und andere Wildtiere eignen sich die meisten flachen Gefäße mit einer Tiefe von drei bis maximal fünf Zentimetern und leicht abgeflachtem Rand: Untersetzer für Blumentöpfe oder ausgediente flache Schüsseln mit rauer Oberfläche können ebenso zum Einsatz kommen wie speziell für diesen Zweck designte Modelle.

Die Gefäße sollten Wind standhalten und nicht wackeln, wenn die Sommergäste darauf landen. Wer die Tränke mit einem Stein beschwert, der etwas aus dem Wasser ragt, lockt außerdem weitere Besucher an: „Dieser Zugang als Landeplatz hat den Vorteil, dass auch Bienen und andere Insekten den Miniteich zum Trinken nutzen können“, erläutert der Biologe und ZZF-Fachreferent Dr. Stefan K. Hetz. „An sehr heißen Tagen brauchen Bienen, Wespen oder Hornissen einen Zugang zu Wasser, um ihre Nester zu kühlen.“

Gefäße mit einer rauen Oberfläche, zum Beispiel aus unbeschichteter Terrakotta, geben den Tieren zusätzlich Halt und werden als Wasserquelle gern angenommen. Für den Fall, dass doch ein kleiner Gartengast unerwartet ins Wasser rutscht, dienen Steine oder Äste, die über den Rand reichen, als Kletterhilfe.

Nicht nur Menschen und Heimtieren machen Hitze und Trockenheit zu schaffen. „Eine oder besser gleich mehrere Wasserstellen sind für Wildtiere und Insekten mehr als eine willkommene Erfrischung. Wenn die Tiere keine Pfützen und andere Trinkquellen finden, drohen sie zu dehydrieren“, sagt Selina Zang. Die Tränken machen Gärten, Terrassen oder Balkone attraktiv für heimische Vögel und andere Wildtiere – und leisten einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.

Pressemitteilung Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF)
Foto: envato.com

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