Der Begriff „Twedter Plack“ (eigentliche Bedeutung: Twedter Platz; verkürzt im täglichen Sprachgebrauch häufig auch nur als „Plack“ bezeichnet) steht für den besagten Platz, gleichzeitig beschreibt er das um diesen Platz herum entstandene Stadtteilzentrum auf dem Ostufer der Flensburger Förde. Der Twedter Plack ist unbestritten seit mehreren Jahrzehnten das Zentrum des Flensburger Stadtteils Mürwik.

Die Geschichte
Der Name Twedt ist dänischen Ursprungs und bezeichnet einen Ort in Waldesnähe. Orte gleichen Namens gibt es auch bei Tolk in Angeln, Twedt/Tved bei Tondern und noch im Süden der Stadt Kolding. Im Vergleich zu den westlichen Nachbardörfern behielt diese Ansiedlung lange seine ländliche Prägung. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden größere Wohngebiete neben den alten Häusern. Noch im Jahre 1960 war am Twedter Plack das bebaute Ende Mürwiks erreicht.

Einen Stadtteil namens Twedt gab und gibt es nicht – allerdings gab es den kleinen Ort oder Flecken Twedter Holz an der Grenze zur kreisfreien Stadt Flensburg, der über Jahrhunderte nach und nach zu einer größeren Siedlung und Landgemeinde herangewachsen war und 1910 eingemeindet worden ist. Der ursprüngliche Bereich des Dorfes Twedter Holz gehört heute als Teil des Stadtbezirks Solitüde zum Stadtteil Mürwik.
Namentliche Überbleibsel sind neben dem Twedter Plack einige Straßennamen in dieser Gegend, wie der Twedter Strandweg, Twedter Feld oder Twedter Mark. Das Wort „Plack“ ist plattdeutsch und hat die Bedeutung Fleck oder Platz.

Der Twedter Plack wurde Anfang der 1960er Jahre als rechteckiger Rasenplatz mit umliegender Begrünung am Rande und zusätzlich mit Parkbänken angelegt. Am 5. April 1961 erhielt die gleichnamige und sehr kurze Straße „Twedter Plack“, direkt am eigentlichen Platz Twedter Plack gelegen, ihren Namen. Um den Platz herum entstand mit verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten das neue Stadtteilzentrum Mürwiks. Das einstige alte Zentrum Mürwiks lag zuvor weiter südwestlich bei der Kreuzung der Mürwiker Straße mit der Blücherstraße und Swinemünder Straße.
Die Entwicklung des Stadtteilzentrums
Der Twedter Plack wurde nach und nach – im Laufe der vergangenen Jahrzehnte – neben dem ZOB in der Innenstadt Flensburgs und dem Südermarkt zu dem wohl wichtigsten Knotenpunkt für den Busverkehr auf der gesamten Ostseite der Stadt. Schon 1950 war eine erste Buslinie vom ZOB nach Solitüde eingerichtet worden. Spätestens seit dem Jahr 1958 hielt dann ein Bus regelmäßig beim damaligen Vergnügungslokal Johannisgarten (heute steht auf jenem Grundstück Fördestraße 57 das neue „Ärztehaus Johannisgarten“). Schrittweise wurden weitere Buslinien zum Plack eingerichtet.

Der Stadtteil Mürwik änderte sich rasant ab etwa Mitte der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts. Das lag auch am Einzug der Bundeswehr, die ab 1955 ihre neue Heimat in den Kasernen des neuen Marinestützpunktes sowie der neuen Marinefernmeldeschule fand. Auch die Marineschule mit der gesamten Offiziersausbildung wurde wieder als Bundeswehrliegenschaft genutzt, und nicht zuletzt das Kraftfahrt-Bundesamt KBA, das nach einer 1959 getroffenen politischen Entscheidung für den Neubau der Behörde an der Fördestraße nach Fertigstellung des Neubaus 1965 dort einzog und die Arbeit aufnahm. Das ging einher mit diversen Bauvorhaben im Stadtteil Mürwik. In den Bereichen Friedheim/Kiefernweg, Kiefernweg/Eichenkratt, dazu Fördestraße/Heinz-Krey-Hof sowie am Twedter Berg/Twedter Mark und Am Soot, waren Zighunderte von Wohnungen geplant und wurden schließlich auch gebaut, nicht zu vergessen die Straßenzüge des „Baumviertels“ um den Kiefernweg wie Birkenweg, Tannenweg, Erlenweg, Mistelhof usw., zudem die vielen Wohnblöcke entlang der Straßenzüge Marrensdamm und Marrensberg, die auch dafür sorgten, dass Mürwiks Einwohnerzahl stieg und stieg und so zu einem großen Stadtteil und Wohngebiet aufwuchs.
Die noch heute gegebene Grundform entwickelt sich
Im Laufe der Zeit stieg offenbar nicht nur die Kaufkraft der Bevölkerung, sondern auch das Einkaufsverhalten der Menschen änderte sich, und die Supermärkte am Plack wurden ständig erweitert. In den Jahren 1995 und 1996 wurde nördlich (direkt gegenüber) vom Plack an der Fördestraße, heute die Hausnummern 63 und 63a-b, ein rotes backsteinernes Wohn- und Geschäftshaus errichtet, das seitdem den nördlichen Rand des Platzes bildet. Dort auf jenem Grundstück befand sich noch in den 70er Jahren eine Tankstelle, die im Jahre 1979 von Erwin Ehrich übernommen wurde. Der zog jedoch schon knapp drei Jahre später weiter nach Engelsby und eröffnete an der Nordstraße ein Autohaus („Meister Ehrich“).

Im Jahr 2002 wurde der südliche Teil des rechteckig angelegten Platzes Twedter Plack zu einem Parkplatz umgestaltet. Auf jenem Parkplatz fand seitdem fast 20 Jahre lang regelmäßig ein Wochenmarkt statt – der sich insbesondere in den Jahren der Corona-Pandemie immer mehr verkleinerte und heute praktisch nicht mehr existiert. Von 1998 bis 1999 wurde die historische Kate in der Fördestraße 68 für Wohn- und Geschäftszwecke umgebaut. Ein Optiker bezog als Erstes die Kate und gab ihr den Namen „Brillenkate“ – jedoch hatte das Geschäft nicht lange Bestand, später zog dort eine Boutique ein, der wiederum folgte ein Büro einer Immobilienverwaltung. Heute steht die historische Kate leider wieder leer.

Der Beginn der Umgestaltung zum heutigen Erscheinungsbild
Im vergangenen Jahrzehnt gab es dann einige Umwälzungen im Stadtbild des Placks: Von 2014 bis weit ins Jahr 2015 hinein begann eine neue Erweiterung von Geschäften sowie eine größere gestalterische Runderneuerung am Twedter Plack.

Es wurden zunächst für die großen Discounter bzw. Supermärkte ALDI und EDEKA eigens entsprechende nagelneue Gebäude errichtet. So erhielt der Aldi-Markt einen „neuen“ Standort für seine Mürwiker Filiale etwa 100 Meter weiter östlich. Weitere neue Gebäude für zusätzliche Ladenlokale wurden anschließend auf dem ursprünglichen Standort von ALDI gegenüber des Johannisgartens gebaut. Die Erweiterung zog sich über geraume Zeit hin. In die neuen Räumlichkeiten zogen ein TEDI-Markt, die Asana-Apotheke, an der Frontseite zur Fördestraße ein Fitness-Center „Mrs. Sporty“ sowie ein Reisebüro ein. An der Straße Friedheim wurde das Back-Center der Bäckerei Hansen Mürwik heimisch – heute ein beliebter Treffpunkt nicht nur zum Brötchenholen, sondern auch zum Schnacken und Kaffeetrinken. Im gleichen Gebäude in den Obergeschossen sind noch eine Hautarztpraxis und ein IT-Geschäft ansässig geworden.

Heute ist der Twedter Plack unbestritten das pulsierende Herz Mürwiks, er ist Knotenpunkt für den öffentlichen Nahverkehr, zahlreiche Dienstleister haben ihren Standort hier, natürlich auch zahlreiche Ärzte, drei Apotheken sowie das Medi-Zentrum am Plack einschließlich zweier Sanitätshäuser sowie Optiker- und Akustikgeschäfte, und er ist unbestritten das Einkaufszentrum für den täglichen Bedarf der Flensburger Bürger, die auf der Ostseite der Flensburger Förde zu Hause sind! Am westlichen Beginn der Straße Marrensdamm befand sich stets ein Supermarkt – erst namens coop, später umbenannt in Sky-Markt, heute heißt der gleiche Markt Rewe-Markt. Jede Umbenennung bedeutete gleichzeitig eine innere Umgestaltung des Geschäftes.

Im Frühjahr 2019 eröffnete die Bäckerei Hansen ihr BackCenter gegenüber dem NOSPA-Hochhaus. Neben den Einkaufsmärkten, Arztpraxen und unterschiedlichsten Dienstleistern haben sich längst auch Sportstudios angesiedelt, fürs leibliche Wohlbefinden sorgen ebenso gleich mehrere Anbieter, übrigens kommen am Plack auch Feinschmecker auf ihre Kosten, so gibt es z. B. die Flensburger Fischkate, die sich auf frische Fischspezialitäten aus der Region spezialisiert. Angeboten werden Räucher- oder Frischfisch, Salate oder vielseitige Fischplatten. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei! Einige Meter weiter an der Fördestraße Richtung Innenstadt im bereits erwähnten Hause Fördestraße 63 und 63 a sind neben einer weiteren Apotheke ein Döner-Imbiss sowie seitlich eine Versicherungsagentur und ein Friseur zu Hause. Seit dem Sommer 2025 haben am Marrensdamm – zwischen der NOSPA-Filiale und der Buchhandlung – gleich zwei unterschiedliche Gastronomiebetriebe ihre Pforten geöffnet: Unter einem gemeinsamen Dach bieten die Filiale der Fast-Food-Kette „Little Jacks“ und das Eiscafé „Flora“ ihre jeweiligen Spezialitäten an.

Geschäfte und Institutionen am Plack – einst und teils auch heute noch
Der Aldi-Supermarkt hatte seit Jahren seinen Standort an der Fördestraße, aber ist seit 2015 in einem Neubau zur Straße Friedheim zuhause; der alte Sparladen, in dem sich heute die Kloster-Bäckerei und Werner’s Shop befinden; Bäcker Meesenburg, eine Filiale des Flensburger Bäckereibetriebs am Plack. Früher gab es dort auch noch die Commerzbank (heute ist in den Räumen ein Barber-Shop zuhause), eine Filiale der Bank mit der Adresse Twedter Plack 1. Neben einer Filiale des Sanitätshauses „Schütt & Jahn“ ist seit vielen Jahren die Boutique „Klamotte“ ansässig, neben dem Aldi-Markt findet sich ein EDEKA-Markt, in den 1980er Jahren ENO genannt, der zuletzt 2014/15 erweitert wurde. Im Supermarkt integriert sind ein Bäcker (Thaysen) sowie eine Poststelle mit Lotto- und Toto-Annahme.

Des Weiteren findet man die Friedheim-Apotheke, Brillen-Rottler und Optik Hallmann am Marrensdamm. An der Fördestraße ist die Sonnen-Apotheke zuhause. Die Flensburger Fischkate, im alten Scheunengebäude des Jacobsenhofes, ein ehemaliger Bauernhof, ist seit Mitte der 1970er-Jahre ein Fischhändler beheimatet. Neueröffnung mit neuen Ladeninhabern im Februar 2014. Für Leseratten hat die „Buchhandlung am Plack“ ein umfangreiches Sortiment am Start. Die Nord-Ostsee Sparkasse, deren Filiale sich im Erdgeschoss des Twedter Plack Hochhauses befindet; Rossmann Drogeriemarkt, der Supermarkt Sky, eine Filiale der coop eG am östlichen Rand des Placks, die Filiale entstand um 1970, wurde mehrfach erweitert, zuletzt 2011. Die Star-Tankstelle, eine ehemalige Aral-Tankstelle, die schon seit Jahrzehnten am Plack existiert; TEDI, der Sonderpostenmarkt eröffnete im Jahr 2016. Vor Erbau der Plack-Passage war dort das Autohaus Thomsen zu Hause mit einer Reparaturwerkstatt, man zog jedoch 1991 um in die Osterallee 193.

Es wurde die Twedter-Plack-Passage erbaut, eine kleine Passage mit verschiedenen Geschäften, unter anderem mit einer Eisdiele, einem Bäcker, einem Friseur, einem Kosmetiker, lange auch mit dem Sportstudio „Körperformen“ (inzwischen verzogen). Außerdem fanden sich rund um den Plack das „Balance-Studio“, Mrs. Sporty, Reisebüro „Sonnenklar“, ein VR-Bank-Geldautomat, Versicherungen, z. B. die LVM, zwei Döner-Läden, ein Restaurant (Delfter Stuben), die Friseure Biosthetik, Schnitt & Form und der Salon „Kuschel“, mehrere Arztpraxen, sowohl Hausärzte als auch Fachärzte (s. u. „Medizentrum am Plack“!), das Senioren- und Pflegeheim Malteserstift St. Klara, die Reinigung Wendt, ein Blumenladen mit Lieferservice, die Sanitätshäuser „Till Schiebler“ sowie „Schütt & Jahn“, ein Büro der „Alten Gärtnerei“, TV- und Sat-Anlagen Wieteck, und schließlich der inzwischen sehr überschaubare Wochenmarkt, jeweils dienstags und freitags an Werktagen.

Medizentrum am Plack
• Heilpraktikerin für Psychotherapie Nicoline Rosemann
• Kardiologische & Innere Medizin Dr. Lars-Christian Harland pp.
• Kinder- und Jugendarzt Kersten Rosemann
• Zahnheilkunde Dr. med. Wulf Kiesbye pp.
• Hautarzt Flensburg Dr. med. Jens-Michael Jensen
• HNO Centrum Flensburg
• Orthopädie Dr. Med. Tim Zidorn
• Physiotherapie Marcus Stollberg
• Augenarztpraxis Augen Nord
• Hautarztpraxis Schleswig-Flensburg Dr. Med. Martin Behne pp.
• Allgemeinmedizin Dr. med. Frank Westemeier
• Allgemeinmedizin/Innere Medizin Dr. med. Harald Ritschl pp.
• Psychiatrie u. Psychologie Dr. med. Mareen Seeck-Hirschner
• Zahnheilkunde Dr. med. dent. Hauke Momsen pp.
• Internisten Flensburg Dr. med. Matthias Nolde pp.
• Sanitätshaus Till Schiebler Inh. Lars Knothe
• Sanitätshaus Schütt & Jahn
• Friedheim Apotheke Dr. F. Friedrich-Harder
• Sonnen Apotheke Ilka Schmidt
• Asana-Apotheke Flensburg Frida E. Schlage

Die Vielfalt der hier aufgelisteten Geschäfte, Büros und Institutionen (hoffentlich wurde keiner vergessen?) zeigt deutlich auf, was der Twedter Plack und sein näheres Umfeld für diese Region am Ostufer der Förde zu bieten hat. Die Geschäfte-Landschaft ist dabei allerdings einem ständigen Wandel unterzogen.

In den 1980er Jahren existierte am Plack auch noch eine Filiale der Will Rohwer Kg. die neben Büroartikel auch Geschenkartikel und einige Spielwaren im Sortiment führte. Das Geschäft lag nahe einem Zugangsweg zum ADS-Kindergarten. Das Hauptgeschäft von Rohwer bestand am Südermarkt. Auch ein Kleidungsgeschäft bestand über viele Jahre am Plack. Das Textilhaus Hermes, das zuletzt noch am Südermarkt seinen Geschäftsstandort hatte, verkaufte in den 1980er Jahren zudem auch in einer Filiale am Plack Kleidung und Textilien. Ende 2014 schloss das Lecker „Schuhhaus Jessen“ seine Filiale am Plack, die im Jahr 1977 von einem anderen Schuhgeschäft übernommen wurde. Das Schuhgeschäft befand sich direkt neben alten Aldi-Standort, im selben Gebäude. Auch die Bäckerei Hansen betrieb eine Filiale ebendort. 2017 wurde die Filiale der Schlachterei Jepsen am Plack geschlossen.
Text: Peter Feuerschütz
Fotos: Bodo Nitsch, Stadtarchiv















