Fairtrade – mehr als Kaffee und Schokolade!

Was ist Fairtrade eigentlich?

Mit dem Kauf fair gehandelter Produkte werden sowohl faire Handelspraktiken als auch bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen für Arbeiter und Kleinbauernfamilien in den südlichen Ländern gefördert. Zudem wird ein umweltverträglicher Anbau unterstützt.

Und was genau ist eine Fairtrade Town?

Fairtrade Towns fördern gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene. D. h. die Vernetzung von Akteuren aus der Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, welche sich gemeinsam lokal für den fairen Handel stark machen, wird vorangetrieben. Es werden Kontakte zu einem engagierten, regionalen und bundesweiten Netzwerk geknüpft, die öffentliche Aufmerksamkeit verstärkt. Zudem soll auf den öffentlichen Diskurs eingewirkt und neue Unterstützer*innen gewonnen werden. Flensburg soll auch Fairtrade Town werden, so wurde es auf der Ratsversammlung im November 2019 entschieden. Mitten in den Beginn des Zertifizierungsprozesses kam die Pandemie. Es folgte ein Lockdown, viele Beschränkungen und ein weiterer Lockdown. Inzwischen läuft der Zertifizierungsprozess wieder. Vorreiter der Kampagne ist Großbritannien. Deutsche Städte können sich seit 2009 um den Titel bewerben. Derzeit gibt es in Deutschland 773 Fairtrade Towns. Bewerben können sich Städte, die die Kriterien wie z. B. den Nachweis von Einzelhandel und Gastronomie mit Fairtrade Produkten im Sortiment, erfüllen.

Doch was bringt uns die Zertifizierung zur Fairtrade Town eigentlich?

Fair gehandelte Produkte befinden sich in einer Wachstumsphase. Der Umsatz steigt – das ist für die Einzelhändler und Gastronomen ein relevanter Effekt. Da viele ohnehin schon Produkte im Sortiment haben, ist es schon fast ein Wettbewerbsnachteil nicht mitzuziehen. Die Pandemie hat dabei als Katalysator für Nachhaltigkeit gewirkt: Jeder dritte Konsument achtet heute gezielt auf nachhaltigen Konsum. Dadurch, dass die beteiligten Läden und Gastronomen in einer Übersicht der Stadt gelistet werden sollen, erhalten diese zudem auch noch kostenlose Werbung. Es profitiert davon vor allem der globale Süden. Deshalb kostet Fairtrade auch etwas mehr als nicht zertifizierte Produkte.
Eine zunehmende Anzahl von Unternehmen interessiert sich zudem dafür, stärker in die Nachhaltigkeit ihrer Lieferketten zu investieren und Entwicklungsthemen gemeinsam anzugehen. Sie möchten am positiven Image und der positiven Entwicklung des Fairen Handels teilhaben.
Allein im letzten Jahr wurden in Deutschland 1,95 Mrd. EUR für Fairtrade gesiegelte Produkte ausgegeben – Tendenz steigend.*

Und was passiert nach der Zertifizierung?

Die inzwischen 773 Fairtrade Towns, über 800 Fairtrade Schools und 35 Fairtrade Unis entwickelten im vergangenen Jahr kreative Lösungen, um den fairen Handel noch stärker zu verankern, wie zum Beispiel Vernetzungstreffen, neue Projekte zur öffentlichen Beschaffung oder Aktionen wie Flower Power am Weltfrauentag, der Fairen Woche im September oder der Sweet Revolution (weitere Infos unter www.fairtrade-towns.de). Auch Flensburg möchte sich hier engagieren – für die gesamte Stadtgesellschaft. Unterstützen Sie uns und werden Sie ein Teil der fairen Welt – für eine faire Zukunft!
Anerkannt werden neben dem Fairtrade Siegel alle Mitglieder der World Fair Trade Organization WFTO (z. B. dwp, El puente, Gepa), sowie alle Weltladen-Lieferanten, die der Konvention der Weltläden gerecht werden.
Sie sind Unternehmer:in und möchten sich beteiligen? Melden Sie sich gerne bei Anne-Sophie Spenner, Stabsstelle Wirtschaft, Marketing & Internationale Zusammenarbeit, 0461-85 2858 spenner.anne-sophie@flensburg.de. Informationen und Formulare zum Zertifizierungsprozess finden Sie unter www.flensburg.de/fairtradetown.

*)TransFair Jahresbericht 2020/2021

flj

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