Getrocknete Kräuter aus der Dose sind zwar praktisch. Man kann sie allerdings auch selbst zu Hause im Blumentopf ziehen. Sie benötigen nicht viel Platz, denn eine Fensterbank oder ein Balkon reichen normalerweise völlig aus. Die Auswahl an Saatgut ist groß, und man erhält gängige Sorten wie Petersilie oder Basilikum problemlos im Supermarkt oder im Baumarkt.

Wenn man etwas Ausgefalleneres sucht wie Zitronenverbene, Currykraut oder alte Tomatensorten, wird man bei spezialisierten Saatgut-Gärtnereien fündig. Viele davon führen einen eigenen Katalog oder Onlineshop, in dem die Sorten gelistet sind. Falls Fragen aufkommen, kann man vorab eine kurze Mail an den Online-Anbieter schicken, bevor man die Ware bestellt.

Folgende Kräuter eignen sich besonders gut für Einsteiger:

  • Basilikum, Petersilie und Schnittlauch wachsen schnell, sind pflegeleicht und zeigen rasch Erfolge.
  • Rosmarin und Thymian kommen mit wenig Wasser aus und eignen sich gut für sonnige, trockene Ecken.
  • Bei Minze sollte man bedenken, dass sie sich schnell über Wurzelausläufer ausbreiten kann und deshalb immer einen eigenen Topf bekommen muss.

Nicht jedes Kraut passt in denselben Kasten

Basilikum, Petersilie und Schnittlauch vertragen sich gut in einem gemeinsamen Kasten, weil sie ähnliche Ansprüche an Licht, Wasser und Boden haben. Auch Thymian, Rosmarin und Salbei ergänzen sich, da alle drei eher trockene Bedingungen bevorzugen. Weniger gut passt Basilikum neben Rosmarin, weil Basilikum wesentlich mehr Feuchtigkeit braucht. Auch Dill und Koriander vertragen sich nicht so gut miteinander, weil Dill ätherische Öle abgibt, die das Wachstum der umliegenden Pflanzen beeinträchtigen können.

Der richtige Standort entscheidet über das Wachstum

Unter vier Stunden Sonne am Tag gilt ein Standort als schattig, ab rund sechs Stunden als sonnig. Die meisten mediterranen Kräuter wie Rosmarin und Thymian brauchen möglichst viel Sonne, wohingegen Schnittlauch, Petersilie und Minze auch im Halbschatten gut zurechtkommen. Wenn man einen Platz direkt an der Hauswand wählt, speichert diese oft zusätzlich Wärme und schützt zusätzlich vor Wind.

Der Feuchtigkeitstest verrät den richtigen Gießrhythmus

Kräuter im Topf trocknen schneller aus als Pflanzen im Beet, weil die Wurzeln weniger Erde zur Verfügung haben. An warmen Tagen ist tägliches Gießen daher empfehlenswert, während es im Frühjahr und Herbst ausreicht, alle paar Tage zu wässern. Am besten prüft man den Feuchtigkeitszustand, indem man den Finger kurz in die Erde steckt. Ist sie feucht, wartet man noch ein oder zwei weitere Tage mit dem Gießen.

Die richtige Erde und korrektes Ernten

Mediterrane Kräuter wie Rosmarin und Thymian brauchen nährstoffarme, lockere Erde, in der keine Staunässe entstehen kann. Manchmal streckt man sie zusätzlich mit Sand. Feuchtigkeitsliebende Kräuter wie Minze, Petersilie oder Schnittlauch wachsen dagegen besser in nährstoffreicher Erde, die dem Gartenboden ähnelt. Wichtig ist auch ein Abzugsloch im Topf, damit das überschüssige Wasser ablaufen kann.

Die Kräuter erntet man am besten gleich morgens, sobald der Tau getrocknet ist. Wichtig ist außerdem, nie mehr als ein Drittel der Pflanze auf einmal zu schneiden, damit sie sich gut erholen kann. Wer außerdem regelmäßig Triebe abschneidet, sorgt dafür, dass die Pflanze ein buschigeres und dichteres Wachstum hat.

Nicht jedes Kraut überwintert gleich

Thymian und Schnittlauch sind winterhart und kommen auch im Topf meist ohne großen Aufwand durch die kalte Jahreszeit. Vorsichtshalber kann man sie zusätzlich mit etwas Laub abdecken. Rosmarin hingegen ist nur bedingt winterhart: Im Topf überwintert er sicherer an einem hellen Ort, der vor Frost geschützt ist. Basilikum und andere einjährige Kräuter sterben nach der Saison ohnehin ab und müssen im nächsten Jahr neu gesät werden.

Foto: Envato.com

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