Die neue Handball-Saison beginnt. Am Freitag, 28. August, um 20 Uhr, startet die SG Flensburg-Handewitt mit ihrem ersten Pflichtspiel. Das Flensburg Journal beantwortet einige Fragen, die Handball-Fans rundum den ersten Anpfiff interessieren.
Wer ist der neue Kapitän der SG?
Kreisläufer Emil Bergholt trägt seit Juli erstmals das SG-Trikot. Seine Mentalität überzeugte die SG-Verantwortlichen offenbar so sehr, dass sie erstmals einen Neuzugang zum neuen Kapitän ernannten – als Nachfolger von Johannes Golla. „Für uns war entscheidend, wer unsere Werte jeden Tag vorlebt und die Mannschaft führen kann“, erklärte der Sportliche Leiter Ljubomir Vranjes. Emil Bergholt hat in jedem Fall die passenden Referenzen: Er war bei seinen dänischen Ex-Klubs Mors-Thy und Skjern insgesamt fünf Jahre lang Kapitän gewesen. Torwart-Dauerbrenner Benjamin Buric wird als Co-Kapitän unterstützen.

Welche Spieler sind außerdem neu?
Der Isländer Arnar Freyr Arnarsson wurde als weiterer Kreisläufer verpflichtet und soll wie Emil Bergholt in den Abwehr-Mittelblock eingebaut werden, wo Blaz Blagotinsek der Platzhirsch ist. Der noch recht junge Schwede Simon Möller kam für den erfahrenen Dänen Kevin Möller als zweiter Schlussmann hinter Benjamin Buric. Große Erwartungen begleiten Aymeric Minne. Der 29-jährige Franzose soll zusammen mit Simon Pytlick, Marko Grgic und Lasse Möller den Rückraum ankurbeln.

Was hat sich im Trainer-Team verändert?
Cheftrainer Ales Pajovic hat weiterhin „Co“ Simon Hennig und Athletiktrainer Michael Döring an seiner Seite. Ein neues Gesicht kümmert sich um die Torhüter. Rayco Rodriguez Plata stammt von den Kanarischen Inseln, ist aber seit zwölf Jahren im norddeutschen Raum tätig – zuletzt bei der TSV Hannover-Burgdorf. Der Spanier wird ständig bei der SG sein. Anders als Vorgänger Mats Olsson, der nur alle paar Wochen „eingeflogen“ wurde.

Welche Verträge laufen aus?
Es war die Meldung der Vorbereitung: Die portugiesischen Brüder Martim und Francisco „Kiko“ Costa unterschrieben einen Fünf-Jahres-Vertrag und werden ab nächsten Sommer den Rückraum der SG verstärken. Im Gegenzug steht bereits fest, dass Simon Pytlick (Füchse Berlin) und Niclas Kirkelökke (Fredericia HK) dann den Verein verlassen werden. Auch der Kontrakt vom norwegischen Linkshänder Kent Robin Tönnesen läuft aus und dürfte kaum verlängert werden, da mit dem Isländer Viggo Kristjansson ein weiterer Positionskollege kommen wird. Kreisläufer Arnar Freyr Arnarsson hat nur für eine Spielzeit unterschrieben. Der lange verletzte Spielmacher Luca Witzke hat noch ein gültiges Arbeitspapier bis Juni 2027 – wie auch das von Trainer Ales Pajovic.

Wie ist die Mannschaft der SG einzuschätzen?
Platz drei in der letzten Bundesliga-Saison, aber knapp an der Qualifikation zur Champions League gescheitert – wirklich zufrieden war man mit der letzten, titellosen Saison bei der SG nicht. Ob dieses Mal mehr drin ist? Die Mannschaft wirkt auf dem ersten Blick nicht stärker. Immerhin müssen die Abgänge von Johannes Golla und Kevin Möller kompensiert werden. Die SG wird in der Bundesliga gewiss im oberen Drittel landen. Die Mannschaft sollte stark genug sein, um sich an einem guten Wochenende den DHB-Pokal oder die European League zu sichern.

Wie sieht der Spielplan der ersten Wochen aus?
Die Bundesliga heißt offiziell nun Opel HBL und beginnt für die SG so wie die letzte Saison ausgeklungen ist. Der letzte Heimspiel-Gegner ThSV Eisenach ist nun der erste, und zwar am 28. August. Dann geht es auswärts zum Bergischen HC (2. September), ehe der HC Erlangen (5. September) kommt. Auf die Auswärtsreise nach Lemgo (10. September) folgt das Heimspiel gegen den HSV Hamburg (20. September). Am 26. September geht es zum THW Kiel – das 117. Landesderby.

Wann beginnen die anderen Wettbewerbe?
Vom 22. bis zum 24. September wird die zweite Runde im DHB-Pokal ausgetragen. In dieser Phase steigt die SG in diesen Wettbewerb ein und bräuchte insgesamt drei Siege, um sich für das Lidl Final4 in Köln zu qualifizieren, das für den 10. und 11. April terminiert ist. Am 29. September beginnt die European League. Die SG bekommt es in der Gruppe E mit BM Granollers, HC Buzau und Aguas Santas zu tun. Nach sechs Spieltagen kommen zwei Teams weiter. Der Modus wurde reformiert. In 2027 folgen Playoffs, Achtelfinale, Viertelfinale und schließlich das Final Four in Hamburg.

Ändert sich etwas in der „Hölle Nord“?
Da das Unternehmen GP JOULE im Zuge einer strategischen Neuausrichtung den Fokus künftig anders setzen möchte, endete die Namenspartnerschaft für die „Hölle Nord“ vorzeitig. Sie firmiert nun als GGW Arena.
Die Heimspielstätte der SG war in der letzten Serie bei 14 von 17 Bundesliga-Heimspielen mit 6300 Zuschauern ausverkauft. Wer spontan mal Spitzenhandball in Flensburg erleben möchte, hat in der European League die besseren Chancen. Die sieben internationalen Heimpartien der letzten Saison erreichten einen Schnitt von 4300 Besuchern. Die internationalen Begegnungen werden dienstags um 18.45 Uhr oder um 20.45 Uhr angepfiffen.
Text und Fotos: Jan Kirschner















