„Ich bin eine rheinländische Frohnatur!“, erzählt mir mit voller Überzeugung meine heutige Gesprächspartnerin im Laufe des Vormittags. Und dieser Halbsatz charakterisiert sie durchaus treffend: Mein heutiges Gegenüber ist Angelika Gottburg, die zu ihrer Herkunft steht, doch seit gut 50 Jahren genauso eine überzeugte und lebensfrohe Flensburgerin geworden ist.
Ihre Herkunft
Ihre Wiege stand im Juni 1951 im nördlichen Rheinland, im Örtchen Ockenfels, dort wurde sie als Angelika Schlüter geboren. Ockenfels liegt im Naturpark Rhein-Westerwald und grenzt nördlich an das Gebiet der Stadt Linz am Rhein. Der Ort ist bekannt für seine Burgruinen, historischen Stätten und restaurierten Burgen. „Wir waren insgesamt 6 Kinder zu Hause. Meine Eltern waren sogenannte „einfache Leute“. So kam es auch, dass ich meine Schülerlaufbahn ausschließlich in der Volksschule durchlief und mit dem dortigen Abschluss beendete – obwohl ich als eine der Klassenbesten vermutlich auch eine weiterführende Schule hätte besuchen können“, weiß sie noch um ihre einstige Schulzeit. Direkt im Anschluss folgte eine dreijährige Lehre zum Einzelhandelskaufmann. „Ich fühlte mich jedoch nicht so richtig gefordert und ausgelastet in Schule und Lehre, und hängte deshalb eine Fortbildung in Abendkursen im Fach Buchhaltung an. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Maßnahme arbeitete ich dann in den Folgejahren als Buchhalterin in einem örtlichen Industriebetrieb.“ Und sie ergänzt: „Schon in jenen Jahren hätte ich beruflich gern „irgendwas mit Kindern“ gemacht – was sich ja später tatsächlich auch so ergab …“

Der Liebe wegen in den hohen Norden
Eine jüngere Schwester lebte in den 70er Jahren mit ihrer Familie in der Nähe von Schleswig, im beschaulichen Tolk. „Im Jahr 1974 verbrachte ich dort bei der Familie meiner Schwester meinen Jahresurlaub, und auf einer Geburtstagsfeier meines Schwagers lernte ich neben vielen anderen Gästen auch meinen späteren Ehemann kennen, den Horst Dieter Gottburg. Um mich war es schnell geschehen, ich verliebte mich – sozusagen auf der Stelle – in den gutaussehenden und sympathischen Mann! Sprichwörtlich gesagt: Er kam, sah und siegte!“, lächelt sie im Andenken an jene für sie prägende Party und Begegnung. Schnell wurden die beiden frisch Verliebten ein Paar. Er lebte allerdings im fernen Flensburg, und es dauerte dann noch ein knappes Jahr, bis sie aus ihrer Heimat umzog zu ihrem Schatz nach Flensburg – das geschah im Jahr 1975!

Flensburg wird zur neuen Heimat
Nicht nur wegen ihres Freundes gefiel es ihr sofort in der anfangs noch fremden Umgebung in Flensburg. Die zahlreichen Vorbehalte, die ihre Familie und auch Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen ihr mit auf den Weg gaben, trafen allesamt nicht ein. „Bei den sturen und wortkargen Norddeutschen wirst Du bestimmt einen schweren Stand haben“, hieß es unter anderem. „Doch das habe ich nie so empfunden. Vielleicht kam mir sogar meine rheinische Frohnatur zugute, jedenfalls nahmen mich alle Einheimischen nett und freundlich auf“, beschreibt sie ihre erste Zeit im hohen Norden.

Die Schulze-Delitzsch-Straße wird zur Daueradresse
Ihre erste Wohnung in Flensburg bezog sie mit ihrem Freund in der Schulze-Delitzsch-Straße, im südöstlichen Flensburger Stadtteil Sandberg gelegen. „Seitdem wohne ich durchgehend und ausschließlich in dieser einen Straße, nacheinander in mehreren unterschiedlichen Häusern, und habe mich hier immer sehr wohlgefühlt“, so Angelika Gottburg. Die erste Wohnung war in der Hausnummer 30. Schnell merkten sie und ihr Partner, dass es mit ihnen beiden bestens passte, und so planten sie folgerichtig ihre Hochzeit und ihr künftiges gemeinsames Leben.

Eheschließung mit Hindernissen
Angelikas Wunsch war es, in ihrer Heimat dieses besondere und herausragende Ereignis feiern zu dürfen, zuhause im Kreise ihrer Familie und der vielen Freunde und anderen Weggefährten. Es gab jedoch im Vorfeld einige Probleme, die ausschließlich auf kirchengeschichtlichen und rechtlichen Hintergründen beruhten. „Mein künftiger Mann war evangelisch, war zuvor schon einmal verheiratet, jedoch seit gut drei Jahren wieder geschieden. Ich dagegen war Katholikin – wie meine gesamte Familie, und die örtlichen Vertreter der katholischen Kirche weigerten sich rundheraus, uns beiden Brautleute zu verheiraten. Das war für mich damals ziemlich belastend, doch habe ich mich auch sehr geärgert und das Verhalten insbesondere unseres katholischen Pfarrers sehr bedauert. So traute uns letztlich ein evangelischer Pastor, ich bin dann folgerichtig aus der katholischen Kirche ausgetreten und in die evangelische eingetreten. Das hat meinem Glauben jedoch keinen Abbruch getan, denn ich glaube fest an unseren Herrgott – egal, ob evangelisch oder katholisch.“

Als junge Familie in Flensburg
Ihr Ehemann brachte aus erster Ehe eine Tochter mit, mit der sich Angelika sehr gut verstand. Die Familie war im Jahr 1977 komplett, als der gemeinsame Sohn Michael das Licht der Welt erblickte. Angelika wollte auch beruflich Fuß fassen in ihrer neuen Heimatstadt, trat zu ihrer ersten Arbeitsstelle beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) an – im Zuge einer sogenannten ABM-Maßnahme. Dort beim KBA hätte man sie gern langfristig übernommen, allerdings nur in Vollzeit. „Das war leider für mich nicht machbar: Ich hatte mich schließlich um unsere noch junge Tochter zu kümmern, später kam dann ja noch unser Sohn hinzu.“

Doch sie hatte bereits eine Idee, wie sie Familie, Haushalt und Arbeit unter einen Hut bringen könnte. „Ich wandte mich an das hiesige Jugendamt mit der Bitte, mich als sogenannte „Tagesmutter“ zu beschäftigen. Dort war man sehr aufgeschlossen für meine Anfrage, und nach den im Vorfeld üblichen Gesundheitschecks, die allesamt von der Behörde anerkannt wurden, konnte ich schließlich als Tagesmutter arbeiten.“
Ein Schicksalsschlag zerstört das Familienglück
Bei den Gottburgs lief es gut, die Kinder wuchsen heran, Vater und Mutter hatten Arbeit – doch dann passierte das Unfassbare: Im Jahr 1981 wurde Angelikas Mann bei einem Unglück im Straßenverkehr mitten in Flensburg tödlich verletzt! „Das war das absolute Horrorszenario für unsere Familie: Die Kinder waren 12 und 4 Jahre alt, ich mit gerade einmal 30 Jahren Witwe. Ich weiß heute gar nicht mehr, wie man die erste Zeit überhaupt überstehen konnte: Neben der unendlichen Trauer über den Verlust des Ehemanns und Vaters kamen noch große Probleme mit den Behörden dazu. Die Tochter war jetzt nämlich eine Vollwaise, denn rund ein Jahr zuvor war auch ihre leibliche Mutter verstorben. Selbstverständlich wollte ich sie gern bei mir behalten, für sie eine gute und liebevolle Mutter sein. Doch es dauerte gefühlt sehr lange, bis alle gesetzlichen Modalitäten mit den zuständigen Behörden geklärt waren, sie dann endgültig als meine Pflegetochter anerkannt wurde“, denkt Angelika auch heute noch mit Grauen an jene Zeit zurück.

Das Leben geht weiter
Irgendwann kehrte bei den Gottburgs der Alltag wieder ein. Sie war als Mutter zweier eigener Kinder sowie als Tagesmutter mit teilweise bis zu fünf Tagespflegekindern mehr als ausgelastet. „Unser erstes Tagespflegekind kam in die Familie, als mein Sohn gerade einmal 3 Monate alt war. Ich habe diese Jahre aber durchaus als zufriedenstellend und ausfüllend wahrgenommen. Die Kinder, die mir anvertraut waren, habe ich alle sehr gemocht, und ich war glücklich darüber, ihnen das Eine oder andere mit auf ihren Lebensweg geben zu können.“ In ihrer Wohnung herrschte in jenen Jahren stets ein reges Leben und Treiben. „Mit all „meinen“ Kindern habe ich viel gemacht und unternommen, manchmal auch zum Leidwesen meiner Nachbarn. Wir waren nicht immer sehr leise“, schmunzelt sie. „Doch ich hatte guten Kontakt zu meinen direkten Nachbarn, sie stets vorgewarnt, wenn eine Geburtstagsfeier oder so anstand, oder wenn wir bei uns Karneval gefeiert haben – für mich als Rheinländerin ja jedes Jahr von neuem ein absoluter Pflichttermin.“ Doch ihr Tagesmutterdasein spielte sich nicht nur in der eigenen Wohnung ab: „Insbesondere in der warmen Jahreszeit, im Sommer, verbrachten wir die Tagesstunden bei gutem Wetter in unserem eigenen Schrebergarten, in der Kolonie Adelbylund. Wir hatten als eine der ersten Parzellen dort einen eigenen Stromanschluss. So konnte ich in der Gartenlaube auch Mahlzeiten zubereiten, in einem kleinen Kinderbettchen konnten die ganz Lütten sogar ihre Mittagsstunde verbringen“, erinnert sie sich gern an jene Jahre.

Wechsel als Tagesmutter
Angelika hatte sich ihr Leben nach ihren Vorstellungen eingerichtet, und kam gut zurecht und über die Runden. Die eigenen Kinder wurden älter, konnten bald auf eigenen Füßen stehen. „Dann erlitt ich im Jahr 1991 einen Bandscheibenvorfall, der mich dazu zwang, meine geliebte Tätigkeit als Tagesmutter in der bisher gewohnten Form aufzugeben.“ Sie bewarb sich über die üblichen Kanäle für einen Bürojob in ihrem einstigen Beruf als Buchhalterin. „Im Jahr 1992 meldete sich ein Ehepaar aus Jürgensby bei mir. Wir verstanden uns auf Anhieb sehr gut, und so habe ich in den anschließenden immerhin 27 Jahren bei ihnen im Haushalt als „gute Fee“ alle möglichen Tätigkeiten übernommen, einschließlich das Kinderpassen. Wir sind längst gute Freunde geworden, haben auch heute noch regelmäßigen Kontakt“, erzählt Angelika Gottburg von ihrer zweiten Hälfte ihres Berufslebens. „Ich habe auf diese Weise eine zweite Familie dazugewonnen“, ist sie glücklich über ihre damalige Entscheidung.

Die eigene Familie wächst durch die erwachsenen Kinder
„Im Jahr 2000 bin ich zum ersten Mal Oma geworden“, strahlt sie über den eigenen Familienzuwachs. „Mittlerweile sind es drei Enkelkinder. Mein Sohn ist relativ spät Vater geworden. Umso mehr freue ich mich heute über die drei Enkel, die zwar unterschiedlich alt sind, 26 sowie 6 und 3 Jahre, mir aber alle drei stets aufs Neue viel Freude bereiten. Zu meinem Glück habe ich beide Familien in der Nähe wohnen, so dass ich sie regelmäßig zu sehen bekomme. Ein fester Familientermin ist der jeweilige Mittwoch, an dem ich zur Familie meines Sohnes nach Handewitt fahre, dort für uns alle koche – auch meine älteste Enkeltochter kommt dorthin von ihrer Arbeitsstätte in Niebüll. Wir speisen nach Herzenslust, haben uns stets viel zu erzählen von der vergangenen Woche. Dieser Nachmittag ist mir sehr wichtig, nur selten lasse ich den Termin mal ausfallen.“ Apropos Familie: „Mindestens einmal jährlich treffen wir verbliebenen Geschwister Schlüter uns bei einem von uns, und feiern das Wiedersehen. Bei den Gelegenheiten gibt es stets viel zu erzählen, manchmal schwelgen wir aber auch gern in Erinnerungen an früher. Leider ist unser älterer Bruder bereits verstorben.“
Die Schulze-Delitzsch-Straße – mehr als nur Wohnort für sie
Einige Jahre lebte Angelika Gottburg in der Hausnummer 45, bis sie im Jahr 1999 – also vor 27 Jahren – in ihre jetzige Wohnung ins Haus Nr. 20 umzog. „Hier werde ich wohl wohnen bleiben, solange ich noch alles selbstständig regeln kann.“ Sie hat im Laufe der letzten fünf Jahrzehnte zahllose Menschen und Nachbarn hier kennengelernt, dabei zu fast allen ein gutes Verhältnis entwickelt. „Die Häuser hier werden allesamt vom FAB (Flensburger Arbeiter-Bauverein eG) verwaltet, und man kann wirklich nur Gutes über die Hausverwaltung des FAB berichten: Man kümmert sich dort wirklich sehr gut um seine Mieter, ist bei Problemen schnell vor Ort und regelt fast alles in zügiger Weise. Seit vielen Jahren bin ich bereits als Vertreterin der Mitglieder im Mieterbeirat tätig. Dort habe ich auch ausschließlich positive Erfahrungen mit dem Vermieter gemacht. Als Vertreter wirst du ernstgenommen und gehört, deine Anregungen werden aufgenommen und verarbeitet“, ist Angelika durchaus mit ihrem Vermieter im Reinen. Gern nimmt sie deshalb auch Termine und gesellige Veranstaltungen beim FAB wahr, ist dort bereits seit Jahren eine Kundin der ersten Stunde in Sachen der Angebote für Telefonie, Internet und Fernsehen.

Die AWO wird Teil ihres Lebens
Vor gut zwanzig Jahren nahm Angelika mehrfach an Tagestouren und Ausflügen teil, die der hiesige AWO-Stadtverband organisiert hatte. „Das gefiel mir ausnehmend gut. Ich lernte bei der Gelegenheit zahlreiche interessante Menschen kennen und kam an Orte, die ich so noch gar nicht kannte. Für mich waren diese Tagesfahrten immer eine willkommene Abwechslung!“, fand sie Gefallen an diesen Ausflügen, die sie nun häufiger unternahm.
Wer oder was ist die AWO?
Das Kürzel „AWO“ steht für Arbeiterwohlfahrt. Die ist ein großer deutscher Wohlfahrtsverband und eine Hilfsorganisation. Die AWO hilft Menschen in schwierigen Lagen, kämpft für soziale Gerechtigkeit und betreibt viele soziale Einrichtungen wie Kindergärten, Pflegeheime und Beratungsstellen. Sie ist föderativ und dezentral als Mitgliederverband organisiert. Sie baut auf ehrenamtlichen Ortsvereinen auf und gliedert sich in hierarchischen Ebenen vom Bund bis runter zur Basis.

Der AWO Stadtverband Flensburg wurde vor über 75 Jahren gegründet. Im Sinne der Ziele und Werte der Arbeiterwohlfahrt engagiert er sich direkt vor Ort für eine sozial gerechte Gesellschaft. Mit einem bunten Programm an Angeboten und Veranstaltungen setzen sich die Verantwortlichen vor allem für die älteren Menschen in Flensburg und Umgebung ein, in dem sie soziale Kontakte und ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter fördern.
Gegründet wurde die AWO im Jahre 1919 von der Frauenrechtlerin Marie Jucharz. Die Werte der Organisation umfassen Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Toleranz und Solidarität. Sie ist politisch und konfessionell unabhängig, aber einst aus der Arbeiterbewegung entstanden.
Das AWO-Haus Sandberg
Das AWO-Servicehaus Sandberg befindet sich in der Schulze-Delitzsch-Straße 21 in Flensburg. Es ist sowohl eine Pflege- und eine Wohneinrichtung und bietet Senioren und pflegebedürftigen Menschen Möglichkeiten für privates Wohnen, stationäre Pflege, Betreuung bei Demenz sowie Unterstützung im Alltag rund um die Uhr. Das Stadtteilcafé Sandberg liegt direkt im Erdgeschoss des Servicehauses und ist für jedermann geöffnet. Das Café bietet täglich einen wechselnden Mittagstisch mit zwei Menüs. Jeden Donnerstagnachmittag finden hier vielfältige Veranstaltungen statt, die von Vorträgen über Spielnachmittage bis hin zu musikalischen Darbietungen reichen.

Engagiert bei der AWO
Dass sie in unmittelbarer Nähe des Servicehauses Sandberg zuhause ist, kam ihr natürlich sehr gelegen. „Umso leichter fiel es mir, regelmäßig oder auch spontan rüberzugehen, dort einen Kaffee zu trinken oder an einer der vielen Veranstaltungen teilzunehmen.“ So kannte man sie alsbald dort als regelmäßige Besucherin, die auch gern bereit war, mal bei Vorbereitungen für ein anstehendes Fest oder eine Veranstaltung mit anzupacken. „Irgendwann bin ich Mitglied in der AWO geworden, gehörte nun fest dazu.“ Und wie es üblich ist in Vereinen oder ehrenamtlich betriebenen Organisationen: „Als man mich eines Tages fragte, ob ich mir vorstellen könnte, ein Amt im örtlichen Vorstand zu übernehmen, habe ich spontan zugesagt. Bei der nächsten Vorstandswahl, im Jahre 2019, wurde ich von den Vereinsmitgliedern auf der Jahreshauptversammlung zur Protokollführerin gewählt.“ Die Annahme dieses Ehrenamts hat sich danach nie bereut – im Gegenteil: „Ich habe schon immer gern geschrieben und Protokolle erstellt, aber noch viel wichtiger ist das Schreiben von Geburtstagkarten für unsere vielen Mitglieder, sowie das Überbringen von den Glückwünschen an den jeweiligen Jubilar oder Jubilarin. Ich bin von meinem Wesen her ein geselliger Mensch, und mir bereitet es richtig ein Vergnügen, insbesondere unseren Senioren am jeweiligen Jubeltag gegenüber stehen zu dürfen und mich mit ihnen gemeinsam über einen schönen Feiertag freuen zu können!“

Die Vielfältigkeit der Flensburger AWO
Neben den Aktivitäten im Servicehaus Sandberg ist Angelika Gottburg auch in den anderen beiden Häusern, in Fruerlund und in der Mathildenstraße, bei Bedarf anzutreffen. Sie ist stolz darauf, dass der AWO-Stadtverband-Flensburg seit März 2026 im Abendgymnasium ein neues Beratungsangebot für Schüler und Studenten anbietet. „Überhaupt ist Sozialberatung für uns ein immer wichtiger werdender Bestandteil unserer Tätigkeit“, weiß Angelika. „So bieten wir u. a. Soziallotsinnen-Sprechstunden im Büro des Landtagsabgeordneten Kianusch Stender an, die allen Interessierten zur Verfügung steht. Doch auch für die Jugend haben wir ein offenes Ohr und Herz: Unser AWO-Stadtverband ist das ehrenamtliche Dach für Migrations- und Jugendeinrichtungen in Flensburg. Seit über 20 Jahren besteht in Mürwik, direkt neben der Friedheimschule, der Jugendtreff „Pampelmuse“ des AWO-Landesjugendwerks Schleswig-Holstein.“ Und sie ergänzt: „Ganz aktuell haben wir ein neues Angebot: Ab September 2026 finden im „Blauen Kaninchen“ direkt am Südermarkt erstmalig Sozialsprechstunden statt!“

Trotz Ruhestands keinerlei Langeweile
Eigentlich könnte sie es ihrem Alter entsprechend ruhiger angehen lassen. Doch das ist überhaupt nicht „ihr Ding“: „Ich bin so gestrickt, dass ich gerne etwas unternehme, dabei am liebsten Vorhaben mit anderen Menschen. Es muss ja nicht immer gleich etwas sehr Wichtiges und Großes sein, eine Tasse Kaffee und ein Klönschnack ist schon mal ein guter Start in einen neuen Tag.“ Sie pflegt deshalb ihre familiären und freundschaftlichen Beziehungen und hat keine Langeweile, kommt herum und bleibt so körperlich und geistig fit.

Was sie sich für die Zukunft wünscht? „Ich würde mir wünschen, dass sich unsere Gesellschaft wieder mehr auf ein einvernehmliches und respektvolles Miteinander besinnen würde, dass nicht immer über alles Mögliche nur gejammert und geklagt wird. Wir leben nämlich hier in Deutschland, und – wie ich finde – insbesondere in Schleswig-Holstein und in Flensburg in einer lebenswerten Umgebung, leben in Frieden und immer noch in einer Wohlstandsgesellschaft. Es lohnt sich auch heute durchaus noch, sich für die Gemeinschaft und die Mitmenschen zu engagieren, mit den Nachbarn, Freunden und auch Fremden ein gutes Miteinander zu pflegen. Daran glaube ich ganz fest, und bete regelmäßig im Glauben daran, dass dieser eben beschriebene Zustand noch lange erhalten bleiben möge!“
Mit Angelika Gottburg sprach Peter Feuerschütz
Fotos: Thomas Becker, Herbert Ohms, privat















