Aktuell fallen bei der Verbraucherzentrale viele Beschwerden über Streaming-Portale im Internet auf. Mehrere Betroffene aus Schleswig-Holstein haben dubiose Rechnungen über mehrere hundert Euro erhalten. Angeblich sollen sie kostenpflichtige Premium-Abos abgeschlossen haben. Die Absender der Rechnungen nutzen verschiedene Namen wie Baruplay, Megplay oder Didplay.

Der Schock kommt per Email: „Ihre 5-Tage-Testphase ist abgelaufen!“ heißt es in der Überschrift. Angeblich sollen sich die Empfänger auf einem Streaming-Portal für eine kostenfreie 5-Tage-Testphase registriert haben. „Laut unseren Nutzungsbedingungen hatten Sie die Möglichkeit, Ihren Account während der gesamten Testphase aus Ihren Einstellungen zu löschen. Da Sie es nicht getan haben, wurde Ihr Account automatisch mit dem Premium-Status um 1 Jahr verlängert“, heißt es in Emails, die der Verbraucherzentrale vorliegen. Es folgen Forderungen über mehrere hundert Euro, die innerhalb weniger Tage auf ein Konto in England überwiesen werden sollen. In den Zahlungsaufforderungen sind die vollen Namen der Empfänger und Registrierungsdaten wie IP-Adresse, Browser und Betriebssystem angegeben. Zudem drohen die Absender, nicht bezahlte Rechnungen an ihren Anwalt oder ein Inkassobüro weiterzugeben.

Das können Betroffene tun

Viele Betroffene wenden sich an die Verbraucherzentrale, weil sie die Forderungen nicht nachvollziehen können. Einige hatten sich tatsächlich für ein Test-Abo registriert, andere können sich nicht an einen Besuch auf der angegebenen Internetseite erinnern.

  • Zweifelhafte Rechnungen über ein angebliches Jahres-Abo sollten Betroffene zunächst nicht bezahlen. Nachträglich lässt sich das Geld kaum zurückholen.
  • Wer unsicher ist, ob es sich um eine berechtigte Forderung handelt, findet bei der Rechtsberatung der Verbraucherzentrale Unterstützung.
  • Eine Strafanzeige bei der Polizei in solchen Fällen kann helfen, die Betrügereien einzudämmen.

Die Verbraucherzentrale kämpft gegen Betrüger

Die Verbraucherzentrale bezweifelt, dass die Angaben der Anbieter stim-men. Vermutlich stecken dahinter Betrüger, die falsche Identitäten nutzen. Dafür spricht, dass Betreiber der angeblichen Streamingdienste offenbar regelmäßig weitere Seiten ins Internet stellen. Als Unternehmenssitz ist meist Großbritannien angegeben. Die Seiten unterscheiden sich kaum voneinander und wirken auf den ersten Blick oft seriös und professionell. Die Verbraucherzentrale arbeitet in diesen Fällen mit Ermittlungsbehörden wie Polizei und Staatsanwaltschaft zusammen und veröffentlicht regelmäßig Warnungen vor solchen Abo-Fallen.

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V.
Bild:
Envato.com

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