Am Wochenende vom 29. bis zum 31. Mai 2026 feiert die dänische Minderheit wieder die traditionellen Årsmøder (Jahrestreffen), und die haben es wie jedes Jahr in sich. Seit 1921 – ein Jahr nach der Volksabstimmung und der damit verbundenen Grenzziehung – markieren die Mitglieder der dänischen Minderheit, dass sie nach wie vor im Landesteil vertreten sind.


So waren die Jahrestreffen immer eine Mischung aus politischen Veranstaltungen und familiären Veranstaltungen mit Essen, Gesang, kulturellen Beiträgen und Unterhaltung für die Kinder. An dem Grundprinzip hält die dänische Minderheit fest, aber der politische Tenor hat sich im Laufe der Jahre verändert. So war das Verhältnis zwischen Minderheit und Mehrheit in den Anfangsjahren nicht besonders gut. Auch nach dem 2. Weltkrieg gab es immer wieder Reibungen – von beiden Seiten. Die dänische Minderheit träumte noch von einer Wiedervereinigung mit Dänemark, und der deutschen Mehrheitsbevölkerung waren die Dänen im eigenen Land oftmals ein Dorn im Auge.


Glücklicherweise sind diese Reibereien Geschichte, was die Jahrestreffen deutlich machen. Denn heute werden auch Politiker der Mehrheitsbevölkerung zu den Treffen eingeladen, und jeder kann die Jahrestreffen besuchen.


Dazu gibt es reichlich Gelegenheit, denn die Treffen bestehen aus rund 40 lokalen Veranstaltungen. Hier werden, getreu der über 100 Jahre alten Tradition, Reden gehalten und fleißig diskutiert. Doch auch hier haben die Treffen einen volksfestähnlichen Charakter. Sie finden an den dänischen Schulen, Versammlungshäusern und Sportplätzen statt. Die Veranstaltungen haben eine große Spannbreite und reichen von Abendveranstaltungen mit Reden, Kaffeetafeln und kultureller Unterhaltung bis hin zu Familienfesten mit Grill und umfangreichem Programm für Kinder. Vielerorts werden sie mit einem Festumzug durch den Ort begonnen. Bei allen spielt das gemeinsame Singen eine wichtige Rolle.


Höhepunkte des Årsmøde-Wochenendes sind drei große Freilichtveranstaltungen in Flensburg, Schleswig und Husum am Sonntag (31. Mai) mit Tausenden von Gästen. Nach großen Festumzügen mit Fahnen, Spielmannszügen, Kind und Kegel werden auf den Festplätzen Reden gehalten, und Turngruppen, Orchester und Bands tragen zur Unterhaltung ebenso bei wie Kinder und Jugendliche aus den dänischen Einrichtungen. Außerdem gibt es neben diesem Hauptprogramm noch vielfältige Spielangebote für Kinder und zahlreiche Aktivitäten für alle Generationen.


Mit den Treffen, die sich über drei Tage erstrecken, pflegen die Angehörigen der Minderheit ihren Zusammenhalt und die Verbundenheit mit Dänemark. Jährlich nehmen etwa 16.000 Menschen an den lokalen und regionalen Treffen zwischen Kiel und Flensburg teil. Unter den Gästen sind auch zahlreiche Besucher aus Dänemark – darunter hochrangige Regierungsvertreter und Abgeordnete aus Kopenhagen.

Seit den ersten Jahrestreffen 1921 wurden sie nur viermal abgesagt. Die Jahrestreffen, die vom Südschleswigschen Verein (SSF) veranstaltet werden, sind zwar eine Tradition der dänischen Minderheit. Sie sind aber offen für alle, und jeder kann die Festveranstaltungen besuchen. Informationen zu den Veranstaltungen finden sich auf der Homepage des SSF (www.syfo.de).















