Wind unterm Helm, Herbstfarben am Wegesrand und immer wieder Wasser im Blick: Auf dem Fahrrad zeigt der echte Norden jetzt seinen besonderen Reiz. Mal geht es durch weite Köge, mal durch bunte Wälder oder über sanfte Hügel. Die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein hat einige abwechslungsreiche Radrunden mit Zwischenstopps und Einkehrmöglichkeiten zusammengestellt.

Dithmarschen: Auf die Robbe, fertig, los!

Die 54 Kilometer lange Seehundroute führt von Marne über Neufeld bis nach Friedrichskoog und verbindet Küstenlandschaft mit regionalen Spezialitäten und spannenden Einblicken in die Geschichte Dithmarschens. Zwischen Marne und Neufeld bieten sich der Hofladen Hinrichs mit regionalen Produkten und das Landcafé Dielenzauber für einen Zwischenstopp an. Am Neufelder Hobbyhafen laden die Restaurants Op’n Diek und Kohldampfer Neufeld zur Einkehr mit Blick auf das Hafenbecken ein.

Weiter geht es am Deich durch den Neufelderkoog und den Kaiser-Wilhelm-Koog mit weiten Blicken über Nordsee und Küstenlandschaft. Wer heimische Erzeugnisse direkt vor Ort entdecken möchte, kann einen Abstecher zum Gemüsehof Peters oder zur Schäferei Bährs einplanen. Im Dieksanderkoog liegt mit der Neulandhalle ein historischer Lernort, der sich heute der politischen Bildung und der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Geschichte widmet. In Friedrichskoog führt die Route schließlich zur Seehundstation, wo Seehunde und Kegelrobben beobachtet werden können.

Auf dem weiteren Streckenverlauf liegen Friedrichskoog-Spitze mit seinem Badestrand, Rugenort und Helserdeich. Auch Trischendamm, Trischendiek Park und die Maria-Magdalenen-Kirche in Marne bieten sich als weitere Stopps an.

Die raue Seite Sylts erradeln

Donnernde Brandung, pfeifender Wind und leuchtende Heide: Im Herbst zeigt sich Sylt von seiner raueren Seite – und nach dem trubeligen Sommer zugleich etwas ruhiger. Viel von der Insel lässt sich auf der knapp 37 Kilometer langen kleinen Nord-Rundtour entdecken. Von Westerland führt sie über Wenningstedt und Kampen Richtung List. Unterwegs bieten sich Stopps an der Uwe-Düne, am Roten Kliff und am Quermarkenfeuer an. Wer sich zwischendurch aufwärmen möchte, kehrt beispielsweise in der Sturmhaube ein und genießt den Blick auf die Nordsee. Vorbei an der Wanderdüne geht es weiter zum Lister Hafen. Auf dem Rückweg über den Naturpfad Vogelkoje passiert die Route auch den Kampener Leuchtturm.

Wer es gemütlicher angehen möchte, kann auf einer gut 18 Kilometer langen Rundtour von Westerland durch die Tinnumer Wiesen nach Keitum radeln. Dort lohnt es sich, das Fahrrad kurz stehen zu lassen und die reetgedeckten Friesenhäuser und farbenfrohen Gärten zu entdecken. Zum Aufwärmen bietet sich Nielsens Kaffeegarten an.

Mit gut 41 Kilometern ist die große Süd-Rundtour nach Hörnum ein längeres Vergnügen. Diese Tour führt unter anderem durch die Sylter Dünenlandschaft und über die ehemalige Inselbahntrasse. In Hörnum bietet sich das Sylter Muscheln Bistro für eine Stärkung an; wer lieber etwas Süßes mag, findet bei Lund Sylt hausgemachtes Eis. Am Rantumbecken lassen sich vom Deich aus zahlreiche Vogelarten beobachten.

Westküste mit Wind und Weite – Nordfriesland

Radfahren hat in Nordfriesland zu jeder Jahreszeit seinen Reiz. Eine von vielen abwechslungsreichen Strecken ist die 31 Kilometer lange Ochsenweg-Route. Sie startet in Leck und verläuft über ein kurzes Teilstück des ehemaligen Handelswegs. Weiter geht es durch den Langenberger Forst, wo sich am nördlichen Rand des Waldgebietes eine Pause am weitläufigen Damwildgehege anbietet. Anschließend führt die Route entlang der Soholmer Au bis nach Bargum, vorbei an der gut erhaltenen Holländerwindmühle Aeolus. Durch das Landschaftsschutzgebiet Klintumer Berg geht es schließlich zurück nach Leck. Für eine kleine Stärkung bietet das Café Vintagehimmel Kuchen nach alten Rezepten an.

Besonders viel zu sehen gibt es im Herbst auf der 24 Kilometer langen Beltringharder Route. Der Rundweg führt durch die weite Kooglandschaft, vorbei an Feldern und landwirtschaftlichen Höfen. Alte Köge und der jüngere Beltringharder Koog erzählen von der Landschaftsgeschichte der Region – und bieten zugleich einer vielfältigen Vogelwelt Lebensraum. Gerade während des herbstlichen Vogelzugs lassen sich hier zahlreiche Arten beobachten. Auf dem Weg Richtung Lüttmoorsiel liegen zwei Wasserbecken, an denen viele Vögel vor ihrem Weiterflug Rast machen. Ein weiterer Stopp lohnt sich an der Integrierten Station Westküste direkt am Deich mit ihrer Ausstellung über die Region.

Büsum: Nordseeluft und Pausenglück

Gerade einmal 17 Kilometer lang ist die Rundtour „Vor den Toren Büsums“ – kurz genug für alle, die es gemütlich angehen lassen und eine Pause mehr einlegen möchten. Die Route führt durch Büsumer Deichhausen und Westerdeichstrich und bietet interessante Zwischenstopps wie die Schäferei und das Bauernhofcafé Rolfs. Weitere Einkehrmöglichkeiten bieten das Dithmarscher Whiskey Haus in Westerdeichstrich oder das Café-Restaurant IBO’s in Stinteck. Einen Einblick in die Geschichte der Westküste gibt das Büsumer Freilicht-Deichmuseum.

Wer länger unterwegs sein möchte, kann auf der rund 30 Kilometer langen Tour „Malerischer Koog“ bis nach Nordermeldorf und weiter über Wöhrden und den Friedrichsgabekoog radeln. Noch mehr Strecke macht die Tour „Schimmelreiters Erben„: Rund 46 Kilometer geht es von Westerkoog am Deich entlang über Büsum mit Perlebucht und Museumshafen bis nach Wöhrden – mit weiten Ausblicken auf die Küstenlandschaft.

Bad Segeberg: Landpartie zwischen Seen und Wäldern

Zahlreiche Seen, Laubwälder und weite Felder begleiten die 32,5 Kilometer lange Landpartie ab Bad Segeberg. Bis nach Blunk folgt die Route einer ehemaligen Kleinbahntrasse, auf der zunächst landwirtschaftliche Erzeugnisse und später auch Fahrgäste zwischen den Kreisen Segeberg und Plön transportiert wurden. Vorbei am Muggesfelder und Nehmser See geht es weiter zum Wardersee, wo sich ein Stopp an der spätromanischen Feldsteinkirche lohnt. Für eine Stärkung bieten sich der Alte Bahnhof in Blunk oder das Ihlsee-Restaurant in Bad Segeberg an. Zurück in der Stadt lässt sich die Radtour beispielsweise mit einem Abstecher zum Kalkberg oder an den Großen Segeberger See verbinden.

Herbstfarben zwischen Seen und Hügeln – Holsteinische Schweiz

Hügel, Wälder und Seen prägen die Landschaft in der Holsteinischen Schweiz – und wer ein wenig sportliche Herausforderung sucht, nimmt Kurs auf den höchsten Punkt Schleswig-Holsteins. Die 36 Kilometer lange Bergtour zum Bungsberg führt durch stille Wälder hinauf auf 168 Meter Höhe. Oben angekommen, reicht der Blick bis zur Ostsee. Unterwegs lohnt sich ein Fotostopp am Jagdschlösschen am Ukleisee – besonders, wenn sich die herbstlichen Farben im sagenumwobenen See spiegeln. Eine Stärkung gibt es im Café Lauschi am Bungsberg.

Deutlich gemütlicher geht es auf der knapp neun Kilometer langen Runde um den Großen Eutiner See zu. Schloss Eutin und die Lindenallee im Schlossgarten bieten sich als Fotomotive an, anschließend laden Cafés und Restaurants in der Altstadt zur Einkehr ein. Mehr Strecke macht die rund 40 Kilometer lange Gütertour durch die ostholsteinische Landschaft mit historischen Gutshäusern, Alleen und kleinen Dörfern. Ein Stopp lohnt sich am Gut Sierhagen mit seiner Gutsanlage und dem Palmenhauscafé.

Auch rund um Plön spielen Wasser und Farben die Hauptrollen. Der etwa 16 Kilometer lange Rundweg Plöner Seen führt durch die charakteristische Seenlandschaft und eröffnet immer wieder neue Perspektiven. Besonders im Herbst sorgen bunt gefärbte Wälder, spiegelnde Wasserflächen und das Licht der tiefer stehenden Sonne für reizvolle Ausblicke. Wer zwischendurch höher hinaus möchte, macht einen Abstecher zum Parnaßturm und lässt den Blick schweifen. Zur Einkehr empfiehlt sich beispielsweise das Restaurant Seeprinz direkt am Strandweg des Großen Plöner Sees.

Für eine kurze Runde bietet sich der knapp sechs Kilometer lange Schöhseerundweg an; eine Pause lässt sich anschließend in der Alten Kate in Plön einlegen. Wer mehr Kilometer sammeln möchte, umrundet auf der 37 Kilometer langen Plöner See Tour den Großen Plöner See und passiert dabei zahlreiche Dörfer. Eine Stärkung unterwegs gibt es im Gasthaus Zum Frohsinn in Bosau.

Lübeck-Travemünde: Zwischen Schilf und Steilküste

Nur wenige Kilometer von der Lübecker Altstadt entfernt führt die rund 20 Kilometer lange Rundtour „Schellbruch und Gothmund“ mitten hinein in ein herbstliches Idyll. Im Naturschutzgebiet Schellbruch prägen Lagunen, Schilfflächen und Feuchtwiesen die Landschaft und bieten zahlreichen Vogelarten einen Lebensraum. Weiter geht es nach Gothmund, wo sich zwischen reetgedeckten Katen, schmalen Wegen und kleinen Booten am Traveufer ein Fotostopp anbietet. Wer die Radtour am Wochenende mit einer längeren Pause verbinden möchte, kann beispielsweise zum Gartencafé Landschätzchen in Israelsdorf abbiegen.

Eindrucksvolle Ostseeblicke bietet die rund 30 Kilometer lange „Küstenroute Brodtener Ufer“ ab Travemünde. Entlang des Brodtener Steilufers geht es Richtung Niendorf, vorbei an naturbelassenen Küstenabschnitten, markanten Kliffkanten und Feldern. Zur Einkehr lockt die Hermannshöhe mit Torten und Meerblick. Anschließend führt dieselbe Strecke zurück nach Travemünde; wer noch ein paar Kilometer dranhängen möchte, radelt weiter bis zum Niendorfer Hafen. Wegen möglicher Abbrüche an der Steiluferkante kann es auf der Strecke zu Umleitungen kommen. Noch mehr Auswahl bieten diese beiden Touren: Der rund 20 Kilometer lange Trave-Radweg verbindet die historische Lübecker Altstadtinsel mit der Seebad-Promenade in Travemünde. Wer lieber zwischen Wald und Wasser unterwegs ist, folgt dem rund 34 Kilometer langen Drägerweg nach Ratzeburg entlang der Wakenitz bis in die Inselstadt. Zurück geht es ganz bequem mit der Bahn.

Weitere Informationen, Inspirationen und Tipps rund ums Radfahren in Schleswig-Holstein gibt es unter sh-radurlaub.de.

Text: Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH
Foto: Envato.com

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