Flensburg (ots) – Im Bereich Flensburg sind seit einigen Tagen wieder Arbeiterkolonnen unterwegs, die für „kleines“ Geld ihre Dienste anbieten.
Am Montagnachmittag (18.06.18), gegen 15:00 Uhr, ist beispielsweise im Dreschbogen (Sünderup) so eine Arbeiterkolonne aufgetaucht. Die Gruppe bestand aus sechs jungen Männern sowie einem Jugendlichen und war in einem weißen Lieferwagen mit gelben Kennzeichen unterwegs. Die Männer sprachen fließend Englisch. Bei einem Einfamilienhaus säuberte die Gruppe die Auffahrt mit einem Hochdruckreiniger und bot im gleichen Atemzug der Nachbarin an, deren Hausdach zu reinigen und zu imprägnieren. Diese stimmte letztlich ein, auch weil der Wortführer der Kolonne nicht nachließ sie zu überreden, das Dach für 200 Euro reinigen zu lassen. Ehe sie sich versah, waren schon zwei der Arbeiter auf dem Dach und begannen mit der Arbeit. Nach einer halben Stunde bat der Wortführer die Hauseigentümerin hinaus, um sich den Stand der Reinigung anzusehen. Die Männer hatten einen kleinen Teil der Dachfläche gereinigt.
Daraufhin erklärte der Wortführer jetzt, die Reinigung des gesamten Daches würde nun doch 400 Euro kosten. Den Einwand der Hauseigentümerin, dass man zuvor einen Preis von 200 Euro vereinbart hatte, tat der Mann als ein Missverständnis ab. Daraufhin lehnte die Hauseigentümerin die weitere Dachreinigung ab. Nach einigem hin und her, unter anderem auch dem Angebot, das Geld für die komplette Reinigung (also 400 Euro) erst am nächsten Tag abzuholen, zogen die Arbeiter mit einem Betrag von 135 Euro von dannen.
Eine Masche dieser Arbeiterkolonnen: Viel Arbeit für wenig Geld anbieten, um anschließend viel mehr Geld zu fordern. Oft werden auch Arbeiten durchgeführt, die gar nicht nötig gewesen wären. Und die Dienstleistungen, die dann teuer bezahlt wurden, sind oft nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden.
Nicht selten wird auf die Hauseigentümer Druck ausgeübt, auch durch drohendes, aggressives Auftreten, so dass diese sich schließlich auf die geforderte Zahlung einlassen.
In dem oben genannten Fall wurde die Polizei später informiert. Daraufhin begaben sich Beamte der Polizeistation Engelsby/Tarup auf die Suche und konnten am Mittwoch im Bäckerweg in Tarup einen weißen Toyota Kastenwagen mit irischem Kennzeichen feststellen. Die eingesetzten Beamten überprüften die Personen, welche auch bestätigten Dienstleistungen am Haus anzubieten und durchzuführen. Eine Reisegewerbekarte konnten die Männer nicht vorlegen. Die Beamten hielten Rücksprache mit dem Ordnungsamt. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet. Anschließend wurde den Arbeitern ausdrücklich untersagt, Haustürgeschäfte anzubieten und durchzuführen bis eine solche Reisegewerbekarte vorhanden ist.
Ein Appell Ihrer Polizei: Bei solchen Betrugsangeboten informieren Sie uns bitte sofort unter der Notrufnummer 110! Wir werden dann die anwesenden Personen und deren Anliegen am besten vor Ort überprüfen.

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