GATEWAY49 ist der StartUp-Accelerator des Technikzentrums Lübeck und unterstützt junge Gründungsteams aus Schleswig-Holstein auf dem Weg zur Marktreife. Getragen wird das Programm gemeinsam mit der IHK zu Lübeck und glocal consult, mit dem klaren Ziel, ein starkes StartUp-Ökosystem im Norden zu etablieren.

Entstanden aus der Überzeugung, dass Gründungsteams im Norden mehr gezielte Unterstützung brauchen, hat sich das Programm inzwischen zu einer festen Größe in der norddeutschen Gründungsszene entwickelt.

Von der Region in die Skalierung

Ursprünglich fand das Programm ausschließlich in Lübeck statt. Inzwischen ist GATEWAY49 mit eigenen Satelliten in Flensburg, Norderstedt und Neumünster präsent und bietet dort jeweils eigene Coworking-Flächen für teilnehmende Teams. Dadurch verteilt sich die Förderung inzwischen deutlich sichtbarer über das gesamte Bundesland, statt sich allein auf den Gründungsstandort Lübeck zu konzentrieren.

Der Erfolg eines Accelerators zeigt sich allerdings nicht nur während der Förderphase. Entscheidend ist, ob ein junges Unternehmen anschließend wachsen und neue Märkte erschließen oder zusätzliche Kunden oder Geschäftspartner erreichen kann. Genau an diesem Punkt ändern sich die Anforderungen an die eigene Infrastruktur.

Aus wenigen Gründern wird plötzlich ein größeres Team, es entstehen Termine außerhalb Schleswig-Holsteins oder der Bedarf nach Präsenz in einer anderen Stadt.

Für Geschäftsführer stellt sich dann die wirtschaftliche Frage, ob für den nächsten Schritt direkt ein langfristiger Mietvertrag aufgebaut werden muss oder ob sich die Expansion auch anders realisieren lässt. Gerade für StartUps, deren Umsatz- und Personalentwicklung langfristig noch nicht vorhersehbar ist, binden zusätzliche Fixkosten wertvolles Kapital.

Ein möglicher nächster Markt ist die Hauptstadt Berlin. Wachsende und expandierende Unternehmen können beispielsweise Büros in Berlin zu fairen Konditionen von COLLECTION nutzen, ohne sofort eine klassische Niederlassung aufzubauen.

Das bietet sich an, wenn zunächst nur einzelne Mitarbeiter vor Ort arbeiten, ein Projektteam kurzfristig einen Arbeitsplatz benötigt oder regelmäßige Gespräche mit Investoren, Partnern oder Kunden stattfinden. Die benötigte Fläche kann auf den tatsächlichen Bedarf angepasst werden, selbst wenn der Unternehmensschwerpunkt in Schleswig-Holstein bleibt.

Noch schlanker lässt sich ein neuer Standort erschließen, wenn es zunächst überhaupt keine dauerhaften Arbeitsplätze braucht. Bei COLLECTION können Unternehmen alternativ ein Virtual Office mieten und verschaffen sich damit eine Geschäftsadresse in der neuen Stadt. Das kann sich bei einem ersten Markttest, im regionalen Vertrieb oder für einen professionellen Außenauftritt lohnen, bevor man sich im Betrieb für eigene Flächen entscheidet. Die räumliche Infrastruktur entwickelt sich dadurch erst dann, wenn auch der Markt wächst.

Der Aufbau des Förderprogramms im Detail

Im Zentrum steht ein strukturiertes, mehrmonatiges Coaching-, Mentoring- und Ausbildungsprogramm, an dem pro Jahrgang bis zu 15 Teams teilnehmen. Anders als bei vielen anderen Acceleratoren müssen Teilnehmende keine Unternehmensanteile abgeben und bleiben dadurch vollständig unabhängig. Ergänzt wird die inhaltliche Betreuung durch eine finanzielle Förderung von bis zu 35.000 Euro, mit der sich Gründungsteams voll auf den Aufbau ihres Unternehmens konzentrieren können, statt parallel um die Finanzierung des Alltags zu bangen.

Aufgenommen werden sowohl Einzelgründer:innen als auch bestehende Teams in einer frühen Ideenphase, solange ihre Geschäftsmodelle skalierbar sind und einen erkennbaren Bezug zu Schleswig-Holstein haben.

Der inhaltliche Fokus liegt auf digitalen und technologiegetriebenen Geschäftsmodellen, etwa aus den Bereichen Medizintechnik, erneuerbare Energien oder Big Data. Über die de:hub-Initiative erhalten Teilnehmende zusätzlich Zugang zu einem bundesweiten Netzwerk aus Mentor:innen, Coaches und etablierten Unternehmen, wodurch sich Kontakte weit über die Region hinaus ergeben.

Auch bereits finanzierte Startups können sich bewerben, sofern ihre bisherigen Investoren nicht mehr als einen überschaubaren Betrag investiert haben, was GATEWAY49 auch für etwas weiter entwickelte Teams interessant macht.

GATEWAY49 im Norden mit ganz besonderer Rolle

Über den einzelnen Förderfall hinaus verfolgt GATEWAY49 auch ein wirtschaftspolitisches Ziel. Das Programm ist Teil der digitalen Agenda des Landes Schleswig-Holstein und soll Gründungen gezielt an den regionalen Standort binden, statt sie frühzeitig in andere Bundesländer abwandern zu lassen. Etablierte Unternehmen aus der Region profitieren im Gegenzug vom direkten Austausch mit den StartUps und bekommen so Zugang zu neuen Technologien und agilen Arbeitsweisen. Auch Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind eingebunden und erhalten über das Programm einen strukturierten Rahmen für gemeinsame Projekte mit der regionalen Wirtschaft.

Dabei muss Wachstum nicht automatisch bedeuten, dass der aktuelle und regionale Standort aufgegeben wird. Flexible und zusätzliche Arbeits- und Geschäftsadressen können Unternehmen vielmehr ermöglichen, neue Märkte zu testen und die Basis in Schleswig-Holstein zu erhalten.

Für Gründungsteams mit einem echten Bezug zu Schleswig-Holstein bietet GATEWAY49 damit eine seltene Kombination aus finanzieller Sicherheit, inhaltlicher Begleitung und einem wachsenden regionalen Netzwerk, das über die reine Förderphase hinaus wirkt. Gerade im Vergleich zu rein privatwirtschaftlichen Acceleratoren fällt der Verzicht auf Unternehmensanteile deutlich ins Gewicht und macht das Programm für viele Teams zur naheliegenden ersten Wahl.

Foto: Envato.com

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