Andere reden von Sommerferien oder zumindest von Wochenende. Bei der SG Flensburg-Handewitt ist es anders. Sie startete an einem Freitag in die Vorbereitung auf die Saison 2026/27. Wurde in den ersten Laufrunden noch über Hochzeiten, Golf und Urlaub geplaudert, floss bald der Schweiß. Ales Pajovic verfolgte das Ganze aufmerksam von der Seite. „Alle Jahre wieder: Es war schön, Urlaub zu haben, aber dann wird die Vorfreude auf die Mannschaft immer größer“, lächelte der SG-Coach. „In der Vorbereitung gibt es keine Wochenenden, da wird jeden Tag trainiert.“

SG Flensburg-Handewitt: Der Vorgeschmack einer neuen Saison
Die Vorbereitung begann auf der Laufbahn

Zum ersten Mal seit 2001 begann die SG ihre Vorbereitung in Handewitt. Die Wikinghalle war einst Schauplatz umkämpfter Bundesliga-Partien und auch der allerersten Europokal-Qualifikation im April 1995. Inzwischen ist die SG zum 32. Mal in Folge auf der internationalen Bühne aktiv. Als Bundesliga-Dritter verpasste sie knapp die Champions League und muss sich daher zum fünften Mal in Serie mit der European League begnügen. Als die Spieler auf einer nahen Laufbahn ihre Runden drehten, wurde die Gruppenphase ausgelost. Neben dem spanischen Traditionsverein Fraikin BM Granollers geht es für die SG gegen ACS HC Buzau aus Rumänien und Aguas Santas Milaneza aus Portugal. „Wir wollen unserer Favoritenrolle gerecht werden und uns in der Gruppe durchsetzen“, äußerte sich Geschäftsführer Holger Glandorf, der als Zaungast die gesamte Übungseinheit verfolgte.

SG Flensburg-Handewitt: Der Vorgeschmack einer neuen Saison
Ales Pajovic hat vier Neuzugänge zu integrieren

Am 28. August das erste Pflichtspiel

Der europäische Wettbewerb wird erst in der zweiten September-Hälfte Fahrt aufnehmen. Bereits ab dem 28. August wird um Bundesliga-Punkte gespielt. Es ist dann wieder ein Freitag, wenn der ThSV Eisenach um 20 Uhr in der „Hölle Nord“ vorstellig werden wird. „Als Trainer klagt man immer über zu wenig Zeit“, sagte Ales Pajovic. „Wir müssen dieses Mal vier neue Spieler integrieren – und das möglichst schnell.“ Nicht nur das: Auch die interne Hierarchie wird sich neuordnen müssen, da Kapitän Johannes Golla zur MT Melsungen gewechselt ist. Ein Nachfolger war bei Redaktionsschluss noch nicht benannt.

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Strahlender Neuzugang: Emil Bergholt

Schwerpunkte der Testphase

Als sportlichen Schwerpunkt der Vorbereitung hat Ales Pajovic die Abwehr ausgemacht. Zum einen kassierte die SG in der letzten Spielzeit ungewohnt viele Gegentore, zum anderen muss mit dem Abgang von Johannes Golla ein anderer Mittelblock formiert werden.

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Neuer Isländer: Arnar Freyr Arnarsson

Zusammen mit Platzhirsch Blaz Blagotinsek sollen die beiden neuen Kreisläufer agieren: zum einen der Isländer Arnar Freyr Arnarsson, der die letzten sechs Spielzeiten ausgerechnet in Melsungen verbracht hat, zum anderen Emil Bergholt, der mit der Bundesliga persönliches Neuland betritt, sich vor den großen Fußspuren seines Vorgängers aber nicht fürchtet. „Ich bin Emil und werde meine Stärken einbringen“, sagte der Däne während der Mittagspause. „Die Priorität in diesem Verein ist schon einmal klar: Wir spielen, um zu gewinnen.“

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Neuer Torwart: Simon Möller

Zu den Defensiv-Aufgaben gehört auch eine Veränderung im Tor. Stammkraft Benjamin Buric bekommt einen neuen Keeper-Kollegen: statt des erfahrenen Dänen Kevin Möller den noch recht jungen Schweden Simon Möller. „Ich komme zurück nach Deutschland“, grinste der Neuzugang. Der 26-Jährige wurde in Lübeck geboren, da sein Vater Peter einst für den VfL Bad Schwartau und den HSV Hamburg spielte.

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Wieder sprunggewaltig: Emil Jakobsen

Ein Spielmacher aus Frankreich

Große Erwartungen begleiten Aymeric Minne. Der Franzose, der sich mit 29 Jahren seinen sportlichen Traum von der Handball-Bundesliga erfüllt hat, soll den Angriff steuern. Ein klassischer Spielmacher fehlte der SG in der letzten Spielzeit, als Lasse Möller, Simon Pytlick und Marko Grgic diese strategische Lücke weitgehend kompensierten. „Die drei werden sich freuen, wieder mehr als Halblinker im Rückraum aufzutreten und nicht für alles Verantwortung tragen zu müssen“, glaubt Ales Pajovic. Der Coach sah mit Genugtuung, dass sich auch Luca Witzke am Handball-Training beteiligen kann. Das deutsche Rückraumass hatte die letzte Saison wegen Schulter-Problemen weitgehend verpasst. Bislang wurde sein Comeback nicht vor Herbst erwartet. Beim Auftakt schwang die Hoffnung mit, dass es schneller klappen könnte.

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Französischer Hoffnungsträger: Aymeric Minne

Holger Glandorf verließ nach dem Auftakt zufrieden die Handewitter Wikinghalle. „Es herrscht eine gute Stimmung in der Mannschaft“, meinte der Geschäftsführer. „Jetzt geht es darum, sich im Vergleich zur letzten Saison weiterzuentwickeln und zu verbessern.“ Ende Juli ging es nach Malmö ins Trainingslager dann folgte das erste Testspiel gegen SAH aus Dänemark. Der Jacob Cement Cup wird am Freitag, 21. August, ausgetragen. Um 19 Uhr wird die Partie gegen den schwedischen Kooperationspartner Lugi HF angepfiffen.

Text und Fotos: Jan Kirschner   

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