Liebe Leserinnen, liebe Leser,

man fühlt sich in diesen Tagen hin- und hergerissen, denn ein Ende der Corona-Pandemie ist wohl nicht in Sicht, und man fragt sich ständig: Erleben wir nun zu schnelle Lockerungen oder leichtsinnige Anordnungen der Politik, in Teilen geht es jedenfalls aufwärts, für manch einen ist Licht am Ende des Tunnels erkennbar, auf anderen Gebieten herrscht jedoch noch Stillstand, die Betroffenen sind je nach Interessenlage einverstanden und einigermaßen zuversichtlich, oder bestürzt, verzweifelt und pessimistisch gestimmt.


An manche Einschränkungen haben wir uns fast schon gewöhnt, kein Händeschütteln, keine Umarmungen oder Küsschen links und rechts, Masken („Nasen-Mund-Schutz“) gehören längst zum Alltag, mehr oder weniger gespannt verfolgen viele die täglichen Corona-News, Brennpunkt- und Spezial-Sendungen nach den Abend-Nachrichten sind mittlerweile Standard. In Flensburg sind in den letzten Wochen kaum Neuinfizierte hinzugekommen, und die Politik ist permanent dabei, neue, vorsichtige Lockerungen zu verkünden. Das lange Wochenende mit dem Himmelfahrtstag, und zahlreichen Tagestouristen an Nord-und Ostsee, haben wir dank der Vernunft aller Bürger gut überstanden, fürs anstehende Pfingst-Wochenende wünschen wir uns eine ähnlichen Verlauf.

Die Schäden für unsere Volkswirtschaft, durch die Pandemie verursacht, sind mehr als gewaltig, die Verluste durch langsames Hochfahren oder teils noch kompletter Schließung, für manch ein Unternehmen existenzbedrohend, (noch) wegbleibende dänische Tagestouristen, und ebenfalls fehlende Urlauber, dazu zögerliche einheimische Verbraucher haben in der Innenstadt und in den Einkaufszentren für große Umsatzeinbußen gesorgt. Viele Unternehmen aller Größenordnungen haben bereits staatliche Unterstützung erhalten, bundesweit. Auch die Lufthansa rief lautstark nach einer solchen; der deutsche Staat soll sich in einem dreistufigen Modell mit insgesamt neun Milliarden Euro an der Fluggesellschaft beteiligen. Der Staat will sich jedoch vorbehalten, im Falle des Versuchs einer feindlichen Übernahme eine Sperrminorität aufzubauen – eine sinnvolle Maßnahme.


Unsere hiesige Kommunalpolitik streitet gerade um das Für und Wider von Sonderfahrspuren für Radfahrer – auf Neudeutsch Pop-Up Bike Lanes oder auch nur Bike Lanes. Klingt irgendwie wichtiger, läuft aber auch nur darauf hinaus, den Autofahrern etwas Platz wegzunehmen und den Radfahrern diesen zusätzlich zu gewähren. Vielen Flensburger Bürgern, die sowohl als Radfahrer als auch Autofahrer oft unterwegs ist, erschließt sich der Sinn dieser Maßnahmen nicht wirklich – viele innerstädtische Verkehrswege verfügen heute schon für beide Mobilgruppen über ausreichende Nutzungsmöglichkeiten – wobei die Radwege an manchen Stellen gern runderneuert werden könnten.

Der Sport liegt hierzulande allgemein hernieder, nur Individualsport wie Joggen und Radfahren ist möglich, seit gut zwei Wochen auch Sport in Kleingruppen, auch in Fitnessstudios (immer unter den hygienischen Auflagen), insbesondere die beliebten Mannschaftssportarten wie Handball und Fußball werden wohl noch recht lange nicht betrieben werden können; die Fußball-Bundesliga ist seit 3 Spieltagen wieder zu sehen, allerdings nur im Fernsehen, und dies bald nur noch live bei den Bezahlsendern. Die sogenannten Geisterspiele – doch sind die Fußballfans und Fernsehzuschauer tatsächlich von diesen Spielen besonders „begeistert?“

Genießen Sie die Zeit im Monat, trotz der immer noch vielen Einschränkungen. Bleiben Sie bitte weiterhin diszipliniert und halten Sie sich an die Vorgaben. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und Stöbern in der Ihnen vorliegenden Ausgabe; bleiben Sie gesund, und optimistisch gestimmt!

Ihr Team des Flensburg Journals!

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