Große Spannung am Flensburger Landgericht heute morgen. Das Urteil im Fall Mert Can, welcher Ostern 2017 nach einem Streit getötet wurde, sollte nach 14 Monaten gesprochen werden. Die Staatsanwaltschaft forderte zehn beziehungsweise fünf Jahre Haft nach Jugendstrafrecht. Die Höchststrafe im Jugendstrafrecht für Heranwachsende beträgt 15 Jahre. Die Verteidiger des Angeklagten plädierten auf Freispruch, weil sie der Ansicht waren, eine Täterschaft sei nicht mit letzter Sicherheit nachweisbar.
Der Richter verurteilte den 20-jährigen Haupttäter zu einer Haftstrafe von 9 Jahren, seinen gleichaltrigen Komplizen zu sechseinhalb Jahren Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 20-jährige Haupttäter die tödlichen Stiche vor der Haustür des Opfers gesetzt hatte.
Die wegen Mordes Angeklagten hatten die Tat nach Ansicht der Richterin gemeinschaftlich und aus niederen Beweggründen ausgeführt. Die vorangegangenen Auseinandersetzungen zwischen Opfer und Angeklagten stünden in keinem Verhältnis zur Tat, so die Vorsitzende Richterin.
Der Fall hatte in Flensburg für großes Aufsehen gesorgt. Zur Beerdigung von Mert Can kamen mehr als 400 Menschen, eine Facebook Seite mit mehr als 9000 Fans wurde gegründet und Plakate in der Stadt aufgehangen. Den Prozess verfolgten mehr als 100 Freunde und Verwandte vor dem Landgericht.

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