Herning, Malmö, Kristianstad und Oslo – vom 15. Januar bis zum 1. Februar schlägt das Handball-Herz skandinavisch. Denn die kommende Europameisterschaft wird in Dänemark, Schweden und Norwegen ausgetragen. Das Zentrum der Handball-Begeisterung wird einmal mehr in Mitteljütland pulsieren: Die „Jyske Bank Boxen“ mit ihren 14.000 Plätzen wird Schauplatz für zwei der sechs Vorrunden-Staffeln, für eine der beiden Hauptrunden-Gruppen sowie für Halbfinale und Endspiel.

Gastgeber Dänemark

Die Fans der SG Flensburg-Handewitt werden hauptsächlich nach Herning blicken. Dort ist Gastgeber Dänemark gesetzt und könnte bis zu einem halben Dutzend Spieler der SG Flensburg-Handewitt aufbieten. Bei den November-Länderspielen waren Emil Jakobsen, Kevin Möller, Simon Pytlick, Lukas Jörgensen und Niclas Kirkelökke nominiert. Lasse Möller musste wegen seines Mittelhandbruchs kurzfristig absagen, sollte bis Januar aber wieder fit sein. „Bei so vielen guten Handballern in Dänemark kann man sich nie sicher sein“, meint das Rückraumass, das schon häufiger bei Großturnieren verletzt zuschauen musste.

Interessant: Dänemark ist zuletzt vier Mal in Folge Weltmeister geworden, wartet aber seit 2012 auf einen EM-Titel. In der Vorrunde heißen die Gegner Portugal, Nordmazedonien und Rumänien. Womöglich trifft das Danebrog-Team sogar auf einen SG-Spieler. Denn der erst 18-jährige Keeper Catalin Haidu, der in A-Jugend und Junior-Team zum Einsatz kommt, feierte im November sein Debüt in der rumänischen Nationalmannschaft.

Auch die DHB-Auswahl spielt in Herning

Auch die DHB-Auswahl ist in Herning stationiert und würde es in der Hauptrunde mit Dänemark zu tun bekommen. Zunächst müssen aber Österreich, Spanien und Serbien bezwungen werden. Neben Kapitän Johannes Golla dürfte Rückraumass Marko Grgic gesetzt sein. Die dritte SG-Kraft könnte Luca Witzke sein. Der Spielmacher war im letzten Jahr bei der Weltmeisterschaft in Herning dabei, pausierte im Herbst allerdings wegen einer Schulter-Blessur und verpasste den letzten DHB-Lehrgang.

Die Norweger starten in Oslo und sollten hinter Frankreich, aber vor Tschechien und der Ukraine in die Hauptrunde einziehen, um dafür nach Herning überzusetzen. SG-Linkshänder Kent Robin Tönnesen stammt aus der Region Oslo, spielte dort die letzte Weltmeisterschaft, wurde aber für die November-Länderspiele in Trondheim nicht berücksichtigt. „Ich versuche meine Leistungen zu bringen und mich für weitere Einsätze zu empfehlen“, sagt der 34-Jährige. Eine Option auf Rechtsaußen wäre Aksel Horgen.

Der schwedische Turnierstrang

In Malmö ist Co-Gastgeber Schweden gesetzt. Erstmals seit rund 20 Jahren muss das Drei-Kronen-Team allerdings ohne SG-Spirit auskommen. Jim Gottfridsson verließ im Sommer die SG, Torwart Simon Möller kommt erst zur nächsten Saison nach Flensburg. Linksaußen Hampus Wanne und Teammanager Tobias Karlsson sind zwei weitere Akteure mit SG-Vergangenheit. Die Slowenen würden, wenn sie ihre Oslo-Gruppe mit Färöer, Schweiz und Montenegro meistern, die Hauptrunde in Malmö bestreiten. Zuletzt befand sich Blaz Blagotinsek angesichts seiner Länderspiel-Karriere zwar in einem Denkprozess, SG-Rechtsaußen Domen Novak ist aber eine Bank.

Text und Fotos: Jan Kirschner  

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