Der Verlauf der deutschen Geschichte im vergangenen Jahrhundert, mit ihren prägenden Ereignissen, Katastrophen, zwei Weltkriegen – und den daraus entstandenen Folgen wie Migration von Millionen Deutschen aus den östlichen Landesteilen in Richtung Westen – hat letztlich dafür gesorgt, dass unser heutiger Protagonist als Migrationskind zweiter Generation ein Flensburger Junge wurde.
So wurde Flensburg zur neuen Heimat
Das Flensburg Journal unterhielt sich mit Gerhard Nowc, der „durch und durch“ ein Flensburger ist. Vor gut 70 Jahren erblickte er im Mai 1955 das Licht dieser Welt, natürlich in Flensburg, in der einstigen „Förde-Klinik“ in der Mürwiker Straße 115 (heute ist dort das „Haus der Familie“ zuhause), vermutlich direkt in einem Beleg-Zimmer gleich mit entsprechendem „Fördeblick“.

Seine Eltern kamen unabhängig voneinander mit ihren jeweiligen Familien als Flüchtlinge (heute sagt man Migranten) im Jahre 1945 nach Flensburg. Seine Mutter stammte ursprünglich aus Bütow in Hinterpommern. Sie kam in Flensburg anfangs im Barackenlager am Flugplatz in Weiche – nahe der Bahnstrecke nach Niebüll – unter (heute Gartenstadt). Sein Vater und seine Oma lebten noch bis kurz vor Kriegsende in Danzig. Nach abenteuerlicher Flucht endlich in Flensburg angekommen, quartierte die Stadt die Familie Nowc in einem Zimmer in einer größeren Wohnung in der Bismarckstraße Nr. 4 ein – Hauptmieterin dieser Wohnung war seinerzeit eine Klavierlehrerin, die dort auch Unterricht gab …

Übrigens: Der Nachname „Nowc“ ist vermutlich eine Variante des slawischen Namens „Novak“, der etwa „der Neue“ oder „Neuling“ bedeutet, und in der genannten Form nicht selten in polnischen und sorbischen Regionen vorkommt.
Familie Nowc und der SBV
Gerhards Eltern fühlten sich recht schnell in Flensburg zuhause. Beide jungen Leute gehörten zu jenem Personenkreis, der zusammen mit dem ebenfalls aus dem Osten geflohenen Willi Sander im Jahre 1949 mit weiteren drei Dutzend Neu-Flensburgern den Selbsthilfe-Bauverein Flensburg (SBV) als Genossenschaft gründete, um den entsprechend benötigten Wohnraum vor Ort für die Zigtausenden von Flüchtlingen zu organisieren.

„Ich weiß gar nicht genau, bei welcher Gelegenheit meine Mutter und mein Vater sich begegneten, kennenlernten und bald ineinander verliebten, doch der SBV hat wohl eine große Rolle dabei gespielt“, erinnert sich Gerhard Nowc. Sie wurden ein Paar, heirateten und bezogen ihre erste Wohnung in einem kleinen Häuschen, Oderstieg Nr. 6. „Der SBV ließ bald auf der östlichen Seite der Mürwiker Straße eine ganze Reihe von Mehrfamilienhäusern bauen. Nach Fertigstellung jener Neubauten erhielten wir gleich zwei separate Wohnungen ebendort: Meine Oma kam im Haus Nr. 40 unter, meine Eltern gleich nebenan in der Hausnummer 42, im Erdgeschoss.“ Und er ergänzt: „Überhaupt meine Oma: Die betrieb schon vor und während des Zweiten Weltkriegs in ihrer Heimat einen Milchladen, und plante nun, hier in Flensburg ihre berufliche Zukunft mit einem solchen Laden fortzusetzen. Die Verantwortlichen des SBV waren hoch erfreut über ihre Initiative, und stellten ihr umgehend ein passendes Ladenlokal zur Verfügung: in unmittelbarer Nachbarschaft in der Mürwiker Straße Nr. 50. So wurde Omas Milchladen in den Folgejahren zu einer festen Institution im neuen Quartier.“

Gerhard wächst in Fruerlund auf
„Als kleiner Junge kam ich in den Kindergarten „St. Jürgen“. Heute befindet sich in jenem Gebäude das Gemeindehaus von St. Jürgen. Wir hatten seinerzeit liebe und uns zugewandte Erzieherinnen, es war eine schöne Zeit. Durchaus anders erging es allerdings mir und meinen zahlreichen Mitschülern und Mitschülerinnen anschließend in der Volksschule – dort herrschte ein ziemlich „strenges Regiment““, weiß er noch sehr gut.

Gerhard besuchte die Grundschule Fruerlund am Bohlberg in den Jahren von 1961 bis 1965. „Gerade an jene ersten Schuljahre kann ich mich noch gut erinnern: Wir hatten eine sehr strenge und fordernde Lehrerin, Frau Horn. Die kaufte übrigens regelmäßig im Milchladen meiner Oma ein, und sie nutzte diese Gelegenheit leider oft genug, um sich über das beklagenswerte Benehmen des kleinen Gerhard auszulassen.“ Das hat dem Heranwachsenden aber wohl nicht wirklich geschadet. „Meine schulischen Leistungen waren insgesamt recht gut; ich erhielt eine Schulempfehlung für den späteren Besuch eines Gymnasiums, bestand zudem die entsprechende Aufnahmeprüfung. So stand meinem Wechsel ans Fördegymnasium in der nahegelegenen Elbestraße im Jahre 1965 nichts mehr im Wege!“
Umzug in den Alsterbogen und Jugendzeit in Fruerlund
Zeitgleich mit seinem Schuleintritt 1961 hatten die Eltern begonnen, ein eigenes Haus zu bauen – nicht weit entfernt im Alsterbogen, das Haus mit der Nummer 32! Im Jahr 1962 zog Familie Nowc ins nagelneue Eigenheim ein. Der Alsterbogen bildete damals den äußersten Stadtrand, es war komplett freie Sicht nach Süden bis zur damaligen Nordstraße! Die Familie Nowc war nun am Ziel ihrer Sehnsüchte angelangt: ein eigenes Haus, zwei gesunde Kinder – Gerhard hatte noch eine jüngere Schwester.

Der Sohn Gerhard wuchs nun heran, ganz Fruerlund war längst zu seinem Revier geworden. Er entwickelte sich zu einem guten und wissbegierigen Schüler, begeisterte sich zudem für Modelleisenbahnen, und wurde mit zunehmendem Alter zum Musik-Fan. Insbesondere Reinhard Mey und dessen Lieder und Chansons hatten es ihm angetan. Reinhard Mey galt seit Ende der 1960er Jahre als einer der populärsten Vertreter der deutschen Liedermacher-Szene. „Noch heute besitze ich eine umfangreiche Schallplatten-Sammlung von Reinhard Mey, und höre gelegentlich in die Alben rein“, lächelt Gerhard Nowc.
Ein einschneidendes Erlebnis
Neben Reinhard Mey gefielen ihm auch andere Künstler der damaligen deutschen Musik-Szene – wie etwa „Inga und Wolf“. Diese beiden bildeten ein deutsches Gesangsduo, das in den Genres Schlager und Chanson in den frühen 1970er Jahren seine größten Erfolge hatte. Das Lied „Gute Nacht, Freunde“ dürfte vielen noch heute bekannt sein. „Etwa ein Jahr vor meinem Abitur gaben „Inga und Wolf“ ein Konzert in Flensburg im Deutschen Haus – ich war natürlich dabei!“, erinnert sich mein Gesprächspartner. „Es war ein gelungener Abend. Um anschließend bequem nach Hause zu kommen, kam mir die Idee, zu meinem Vater in die Redaktion des „Tageblatts“ zu gehen – damals noch in der nahegelegenen Nikolaistraße. Mein Vater arbeitete als Journalist und Redakteur beim Tageblatt. Gesagt, getan: Dort angekommen, schwärmte ich den Anwesenden von meinem Konzertbesuch vor. Der Ressortleiter forderte mich daraufhin spontan auf: Setz dich doch einfach an die freie Schreibmaschine und verfasse einen Konzertbericht!“

Er ergänzt: „Zwar etwas überrascht vom Angebot, aber noch angetan von dem gelungenen Abend, schrieb ich einen entsprechenden Text, der zu meiner Freude sogar am Folgetag in der Zeitung veröffentlicht wurde. Das sollte nicht mein letzter Job für die Zeitung sein. Bald war ich als freier Mitarbeiter insbesondere bei Konzerten für das „Flensburger Tageblatt“ tätig, anfangs noch gelegentlich und bei Bedarf, in den Schulferien dann regelmäßig, mit stetig wachsendem Aufgabengebiet.“
Wechsel ins Erwachsenendasein
„Mit 19 Jahren machte ich im Jahre 1974 mein Abitur am Fördegymnasium. Die Frage nach meinem Berufswunsch war für mich eigentlich schon geklärt. Ich wollte unbedingt Journalist werden. So bewarb ich mich direkt beim „Flensburger Tageblatt“ für eine Ausbildung zum Redakteur. Ich hatte ja immerhin rund 80 selbst verfasste Artikel in meiner ziemlich umfangreichen Bewerbungsmappe, von denen die meisten bereits veröffentlicht worden waren. Zu meiner großen Freude wurde ich genommen und fest eingestellt, so startete ich am 1. Juli 1974 in eine zweijährige Berufsausbildung zum Redakteur“, schildert Gerhard Nowc seinen beruflichen Werdegang zum „fertigen Schreiberling“. Längst war unser junger Mann von der Bundeswehr erfasst und gemustert worden, galt als wehrdiensttauglich. Die tatsächliche Einberufung zum „Bund“ fand dann unmittelbar nach dem Ende der Berufsausbildung statt. Gerhard zu seiner Soldatenzeit: „Ich war Wehrpflichtiger für 15 Monate – W15er – und verbrachte den größten Teil meiner „Bundeswehrkarriere“ heimatnah in Flensburg-Weiche in der Briesen-Kaserne, gehörte erst noch zum „Jägerbataillon 381“, kam später dann zum „Raketenartilleriebataillon 650“, beide waren in jener genannten Briesen-Kaserne stationiert (heute befindet sich auf dem ehemaligen Kasernengelände die Gartenstadt).“

Der berufliche Werdegang
Nach erfolgtem Wehrdienst kehrte man automatisch zum vorherigen Arbeitgeber zurück. So wurde auch Gerhard wieder Mitarbeiter beim Tageblatt. Er erinnert sich: „Die 70er Jahre neigten sich dem Ende zu, man fand schließlich für mich einen freien Posten in der Lokalredaktion im nordfriesischen Niebüll. Die Arbeit dort gefiel mir ausnehmend gut, auch wenn ich vor Ort nur ein kleines Zimmer bewohnte und deshalb häufig nach Hause nach Flensburg pendelte.“
Nach einigen Jahren bot sich ihm dann wieder die Möglichkeit, ins Stammhaus nach Flensburg zurückzukehren. „Anfang der 80er Jahre wurde in der Flensburger Lokalredaktion eine Stelle frei. Ich bewarb mich auf die entsprechende Position, und erhielt tatsächlich den Zuschlag. So kam ich wieder in mein geliebtes Flensburg zurück“, ist er heute noch dankbar über jene Entwicklung.

Zurück in Flensburg
„Meine erste eigene Wohnung in Flensburg fand ich im Haus Nr. 85 in der St.-Jürgen-Straße, im dritten Stock, mit einem phantastischen Blick über die gesamte Binnenförde“, schwärmt er noch heute von jener „Junggesellenbude“. Sein Arbeitsplatz in der Lokalredaktion des Tageblatts war sein echter Traumposten, und war sogar fußläufig für ihn zu erreichen. „Mein Leben entwickelte sich zu meiner großen Freude äußerst positiv. Ich hatte eine schöne Wohnung, eine spannende und sehr abwechslungsreiche Arbeit, und dann lernte ich Sylta kennen, meine Frau und Partnerin fürs Leben“, berichtet er mit leuchtenden Augen von seiner Situation damals. „Wir wussten schnell, dass es mit uns passte und wir zueinander gehörten. Wir heirateten bald darauf und bezogen unsere erste gemeinsame Wohnung in der Clädenstraße Nr. 5. Auch diese Wohnung war ein wahrer Traum: hoch am Hang schräg gegenüber der Goethe-Schule gelegen, eine Altbauwohnung mit Stuck und hohen Decken – wir waren rundum glücklich in unserem ersten gemeinsamen „Nest“.

Familiengründung
„Wir waren häufig bei meinen Eltern im Alsterbogen zu Besuch. So bekamen wir eines Tages zufällig mit, dass schräg gegenüber von Möbelpackern ein Haus leergeräumt wurde. Spontan fragten wir, ob wir uns das Haus einmal von innen ansehen durften. Ja, wir durften, und wir haben uns sofort in jenes Reihenhaus verliebt, das gerade zum Verkauf stand. Wir hatten das Glück, dass wir es zu guten Konditionen erwerben konnten, und so zogen wir nach einigen baulichen Veränderungen im Jahre 1989 in unser eigenes Haus ein, Alsterbogen Nr. 27.
Da war unser erster Sohn Andreas bereits 2 Jahre alt, später kam noch ein kleiner Bruder namens Matthias hinzu. Die räumliche Nähe zu den Eltern und Großeltern hatte auch sein Gutes für uns alle: Die drei Generationen der Familie Nowc konnten gut miteinander und wir pflegten so ein intensives Familienleben. Übrigens sind auch meine Söhne genau wie ihr Vater auf die Fruerlund-Schule gegangen – wir haben alle mindestens einmal auf dem Standbild des Schul-Ochsen gesessen und fröhlich in die Kamera gelacht“, schmunzelt mein Gesprächspartner.

Der abwechslungsreiche Berufsalltag
„Die Jahre in der Lokalredaktion vergingen wie im Fluge“, weiß Gerhard zu erzählen. „In Flensburg war ständig etwas los, über das es zu schreiben lohnte. Neben den üblichen tagespolitischen Geschehnissen bleiben bei mir besonders die Ereignisse um den falschen Amtsarzt Dr. Dr. Clemens Bartholdy im Gedächtnis, die für zahlreiche bühnenreife Geschichten rund um den besagten Hochstapler sorgten. Der Skandal um ihn rückte unsere Fördestadt seinerzeit sogar bundesweit ins Rampenlicht der Öffentlichkeit.

Auch die lange und sehr wechselhafte Geschichte der Flensburger Werft stand immer wieder auf der Agenda. Ich erinnere mich besonders an die Krise der Werft etwa Mitte der 1980er Jahre, als das Unternehmen unter der Harmstorf AG in finanzielle Schwierigkeiten geriet, schließlich von der Lübecker Reederei Egon Oldendorff 1990 übernommen wurde und wieder in ruhigeres Fahrwasser geriet. Doch von dort auf dem Westufer der Binnenförde gab und gibt es eigentlich immer Berichtenswertes zu schreiben.
Ein absolutes Highlight für mich persönlich war im Jahre 1989 der Besuch des Alten Senders in Jürgensby in der gleichnamigen Straße „Am Sender“. Gemeinsam mit einem Fotografen durfte ich mich auf dem höchsten Punkt des Mastes, dem Dachbereich in rund 200 Metern Höhe, aufhalten, und dort oben den einmaligen Ausblick über ganz Flensburg und sein komplettes Umland genießen, zudem durften wir die Chance nutzen, massenhaft viele Fotos in sämtliche Himmelsrichtungen zu schießen.
Mit der Wiedervereinigung kamen auch in vielen anderen Bereichen des täglichen und des öffentlichen Lebens diverse Änderungen und Neuerungen auf uns zu, die wir unseren damals noch sehr zahlreichen Lesern und Leserinnen stets aktuell aufbereitet haben – so waren die Veränderungen im bis dahin gewohnten Stadtbild durch die veränderte Weltlage und den daraus resultierenden Abzug der Bundeswehr auch ein Dauerbrenner in unserer Lokalredaktion.“

Die besondere Liebe zur Stadt Flensburg wächst
„Bedingt durch meine Tätigkeit als lokaler Berichterstatter vor Ort wurde mein Interesse auch an der geschichtlichen Entwicklung meiner geliebten Heimatstadt Flensburg immer stärker ausgeprägt, immer häufiger nutzte ich auch meine Freizeit dazu, mir noch mehr Wissen über Flensburg anzueignen und schon vorhandenes zu ergänzen und zu vertiefen.“
Ich kam als Redakteur bzw. Leiter der Lokalredaktion naturgemäß viel herum in der Stadt, lernte unzählige Menschen und Institutionen kennen und schätzen. Regelmäßig hatte ich mit dem Stadtarchiv der Stadt Flensburg Kontakt, baute zu seinem damaligen Leiter Broder Schwensen im Laufe der Jahre ein vertrauensvolles Verhältnis auf. Wir waren schnell auf einer Linie und versorgten uns regelmäßig gegenseitig mit Fotos und Bildern, da ich ja berufsbedingt Zugang zum Archiv unseres Zeitungsverlages hatte und wir uns so gegenseitig aushelfen konnten.“

Ein persönlicher Schicksalsschlag
Jäh traf unseren Protagonisten Gerhard Nowc ein persönlicher Schicksalsschlag – er erlitt Ende Mai 2001 einen Schlaganfall, unter dessen Nachwirkungen er bis einschließlich heute noch zu leiden hat. Gesundheitlich bedingt konnte er den Posten des Leiters der Lokalredaktion nicht mehr so ausfüllen, wie er und seine Vorgesetzten es gerne gehabt hätten. Man wollte ihn jedoch unbedingt behalten, fand dann letztlich einen passenden Job für ihn.
Er war fortan verantwortlich für die Regionalseite des „Flensburger Tageblatts“, die regelmäßig wie auch die zuvor von ihm betreuten Lokalseiten in der Zeitung erschien.
„Zu den Verantwortlichen in den Regionen für diese Bereiche hatte ich bald beste Kontakte und auch jeweils ein sehr gutes persönliches Verhältnis aufgebaut, insbesondere mit der hochengagierten und aufmerksamen Kollegin Claudia Knauer, die für die Zeitung im Bereich Apenrade zuständig war, verband mich bald eine kollegiale Freundschaft – die bis heute noch Bestand hat“, ist Gerhard Nowc seinen damaligen Vorgesetzten dankbar, dass man ihm diese berufliche Weiterbeschäftigungsmöglichkeit einräumte.

Folgen der Erkrankung
Seine gesundheitlichen Einschränkungen bereiteten ihm und seiner Familie auch im privaten Bereich zunehmend Probleme. Das eigene Reihenhaus im Alsterbogen hatte vier verschiedene Ebenen, verbunden mit regelmäßigem Treppensteigen – in beide Richtungen. Es wurde immer schwieriger und umständlicher für ihn von Ebene zu Ebene zu wechseln. So sahen sich die Eheleute Nowc schließlich irgendwann nach einem barrierefreien neuen Zuhause um. Nach längerem Suchen wurden sie schließlich fündig, erwarben in 2015 ein auf ihre Bedürfnisse exakt zugeschnittenes Einfamilienhaus im Stadtteil Weiche. „Wir fanden schließlich im Hirschbogen ein ebenerdiges und barrierefreies Eigenheim, das genau unseren Bedürfnissen entsprach. Auch hier in Weiche sind wir zufrieden, haben alles, was wir für unser tägliches Leben benötigen.“
Wechsel in den Ruhestand
Mit dem Ablauf des Monats Mai 2018 wechselte Gerhard Nowc regulär in den wohlverdienten Ruhestand. „Vom 01.07.1974 bis zum 31.05.2018 war ich Redakteur beim Flensburger Tageblatt – fast 44 Jahre lang durfte ich meinen Traumberuf ausüben. Darauf bin ich stolz und zudem meinem Schöpfer überaus dankbar, dass ich diese lange und schöne Berufszeit erleben durfte!“ Die letzten gut fünf Jahre seiner Berufskarriere fuhr er zum Arbeiten nicht mehr in die Nikolaistraße, sondern musste nun ins 2013 eingeweihte und nagelneue Medienhaus des sh:z in Mürwik – in unmittelbarer Nachbarschaft des KBA-Gebäudes gelegen – fahren. Dieser Umzug des Verlagshauses machte ihm auch noch einmal mehr deutlich, dass die Zeit stets unaufhaltsam voranschreitet, Veränderungen eher das Normale und nicht das Ungewöhnliche im Leben eines jeden Menschen sind.

Der Autor Gerhard Nowc
Für ihn bedeutete der Ruhestand allerdings nicht, dass er fortan die Hände in den Schoss legte. Nun begann er noch intensiver als zuvor schon zu recherchieren und zu forschen, was ihm im Laufe der Jahre immer wichtiger wurde und ihm auch noch viel Vergnügen bereitete: Die Aufarbeitung vieler Teilaspekte der sich über Jahrhunderte erstreckenden Flensburger Stadtgeschichte.

Mittlerweile hat er mehrere Bücher und Bildbände über seine geliebte Heimatstadt veröffentlicht. Erst kürzlich erschien sein neuestes Werk „Mürwik und seine Geschichte – Wo die Marine zu Hause ist“.
Zum Inhalt des Buchs: Heute ist der Stadtteil Mürwik Flensburgs größter Stadtteil mit weit über 14.000 Einwohnern. Die rasante Entwicklung dieser Region auf dem Ostufer der Flensburger Förde insbesondere in den letzten gut 120 Jahren bis hin zu den jüngsten Entwicklungen sind das Thema dieses Buches. Unter tatkräftiger Mithilfe der 90jährigen Ur-Mürwikerin Gisela Mikolajewicz, die viele Geschichten und tolle historische Fotos beisteuerte, ist ihm ein bemerkenswertes Werk gelungen, das nicht nur den Einheimischen gefallen dürfte. Das Buch erschien im Asmussen-Verlag, Gelting.
Bereits zuvor erschienen Bücher von ihm mit Titeln wie „Flensburg – ein fotografischer Streifzug“ oder „Historische Bilder aus Flensburg“, die er teilweise als Co-Autor oder eigenständig herausgegeben hat.
Neben diesem großen und ihn stets umtreibenden Hobby ist er als Vater und Großvater ständiger Ratgeber und auch mal Geschichten-Erzähler für die beiden längst erwachsenen Söhne und natürlich auch die beiden Enkelkinder, die ihn immer wieder auffordern, aus seinem schier unerschöpflichen Geschichten-Fundus zu erzählen.

Nach wie vor packt ihn zudem immer wieder sein lebenslanges Hobby: seine Leidenschaft für Modelleisenbahnen. „Jahrzehntelang war und bin ich immer noch mit Freude Mitglied im hiesigen Modelleisenbahn-Club.“ Davon zeugt auch sein Arbeitsplatz in seinem geräumigen Arbeitszimmer, das dem Betrachter nachdrücklich beweist, dass hier ein umtriebiger Mensch regelmäßig arbeitet und tätig ist. „Dass ich das auch heute immer noch in dieser umfangreichen und aufwändigen Weise ausüben kann, verdanke ich nicht nur meinem Schöpfer, sondern mindestens genauso so viel auch meiner lieben Ehefrau und Partnerin, die sich geradezu hingebungsvoll um mich, unser Haus, den Haushalt, das ganze Drumherum, kümmert: Vielen lieben Dank an Dich, mein Schatz! Und auch an unsere beiden Söhne und unsere Freundin Maike.“
Das Flensburg Journal bedankt sich – sichtlich beeindruckt – bei Gerhard Nowc für ein ausgesprochen kurzweiliges und hoch interessantes Gespräch. Möge er noch recht lange Freude und Spaß an seinen Hobbies finden und zudem spannende und wissenswerte Geschichten über unsere lebenswerte Heimatstadt Flensburg schreiben und veröffentlichen!
Mit Gerhard Nowc sprach Peter Feuerschütz
Fotos: Sven Geißler, privat















