Über Berufseinstiege sprechen – und sie zum Leben erwecken! Das ist seit 26 Jahren das Ziel der vocatium Flensburg, der Fachmesse für Ausbildung+Studium. Fast 4.500 Schülerinnen und Schüler von 39 Schulen aus Deutschland und Dänemark werden dazu am 10. und 11. März 2026 in der GP JOULE Arena erwartet. An rund 120 Ausstellerständen von Betrieben und Bildungsinstitutionen können sie sich beraten lassen und dabei neue Berufe entdecken, Praktikumsplätze erfragen oder schon direkt als potenzielle Nachwuchskräfte oder Studierende vorstellig werden.
Das funktioniert in der Regel hervorragend. Denn die meisten der jungen Besucher haben sich auf ihren „Auftritt“ auf der Messe vorbereitet. Sie durften vorab feste Beratungstermine mit den Ausstellern ihrer Wahl vereinbaren (10.700 Gesprächswünsche wurden in diesem Jahr erfüllt!) und sich schon im Schulunterricht Gedanken machen, welche Fragen sie stellen möchten. So können sich auf der vocatium Vorstellungen und Wünsche festigen – aber auch ganz frische Perspektiven entstehen.

„Eigentlich wollte ich Maschinen- und Anlagenführer werden. Aber dann bin ich auf der vocatium zufällig mit einem Azubi ins Gespräch gekommen, der gerade Brauer und Mälzer lernt, und weiß jetzt: Das finde ich noch viel spannender!“, erzählt der Zehntklässler Noah. Und genau darum geht es auf der vocatium, die es mittlerweile 80-mal in Deutschland gibt: den Blick zu weiten und zu schärfen, Kontakte zu knüpfen und Neues kennenzulernen. Denn wie soll man sich für etwas entscheiden, von dem man gar nicht weiß, dass es existiert?
Die Messe für Ausbildung+Studium ist ein außerschulischer Lernort. Ein Erlebnisort, an dem man sich ausprobieren, austauschen und auf Tuchfühlung gehen kann. Erstmalig wird in die vocatium Flensburg ein Forum MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) integriert, was an anderen vocatium-Standorten schon seit drei Jahren erfolgreich umgesetzt wird. Die Jugendlichen gewinnen vertiefende Einblicke in Berufe aus dem Bereich MINT – auf unterhaltsame und spielerische Art und Weise. An den MI(N)Tmach-Stationen dürfen sie selbst experimentieren.

So können sie etwa am Stand der Hochschule Flensburg mittels VR-Brille in die Welt der Virtual Reality eintauchen und verstehen, wie Gamedesign oder Ultraschall funktioniert. Betriebe wie Anthon, Krones oder FSG rufen zur Schweiß-Challenge auf, bei der die Teilnehmenden ihre ruhige Hand und Geschicklichkeit unter Beweis stellen können. Und die Europa-Universität Flensburg nimmt sich des Themas KI und Machine Learning an: mit dem „Sofort-verstehen-Effekt“ am Beispiel von Bonbondosen.
Viele Menschen, viel Input, viele Fragen und viele Antworten: Messe kann herausfordernd sein. Umso wichtiger ist es, sich zwischendurch auch mal eine kleine Pause zu gönnen. Für einen Snack und Schnack am Schülerimbiss, einen kurzweiligen Vortrag oder den Science-Slam. Beim Slam stellen sich junge Forschende auf die Bühne und wetteifern mit Beiträgen über ihre MINT-Ausbildungen um den lautesten Applaus, mit dem das Publikum den Gewinner bestimmt.

Noch mehr zum Thema MINT gibt es im Vortragsraum der Rotary Clubs, wo erfahrene Mitglieder aus ihrem Berufsalltag berichten – etwa über die Tätigkeiten im Ingenieurwesen, in der Biotechnologie oder in der Humanmedizin. Aber auch ganz andere Bereiche werden beleuchtet: Berufe auf der Bühne, im Rechtswesen oder im sozialpädagogischen Bereich. Und spätestens dann, wenn ein Rechtsanwalt verrät, wie er Plädoyers verfasst, oder eine Schauspielerin veranschaulicht, wie sie sich auf eine Rolle vorbereitet, vergessen die jungen Zuhörenden ihre eventuelle Messemüdigkeit und löchern die Vortragenden mit Fragen. Denn wo sonst kann man in rund zwei Stunden (so lange verweilen die Jugendlichen durchschnittlich auf der vocatium) Wissen über circa 500 Ausbildungen und Studienfächer ansammeln, und zwar direkt bei denjenigen, die sie noch erlernen oder bereits ausüben?!
Wenn einem anschließend der Kopf raucht oder man das Gefühl hat, alles gerade Erfahrene wieder vergessen zu haben, ist es gut, Visitenkarten, wichtige Infos und Termine in der Tasche oder im Handy zu haben. Denn nach der vocatium geht es weiter – auf dem eigenen Weg in Richtung Schulabschluss und Berufsfindung. Wer auf der Messe gute Gespräche geführt und Kontakte geknüpft hat, hat es leichter. Mit einem Anruf oder einer Mail, die an das Berufswahlgespräch mit dem Berater auf der vocatium anknüpft, hat man den Fuß leichter in der Tür – für ein Praktikum oder sogar einen Ausbildungsvertrag. Und wer noch mehr Zeit braucht, macht es wie der Bruder des 16-jährigen Noah: „Der hat mindestens 3 Praktika nach dem Abi absolviert, weil er überhaupt nicht wusste, was er will. Jetzt studiert er Informatik und Gamedesign und macht das, was er schon früher in seinem Zimmer bei uns zu Hause getan hat: zocken und rumtüfteln.“

Mehr Infos zu den teilnehmenden Ausbildungsbetrieben, Hochschulen, Fachschulen und Institutionen gibt es auf www.vocatium.de unter Messen, Flensburg. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, alle Interessierten sind herzlich willkommen.
Adresse:
GP JOULE Arena
Campusallee 2
24943 Flensburg
Datum:
Dienstag, 10.03. und Mi., 11.03., jeweils 8.30 bis 14.45 Uhr
Kontakt:
Projektleiterin Christina Kaczmirek, c.kaczmirek@if-talent.de,
Tel. +49 461 48065819















