Anfang Februar wollte ich mich für einen Impftermin anmelden, weil ich mit über 80 zu der Gruppe gehöre, die zuerst geimpft werden soll. Für Leute mit Computer sollte es ganz einfach sein, hatte ich gehört. Erwartungsvoll saß ich am Dienstag schon vor acht Uhr morgens am Computer. Die betreffende Seite wurde pünktlich um 8.00 Uhr geöffnet. Aber da waren einige Tausend Leute vor mir, weil die Anmeldeseite für ganz Schleswig-Holstein galt. Da es für einen Impftermin außerdem zwei Telefonnummern gab, lagen vorsichtshalber zwei Telefone bereit, mit denen ich abwechselnd die Nummern wählte, während ich am Computer wartete. Auf beiden war ständig besetzt.
Am Computer ging die Zahl der Wartenden verhältnismäßig schnell zurück, und um 8.08 Uhr war ich an der Reihe, musste mein Alter, mein Impfzentrum und meine E-Mail-Adresse nennen. Dann sollte ich per E-Mail meinen Impftermin erfahren. Als ich in der E-Mail die Anforderung anklickte, war die Enttäuschung groß. Dort stand ganz lapidar, dass alle Impftermine bereits vergeben seien. Das war um 8.12 Uhr! Jetzt kam ich endlich am Telefon durch, aber auch hier gab es keine Termine mehr, sondern man empfahl mir, es am nächsten Dienstag wieder zu versuchen. In der nächsten Woche erging es mir keineswegs besser. Der Ablauf war der gleiche, und wieder waren alle Termine vergeben, als ich an der Reihe war. Enttäuschend! Danach waren dann keine Anmeldungen mehr möglich, weil der Impfstoff inzwischen ausgegangen war. Meine Bekannten machten ähnliche Erfahrungen wie ich, auch jene, deren Kinder versucht hatten, einen Termin für sie zu buchen. Von ihnen hat niemand auf diese Weise einen Impftermin erhalten. Wahrscheinlich hat man an höherer Stelle eingesehen, dass diese Art der Anmeldung für unsere Altersgruppe wenig geeignet ist. Jetzt hieß es nämlich, dass wir brieflich benachrichtigt würden.
Mein Brief kam am 16. Februar. Er enthielt eine Telefonnummer und einen Code, unter dem ein Impftermin für mich vergeben würde. Ich rief sofort an und kam gleich durch. Ein Automat wies mich darauf hin, dass ich nur mit Code am Telefon bleiben solle. Dann kam ich in die gewohnte Warteschleife, aber es dauerte nicht einmal zehn Minuten, und eine freundliche Stimme fragte nach dem Code, nach meinem Alter und meiner E-Mail-Adresse. Sie nannte mir die Termine und meine Ticketnummer und sagte, dass ich alles auf einer E-Mail vorfinden würde. So war es. Ich bekam meinen ersten Impftermin für den 8. März und war heilfroh. Nicht alle meine Bekannten hatten so viel Glück. Einige mussten mehr als 20-mal wählen, weil immer besetzt war. Aber inzwischen haben sie ihre Termine bekommen.
Außer den Tickets für die beiden Impfungen am 8. März und am 12. April, nthielt die E-Mail ausführliche Informationen über den Impftermin sowie einen Aufklärungsbogen und einen Anamnesebogen, den ich ausfüllen musste. Mit meiner Unterschrift bestätigte ich meine Bereitschaft für die Impfung. Außerdem sollte ich Ausweis und Impfpass mitbringen.
Glücklicherweise klappte das Impfen erheblich besser als das Ergattern eines Impftermins. Meine Tochter kam nach Flensburg, um mich zum Impfzentrum zu fahren. Dort sollte ich mich um 17.00 Uhr einstellen. Wir waren pünktlich auf dem Parkplatz. Vor der eisernen Pforte wartete eine größere Anzahl älterer Menschen, meist mit Begleitung. Alle trugen Masken. Es wurden nur jeweils vier bis sechs Leute eingelassen, die den richtigen Termin hatten. Wer zu früh gekommen war, musste warten. Das war in der Kälte nicht gerade angenehm. Am Schlagbaum wurde man auf einer Liste abgehakt und bekam einen Besucherausweis, der später wieder abgegeben werden sollte. Große Schilder wiesen den Weg zum Impfgebäude.
Im Gebäude warteten junge Soldatinnen und Soldaten, die uns freundlich einwiesen.
Wieder wurden die Namen auf einer Liste abgehakt. Zunächst kamen wir in einen Warteraum mit geöffnetem Fenster und Stühlen für sechs Personen. Man konnte erkennen, dass der Raum kürzlich renoviert wurde. Hier nahm ich Platz, bis ich aufgerufen und zur Anmeldung im ersten Stock geleitet wurde. Dort wurden meine Papiere durchgesehen, und ich bekam ein Klemmbrett mit Anamnesebogen und Impfpass für den Impfarzt. Dann ging es nochmals in einen anderen Warteraum, wo ich auf das Impfen
warten sollte.
Nach kurzer Zeit wurde ich wieder aufgerufen. Diesmal holte mich eine Dame in Zivil und brachte mich zum Impfarzt. Der stellte noch einige Fragen zu Vorerkrankungen und wollte wissen, ob ich noch Fragen hätte. Aber ich fand, ich hätte alles gelesen, was wichtig wäre. Das Impfen erfolgte schnell und schmerzlos. Danach wurde ich wieder in einen Warteraum geführt, wo ich eine Viertelstunde warten sollte. Pünktlich kam ein flotter Mariner mit meinem Impfpass und fragte, ob es mir gut gehe. Als ich bejahte, bekam ich meinen Impfpass zurück und wurde von ihm zum Ausgang begleitet. Es war 17.45 Uhr, als ich wieder draußen war. Im Anschreiben zu den Impfpapieren hatte ich gelesen, dass der gesamte Impftermin etwa 45 Minuten dauern würde. Gutes Timing, muss ich sagen. Die Zeit war durch den häufigen Raumwechsel abwechslungsreich und schnell vergangen. Die freundlichen Helfer der Bundeswehr waren sehr hilfreich beim Zurechtfinden im Gebäude, und ich fühlte mich richtig gut, als ich mit meiner Tochter wieder nach Hause fuhr. Am nächsten Tag hatte ich leichte Schmerzen im geimpften Arm, aber ansonsten keine Probleme. Meine Tochter war über Nacht bei mir geblieben und war froh, dass es mir so gut ging. Jetzt sehe ich dem nächsten Impftermin im April sehr zuversichtlich entgegen.

Eike Ketelsen

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