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	<title>Reportagen / Serien Archive - Flensburgjournal</title>
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		<title>Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr</title>
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		<pubDate>Fri, 29 May 2026 15:59:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/carsten-herzog-chef-der-flensburger-berufsfeuerwehr/">Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wenige Meter entfernt von der Bushaltestelle an der Bahnhofstraße durchbricht eine kleine Gartenpforte einen sonst regelmäßigen Zaun. Öffnet man diese und geht ein paar Schritte weiter, kommt man direkt auf den Haupteingang eines größeren Gebäudes. An der Fassade hängt ein Schild: „Berufsfeuerwehr Flensburg“. Nach Betätigung eines Klingelknopfs erscheint ein Feuerwehrmann, der den Besuch über eine Wendeltreppe in den ersten Stock führt und dann durch einen längeren Bürotrakt begleitet. Der Besuch bekommt eine Ahnung: In diesem etwas verschachtelten Gebäude sind nicht weniger als 210 Personen beschäftigt. Wenn man endlich in der hintersten Ecke angekommen ist, steht man – zumindest wenn man angemeldet ist – vor Carsten Herzog, dem Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr. Das Fenster vor dem Schreibtisch ermöglicht einen guten Überblick über einen größeren Innenhof, der an einer üppig besetzten Fahrzeughalle endet.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86776" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963-696x464.jpg 696w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">In der Fahrzeughalle der Hauptfeuerwache</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Kindheit und Jugend in Berlin</h2>



<p>Der Gesprächspartner war nicht immer im hohen Norden ansässig, und mit der Feuerwehr hatte er zunächst gar nichts zu tun. Carsten Herzog wurde in Neumünster geboren, wuchs aber in Berlin auf. Zu einer Zeit, als es Mauer, vier Sektoren und Transitstrecken noch gab. „Berlin war der einzige Ort in Deutschland, bei dem alle Himmelsrichtungen nach Osten führten“, schmunzelt der 58-Jährige heute. Damals lebte er im Westteil der Stadt, war aber häufiger in Ost-Berlin, wenn er eine Tante besuchte. Als Grundschüler war er in den Ferien sogar mal drei Wochen am Stück in der Hauptstadt der DDR.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="900" height="598" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86765" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01.jpg 900w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01-768x510.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01-696x462.jpg 696w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption class="wp-element-caption">2004: Als Wachvorsteher bei der Berufsfeuerwehr</figcaption></figure></div>


<p>In der Friedrichstraße wechselte der Junior stets vom Westen in den Ostblock. Der eigenwillige Geruch der Grenzübergänge verankerte sich so tief im Gedächtnis, dass er bei Stippvisiten in den neuen Bundesländern immer noch anschlägt. „Irgendwie“, erklärt Carsten Herzog, „gab es in der DDR nur ein Bohnerwachs als Reinigungsmittel, das offenbar so intensiv in die Gebäudestruktur eindrang, dass man es noch immer riechen kann.“ Was sich auch einprägte, war der Zwangsumtausch, der langfristig ein Sparbuch füllte. „Man tauschte immer 25 West in Ost-Mark, von denen man sich aber fast nichts kaufen konnte“, erinnert sich der Wahl-Flensburger. Als 15-Jähriger wollte er mal bei einem Schulausflug mit einigen Kumpels etwas auf den Putz hauen. „In einer Kneipe bekamen wir aber nur jeweils eine Fassbrause“, erzählt er mit einem Grinsen. „Am Alex­anderplatz haben wir es dann geschafft, etwas Bier zu organisieren. Dennoch hatte am Ende des Abends jeder von uns noch immer über 20 Ost-Mark in der Tasche.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="800" height="530" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86764" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen-768x509.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen-634x420.jpg 634w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen-696x461.jpg 696w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Katastrophenschutzübung DanGerEx in Weiche</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ausbildung und Studium in der Werkstofftechnik</h2>



<p>Auf der Realschule hatten sich Chemie und Physik als persönliche Neigung herauskristallisiert. Als das damalige Berliner Arbeitsamt eine Berufsinformation in der Schule organisierte, landete Carsten Herzog in der Gruppe für die Naturwissenschaften. Mehrere Berufsbilder wurden präsentiert, darunter das des Werkstoffprüfers. „Sich mit Kunststoffen und Metallen beschäftigen, Materialeigenschaften bestätigen oder Schadensstellen feststellen – das klang alles spannend“, erzählt er. „Und es reichte tatsächlich, eine einzige Bewerbung abzuschicken.“ Die ging an die in Berlin ansässige Bundesanstalt für Materialforschung (BAM). Ab 1984 der Standort für eine dreijährige Ausbildung.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86777" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Carsten Herzog bearbeitete Material und nahm Messungen vor, stieß aber auch an die Grenzen dieses Berufs. „Man war der Messdiener des Ingenieurs“, sagt er. „Ich wollte nicht mein Leben lang nur Werte ermitteln, sondern diese auch bewerten.“ Für ihn stand rasch fest, die Fachhochschulreife anzustreben und dann zu studieren. Allerdings gab es in der damaligen Bundesrepublik nur drei Fachhochschulen, die ein Studium der Werkstofftechnik anboten. Da Carsten Herzog eine Freundin in Berlin hatte, entschied er sich für die Möglichkeit mit der kürzesten Anreise: Osnabrück, immerhin 440 Kilometer entfernt. „Ich fuhr immer mit dem Zug, da ich Student war und kein Geld verdiente“, erinnert er sich. „Meine damalige Freundin arbeitete als Physiklaborantin und besuchte mich mit dem Auto.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Annonce der Stadt Flensburg</h2>



<p>Das Diplom war nach der Wiedervereinigung in der Tasche – kein so günstiger Zeitpunkt. „Es war die erste Rezessionsphase nach dem Mauerfall“, berichtet Carsten Herzog. „Zwei Semester vor mir wurden die Absolventen von der Studienbank weg für den Job verpflichtet. Als ich fertig war, suchten Maschinen-, Auto- oder Flugzeugbau wesentlich weniger Personal.“ Er schrieb rund neun Monate lang eifrig Bewerbungen, aber es tat sich nichts. In der „Berliner Morgenpost“ entdeckte er eine Annonce der Stadt Flensburg, die eine Feuerwehr-Ausbildung im gehobenen Dienst versprach. „Von der Feuerwehr hatte ich keine Ahnung, aber ich war offen für alles“, verrät er. Mit dankenden Worten ergänzt er: „Das Schicksal hat mich in die richtige Richtung gelenkt.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="544" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86766" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat-300x204.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat-768x522.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat-618x420.jpg 618w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat-696x473.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2004: Buchpräsentation „Wo is dat Füer?“ am Holm</figcaption></figure></div>


<p>Nach den Sommerferien 1992 kam Carsten Herzog das zweite Mal in seinem Leben nach Flensburg. Bei seiner Premiere war er als Jugendlicher mit dem Zug gekommen, um dann mit dem Fahrrad und einigen Kumpels im südlichen Dänemark zu radeln und zu zelten. Nun traf er wieder am Bahnhof ein und genoss die kurzen Wege. „In der Schleswiger Straße gegenüber der Brauerei gab es damals sogar ein Hotel“, erzählt er. „Ich kannte mich allerdings überhaupt nicht aus und lief den Berg hoch statt runter, als ich in die Innenstadt wollte.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86767" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vorm Einsatzleitwagen der Berufsfeuerwehr</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Anwärter-Bezüge und Feuerwehr-Virus</h2>



<p>Die diversen Einstellungstests liefen weit besser. Carsten Herzog konnte eine zweijährige Ausbildung mit Anwärter-Bezügen beginnen, war aber fast gar nicht in Schleswig-Holstein, sondern an der Landesfeuerwehrschule Hamburg oder in Abschnitten in Salzgitter, in Berlin und in Heyrothsberge, der Landesfeuerwehrschule von Sachsen-Anhalt, wo noch mit alten DDR-Autos geübt wurde. Das Feuerwehr-Virus packte den Novizen. Bald werkelte er an kleinen Feuerwehrmodellen und sammelte Fachliteratur. 2004 schließlich ging er selbst unter die Autoren und erstellte zusammen mit zwei Mitstreitern eine Chronik über die Flensburger Feuerwehr.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="589" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86769" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-300x221.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-768x565.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-570x420.jpg 570w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-696x512.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Beim Sportfest der Berufsfeuerwehren in Flensburg 2013</figcaption></figure></div>


<p>Mit Abschluss der Ausbildung zum gehobenen Dienst war Carsten Herzog Brandoberinspektor und übernahm eine der drei Flensburger Wachabteilungen. „Ich hatte etwas Glück, dass in Flensburg viele der Führungskräfte schon sehr bald in den Ruhestand gingen “, blickt er zurück. Schon 1998 war er Wachvorsteher und bekleidete damit die zentrale Funktion für die Organisation des Einsatzdienstes. „So schnell konnte ich gar nicht befördert werden“, erinnert er sich. „Zunächst einmal musste ich ja auf Lebenszeit verbeamtet werden.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86778" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2016: Mit „Trösterbärchen“, die bei Rettungsdiensteinsätzen an kleine Patienten verteilt werden</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Aufstieg in die Leitungsgruppe und zum Feuerwehrchef</h2>



<p>Als Wachvorsteher gehörte die Führungskraft erstmals zu einer fünfköpfigen Leitungsgruppe. „Parallel zum Büroalltag hatte ich alle fünf Tage einen 24-Stunden-Dienst“, berichtet Carsten Herzog. „Freitag, Samstag und Sonntag blockten wir so, dass jeder nur alle fünf Wochen ein komplettes Wochenende opfern musste.“ Heute ist man während des Dienstes ständig auf der Wache und kann sich gegebenenfalls in einen der Ruheräume begeben. Damals durfte man mit einem kleinen Einsatzfahrzeug zu Hause oder an einer zentralen Stelle in Flensburg in Bereitschaft bleiben. Wenn dann Kinder das Auto und den Feuerwehrmann erblickten, waren diese hellauf begeistert – vor allem wenn sie Stiefel oder Helm anprobieren durften. Einmal mähte Carsten Herzog während der Bereitschaft den Rasen und hörte beim Leeren des Fangkorbes, wie eine Familie das Einsatzfahrzeug registrierte: „Hier wohnt der Notarzt!“ Der Feuerwehrmann war etwas erschrocken. „Ich hoffte“, erinnert er sich, „dass niemals jemand an der Haustür klingeln würde, um medizinische Hilfe einzufordern.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86771" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dezember 2013: Mit Oberbürgermeister Faber bei einer Dankesfeier</figcaption></figure></div>


<p>Er selbst kletterte in der Hierarchie der Flensburger Feuerwehr bald weiter nach oben. Im Juni 2008 ging der bisherige leitende Branddirektor Rudolf März in den Ruhestand: Frühzeitig zeichnete sich ab, dass Carsten Herzog der Nachfolger werden würde. Für den Aufstieg in den höheren Dienst waren allerdings eine ergänzende Ausbildung und eine Laufbahnprüfung nötig. Für ein Jahr war er abgeordnet und kaum in Flensburg. Zumindest der praktische Teil konnte in Schleswig-Holstein absolviert werden, nämlich bei der Feuerwehr und der Landespolizei in Kiel. Dann kam ein schöner Sommerabend. Rudolf März hatte zu seinem Abschied auf den Hof der Berufsfeuerwehr eingeladen: Weggefährten, Kollegen und Bürgermeister Henning Brüggemann. Letzterer hatte die Urkunden mit; um Mitternacht wechselte die Leitung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Brandschutz, Katastrophenschutz, Rettungsdienst und Verwaltungsaufgaben</h2>



<p>Seitdem ist Carsten Herzog der Chef des großen Ganzen. In seiner Verantwortung liegen Brandschutz, Katas­trophenschutz und zu zwei Dritteln die Fahrten des Rettungsdienstes, ebenso der vorbeugende Brandschutz und der Verwaltungssektor. Unter dem Dach der Berufsfeuerwehr befinden sich auch Spezialbereiche wie Tauchgruppe, Höhenrettung oder Gefahrenstoffbekämpfung – und ein Fuhrpark mit gut 100 Kennzeichen. Viele Fahrzeuge stehen allerdings an anderen Standorten. Auf dem Betriebsgelände in der Bahnhofstraße sind sechs Werkstätten für unterschiedliche Teile der Ausrüstung und eine Kleiderkammer lokalisiert.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86772" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Feuerwehrchef Carsten Herzog im Gespräch mit Helfern Per Dittrich und Lennart am Bahnhof. Wer ist zuständig für die Betreuung von Asylbeantragern?</figcaption></figure></div>


<p>Der Alltag ist jeden Tag anders. „Zu 50 Prozent vertrete ich die Berufsfeuerwehr nach außen“, erklärt Carsten Herzog. „Praktisch jeden zweiten Tag bin ich im Rathaus unterwegs, um mit Verwaltungsvorstand, Politik und verschiedenen Fachabteilungen diverse Themen zu erörtern und zu klären.“ Zu managen ist auch die Zusammenarbeit mit den sechs Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet, anderen Hilfsorganisationen und der Polizei.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wandel bei den Einsätzen und Sonderlagen</h2>



<p>Einen Dienst im Monat übernimmt der Feuerwehrchef weiterhin. Er sitzt dann in seinem Büro und begibt sich irgendwann zwischen 20 und 22 Uhr in den Ruheraum. Im Hinterkopf sitzt stets ein möglicher Einsatz. „Mir ist der Dienst wichtig, um im Kontakt zur Basis und am Puls der Zeit zu bleiben“, erklärt er. „Die Einsätze verändern sich, da in den Wohnungen viel mehr Kunststoffe verbaut sind, die anders brennen, oder die Zahl der Akku-Brände zugenommen hat.“ Bei den größeren Einsätzen ist Carsten Herzog normalerweise nicht sofort am Einsatzort, dafür aber in der Nachbereitung und in der Kommunikation besonders gefordert. Ein Beispiel: Nach einem tragischen Brandunglück in der Harrisleer Straße im Mai 2023 lud Oberbürgermeister Fabian Geyer zu einer Pressekonferenz. Carsten Herzog gab mehreren Zeitungen Interviews und nahm an einer Einwohnerversammlung als Vertreter der Feuerwehr teil. Sein Fazit: „Wir hatten die Rechtsvorgaben erfüllt, waren aber nicht rechtzeitig da, um zwei Menschenleben zu retten.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86773" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2016: Beim Tag der offenen Tür auf der Hauptfeuerwache</figcaption></figure></div>


<p>Zumindest gefühlt gab es in den letzten Jahren eine Zunahme von Sonderlagen, die besondere Anforderungen an die Hilfsorganisationen stellen. 2015 strandeten infolge von Wanderungsbewegungen nach Skandinavien sehr viele Menschen über Nacht im Flensburger Bahnhof. Die Berufsfeuerwehr nutzte ihre Kata­­strophenschutz-Strukturen, um für einige Monate genug Übernachtungsmöglichkeiten in Turnhallen vorzuhalten. 2022 waren ähnliche Prozesse nötig, als viele Menschen aus der Ukraine eintrafen. 2023 dann die Oktober-Sturmflut. „Es war das einzige Mal, dass wir in Flensburg Einsatzkräfte aus anderen Kreisen benötigten“, erwähnt Carsten Herzog. „Zum einen musste das Wasser im Hafengebiet zurückgedrängt werden, zum anderen löste der Sturm viele weitere Einsätze aus – wie entwurzelte Bäume oder heruntergewehte Dachziegel.“</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="750" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-750x1024.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86768" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-750x1024.jpg 750w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-220x300.jpg 220w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-768x1048.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-308x420.jpg 308w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-696x950.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption class="wp-element-caption">Amtsübergabe durch Bürgermeister Brüggemann an Carsten Herzog
Foto: Karsten Sörensen</figcaption></figure>



<p>Ein ganz eigenes Kapitel war die Corona-Pandemie. Für eine zuverlässige Einsatzbereitschaft musste die Zahl gleichzeitiger Erkrankungen überschaubar gehalten werden. Innerhalb der Flensburger Berufsfeuerwehr wurden Kleingruppen gebildet und in Ferienwohnungen externe Mini-Feuerwachen installiert. Carsten Herzog selbst gehörte 2020 und 2021 dem Krisenstab der Stadt Flensburg an und war parallel dazu mit Lieferengpässen von Handschuhen oder Masken konfrontiert. Mitten in dieser denkwürdigen Phase wurde ein Weltkriegsblindgänger unter dem Eckener Platz entdeckt. Nach den Regeln der Pandemie musste eine Evakuierung von 16.000 Menschen gelenkt werden.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86770" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2013: Mit dem ehem. Stadtbrandmeister Jürgen Sievers</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Eigener Ruhestand und die Standortfrage</h2>



<p>Inzwischen ist Carsten Herzog seit 18 Jahren der leitende Branddirektor der Stadt Flensburg. Der eigene Ruhestand rückt unweigerlich näher. In der Regel wäre schon mit 60 Jahren Schluss. „Derzeit steht es 51 zu 49, dass ich um drei Jahre verlängern werde“, verrät der 58-Jährige. „Es gibt ein Projekt, dass ich unbedingt noch weiter auf den Weg bringen möchte.“ Es geht um die Standortfrage der Berufsfeuerwehr. Der Sitz am Munketoft platzt nämlich aus allen Nähten. Einige Büros wurden bereits auf die andere Straßenseite verlegt. Die Fahrzeuge werden immer größer, sodass die vorgeschriebenen Abstände in den Hallen und Garagen nicht mehr einzuhalten sind. Zudem hat sich die Zahl der Einsätze erhöht. „Als ich 1992 nach Flensburg kam, gab es im Rettungsdienst 10.000 Einsätze, nun sind es drei Mal so viel“, verdeutlicht Carsten Herzog.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-768x1024.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86774" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">2021: Während Corona mit OB Simone Lange</figcaption></figure></div>


<p>Die Kommunalpolitik hat bereits beschlossen, den bisherigen Standort der Berufsfeuerwehr aufzugeben und zukünftig auf eine Zwei-Wachen-Variante zu setzen. Die Wache am Adelbyer Kirchenweg soll schon 2029 fertiggestellt sein. Für die zweite auf der Westlichen Höhe gibt es bereits erste Baupläne, aber noch keinen konkreten Zeitplan. Die interne Ausbildung ist bereits auf die neue Struktur ausgerichtet. „Zukünftig werden wir bis zu 50 Menschen mehr beschäftigen“, skizziert Carsten Herzog. „Die neuen Wachen werden eine Mischung aus Hotel, Spedition und Verwaltungsgebäude sein.“ Ruheräume, Fuhrpark und Organisation müssen berücksichtigt werden. Und es muss an jede Sekunde gedacht werden, um bei Einsätzen wertvolle Zeit nicht schon auf dem eigenen Gelände zu vergeuden.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner         <br>Fotos: Jan Kirschner, privat</em></p>
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		<title>Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 May 2026 22:02:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Straßen und Stadtteile]]></category>
		<category><![CDATA[flensburg]]></category>
		<category><![CDATA[Honig Topf und mee(h)r]]></category>
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<p>Bemerkenswert – er ist kein gebürtiger Flensburger, hat auch offiziell nie in unserer schönen und lebenswerten Stadt seinen Wohnsitz gehabt, und ist doch ein engagierter und ausgesprochen einsatzfreudiger „Kämpfer“ nicht nur für den Erhalt, sondern auch für eine lebenswerte Zukunft unserer gesamten Flensburger Innenstadt. Das Flensburg Journal traf sich Mitte April mit Simon Johannsen, dem Geschäftsinhaber des kleinen, liebevoll eingerichteten und „schnuggeligen“ Fachgeschäfts „Honig, Topf, und mee(h)r“ auf der Ostseite der Großen Straße, Hausnummer 4. Der Nachname Johannsen könnte ja eigentlich auf eine lange Tradition in und auf eine Herkunft aus Flensburg schließen … doch dazu gleich mehr.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1733.jpg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86523" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1733.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1733-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1733-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1733-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1733-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Simons Kindheit und Jugend</h2>



<p>Geboren ist Simon Johannsen im Jahre 1987 im Herzogtum Lauenburg, in Mölln. Eigentlich war die Familie im benachbarten Ratzeburg zu Hause, doch seine Mutter, die im dortigen Krankenhaus arbeitete, wollte den Sohn nicht an der eigenen Arbeitsstätte zur Welt bringen – sie war dort nämlich als Krankenschwester tätig. Simons Eltern haben beide norddeutsche Wurzeln: Die Mutter stammt aus Lübeck, der Vater von der Nordseeinsel Sylt, aus List – daher wohl auch der typisch norddeutsche Nachname Johannsen. Seine Vorfahren mütterlicherseits stammten aus einer traditionsreichen Handelsfamilie, sein Großvater dagegen aus dem gastronomischen Bereich, quasi einer Kochfamilie.</p>



<p>Simon wurde wie auch sein Bruder in der beschaulichen und sehenswerten Kleinstadt Ratzeburg groß, besuchte dort auch in den Jahren von 1994 bis 2003 die Grund- und die Hauptschule, mit entsprechendem Schulabschluss. Im Anschluss absolvierte Simon eine Ausbildung zum Elektriker, mit erfolgreichem Gesellenbrief.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="800" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image3.jpeg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86528" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image3.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image3-300x300.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image3-150x150.jpeg 150w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image3-768x768.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image3-420x420.jpeg 420w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image3-696x696.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Brüder</figcaption></figure></div>


<p>Nach der Lehre besuchte er ab Sommer 2006 die Fachhochschule Mölln und machte dort im Fach „Wirtschaft“ einen entsprechenden Abschluss, dem Realschulabschluss entsprechend. Damit war er aber noch nicht am Ziel seiner beruflichen Wünsche angelangt: Simon begann eine weitere Ausbildung zum Finanz- und Versicherungskaufmann in einer „Allianz“-Filiale. Kurz vor einem möglichen und erfolgreichen Abschluss dieser Ausbildung schloss jedoch die Filiale – und es fand sich niemand, der bereit war, das Geschäft fortzuführen und Simons Ausbildung zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. „So blieb dieser Ausbildungszweig für mich leider ohne Abschluss“, resümiert Simon im Gespräch.</p>



<p>Schon als älterer Schüler begann er abends in der beliebten Diskothek „Logic“ in Mölln zu jobben! „Ich war dort zuständig für die Licht-Effekte passend zur Musik, plante außerdem Lightshows zu DJ-Auftritten und war im Hause für kleinere Wartungs- und Reparatur-Arbeiten zuständig – für mich als gelernter Elektriker eine gute Sache. Später sprachen sich meine „Licht-Geschichten“ in der Szene herum, auch andere DJs von außerhalb (in ganz Norddeutschland) engagierten mich für entsprechende Light-Shows.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image11.jpeg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86531" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image11.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image11-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image11-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image11-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image11-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image11-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image11-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Start ins Erwachsenenleben</h2>



<p>Simon startete 2009 ins Berufsleben, fand eine Anstellung in der Lübecker Filiale des Modelabels „Jack &amp; Jones“. „Jack &amp; Jones“ ist eine 1990 gegründete dänische Modemarke für Oberbekleidung im Segment der Konfektionsware und gehört zum dänischen Mutterkonzern Bestseller. Längst gibt es in Deutschland in zahlreichen Städten solche Filialen. So wurde Simon bald in die Filiale nach Kiel versetzt. „In Kiel lernte ich meine spätere Frau und große Liebe namens Jenny kennen. Sie war in einem nahegelegenen Geschäft als Filialleiterin tätig, wir freundeten uns an und wurden bald ein Paar!“ Jenny und Simon zogen nun zusammen, Simon fand schnell Familienanschluss in Jennys Familie. Ein Jahr später, in 2011, wurde die Schwägerin, Jennys Schwester, schwanger. Ihre Eltern betrieben in Riebnitz-Damgarten, einer Stadt im Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern, ein großes Hotel. Nebenbei war Jennys Vater ein leidenschaftlicher Imker. Nun waren Simon und Jenny gefordert, wegen der Schwangerschaft der Schwester in der Familie auszuhelfen. „Sehr schnell habe ich mich bei dieser Tätigkeit für die Schwiegereltern für die Imkerei begeistern können und machte den entsprechenden Imkerschein mit Zertifikat, bestens ausgebildet und angelernt von meinem Schwiegervater“, erzählt Simon von seinen Anfängen mit der Bienenzucht.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image4-768x1024.jpeg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86529" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image4-768x1024.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image4-225x300.jpeg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image4-315x420.jpeg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image4-696x928.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image4.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Eröffnung Under Amor-Shop im Designer Outlet Neumünster, 2016</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein besonderes Familienerbe – die Imkerei</h2>



<p>Bei diesem Thema gerät mein Gesprächspartner ins Schwärmen. „Seit gut 35 Jahren ist die Imkerei fester Bestandteil unserer Familiengeschichte und inzwischen längst Tradition“, weiß Simon. „Unser Honig wird im Herzen von Mecklenburg-Vorpommern geerntet und auch hauptsächlich von den Bienen gesammelt. Wie es anfing? Nun, alles begann mit dem Opa aus Thüringen, der sein geliebtes Hobby in 1980 sogar zum Beruf machte. Diese Leidenschaft schwappte dann in die nächste Generation über. Nach der Wende 1989 begann Jennys Vater damit, sich seine eigene Imkerei in Mecklenburg-Vorpommern aufzubauen. Der Opa (mittlerweile 83 Jahre)&nbsp;ist bis heute immer noch für uns Mentor und Wegweiser mit seinem immensen Erfahrungsschatz. Zeitweise wuchs der Bestand an Bienenvölkern bis auf fast 1.000 an. Eine Menge Arbeit, vor allem in der Hochsaison. Stand heute hat sich der Bestand wieder drastisch verringert, da dies im zunehmenden Alter körperlich anstrengender wird. Heute gehören noch etwa 50 Völker in „Meck-Pom“ und rund 200 im Rostocker Raum zum Familienbesitz.“&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9510.jpg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86527" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9510.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9510-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9510-768x513.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9510-629x420.jpg 629w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9510-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Familie Triphahn Johannsen</h2>



<p>Jenny Triphahn und Simon Johannsen hatten längst beschlossen, ihren weiteren Lebensweg gemeinsam gehen zu wollen – allerdings ohne zu heiraten. Beide fühlten sich als Kinder geschiedener Eltern sozusagen als gebrannte Kinder – was die offizielle Eheschließung angeht. „Wir entschieden uns für die „wilde Ehe“, wie man diesen Status früher mal nannte“, schmunzelt Simon. „Doch ansonsten unterscheidet uns nichts von anderen Eheleuten“, ist er sich sicher. Sie lebten nun zusammen in einem Haushalt, teilten Tisch und Bett und haben mittlerweile drei gemeinsame Kinder. Tochter Emma wurde 2013 geboren, der ältere Sohn Tom in 2016, und der jüngere Sohn Max kam 2023 auf die Welt.&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="578" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image9.jpeg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86530" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image9.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image9-300x217.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image9-768x555.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image9-581x420.jpeg 581w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image9-696x503.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image9-324x235.jpeg 324w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Als stolzer Familienvater</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Flensburg und der hohe Norden</h2>



<p>Die Stadt Flensburg lernte Simon letztlich durch den Beruf kennen und schätzen. „Wir wurden von meinem Arbeitgeber „Jack &amp; Jones“ regelmäßig zu Fortbildungen und Workshops in die Flensburger Filiale entsandt. So lernte ich das hyggelige Städtchen im hohen Norden schätzen und lieben. Meiner Frau ging es bald ähnlich: Ihr gefiel Flensburg genauso gut wie mir. So entschieden wir uns bald dafür, in die Flensburger Region umzuziehen. Im Jahr 2013 war es dann endlich soweit: Wir fanden ein passendes Haus in Gremmerup nahe Husby und zogen dorthin um.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1671.jpg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86535" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1671.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1671-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1671-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1671-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1671-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Simon fand als Store Manager bzw. Filialleiter im Einzelhandel schnell eine entsprechende Arbeit in Flensburg. Jenny übernahm vorerst noch die Mutterpflichten mit den anfangs zwei gemeinsamen Kindern. Die inzwischen größer gewordene Familie sah sich bald in der Region nach einem größeren Eigenheim um und wurde im Jahr 2017 nahe dem nordfriesischen Viöl fündig. „Seitdem leben wir ländlich im eigenen Haus in Norstedt, sind dort glücklich und zufrieden, die Kinder fühlen sich dort sowieso längst zuhause“, ist Simon privat mit sich und der Welt im Reinen.</p>



<p>Simon war in diesen Jahren in unterschiedlichen Einzelhandelsgeschäften in der Stadt Flensburg beschäftigt, unter anderem in der DEPOT-Filiale im CITTI Park. Im Jahr 2019 arbeiteten Jenny und Simon dann gemeinsam am Holm in der Le Creuset-Filiale, die seinerzeit im Karstadt-Haus im Erdgeschoss beheimatet war.&nbsp;&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1682.jpg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86521" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1682.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1682-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1682-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1682-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1682-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Aus der Not entstand eine Idee</h2>



<p>„Wie Millionen Menschen weltweit hat auch uns die Corona-Epidemie hart getroffen ab dem Monat März bzw. April des Jahres 2020“, denkt Simon mit Gruseln an jene Zeit zurück. „Plötzlich und einige Monate später standen Jenny und ich Ende Oktober 2020 komplett ohne Job da. Die Flensburger Karstadt-Filiale ging in die Insolvenz, am 31. Oktober 2020 war Schluss für Karstadt in Flensburgs Innenstadt. Die Le Creuset-Filiale, in der wir gearbeitet hatten, war nur im gleichen Gebäude untervermietet.“ Was nun? Das fragten sich Jenny und Simon nach Erhalt der Kündigung. Doch da kam Simon mit einer „Schnapsidee“ schon am Abend der Kündigung um die Ecke und meinte augenzwinkernd: „Lass uns doch einfach unseren eigenen Laden aufmachen!“ Jenny belächelte ihn anfangs und war noch sehr skeptisch. &nbsp;</p>



<p>Simon weiter: „Andererseits hatten wir auch nicht mehr viel zu verlieren. Wir liebten beide unseren Job und waren umso trauriger, dass dies nun vorläufig das berufliche Ende für uns sein sollte. Also reifte der Gedanke einer Selbständigkeit von Tag zu Tag mehr in uns.“ Sie hatten sich außerdem längst dafür entschieden, einen möglichen eigenen Laden nur in der Flensburger Innenstadt eröffnen zu wollen.</p>



<p>Die Eheleute fingen schließlich an zu planen, sie schauten sich in der Folgezeit diverse mögliche Räumlichkeiten an und sprachen zudem mit etlichen Banken über passende Finanzierungsmodelle. „Wir nahmen Ende 2020 dann an einem sogenannten Gründerkurs teil.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1685.jpg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86522" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1685.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1685-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1685-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1685-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1685-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Das Projekt „Gründungszentrum Leuchtturm Nord“ der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein in Flensburg bot damals zweiwöchige Seminare für Arbeitsuchende an, die sich selbstständig machen wollten. Es wurde betriebswirtschaftliches Basiswissen, Hilfe bei der Geschäftsplanung vermittelt und wir erhielten zum Abschluss das Zertifikat „Fachwissen Existenzgründung“, erzählt Simon von jenen aufregenden Wochen. „Wir fanden schließlich einen für uns passenden Laden in der Großen Straße Nr. 39, und bald begannen die Handwerker auch schon mit dem Umbau des Ladenlokals. Das war im Februar 2021.“ Simon weiter: „Die Renovierung der Innenräume hat zum Glück der Vermieter übernommen, so konnten wir uns auf die Innenausstattung konzentrieren.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Selbständig mit „Honig, Topf und mee(h)r“</h2>



<p>„Wir hielten die Kosten so gering wie möglich und verzichteten bewusst auf eine neue moderne Ausstattung. Wir wollten Ressourcen sparen und nutzten deshalb Altes und Gebrauchtes. So entstanden maßgeschneiderte Holzregale aus Restholz-Beständen und alten Eichenbohlen. Außerdem übernahmen wir einige Teile der Innenausstattung aus anderen Filialen, nutzten dafür unsere guten Kontakte zu früheren Arbeitgebern. Dabei half die ganze Familie mit, auch Freunde und Bekannte packten mit an.“ Für die Produkte wie Honig, Wein usw. entschieden sie sich, weil sie schon immer sehr naturverbunden waren und das nun zur Profession machen wollten.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9503.jpg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86526" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9503.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9503-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9503-768x513.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9503-629x420.jpg 629w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9503-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>„Nach diesem Motto haben wir deshalb unseren Laden aufgebaut und eingerichtet“, klärt uns Simon auf. „Unsere Besucher und Kunden finden bei uns ausschließlich nachhaltige Produkte wie mehr als 40 verschiedene Sorten Honig, rund 15 Senfsorten sowie weitere Bienen-basierte Produkte wie Kerzen oder auch Naturheilmittel und Kosmetik.“ Und er fährt fort: „Unsere zweite Leidenschaft neben den Bienen ist das Kochen und alles, was damit zu tun hat. Das rührt noch aus unserer Zeit bei Le Creuset her. Wir sind jetzt in Flensburg die einzige Le Creuset-Filiale, haben in unserem Sortiment folgerichtig auch alle Produkte der Firma Le Creuset. Dieser Hersteller von Kochgerätschaften ist weltweit das einzige Unternehmen, das alle seine Töpfe und Pfannen aus 85% recyceltem Stahl herstellt und zudem auch auf die Pfannen und Töpfe 30 Jahre Garantie gibt. Um den Umgang und die richtige Handhabung dieser Gerätschaften im Hause demonstrieren zu können, haben wir mitten in unserem Laden eigens eine Show-Küche aufstellen lassen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umzug innerhalb der Großen Straße</h2>



<p>Das eigene Geschäft in der Großen Straße 39 lief durchaus zufriedenstellend an, doch nach gut drei Jahren stellten die Betreiber fest, dass die laufenden Kosten immer schwerer zu stemmen waren. „Leider stieg insbesondere die Ladenmiete signifikant an, so entschlossen wir uns schweren Herzens zu einem Umzug. Wir hatten dann das Glück, in der Union-Bank einen neuen, fairen und sehr guten Vermieter zu finden. So zogen wir im Frühjahr 2025 um in unser neues Geschäft in der Großen Straße Nr. 4, nahmen die gesamte Ausstattung mit, sind mittlerweile hier gut angekommen und zufrieden im neuen Umfeld.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1663.jpg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86533" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1663.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1663-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1663-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1663-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1663-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Die Kunden und Besucher finden „Honig, Topf und mee(h)r“ jetzt also schräg gegenüber auf der anderen östlichen Straßenseite der Großen Straße. Apropos Kundschaft: „Viele unserer Stammkunden kommen teilweise von weit her, einige sogar aus Süddeutschland. Das sind oft Menschen, die sich in die Region und die Stadt Flensburg verliebt haben und regelmäßig Jahr für Jahr einige Wochen hier oben Urlaub machen, und natürlich jedes Mal einen Abstecher in unser Geschäft machen. Wir würden uns allerdings daneben wünschen, dass künftig noch mehr Einheimische mal bei uns reinschnuppern würden – wir sind uns sehr sicher, dass wir auch sie mit unseren Angeboten begeistern können!“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Simon Johannsen als engagierter Geschäftsmann</h2>



<p>Kurz nach dem Wechsel in die Selbst­ändigkeit ist unser Protagonist Mitglied in der „Flensburger Gilde“ geworden. Zu diesem Verein finden sich auf der Vereins-Homepage diese Informationen: „Wir sind eine Gemeinschaft, die anpackt, gestaltet und zusammen neue Wege geht. Seit unserer Gründung im Jahr 2005 (vormals „IG Die Große e.V.“) vereinen wir Unternehmen, Freiberufler, Gastronomen, Hoteliers, Kaufleute und Vermieter aus allen Bereichen der Wirtschaft. Gemeinsam stehen wir für die Stärke und Vielfalt der Flensburger Innenstadt und ihrer Umgebung.“</p>



<p>Dazu Simon Johannsen: „Seit Sommer des Jahres 2024 bin ich erster Vorsitzender der Flensburger Gilde. Benjamin Kühn (vom „Extrablatt“) ist der stellvertretende Vorsitzende und Jens Drews vom Brillenlaboratorium zweiter stellvertretender Vorsitzender. Die Künstlerin Freya Ejsmont ist unsere Kassenwartin. Insgesamt sind 62 Unternehmen aus ganz Flensburg bei uns in der Gilde organisiert. Dazu gehören Kaufleute, Gastronomen, Hoteliers, Vermieter und andere.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1750.jpg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86524" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1750.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1750-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1750-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1750-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1750-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Köpfe der Flensburger Gilde: Simon Johannsen und Jens Drews</figcaption></figure></div>


<p>Die Flensburger Gilde wurde 2005 gegründet und arbeitet somit seit gut 20 Jahren erfolgreich daran, die Innenstadt zu beleben. „Wir alle wollen eine lebendige Innenstadt und Sichtbarkeit. Unser Ziel ist es, gemeinsam zu wachsen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aktiv als Vorsitzender der Flensburger Gilde</h2>



<p>„Zusätzlich zu meinem eigentlichen Job als Einzelhändler in meinem Geschäft „Honig, Topf und mee(h)r“ investiere ich in den letzten Wochen und Monaten ziemlich viel Zeit in die Aufgaben des Gilde-Vorsitzenden“, verrät mir Simon Johannsen. Das bedeutet viel Zeitaufwand in Gesprächen und Treffen mit hiesigen Akteuren und Verantwortlichen aus unterschiedlichen Bereichen, wie der IHK, der TAFF, der Stadtverwaltung. „Leider kommt man in einigen Feldern nur schwer voran, obwohl es durchaus auch Menschen und Entscheidungsträger in dieser Stadt gibt, die unsere Wünsche und Anregungen wirklich ernst nehmen und gemeinsam mit uns vorantreiben möchten“, hat er im Job als 1. Vorsitzender erfahren können. So hat er sich auch in die Debatte um die Planung der Zukunft der Schiffbrücke geäußert in einem kürzlich erschienenen Zeitungsinterview. Dazu hat er ein Meinungsbild in der Gilde erfragt und eigene Emotionen mit eingebracht, weil ja die künftige Gestaltung der Innenstadt nicht unerheblich auch vom künftigen Erscheinungsbild der Schiffbrücke, den zukünftigen Verkehrsflüssen in der City sowie den Parkmöglichkeiten für Besucher und Gäste des Fußgängerbereichs insbesondere zwischen Südermarkt und Nordermarkt sowie der Norderstraße abhängen dürfte.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1666.jpg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86534" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1666.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1666-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1666-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1666-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1666-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Forderungen an die Politik</h2>



<p>Was Simon Johannsen jetzt und künftig insbesondere von der Politik (Kommune, Land und auch Bund) fordert, ist ein klares und eindeutiges Bekenntnis zur Flensburger Innenstadt – die nicht nur als Lebens- und Verweilraum ihre Berechtigung haben sollte, sondern auch als zentraler Ort für den einheimischen Handel und natürlich auch für die einheimische Gastronomie. „Ich fordere eine schnelle, klare und eindeutige Definition, was die Innenstadt für die Politik bedeuten wird und jetzt schon bedeutet“, wird Simon Johannsen durchaus emotional. Er ergänzt: „Ein solches Bekenntnis sollte unbedingt zeitnah, sprich: möglichst noch in diesem Frühjahr 2026 erfolgen!!“</p>



<p>Er erinnert in diesem Kontext daran, dass es seinerzeit ja auch gerade die Entscheidungen der Politik waren, die die Ausweitung des Einzelhandels „vor den Toren der Innenstadt“ (Förde- und Citti-Park) und damit eine immer größer werdende Konkurrenz zur Flensburger Innenstadt ermöglichten. Sollten jetzt noch wieder schlimmstenfalls einige Jahre ins Land gehen, bis hier eine endgültige Entscheidung fällt und somit das „Damoklesschwert“ einer möglichen Sperrung der Schiffbrücke über dem Innenstadt-Handel schwebt, sei das für viele Gilde-Mitglieder wirklich existenzgefährdend. „Dann würde man der Innenstadt unweigerlich beim Sterben zuschauen. Und für die vielen Einzelhändler und Gastronomen würde es sich nicht mehr rechnen, überhaupt noch in diesen Standort im Herzen Flensburgs zu investieren“, bringt es mein hoch engagierter Gesprächspartner auf den Punkt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="771" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image16-771x1024.jpeg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86532" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image16-771x1024.jpeg 771w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image16-226x300.jpeg 226w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image16-768x1020.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image16-316x420.jpeg 316w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image16-696x925.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image16.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 771px) 100vw, 771px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Sohn Tom</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ausblick</h2>



<p>Simon Johannsen hat für sich selbst eine Zielmarke gesetzt: „Ich habe noch für vier Jahre einen Vertrag für mein Herzensprojekt „Honig, Topf und mee(h)r“. Diese vier Jahre möchte ich intensiv nutzen, um zum einen mein Geschäftsfeld voranzutreiben und hier zu etablieren, zum anderen die Belange der Gilde erfolgreich zu vertreten und die oben genannten Ziele zu verwirklichen. Noch bin ich diesbezüglich recht guten Mutes – hoffentlich geht es mir und meiner Familie und meinen vielen Mitstreitern in der Gilde auch in einem Jahr noch genauso!“ Das wünscht sich Simon Johannsen von ganzem Herzen.</p>



<p>Das „Flensburg Journal“ drückt ihm und seinen Mitstreitern dafür beide Daumen, bedankt sich bei ihm für ein interessantes Gespräch und wünscht ihm bei seinen Vorhaben alles erdenklich Gute!</p>



<p><em>Mit Simon Johannsen sprach Peter Feuerschütz</em><br><em>Fotos: Sven Geißler, privat   </em></p>
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		<title>Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 15:27:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
		<category><![CDATA[Alter Meierhof]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/dirk-luther-kuechendirektor-prokurist-und-hotelchef/">Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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<p>Das Handy meldet: „Herzlich willkommen in Dänemark!“ Diese Textnachricht ist nicht unüblich in Meierwik. Man ist zwar nicht ganz in Skandinavien, aber der Blick reicht an diesem sonnigen Tag bis auf die andere Seite der Flensburger Förde, wo sich der dänische Küstenstreifen vom blauen Himmel abhebt. Unweigerlich denkt der Besucher: Das hier ist doch ein idealer Standort für das Fünf-Sterne-Hotel „Alter Meierhof“. Der Frischeingetroffene nimmt in der Lobby-Bar kurz Platz, sitzt zwischen Flügel und Kamin. Bei diesem herrlichen Wetter drängt alles nach draußen, und es lassen sich zur Mittagszeit eher weniger Gäste als sonst verwöhnen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86457" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dirk Luther in seinem „Wohnzimmer“ im Alten Meierhof</figcaption></figure></div>


<p>Dirk Luther kümmert sich um das Dessert: ein Minzsorbet. Dann verlässt der renommierte Koch die Küche. Er führt einen Small-Talk mit einem Ehepaar, dann nähert er sich dem Journalisten. Nach einer kurzen Begrüßung gehen die beiden auf die andere Seite des Hotels und gelangen zu einem Ort, der jetzt ausgesprochen ruhig ist und das schönste Panorama bietet: das Restaurant, das seinen Namen trägt – die „Meierei Dirk Luther“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine 20 Jahre währende erfolgreiche Symbiose</h2>



<p>Es sind inzwischen 20 Jahre, die diese gastronomische Ehe andauert. Der „Alte Meierhof“ und das kulinarische Gefühl von Dirk Luther sind 2006 eine erfolgreiche Symbiose eingegangen, die sich weit über Glücksburg und Flensburg herumgesprochen hat. Auch viele Dänen gehören zu den Stammgästen. „Es muss jeden Tag gleich sein“, mit diesem einfachen aber inhaltlich anspruchsvollem Satz beschreibt Dirk Luther sein handwerkliches Verständnis von Qualität und der Wahl bester Produkte. Dieser Anspruch mündete bislang in zwei Michelin-Sternen und vier Hauben von „Gault&amp;Millau“ – es sind die prestigeträchtigsten Auszeichnungen in der gehobenen Gastronomie.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="603" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86454" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-300x226.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-768x579.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-557x420.jpg 557w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-696x525.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ausbildung im Anglo German Club Hamburg</figcaption></figure></div>


<p>Das 20-jährige Jubiläum wurde im März gleich doppelt gefeiert. Einmal kam am Privatsitz von Dirk Luther ein Bus vorgefahren. Das Team vom „Alten Meierhof“ entführte den Spitzenkoch in sein Eckernförder Lieblingslokal. Diesem internen Highlight vorausgegangen war ein offizieller Akt, der zugleich als Einweihung gedacht war. Das Hotel hat einen umfangreichen Umbau hinter sich und war im Winter 2024/25 sogar sechs Monate komplett geschlossen. Und dann dauerte es noch eine Weile, bis fast alle Bereiche im gewünschten Glanz vorzeigbar waren. Schließlich erlebten rund 250 Gäste, darunter Spitzenköche und langjährige Weggefährten, ein kulinarisches Event.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="573" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86455" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg-300x215.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg-768x550.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg-586x420.jpg 586w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg-696x499.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Thomas Martin im Hotel Louis C. Jakob Hamburg</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Leidenschaft für die Produkte der Natur seit der Kindheit</h2>



<p>Dirk Luther ist inzwischen 56 Jahre alt und kann auf eine fast ebenso lange Erfahrung in seiner Domäne zurückgreifen. Denn seine Leidenschaft für das Essen, das Trinken und vor allem für die Natur ist schon in der Kindheit erwacht. Sie wurde ihm – obwohl er in der Millionenstadt Hamburg geboren wurde – praktisch in die Wiege gelegt. Der Vater war Koch, der Großvater hatte einen Schrebergarten in Wandsbek. Dieser existiert noch immer in den schönsten Erinnerungen, die sich um die Ernte von Kartoffeln, Erdbeeren oder Gemüse legt. Es wurde Apfelsaft gepresst, Bohnen und Kirschen eingeweckt. Früh reifte das Gespür für die Produkte des Gartens. Schon vor der Mittleren Reife war für Dirk Luther klar: „Ich werde Koch“.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86453" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rebschnitt in der Champagne</figcaption></figure></div>


<p>Seine berufliche Laufbahn begann in einer denkmalgeschützten Villa an der Außenalster: Der „Anglo-German Club“ in Hamburg war seine Ausbildungsstätte. „Diese drei Jahre waren eine unheimlich schöne Zeit mit einem sehr hohen Wert“, erzählt er. „Ich habe eine tolle handwerkliche Ausbildung genossen.“ Aus dem Elternhaus hatte er die gutbürgerliche Küche mitgenommen, die sich nun mit neuen Erfahrungen paarte – und mit einem besonderen Aha-Erlebnis. Ein Freund arbeitete in einem Sterne-Betrieb und gab ein paar inspirierende Einblicke. Auch rund 40 Jahre danach hat Dirk Luther noch genau vor Augen, wie Gemüse-Crêpes mit Garnelen und ein Früchtespiegel entstanden. Er war beeindruckt, ja fasziniert. Er fasste einen richtungsweisenden Beschluss: Sein Fokus sollte fortan auf die gehobene Küchenkunst gerichtet sein. „Schon damals war es für mich eine Freude, andere Menschen zu begeistern und Gerichte von höchster Qualität zuzubereiten“, verrät er.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-768x1024.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86452" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fang des Tages: Heilbutt</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Stationen in München, Frankreich und Hamburg</h2>



<p>Eine Unterbrechung des beabsichtigten Weges brachte der Wehrdienst. Als der Einberufungsbescheid bereits vorlag, war Dirk Luther noch etwas als Geselle im Ausbildungsbetrieb tätig. Dann war er in Lübeck-Blankensee stationiert. In der Truppenküche kümmerte er sich um die Versorgung der Kameraden, um direkt im Anschluss eine fachliche Veränderung wie Tag und Nacht zu erleben. Er tauschte den Kantinen-Charakter mit dem Hamburger Luxus-Hotel „Vier Jahreszeiten“. Der Standort am Jungfernstieg zählte zu Beginn der 1990er Jahre – wie auch heute – zu einer der führenden Adressen weltweit. Dirk Luther war einer von 78 Köchen. Sein Metier: die kalte Küche und der Fischposten.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="535" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86464" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1-300x201.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1-768x514.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1-628x420.jpg 628w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Im „Vier Jahreszeiten“ verbrachte er eine Saison von 14 Monaten. Es folgten das Restaurant „Patrizierhof in Wolfratshausen, südlich von München, und der „Deichgraf“, ein maritimes Lokal unweit des Hamburger Hafens. „Damals war es so, dass man als junger Koch an keiner Station viel länger als ein Jahr geblieben ist“, erklärt Dirk Luther. „Es geht darum, viel Input zu bekommen, verschiedene Chefs und ihre Philosophien kennenzulernen – um schließlich ein eigenes Profil herauszubilden.“ Das hatte sich 1998 gefestigt – mit einem mehrmonatigen Austausch im Hotel „La Côte Saint-Jacques“ im Burgund. Danach lautete die persönliche Prämisse: „Klassische französische Küche mit regionalen und mediterranen Einflüssen“.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-768x1024.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86458" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zum 50. Geburtstag des Magazins „Der Feinschmecker“</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Erste Führungsaufgaben, erste Auszeichnungen und ein neuer Kontakt</h2>



<p>In Hamburg hatte Dirk Luther seine erste längerfristige Beschäftigung angetreten – erstmals als stellvertretender Küchenchef. Das Hotel „Louis C. Jacob“ war ein neues Mitglied am Firmament der Premiumklasse – samt herrlichem Panorama am Elbufer. 2000 übernahm Dirk Luther erstmals die erste Position in einer Küche. Zugleich bewegte er sich gen Norden. Das „Seehotel Töpferhaus“ bestach schon damals mit seiner Lage am Bistensee in den Hüttener Bergen und hatte eine französisch ausgerichtete Küche. Es hatte einen Stern und wurde 2004 im „Guide Michelin“ erstmals mit einem zweiten geführt. Für diesen Aufstieg war Dirk Luther die entscheidende Person, sein persönlicher Stern stieg auch.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR.jpeg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86462" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">TV-Koch bei den Dreharbeiten für das NDR Schleswig-Holstein Magazin</figcaption></figure></div>


<p>Es war irgendwann im Herbst 2005, als die Familie Theilen den gebürtigen Hamburger kontaktierte. Ihr war sehr daran gelegen, ihr erst wenige Jahre altes Hotel „Alter Meierhof“ weiterzuentwickeln. Dirk Luther war bald erstmals vor Ort. Sein erster Eindruck: „ein Rohdiamant, der eine unheimlich schöne Lage und ein sehr gutes Potenzial hat“. Der Spitzenkoch war dann mehrmals in Glücksburg, übernachtete dort und merkte, dass sich sein anfängliches Gefühl mehr und mehr bestätigte. „Es ist wie in einer Partnerschaft“, erklärt er. „Es muss einfach alles passen.“ Auch die private Seite musste betrachtet werden. Dirk Luther hatte eine junge Familie, die in Kropp ein Eigenheim frischbezogen hatte. Und seine Frau hatte eine interessante Stellung als Kita-Leiterin.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86460" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dirk Luther bei der Busche-Gala TOP50 Köche in Deutschland</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Perfekter Start im „Alten Meierhof“</h2>



<p>Der Gastronom entschied sich schließlich gegen einen Umzug, aber für einen beruflichen Wechsel, für den er das tägliche Pendeln gerne in Kauf nahm. Im „Alten Meierhof“ hatte das Restaurant sofort ein individuelles Branding: „Meierei Dirk Luther“. Auf Anhieb regnete es Prämierungen: ein erster Michelin-Stern und 17 Punkte im Restaurantführer von „Gault&amp;Millau“. Die Experten lobten „die präzise Verarbeitung bester Produkte in harmonischer Verbindung mit modernen Elementen“. Seit 2008 sind es im „Guide Michelin“ fast schon traditionelle zwei Sterne. Dirk Luther selbst wurde im August jenes Jahres von einem Fachmagazin als „Koch des Monats“ ausgezeichnet. Seine Medienpräsenz hält bis heute an, da er regelmäßig als TV-Koch für den Norddeutschen Rundfunk aktiv ist. In der Mediathek findet sich eine eigene Plattform mit etlichen Video-Rezepten – anschaulich und humorvoll erklärt.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86463" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dirk Luther als Juror bei der Küchenschlacht Koch-Show im ZDF</figcaption></figure></div>


<p>Dirk Luther baute die Tischkultur des Hotels aus und zählt heute zu den besten Köchen der Republik. Viele weitere Auszeichnungen konnte er für den „Alten Meierhof“ gewinnen, darunter die vier schwarzen Hauben im „Gault&amp;Millau“ und zehn Pfannen im Gusto-Restaurantführer als Höchstauszeichnung. Für Dirk Luther ist Kochen kein erlerntes Handwerk, sondern ein lebenslanger Prozess, der nie endet. Es ist die ständige Suche nach neuen Aromen, Geschmackserlebnissen und Zubereitungstechniken. „Kochen ist Leidenschaft und ständige Disziplin“, betont er. „Konstanz ist keine Option, sondern kompromisslose Verpflichtung. Jeder Teller verlässt die Küche mit derselben Sorgfalt wie am ersten Tag.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86461" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Beim großen Spendentag der Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Organisation und Administration in einem 365-Tage-Betrieb</h2>



<p>Ein selbstkreiertes Champagner-Duo wird im „Alten Meierhof“ exklusiv serviert. Manchmal auch von Dirk Luther persönlich, der seit 2014 in Personal­union in weitere Rollen schlüpft. Er ist Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef. Längst gehören zu seinen Aufgaben auch viele administrative Dinge, die anfallen, wenn ein Betrieb an 365 Tagen im Jahr läuft. In der Küche herrscht von 4 bis 23 Uhr Bewegung. Im Schichtsystem werden Frühstück, Mittagsmenüs, Abend-Restaurant und die Nachtkarte besetzt. Ein Team von 22 Köchen samt Azubis ist zu dirigieren. Küchenchef Sebastian Buchta ist in den letzten 18 Jahren unter den Fittichen von Dirk Luther gereift. Der Chef packt selbst mit an. Gerade aus seinem Faible für Fisch macht er keinen Hehl, zeigt sich aber auch besorgt. „Wir bekommen noch genug geliefert“, erzählt er. „Man merkt aber, dass die Weltmeere überfischt sind und Plastik wie auch Umweltverschmutzung ein echtes Problem darstellen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86451" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Thomas Martin, Dirk Luther und Christoph Rüffer bei der großen Sterne-Gourmet-Gala im Alten Meierhof</figcaption></figure></div>


<p>Der „Alte Meierhof“, der jährlich 30.000 Gäste begrüßt, ist inzwischen wieder auf Normalniveau hochgefahren. Die 1999 errichtete Immobilie war in die Jahre gekommen und durchschritt einen großen Umbau – eine mehrmonatige Schließung inklusive. Der Hotelbereich erhielt einen Anbau und wurde dadurch auf 60 Zimmer aufgestockt. Ebenso die Plätze im Restaurant. Im Herzen befindet sich die Küche mit Show-Elementen. „Die Hardware ist geblieben, die Software ist komplett neu“, drückt es Dirk Luther plakativ aus. Einige ungewohnte Tage liegen hinter ihm. Statt um Rezepte und Speisekarten ging es um die Auswahl von Stoffen und Materialien. Ein Kapitel, das nun abgeschlossen ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Zuhause und die knappe Freizeit eines Spitzenkochs</h2>



<p>Ein normaler Tag beginnt mit Joggen, Duschen und einer Autofahrt. Dirk Luther hat das Pendeln beibehalten und ist mit seinen Lieben sogar noch etwas weiter weggezogen. In Fockbek wurde der Traum vom Haus am See erfüllt. Im Zentrum breitet sich eine große Wohnküche aus. Keine Frage: Seinen Beruf versteht er als Berufung. „Ich mag es unheimlich gern, mit Menschen gemeinsam zu kochen, zu essen, und dabei viel miteinander zu sprechen“, sagt Dirk Luther. Seine Kinder sieht er auch in Glücksburg. Das gilt vor allem für den Sohn, der im Hamburger „Vier Jahreszeiten“ gelernt hat und nun im „Alten Meierhof“ als Hotelfachmann tätig ist. Die Tochter studiert mittlerweile in Kiel Jura, ist aber auch noch als Aushilfe tätig.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="555" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86459" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-300x208.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-768x533.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-605x420.jpg 605w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-696x483.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dirk Luther beim Flensburg liebt dich Marathon</figcaption></figure></div>


<p>Familie, Freunde und Golf prägen die knappe Freizeit. Im Urlaub bevorzugt Dirk Luther Spanien und Frankreich – Besuche in ansprechenden Restaurants gehören dazu. „Ich bin immer neugierig und möchte mich inspirieren lassen“, sagt er. „Kochen ist für mich die Würze des Lebens.“ Und auch die Gartenarbeit gehört zu seinen Hobbys. Obst und Gemüse wachsen im heimischen Kleinod allerdings nicht. Für Pflege und Ernte fehlt es schlicht an Zeit. Eine Frage muss Dirk Luther zum Abschluss beantworten: Was ist sein Lieblingsgericht? Die Antwort: Rindertafelspitz mit Meerrettichsauce und Bouillonkartoffeln.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Fotos: Jan Kirscher, privat   </em></p>
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		<title>Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 22:38:00 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/ehepaar-sexstro-in-flensburg-zuhause-doch-auch-gern-auf-reisen/">Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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<p>Im tiefsten Flensburger Winter 2026 – an einem verschneiten Februarmorgen, trafen wir uns auf der Westlichen Höhe unserer Stadt zum Interview – Annelie und Dieter Sexstro und wir vom „Flensburg Journal“. In ihrem gemütlichen und sehr liebevoll eingerichteten Wohnhaus im Fritz-Reuter-Weg haben wir schnell das graue Wetter abgehakt, und uns umgehend ins Wohnzimmer gesetzt und das Plaudern angefangen. „Wir sind jeweils das zweite Mal verheiratet, und wir sind uns einig, dass wir jetzt den für uns beide idealen Partner fürs Leben gefunden haben“, schmunzeln beide Eheleute und schauen lächelnd den geliebten Partner an. Neugierig gemacht, bat ich dann Annelie und Dieter, doch einfach mal aus ihrem recht abwechslungsreichen Leben zu erzählen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_010.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86274" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_010.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_010-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_010-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_010-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_010-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Annelie, als junges Mädchen vom Lande nach Flensburg gezogen</h2>



<p>Geboren wurde Annelie 1952 in Faulück, nahe Kappeln, im ländlichen Angeln. „Als 13jähriges Mädchen kam ich nach Flensburg, genauer gesagt nach Trögelsbyhof. Eingeschult wurde ich aber in Fruerlund – in Engelsby gab es seinerzeit noch keine Schule.“ Nach erfolgreichem Schulabschluss erlernte sie ab 1968 den Beruf der Krankenschwester, seinerzeit in der DIAKO in Flensburg. „Ich war ein sogenanntes Ata-Girl“, erinnert sich Annelie. Dieser soziale Beruf war genau das Richtige für sie, entsprach er doch exakt ihrem Naturell, gern mit Menschen zu tun zu haben, überhaupt Hilfsbedürftigen helfen zu können. Deshalb ist sie auch dieser Tätigkeit praktisch ihr gesamtes Berufsleben hindurch treu geblieben. „Immerhin war ich ab 1970 knapp 35 Jahre lang als Krankenschwester tätig, die allermeiste Zeit davon in der „alten“ Frauenklinik der DIAKO.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="642" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_03.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86278" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_03.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_03-300x241.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_03-768x616.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_03-523x420.jpg 523w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_03-696x559.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der junge Dieter</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die erste Lebenshälfte</h2>



<p>Mit gerade einmal 18 Jahren heiratete sie 1970 ihren (ersten) Ehemann, die ältere Tochter kam noch im gleichen Jahr zur Welt. „Wir wohnten weiterhin im Trögelsbyhof nahe Engelsby, und meine Welt war damals durchaus in Ordnung für mich. 1976 bekamen wir unsere zweite Tochter – jetzt waren wir eine komplette Familie.“ Doch der Alltag holte irgendwann die Eheleute ein, ihre Beziehung zerbrach: „Wir gingen ab Anfang 1992 getrennte Wege, wurden letztlich im September 1992 geschieden.“ Eine Zeitlang wohnte Annelie fortan im Schwesternheim der DIAKO im Marienhölzungsweg. Mittlerweile waren die beiden Töchter längst flügge geworden, standen inzwischen auf eigenen Beinen. Dann traf sie unvermittelt ein Schicksalsschlag: „Nach dem Verlust meiner jüngeren Tochter, sie erlitt einen tödlichen Autounfall, brauchte ich nun neben der gewohnten Arbeit als Krankenschwester noch eine zweite sinnvolle und ausfüllende Tätigkeit für mich, und so begab ich mich bald auf die Suche nach einer solchen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="794" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_25.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86284" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_25.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_25-300x298.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_25-150x150.jpg 150w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_25-768x762.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_25-423x420.jpg 423w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_25-696x691.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Annelie in Angeliter Tracht</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Annelie wird Stewardess</h2>



<p>Diese passende und auf ihre Persönlichkeit zugeschnittene Tätigkeit fand sie schließlich beim Reisedienst Bölck aus Schuby. „Die suchten damals Reisebegleiter, insbesondere für sogenannte Kurreisen“, erklärt uns Annelie. Die Firma Bölck stellte sie ein, und hat das offensichtlich nie bereut. „Sehr schnell stellte ich fest, dass eine solche Tätigkeit mir wie auf den Leib geschneidert war. Ich habe schon immer gern Menschen um mich herumgehabt, bin sehr kommunikativ, und Service anzubieten war ich aus meiner jahrzehntelangen Arbeit in der DIAKO sowieso gewohnt.“ Im Jahr 1999 begann ihre Laufbahn in den komfortablen Reisebussen von Bölck: Sie war nun mehrfach im Jahr für eine oder zwei Wochen als Stewardess auf Reisen. „Auf einer unserer Reisen – es ging nach St. Petersburg &#8211; lernte ich schließlich meinen Dieter kennen. Das war damals in einem Hotel in Danzig, wo wir uns das erste Mal begegneten.“ Doch dazu später mehr …</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="528" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_22.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86282" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_22.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_22-300x198.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_22-768x507.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_22-636x420.jpg 636w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_22-696x459.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dieter mit „Klute“ auf Reisen</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Dieter Sexstro, erste Lebenshälfte in Osnabrück zu Hause</h2>



<p>Dieter ist ein waschechter Niedersachse, er verbrachte die erste Hälfte seines Lebens im Raum Osnabrück. Geboren ist er 1948 in Bramsche, wo er auch seine Kindheit und Jugend verbrachte. Im April 1963 begann er eine Lehre zum Großhandelskaufmann, arbeitete im erlernten Beruf bis 1972 in Osnabrück. In jenem Jahr sattelte er allerdings beruflich um, ließ sich jetzt zum Beamten in einer Verwaltungslaufbahn ausbilden. Er verbrachte anschließend den größten Teil seines weiteren Berufslebens bei der Innungs-Krankenkasse in Osnabrück. Auch er war in erster Ehe fast 25 Jahre verheiratet, mit zwei Kindern aus jener Beziehung. Dieters Ehe wurde 1994 geschieden. Wie auch Annelie suchte er sich neben seiner Haupttätigkeit zusätzlich ein zweites Standbein, machte deshalb im Februar 1996 seinen Busführerschein. Mit dieser Lizenz bewarb er sich beim Busunternehmen Klute in Osnabrück, die ihn gleich als Fahrer anstellten. So ergab es sich, dass er nun mehrfach im Jahr als Busfahrer längere Reisen durch ganz Europa als einer von zwei Fahrern begleitete.&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="524" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_24.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86283" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_24.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_24-300x197.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_24-768x503.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_24-641x420.jpg 641w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_24-696x456.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_24-741x486.jpg 741w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gemeinsame Jahre bei Bölck</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Annelie und Dieter finden zueinander</h2>



<p>Auf einer dieser Auslandsreisen lernten Annelie und Dieter sich kennen. „Es war im Juli 2000“, weiß Dieter noch wie heute. „Auch mein Bus-Unternehmen, „Klute“ aus Osnabrück, war mal wieder auf der Reise nach St. Petersburg, als ich bei einem Zwischenaufenthalt in einem Danziger Hotel, das von vielen Reiseveranstaltern regelmäßig zur Zwischenübernachtung genutzt wurde, die sympathische und lebenslustige Annelie Asmussen aus Flensburg kennenlernte.“</p>



<p>Matthias Bölck vom Reisedienst Bölck fungierte gewissermaßen als Vermittler zwischen den beiden: Er fragte nämlich seine Stewardess Annelie, ob sie bereits den sympathischen Dieter aus Osnabrück kennengelernt hätte: „Der wäre doch was für Dich, ein ganz sympathischer und netter Kerl!“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="504" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_33.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86285" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_33.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_33-300x189.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_33-768x484.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_33-667x420.jpg 667w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_33-696x438.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Frühlingsfest bei Bölck</figcaption></figure></div>


<p>Mathias Bölck sollte Recht behalten: Es funkte ziemlich schnell zwischen den beiden! Zu ihrem Glück hatten ihre jeweiligen Busgesellschaften nahezu die gleiche Reiseroute auf dieser besonderen Tour, so dass die beiden sich mehrmals unterwegs wiedertrafen, sich dann irgendwann eines geselligen Abends tief in die Augen blickten …, und ein baldiges privates Treffen in Flensburg verabredeten. „Wir waren uns vor unserem Kennenlernen eigentlich beide einig, nach einer gescheiterten ersten Ehe nie wieder zu heiraten“, schmunzeln die Sexstros. Doch das erste Treffen in Flensburg war der erhoffte Anfang für eine bis heute sehr glückliche und harmonische Beziehung. „Wir trafen uns nun bald jedes Wochenende bei Annelie in Flensburg.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="681" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_08.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86279" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_08.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_08-300x255.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_08-768x654.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_08-493x420.jpg 493w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_08-696x592.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Annelies Töchter</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Das zweite Eheglück</h2>



<p>„Wir waren uns schnell sicher: Mit ihr bzw. mit ihm möchte ich mein künftiges weiteres Leben verbringen!“ Gesagt, getan: „Die passenden Eheringe haben wir zeitnah bei Juwelier Mahlberg geordert, und am 2. März 2001 war es soweit: Wir haben im Standesamt Flensburg geheiratet, hießen ab sofort Annelie und Dieter Sexstro!“ Dieter war inzwischen nach Flensburg gezogen, hatte natürlich zuvor bei seinen beiden Arbeitgebern in Osnabrück, der Krankenkasse und dem Busunternehmen, jeweils um die vorzeitige Pensionierung gebeten, und diese auch umgehend erhalten.&nbsp;</p>



<p>Annelie hatte bereits im Jahr 2000 für sich allein ein Reihenhaus in Engelsby gekauft, im Ernst-Jessen-Weg. Das kam den beiden frisch getrauten Eheleuten Sexstro gut zupass, nach einigen Baumaßnahmen und kosmetischen Veränderungen zog Dieter im Jahr 2002 endgültig zu seiner Annelie ins nun gemeinsam bewohnte Eigenheim in Engelsby. Gern erinnern sich beide noch an die schönen, aber auch arbeitsintensiven Anfangszeiten ihrer Ehe. Bald, im Jahr 2004, bekam Annelie auf Antrag ihre ersehnte Rente zugesprochen. Die vielen und langen Jahre im Beruf als Krankenschwester an der DIAKO waren somit Geschichte.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="635" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_18.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86280" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_18.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_18-300x238.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_18-768x610.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_18-529x420.jpg 529w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_18-696x552.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hochzeit am 02. März 2001</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Gemeinsame Jahre bei Bölck</h2>



<p>Dieter und Annelie hatten nun das Glück, dass die Firma Bölck die Eheleute Sexstro gemeinsam unter Vertrag nahm. „Wir erlebten ab 2004 sehr viele gemeinsame Busreisen durch ganz Europa“, so Annelie. „Wir waren unter anderem am Nordkap, in Italien, aber auch sehr oft in Spanien, in Portugal, und sehr, sehr häufig im benachbarten Polen.“ Besonders nach Polen wurden und werden auch heute noch viele sogenannte Kurreisen veranstaltet. Gerade Kuraufenthalte in Polen, hier insbesondere in Bad Polzin, werden ganzjährig angeboten, übrigens auch entlang der polnischen Ostseeküste (Swinemünde, Kolberg, Misdroy). Die Angebote beinhalten oft ein Komplett-Paket mit Transport, Unterkunft, Verpflegung und Anwendungen. Längst haben sich viele Anbieter wie Bus-Touristik-Unternehmen auf diese bequemen Anreise- und Kurmöglichkeiten spezialisiert.</p>



<p>„Überhaupt sind und waren unsere Busreisen wesentlich mehr als nur das bloße Fahren von Ort zu Ort. Im Gegenteil: Wir haben uns auf unsere Fahnen geschrieben, den Gästen und Mitreisenden ein Komplett-Paket an Service und Unterhaltung während der Fahrt und auch vor Ort, etwa bei den Hotelaufenthalten und Übernachtungen, zu bieten. Das fängt an bei der Tasse Kaffee unterwegs, Gesprächen mit den Gästen, das Sich-Kümmern um kleine Problemfälle, bis hin zum abwechslungsreichen Show-Programm abends im Hotel.“ Von ihren einstigen Berufen her (sie als Krankenschwester und er als Experte einer Krankenkasse) waren Annelie und Dieter sogar besonders gut geeignet für die Kurreisen!</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="553" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_19.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86281" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_19.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_19-300x207.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_19-768x531.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_19-608x420.jpg 608w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_19-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_19-696x481.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_19-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dieters alter Mercedes</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein tolles Gespann</h2>



<p>Schnell hatten die beiden Sexstros sich einen guten Namen bei den Reisenden gemacht. Viele wurden sogar richtige Fans der beiden! Dieter war der besonnene und stets gut gelaunte „Pilot“, doch insbesondere Annelie war bald bekannt für ihre originellen und mitreißenden Abend-Shows, die sie regelmäßig unterwegs bei Hotelabenden anbot. „Ich hatte viel Spaß an diesen Shows“, versichert sie glaubhaft. Ob sie als dänische Sängerin Gitte die Bühne „eroberte“, die Urlauber zum Tanzen animierte, einen Bingo-Abend schwungvoll moderierte, oder zum gemeinsamen Singen bat – sie hatte immer ein attraktives Programm in petto. „Man glaubt es kaum, aber wir erhielten sogar oft nach den Reisen von vielen Teilnehmern liebevolle Dankesbriefe – das waren dann schöne Bestätigungen für uns, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzumachen!“ Bis 2015 waren Annelie und Dieter Sexstro für den Reisedienst Bölck auf Europas Straßen unterwegs, und haben dabei unzähligen Mitfahrern viel Freude und schöne Aufenthalte bieten können – sowohl während der manchmal recht langen Fahrten als auch an den vielen Abenden in den jeweils Hotels oder Ferienanlagen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="557" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86276" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender-300x209.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender-768x535.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender-603x420.jpg 603w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender-696x485.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>„Im Jahr 2015 haben wir uns gemeinsam in den Ruhestand verabschiedet – jedenfalls was das gemeinsame berufliche Reisen mit Bölck angeht“, erzählen die Sexstros.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der vermeintliche Ruhestand</h2>



<p>Rund zwei Jahre vorher hatten sie sich wohnlich noch einmal verändert. „Uns wurde unser jetziges Haus im Fritz-Reuter-Weg zum Kauf angeboten – und wir haben den Erwerb und den Umzug von Engelsby auf die Westliche Höhe bisher keine Sekunde bereut“, sind die beiden sich – mal wieder – einig. Beim beruflichen Ausstieg beim Reisedienst Bölck waren sie 67 und 63 Jahre alt. Sie wollten zwar nicht mehr beruflich in der Pflicht stehen, doch in einen Ruhestand – im Sinne des Wortes – sind Dieter und Annelie damit keineswegs gewechselt.</p>



<p>Dieter konnte sich nun vermehrt um seine sportlichen Aktivitäten wie etwa Laufen, Handball, Judo und Triathlon beim Polizei SV Flensburg kümmern. Annelie intensivierte dagegen ihre Teilnahmen bei der Angeliter Trachtengruppe, spielte wieder mehr niederdeutsches Theater – wie schon seit vielen Jahrzehnten, kümmerte sich zuhause um ihre Hüte-Sammlung, und schwang bei jeder Gelegenheit das Tanzbein.&nbsp;</p>



<p>Daneben haben sich beide entschlossen, Polnisch zu lernen. „In meiner Busfahrerzeit habe ich mir wegen der vielen Reisen nach Spanien nach und nach spanische Sprachkenntnisse angeeignet, und gemerkt, wie vorteilhaft es auf Reisen ist, wenn man die Landessprache verstehen und einigermaßen passabel sprechen kann“, hat Dieter schon früh entsprechende Erfahrungen sammeln können. „Wir werden in den nächsten Jahren sicher noch einige Male ins benachbarte Polen verreisen, dort wollen wir uns dann auch in der Landessprache unterhalten können!“, ergänzt Annelie. Und Dieter ergänzt: „Bereits Mitte Mai 2026 werden wir wieder mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft für eine Woche nach Polen reisen!“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="498" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender_42.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86277" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender_42.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender_42-300x187.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender_42-768x478.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender_42-675x420.jpg 675w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender_42-696x433.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Sexstros feiern standesgemäß ihr Ehejubiläum</figcaption></figure></div>


<p>Doch auch zuhause in Flensburg haben die beiden Sexstros eigentlich ständig etwas vor. „Wir sind schon länger regelmäßige Teilnehmer an Veranstaltungen des Senioren-Nets Flensburg in der Sankt-Jürgen-Straße, sind auch Mitglieder in der Offiziersheimgesellschaft (OHG) Flensburg in der Swinemünder Straße, auch in der Maritimen Vereinigung Flensburger Förde (MVFF) sind wir Mitglieder und oft dabei, wenn getagt oder gefeiert wird.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nach wie vor gerne im Urlaub</h2>



<p>Wen wundert es noch – nach den geschilderten Lebensläufen? Annelie und Dieter fahren nach wie vor gern in den Urlaub, haben das Reisen stets genossen und werden es auch weiterhin so handhaben. „Wir hatten sogar 8 Jahre lang einen Camping-Stellplatz in Westerholz. Den haben wir aber inzwischen wieder aufgegeben. Wir sind lieber unterwegs, haben uns konsequenterweise ein Wohnmobil gekauft, mit dem wir schon etliche Reisekilometer absolviert haben“, erzählt Dieter. Und Annelie ergänzt: „Wir wollen im Frühsommer 2026 mit dem Wohnmobil nach Swinemünde – in Polen gefällt es uns ausgesprochen gut, und es ist dabei besonders schön, wenn man sogar teilweise die dortige Landessprache spricht!“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_017.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86275" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_017.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_017-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_017-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_017-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_017-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Eine unvergessliche Silberhochzeit!</h2>



<p>Annelie und Dieter haben viele Freunde, erwachsene Kinder und Enkel, und auf ihren vielen Reisen zahlreiche nette Menschen kennengelernt, zu denen sie teilweise heute noch Kontakt haben. Doch bevor sie noch weitere Projekte starten und Pläne schmieden, stand ein wichtiger Familientermin an: Am 02.03.2026 waren sie auf den Tag genau 25 Jahre miteinander verheiratet! Und wie wurde die eigene Silberhochzeit gefeiert? Natürlich mit einer Tagestour mit einem Reisebus!! Als Busfahrer fungierte Dieters Sohn, der im Hauptberuf ein eigenes Busunternehmen in Neumünster betreibt. Die Kosten dafür trug zwar das Silberne Brautpaar – doch die gesamte Organisation, das ganze Drumherum mit Ausschmücken des Busses, dem ganztägigen Service unterwegs, die nötigen Bestellungen im Vorwege – das haben alles die Kinder und Enkelkinder der beiden Brautleute geregelt. Annelie und Dieter waren hellauf begeistert von dieser einmaligen Aktion, schwärmten noch Tage später von jener unvergesslichen Tagestour am Sonnabend, den 07.03., mit vielen Freunden und Verwandten auf die Halbinsel Eiderstedt!</p>



<p>Das „Flensburg Journal“ bedankt sich bei Annelie und Dieter Sexstro für ein spannendes, unterhaltsames und sehr informatives Gespräch, und wünscht den beiden noch viele und gemeinsame gute Jahre bei entsprechender Gesundheit und mit vielen tollen Urlaubsreisen nach nah und fern!</p>



<p><em>Mit den Sexstros sprach Peter Feuerschütz<br>Fotos: Benjamin Nolte, privat  </em></p>
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		<title>Flensburg 1946 &#8211; Folge 2</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Apr 2026 15:44:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburg 1946]]></category>
		<category><![CDATA[Flensburg 1946]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ostern 1946 Die Kinder drehten ein Glücksrad, lachten über den Kasper, angelten Metallfischchen aus einem kleinen Teich und warfen Bälle auf Pappfiguren. Besonders spannend war der Märchenwald im Innenhof eines ehemaligen Marinegebäudes. Die Kleinen pirschten über Moospolster sowie an Tannenbäumen und Knusperhäuschen vorbei. Bei jedem Fundstück leuchteten die Augen, da sie es gegen Stofftiere, Windräder [&#8230;]</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Ostern 1946</h2>



<p>Die Kinder drehten ein Glücksrad, lachten über den Kasper, angelten Metallfischchen aus einem kleinen Teich und warfen Bälle auf Pappfiguren. Besonders spannend war der Märchenwald im Innenhof eines ehemaligen Marinegebäudes. Die Kleinen pirschten über Moospolster sowie an Tannenbäumen und Knusperhäuschen vorbei. Bei jedem Fundstück leuchteten die Augen, da sie es gegen Stofftiere, Windräder oder Bälle eintauschen konnten. Und die etwas Größeren vergaßen bei so viel Glück völlig, dass schon direkt nach den Festtagen die zweiwöchigen Schulferien enden würden.</p>



<p>Flensburg erlebte im April 1946 das erste Ostern in Friedenszeiten seit sieben Jahren. Es hatte mehr als Symbolcharakter, dass sich ein ausgedienter Militärtrakt in Mürwik zum Veranstaltungsplatz für einen Ostermarkt verwandelt hatte. Das jüngst gegründete Versehrtenwerk war als Veranstalter aufgetreten. In einer naheliegenden großen Halle hatten einige fleißige Hände einige Schaubuden gewerkelt, die dann Schülerinnen der Auguste-Viktoria-Schule mit Osterhasen und Glücksschweinchen schmückten. Später strömte die Kinderschar mit einem Fackelzug auf die Straßen Flensburgs. Derweil verweilten die Eltern in einer Schenke, wo Tanz, Tombola und Varieté geboten wurden.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="705" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/s-l1600.jpg" alt="Flensburg 1946 - Folge 2" class="wp-image-86161" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/s-l1600.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/s-l1600-300x264.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/s-l1600-768x677.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/s-l1600-477x420.jpg 477w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/s-l1600-696x613.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Marienhölzung erlebte eine rauschende Eröffnung</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Eine Kettenschaukel als Attraktion</h2>



<p>Dieser Ostermarkt in Mürwik war auch als Ersatz für den Frühlingsmarkt auf der Exe zu sehen. Der Magistrat der Stadt Flensburg hatte diese Tradition abgesagt, weil das Veranstaltungsgelände von den Briten in großen Teilen als Auto-Schrottplatz zweckentfremdet worden war. Ein kleines Volksfest gab es die Ostertage dann aber doch. Die Attraktion: eine spektakuläre Kettenschaukel, die hunderten von Kindern einen Höhenflug garantierte. Dazu spielten eine Konzertorgel und einige Harfenistinnen.</p>



<p>Im Kalender stand Ostern am 21. und 22. April 1946. Einige Tage vorher waren die Uhren auf Sommerzeit gestellt. Ein knappes Jahr nach Kriegsende lebten die meisten Menschen in bescheidenen Verhältnissen, wenn nicht in Armut. Der Zweite Weltkrieg zeigte fast täglich seine Nachwirkungen, oftmals mit schicksalsreichem Charakter. Kurz vor Ostern kehrte der Schlachter Andreas Diederichsen unerwartet aus russischer Gefangenschaft zurück. Er galt als verschollen. Installateur Julius Carstensen starb. Auf der Beerdigung ließ man seine Brieftauben aufsteigen – mit den Worten: „Flieg in Frieden“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Blumenpracht in Flensburg</h2>



<p>Glaubt man den Zeitgenossen, waren es die kleinen Freuden, die Ostern 1946 zu einem unvergesslichen Erlebnis machten. Schon am Gründonnerstag standen in manchen Häusern und Wohnungen bunte Teller, die mit Primeln, Veilchen und Gänseblümchen gefüllt waren. Aus Briefkästen hingen Zweige mit Blumenknospen. Ein Dank der Einquartierten an ihre Wirtsleute für die Unterstützung in schweren Zeiten.</p>



<p>Am Karfreitag war ein Spaziergang in der Natur das Hoch der Gefühle. Die Friedhöfe lockten mit einem prächtigen Gelb der Osterlilien. Wo viel Licht, da allerdings auch Schatten. Als eine sogenannte Flüchtlingsfrau ihren Sohn die Blumen von einigen Gräbern pflücken ließ, entzündete sich ein Streit mit einer alteingesessenen Flensburgerin. Vielleicht waren die Gemüter auch noch etwas aufgewühlt: Wenige Tage zuvor waren auf dem Alten Friedhof einige Gedenktafeln der Schlacht von Id­stedt zerschlagen worden. Nach den Tätern wurde noch gesucht. Der Magistrat hatte eine Belohnung von 1000 Mark aufgerufen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Knappe Kartoffeln und Kaninchenplage</h2>



<p>Am Ostersamstag hielt in der Marienstraße vor einem niedrigen Haus eine Kutsche, die Schaulustige magisch anzog. Es entstieg eine junge Braut, die schnell im Hauseingang verschwand. Ein Eldorado war am sonnigen Ostersonntag der grüne Hang an den Süderhofenden, wo viele die Wonne genossen, nachdem sie die beengten Verhältnisse des Alltags verlassen hatten. Etliche Kinder jubelten über kleine Aufmerksamkeiten – auch wenn es nur ein paar Rosinen waren. Lebensmittel waren noch immer rationiert, das Sortiment übersichtlich. Gerade erst waren Berechtigungsscheine für den Kauf von Mehl und Backschrot zurückgezogen worden. Vier Flensburger wurden bei einer Zugkontrolle erwischt, da sie – entgegen den Bestimmungen – auf dem Dorf einige Lebensmittel wie Eier und Käse gekauft hatten. Auch Kartoffeln befanden sich darunter, obwohl es an diesen Erdfrüchten mangelte. Ende April 1946 trafen in zehn Waggons etliche Saatkartoffeln ein. In den Kleingärten rüstete man sich für die Pflanzsaison. In der Zeitung erschienen „Hausrezepte“ gegen die Kaninchenplage. Manch einer fürchtete um sein Gemüse, da auch Draht zum Einzäunen ein rares Gut war.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kirchen, Kultur und Kinos</h2>



<p>Die Glocken der Flensburger Kirchen läuteten zum Osterfest kräftig. Besonders gut waren die dänischen Gottesdienste in der Heiliggeistkirche und in der Sankt-Jürgen-Kirche besucht. In der Marienkirche erwies sich die Johannispassion als Publikumsmagnet. Das Städtische Orchester trumpfte im Deutschen Haus mit einem energiegeladenen Cembalo-Konzert auf. Wenige Stunden später führten die Städtischen Bühnen den „Zarewitsch“ auf. Als zu klein erwies sich die Neue Harmonie für den beliebten „Urfaust“. Das Tivoli-Theater lud zu einem „Riesen-Oster-Programm“ ein, während im „Bellevue“ ein Schauorchester zwei Tanzabende begleitete.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="780" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/maedchen-in-weiss-780x1024.jpg" alt="Flensburg 1946 - Folge 2" class="wp-image-86160" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/maedchen-in-weiss-780x1024.jpg 780w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/maedchen-in-weiss-229x300.jpg 229w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/maedchen-in-weiss-768x1008.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/maedchen-in-weiss-320x420.jpg 320w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/maedchen-in-weiss-696x914.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/maedchen-in-weiss.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></figure></div>


<p>In den Kinos liefen noch keine Nachkriegsproduktionen. Das Capitol („Dir Zuliebe“), das Holm-Kino („Mädchen in Weiß“), das Mürwik-Kino („Frasquita“) und das Roxy („Ich werde dich auf Händen tragen“) zeigten harmlose Liebes- und Musikkomödien. Anspruchsvoller war es im Colosseum, wo das britische Melodram „Gaslicht und Schatten“ auf der Leinwand flimmerte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fußball-Bezirksklasse und Marienhölzung als Magneten</h2>



<p>Besondere Spannung herrschte am Ostersonntag auf dem Sportplatz am Sender. 3000 Zuschauer verfolgten das Stadtderby der erst im Januar eingerichteten Bezirksklasse Nord der Fußballer. Flensburg 08 entthronte mit einem 4:3-Erfolg den bisherigen Spitzenreiter und Lokalmatador ATSV. Die Presse berichtete: „Unheimlich harte Schüsse prasselten abwechselnd auf beide Tore in einem schnell hin und her wogenden Kampf.“ Der ATSV rehabilitierte sich am Ostermontag mit 4:1 – in einem Vergleich gegen Post Hamburg.</p>



<p>Ein besonderes Flensburger „Osterei“ war die Wiedereröffnung der Gaststätte in der Marienhölzung. Nach einer Sanierung lud der Pächter Peter Brodersen an beiden Feiertagen zu einem Gartenkonzert. Der Ansturm soll riesig gewesen sein – auf die 1000 Sitzplätze unter hohen Buchen und Eichen. Wenige Tage später beschäftigte sich der Magistrat mit der rauschenden Premiere. Die Stadtoberen wollten keine öffentlichen Tanzveranstaltungen dulden, da es sich um eine „Erholungsstätte“ handeln würde. Und ein Eintritt von eineinhalb Reichsmark für ein Konzert wäre ja überteuert, mehr als 30 bis 50 Pfennig sollten es nicht sein.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner  </em></p>
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		<title>Flensburger Kopf: Heiko Frost</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2026 16:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
		<category><![CDATA[flensburg]]></category>
		<category><![CDATA[Flensburger Kopf]]></category>
		<category><![CDATA[Heiko Frost]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Wohnzimmer liegen Fotoalben aus mehreren Jahrzehnten auf dem Tisch. Einige Familienbilder hängen an der Wand und bilden den Rahmen für ein Gespräch, das für eine Biografie bis zu fünf Dekaden zurückgehen wird. Es ist eigentlich eine Vier-Augen-Konversation. Doch plötzlich kommt ein Dackel hereingeweht und legt sich unter den Tisch. „Willi wills wissen“, lacht Heiko [&#8230;]</p>
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<p>Im Wohnzimmer liegen Fotoalben aus mehreren Jahrzehnten auf dem Tisch. Einige Familienbilder hängen an der Wand und bilden den Rahmen für ein Gespräch, das für eine Biografie bis zu fünf Dekaden zurückgehen wird. Es ist eigentlich eine Vier-Augen-Konversation. Doch plötzlich kommt ein Dackel hereingeweht und legt sich unter den Tisch. „Willi wills wissen“, lacht Heiko Frost. Umringt von Frühlingsblumen und einem Teller mit vielen bunten Ostereiern starten wir in ein buntes Leben, das Privates, aber auch viel Beruf und Ehrenamt bietet.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86193" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Die Hauptperson ist im Oktober 1967 in Kiel geboren, aber aufgewachsen in Felde (Westensee) in einem eher konservativen Elternhaus. Der Vater war Verwaltungsjurist im Kieler Sozialministerium, die Mutter Lehrerin und Organistin. Zwei ältere Geschwister verstärkten den Eindruck, dass der kleine Heiko etwas anders ist. Er brachte schon aus der Grundschule nicht so prickelnde Noten mit nach Hause und wechselte in der dritten Klasse zur Waldorfschule in Rendsburg. Da lief es etwas besser, der Junge hinterfragte aber stets, warum denn nicht Wichtigeres in der Schule vermittelt werden würde.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="703" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-703x1024.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86201" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-703x1024.jpg 703w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-206x300.jpg 206w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-768x1118.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-288x420.jpg 288w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-696x1014.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 703px) 100vw, 703px" /><figcaption class="wp-element-caption">Heiko mit 22</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Naturschutz und Landwirtschaft</h2>



<p>Heiko Frost war kein destruktiver Heranwachsender, eher etwas aufmüpfig – und vor allem ein Idealist. Ihm genügte es nicht mit Trompete und Gitarre zu musizieren, er engagierte sich für politische Themen. Schon als Elfjähriger trat er „Amnesty International“ bei und verteilte Flugblätter in Felde. Nicht viel später gründete er mit einigen Mitstreitern eine Art Verein, um sich für Natur und Umwelt einzusetzen – damit sich das beschauliche Felde nicht in eine „Betonwüste“ verwandeln würde.&nbsp; „Wie sich der Kreis schließt“, schmunzelt Heiko Frost. Gerade ist er Vorsitzender vom Flensburger „Klimapakt“ geworden.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="708" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-708x1024.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86198" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-708x1024.jpg 708w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-207x300.jpg 207w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-768x1111.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-290x420.jpg 290w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-696x1007.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 708px) 100vw, 708px" /><figcaption class="wp-element-caption">Baltic Sea Race, 1989</figcaption></figure></div>


<p>Seine Eltern waren geschockt, als er mit der elften Klasse und dem Realschulabschluss seine schulische Bildungslaufbahn beendete. „Der Heiko lebt von Luft und Liebe“, hieß es. „Mein Gott will, dass ich fröhlich bin“, dachte der Filius. Er hatte längst einen Plan und startete mit einer Ausbildung zum Landwirt, zunächst zwei Jahre in Ostenfeld, dann ein Jahr in Groß Vollstedt. Danach wollte Heiko Frost sein „Faible für Landwirtschaft mit der Pädagogik verbinden“. Als Trittbrett diente ausgerechnet der Zivildienst. Nachdem er im Kreiswehrersatzamt die Anhörungen überstanden hatte und er als Kriegsdienstverweigerer anerkannt war, lag ihm eine Liste möglicher Stellen vor. Ins Auge fiel der Flensburger Holländerhof. Die Arbeit mit behinderten Menschen interessierte ihn, zumal einige Pfadfinder-Kameraden auch gen Norden abwanderten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="550" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86197" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-300x206.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-768x528.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-611x420.jpg 611w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-696x479.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Heiko Frost, 1992</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Wohnung in Flensburg und Segeltörns</h2>



<p>Ende der 1980er Jahre war Heiko Frost das einzige Mal in seinem Leben in Flensburg gemeldet. Seine Unterkunft befand sich in der Glücksburger Straße. Eingebrannt hat sich bei ihm das triste Industriegebiet am Hafen. Die Gegenwart gefällt ihm besser. „Flensburg ist sexy geworden“, findet der ehemalige Zivildienstleistende. „Die Stadt profitiert von der Lage an der Grenze und hat eine so tolle Silhouette, wenn man nachts das Ostufer entlangfährt.“ Damals war er häufiger in der Disco „Roxy“. Er war nicht allein, sondern hatte ein Motorrad, mit dem er viel in der Umgebung unterwegs war – auch nach Dänemark. Der Reiz dieses skandinavischen Landes ließ ihn nie los.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="526" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86199" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-300x197.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-768x505.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-639x420.jpg 639w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-696x458.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-741x486.jpg 741w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Heiko Frost (rechts) mit Bruder Sönke und Vater Gerd (links), 1991</figcaption></figure></div>


<p>Die spektakulärsten Abenteuer ließen sich mit einem Kumpel erleben, der einen Traditionssegler unterhielt und häufiger Tagestörns organisierte. Heiko Frost, der bis dahin nur mit einem Paddelboot auf Eider oder Westensee unterwegs war, kam nun mit einer ganz anderen Gewässerkategorie in Berührung: dem offenen Meer. 1989 war er sogar Teilnehmer der Regatta „Baltic Sea Race“. Es ging einmal um die Ostsee. „Im Sturm mussten wir nach Helsinki, weil der Kulturattaché von Luxemburg dort an Bord wollte, um ein profitables Projekt zu besprechen“, erinnert sich Heiko Frost. „Was daraus geworden ist, weiß ich nicht.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="688" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-688x1024.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86200" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-688x1024.jpg 688w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-202x300.jpg 202w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-768x1142.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-282x420.jpg 282w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-696x1035.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 688px) 100vw, 688px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hochzeit, 1997</figcaption></figure></div>


<p>Denn noch dramatischer war es im Baltikum. Damals ein Unruheherd in der noch existierenden Sowjetunion. Bei einem Landgang in Tallin wurde der Gast aus Deutschland plötzlich in ein Haus gezogen. „Jetzt ist es zu gefährlich, sich auf der Straße aufzuhalten“, meinten die Bewohner. Draußen rasten Fahrzeuge mit Sirenen vorbei. Weiter ging es in Richtung Litauen. „Vor Klaipeda kam uns eine Jacht entgegen, deren Besatzung uns davon berichtete, dass auf sie geschossen worden wäre“, erzählt Heiko Frost. Er selbst kam heil nach Hause und war auf den Geschmack gekommen. Bald erwarb er den Gaffelkutter „Hanta Yo“. Das Liebhaber-Stück stand einige Jahre in Büdelsdorf. „Vier Stunden waren es bis zur Holtenauer Schleuse, dann war man auf der Ostsee“, verrät Heiko Frost. Nach einigen Jahren verkaufte er das Schiff an einen Holländer. Jetzt besitzt er eine kleine Jolle, die am Limfjord vor Anker liegt.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="547" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86202" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-300x205.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-768x525.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-614x420.jpg 614w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-696x476.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf dem Nord-Ostsee-Kanal mit Annika, 2002</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Hamburg, Bauernhof und Familiengründung</h2>



<p>Relativ schnell nach dem 18-monatigen Zivildienst verließ der heute 58-Jährige Flensburg. In Hamburg startete er eine Ausbildung zum Erzieher, holte das Abitur nach und wurde zum Schulsprecher gewählt. Er beschäftigte sich mit politischer Bildungsarbeit und hatte 1993 einen ersten Job: bei einer Jugendhilfe auf der Halbinsel Schwansen. Der Liebe wegen landete er auf einem Bauernhof vor den Toren Flensburgs. Sein Schwiegervater war Landwirt. Zusammen mit seiner damaligen Frau hütete Heiko Frost 35 Schafe und züchtete Pferde. Gerade war eine Holsteinische Stute prämiert worden, da zerbrach die Ehe.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="695" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-695x1024.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86203" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-695x1024.jpg 695w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-204x300.jpg 204w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-768x1132.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-285x420.jpg 285w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-696x1026.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rüterhof Haby Nachwuchs bei den Schafen 2003</figcaption></figure></div>


<p>Heiko Frost musste auf andere Gedanken kommen und wechselte zu einem privaten Träger nach Kiel. Wie es der Zufall so wollte, lernte er sehr bald eine ehemalige Arbeitskollegin besser kennen: seine heutige Frau Jeannette. Sie heirateten 1997 und wurden Eltern von drei Kindern: Finja, Annika und Robin. Der Familienvater war für das Diakonische Werk und eine Sozialtherapie in Eckernförde tätig. Nebenbei absolvierte er ein Qualifizierungsstudium der Betriebswirtschaftslehre. Der Titel der Diplomarbeit: „Vergleichende Studie über die sozialpsychiatrische Arbeit in Schleswig-Holstein und Süd-Dänemark.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86214" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Familie, Besuchsreise bei dt. Minderheiten in Rumänien, 2004</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Bullerbü und Gemeinderat</h2>



<p>Die Familie wohnte damals auf dem „Rüterhof“ in Haby, unweit vom Wittensee. Der Eigentümer war nicht nur der Vermieter, sondern auch einer der Nachbarn. Es war eine Gemeinschaft aus sieben Familien. „Wir sind gemeinsam in den Urlaub gefahren und haben Weihnachten oder Ostern zusammengefeiert“, erzählt Heiko Frost. „Es war ein Stück Bullerbü für unsere Kids.“ Der Vermieter gehörte zu den emsigen Zeitgenossen. Unter anderem gründete er einen Senioren-Förderverein ,,Reisen in Gemeinschaft“, der Tagestouren, zehntägige Reisen oder Ferntrips für Menschen organisiert, die sonst kaum verreisen könnten. Derzeit versucht Heiko Frost dieses Angebot in seinem heutigen Wohnort Schafflund zu etablieren. Im April ist ein nächstes Treffen geplant.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86204" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Besuch im Sozialministerium mit Kolleg*innen anlässlich Übernachtungsangebot in Kita</figcaption></figure></div>


<p>2002 trat er in die SPD ein. „Wenn ich etwas zu meckern habe, dann muss ich auch etwas einbringen“, sagt der 58-Jährige. Damals gehörte er dem Gemeinderat von Haby an. Es ging um den Aufbau eines Kindergartens und die Einrichtung eines Jugendraumes. Die eigenen Kinder besuchten bald eine dänische Schule. „Wenn man so dicht bei Dänemark wohnt, dann sollten die Kinder etwas von der dänischen Sprache und Kultur mitkriegen“, erklärt Heiko Frost.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86213" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vorstandssitzung Förderverein Knivsberg, 2010</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der „geliebte“ Knivsberg</h2>



<p>Vielleicht war es eine weise Voraussicht. Denn der nächste Umzug überschritt die Grenze. 2007 übernahm Heiko Frost die Leitung der Bildungsstätte auf dem Knivsberg, dem Hotspot der deutschen Minderheit in Dänemark. In den nächsten Jahren baute er das Angebot kontinuierlich aus. Kreativ­freizeiten, Musikfestivals und Literaturabende gehörten zum Programm, hinter den Kulissen wurde an einer stärkeren Partizipation der Jugend und an europäischen Projekten gearbeitet. Die Zahl der Übernachtungen stieg binnen weniger Jahre von 7000 auf 20.000 Übernachtungen, während im Gegenzug die Jugendlichen nach Osteuropa reisten und andere deutsche Minderheiten trafen. Ein Austausch, der von Heiko Frost organisiert wurde.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86210" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Russland / Asowo, Kita Rübenstein, Präsentation der inklusiven Arbeit</figcaption></figure></div>


<p>In seiner Leitungsfunktion hatte er häufiger mit dänischen Medien zu tun, als er gedacht hätte. Immer mal wieder wurden in Archiven Dokumente ausgegraben, die auch die Gedenkstätte betrafen. „Wenn es belegt war, dass derjenige etwas Schlimmes getan hat, dann schleiften wir den eingravierten Namen“, berichtet Heiko Frost. Als im Sommer 2012 bei der Fußball-Europameisterschaft die dänischen und deutschen Teams gegeneinander spielten, veranstaltete der Knivsberg ein Public-Viewing. 350 Menschen erschienen und feierten ein Volksfest – entweder mit einem gemalten Danebrog im Gesicht oder einer Deutschland-Fahne in der Hand. Ein dänischer TV-Sender drehte. Am nächsten Tag wunderte sich Heiko Frost, dass der Beitrag überwiegend Szenen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs verwendete. „Da sitzt in der Chefredaktion jemand, der noch nicht so weit ist“, mutmaßte Peter Iver Johannsen, der Generalsekretär der deutschen Minderheit.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86208" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Delegation aus Sibirien, zum Austausch bei Stadtpräsidentin Krätzschmar 2017</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Austausch der Schullandheime und Bildungsstätten</h2>



<p>Heiko Frost hatte Kontakte nach Berlin, da dem Innenministerium die Unterstützung der deutschen Minderheiten in den Nachbarländern am Herzen lag. Er pflegte ein Netzwerk, das weit verzweigt war. So saß er als Knivsberg-Chef mit anderen Bildungsstätten der Grenzregion zusammen. Ein Austausch, den auch die Landespolitik begleitete. Teilnehmer der CDU war der heutige Ministerpräsident Daniel Günther.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86195" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Verleihung Bundesverdienstorden, 2025Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner aus.</figcaption></figure></div>


<p>2008 machte sich Heiko Frost auf den Weg, um in Klietz (Sachsen-Anhalt) einer Jahresversammlung des Bundesverbandes für Schullandheime beizuwohnen. Eigentlich hatte er den Mitgliedsbeitrag schon auf einer Streichliste notiert, doch vor Ort genoss er nicht nur die netten Gespräche, sondern erkannte auch die Sinnhaftigkeit einer Vertretung für 240 Schullandheime. „Sie haben nicht einfach nur Betten für Jugendgruppen, sondern im Haus auch immer ein pädagogisches Konzept“, erklärt Heiko Frost. Sehr bald wurde er Landesvorsitzender und fungiert seit 2016 sogar als Bundesvorsitzender, obwohl er sich da schon beruflich neuorientiert und seinen „geliebten Knivsberg“ verlassen hatte.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86194" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631-300x200.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631-768x512.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631-630x420.jpeg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631-696x464.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Henning Brüggemann, 50 Jahre Kita Preesterbarg, 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Neue Aufgabe in Flensburg, Umzug nach Schafflund</h2>



<p>2014 hatte ihn der „Rechtsruck“ in Dänemark schockiert. Zudem hatte er das Gefühl, dass er manchen Mitstreitern zu aktiv wäre und an zu vielen Projekten arbeiten würde. Die Gedanken an eine Auswanderung wurden häufiger. Der Zufall wollte es, dass bei einer Veranstaltung auf dem Knivsberg auch ein ehemaliger Leiter auftauchte: Nis-Edwin List-Petersen. Im Gespräch ergab sich, dass seine Ehefrau Brigitte Handler als Geschäftsführerin der Flensburger Kinder- und Jugendinstitution „Adelby 1“ bald ausscheiden würde. Die Nachfolge musste geregelt werden.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="644" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-644x1024.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86189" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-644x1024.jpeg 644w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-189x300.jpeg 189w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-768x1221.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-264x420.jpeg 264w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-696x1107.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jubiläum, 10 Jahre Adelby1, 2025</figcaption></figure></div>


<p>Auch Heiko Frost bewarb sich, wähnte sich gut im Rennen, bis ein Mitbewerber die besseren Karten besaß. Zwei weitere Optionen tauchten auf: die Nordsee-Akademie in Leck ähnelte aber zu sehr dem Profil vom Knivsberg und wirkte nicht wie der Ort einer beruflichen Veränderung. Sehr interessant erschien die Aufgabe, in Gifhorn zwei Kirchenkreise zu fusionieren. Doch für einen Umzug nach Niedersachsen fehlte die Rückendeckung der Familie. Plötzlich meldete sich „Adelby1“. Der Wunschkandidat stand doch nicht zur Verfügung, die vermeintlich zweite Wahl wurde zur Dauerlösung. Die war praktisch mit Antritt der Geschäftsführung mit einem nicht kostendeckenden Betrieb konfrontiert und häufiger Gast in den Krisenabteilungen der Banken. „Ich bin unschön aufgewacht“, erzählt Heiko Frost. „Es steckte viel Arbeit dahinter, das Jahr 2015 noch zu einem positiven Abschluss zu bringen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86205" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Präsentation Schullandheime, anlässlich Bürgerfest des Bundespräsidenten, 2025</figcaption></figure></div>


<p>Auch privat hatte der Wechsel von Knivsberg nach Flensburg seine hektischen Begleiterscheinungen. Das Leitungshaus mit Blick auf Wald­rand und Ostsee war zu räumen. In Wallsbüll stand ein Traumhaus mit Teich und Bäumen. „Ich hatte schon vor Augen, wie ich mit meinem Sohn ein Baumhaus errichte“, verrät Heiko Frost. Doch zwei Termine beim Notar platzten – und dann auch der Kauf. Unter Zeitdruck geriet eine Immobilie in Schafflund in den Fokus. „Eigentlich ein Bratwurst-Grundstück, bei dem jeder auf deinen Grill schauen kann“, dachte er damals. Nach einer Dekade freut sich der Schafflunder über die „hohe Lebensqualität“ seiner neuen Wahlheimat.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86190" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Aminata Toure zu Besuch bzgl. Inklusionsmodelle, 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Inklusion vor Ort, national und international</h2>



<p>Viel Abwechslung bietet der Geschäftsführer-Posten von „Adelby 1“. Der Betrieb – 740 Beschäftigte, 30 Millionen Euro Umsatz – steht für weit mehr als nur für bekannte Kindergärten. Der Oberbegriff ist die Inklusion, die sich nicht auf Behinderte beschränkt, sondern eine gerechte Teilhabe für alle bei den Bildungsprofilen fordert. „Auch Hochbegabte benötigen für sie passende Angebote“, erklärt der Geschäftsführer. „Ebenso müssen sprachliche und kulturelle Barrieren für Migranten abgebaut werden.“ Modelle für frühkindliche und schulische Bildung begleiten seinen Alltag.&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="531" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86191" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097-300x199.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097-768x510.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097-633x420.jpeg 633w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097-696x462.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Standorganisation Jugendreisen SH durch Heiko, ITB, 2012</figcaption></figure></div>


<p>Schon etwa zehn Jahre ist es her, dass zwei Praktikanten vom Knivsberg bei „Adelby 1“ hospitierten. Sie stammten aus Russland. Es war der Beginn eines pädagogischen Austausches, der in internationalen Konferenzen zur Inklusion und Fortbildungen am ethnokulturellen Institut von Moskau mündeten. Heiko Frost reiste sogar nach Sibirien, um „über den Tellerrand zu schauen, wertneutral zu beobachten und nicht aus westeuropäischer Sicht zu erklären, was man besser machen kann“. Inzwischen ist diese Zusammenarbeit von der politischen Großwetterlage überholt worden.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86212" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hannelore und Jörg Grötzner, Vorstand Verband Schullandheime, Archivarbeit</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Wahlkampf eines Bildungsexperten</h2>



<p>2015 wurde der Schafflunder vom Bundesbildungsministerium in das „Fachforum Schule“ berufen. Es ging um eine systematische Umsetzung der Inklusion im deutschen Bildungssystem. „Nonformales Lernen und außerschulische Lernorte wären Lösungen für bessere Pisa-Ergebnisse“, ist Heiko Frost überzeugt. „Es ist genug Geld im System, niemand müsste für Bildung sparen, wenn sich getraut würde, die richtigen Prioritäten zu setzen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86196" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01-768x513.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01-629x420.jpg 629w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Familie Frost, Hochzeit Finja, 2025</figcaption></figure></div>


<p>Er gilt längst als Bildungsexperte und warf im Sommer 2020 seinen Hut für eine SPD-Kandidatur zum Bundestag in den Ring. Nach einigen Monaten der Rückzug: Die Corona-Pandemie erwies sich für „Adelby1“ als zu herausfordernd, um parallel einen Wahlkampf stemmen zu können. 2022 hatte sich die Lage weitgehend normalisiert, doch die Landtagswahl brachte nicht den gewünschten Erfolg. „Ich habe aber nie bereut, diese Erfahrung zu machen und so dicht an der Bevölkerung zu sein“, sagt Heiko Frost im Rückblick. Im letzten September überreichte ihm Ministerpräsident Daniel Günther das Bundesverdienstkreuz am Bande – für seine zahlreichen Tätigkeiten in der Inklusion und für den internationalen Jugendaustausch.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86207" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Familie der Schwester, Skiurlaub Neukirchen, 2026</figcaption></figure></div>


<p><em>Text: Jan Kirschner <br>Fotos: Jan Kirschner, privat   </em></p>
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		<title>Flensburg 1946 Folge 1: Hunger  Holzmangel und eine Hochschule</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 23:20:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburg 1946]]></category>
		<category><![CDATA[flensburg]]></category>
		<category><![CDATA[Nachkriegszeit]]></category>
		<category><![CDATA[winter]]></category>
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<p>Es stürmte etwas und regnete. Insgesamt schien es aber so, dass der erste Winter der Nachkriegszeit ein mildes Gesicht aufsetzen und Mitleid mit den Menschen haben würde, die in Zeiten knapper Lebensmittel ohnehin in großer oder größter Bescheidenheit leben mussten. Doch am 12. Januar 1946 kippte die Temperaturkurve. Plötzlich regierten Schnee und Frost die Flensburger Szenerie. Als sich nach knapp zwei Wochen Tauwetter und ein blaugrauer Himmel zu verbrüdern schienen, sichtete manch einer die ersten Frühlingsboten. Doch es zog eine weitere Kaltfront auf. Selbst der März begann mit Glätte und Schneeverwehungen.</p>



<p>Es war ein langer Winter – und das bei knappen Energiereserven. Kohle und Koks wurden an die Mitarbeiter von Kraftwerk und Straßenbahn ausgegeben, waren sonst aber Mangelware. Die Stromlieferungen waren rationiert. Die Lieferung von Holz erreichte nur knapp 40 Prozent der zugesagten Menge. Die Wälder, die ohnehin schon stark gelitten hatten, erhielten häufig unangemeldeten Besuch. Die Menschen entdeckten überall Rohstoffressourcen. Auf dem Mühlenfriedhof fehlte eines Morgens die hölzerne Eingangspforte. Vier Birken waren gefällt und weggeschleppt worden. Im Frühling stellte man fest, dass rund die Hälfte der Einfriedungspfähle von den Weiden gestohlen worden waren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Herabsetzung der Lebensmittelrationen</h2>



<p>Unmut begleitete die sehr angespannte Nahrungssituation. Zwar bekam Flensburg nun 4,2 Millionen Zigaretten im Monat zugeteilt, bei wichtigen Lebensmitteln musste aber gespart werden. Schon im Januar sollte der Fleischverbrauch je Person um 150 Gramm gesenkt werden. Dafür sollte mehr Fisch verspeist werden, doch die Fänge auf der Förde reichten nicht aus. An Frischmilch konnte nur das Zehntel eines Liters geliefert werden – pro Kopf und Woche versteht sich. Kartoffeln gab es für die Zivilbevölkerung gar nicht. Der schwerste Schlag dann Anfang März 1946: Die vierwöchige Brotration wurde für Normalverbraucher auf fünf Kilogramm halbiert.</p>



<p>In seinem wöchentlichen Bericht schlug das Stadt­ernährungsamt Alarm. „Die Kürzung der Rationen in Brot und Nährmittel haben in der Bevölkerung eine starke Erregung hervorgerufen“, hieß es. Und weiter: „Es steht zu befürchten, dass die Einbruchsdiebstähle zunehmen werden und dass vor allem die Bäckerläden Plünderungen ausgesetzt sein werden.“ Für den Einzelhandel wurden einige Empfehlungen ausgesprochen: Sicherung der Geschäfte, bescheidene Gestaltung der Schaufenster und Vorsicht vor gefälschten Lebensmittelkarten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Im Zeichen der Kriminalität</h2>



<p>Die Kriminalität war hoch in diesen Tagen. Nur die Spitze vom Eisberg landete in der Presse. So berichtete das „Flensburger Nachrichtenblatt“ am 28. März 1946 über Bäckermeister Ernst Thomsen, dem plötzlich 60 Brote fehlten. Und Witwe Margarete Boysen vermisste in ihrem Vorratskeller 85 Konserven und einen Zentner Kartoffeln. Fast zeitgleich erwischte die Polizei eine Diebesbande, der viele Einbrüche in Schlachtereien und Delikatessgeschäften nachgewiesen werden konnten. Einer der Gauner war bei einem Bestatter beschäftigt und hatte einen Zentner Zucker und 170 Pfund Butter-Pakete in einem Sarg versteckt. Auch weniger dramatisch wurde vieles den offiziellen Versorgungswegen entzogen. Der Schwarzmarkt florierte, und allein am 9. März 1946 verhandelte das Landgericht über 18 illegale Hausschlachtungen.</p>



<p>Die sehr angespannte Versorgung mit Lebensmitteln und Energie bestimmte am 12. März 1946 die Debatte in der Flensburger Ratsversammlung. CDU-Ratsherr Thomas Andresen wetterte: „Die Arbeitskraft ist für ein Volk das wichtigste Vermögen. Wenn wir jetzt auch noch diese verlieren, sehe ich kaum noch eine Rettung.“ SPD-Ratsherr Hugo Hellwig versuchte für Werftarbeiter und Bauhandwerker etwas herauszuholen: „Es ist nicht dasselbe, ob ein Berufstätiger im warmgeheizten Zimmer sitzt oder ein Arbeiter den ganzen Tag in der Kälte steht.“ Oberbürgermeister Jacob Clausen Möller formulierte einen Appell: „Ich bitte die Militärregierung dringend, doch wenigstens den unschuldigen Kindern zu helfen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Maßnahmen gegen den Hunger</h2>



<p>In Flensburg gediehen die Gerüchte, dass die Briten die Bevölkerung verhungern lassen wolle. Dabei sorgten die Kriegsfolgen, abgebrochene Transportwege und ungünstige Witterung überall auf dem Kontinent für Probleme. Jacob Clausen Möller traf sich in den nächsten Tagen im „Flensburger Hof“ mit einem britischen Adjutanten – um über Sofortmaßnahmen zu sprechen. Schon zur nächsten Zuteilungsperiode wurden die Rationen für Fleisch und Zucker erhöht – um täglich 40 Kalorien. Es wurde die Schulspeisung für „schwächliche Kinder“ gestartet. Wie es der Zufall wollte, traf auch endlich eine Weihnachtsüberraschung ein: Trockenobst und Backpulver. Bürgermeister Christian Carsten Christiansen suchte derweil einen Reeder, der eine Hochseeflotte aufbauen sollte, „um möglichst viele Fische nach Flensburg zu bekommen“.</p>



<p>Zu den knappen Gütern gehörten auch Kleidung und fast alle Gebrauchsgegenstände. Die Stadt Flensburg richtete im Kraftwerk eine maschinelle Schneiderei ein und organisierte Kurse für die Anfertigung von Kleinmöbeln. In einem früheren Marinegebäude wurde das „Gemeinnützige Versehrtenwerk Flensburg“ eröffnet. Etwa 100 Kriegsgeschädigte stellten Wäscheklammern, Holzlöffel, Kinderspielzeug oder Tischlampen her. Ein anderes städtisches Programm konzentrierte sich auf die 12.000 Kleingärten, die die Selbstversorgung fördern sollten. Für den Frühling wurden ausreichend Saat und Setzkartoffeln zugesagt. Allerdings warteten noch 2000 Mitglieder des Kleingärtnervereins auf die Zuweisung einer kleinen Scholle.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wohnungsamt prüfte „Personenstandsaufnahme“</h2>



<p>Flensburg musste nicht wie viele andere deutsche Städte einen Neuanfang in Ruinen bewältigen, hatte aber mit einem enormem Bevölkerungswachstum zu kämpfen. Anfang Januar 1946 gesellten sich zu den 70.000 Einwohnern immerhin 35.000 Flüchtlinge und 6000 gestrandete Soldaten. Die nächsten drei Monate brachten im Saldo nochmals einen Zugang von 3500 Menschen. Viele kamen in Privatunterkünften unter. Die Militärregierung wünschte eine „Personenstandsaufnahme“. An jeder Haustür sollte eine Liste hängen – mit den Namen der Bewohner und mit Fakten zu den Wohnungen. Bei der Belegung fühlte sich nicht jeder gerecht behandelt, das Wohnungsamt nahm viele Prüfungen vor.</p>



<p>Einen besonderen Fall stieß das „Komitee ehemaliger KZ-Angehöriger“ an: Am Adelbyer Kirchenweg hatten in einer Kriegsbeschädigten-Siedlung von 1936 nicht nur Versehrte des Ersten Weltkrieges ein Haus erhalten, sondern auch einige Träger des goldenen NSDAP-Parteiabzeichens. Das Komitee forderte die Räumung des Wohneigentums. Die Stadt Flensburg schien ratlos und schaltete den Oberpräsidenten ein. Aus Kiel kam der Hinweis, von einer solchen Maßnahme abzusehen, da „keine Rechtsgrundlage“ existiere. Stattdessen beschloss der Flensburger Magistrat, Wohnungen alter Nazis stärker mit Flüchtlingen zu belegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Flüchtlinge: Unterkunft und politische Beteiligung</h2>



<p>Dennoch reichte das Potenzial an Zimmern nicht für die Neuankömmlinge. An mehreren Stellen der Stadt gab es Barackenlager. Etwa in Kielseng, wo 1000 Menschen auf wenig Platz lebten. Sie erhielten nun einen eigenen Kaufmann, Schuhmacher, Friseur und eine Nähstube. Im Februar bestellte die Stadt 3000 Betten bei einer Holzhandlung. Klagen betrafen nun häufig die Gemeinschaftsverpflegung: Wurde am gelieferten Essen gespart? Eine Überraschung hatte das Kirchliche Hilfswerk parat: Die schwedische Kirche hatte 4000 tiefgekühlte Fische gesendet, die in den Lagern verteilt wurden.</p>



<p>Viele Flüchtlinge lebten nun schon seit bald einem Jahr in Flensburg, galten aber noch nicht als Bürger. Die Militärregierung forderte ihre Integration in die Kommunalpolitik. Der Magistrat besprach dieses Thema. „Sämtliche Stadträte erklärten sich gegen die Berufung der Flüchtlinge zu Ratsherren, da man dadurch die Flüchtlinge als Partei anerkennen würde“, wurde am 18. Februar 1946 protokolliert. „Es sei nicht die Absicht, Flüchtlinge über städtische Angelegenheiten entscheiden zu lassen.“ Einen Monat später nahmen erstmals sechs Neuankömmlinge an der Ratsversammlung teil. Sie durften nicht abstimmen, konnten aber über ihren Sprecher Kurt Poppe Wünsche einbringen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geburtsstunde der politischen Parteien</h2>



<p>Flensburg gab sich eine neue Ortssatzung. Die Stadtvertretung bestand aus Oberbürgermeister, seinem Stellvertreter und 35 Ratsherren. Aus ihrer Mitte wählte das Gremium am 31. Januar 1946 Friedrich Drews zum Stadtdirektor. Als Bindeglied zur Verwaltung, die die Beschlüsse und Weisungen umzusetzen hatte, diente der Magistrat. Von den 35 Ratsherren gehörten zwölf der bürgerlichen Fraktion an, zehn der SPD, neun der dänischen Minderheit und vier der KPD. Vier Flensburger Vertreter wohnten in Kiel den Sitzungen des Provinzial-Landtags bei: Steuerberater Thomas Andresen (CDU), Fabrikant Friedrich Klaus (CDU), Geschäftsführer Hermann Olson (SPD) und Rechtsanwalt Willi Johannsen (dänische Minderheit).</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="724" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/fritz-drews-stadtarchiv-724x1024.jpg" alt="Flensburg 1946 Folge 1: Hunger  Holzmangel und eine Hochschule" class="wp-image-85884" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/fritz-drews-stadtarchiv-724x1024.jpg 724w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/fritz-drews-stadtarchiv-212x300.jpg 212w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/fritz-drews-stadtarchiv-768x1086.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/fritz-drews-stadtarchiv-297x420.jpg 297w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/fritz-drews-stadtarchiv-696x984.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/fritz-drews-stadtarchiv.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der neue Stadtdirektor: Friedrich Drews (SPD); Foto: Stadtarchiv Flensburg</figcaption></figure></div>


<p>Im Winter 1946 erlebten die Parteien ihre Renaissance. Die Premiere hatte die SPD am 5. Januar im Deutschen Haus. Es war ein Plädoyer für einen „Demokratie-Sozialismus“. Die Kommunisten zogen wenige Tage später nach, konnten aber rund 1000 Interessierte nicht mehr in die völlig überfüllte „Neuen Harmonie“ lassen. In den nächsten Wochen feierte die KPD ihre Ikonen Lenin, Liebknecht und Luxemburg, ehe bei einer Kundgebung im Deutschen Haus starke Gewerkschaften und eine Zerstückelung des Großgrundbesitzes gefordert wurden.</p>



<p>In der Aula des Alten Gymnasiums feierte die Christlich-demokratische Partei ihre Gründung. Schnell kam es zu einer Namensänderung: Am 20. Februar traf sich der CDU-Bezirksverband im Deutschen Haus. Die verbale Musik spielte in diesen Tagen allerdings im linken Parteienspektrum. Am 10. März freute sich die Flensburger SPD über den Besuch ihrer Spitzenkraft. „Es muss ein Neuaufbau und kein Wiederaufbau Deutschlands vorgenommen werden“, sagte Kurt Schumacher und griff die Konkurrenz an: „Die Kommunisten sind nur ein Werkzeug in fremden Händen.“ 18 Tage später versammelte die KPD eine große Zuhörerschaft und propagierte die „Einheit der Arbeiterklasse“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fehlende Disziplin im Straßenverkehr</h2>



<p>Es waren unruhige Zeiten, die ihre traurigen Spuren auch im Verkehr hinterließen. Mitte Januar war Flensburg geschockt, dass binnen Kürze drei Kinder schwer verletzt wurden. In der Bismarckstraße fuhr ein Sechsjähriger mit dem Schlitten unter einen Lastwagen.&nbsp; Ein Fünfjähriger in der Neustadt und eine Dreijährige in der Norderstraße waren unachtsam und wurden von Fahrzeugen erfasst. Flensburgs Polizeipräsident Konrad Fulda kündigte am 23. Januar 1946 verstärkte Polizeikontrollen an: „In letzter Zeit hat die Verkehrsdisziplin aller, ganz besonders der Kraftfahrzeugfahrer, erheblich nachgelassen.“</p>



<p>Doch schon am nächsten Nachmittag ereignete sich in der Friedrich-Ebert-Straße der nächste schwere Verkehrsunfall. Eine Zugmaschine schoss auf einen Gehweg. Dort standen zwei Polizeibeamte, einer verstarb am nächsten Morgen an seinen schweren Verletzungen. In den nächsten Wochen schien mehr Disziplin zu herrschen, ehe in der zweiten Märzhälfte zwei weitere Fußgänger überfahren und getötet wurden. Die größte Trauer löste allerdings das Schicksal zweier kleiner Knaben aus. Sie waren vom Spielen nicht zurückgekehrt und wurden schließlich in einem Wasserbehälter tot aufgefunden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Einweihung der Pädagogischen Hochschule</h2>



<p>Ende Februar trafen neue Fibeln, Lesebücher und Rechenblätter ein. Ein Schritt zur Normalität in den Flensburger Schulen. Große Klassen waren die Reaktion auf den Lehrermangel, den es zu lindern galt. Der Geist der ehemaligen pädagogischen Akademie in Kiel-Hassee erwachte, konnte zunächst aber nicht im zerstörten Kiel realisiert werden. Die Militärregierung ordnete die Einrichtung einer Pädagogischen Hochschule an, und zwar in Flensburg. Im Südflügel der ehemaligen Kriegsmarineschule leisteten ab dem 21. März 1946 gut 200 Absolventen in beengten Verhältnissen einen „pädagogischen Zehnkampf“. Es waren ausschließlich Männer, die als ehemalige Kriegsteilnehmer nur 15 Monate zu studieren hatten.</p>



<p>Bei der Einweihung erklang eine Ouvertüre von Brahms. Oberstleutnant Wilcox, Chef der Erziehungsabteilung der Militärregierung, sagte: „Wenn die Lehrer die heranwachsende Jugend nicht zu echter Menschlichkeit und Sittlichkeit erziehen, droht die Gefahr, dass die Katastrophe Nazi-Deutschlands sich wiederholt.“ Flensburgs Oberbürgermeister Jacob Clausen Möller versprach, dass die „Hochschule sich stets dem Wohlwollen der Stadt erfreuen“ werde. Zuvor hatte die Stadt allerdings andere Pläne. Sie wollte in der Marineschule – unter dem Eindruck einer Seuchengefahr – ein großes Krankenhaus aufbauen und befürchtete, dass die Pädagogen-Ausbildung schon sehr bald nach Kiel abwandern könnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Hunger nach geistiger Nahrung“</h2>



<p>Die Militärregierung intervenierte. So erschienen zum Frühlingsbeginn 1946 immerhin 220 junge Männer – zumeist in abgetragenen Wehrmachtsuniformen – am ehemaligen Marinestandort. Sie hatten Decken, Handtücher, Tischlampen, Teller, Essbesteck und Schreibmaterial dabei. Die meisten kamen in zwei Baracken des Heinz-Krey-Lagers unter. Eine Kelle Suppe oder Brot mit Aufstrich gab es in einer Essbaracke. Die Mägen knurrten oft, groß war aber auch der „Hunger nach geistiger Nahrung“. Ein Pädagoge, ein Biologe, ein Mathematiker, ein Theologe und ein Kunstwissenschaftler dozierten. Für ein Praktikum mussten die jungen Männer oft mit Fahrrad oder zu Fuß in entlegene Dörfer und sammelten erste Lehrerfahrungen in Klassen mit 55 Kindern.</p>



<p>Der erste Direktor der Pädagogischen Hochschule war Gerhard Bohne, der Theologe. Seine Amtszeit währte allerdings nur kurz. Der Stundenplan begann montags immer erst um 14 Uhr, da den Studenten und auswärtigen Dozenten ein längeres Wochenende gegönnt war – auch um sich „zu Hause richtig satt zu essen“. Es war im Juni 1946, als eine Delegation mit zwei britischen Pädagoginnen den neuen Mürwiker Lehrbetrieb besuchen wollte – ausgerechnet an einem Montagvormittag. Vor Ort waren da nur die Sekretärin und der Hausmeister. Zwar wurden noch schnell der in Flensburg lebende Biologie-Professor und 100 Studenten zusammengetrommelt, um einen Vortrag über „Vogelschutz“ zu starten, das Kind war aber bereits in den Brunnen gefallen. Die eine der beiden Britinnen sah eine Verletzung der Aufsichtspflicht. „Die Unterbringung der Studenten ist doch nicht mit einem Internat zu verwechseln“, versuchte sich Gerhard Bohne zu verteidigen. Es half nichts: Er wurde nach Dithmarschen versetzt. Eduard Becker, der Mathematiker, wurde sein Nachfolger.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erster Normalstudiengang im Sommer 1946</h2>



<p>Ende Juli 1946 wurden knapp 100 Studenten von Flensburg nach Kiel versetzt. Dort nahm eine zweite Pädagogische Hochschule ihre Arbeit auf. Gleichzeitig begann in Flensburg der erste Normalstudiengang – mit 94 jungen Frauen und Männern. Die Stadt im hohen Norden stand bei den Bewerbern hoch im Kurs. Einer schrieb: „Ich denke, dass die Luft echter akademischer Freiheit, echten Gemeinschaftsgeistes, die nach den Schilderungen der Studierenden in Flensburg herrschen soll, mir außerordentlich wohltun wird.“ Einen wichtigen Stellenwert hatte auch das „demokratische Denken“. Mitte Oktober 1946 fand in der Aula der Flensburger Mädchen-Mittelschule eine dreitägige Tagung statt – mit Themen wie „Demokratische Selbstverwaltung“ oder „Der geistesgeschichtliche Ursprung der Grundrechte“. 1946 war das erste vollständige Jahr der Nachkriegszeit, was für Deutschland mit einer neuen politischen Ordnung verbunden war.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner  <br>Titelfoto: Stadtwerke Flensburg</em></p>
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		<title>Gisela Mikolajewicz &#8211; „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Mar 2026 11:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Straßen und Stadtteile]]></category>
		<category><![CDATA[flensburg]]></category>
		<category><![CDATA[Friesischer Berg]]></category>
		<category><![CDATA[Gisela Mikolajewicz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sie steht in Flensburg als lebendes Beispiel für die Gegenwart und die jüngere Vergangenheit unserer schönen Heimatstadt, für die 30er Jahre mit dem Beginn des Nazi-Regimes, des Zweiten Weltkriegs, die entbehrungsreichen Nachkriegsjahre, den Wiederaufbau in den 50er Jahren – bis heute ins noch junge Jahr 2026: Gisela Mikolajewicz, Jahrgang 1933. Ein Flensburger Kind Gisela Mikolajewicz [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Sie steht in Flensburg als lebendes Beispiel für die Gegenwart und die jüngere Vergangenheit unserer schönen Heimatstadt, für die 30er Jahre mit dem Beginn des Nazi-Regimes, des Zweiten Weltkriegs, die entbehrungsreichen Nachkriegsjahre, den Wiederaufbau in den 50er Jahren – bis heute ins noch junge Jahr 2026: Gisela Mikolajewicz, Jahrgang 1933.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="708" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-1024x708.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85962" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-1024x708.jpg 1024w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-300x207.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-768x531.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-1536x1061.jpg 1536w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-2048x1415.jpg 2048w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-608x420.jpg 608w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-696x481.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-1068x738.jpg 1068w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein Flensburger Kind</h2>



<p>Gisela Mikolajewicz ist gebürtige Flensburgerin, im deutschen Schicksalsjahr 1933 geboren, als zweites von drei Kindern der Familie Scheuch. Ihr Vater stammte ursprünglich aus Hessen, ihn lockten die Seefahrt und die Aussicht auf das Kennenlernen der weiten Welt zur Marine. So verschlug es ihn in den hohen Norden nach Flensburg. Er machte die übliche Karriere beim Militär, wurde schließlich sogar zum Marineoffizier befördert. Wie viele andere seiner Kameraden verliebte er sich in eine einheimische junge Frau, bald darauf heirateten sie. Seine Kinder sollten im damaligen Marinelazarett Mürwik (später die Klinik Ost) in der Kelmstraße das Licht der Welt erblicken – doch bei der kleinen Gisela klappte das nicht. Während erst die große Schwester und später auch der kleine Bruder dort zur Welt kamen, wurde das mittlere Kind eine Hausgeburt. Wie es dazu kam?&nbsp;</p>



<p>„Nun, ich hatte es wohl besonders eilig! Als bei meiner Mutter die Wehen einsetzten, schaffte sie es nicht mehr ins Lazarett, und so ergab es sich, dass ich praktisch zu Hause, im Bett meiner Großmutter, geboren wurde“, schmunzelt unsere Protagonistin. Die Familie Scheuch wohnte seinerzeit auf dem Friesischen Berg in der Katharinenstraße im Haus Nr. 23, die Großeltern fast nebenan in der Hausnummer 17.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1133" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Luett-Gisela-Mommsenstrasse-1938.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85960" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Luett-Gisela-Mommsenstrasse-1938.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Luett-Gisela-Mommsenstrasse-1938-212x300.jpg 212w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Luett-Gisela-Mommsenstrasse-1938-723x1024.jpg 723w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Luett-Gisela-Mommsenstrasse-1938-768x1088.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Luett-Gisela-Mommsenstrasse-1938-297x420.jpg 297w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Luett-Gisela-Mommsenstrasse-1938-696x986.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Die Familie Scheuch führte ein für damalige Zeiten normales Familienleben, der Vater arbeitete als Spezialist für Torpedowartung und war bei der Marine in Mürwik tätig, die Mutter kümmerte sich um den Haushalt und die Kinder. Einige Jahre später zogen die Scheuchs in eine größere Wohnung nach Jürgensby um. Sie waren ab 1938 in der Mommsenstraße zu Hause. Ein Jahr später, 1939, war es dann soweit, Gisela sollte nun in die Volksschule eingeschult werden. Sie wurde Erstklässlerin in der damaligen „Theodor-Storm-Schule“ – im einstigen Schulgebäude ist heute der „Offene Kanal“ zuhause, in der St. Jürgen-Straße 95. Bald stand jedoch ein erneuter Umzug für die Familie an, sie fanden auch auf dem Ostufer eine besser passende Bleibe für ihre inzwischen fünfköpfige Familie.</p>



<p>In der Weihnachtszeit 1939 zog man dann ein weiteres Mal um, jetzt in die damalige Kaiser-Wilhelm-Straße 134, die heutige Mürwiker Straße 134 (wurde nach dem 2. Weltkrieg umbenannt auf Weisung des Kontrollrates). Nun wohnten sie noch näher an den zahlreichen Marine-Liegenschaften – schräg gegenüber der Ziegeleistraße und unweit des einstigen Marine-Stützpunktes (heute die Marina „Sonwik“). Für die kleine Gisela bedeutete das einen Schulwechsel zur „Mürwik-Schule“, der heutigen Ostsee-Schule.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="491" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Geschwister-Scheuch-1941.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85954" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Geschwister-Scheuch-1941.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Geschwister-Scheuch-1941-300x184.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Geschwister-Scheuch-1941-768x471.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Geschwister-Scheuch-1941-684x420.jpg 684w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Geschwister-Scheuch-1941-696x427.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Geschwister Scheuch, 1941</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der Zweite Weltkrieg</h2>



<p>„Vom Krieg bekamen wir kaum etwas mit, wir als Kinder sowieso nicht“, weiß Gisela zu erzählen. Doch der Lauf der Ereignisse hatte auch Auswirkungen auf ihre Familie. Im Jahr 1941 wurde Giselas Vater an einen weit entfernten Ostsee-Standort nach Kolberg an die dort beheimatete Torpedoschule versetzt. Dort war er im Rang eines Ober-Ingenieurs als Leiter der Torpedowerkstatt eingesetzt. Nun zog die ganze Familie Scheuch mit Sack und Pack nach Kolberg um. „Uns gefiel es dort durchgehend sehr gut, wir wohnten nicht sehr weit weg vom herrlichen Ostseestrand, hatten sogar den ganzen Sommer über einen Strandkorb gemietet und führten dort ein beschauliches und wohlbehütetes Leben – jedenfalls bis etwa 1944. Nach und nach flogen immer häufiger feindliche Bomber-Geschwader in großer Höhe über uns hinweg, vermutlich auf dem Weg nach Berlin. Wir wurden allerdings nicht behelligt von diesen Kriegsmaschinen. Unsere Eltern wurden zunehmend unruhiger, denn die Russen waren auf dem Vormarsch Richtung Deutschland. So sah sich unser Vater schließlich zum Handeln gezwungen.“ Giselas Vater organisierte dienstlich über die Reichsbahn im Februar 1945 für seine Familie und noch weitere betroffene Angehörige einen zusätzlichen Viehwaggon für den Rücktransport der Zivilisten nach Schleswig-Holstein. Das klappte anstandslos und so flohen die Scheuchs vergleichsweise komfortabel per Zug nach Flensburg. Der militärische und von Soldaten bewachte und begleitete Zugtransport sollte Lufttorpedos nach Kopenhagen bringen, sollte auf der Reise allerdings Halt machen in Flensburg-Weiche, um die mitreisenden Zivilisten abzusetzen. Immerhin 11 Tage dauerte diese abenteuerliche Zugfahrt, unterwegs mit einem längeren Aufenthalt in Stettin, wo die Begleitsoldaten sogar Essen und Getränke für die mitreisenden Zivilisten „organisierten“. Schließlich erreichte die Familie Scheuch mit den anderen Mitreisenden wohlbehalten und erleichtert ihren Zielbahnhof in Flensburg-Weiche.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="611" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Im-Strandkorb-Kolberg-1944-611x1024.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85959" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Im-Strandkorb-Kolberg-1944-611x1024.jpg 611w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Im-Strandkorb-Kolberg-1944-179x300.jpg 179w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Im-Strandkorb-Kolberg-1944-768x1287.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Im-Strandkorb-Kolberg-1944-251x420.jpg 251w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Im-Strandkorb-Kolberg-1944-696x1167.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Im-Strandkorb-Kolberg-1944.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 611px) 100vw, 611px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Strandkorb, Kolberg 1944</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Wieder zurück in Flensburg</h2>



<p>Zu Fuß machten sich Mutter und die Kinder vom Bahnhof Weiche auf zur Wohnung der Oma in der Katharinenstraße, wo sie vorerst unterkamen. Ihre letzte Wohnung in Flensburg-Mürwik war natürlich nicht mehr frei, dort wohnten mittlerweile andere Bürger zur Miete. Doch die Scheuchs sollten erneut Glück haben: „Unsere „alte“ Wohnung wurde ziemlich bald wieder frei, und wir durften einen Teil der Wohnung übernehmen“, staunt Gisela noch heute über die damaligen günstigen Umstände. Schließlich war es in jenen Tagen nicht gerade einfach, in der Stadt Flensburg, die voller Flüchtlinge war und aus allen Nähten platzte, unterzukommen. „Wir hatten reichlich Platz in der Mürwiker Straße, die Wohnung hatte immerhin 3,5 Zimmer und eine zusätzliche unbeheizte Schlafkammer. Als Grundbedingung für den Wiedereinzug mussten wir aber in unserer einstigen Wohnung zusätzliche Flüchtlinge mit aufnehmen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="885" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Bruder-Kalle-mit-Putzi-1947.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85951" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Bruder-Kalle-mit-Putzi-1947.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Bruder-Kalle-mit-Putzi-1947-271x300.jpg 271w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Bruder-Kalle-mit-Putzi-1947-768x850.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Bruder-Kalle-mit-Putzi-1947-380x420.jpg 380w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Bruder-Kalle-mit-Putzi-1947-696x770.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bruder Kalle mit Putzi, 1947</figcaption></figure></div>


<p>Für Gisela stand ein erneuter Schulwechsel an. Hatte sie noch in Kolberg ein Schuljahr lang das dortige Gymnasium besucht, so kam sie in Flensburg nun aufs „Lyzeum“ im Südergraben, auch ein Gymnasium. „Dort gefiel es mir allerdings überhaupt nicht, und ich war sehr froh, dass meine Eltern mich schon bald ummeldeten: Ich kam nun auf die Duborg-Skolen (eine Mittelschule), die ich von 1947 bis 1950 besuchte. Für mich war es gut, dass es an den dänischen Schulen damals für alle Schüler und Schülerinnen jeden Morgen ein Frühstück gab. Ich war in jenen Jahren ein sehr mageres Kind, beinahe unterernährt, und zur Freude meiner Eltern und meiner Oma wurde ich so allmählich wieder aufgepäppelt. Überhaupt gefiel es mir an der dänischen Schule bestens, ich hatte nette Mitschüler, gute und freundliche Lehrer, und so wurde ich auch eine gute Schülerin und schaffte im Jahr 1950 meinen Mittelschul-Abschluss mit einem sehr guten Abgangszeugnis“, denkt sie gern an ihre Schulzeit zurück.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="818" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-mit-20-1953_Vorwort.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85956" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-mit-20-1953_Vorwort.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-mit-20-1953_Vorwort-293x300.jpg 293w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-mit-20-1953_Vorwort-768x785.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-mit-20-1953_Vorwort-411x420.jpg 411w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-mit-20-1953_Vorwort-696x712.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-mit-20-1953_Vorwort-356x364.jpg 356w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gisela mit 20 Jahren, 1953</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Start ins Erwachsenenleben</h2>



<p>Mit dem Mittelschul-Abschluss in der Tasche bewarb Gislea Mikolajewicz sich bei einigen Flensburger Firmen um eine Lehrstelle. Sie wurde schließlich angenommen von der Firma „Anthon &amp; Söhne“, einer hiesigen Maschinenbau-Firma mit damaligem Sitz in der Friesischen Straße. „Dort absolvierte ich eine dreijährige Lehre zum Industriekaufmann“, erzählt mir meine Gesprächspartnerin. „Ich habe dort viel gelernt, aber auch viel gearbeitet“, weiß sie zu berichten. „Lehrjahre waren damals keine Herrenjahre, wie es so schön heißt. Ich hatte eine 48-Stunden-Woche, verdiente im ersten Lehrjahr 45 Mark, zum Ende der Lehrzeit jedoch bereits 75 Mark im Monat. Viermal täglich legte ich die Strecke von Mürwik in die Friesische Straße bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad zurück, morgens und nachmittags hin, zur Mittagspause und abends zurück. Das war für mich ein gutes Training, denn ich war in meiner Freizeit begeisterte Turnerin beim Turnklub Mürwik, ging regelmäßig zum Turnen in die Sporthalle an der Reitbahn und später in der Marinesportschule.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="616" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Feldhandball_2.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85953" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Feldhandball_2.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Feldhandball_2-300x231.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Feldhandball_2-768x591.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Feldhandball_2-545x420.jpg 545w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Feldhandball_2-696x536.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Feldhandball-Länderspiel auf dem Eckener Platz, 1951</figcaption></figure></div>


<p>Nach der Lehre wechselte Gisela den Arbeitgeber. „Ich bekam eine Anstellung bei der Flensburger Werft als Industriekaufmann. Inzwischen hatte ich Gerd Mikolajewicz kennengelernt, bald „gingen“ wir beide miteinander, wie es früher hieß. Wir waren jung und frisch verliebt, hätten gern eine gemeinsame Wohnung bezogen. Über den Arbeitgeber von meinem Gerd bestand die Möglichkeit, eine Werkswohnung zu bekommen. Doch um einen Anspruch auf die begehrte Werkswohnung zu haben, musste man verheiratet sein. So heirateten wir kurzentschlossen im Jahr 1955 und erhielten kurz darauf die ersehnte Werkswohnung in der Möwenstraße, einer Nebenstraße der Harrisleer Straße, nahe dem Schwarzenbachtal. Im Jahr 1958 kündigte sich bei uns Nachwuchs an, unser erster Sohn wurde schließlich geboren, wir waren jetzt eine kleine Familie.“&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine sportbegeisterte Familie</h2>



<p>Gisela und auch ihr Ehemann waren von Jugend an begeisterte Handballer, gingen beide in diesem Sport förmlich auf. Ende der 40er und Anfang der 50er Jahre war Handball sehr beliebt in Flensburg. Neben dem einstigen Feldhandball wurde bald vermehrt auch Hallenhandball gespielt. Die Männer des FTB waren seinerzeit sehr erfolgreich, sie hatten mit Siegfried Perrey und Bernd Kuchenbecker auch zwei überregional bekannte Handballer in ihrer Mannschaft. „Wir Mädchen schwärmten für die Spieler, insbesondere Bernd Kuchenbecker himmelten viele von uns an“, schmunzelt Gisela in Erinnerung an ihre Spielzeit ebendort. „Das tollste Spiel durfte ich als 19jährige mit meiner Jung-Mädchenmannschaft sogar in der Kieler Ostseehalle spielen. Wir bestritten dort das Vorspiel vor den Männern, die anschließend gegen den THW Kiel spielten.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="728" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Ehepaar-Mikolajewicz-1980.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85952" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Ehepaar-Mikolajewicz-1980.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Ehepaar-Mikolajewicz-1980-300x273.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Ehepaar-Mikolajewicz-1980-768x699.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Ehepaar-Mikolajewicz-1980-462x420.jpg 462w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Ehepaar-Mikolajewicz-1980-696x633.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ehepaar Mikolajewicz, 1980</figcaption></figure></div>


<p>Gisela spielte damals für den Verein „Sportfreunde Flensburg“. Die Handball-Abteilung des Flensburger TB war von 1950 bis 1954 als „Sportfreunde Flensburg“ ein eigenständiger Verein!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Mutter und Hausfrau</h2>



<p>„Wie es damals allgemein üblich war, blieb ich nach der Geburt unseres Sohnes fortan zu Hause, war jetzt fürsorgende Mutter und Hausfrau. Das wollte mein Ehemann auch so: „Du hast ja schließlich mich“ sagte er.“ In den ersten Jahren war Gisela auch mit den anstehenden häuslichen Pflichten ausgelastet, zumal sich in 1968 ein zweiter Sohn dazugesellte. Die Familie zog nach einigen Jahren wieder um vom Westufer nach Jürgensby, fand eine ansprechende Wohnung nahe dem St.-Jürgen-Platz. Ende der 60er Jahre war die Familienplanung bei den Mikolajewicz endgültig abgeschlossen, nun stand für die Familie allerdings ein großes und bedeutsames Projekt an: der Bau eines Eigenheims im aufwachsenden Stadtteil Mürwik.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p>„Im Jahre 1969 war unser eigenes Haus dann bezugsfertig, wir zogen erneut um, diesmal in unser eigenes Reich. Und es kam wie erhofft: Wir fühlten uns ab dem ersten Augenblick im Birkenhof zu Hause“, denkt Gisela gern an jene Anfangsjahre zurück. „Heute wohne ich immer noch beziehungsweise schon wieder hier in unseren eigenen vier Wänden und habe es nie bereut hier zu wohnen und zu leben.“ Die Söhne wuchsen heran, gingen erst zur Grundschule und später aufs Gymnasium, machten beide ihr Abitur und fanden anschließend ihren eigenen Weg ins Leben. Beide Jungen waren von klein an wie die Eltern begeisterte Handballer, die ganze Familie ging auch gern zum Zuschauen in die Hallen der Region. „Gern hätte auch ich, wie meine beiden Geschwister und unsere Söhne, das Abitur gemacht. Doch meine Jungs trösteten mich über dieses vermeintliche Versäumnis hinweg, schlugen mir sogar vor, doch einfach als Gasthörerin einzelne Studiengänge an der Flensburger PH zu belegen – was ich sehr zu meiner Freude später auch in die Tat umsetzte. So hörte ich Deutsche Geschichte, Literatur und Dänisch und war begeisterte „Studentin“. Ich fand so immer mehr Gefallen an öffentlichen und allgemein zugänglichen Bildungsstätten und fing einige Zeit später an, erste Kurse an der hiesigen Volkshochschule zu besuchen und zu belegen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="874" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Harald-Kellermann.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85958" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Harald-Kellermann.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Harald-Kellermann-275x300.jpg 275w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Harald-Kellermann-768x839.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Harald-Kellermann-384x420.jpg 384w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Harald-Kellermann-696x760.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Harald Kellermann</figcaption></figure></div>


<p>Im März 1992 verstarb dann plötzlich und unerwartet ihr Ehemann. Die Söhne waren zu dem Zeitpunkt längst erwachsen und hatten das Elternhaus verlassen, standen schon auf eigenen Füßen. Um den Verlust des Ehepartners besser verarbeiten zu können, intensivierte Gisela Mikolajewicz ihre Aufenthalte in der VHS, zudem nahm sie seit Jahren schon im Flensburger Stadion an den dort stattfindenden Sportabzeichen-Abnahmen teil. „Schon als meine Jungs heranwuchsen, war ich regelmäßig mit ihnen zum Laufen, Springen und Werfen im Flensburger Stadion, später übernahm ich sogar selbst die Abnahme der Sportabzeichen bei anderen Teilnehmern“, lässt Gisela durchblicken, dass sie schon immer eine begeisterte vielseitige Sportlerin war und ist. Einmal jährlich gab es als offizielles „Dankeschön“ für alle Sportabzeichen-Prüfer ein gemeinsames Essen in Glücksburg-Schwennauhof, das der LSV Schleswig-Holstein veranstaltete.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Karriere an der Volkshochschule</h2>



<p>Gisela Mikolajewicz war mittlerweile zum Stammgast an der VHS Flensburg geworden. Insbesondere interessierten sie jene Kurse, deren Inhalte sich speziell um Flensburg, die Stadtgeschichte und die angrenzende Region drehten.</p>



<p>„Eines Tages fiel eine langjährige Dozentin der Kursreihe „Flensburg zum Kennenlernen“ krankheitsbedingt aus. Bald kam die Leitung der VHS auf mich zu und fragte mich, ob ich es mir vorstellen könnte, den entsprechenden Dozentenplatz vorübergehend zu übernehmen. So war ich plötzlich von einer Hörerin zur Dozentin aufgerückt. Schnell merkte ich, dass der Posten für mich maßgeschneidert war, ich kniete mich mit großer Begeisterung in die neue Aufgabe rein und übte diese Position über viele Jahre aus!“&nbsp;</p>



<p>Ihr Engagement an der VHS sollte zu einer ständigen Einrichtung werden und wurde von ihr noch ausgeweitet. Nach einigen Jahren gründete die umtriebige Witwe sogar einen VHS-Reiseclub! „Diese Einrichtung kam bei den Flensburgern „bombig“ an, der Zuspruch übertraf meine anfänglichen Erwartungen bei Weitem“, schmunzelt die Seniorin. „Es dauerte gar nicht lange, da waren wir oft mit bis zu 50 Teilnehmern auf diesen Tagestouren in ganz Schleswig-Holstein mit Reisebussen unterwegs. Die Touren waren regelmäßig ausgebucht, oft standen noch zusätzlich bis zu 25 weitere Personen auf der Warteliste.“ Immerhin gute zehn Jahre lang, von 2002 bis 2012, war Gisela als Reiseleiterin einmal im Monat auf Achse.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="554" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85950" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-300x208.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-768x532.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-606x420.jpg 606w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-696x482.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Als stolze Oma, 2000</figcaption></figure></div>


<p>Im Rahmen ihrer Tätigkeiten in der Volkshochschule lernte sie eines Tages Harald Kellermann kennen. Der war seinerzeit auch Single und teilte Giselas Interessen. Bald wurde die Verbindung zu ihm immer intensiver, sie wurden schließlich Partner. „Harald hatte im nahegelegenen Wees ein großes Einfamilienhaus. Wir zogen nach einigen gemeinsamen Jahren im Jahr 2002 zusammen. Wir verlebten viele abwechslungsreiche und schöne Jahre, Harald unterstützte mich immer bei all meinen vielen Aktivitäten. Ich blieb dort in Wees wohnen, bis Harald leider krank wurde, schließlich sogar in ein Pflegeheim musste. Bis zu seinem Tod blieben wir eng verbunden, ich besuchte ihn regelmäßig am Krankenbett und im Pflegeheim, bis er verstarb.“&nbsp; Lange Jahre besaß Gisela ein Sommerhäuschen in Norgaardholz an der Ostseeküste. „So hatten wir den Sommer über immer eine feste Anlaufstelle. Überhaupt war die ganze Familie seit jeher bei jeder Gelegenheit am Strand, in den 30er Jahren sonnten und badeten wir in Klein-Westerland (heute ist dort das Klärwerk angesiedelt), in Kolberg an der unendlich langen und feinsandigen Ostseeküste, später in Flensburg mal am Ostseebad, aber auch gegenüber an der Solitüde“, erinnert sich meine Gesprächspartnerin gern an jene schönen Zeiten und Sommertage.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Stadtfuehrerin-im-Einsatz-2011-768x1024.jpeg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85949" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Stadtfuehrerin-im-Einsatz-2011-768x1024.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Stadtfuehrerin-im-Einsatz-2011-225x300.jpeg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Stadtfuehrerin-im-Einsatz-2011-315x420.jpeg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Stadtfuehrerin-im-Einsatz-2011-696x928.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Stadtfuehrerin-im-Einsatz-2011.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Als Stadtführerin&#8230;</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Sie wird zur stadtbekannten Flensburgerin</h2>



<p>Neben den VHS-Kursen sowie den Reisetätigkeiten wurde Gisela in Flensburg als Stadtführerin aktiv und durch diese Tätigkeiten bald stadtbekannt. Sie durfte sogar als Zivilistin regelmäßig Stadtführungen durch die Marineschule veranstalten. Das war nicht gerade selbstverständlich, war sie mit ihrer Gruppe von Teilnehmern in jener historischen Liegenschaft ja auf dem Gelände einer militärischen Sicherheitszone unterwegs.</p>



<p>Im Jahr 2001 veröffentlichte sie sogar ein eigenes Buch: „Erinnerungen an Flensburg – wie es einmal war“. Das Buch ist längst ausverkauft – für Interessierte ist es leider nur noch im Antiquariat erhältlich. Im Zuge ihrer vielen Aktivitäten lernte unsere Gesprächspartnerin Frau Dr. Glüsing kennen, die frühere Leiterin des Flensburger Schifffahrtsmuseums.&nbsp;</p>



<p>„Frau Dr. Glüsing bat mich bald darauf, doch auch einige Führungen durch das Schifffahrtsmuseum zu übernehmen, daneben auch ebendort Vorträge über die abwechslungsreiche Flensburger Stadtgeschichte zu halten.“ Dazu fand sich Gisela schnell bereit, war nun auch in unserem geschätzten Schifffahrtsmuseum aktiv. Gerade in den ersten Jahren nach dem Millenniumswechsel bis etwa zur Mitte des letzten Jahrzehnts war Gisela Mikolajewicz beinahe überall in der Stadt bei Führungen anzutreffen, war regelmäßig im Schifffahrtsmuseum zu Hause und verbreitete durch die engagierte und kurzweilige Art ihrer Vorträge bei den Zuhörern viel Spaß, Lust und auch Interesse an der Flensburger Stadtgeschichte und dem Leben hier im hohen Norden. Ihr Wirken und Schaffen blieben schließlich auch in der Flensburger Öffentlichkeit nicht unbemerkt. Die hiesige Tageszeitung nahm sie sogar in die Liste der „Menschen des Jahres“ für das Jahr 2013 auf – da war sie immerhin schon 80 Jahre alt, trotz dieser stolzen Jahreszahl jedoch immer noch geistig und körperlich „fit wie ein Turnschuh“ – wie es im Volksmund heißt.&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-kennt-ihr-Flensburg-bestens-2011-768x1024.jpeg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85955" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-kennt-ihr-Flensburg-bestens-2011-768x1024.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-kennt-ihr-Flensburg-bestens-2011-225x300.jpeg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-kennt-ihr-Flensburg-bestens-2011-315x420.jpeg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-kennt-ihr-Flensburg-bestens-2011-696x928.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-kennt-ihr-Flensburg-bestens-2011.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8230;kennt Gisela ihr Flensburg bestens</figcaption></figure></div>


<p>„Gerade diese Tätigkeiten waren für mich in all den Jahren mein Lebenselixier, zusätzlich auch eine schöne Abwechslung und echte Lebensqualität“, sagt sie augenzwinkernd. „Nicht nur regelmäßig den Haushalt und den Garten instand zu halten ist wichtig – auch die geistige Tätigkeit hält einen jung, für mich ist das richtiges Gehirnjogging.“ Ihr bedeutete der Kontakt und der Austausch mit anderen und interessierten Menschen immer sehr viel. Die Stadtführungen und die vielen Gespräche waren dabei stets wechselseitig befruchtend. „Man ist dabei nicht nur die Gebende, sondern bekommt auch von den Zuhörern etwas zurück. Das machte mich stets glücklich und zufrieden.“</p>



<p>Eine lustige Geschichte hatte sie mit Beate Uhse erlebt. Weil Gisela oft auch abends im Dunkeln zu Fuß in Flensburg unterwegs war, belegte sie bei der örtlichen Polizei einen Selbstverteidigungs-Kurs speziell für Frauen. „Neben zahlreichen anderen Damen nahm auch die bekannte Beate Uhse daran teil, und sie wurde mir als Trainingspartnerin zugeteilt. Der Leiter des Kurses nahm mich vorher beiseite und bat mich: „Miko – tu mir einen Gefallen, nimm bitte Rücksicht auf Frau Uhse, du bist ja schließlich durchtrainiert und kräftig.“ Beate musste schmunzeln, als ich ihr davon erzählte. Überhaupt war sie ganz normal, bodenständig, bildete sich nichts auf ihre Bekanntheit ein“, lächelt Gisela, die früher von vielen einfach nur „Miko“ gerufen wurde.&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="554" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85950" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-300x208.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-768x532.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-606x420.jpg 606w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-696x482.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Als stolze Oma, 2000</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Im Ruhestand</h2>



<p>Seit gut fünf Jahren, seit 2020, wohnt Gisela Mikolajewicz wieder im eigenen Heim im Birkenhof. Viele Jahre war das Haus anderweitig vermietet, doch nach dem Tod des Partners sehnte sie sich wieder in die gewohnte Umgebung zurück. Als die langjährigen Mieter dann umzogen, ist sie wieder von Wees nach Mürwik zurückgezogen. „Ich wurde sehr schnell wieder heimisch – als ob ich nie weg gewesen war“, lächelt sie.</p>



<p>„Nun freue ich mich hier in meiner – allerdings oftmals viel zu großen – Wohnung darüber, dass ich noch einigermaßen gut beieinander bin, auch wenn ich das eine oder andere Zipperlein tapfer zu ertragen habe.“&nbsp;</p>



<p>Gisela Mikolajewicz hat immer noch regelmäßig etwas vor, die Söhne besuchen sie regelmäßig und rufen sie oft an, der mittlerweile 25jährige Enkel ist bei jeder Gelegenheit bei seiner Oma zu Besuch, auch wenn er inzwischen in Aarhus lebt.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="896" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Giselas-Flensburg-Buch-2001.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85957" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Giselas-Flensburg-Buch-2001.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Giselas-Flensburg-Buch-2001-268x300.jpg 268w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Giselas-Flensburg-Buch-2001-768x860.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Giselas-Flensburg-Buch-2001-375x420.jpg 375w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Giselas-Flensburg-Buch-2001-696x780.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ihr im Jahre 2001 veröffentlichtes Buch ist längst vergriffen</figcaption></figure></div>


<p>Vor einem Jahr – mit 92 Jahren – hat sie das Autofahren aufgegeben. „Das war wohl eine gute Idee“, denkt sie heute. „Dafür fahre ich jetzt regelmäßig mit dem Bus vom Kiefernweg zum Twedter Plack zum Einkaufen. Das nötige Deutschland-Ticket habe ich stets in der Manteltasche dabei, obwohl viele Busfahrer mich längst kennen und einfach reinwinken.“ Und sie ergänzt: „Ich gehe immer noch mit meinem Sohn regelmäßig zum Handball zur SG in die Campushalle. Zu Weihnachten haben mir übrigens meine Jungs zwei Tickets für die Europa League-Heimspiele geschenkt. Ob ich inzwischen wohl die älteste Zuschauerin in der „Hölle Nord“ bin?“, lacht sie zum Schluss unseres Gespräches.</p>



<p><em>Mit Frau Mikolajewicz sprach Peter Feuerschütz<br>Fotos: privat  </em></p>
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		<title>Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Feb 2026 16:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/joachim-pohl-journalist-musiker-buchautor/">Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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<p>Auf dem Wohnzimmer-Tisch liegen Bücher und Zeitschriften, die einen Ruhestand dokumentieren, der gar keiner ist. Joachim Pohl war über Jahrzehnte Redakteur bei einer Tageszeitung, nun ist er offiziell Rentner, aber weiterhin als freier Mitarbeiter journalistisch tätig. Er arbeitet im Vorstand der Flensburger Hofkultur mit, ist aktives Mitglied im Deutschen Alpenverein und pflegt seine Musik-Passion in mehreren Variationen. Dazu gesellen sich die eine oder andere Reise.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="529" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85846" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-300x198.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-768x508.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-635x420.jpg 635w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-696x460.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Flens zum Abschluss der Hofkultur 2024</figcaption></figure></div>


<p>Joachim Pohl ist ein eingefleischter Flensburger Kopf, aber kein wasch­echter. Er wurde 1955 in Schleswig geboren und wuchs in Husum auf. Friesisch gehört bis heute in Teilen der weit verzweigten Familie zum guten Ton. Nach dem Abitur 1974 an der Hermann-Tast-Schule kam er erstmals mit Flensburg in Berührung: Die Briesen-Kaserne in Weiche war der Schauplatz für die dreimonatige Grundausbildung der Bundeswehr. Nach dem Wehrdienst entschied sich der junge Mann für ein Lehramtsstudium in Kiel: Geografie und Englisch. 1982 hatte er das erste Staatsexamen in der Tasche, 1984 das zweite. Dazwischen lag das Referendariat in Husum – auch an der früheren Schule.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="544" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85859" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-300x204.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-768x522.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-618x420.jpg 618w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-696x473.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Mutter und Großmutter vor dem Fährkrog, 1986</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Berufseinstieg in Flensburg</h2>



<p>So einfach war es damals nicht, eine passende Stelle zu ergattern. Die beste Möglichkeit bot Flensburg: eine Anstellung am Abendgymnasium, das schon damals im Förde-Gymnasium untergebracht war. Der Schulleiter hieß auch Pohl, war mit dem Junglehrer aber weder verwandt noch verschwägert. Der fuhr zunächst zwischen, zog jedoch nach wenigen Monaten auf die Westliche Höhe. Dennoch lag der Arbeitsplatz nun 27 Kilometer entfernt. Die deutsche Nachschule (Efterskole) in Tingleff, getragen von der deutschen Minderheit, war der neue Lehrort. Der Schwerpunkt: Deutsch. Aber auch das war nur ein kurzes Intermezzo. Joachim Pohl übernahm dann in Flensburg einen Lehr-Job in der Berufsqualifikation und arbeitete mit arbeitslosen Jugendlichen, die oftmals keinen Hauptschulabschluss hatten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="538" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85860" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-300x202.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-768x516.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-625x420.jpg 625w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-696x468.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Führerschein, 1993 Mit der alternativen Stadtzeitung Hallimasch, 1987</figcaption></figure></div>


<p>Nebenbei hatte der Pädagoge eine freie Mitarbeit bei der Tageszeitung etabliert. Schon als Referendar hatte er für die „Husumer Nachrichten“ geschrieben. Nach seinem Umzug gen Ostsee war das „Flensburger Tageblatt“ der Auftraggeber. Das Steckenpferd war die Musik. 20 Jahre zuvor war „Rubber Soul“ von den Beatles das erste gekaufte Album gewesen. Rolling Stones, Chicago und Cream waren weitere Lieblinge der Jugend. Und ein legendärer Gitarrist und Sänger. „Auf meinem Husumer Zimmer hatte ich ein kleines Radio“, erinnert sich Joachim Pohl. „Als die Nachricht kam, dass Jimi Hendrix in London gestorben ist, brach für mich eine Welt zusammen.“ Das war 1970.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="549" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85861" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-300x206.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-768x527.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-612x420.jpg 612w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-696x478.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Rathaus mit Stadtpräsident Rautenberg (zweiter von rechts), 1991</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Musik mit der Band und als Journalist</h2>



<p>Natürlich drehte sich die Erde weiter. Joachim Pohl hatte nun eine eigene Gitarre – und sehr bald auch einen E-Bass. Den brauchte seine erste Band in Husum damals noch. Als Redakteur einer Schülerzeitung lernte er die nordfriesische Musik-Szene kennen. Einmal kam Udo Lindenberg, ein neuer Komet am deutschen Rocker-Himmel, für ein Konzert nach Husum. Und plötzlich bot sich Joachim Pohl die Chance für ein Interview. „Ich war so aufgeregt, dass ich gar nicht wusste, was ich fragen sollte“, schmunzelt er heute und versichert: „Ein Bericht ist entstanden.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="529" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85862" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-300x198.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-768x508.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-635x420.jpg 635w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-696x460.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Führerschein, 1993</figcaption></figure></div>


<p>Mit dem Studium hatte er das Musizieren vernachlässigt, die Musik war aber der Schwerpunkt der Berichterstattung. In den späten 1980er Jahren war der freie Mitarbeiter des „Flensburger Tageblatts“ häufiger bei Konzerten in der „Galerie“ am Holm, im „Roxy“ in der Norderstraße oder im „Lagerhaus“ an der Segelmacherstraße. Und das „Volksbad“ entwickelte sich immer mehr zu einem Kulturzentrum.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchauto" class="wp-image-85863" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit dem SG-Pokal, 2004</figcaption></figure></div>


<p>Joachim Pohl hatte offenbar eine gute Schreibe. Zumindest bot der Verlag ihm im Oktober 1988 ein Volontariat an. „Dieses Angebot habe ich als gute Chance gesehen“, erzählt er. „Mir brachte der Journalismus Spaß – und die Job-Aussichten waren gut.“ Der Neueinsteiger wanderte die nächsten beiden Jahre durch die Redaktionen. Allein ein halbes Jahr arbeitete er für das Wochenend-Magazin des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages. Dort hatte er bald eine eigene Rubrik: „Pohls Pop-Piste“. Ein hübsches Wortspielchen, denn Pop war nicht nur die Thematik, sondern auch sein Spitzname und Kürzel, unter dem unzählige Berichte erschienen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85858" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Sohn Peter bei der Tour de France in Dinan, Juli 2004</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein Redakteur der Flensburger Lokalredaktion</h2>



<p>Zum 1. Oktober 1990 war das Volontariat abgeschlossen – und eine Übernahme als Redakteur war sicher. Der damalige Chefredakteur fragte im Einstellungsgespräch, wo er denn am liebsten arbeiten würde. Joachim Pohl antwortete: „In der Flensburger Lokalredaktion.“ So geschah es. Die Arbeit eines Journalisten war noch eine ganz andere. Zwar tippte nur noch eine Kollegin die Texte auf einer Schreibmaschine, die diese dann mit in den Ruhestand nahm, aber die Computer-Anwendungen befanden sich vor 35 Jahren in der Steinzeit. Die Redaktion saß in der Holm-Passage, eine andere Abteilung auf der anderen Straßenseite gestaltete die Zeitung. Die Druckerei war gerade nach Rendsburg abgewandert. In den 1990er Jahre erreichte das Internet allmählich den Berufsalltag. In Fortbildungen wurden die Journalisten für neue Redaktionssysteme geschult, mit denen sie selbst die Seiten „bauten“.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="85850" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-768x1024.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85850" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hofkultur, 2025</figcaption></figure>
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<p>Privat ist Joachim Pohl mehrmals in der Region umgezogen. Eine Zeit lang wohnte er zur Miete in der Norderstraße – fußläufig zum „Volksbad“. Er gründete eine Familie, Sohn Peter kam zur Welt. Kurz danach erfolgte der Umzug in ein Eigenheim. In Mürwik entstand Mitte der 1990er Jahre Flensburgs erste Öko-Siedlung, die einen besonderen Energiestandard hatte und auf deren Dächer das Gras wuchs. Die Eigentümergemeinschaft kümmerte sich um den gemeinsamen Innenhof und die Carports. Joachim Pohl saß jahrelang im Beirat und schätzt noch immer die Konstanz in der Nachbarschaft: Viele Pioniere leben seit gut drei Dekaden in der Siedlung.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85848" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hofkultur 2022</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der Schreibtisch in der Holm-Passage</h2>



<p>Beruflich gab es mehr Veränderungen. In der Flensburger Lokalredaktion arbeitete der Journalist bis 2018 mit vier verschiedenen Ressortleitern zusammen: zunächst mit Thomas Schunck, dann Gerhard Nowc sowie Helge Matthiesen und schließlich Carlo Jolly. Joachim Pohl berichtete über Kultur und Musik, aber auch sehr viel über Bauprojekte und Stadtentwicklung. Er war dabei, als die Osttangente 2001 dem Verkehr übergeben oder die Schiffbrücke aufwändig umgebaut wurde, sah aber auch manch hochtrabendes Vorhaben platzen – sei es ein großes Hotel am Hafen oder ein Spielcasino im Deutschen Haus.&nbsp; „Uns wurde immer eingebläut, nicht mit dem Rathaus zusammenzuarbeiten“, erklärt der langjährige Redakteur. „Wir sollten der Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik auf die Finger schauen, sie kontrollieren und Konflikte nicht scheuen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="535" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85852" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-300x201.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-768x514.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-628x420.jpg 628w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jubiläumsfeier mit Thomas Frahm, 2024</figcaption></figure></div>


<p>Die bis 2013 währende Innenstadtlage des Lokalressorts hatte durchaus ihre Vorteile. „In der Mittagspause traf man eigentlich immer Leute, sodass man viel erfahren konnte“, erzählt Joachim Pohl. „Man war schnell im Rathaus, bei den Stadtwerken, den Gewerkschaften oder den Museen.“ Der Umbau des ZOB vollzog sich Ende der 1990er Jahre praktisch vor dem Schreibtisch. Und manchmal rollte auf dem Bahndamm ein Zug, der zum Stadtfest sollte oder mit Panzern beladen war.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="531" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85854" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-768x510.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-633x420.jpg 633w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-696x462.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Band Engines, 2023</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Musik-Highlights in Flensburg, Hamburg und Dänemark</h2>



<p>Die Einweihung der Campushalle Ende 2001 brachte bis dahin ungeahnte musikalische Highlights nach Flensburg. Einmal konnte der Journalist Rick Parfitt, den Sänger von Status Quo, interviewen. Ein anderes Mal probte Peter Maffay die letzte Woche vor dem Tournee-Start in der Fördestadt. Joachim Pohl schaute spontan in der Halle vorbei, hatte ein ebenso spontanes wie lockeres Gespräch mit dem Musiker und hatte eine spannende Idee: In Flensburg gab es einen Lehrer, der einst im rumänischen Siebenbürgen mit Peter Maffay zur Schule gegangen war. Direkt vor dem ersten Konzert – auch in der Campushalle – kam es tatsächlich zum Treffen der Schulfreunde. Die beiden vertieften sich in Erinnerungen, bis sich die Musik-Legende erhob: „Jetzt muss ich ja wirklich auf die Bühne.“ Joachim Pohl erlebte diesen Tour-Auftakt im Backstage-Bereich.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-683x1024.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85840" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Als Ansager bei der Hofkultur</figcaption></figure></div>


<p>Für andere Gigs fuhr er weiterhin nach Hamburg. David Bowie, Eric Clapton, Mark Knopfler oder Simply Red – Künstler aus dem obersten Regal. „Abends war ich oft mit einem Fotografen los und nach dem Konzert ging es wieder zurück nach Flensburg“, erzählt Joachim Pohl. „Am nächsten Morgen schrieb ich als erstes den Bericht, dann ging es wieder an die Lokalberichterstattung.“ Ein besonderes Kapitel waren die Ros­kilde-Festivals, von denen er in den 1990er Jahren mehrfach berichtete. Auf dem riesigen Gelände stand auch ein Journalisten-Zelt, in dem Computer aufgestellt waren. Die geschriebenen Texte wurden dann ausgedruckt und gefaxt. E-Mails gab es noch nicht. „Einmal habe ich auch in der Redaktion angerufen und meinen Bericht diktiert“, grinst der Flensburger.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85855" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit den Geschwistern in Tangermünde, Mai 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Berufliche Umzüge in die Fördestraße und nach Schleswig</h2>



<p>2013 zogen große Teile des Verlages, darunter auch das Lokalressort, an die Fördestraße. Joachim Pohl hatte vom eigenen Zuhause zum Großraumbüro nun einen sehr kurzen Weg. Eines Tages gruppierten sich ein paar Kollegen vor seinem Schreibtisch. Den Abend zuvor hatten sie beschlossen, eine Band zu gründen. „Pohl, du spielst doch Bass?“, fragte einer. Der Angesprochene reagierte zunächst zögerlich: „Das ist aber sehr lange her!“ Für die Kollegen war das so etwas wie eine Zusage. „Was man einmal gelernt hat, verlernt man doch nicht“, meinten sie. Joachim Pohl lieh sich vom Flensburger Musiker Niklas Heitmann einen E-Bass und probierte ihn aus. Ja, es ging wirklich. Also erwarb er bei der lokalen Musik-Legende „Cuddel“ Jensen ein Instrument und verstärkte die „Engines“. Sie trafen sich einmal die Woche im Proberaum und traten gelegentlich auf. Zuletzt ging bei einem Benefizkonzert in der Bergmühle der Hut herum für soziale Projekte in der Nordstadt. Die „Engines“ bereicherten aber auch schon das Flensburger Dampf-Rundum oder das Schleswiger Stadtfest. Auf der Setliste standen Rock- und Pop-Klassiker.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85853" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Matt in den Bergen, Sommer 2019</figcaption></figure></div>


<p>2018 wechselte Joachim Pohl eher unfreiwillig in die Schleswiger Stadtredaktion. In seiner Geburtsstadt gewöhnte er sich aber schnell ein. Drei Jahre lang fuhr er zwischen, dann begann das Rentner-Dasein, das gewiss kein Ruhestand ist. Der 70-Jährige ist weiterhin auch als Journalist tätig. Hauptsächlich in Flensburg und Schleswig – gelegentlich auch in Eckernförde oder Angeln – nimmt er Termine wahr und berichtet auf Honorar-Basis.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85841" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Am Kreuzbergpass, 2020</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">LPs, Hofkultur und Oluf-Samson-Gang</h2>



<p>Der Musik-Leidenschaft kann nun ausgiebiger ausgekostet werden. Mit sieben Leuten hat Joachim Pohl eine Vinyl-Gruppe gegründet, die sich Langspielplatten oder Singles anhört und dabei in die Musikgeschichte abschweift. Gerne besucht der langjährige Redakteur die Konzerte unbekannter Bands im Ex-Sultan-Markt oder die „Folk Baltica“. Die „Flensburger Hofkultur“ hat sich für ihn zu einem echten Projekt entwickelt. Jahrelang hatte er über dieses Sommerereignis berichtet und befand sich mit Organisator Thomas Frahm im regen Austausch. Mit dem Ausscheiden als Redakteur bestand kein Interessenskonflikt mehr: Joachim Pohl bot seine aktive Mitarbeit an. Es war kein einfacher Einstieg. 2021 war das Format wegen der Corona-Pandemie begrenzt. Dann zog sich das Flensburger Kulturbüro von der Veranstaltung zurück. Der Verein „Flensburger Hofkultur“ organisiert seitdem das Programm in Eigenregie und stellte einen Geschäftsführer ein.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85842" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf dem Gipfel des Jebel Toubkal, Oktober 2021</figcaption></figure></div>


<p>Joachim Pohl gehört als zweiter Vorsitzender dem Vorstand an und war mit einigen Mitstreitern Ende Januar für ein paar Tage in Freiburg. Bei der Internationalen Kulturbörse fahndeten die Nordlichter nach möglichen Künstlern für die Hofkultur. Das Motto lautete: anhören und buchen! Der Auftakt der 2026er Auflage war jedoch schon vorher fix. Am 24. Juli gastiert die Latin-Swing-Formation „Ayom“ im Hof des Schifffahrtsmuseums, wo 700 Leute Platz finden.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="525" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-525x1024.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85843" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-525x1024.jpeg 525w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-154x300.jpeg 154w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-768x1497.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-788x1536.jpeg 788w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-216x420.jpeg 216w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-696x1356.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf Schokofahrt mit Beate Falkenberg, April 2024</figcaption></figure></div>


<p>Vor zwei Jahren verfasste Joachim Pohl einen umfangreichen Rückblick auf die 30-jährige Geschichte der „Flensburger Hofkultur“, der sogar als Buch erschien. Der Titel: „Die Altstadt als Bühne“. Dieses Werk ist bei Weitem nicht das einzige publizistische Erzeugnis aus seiner Feder. Seit einigen Jahren arbeitet er an dem jährlich erscheinenden Magazin für das Norden-Festival in Schleswig mit. Im letzten Jahr recherchierte er gemeinsam mit Eiko Wenzel und Martin Müller zum Oluf-Samson-Gang. Der Journalist skizzierte die Entwicklung von der Rotlicht-Meile zur gutbürgerlichen Gasse. Dafür recherchierte er in alten Zeitungen und Akten und interviewte eine ehemalige Prostituierte, die viel erzählen konnte.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85847" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Goldenes Abi-Jubiläum in Husum, September 2024</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Familie und ein Herzensverein</h2>



<p>Eine große Bedeutung hat die Familie. Seine drei Geschwister wohnen in Regensburg, Hamburg und England. Väterlicherseits gibt es häufiger ein Familientreffen mit Kusinen und Cousins. Derzeit plant er seine vierte Reise nach Namibia. Sein Sohn Peter lebt seit einigen Jahren mit seiner Tochter in der Hauptstadt Windhoek. Der Gast aus Deutschland fühlte sich bei der Tour durch die Wüsten Kalahari und Namib zur Hafenstadt Swakopmund wie in einem Road-Movie.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85857" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Holger Heitmann beim Wandern auf Mallorca, März 2025</figcaption></figure></div>


<p>Der Sohn hatte einige Jahre im Nachwuchs der SG Flensburg-Handewitt gespielt, was das Interesse am Handball vergrößerte. Die eigentliche sportliche Liebe ist allerdings „grün-weiß“: Werder Bremen. Als Kind war Joachim Pohl einmal mit seinem Vater in der Hansestadt, da dieser bei seinem Arbeitgeber „Jacobs Kaffee“ einen Kleinbus abzuholen hatte. Es ging mit dem Zug in die Stadt des deutschen Meisters von 1965 und mit der Straßenbahn am Weserstadion vorbei. Seither schlug das Sportherz „grün-weiß“, was einige Besuche in Kino-Sportbars auslöste, heutzutage aber hauptsächlich mit Radio und Fernseher befriedigt wird.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="761" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-761x1024.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85856" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-761x1024.jpeg 761w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-223x300.jpeg 223w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-768x1034.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-312x420.jpeg 312w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-696x937.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Enkeltochter Zoë in Swakopmund/Namibia, Dezember 2023</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Bergwanderungen und Radtouren</h2>



<p>Seit 2021 gehört Joachim Pohl dem „Deutschen Alpenverein“, dem Fachverband fürs Klettern und Wandern, an. Die Flensburger Sektion ist die nördlichste, mit 1100 Mitgliedern aber gewiss nicht die kleinste. Der Journalist war kurzzeitig Klimaschutz-Referent und stellt das Vereinsheft „Bergblick“ zusammen. Für den Mai organisiert er eine Fahrt nach Oberhausen – eine Ausstellung im Gasometer zum Thema „Wald“. Häufiger gibt es Wanderungen in der Region – vom Mauseloch nach Solitüde, in die Fröruper Berge oder rund um den Westensee. Manchmal geht es auch wesentlich weiter. Im nordafrikanischen Atlasgebirge musste der 4100 Meter hohe Jbel Toubkal gemeistert werden. „Die Luft wird oben immer dünner“, berichtet Joachim Pohl. „Man kommt schwer atmend auf dem Gipfel an und blickt dann auf viele weitere Berge und eine große Wüste.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85845" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Bodenständiger sind seine Radtouren. Aber nicht weniger ambitioniert. An der jährlichen „Schokofahrt“, bei der Schokolade von Amsterdam nach Flensburg per Lastenrad transportiert wird, nahm er 2024 teil. Die Schokolade ist im Flensburger Rumkontor an der Norderstraße erhältlich. Mit zwei Freunden ist er seit 1997 jeden Sommer für eine Woche auf zwei Rädern unterwegs. Ganz Dänemark, viele Ecken von Deutschland und Teile der Niederlande und Frankreich haben sie schon erkundet. Einmal ging es sogar über die Alpen nach Bozen. Das nächste Mal soll es von Freiburg aus am Neckar entlang bis nach Mannheim gehen. Zurück in Flensburg wartet dann wieder ein anderes der spannenden Projekte, die Joachim Pohl mit Herzblut begleitet.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Fotos: Kirschner, privat   </em></p>
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		<title>Günther Klein – Flensburg stets im Herzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 23:03:00 +0000</pubDate>
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<p>Wir treffen uns zum vereinbarten Gespräch vor den Räumlichkeiten der Segler-Vereinigung Flensburg in Fahrens­odde an der Flensburger Förde. Da das Vereinslokal „Fördeblick“ morgens um 10 Uhr noch geschlossen hat, wechseln wir kurzerhand zum Schnacken auf die vereinseigene Segeljacht mit dem bezeichnenden Namen „Flens“. „Ich bin überzeugter Flensburg-Heimkehrer“, versichert mir mein Gegenüber, der gebürtige „Flensburger Jung“ Günther Klein. Der hat von einem höchst bemerkenswerten Lebenslauf zu erzählen, und nach kurzer Begrüßungsphase, nachdem wir es uns in der Kajüte der „Flens“ gemütlich gemacht haben, gehen wir auch schon in „medias res“.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_025-683x1024.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85644" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_025-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_025-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_025-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_025-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_025-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_025.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Eine schöne Kindheit und Jugend auf der Westlichen Höhe</h2>



<p>„Ich bin eine geborene Waage, bin am 28. September 1956 in Flensburg geboren. Wir wohnten im damals ersten „echten“ Hochhaus Flensburgs, in der Mathildenstraße 22“, erinnert sich Günther noch genau an seine ersten Lebensjahre. Das Gebäude, einen gelben, 10-stöckigen Ziegelbau, gibt es längst nicht mehr, dort befindet sich heute das AWO-Servicehaus Friesischer Berg. „Unser Hochhaus war weithin sichtbar, eine Art Leuchtturm auf dem Friesischen Berg. Eine große, muntere Kinderschar, heute nennt man sie „die Boomer“, war seinerzeit dort zuhause. Fröhlich bespielte man das Umfeld, besonders gerne die großzügige Rasenfläche rund um das Hochhaus – bis der Hausmeister dem regen Treiben auf seinem kostbaren Rasen immer mal wieder ein lautstarkes Ende setzte.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="715" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Flensburg-Unser-Hochhaus-715x1024.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85656" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Flensburg-Unser-Hochhaus-715x1024.jpg 715w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Flensburg-Unser-Hochhaus-209x300.jpg 209w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Flensburg-Unser-Hochhaus-768x1100.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Flensburg-Unser-Hochhaus-293x420.jpg 293w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Flensburg-Unser-Hochhaus-696x997.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Flensburg-Unser-Hochhaus.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Hochhaus in der Mathildenstraße</figcaption></figure></div>


<p>Meine Eltern waren sehr liebevoll und fürsorglich zu uns beiden Söhnen – ich habe noch einen älteren Bruder, Robert. Der Altersunterschied von zweieinhalb Jahren war ideal: Einerseits hat er als der Ältere immer ein bisschen auf mich aufgepasst, andererseits konnte ich ihn auch gelegentlich erfolgreich ärgern, denn ich war der frechere und immer ein bisschen schneller als er.</p>



<p>Unser Vater Christian arbeitete als Steuerrat im Finanzamt, ging täglich zu Fuß zum Dienst, kam pünktlich mittags zum Essen nach Hause, legte sich dann eine halbe Stunde aufs Sofa, bevor er wieder zurück ins Amt marschierte – eine entspannte Routine, die typisch war für ein ausgeglichenes Familienleben der 60er Jahre. Unsere Mutter „Irmi“ war sowohl Hausfrau und Mutter als auch wochenweise als Buchhalterin bei der Firma Friedrich Warnke Eisen- und Sanitärhandel beschäftigt. Heute ist die Firma sogar noch überregional in Erinnerung durch die erfolgreichen „Werner-Comics“ des Zeichners Brösel. Unsere jährlichen Familienurlaube verbrachten wir gerne im dänischen Skallerup, in der Nähe von Hirtshals, an der Nordsee, die normalen Wochenenden dagegen sehr häufig in Vemmingbund, der Bucht unterhalb der geschichtsträchtigen Düppeler Schanzen, direkt gegenüber dem dänischen Sonderburg.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="937" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Vater-und-Bruder-in-Vemmingbund.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85664" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Vater-und-Bruder-in-Vemmingbund.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Vater-und-Bruder-in-Vemmingbund-256x300.jpg 256w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Vater-und-Bruder-in-Vemmingbund-768x900.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Vater-und-Bruder-in-Vemmingbund-359x420.jpg 359w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Vater-und-Bruder-in-Vemmingbund-696x815.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Vater und Bruder in Vemmingbund</figcaption></figure></div>


<p>Günther wurde in die Nikolaischule auf dem Museumsberg eingeschult (heute das Hans-Christiansen-Haus) und wechselte dann nach vier Jahren aufs Gymnasium. Kurz vor dem Schulwechsel aufs ehrwürdige Gymnasium bekam er schon im zarten Alter von zehn Jahren eine gebrauchte 8-mm-Filmkamera geschenkt. Denn das war sein sehnsüchtiger, damals durchaus ungewöhnlicher Weihnachtswunsch, den die Eltern ihm aber nach intensiver Suche in Hamburger Fotogeschäften tatsächlich erfüllten.</p>



<p>Das Filmemachen wurde nun sehr schnell zu seiner Passion, die ihn durch sein späteres Leben begleiten sollte. Und auch die Eltern und der Bruder bereuten den Kauf nicht, der für Günthers Lebensweg so entscheidend war. Auch wenn sie von nun an regelmäßig als „filmisches Hilfspersonal“ herhalten mussten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="684" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Als-14-jaehriger-mit-Kamera-in-Daenemark-684x1024.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85647" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Als-14-jaehriger-mit-Kamera-in-Daenemark-684x1024.jpg 684w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Als-14-jaehriger-mit-Kamera-in-Daenemark-201x300.jpg 201w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Als-14-jaehriger-mit-Kamera-in-Daenemark-768x1149.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Als-14-jaehriger-mit-Kamera-in-Daenemark-281x420.jpg 281w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Als-14-jaehriger-mit-Kamera-in-Daenemark-696x1041.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Als-14-jaehriger-mit-Kamera-in-Daenemark.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 684px) 100vw, 684px" /><figcaption class="wp-element-caption">Als 14-jähriger mit Kamera in Dänemark</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Das sportliche Hobby Segeln</h2>



<p>Günthers Vater war schon seit seinen Jugendjahren begeisterter Wassersportler und Mitglied im SVF, der Segler-Vereinigung Flensburg, die damals noch am Ballastkai lokalisiert war. Er war – nicht zuletzt wegen seines beruflichen Hintergrunds – jahrzehntelang im Vereinsvorstand als geschätzter Kassenwart aktiv. „Bi Krischan, dor währ immer allens schier“, erinnern noch heute alteingesessene Vereinsmitglieder. Und so hört es gelegentlich noch Günther, der die Liebe zum Wassersport schon als kleiner Steppke geerbt hat, zunächst als Kapitän eines hübschen, knallroten Gummiboots. „Noch mit über 95 besuchte Vater regelmäßig „seinen“ Verein. Ich führe jetzt die Tradition weiter und bin im Verein aktiv, aktuell als Bootspate der „Flens“. Dazu später mehr …</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="633" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/1969-Die-Quarta-des-Alten-Gyms.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85642" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/1969-Die-Quarta-des-Alten-Gyms.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/1969-Die-Quarta-des-Alten-Gyms-300x237.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/1969-Die-Quarta-des-Alten-Gyms-768x608.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/1969-Die-Quarta-des-Alten-Gyms-531x420.jpg 531w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/1969-Die-Quarta-des-Alten-Gyms-696x551.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">1969 Die Quarta des Alten Gyms</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Als Gymnasiast mit der Kamera unterwegs</h2>



<p>„Die Schuljahre am „Alten Gym“ waren kein Zuckerschlecken für uns Schüler. Wir wurden von den Lehrern auf hohem Niveau gefordert, insbesondere im altsprachlichen Zweig, dem ich angehörte. Der hatte es mit dem Büffeln von lateinischer Grammatik und Alt-Griechisch durchaus in sich.“</p>



<p>Alt-Griechisch, die Sprache der bedeutenden frühen Philosophen des Abendlands, gilt als noch schwerer zu erlernen als Latein, das ebenfalls eine prägende Rolle in der Entwicklung der europäischen Kultur spielte. Der Unterricht in den alten Sprachen vermittelte aber nicht nur Sprachkenntnisse, sondern auch Einblicke in die Philosophie und die Geschichte der Antike. „Das hat mich schon früh geprägt, ohne dass es mir damals wirklich bewusst wurde. Damals war ich von der Lernerei eher genervt, vor allem vom Vokabel-Pauken“, erinnert sich mein Gesprächspartner lächelnd. „Doch die Schulzeit wurde uns durch mehrere Klassenfahrten in den jeweiligen Altersstufen Unter-, Mittel- und Oberstufe versüßt, auf denen ich stets mit meiner Kamera die Reisen filmisch dokumentierte – anfangs noch mit der alten, federwerksbetriebenen Normal8-Kamera, später auf „Super8“, und dann sogar mit Ton!“ </p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="709" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Der-Hobie-16-wird-klargemacht.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85651" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Der-Hobie-16-wird-klargemacht.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Der-Hobie-16-wird-klargemacht-300x266.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Der-Hobie-16-wird-klargemacht-768x681.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Der-Hobie-16-wird-klargemacht-474x420.jpg 474w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Der-Hobie-16-wird-klargemacht-696x617.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Hobie 16 wird klargemacht</figcaption></figure></div>


<p>Im Jahr 1975 bestand Günther das Abitur – das Ende September 2025 anstehende 50jährige „Abi-Jubiläum“ organisierten er und ein paar ehemalige Flensburger Mitschüler in einem hiesigen Restaurant. „War schon sehr interessant zu sehen, was 50 vergangene Jahre so anrichten. Ich war froh und glücklich, die einstigen Mitschüler wiederzusehen. Trotz äußerlicher Veränderungen kamen wir sofort wieder in gute Gespräche und schwelgten natürlich in Erinnerungen an die damaligen Pennäler-Zeiten!“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Studienjahre</h2>



<p>Noch zu Schulzeiten hatte Günther am „Alten Gym“ einen Filmclub ins Leben gerufen, hatte selbst schon Anfang 1972 mit viel Engagement den Dreh eines Dokumentarfilms über den „Salondampfer Alexandra“ begonnen. „Das wurde dann aber am Ende weniger eine Dokumentation als vielmehr ein „Experimentalfilm“, lächelt Günther. „Rasant und wild-geschnitten nach dynamischer Musik, dem Klavierkonzert in F-Dur von George Gershwin. Sozusagen ein früher Videoclip. Und eine echte Initialzündung für meine weitere Entwicklung.“ So war sein Werdegang früh vorgezeichnet: Er wollte beruflich nach erfolgtem Abitur unbedingt Filmregisseur werden.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="564" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-grosser-Tauchfahrt-rechts-Arved-Fuchs.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85649" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-grosser-Tauchfahrt-rechts-Arved-Fuchs.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-grosser-Tauchfahrt-rechts-Arved-Fuchs-300x212.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-grosser-Tauchfahrt-rechts-Arved-Fuchs-768x541.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-grosser-Tauchfahrt-rechts-Arved-Fuchs-596x420.jpg 596w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-grosser-Tauchfahrt-rechts-Arved-Fuchs-696x491.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-grosser-Tauchfahrt-rechts-Arved-Fuchs-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf großer Tauchfahrt, rechts Arved Fuchs</figcaption></figure></div>


<p>Allerdings bremste ihn noch vor dem Schulabschluss ein schwerer Unfall aus. In der Straße „Schützenkuhle“ war er als Beifahrer auf einem Kraftrad unterwegs, als am Rosenmontag 1972 der betrunkene Fahrer eines entgegenkommenden Wagens die Kontrolle über sein Gefährt verlor und Günther mitsamt seines Freundes Stefan Koch durch die Luft schleuderte. „Ich erlitt einen komplizierten, mehrfachen Oberschenkelbruch sowie üble Kopfverletzungen – der Helm verhinderte zu meinem Glück Schlimmstes. Immerhin benötigte ich etwa zwei anstrengende Jahre, um die Unfallfolgen zu überwinden. In jenen Jahren lernte ich das Spazierengehen zu schätzen, dankbar, es überhaupt wieder zu können.“</p>



<p>Gleich nach dem Abitur bewarb sich Günther an der Filmhochschule in München, damals noch mit Gehstock. „Ich wurde nach München eingeladen und mein eingereichter Bewerbungsfilm, jener „Experimentalfilm“ über die Alexandra, fand erstaunlich viel Beifall. Aufgrund meiner erst 18 Jahre wurde mir aber empfohlen vor der zugesagten Aufnahme in die Filmhochschule noch ein bis zwei Jahre „zu hospitieren“. Nun, aufgrund meiner schulischen Neigung zu Geisteswissenschaften und Kunst begann ich gleich „nebenan“, an der Ludwig-Maximilian-Universität, Vorlesungen in Evangelischer Theologie, Kunstgeschichte, und Theaterwissenschaft zu belegen.“</p>



<p>Und Günther findet Geschmack an dem facettenreichen Hochschulstudium. Und an dem studentischen Betrieb in einer netten WG, die eine 85-jährige, ehemalige Opernsängerin in ihrer großen Etagenwohnung in der Prinzregentenstraße eingerichtet hat. „Für ein Jahr wechselte ich sogar zwischenzeitlich nach Wien, um mein kunstgeschichtliches Wissen zu vertiefen. Mitte der 70er und Anfang der 80er Jahre war die Situation unter den Studenten ja völlig anders als heute: Wir haben uns kaum gefragt, wo und wie wir später einmal unser Geld verdienen sollten. Uns bewegten vielmehr „die großen Fragen des Lebens“, über die wir in endlosen Diskussionen kreisten. Meistens bei gutem Bier in München und süffigem Wein in Wien. Eine wirklich schöne, sehr freiheitliche Zeit war das, ohne allzu großen Druck. Das war wahrscheinlich die beste Epoche für Studenten in den letzten hundert Jahren“, ist sich Günther ziemlich sicher.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="571" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Chruschtschow-junior.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85660" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Chruschtschow-junior.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Chruschtschow-junior-300x214.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Chruschtschow-junior-768x548.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Chruschtschow-junior-588x420.jpg 588w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Chruschtschow-junior-696x497.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Chruschtschow-junior-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Chruschtschow junior</figcaption></figure></div>


<p>Nach dem abgeschlossenen Theologiestudium belegte er in Mainz schließlich noch als drittes Studium den Aufbaustudiengang „Journalistik“ „Da wurde wieder meine alte Leidenschaft für den Dokumentarfilm lebendig“, resümiert Günther. „Ich sah mich immer noch als Filmemacher – und eigentlich nicht als Pfarrer.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sein Start ins Leben als Filmemacher</h2>



<p>Im Zuge der empfohlenen Hospitanz kam noch zu Münchner Zeiten ein ganz anderer, fruchtbarer Kontakt zustande. „Ich habe gelegentlich für den Bayerischen Rundfunk kleine Filmchen gemacht, auch der täglichen Brötchen wegen. Kurze Einspieler für die „Abendschau“, die allabendlich im „Dritten“ lief. Die Redaktion war ganz zufrieden mit meinen bescheidenen Werken. Und auch mit mir, diesem in Bayernland etwas fremd anmutenden, norddeutschen Theologiestudenten, der aber offenbar etwas vom Filmen verstand und mit Kameraleuten, Cuttern und Redakteuren ganz gut zurecht kam.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="524" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Ausschiffung-vor-Kap-Hoorn.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85650" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Ausschiffung-vor-Kap-Hoorn.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Ausschiffung-vor-Kap-Hoorn-300x197.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Ausschiffung-vor-Kap-Hoorn-768x503.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Ausschiffung-vor-Kap-Hoorn-641x420.jpg 641w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Ausschiffung-vor-Kap-Hoorn-696x456.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Ausschiffung-vor-Kap-Hoorn-741x486.jpg 741w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ausschiffung vor Kap Hoorn</figcaption></figure></div>


<p>Mein zweites „nebenberufliches“ Standbein hatte mit alldem jedoch weniger zu tun: Ich hatte inzwischen den Führerschein der Klasse 2 bestanden, fuhr für eine Münchner Baufirma immer mal wieder Betonmischer und war so auch am Bau von mehreren Münchener U-Bahnstationen beteiligt. Es machte jedenfalls immer Eindruck, wenn ich gelegentlich zum Frühstück bei Freunden und vor allem Freundinnen mit dem Betonmischer vorfuhr. Und dann habe ich auch noch bei den Museumslichtspielen beim Deutschen Museum als Filmvorführer gejobbt, denn Filme-SEHEN war ja auch meine große Leidenschaft“, schildert Günther seine sehr umtriebige Studentenzeit in der bayrischen Metropole.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Goethe-Film-Hoppe-und-Weisbach.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85657" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Goethe-Film-Hoppe-und-Weisbach.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Goethe-Film-Hoppe-und-Weisbach-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Goethe-Film-Hoppe-und-Weisbach-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Goethe-Film-Hoppe-und-Weisbach-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Goethe-Film-Hoppe-und-Weisbach-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Goethe-Film-Hoppe-und-Weisbach-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Goethe-Film-Hoppe-und-Weisbach-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Goethe-Film Hoppe und Weisbach</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Jahre in Mainz</h2>



<p>Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Journalistik-Studium fand er eine erste Anstellung beim Südwestfunk-Fernsehen in Mainz. Bis 1990 war er dort als Redakteur, Autor und Regisseur tätig und durfte in dieser Zeit neben zahlreichen Kurzbeiträgen acht große Dokumentationen realisieren. Darunter den prämierten Film über jüdisches Leben im „Haus Mainz, Haifa“, die Zukunftsfiktion „Deutschland in 30 Jahren“ oder das historische Märchen „Der Hauptmann von Luxemburg“. Für sein kleines Fernsehspiel „Eifel“ gab es 1988 sogar eine Auszeichnung als „program of the year“ des Europäischen Filmpreises. Außerdem war er federführend für das Kirchenressort des SWF Mainz zuständig.</p>



<p>Mit Genehmigung seines Chefredakteurs konnte er für das ZDF zahlreiche 30-minütige Dokumentarfilme in der Reihe „Reisebilder aus der DDR“ realisieren, eine der ersten Reihen des bundesdeutschen Fernsehens, die in nicht immer konfliktfreier Kooperation mit der DEFA in Ostberlin entstanden. „Es waren Dreharbeiten, die sehr viel Fingerspitzengefühl erforderten“, erinnert sich Günther, damals gerade Anfang 30 und zunächst unvertraut mit dem Land, dessen System ihm absurd-fremd erschien. „Die Dokumentationen sollten das gemeinsame kulturelle Erbe und das Verbindende beider deutscher Staaten aufzeigen, ganz im Sinne von Willy Brandts Ost-Politik des erhofften „Wandels durch Annäherung“. Sozusagen geschichtliche Dokumentationen mit diplomatischem Anspruch.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreh-am-Nordpol.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85652" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreh-am-Nordpol.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreh-am-Nordpol-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreh-am-Nordpol-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreh-am-Nordpol-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreh-am-Nordpol-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreh-am-Nordpol-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreh-am-Nordpol-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dreh am Nordpol</figcaption></figure></div>


<p>Ein paar Jahre später, nach der Wende, realisierte Günther dann noch einen Dreiteiler über die „Politische Justiz in der DDR“. „Da habe ich dann noch die ganze Tragik dieses Unrechtsstaates in der direkten Begegnung mit Opfern und Tätern nacherleben können, oft emotional belastend.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umzug und beruflicher Wechsel nach Wiesbaden</h2>



<p>Im Jahr 1991 wechselte Günther Klein als Redaktionsleiter, verantwortlicher Produzent und Filmemacher zur IFAGE/Tellux-Filmproduktion in Wiesbaden. Unter seiner redaktionellen Leitung entstanden dort nicht nur ambitionierte Fernsehspiele und Spielserien („Schwarz greift ein“), populäre Magazinsendungen (ZDF-Gartenmagazin „Grün und Bunt“) und anspruchsvolle Doku-Reihen für die dritten ARD-Programme („Menschen, Länder, Abenteuer“, „Schätze der Welt“), sondern auch innovative internationale Doku-Dramen. Gemeinsam mit ZDF-Redakteuren entwickelte er für das Hauptprogramm am Sonntagabend ein „Bildungsprogramm“, das bis heute unter dem Label „Terra-X“ ein großes Publikum findet. Des Weiteren entstanden in jenen immerhin 16 Jahren in Wiesbaden zahlreiche Prime-Time-Produktionen, die auch international erfolgreich waren, wie etwa die vielbeachtete 13-teilige ARD-Millenniums-Reihe „2000 Jahre – Die ganze Geschichte des Christentums“, die 2001 mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde, oder die 21-teilige ZDF-Reihe „Imperium – Aufstieg und Fall großer Reiche“ mit dem renommierten Schauspieler Maximilian Schell.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="781" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreharbeiten-auf-polaren-Eisschollen-781x1024.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85653" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreharbeiten-auf-polaren-Eisschollen-781x1024.jpg 781w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreharbeiten-auf-polaren-Eisschollen-229x300.jpg 229w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreharbeiten-auf-polaren-Eisschollen-768x1007.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreharbeiten-auf-polaren-Eisschollen-320x420.jpg 320w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreharbeiten-auf-polaren-Eisschollen-696x913.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreharbeiten-auf-polaren-Eisschollen.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 781px) 100vw, 781px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dreharbeiten auf polaren Eisschollen</figcaption></figure></div>


<p>In Wiesbaden wurde Günther auch privat heimisch, fand dort eine großzügige Altbauwohnung, die er nach und nach zu seinem Refugium ausbaute und im Laufe seiner beruflichen Karriere mit vielen Mitbringseln und Erinnerungsstücken ausstaffierte. „Mein Zuhause in Wiesbaden ist mittlerweile regelrecht zu einem Museum geworden. Deshalb ist es fast unmöglich, den dortigen Wohnsitz völlig aufzugeben“, stellt Günther klar, jedoch mit leichtem Augenzwinkern. „Allerdings ist auch das kulturelle Angebot in Wiesbaden mit seinem „Vorort“ Frankfurt natürlich sehr beeindruckend. Da kann Flensburg nicht so ganz mithalten“, resümiert mein Gegenüber, „auch wenn Flensburg seinen ganz eigenen, Seeluft-duftenden Charme ausstrahlt, der wiederum jeden großstädtischen „Binnenländer“ neidisch machen könnte. Der Rhein kann es jedenfalls nicht mit unserer schönen Ostsee aufnehmen“, ist Günther überzeugt. „Allerdings feiert man südlich von Flensburg auch ganz außergewöhnliche Feste, die ein echtes Nordlicht regelrecht erschüttern können, zum Beispiel die „Fassenacht“: ein&nbsp; lustiger, aber auch strenger Brauch, dem sich auch die Zugereisten nicht entziehen dürfen, wenn sie im Rheinland überleben wollen!“, schmunzelt Günther.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="565" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Maximilian-Schell-und-Kameramann.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85662" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Maximilian-Schell-und-Kameramann.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Maximilian-Schell-und-Kameramann-300x212.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Maximilian-Schell-und-Kameramann-768x542.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Maximilian-Schell-und-Kameramann-595x420.jpg 595w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Maximilian-Schell-und-Kameramann-696x492.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Maximilian-Schell-und-Kameramann-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Maximilian Schell und Kameramann</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Zusammenarbeit mit Arved Fuchs</h2>



<p>Ziemlich gegen Ende des vorherigen Jahrtausends entstand eine gedeihliche Zusammenarbeit mit Arved Fuchs, dem bekannten deutschen Polarforscher, Abenteurer und Buchautor. Im Zuge seiner Expedition „Arctic Passages“ im Jahr 1998 wurde ein Heißluftballon nach Spitzbergen geschafft und am historischen Ort der Aufstieg gewagt. „Der eiskalte Traum“ hieß der Film von Günther, mit dem in der ZDF-Reihe „Höllenfahrten“ dem tragischen Schicksal der Nordpol-Ballonfahrt von Salomon August Andrée genau hundert Jahre zuvor ein filmisches Denkmal gesetzt wurde. „Es war keineswegs ungefährlich, am Originalschauplatz auf schwankenden Eisschollen die Spielszenen zu drehen. Für die rumänischen Schauspieler, die in historischen Kostümen über das Eis rutschten, war es ihre erste Auslandsreise überhaupt!“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="689" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Vor-Rhodos-zu-Dreharbeiten-689x1024.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85667" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Vor-Rhodos-zu-Dreharbeiten-689x1024.jpg 689w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Vor-Rhodos-zu-Dreharbeiten-202x300.jpg 202w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Vor-Rhodos-zu-Dreharbeiten-768x1141.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Vor-Rhodos-zu-Dreharbeiten-283x420.jpg 283w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Vor-Rhodos-zu-Dreharbeiten-696x1034.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Vor-Rhodos-zu-Dreharbeiten.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 689px) 100vw, 689px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vor Rhodos zu Dreharbeiten</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der Autor und Hochschuldozent</h2>



<p>Im September 2006 verließ Günther Klein die Ifage/Tellux-Gruppe, um neben seiner nun freieren Filmarbeit auch in der Lehre tätig zu werden. Er unterrichtete an der Hochschule Rhein-Main (Wiesbaden), gab dort sein Fachwissen weiter. Er vertrat die Professur „Film“ im Studiengang Kommunikationsdesign und war zudem Mentor der „Masterclass Non-Fiction“ an der Internationalen Filmschule Köln (IFS Köln). „Schnell habe ich Gefallen an der Lehre im Hochschulbetrieb gefunden. Es hat mir sehr gefallen, mein Wissen weitergeben zu dürfen, aber auch meine Ratschläge und meine bescheidenen Lebenserfahrungen. Manchmal sind die ja wichtiger als das Fachwissen. Gelegentlich kommt da neben dem Dokumentarfilmer dann aber auch der Pfarrer wieder durch, befürchte ich.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="730" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/SWF-Wolkenaufnahme-zu-Eifel-Europ.-Filmpreis.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85666" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/SWF-Wolkenaufnahme-zu-Eifel-Europ.-Filmpreis.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/SWF-Wolkenaufnahme-zu-Eifel-Europ.-Filmpreis-300x274.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/SWF-Wolkenaufnahme-zu-Eifel-Europ.-Filmpreis-768x701.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/SWF-Wolkenaufnahme-zu-Eifel-Europ.-Filmpreis-460x420.jpg 460w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/SWF-Wolkenaufnahme-zu-Eifel-Europ.-Filmpreis-696x635.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">SWF Wolkenaufnahme zu ‚Eifel‘ (Europ. Filmpreis)</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Als freischaffender Künstler sehr umtriebig</h2>



<p>Als freischaffender Produzent und Filmemacher realisierte Günther nach 2006 noch drei große Geschichtsdramen für das ZDF, in denen die Schauspieler Ben Becker, Dietmar Schönherr und Rolf Hoppe die Rollen von Martin Luther, Sigmund Freud und Johann Wolfgang von Goethe verkörperten. „Das war ein langgehegter Wunsch von mir, gerade auch die Arbeit mit Dietmar Schönherr in seinem letzten Film. Und ich wollte einmal so richtig das Dokumentarische mit dem Fiktionalen verschmelzen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="766" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Portraitaufnahme-2009-766x1024.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85665" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Portraitaufnahme-2009-766x1024.jpg 766w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Portraitaufnahme-2009-224x300.jpg 224w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Portraitaufnahme-2009-768x1027.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Portraitaufnahme-2009-314x420.jpg 314w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Portraitaufnahme-2009-696x931.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Portraitaufnahme-2009.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 766px) 100vw, 766px" /><figcaption class="wp-element-caption">Portraitaufnahme, 2009</figcaption></figure></div>


<p>So entstand eine neue Form der biografischen Erzählung, später dann „Biopics“ genannt – eine neue Fernsehform. Ein Jahr später, im Zeitraum 2008/2009, erarbeitete Günther eine 6-teilige ZDF-Weltgeschichte mit dem Präsentator Hape Kerkeling unter dem Titel „Historia Mundi“. Es handelt sich um&nbsp; einen lockeren Gesamtabriss der Weltgeschichte. „Weltgeschichte mit Lächeln und Augenzwinkern“, nennt es Günther. Ab Ende 2009 arbeitete er zusammen mit Maximilian Schell an ihrem halbfiktiven, halbbiografischen Spielfilm „Hamlet reloaded“.</p>



<p>&nbsp;„Ich liebe das Zusammenspiel von Musik und Film. So hatte ich es ja schon ganz zu Anfang beim Alexandra-Film versucht. Und das war auch meine Absicht, als ich mich mit dem russischen Konzertpianisten Lev Vinocour zusammentat, um für ZDF-Arte 2011 einen einstündigen Film über den Komponisten Franz Liszt zu realisieren, anlässlich dessen 200. Geburtstags.“ Danach entstanden noch zwei weitere Filme in musikalischem Stil: „Luthers Lieder“ und „Die 3Groschenoper“. Für eine weitere Dreier-Staffel „Imperium“, die im Juni 2011 ausgestrahlt wurde, inszenierte Günther die Spielszenen in Rumänien, der Karibik und den USA („Piraten“, „Ritter“ und „Indianer“). In den Folgejahren von 2013 bis ins Jahr 2021 entstanden weitere, sehr unterschiedliche Programme wie „Die Geschichte der Schönheit“ mit Senta Berger, die „Bodenseegeschichten“, „Wettstreit der Kathedralen“ und „Portrait-Malerinnen“.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Filmen – für ihn eine Berufung</h2>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="527" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Mutter-im-Daenemarkurlaub.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85663" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Mutter-im-Daenemarkurlaub.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Mutter-im-Daenemarkurlaub-300x198.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Mutter-im-Daenemarkurlaub-768x506.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Mutter-im-Daenemarkurlaub-638x420.jpg 638w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Mutter-im-Daenemarkurlaub-696x458.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Mutter im Dänemarkurlaub</figcaption></figure></div>


<p>Das berufliche Leben als Filmemacher hat Günther Kleins Leben geprägt. „Ich habe mich dabei gelegentlich wie ein finanziell gut abgesicherter Student gefühlt. Es passierte ja immer etwas Neues, und ich konnte immer wieder Neues lernen. Das war ein großes Privileg. Die Arbeit war niemals eintönig, nicht immer vorhersehbar. Oft war Improvisationsgeschick gefordert, gelegentlich auch Bewältigung von kleineren und größeren Gefahren. In vielen Regionen der Welt ist ja allein die Bewältigung des Alltags für die Menschen mühselig oder sogar lebensbedrohlich. Neben politischer Unsicherheit, Kriminalität und furchtbarer Armut grassieren vielerorts Krankheiten, denen oft nur mangelnde Gesundheitsfürsorge gegenübersteht. Diese Lebensumstände haben oft die Arbeit in der Fremde zusätzlich erschwert, auch mental belastet. Ohne einheimische Guides und die oft verblüffende Freundlichkeit fremder Menschen ging vieles gar nicht“, erzählt Günther von seinen Auslandserfahrungen. Sehr oft war Rumänien Drehort für die Spielteile der Dokumentationen. Es gibt in Bukarest noch eine alte, funktionierende Spielfilmkultur mit einem großen Kostümfundus, besonders für historische Sujets. „Und oft, wenn ich von besonders kargen Drehorten zurückkam, staunte ich wieder über den Reichtum und die Wohlfahrt Deutschlands, über unser schönes Land, in dem es ganz selbstverständlich ist, dass man wirklich in jedem Supermarkt, selbst im kleinsten Dorf, zu jeder Zeit alles findet, was ein Mensch zum Leben braucht.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="556" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Guenthers-Stolz-ist-sein-Eigenbau.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85658" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Guenthers-Stolz-ist-sein-Eigenbau.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Guenthers-Stolz-ist-sein-Eigenbau-300x209.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Guenthers-Stolz-ist-sein-Eigenbau-768x534.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Guenthers-Stolz-ist-sein-Eigenbau-604x420.jpg 604w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Guenthers-Stolz-ist-sein-Eigenbau-696x484.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Guenthers-Stolz-ist-sein-Eigenbau-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Günthers Stolz ist sein Eigenbau</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der überzeugte Flensburg-Heimkehrer</h2>



<p>Trotz seiner jahrzehntelangen „Flensburg-Abstinenz“ hat Günther Klein die Verbindung nach Flensburg immer gehalten. „Meine Eltern hatten beide das große Glück, in Frieden und bei guter Gesundheit alt werden zu dürfen. Mutter wurde immerhin 97, Vater wurde sogar 99 Jahre alt.“ Der Vater verstarb 2011, die Mutter im Jahre 2016. Bis zuletzt konnten sie zuhause in der eigenen Wohnung in der Marienallee wohnen und leben. Nicht zuletzt wegen der Eltern war Günther ein regelmäßiger Flensburg-Besucher.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="450" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Flens-unterwegs-am-30.8.25.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85661" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Flens-unterwegs-am-30.8.25.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Flens-unterwegs-am-30.8.25-300x169.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Flens-unterwegs-am-30.8.25-768x432.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Flens-unterwegs-am-30.8.25-747x420.jpg 747w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Flens-unterwegs-am-30.8.25-696x392.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit der „Flens“ unterwegs am 30.8.2025</figcaption></figure></div>


<p>Allmählich verschiebt sich sein Lebensmittelpunkt nun aber immer mehr von Wiesbaden in Richtung Flensburg. Aus dem Besucher wird langsam wieder ein Einheimischer. „Die Frage nach Heimat ist eine Frage der Emotion. Eine Frage des Herzschlags. Hier in Flensburg wohne ich nun in der einstigen Wohnung meiner Eltern in der Marienallee, zwischen Ochsenmarkt und Friesischer Straße. Alles sieht in den drei Zimmern eigentlich immer noch so aus wie damals, als hier noch Mutter lebte. In einer Welt, in der sich ständig alles verändert, ist es sehr schön, wenn es etwas gibt, das sich nicht ändert“, findet Günther. Und ganz in der Nachfolge seines Vaters, der ja „ewig“ Mitglied in der Segler-Vereinigung Flensburg war, tritt Günther in die Fußstapfen dieser Tradition ein, in die „Seglerheimat SVF“.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="601" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Fassenachtfeier-in-Wiesbaden.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85655" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Fassenachtfeier-in-Wiesbaden.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Fassenachtfeier-in-Wiesbaden-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Fassenachtfeier-in-Wiesbaden-768x577.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Fassenachtfeier-in-Wiesbaden-559x420.jpg 559w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Fassenachtfeier-in-Wiesbaden-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Fassenachtfeier-in-Wiesbaden-696x523.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Fassenachtfeier-in-Wiesbaden-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fassenachtfeier in Wiesbaden</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Segler-Vereinigung Flensburg (SVF)</h2>



<p>„Ja, auch der Verein gibt mir das Gefühl, wieder zuhause angekommen zu sein“, bestätigt mir der überzeugte „Heimkehrer“. Über 400 Mitglieder und eine große Jugendabteilung sorgen dafür, dass auf dem Vereinsgelände immer „was los“ ist. Günther ist angetan vom Einsatz vieler Mitglieder, die sich engagieren und sogar Segelkurse für Erwachsene und Jugendliche anbieten. Das Clubheim wird ebenfalls regelmäßig für gesellige Zusammenkünfte genutzt, die Lokalität „Fördeblick“ ist ein echtes Vorzeige-Restaurant mit tollem Blick auf den Yachthafen und die Flensburger Förde. Und noch ein besonderes Highlight bietet die Seglervereinigung Mitgliedern und solchen, die es werden wollen: Sie können auf Vereinsbooten trainieren oder Boote gegen kleine Gebühr mieten, von der sportlichen Jolle bis hin zum „bewohnbaren“ Tourenboot, wie eben der „Flens“, auf der wir jetzt auch noch nach zwei Stunden gemütlich plaudern.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_027.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85645" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_027.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_027-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_027-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_027-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_027-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf der „Dagmar Aaen“ im Museumshafen, 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Sein Einsatz auf der „Alexandra“ als Käptn-Lehrling</h2>



<p>Neben seiner Vereinstätigkeit als Bootspate arbeitet Günther Klein noch an seinem neuen maritimen „Flensburg-Projekt“. Den Seeschifferschein und die nötigen Funklizenzen hat er schon, das heißt, er darf gewerblich auf Schiffen Personen befördern. Aber demnächst will er als verantwortlicher Kapitän auf der Brücke eines besonderen Traditionsschiffes stehen, eben jenes kohlebefeuerten „Salondampfers Alexandra“, dem er als Jugendlicher seinen „Experimentalfilm“ widmete. Dieser Film war es ja, der ihn nach München brachte und damit den weiteren Lebensweg bestimmte. „Aktuell fahre ich bei jeder Gelegenheit als „Käptn-Lehrling“ und übe den zärtlichen Umgang mit dieser empfindlichen, 118 Jahre alten Dame.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Alexandra-Kapitaens-Lehrling-Guenther-768x1024.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85646" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Alexandra-Kapitaens-Lehrling-Guenther-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Alexandra-Kapitaens-Lehrling-Guenther-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Alexandra-Kapitaens-Lehrling-Guenther-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Alexandra-Kapitaens-Lehrling-Guenther-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Alexandra-Kapitaens-Lehrling-Guenther.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kapitäns-Lehrling auf der Alexandra</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Seine „Liebste“ zieht mit</h2>



<p>Günther Kleins langjährige Freundin und Partnerin Elke, seine „Liebste“, ist durchaus angetan von Günthers Plänen, hat längst ihr Herz an Flensburg – und auch an die „Alexandra“ – verloren und kommt stets wieder gern mit ihm in seine alte Heimat zurück, die auch schon ein bisschen „die ihre“ geworden ist. „Sie bezeichnet sich als ursprüngliche „Rand-Berlinerin/Ost“, doch ist die Liebe zur See auf sie übergesprungen, spätestens nach einigen sausenden Katamaran-Jagden mit meinem alten Hobiecat 16 in der Vemmingbunder Bucht.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="772" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Elke-und-ich-beim-Vereinsboot-772x1024.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85654" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Elke-und-ich-beim-Vereinsboot-772x1024.jpg 772w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Elke-und-ich-beim-Vereinsboot-226x300.jpg 226w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Elke-und-ich-beim-Vereinsboot-768x1019.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Elke-und-ich-beim-Vereinsboot-317x420.jpg 317w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Elke-und-ich-beim-Vereinsboot-696x923.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Elke-und-ich-beim-Vereinsboot.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 772px) 100vw, 772px" /><figcaption class="wp-element-caption">Elke und Günther beim Vereinsboot</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Seine Sicht auf Flensburg</h2>



<p>Ziemlich zum Ende unseres Gesprächs kommen wir auf die aktuelle Situation in und um Flensburg zu sprechen. „Als jemand, der im Laufe seines Lebens viel gesehen und erlebt hat, empfinde ich meine Heimatstadt Flensburg als besonders schön. Wir leben hier in einer wirklich hübschen Stadt, nicht zu klein, nicht zu groß, deutsch, aber zugleich auch dänisch, eine Gegend, die viel Potential in sich birgt, die von der Natur begünstigt und landschaftlich reizvoll ist. Insbesondere die Förde, den Binnenhafen um die Hafenspitze herum, die Strände und Seglerhäfen sollten wir unbedingt pflegen und instand halten – das gilt übrigens auch für die Struktur unseres alten Stadtkerns, der viele Kriege und sogar die Stadtbild-Visionen der 60er und 70er Jahre einigermaßen schadlos überstanden hat. “</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="888" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-Flens-unterwegs-mit-Alexandra.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85648" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-Flens-unterwegs-mit-Alexandra.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-Flens-unterwegs-mit-Alexandra-270x300.jpg 270w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-Flens-unterwegs-mit-Alexandra-768x852.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-Flens-unterwegs-mit-Alexandra-378x420.jpg 378w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-Flens-unterwegs-mit-Alexandra-696x773.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf der Förde unterwegs</figcaption></figure></div>


<p>„Nach meinem Gefühl sind wir aber gerade in dieser entscheidenden Zeit dabei, unser städtebauliches Potential aus dem Blick zu verlieren, gerade was die Zustände unserer Küsten und Fördebegrenzungen angeht. Die abgesackte Kaikante ist ein Paradebeispiel für den bedenklichen Trend zu zögerlicher Verschleppung. Denn dass die Wiederherstellung dieses – auch touristisch unabdingbaren – Herzstücks Flensburgs weitere sechs Jahre(!) dauern soll, ist auch mit noch so vielen Argumenten weder mir noch einem Flensburger Bürger wirklich plausibel zu machen. Jede Verzögerung führt hier zu allgemeinem Kopfschütteln und frustrierter Resignation &#8211; mit allen bedenklichen Folgen für die Stimmung in der Stadtgesellschaft.“</p>



<p>Das Flensburg Journal bedankt sich bei Günther Klein für ein sehr angenehmes und informatives Gespräch. Wir freuen uns darauf, in nicht allzu ferner Zukunft zu ihm an Bord der „Alexandra“ zuzusteigen und einige schöne Stunden auf dem Wasser unserer Förde verbringen zu dürfen!&nbsp;</p>



<p><em>Mit Günther Klein sprach Peter Feuerschütz<br>Fotos: Benjamin Nolte, privat  </em> </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/guenther-klein-flensburg-stets-im-herzen/">Günther Klein – Flensburg stets im Herzen</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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