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	<title>Reportagen / Serien Archive - Flensburgjournal</title>
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		<title>Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Aug 2026 09:36:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Straßen und Stadtteile]]></category>
		<category><![CDATA[flensburg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Er ist sowas von „flensburgisch“ – wenngleich sein Nachname „Meyer“ das nicht auf den ersten Blick vermuten ließe. Der Name „Meyer“ ist übrigens einer der häufigsten Nachnamen in ganz Deutschland &#8211; ursprünglich eine Berufsbezeichnung für einen Hofverwalter oder Pachtbauern (aus dem Lateinischen maior abgeleitet = „der Größere/Obere“). Aber unser Protagonist ist ja abstammungsmäßig auch ein [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Er ist sowas von „flensburgisch“ – wenngleich sein Nachname „Meyer“ das nicht auf den ersten Blick vermuten ließe. Der Name „Meyer“ ist übrigens einer der häufigsten Nachnamen in ganz Deutschland &#8211; ursprünglich eine Berufsbezeichnung für einen Hofverwalter oder Pachtbauern (aus dem Lateinischen maior abgeleitet = „der Größere/Obere“). Aber unser Protagonist ist ja abstammungsmäßig auch ein „Buten-Flensburger“ …</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1105-768x1024.jpeg" alt="Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution" class="wp-image-87499" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1105-768x1024.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1105-225x300.jpeg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1105-315x420.jpeg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1105-696x928.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1105.jpeg 800w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Selbst zuhause die Förde im Blick</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">In Fruerlund geboren und aufgewachsen</h2>



<p>Rüdiger Meyer wurde am 4. Juli 1951 in Fruerlund geboren. Doch schon bald darauf wurde das Barackenlager „Kielseng“ zu seinem zweiten Lebensmittelpunkt, weil seine Großeltern dort wohnten. „Das Lager ist längst Geschichte. Es befand sich im Gebiet zwischen der Swinemünder Straße und dem Straßenzug Kielseng bis etwa zum Klärwerk“, weiß Rüdiger zu erzählen. Rüdigers Großeltern und die Mutter waren kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus Danzig in den Westen geflohen, erreichten über viele Umwege schließlich Flensburg. „Dort im Flüchtlingslager und in unserem Haus in der Fruerlunder Straße habe ich meine ersten Lebensjahre verbracht.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" width="636" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1063-636x1024.jpeg" alt="Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution" class="wp-image-87505" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1063-636x1024.jpeg 636w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1063-186x300.jpeg 186w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1063-768x1237.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1063-261x420.jpeg 261w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1063-696x1121.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1063.jpeg 800w" sizes="(max-width: 636px) 100vw, 636px" /><figcaption class="wp-element-caption">Einschulung, 1958</figcaption></figure></div>


<p>Fruerlund wurde nun für den Heranwachsenden zu seinem Revier, in dem er lebte, spielte und erste Freunde fand. 1958 wurde er in die gleichnamige Grundschule Fruerlund eingeschult, am Bohlberg gelegen und fußläufig leicht für ihn zu erreichen. Rüdiger war stets ein guter Schüler, schaffte demzufolge im vierten Schuljahr auch die Prüfungen für die anschließende Umschulung aufs Gymnasium – oder Oberschule, wie man damals noch sagte.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="800" height="614" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1068.jpeg" alt="Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution" class="wp-image-87488" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1068.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1068-300x230.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1068-768x589.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1068-547x420.jpeg 547w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1068-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1068-696x534.jpeg 696w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Als junges Paar</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der „Oberschüler“</h2>



<p>Ostern 1962 wechselte Rüdiger aufs Gymnasium: das spätere „Förde-Gymnasium“ in der Elbestraße. „Die Schule war brandneu, hatte noch gar nicht ihren späteren Namen erhalten“, klärt mich Rüdiger auf. Tatsächlich: Die neue Schule nahm als „Neues Gymnasium im Aufbau“ im April 1961 den Lehrbetrieb auf. Als Rüdiger 1962 dorthin kam, waren noch nicht einmal alle Baumaßnahmen abgeschlossen. „Als Sextaner im ersten Schuljahr wurden wir in den ersten vier Monaten noch in der Goetheschule unterrichtet“, schmunzelt er im Rückblick. Der heutige Name des neuen Gymnasiums wurde 1973 auf Vorschlag eines Lehrers eingeführt, um den regionalen Bezug zur Flensburger Förde zu stärken.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="613" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1078.jpeg" alt="Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution" class="wp-image-87491" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1078.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1078-300x230.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1078-768x588.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1078-548x420.jpeg 548w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1078-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1078-696x533.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gelangweilte Soldaten</figcaption></figure></div>


<p>„Ich denke gern an meine Schulzeit zurück“, lächelt mein Gesprächspartner, „ich hatte gute Klassenkameraden und kompetente Lehrer, habe viel dort gelernt und fürs spätere Leben mitbekommen. Und ganz wichtig: Ich habe am Förde-Gym meine spätere Frau erst kennen und später lieben gelernt!“ Im Gegensatz zu einigen anderen Flensburger Gymnasien war das „Förde-Gym“ bereits eine gemischte Schule – Jungen und Mädchen gemeinsam in den Schulklassen. „Insgesamt dauerte meine Zeit am Gymnasium nur 8,5 Jahre – das war den beiden Kurzschuljahren in 1966 und 1967 geschuldet, in denen in Schleswig-Holstein der Schuljahresbeginn bundesweit vom Frühjahr (Ostern) auf den Spätsommer verlegt wurde. 1970 legte ich im Frühjahr mit Erfolg mein Abitur ab.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Student – mit Umwegen</h2>



<p>Im Herbst 1970 schrieb sich Rüdiger an der CAU (Christian-Albrechts-Universität) in Kiel für sein Studium ein. In Kiel hatte er bereits seine ersten zwei Semester komplett studiert, als ihn urplötzlich das Schicksal in Form eines Musterungsbescheids von der Bundeswehr ereilte. Wie es dazu kam? Seine Eltern waren mittlerweile innerhalb Flensburgs umgezogen, wurden mit den üblichen Unterlagen im Einwohnermeldeamt in Flensburg vorstellig um die Familie umzumelden – einschließlich ihrer Kinder. Dabei fiel auf, dass der Sohn Rüdiger wehrdienstmäßig noch gar nicht erfasst war. Das wurde in Windeseile – innerhalb von 3 Wochen &#8211; von den zuständigen Stellen nachgeholt. Rüdiger wurde nun gemustert, war wehrdiensttauglich, und wurde alsbald eingezogen zur Bundeswehr, zur Ableistung seiner Wehrpflicht. „Ich wurde nun ein sogenannter „W15“ und als solcher nach Leck zur Luftwaffe zum AG 52 eingezogen. Die Grundausbildung absolvierte ich in Holland – dort bekamen wir wegen der Auslandsverwendung den doppelten Wehrsold, für einen Studenten wie mich nicht ganz unwichtig. Zwischendurch habe ich wiederholt im Straßenbau gearbeitet – bei der damaligen Firma ATE-Bau, ca. 10 Stunden täglich – das wurde sehr gut bezahlt!“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="458" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1079.jpeg" alt="Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution" class="wp-image-87492" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1079.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1079-300x172.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1079-768x440.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1079-734x420.jpeg 734w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1079-696x398.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gemeinsame Dozenten an der WAK und Uni</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Studium Teil 2</h2>



<p>1973 war er wieder „frei“, hatte sich jedoch inzwischen entschlossen, zwar das Studium fortzuführen, jedoch nicht in Kiel an der Uni, sondern in seiner Heimatstadt Flensburg an der hiesigen PH, der Pädagogischen Hochschule Flensburg, die damals ihren Standort in der Mürwiker Straße – zwischen Jahnstraße und Arndtstraße – unweit des Flensburger Stadions hatte. Rüdiger studierte in den Fächern „Geschichte“ und „Geographie“ aufs Lehramt.</p>



<p>Mit seiner Freundin Silvia bezog er eine erste gemeinsame Wohnung – „unsere Studentenbude“ – in Mürwik in der oberen Osterallee, Ecke Nordstraße, gegenüber von ehemals „Autohaus Thurner“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Im Lehrerberuf kurzzeitig tätig</h2>



<p>Rüdiger schloss das Lehramt-Studium erfolgreich ab, machte das erste Staatsexamen in Kiel. Es folgten für ihn anschließend kurze Einsatzzeiten an verschiedenen Schulen im Flensburger Umland, so war er anfangs ein halbes Jahr lang an der Zentralschule in Harrislee tätig, danach wechselte er für ein komplettes Schuljahr an eine Schule in Schafflund, als angestellter Lehrer.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="552" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1071.jpeg" alt="Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution" class="wp-image-87489" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1071.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1071-300x207.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1071-768x530.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1071-609x420.jpeg 609w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1071-218x150.jpeg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1071-696x480.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1071-100x70.jpeg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die ökumenische Trauung</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Vier Jahre Dänemark</h2>



<p>Mittlerweile hatte Rüdigers Freundin Silvia ebenfalls ihr Lehramt-Studium erfolgreich beendet. Sie fand eine entsprechende Anstellung im benachbarten Dänemark: Sie unterrichtete an der deutschen Nachschule in Tingleff, einem Internat der deutschen Minderheit in Nordschleswig. „Wir wohnten gemeinsam diese vier Jahre lang jenseits der Landesgrenze in Tingleff, hatten insgesamt eine schöne Zeit dort verbracht“, erinnert sich das Ehepaar Meyer gern an jene Jahre in Tingleff. „Während der Dänemark-Jahre stand bald unser gemeinsamer Entschluss fest, unserer festen Beziehung einen offiziellen Status zu verleihen, sprich: zu heiraten.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1075-768x1024.jpeg" alt="Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution" class="wp-image-87490" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1075-768x1024.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1075-225x300.jpeg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1075-315x420.jpeg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1075-696x928.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1075.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Tennis beim TC Mürwik</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Eine rauschende Hochzeitsfeier</h2>



<p>„Es war für uns beide natürlich ein einmaliges und überragendes Ereignis und ein unvergessliches Erlebnis: unsere Hochzeit im Jahr 1978 im Schloss Glücksburg“, sind sich die beiden Eheleute einig. „Es war übrigens eine ökumenische Hochzeit! Eine ökumenische Trauung ist ein gemeinsamer Gottesdienst mit jeweils einem Pastor bzw. Pfarrer der jeweiligen Konfessionen für Paare unterschiedlicher Konfessionen – in unserem Fall war es katholisch und evangelisch.“ Rüdiger war katholisch erzogen, seine Silvia evangelisch. Rüdiger wirft in dem Kontext kurz reumütig ein, dass „ich Jahre zuvor unmittelbar vor meiner Kommunion gemeinsam mit einem Freund die Beichte geschwänzt habe“, dieses Fehlverhalten aber seinerzeit keinerlei Konsequenzen für die beiden Jungs bedeutete.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="560" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1064.jpeg" alt="Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution" class="wp-image-87486" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1064.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1064-300x210.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1064-768x538.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1064-600x420.jpeg 600w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1064-696x487.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1064-100x70.jpeg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Cabrio-Fan</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Zurück in Flensburg – zumindest zeitweise</h2>



<p>Im Jahr 1979 verließ Silvia die deutsche Nachschule in Tingleff, sie erhielt endlich in Flensburg eine neue Lehrerstelle. Die beiden jungen Eheleute suchten und fanden für sich eine gemeinsame Wohnung in Flensburg: im Schlehenbogen im Stadtteil Mürwik. Für Rüdiger begann jetzt eine Zeit, in der er regelmäßig pendeln musste: das Referendariat.</p>



<p>So heißt der praktische Vorbereitungsabschnitt nach einem akademischen Studium, der mit dem 2. Staatsexamen abschließt. Es ist zwingend erforderlich für Berufe im öffentlichen Dienst, insbesondere für das Lehramt. Diese 24 Monate verbrachte er wechselweise an einer Schule in Hutzfeld (Ostholstein), rund 140 km von Flensburg entfernt, oder in der Hansestadt Lübeck, am dortigen Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung – und am Wochenende ging es stets nach Hause. Das praktizierte Rüdiger bis 1981, dem Ende des Referendariats. „Es war ein ständiges „Gegurke“ durch ganz Schleswig-Holstein“, erinnert er sich nicht so gern an jene Monate – und das auch noch aus einem anderen (privaten) Grund!</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="552" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1067.jpeg" alt="Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution" class="wp-image-87487" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1067.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1067-300x207.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1067-768x530.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1067-609x420.jpeg 609w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1067-218x150.jpeg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1067-696x480.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1067-100x70.jpeg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Glücklich auf dem Wasser</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Gründung der Familie</h2>



<p>Im Jahr 1980 kündigte sich erster Nachwuchs bei den jung verheirateten Meyers an. Noch im gleichen Jahr wurde der erste Sohn geboren, und knapp zwei Jahre später, in 1982, kam noch ein weiterer Sohn dazu – nun waren die Meyers als Familie komplett. Rüdiger hätte sehr gern mehr Zeit bei der Ehefrau und den Kleinkindern verbracht. Das ließ der Beruf leider nicht zu.</p>



<p>Beide Eheleute waren schon immer sportbegeistert. Zurück aus Tingleff, bemühten sie sich Anfang 1980 gemeinsam um eine Aufnahme in den Tennis-Club (TC) Mürwik, der seine vereinseigene Sportanlage in der Jahnstraße betrieb – idyllisch am Volkspark gelegen. „Wir mussten sogar einen Bürgen beibringen“, schmunzelt Rüdiger. „Es hat aber keine Probleme gegeben: Wir wurden bald darauf als ordentliche Mitglieder akzeptiert und im Verein aufgenommen. Anfangs spielte jedoch nur ich aktiv Tennis – Silvia war ja schwanger und musste deshalb erst einmal aufs Tennisspielen verzichten“, erzählt unser Protagonist.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="589" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1080.jpeg" alt="Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution" class="wp-image-87493" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1080.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1080-300x221.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1080-768x565.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1080-570x420.jpeg 570w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1080-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1080-696x512.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Familie, 1990</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Eintritt ins Berufsleben – anders als geplant</h2>



<p>Im Jahr 1981 war Rüdiger Meyer endlich am ersehnten Ausbildungsziel angelangt: Mit dem erfolgreich abgelegten zweiten Staatsexamen war der Ehemann und junge Vater jetzt ein fertig ausgebildeter Lehrer – fand jedoch trotz intensiver Bewerbungen keine Stelle für sich in ganz Schleswig-Holstein. Was nun? Diese Frage stellte sich alsbald. Er wollte ja schließlich arbeiten und Geld verdienen – auch wenn das im angestrebten und erlernten Beruf leider nicht möglich war.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="598" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1086.jpeg" alt="Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution" class="wp-image-87494" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1086.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1086-300x224.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1086-768x574.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1086-562x420.jpeg 562w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1086-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1086-696x520.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1086-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Erster Schritt in die Selbständigkeit</h2>



<p>Mit Freunden entwickelte man nach geraumer Zeit den Plan, in der Flensburger Innenstadt ein ganz neues Restaurant zu eröffnen. Es sollte ein französisches Lokal sein. „Dafür nahmen wir extra während eines Paris-Urlaubs Anschauungsunterricht in den dortigen Cafés und Bistros – nahmen von diesem Ausflug nach Frankreich auch zahlreiche und vielfältige Anregungen mit und setzten diese teilweise um bei der Einrichtung und Ausstattung unseres Restaurant-Traums in Flensburg.“&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Man eröffnete nach umfangreichen Arbeiten in 1982 das Restaurant „Franchi’s“ in der Großen Straße 29 (heute befindet sich dort ein Schuhgeschäft, Leguano). „Das Emblem bzw. Logo für das „Franchi’s“ zeichnete übrigens mein Großvater, und rechtzeitig zur Eröffnung buchten wir Platz an einigen hiesigen Litfaßsäulen, um das Plakat mit dem Hinweis auf die Neueröffnung publik zu machen. Wir fassten schnell Fuß in Flensburg – trotz vielfacher Konkurrenz in der Innenstadt – wie etwa direkt gegenüber das arrivierte Café Preußer. Ich war nun für die kommenden drei Jahre als Geschäftsführer des „Franchi’s“ im Einsatz – ein Job, der mir durchaus zusagte.“ Er belegte sogar extra einen Kurs zum „Eis­produzieren“ in Rendsburg: „Ich hatte den Ehrgeiz, möglichst alles professionell machen zu können.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="787" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1088-787x1024.jpg" alt="Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution" class="wp-image-87496" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1088-787x1024.jpg 787w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1088-231x300.jpg 231w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1088-768x999.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1088-323x420.jpg 323w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1088-696x906.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1088.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 787px) 100vw, 787px" /><figcaption class="wp-element-caption">China</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Familie Meyer bezieht ihr endgültiges Zuhause</h2>



<p>Die nun vierköpfige Familie Meyer war schon geraume Zeit auf der Suche nach einer passenden Wohnung für sich. Fündig wurde man im Jahr 1983: „Gegen mehrere Mitbewerber setzten wir uns durch bei der Bewerbung für ein Reihenhaus im Twedter Strandweg im Stadtteil Mürwik. Das Haus war genau das, was wir uns vorgestellt hatten“, erinnert sich Rüdiger. Überglücklich zogen die Eltern mit den kleinen Söhnen ebendort ein. „Als uns das Haus vier Jahre später, in 1987, zum Kauf angeboten wurde, haben wir nicht lange überlegen müssen. Seitdem sind wir glückliche Eigentümer dieses unseres Familienhauses, in toller Lage gelegen, in einem netten Umfeld – was will man mehr?“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rüdiger findet seine berufliche Erfüllung</h2>



<p>Rüdiger spürte trotz guter Erfolge als „Gastronom“, dass er diesen Job nicht „auf ewig“ machen wollte. „Ich kannte als eingefleischter Flensburger und nun auch Café-Betreiber zahllose Leute in der Region, war „gut vernetzt“ – wie man heute wohl sagen würde. So bekam ich nach und nach immer mehr Kontakte zur hiesigen WAK (Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein), die 1976 als zentrale Weiterbildungseinrichtung der Industrie- und Handelskammern (IHK) in Schleswig-Holstein gegründet wurde. Die WAK nutzte viele Jahre das Gebäudeensemble rund um den historischen Heiligengeistgang als zentrales Bildungszentrum, lag für mich also praktisch vom „Franchi’s“ aus „um die Ecke“, so Rüdiger Meyer. „Das war im Jahr 1985“, weiß er noch genau.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1087-768x1024.jpeg" alt="Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution" class="wp-image-87495" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1087-768x1023.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1087-225x300.jpeg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1087-315x420.jpeg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1087-696x927.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1087.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Tel Aviv, Israel</figcaption></figure></div>


<p>Die WAK in Flensburg (heute in der Heinrichstraße 16 gelegen) ist das zentrale IHK-Bildungsunternehmen der Region. Sie bietet berufliche Aus- und Weiterbildung, Beratung für den Wiedereinstieg sowie Firmenseminare an. Sie ist gewissermaßen eine „eierlegende Wollmilchsau“ – könnte man es flapsig ausdrücken: Sie bietet Aufstiegsfortbildungen (Vorbereitung auf IHK-Prüfungen für Fachwirte, Betriebswirte, Industriemeister oder Fachkaufleute), ein Duales Studium (Bachelor für BWL) sowie Existenzgründer und andere Seminare an wie spezielle Kurse und Qualifizierungen für den Schritt in die Selbstständigkeit oder Firmenschulungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der neue Beruf: Dozent und Ausbilder</h2>



<p>Die eben genannten Bildungsangebote fand Rüdiger höchst interessant und passend auf ihn und seine Fähigkeiten zugeschnitten. „Ich fing nun an, erste Kurse und Seminare für die WAK abzuhalten. Seit dem Jahr 1988 war ich hauptamtlich als Freiberufler in Sachen Ausbildungspädagogik für die WAK tätig.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1091-768x1024.jpeg" alt="Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution" class="wp-image-87497" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1091-768x1024.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1091-225x300.jpeg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1091-315x420.jpeg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1091-696x928.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1091.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Südafrika</figcaption></figure></div>


<p>Jedes dual ausbildende Unternehmen braucht anerkannte Fachleute als feste Ansprechpartner für Auszubildende. Als sogenannter AdA-Ausbilder war er bald ein gefragter Pädagoge und als Freiberufler nicht nur an der WAK, sondern später auch an der Uni Flensburg und an der DAA tätig. Die Ausbildereignung richtet sich an Mitarbeiter aus allen Branchen sowie an Selbstständige. Für den Abschluss zahlreicher IHK-Aufstiegsfortbildungen, etwa zum Industriemeister oder Fachwirt, ist sie zwingend erforderlich.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rüdiger Meyer, bald in ganz Flensburg bekannt als der „Ausbilder der Ausbilder“</h2>



<p>„Diese Seminare und Kurse fanden übrigens nicht nur in den Räumlichkeiten der WAK, der Uni oder in anderen Ausbildungseinrichtungen statt, sondern wir waren sehr viel in der Region unterwegs, besuchten Firmen, Betriebe aller Art.</p>



<p>Viele Flensburger Firmen (z. B. die Stadtwerke, Queisser Pharma, die Stadtverwaltung im Rathaus, sehr viele Gastronomiebetriebe) schickten ihre Angestellten zu uns, oder die Chefs kamen auch selbst, z. B. Geschäftsführer bekannter Autohäuser, das Personal vom „Beach Motel“ St. Peter-Ording, vom „Intermar“ Glücksburg, dem „Alten Meierhof“,&nbsp; selbst von den A-Rosa Hotels Sylt und Travemünde. Das ging auch durchaus mal über Flensburgs Stadtgrenzen hinaus: Wir waren im gesamten Landesteil Schleswig unterwegs, sogar auf Sylt hielten wir diverse Seminare ab.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="831" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1092.jpeg" alt="Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution" class="wp-image-87498" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1092.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1092-289x300.jpeg 289w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1092-768x798.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1092-404x420.jpeg 404w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1092-696x723.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kap der Guten Hoffnung</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Das Dream-Team</h2>



<p>Neben Rüdiger Meyer waren auch andere Pädagogen und Fachleute als Dozenten für die WAK unterwegs. „Einer von diesen Fachleuten war mein heutiger Freund und langjähriger Wegbegleiter Hans-Ludwig Lorenzen, seines Zeichens Jurist und als Rechtsanwalt in Flensburg tätig. Wir haben häufig gemeinsam vor den Kursteilnehmern gestanden und sie in die AdA-Geheimnisse eingeweiht. Dabei wurde viel gefrotzelt und wir haben uns auch vermeintlich gegenseitig angemacht“, schmunzeln beide unisono. „Teilweise warteten die Hörer schon förmlich darauf, dass wir beide uns kabbelten – so wie einst die legendären „Netzer und Delling“ bei Fußball-Übertragungen im TV.“</p>



<p>Heute kann man wohl mit Fug und Recht behaupten, dass beide in den Flensburger Betrieben und Ausbildungsinstitutionen bekannt sind „wie ein bunter Hund“! Rüdiger hat längst für sich festgestellt: „Es ist manchmal schon frappierend, wie viele Leute man kennt und kennengelernt hat. Wenn man mal durch die Stadt oder sein Quartier geht, wird man sehr häufig freundlich gegrüßt – wohl auch ein Zeichen, dass man den Leuten eine gute Zeit geboten hat und ihnen etwas mitgegeben hat fürs künftige Berufsleben …“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_2523.jpeg" alt="Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution" class="wp-image-87500" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_2523.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_2523-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_2523-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_2523-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_2523-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_2523-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_2523-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Traumurlaub in Griechenland</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein umtriebiger Mensch</h2>



<p>Stillstand und Langeweile kamen in Rüdigers Leben so gut wie nie vor. Er war schon immer sportbegeistert: Regelmäßig stand er auf dem Tennisplatz und duellierte sich mit Gegnern um Spiele, Sätze und Punkte. Und wie es so ist in Sportvereinen: Als er gefragt wurde, ob er sich vorstellen könnte, ein Ehrenamt im Verein zu übernehmen, war es gewissermaßen um ihn geschehen. „Für mehr als 10 Jahre agierte ich als Sportwart im TC Mürwik, verbrachte dort häufig viele Stunden nach Feierabend und an den Wochenenden.“ Lange Jahre haben er und seine Frau auch den Golfsport betrieben, waren häufig auf der Golfanlage in Glücksburg anzutreffen.</p>



<p>Selbst zu Hause war Rüdiger stets mit einem seiner vielen Hobbies beschäftigt. „Ich bin auf bestimmten Themenfeldern ein leidenschaftlicher Sammler“, beschreibt er sich selbst. „Das sind die Modellautos der Marke Wiking, allgemein altes Blechspielzeug, und meine ganz große Leidenschaft schon seit dem Jahr 1970: Comics aller Art – insbesondere alle Asterix-Hefte, praktisch alles von und mit Donald Duck, und und und …“</p>



<p>Nebenbei griff unser Protagonist auch gern und regelmäßig zu seinen Mal­utensilien – viele seiner Bilder sind im gesamten Haus zu bewundern, wo sie die Wände zieren.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1061-768x1024.jpeg" alt="Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution" class="wp-image-87504" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1061-768x1024.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1061-225x300.jpeg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1061-315x420.jpeg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1061-696x928.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_1061.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Langjähriger Wegbegleiter: Hans-Ludwig Lorenzen</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Eine reiselustige Familie</h2>



<p>„Im Laufe unseres Familienlebens sind wir weit gereist, haben praktisch jeden Kontinent dieses Planeten mindestens einmal besucht. Mit Erfolg haben wir schon vor vielen Jahren für uns eine spezielle Urlaubsform entdeckt: den Haustausch.“ Beim Haustausch (Home Swapping) „urlaubt“ man kostenlos in der Wohnung oder dem Haus einer anderen Familie, während diese im Gegenzug im eigenen Zuhause wohnt. Man zahlt lediglich die Anreise und Verpflegung.</p>



<p>„In Sachen Haustausch haben wir auch schon viele – teils ferne – Länder besucht. Wir waren auf diese Weise sogar in den USA unterwegs, in England, Schottland und Irland – haben bei diesen Haustausch-Aktionen &#8211; weil wir mit dem Flugzeug angereist sind &#8211; das eigene Auto zuhause gelassen und quasi auch einen Autotausch vorgenommen, so auch bei einem Urlaub in Holland. Mit dem eigenen PKW waren wir jedoch in den anderen und nähergelegenen Urlaubsländern wie Österreich, Frankreich, Spanien, Norwegen usw. angereist.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Allmählicher Rückzug aus dem Berufsleben</h2>



<p>In den letzten Jahren hat sich Rüdiger Meyer nach und nach aus dem Berufsleben zurückgezogen. Seinen Teil der Aufgaben im AdA-Bereich hat er längst an einen kompetenten Nachfolger übergeben, wenngleich er einige wenige Kurse noch höchstpersönlich abhält.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_4288.jpg" alt="Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution" class="wp-image-87501" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_4288.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_4288-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_4288-768x513.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_4288-629x420.jpg 629w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_4288-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Drei Generationen „Meyer“</figcaption></figure></div>


<p>Nachdem er sich ja schon vor gut vier Jahrzehnten aus dem Gastro-Gewerbe (siehe „Franchi’s“) zurückgezogen hat, ist er vor 20 Jahren noch einmal diesbezüglich „rückfällig“ geworden. „Irgendwann im Jahr 2006 fragte mich ein guter Freund, ob ich ihm bei der Eröffnung – und allem was damit einhergeht –eines Lokals helfen könnte.“ Rüdiger half gern und trug so seinen Anteil dazu bei, dass noch im gleichen Jahr das Restaurant „Vigo“ im historischen Holmhof (Holm 43a) in der Flensburger Innenstadt eröffnen konnte.</p>



<p>Das Restaurant bereichert den malerischen Holmhof mit seiner Außenterrasse, hat allerdings nach einem Besitzerwechsel seinen Namen längst in „Vertigo“ geändert. Das Restaurant ist bis heute eine beliebte Kombination aus Café, Bar und Restaurant.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rüdiger Meyer heute</h2>



<p>Heute sind der „Mitt-Siebziger“ Rüdiger und seine Frau Silvia altersmäßig im sogenannten „Ruhestand“ angekommen, doch sie benehmen sind noch keineswegs so, wie man das landläufig von Rentnern so vermutet. Beide Söhne sind mittlerweile erwachsen und stehen fest im eigenen Leben, haben schon selbst Familien gegründet und eigene Kinder. „Wir haben zu beiden Söhnen und ihren Familien gute Kontakte, natürlich auch zu unseren vier Enkelkindern“, strahlen die stolzen Großeltern. Eine der beiden Familien lebt nur einen „Katzensprung“ entfernt in Solitüde, diese beiden Enkel sehen ihre Oma und ihren Opa („er ist der Beste!“) naturgemäß sehr häufig. Doch auch die Familie des anderen Sohnes lebt nicht so weit entfernt: Sie sind auf Sylt zuhause. „Das hat den Vorteil, dass wir auch mal kostenlos auf Sylt einige schöne Urlaubstage verbringen können.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_0648.jpeg" alt="Rüdiger Meyer – in Flensburg beinahe eine Institution" class="wp-image-87503" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_0648.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_0648-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_0648-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_0648-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_0648-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_0648-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/IMG_0648-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Lieblingsort mit Sommer, Sonne und Meer!</figcaption></figure></div>


<p>Seine sportlichen Aktivitäten hat Rüdiger Meyer mittlerweile reduziert. „Irgendwie fordert das Älterwerden doch seinen Tribut“, hat er erkannt. Künftig werden sie möglicherweise häufiger mal mit einem „altersgerechten E-Bike“ durch Mürwik und entlang des Ostufers der Flensburger Förde radeln. „Und natürlich die Kontakte zu den Kindern und Enkeln pflegen sowie zu den guten Freunden, von denen manche ja zu unserer Freude ganz in der Nähe wohnen, also schnell mal längskommen können auf ein Glas Wein oder einen Cappuccino“, sind Rüdiger und Silvia Meyer mit sich selbst und ihrem Leben durchaus im Reinen.</p>



<p>Das Flensburg Journal bedankt sich für ein interessantes und nettes Gespräch, wünscht den Interviewpartnern einen schönen Sommer 2026 und für die Zukunft alles Gute, bei anhaltend guter Gesundheit!</p>



<p><em>Mit Rüdiger Meyer sprach Peter Feuerschütz<br>Fotos: privat   </em></p>



<p></p>
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		<title>Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2026 22:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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		<category><![CDATA[Kianusch Stender]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Wege sind bilderbuchhaft. Wenn Kianusch Stender von seiner Innenstadt-Wohnung zum SPD-Büro am Hafermarkt soll, ist er zu Fuß an der Hafenspitze unterwegs. Zu anderen Terminen benutzt er bevorzugt das Fahrrad und tritt in die Pedalen, um die Fördehänge zu bewältigen. Schnell ist der 32-Jährige auch am Wochenmarkt und beim Bäcker. Dort kommt er oft [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die Wege sind bilderbuchhaft. Wenn Kianusch Stender von seiner Innenstadt-Wohnung zum SPD-Büro am Hafermarkt soll, ist er zu Fuß an der Hafenspitze unterwegs. Zu anderen Terminen benutzt er bevorzugt das Fahrrad und tritt in die Pedalen, um die Fördehänge zu bewältigen. Schnell ist der 32-Jährige auch am Wochenmarkt und beim Bäcker. Dort kommt er oft mit Leuten ins Gespräch. „Da kann ich meine Arbeit gut reflektieren“, sagt er. Er spricht als Landtagsabgeordneter, der sich für die Plenarsitzungen ein Hotel in Kiel nimmt, sonst aber das Flair seines Wahlkreises in vollen Zügen fühlt und genießt. Mittendrin in Flensburg.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Portraet-2025-Foto-von-Jasper-Graetsch-683x1024.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87401" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Portraet-2025-Foto-von-Jasper-Graetsch-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Portraet-2025-Foto-von-Jasper-Graetsch-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Portraet-2025-Foto-von-Jasper-Graetsch-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Portraet-2025-Foto-von-Jasper-Graetsch-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Portraet-2025-Foto-von-Jasper-Graetsch-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Portraet-2025-Foto-von-Jasper-Graetsch.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Dithmarschen und ein Freiwilliges Soziales Jahr in Flensburg</h2>



<p>Angesichts von so viel Lokalkolorit könnte man meinen, dass Kianusch Stender schon immer in der Fördestadt lebte. Dem ist nicht so. Geboren wurde er in Husum. In der kleinen Gemeinde Tensbüttel-Röst wuchs er auf. „Da gab es mehr Kühe als Einwohner und direkt gegenüber von meinem Zuhause einen Fußballplatz – das war eine schöne Kindheit“, erzählt der heutige Berufspolitiker. Neben der Mutter, den beiden Geschwistern und der Schule – zunächst die Grundschule in Albersdorf, dann das Gymnasium in Heide – bildete der örtliche Sportverein den Orbit des Jungen. Der SV Tensbüttel-Röst hatte eine komplette Fußballabteilung – von den Kleinsten bis zu den Männern. „Und als einmal die A-Jugend um den Aufstieg spielte, kam das gesamte Dorf zur Unterstützung“, berichtet Kianusch Stender von einer besonderen Dorfgemeinschaft.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2000-768x1024.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87392" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2000-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2000-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2000-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2000-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2000.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kindheitsbilder aus dem Jahr 2000 und &#8230;</figcaption></figure></div>


<p>Der Trainer-Schein und die Sportbegeisterung waren die Schlüsselfaktoren für den Umzug nach Flensburg. Der junge Mann hatte sich entschieden, nach dem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr einzulegen. Der TSB Flensburg bot eine Stelle. Dort betreute er zwei Mädchen-Teams, eine Jungen-Mannschaft und eine Kindergruppe. Am Vormittag drehte sich in der Offenen Ganztagsschule der Comenius-Schule viel um Ballsport. Beim TSB kickte Kianusch Stender in der zweiten Mannschaft, später in der „Dritten“ – bis diese Mannschaft aufgelöst wurde. „Es fehlt mir der Teamsport“, sagt er und verrät, dass er zuletzt bei zwei Vereinen ein Training bestritten hat. Nach der Sommerpause möchte er wieder aktiv sein. Nicht nur beim FC Landtag, der eher sporadisch zu Benefiz-Veranstaltungen antritt. Demnächst soll eine Partie gegen die „All Stars“ von Holstein Kiel angepfiffen werden.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2004-768x1024.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87393" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2004-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2004-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2004-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2004-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-Kindheitsbild-aus-dem-Jahr-2004.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8230;2004</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Vom Studenten zum Pressesprecher</h2>



<p>Kianusch Stender freundete sich schnell mit Flensburg an – auch wenn er sich an andere Tagesabläufe gewöhnen musste. „Ich komme ja von einem ganz kleinen Dorf“, verrät er. „Da musste man eine Stunde im Auto sitzen, nur um eine Hose zu kaufen. Jetzt musste ich nur noch in die Fußgängerzone gehen.“ Dieses echte Stadtleben paarte sich mit schnellen Abstechern ins nahe Dänemark und einem direkten Zugang zum Meer. 2015 begann der Neubürger einen Doppel-Studiengang: An der Universität Flensburg studierte er „International Management“, in Sonderburg „Business, Language and Culture“. Zwei Tage die Woche pendelte Kianusch Stender zum Campus Alsion, und er lernte Dänisch. 2020 steckte der Master-Abschluss in der Tasche – inmitten der Corona-Pandemie. Die geplante Feier musste abgesagt werden.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1200" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-als-Grillmeister-beim-Tag-der-Arbeit-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87394" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-als-Grillmeister-beim-Tag-der-Arbeit-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-als-Grillmeister-beim-Tag-der-Arbeit-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-als-Grillmeister-beim-Tag-der-Arbeit-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-als-Grillmeister-beim-Tag-der-Arbeit-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-als-Grillmeister-beim-Tag-der-Arbeit-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-als-Grillmeister-beim-Tag-der-Arbeit-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-696x1044.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Jasper Grätsch</figcaption></figure></div>


<p>Nahtlos klappte der Übergang ins Berufsleben. Kianusch Stender fing bei einem Klebematerial-Hersteller in Norderstedt an, sattelte dann schnell auf ein Trainee-Programm der Landeshauptstadt Kiel um. Bei über 500 Bewerbern zu den 25 Auserwählten zu gehören – das machte ihn durchaus stolz. Praktisch war es, dass viel Home-Office möglich war. So konnte der junge Mann in Flensburg wohnen bleiben. Nach zwölf Monaten wechselte er in Kiel ins Wirtschaftsreferat und wurde dann stellvertretender Leiter für Strategie und Kommunikation. Schließlich bot sich im März 2023 die Chance, bei der SPD-Landtagsfraktion als stellvertretender Pressesprecher anzuheuern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Politik zunächst als Ehrenamt</h2>



<p>Die Politik war nun Beruf und nicht mehr ein Ehrenamt. 2014 war Kianusch Stender in die SPD eingetreten. Damals hatte er bei der Benefiz-Aktion „Mädchen kicken cooler“ ein Team betreut. Auch der Landtag stellte zusammen mit der Flensburger Ratsversammlung eine Mannschaft. Simone Lange, damals die Flensburger SPD-Landtagsabgeordnete, war dabei. Sie kam mit dem jungen Mann ins Gespräch und warb ihn an. „Ich war da schon politisiert“, erklärt Kianusch Stender. „Mit den Werten der SPD konnte ich mich am besten identifizieren.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-FSG-im-Maerz-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87397" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-FSG-im-Maerz-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-FSG-im-Maerz-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-FSG-im-Maerz-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-FSG-im-Maerz-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-FSG-im-Maerz-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bei der FSG, 2026;  Foto: Jasper Grätsch</figcaption></figure></div>


<p>Zwei Entwicklungen vergrößerten sein Engagement. Zur Landtagswahl 2017 trat Heiner Dunckel als SPD-Kandidat an. „Er war ja einer unserer Universitätsprofessoren“, erzählt Kianusch Stender. „Da bin ich nach der Vorlesung hin und unterstützte ihn dann im Wahlkampf.“ Auch im Kreisverband und bei den „Jusos“ tauchte er auf. Anfang 2020 regte ihn sehr auf, dass sich in Thüringen ein FDP-Politiker mit den Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten wählen ließ. Das wollte Kianusch Stender nicht nur verbal ablehnen. 2021 wurde er für zwei Jahre zum Vorsitzenden der „Jusos“ auf Landesebene gewählt. In dieser Funktion arbeitete der Flensburger am Wahlprogramm für die Landtagswahl 2022 mit und landete auf Listenplatz 13. Im Anschluss übernahm Kianusch Stender neue Ämter: Beisitzer im Landesvorstand der Mutterpartei und SPD-Kreisvorsitzender von Flensburg.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Weg in den Landtag</h2>



<p>Bei der Landtagswahl 2022 hatte er es mit einer Direkt-Kandidatur versucht, konnte dem ungünstigen Landestrend allerdings nicht trotzen. Die SPD erhielt nur zwölf Mandate. Kianusch Stender hatte sich zunächst mit einer Beobachterrolle anzufreunden. Anfang April 2024 war Listenplatz 13 doch noch Gold wert. Der einstige SPD-Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller schied aus, der Flensburger Genosse rückte nach. Einen großen Umzug musste Kianusch Stender nicht managen. Als stellvertretender Pressesprecher der Fraktion hatte er schon ein Büro im dritten Stock des Landtags, das neue lag nur vier Meter entfernt – mit dem Zusatz „MdL“ auf dem Schild.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-am-Redepult-im-Landtag-2026-Foto-von-Soenke-Ehlers.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87395" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-am-Redepult-im-Landtag-2026-Foto-von-Soenke-Ehlers.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-am-Redepult-im-Landtag-2026-Foto-von-Soenke-Ehlers-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-am-Redepult-im-Landtag-2026-Foto-von-Soenke-Ehlers-768x513.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-am-Redepult-im-Landtag-2026-Foto-von-Soenke-Ehlers-629x420.jpg 629w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-am-Redepult-im-Landtag-2026-Foto-von-Soenke-Ehlers-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Sönke Ehlers</figcaption></figure></div>


<p>Jeden Dienstagnachmittag trifft sich die zwölfköpfige SPD-Fraktion zu einer internen Sitzung. Sie dient der Vorbereitung der Woche. Es werden Anträge vorbereitet, Verantwortlichkeiten verteilt, Reden vergeben und Presseberichte besprochen. Kianusch Stender ist Sprecher der SPD-Fraktion für Wirtschaft, Digitales und Sport. Außerdem sitzt er im Wirtschaftsausschuss, der alle zwei Wochen zusammentritt. In der Regel geht es mit dem Auto nach Kiel – aus ganz praktischen Erwägungen. Die Fahrt dauert gut eine Stunde, mit der Bahn wären es derzeit wegen der Unterbrechung in Lindaunis rund drei Stunden. Für Termine, die zu seinen Themenschwerpunkten passen, ist der SPD-Abgeordnete in ganz Schleswig-Holstein unterwegs. Er fährt selbst. „Inzwischen habe ich es so geregelt, dass ich die Zeit dank einer Freisprechanlage gut für Telefonate nutzen kann“, verrät er.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Flensburger-Malteser-Kita-im-April-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87399" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Flensburger-Malteser-Kita-im-April-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Flensburger-Malteser-Kita-im-April-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Flensburger-Malteser-Kita-im-April-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Flensburger-Malteser-Kita-im-April-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Flensburger-Malteser-Kita-im-April-2026-Foto-von-Jasper-Graetsch-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">In der Flensburger Malteser-Kita, 2026; Foto: Jasper Grätsch</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Sitzungswoche in Kiel</h2>



<p>Etwa einmal im Monat hat der Landtag seine Sitzungswoche. Mittwochs und donnerstags wird von 10 bis 18 Uhr getagt – mit Mittagspause. Der Freitag fällt etwas kürzer aus. Die Präsenz wird großgeschrieben. Die Abgeordneten sitzen meist nur dann nicht auf ihrem Platz, wenn sie mal Gäste im Publikum aufsuchen oder sich für einen kurzen Austausch außerhalb des Plenarsaals treffen. Kianusch Stender hält im Schnitt eine Rede pro Tag für die SPD, für die zahlenmäßig stärkste Oppositionspartei. Das Nordlicht thematisierte zuletzt die trotz etlicher Subventionsmillionen ausgebliebene Northvolt-Ansiedlung bei Heide („Ein Desaster der Regierung“), den Bürokratie-Abbau und die Schwimmstätten-Förderung. Der SPD-Abgeordnete schreibt seine Beiträge selbst, wie er betont: „Man ist so besser in die Materie eingearbeitet. Eine KI verwende ich nur gelegentlich zur Unterstützung, zum Beispiel um einen Einstieg zu optimieren.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-im-Interview-mit-RTL-im-August-2025-Foto-von-Maximilian-Reimers-683x1024.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87398" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-im-Interview-mit-RTL-im-August-2025-Foto-von-Maximilian-Reimers-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-im-Interview-mit-RTL-im-August-2025-Foto-von-Maximilian-Reimers-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-im-Interview-mit-RTL-im-August-2025-Foto-von-Maximilian-Reimers-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-im-Interview-mit-RTL-im-August-2025-Foto-von-Maximilian-Reimers-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-im-Interview-mit-RTL-im-August-2025-Foto-von-Maximilian-Reimers-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-im-Interview-mit-RTL-im-August-2025-Foto-von-Maximilian-Reimers.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Interview mit RTL, 2025; Foto: Maximilian Reimers</figcaption></figure></div>


<p>An den Abenden folgen weitere Termine in Kiel. Häufig werden sogenannte parlamentarische Abende veranstaltet – meist zusammen mit Verbänden. Neulich etwa war die DLRG ins Landeshaus eingeladen, um über die Wasserkompetenz der jungen Generation und nötige Investitionen in die Schwimmstätten-Infrastruktur zu sprechen. Kianusch Stender ist stolz, dass es gelungen ist, viereinhalb Millionen Euro für das Flensburger Campusbad aus dem Sondervermögen des Bundes über das Land zu bekommen. Andere Male wird sich mit der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer oder dem Landessportverband ausgetauscht. Und einmalig fand im Kieler Schloss ein Festakt „80 Jahre Schleswig-Holstein“ statt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Am Puls der Bevölkerung</h2>



<p>Wenn er mehrere Tage am Stück in der Landeshauptstadt zu verweilen hat, nimmt sich Kianusch Stender ein Hotel. Sonst möchte er sich aber möglichst viel im vertrauten Flensburg aufhalten und den Puls der Bevölkerung fühlen. Deshalb hat er es sich zur Angewohnheit gemacht, ein bis zwei Mal im Monat eine Straße auszusuchen und einen Nachmittag lang Haustür-Gespräche durchzuführen. Manch einer soll verwundert sein, wenn plötzlich ein Landtagsabgeordneter vor dem privaten Eingang steht: „Ist etwa schon wieder Wahl?“ Kianusch Stender möchte auch abseits des Wahlkampfs die Themen abgreifen, die die Menschen bewegen.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-Demo-gegen-die-AfD-im-September-2024-in-Flensburg-Foto-von-Jasper-Graetsch-683x1024.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87396" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-Demo-gegen-die-AfD-im-September-2024-in-Flensburg-Foto-von-Jasper-Graetsch-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-Demo-gegen-die-AfD-im-September-2024-in-Flensburg-Foto-von-Jasper-Graetsch-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-Demo-gegen-die-AfD-im-September-2024-in-Flensburg-Foto-von-Jasper-Graetsch-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-Demo-gegen-die-AfD-im-September-2024-in-Flensburg-Foto-von-Jasper-Graetsch-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-Demo-gegen-die-AfD-im-September-2024-in-Flensburg-Foto-von-Jasper-Graetsch-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-bei-der-Demo-gegen-die-AfD-im-September-2024-in-Flensburg-Foto-von-Jasper-Graetsch.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Demo gegen die AfD, 2024 in Flensburg</figcaption></figure></div>


<p>In eine ähnliche Richtung gehen einige Betriebspraktika. Der junge Politiker war schon einen Tag im Kindergarten und ein paar Stunden „auf Streife“ mit der Polizei. Als nächstes sind ein Sportevent-Veranstalter und die Handwerkskammer an der Reihe. Als ein weiterer Anker für die gewisse Bodenhaftung kann auch sein Ehrenamt angesehen werden: Kianusch Stender ist weiterhin der Vorsitzende des Flensburger SPD-Kreisverbandes mit seinen 300 Mitgliedern. Ein kurzer Draht zur Kommunalpolitik in Flensburg ist so garantiert. Gekoppelt mit seinem Job als Landtagsabgeordneter ergeben sich sogenannte Synergieeffekte, die über die gemeinsame Nutzung des Büros am Hafermarkt hinausgehen. Er selbst beschäftigt über eine Landespauschale eine 20-Stunden-Kraft und erhält Support bei Plakat-Aktionen, Social Media und der Pressearbeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Musik, Sport und die nächsten Themen</h2>



<p>In seiner Freizeit geht es Kianusch Stender gerne sportlich an. Er läuft um die Hafenspitze bis Sonwik, dann zurück und bis zum Ostseebad, ehe er nach Hause rennt. Er hat sich an einer Fischbrötchenbude auch schon einem Lauftreff angeschlossen, um in geselliger Runde die Kilometer in Angriff zu nehmen. Mit dem Fahrrad ist er häufiger mit Freunden unterwegs, durchquert dänische Dörfer und den Kollunder Wald, ehe er die Tour mit einem Hot Dog in Sonderhavn krönt. Eine andere Leidenschaft ist die Musik: Schon mit elf Jahren spielte Kianusch Stender auf der Trompete. Jetzt zupft er zu Hause gerne die Akustik-Gitarre und singt dazu. Er liebt Konzerte und war zuletzt dabei, als die Indie-Rock-Band „Madsen“ auf der Sylt-Fähre auftrumpfte. Häufiger sieht man ihn bei der „Friday Night“ im Volksbad.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="800" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Sommerpause-2024-Foro-von-Mattias-Jonsson.jpg" alt="Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg" class="wp-image-87400" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Sommerpause-2024-Foro-von-Mattias-Jonsson.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Sommerpause-2024-Foro-von-Mattias-Jonsson-300x300.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Sommerpause-2024-Foro-von-Mattias-Jonsson-150x150.jpg 150w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Sommerpause-2024-Foro-von-Mattias-Jonsson-768x768.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Sommerpause-2024-Foro-von-Mattias-Jonsson-420x420.jpg 420w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Kianusch-Stender-in-der-Sommerpause-2024-Foro-von-Mattias-Jonsson-696x696.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Mattias Jonsson</figcaption></figure></div>


<p>Dort trifft man viele Leute. Und manchmal drehen sich die Gespräche auch um die Themen, die nach der Sommerpause wieder auf der politischen Tagesordnung stehen werden. Zusammen mit dem SSW-Landtagsabgeordneten Christian Dirschauer möchte sich Kianusch Stender intensiv für den Schutz der Flensburger Förde einsetzen. „Es geht um Nitrateinflüsse, Muschelfischerei und Sauerstoffmangel“, betont der SPD-Politiker. „Wir müssen aufpassen, dass unsere Förde nicht irgendwann umkippt.“ Für die offene Frage der Schwangerschaftsabbrüche in Flensburg, die das zukünftige Malteser-Krankenhaus nicht übernehmen möchte, deutet sich ein medizinisches Versorgungszentrum für Frauengesundheit an – auf demselben Gelände, aber mit einem anderen Träger. Ein anderer Schwerpunkt: die Mobilität. Die Bemühungen um den Fernhaltepunkt in Weiche sind so zu lenken, dass die Fördersummen nicht auf andere Gleise vorbeilaufen. Einige Impulse werden aus Kiel kommen, weiß Kianusch Stender, der als Landtagsabgeordneter die politischen Weichenstellungen begleiten möchte.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner    </em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/kianusch-stender-mittendrin-in-flensburg/">Kianusch Stender –Mittendrin in Flensburg</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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		<title>Die Geschichte der Familie Danielsen in Flensburg &#8211; Kapitel 2</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2026 15:44:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Die Geschichte der Familie Danielsen in Flensburg]]></category>
		<category><![CDATA[Danielsen]]></category>
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		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Peter Danielsen, ca. 1680-1731 Peter Danielsen, 1680 in St. Jürgen geboren, hat von klein an am Hafen gelebt, und viel dort mit Kindern der Fischer und Seefahrer die Zeit verbracht. So war es für ihn selbstverständlich, später zur See fahren zu wollen. Da es ein geachteter Beruf war, wird ihm sein Vater den Wunsch sicherlich [&#8230;]</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Peter Danielsen, ca. 1680-1731</h2>



<p>Peter Danielsen, 1680 in St. Jürgen geboren, hat von klein an am Hafen gelebt, und viel dort mit Kindern der Fischer und Seefahrer die Zeit verbracht. So war es für ihn selbstverständlich, später zur See fahren zu wollen. Da es ein geachteter Beruf war, wird ihm sein Vater den Wunsch sicherlich gern erfüllt haben. Da die Gemeinde St. Johannis noch keine eigene Schule hatte, wurde er von seinem Vater in die Schreibschule des benachbarten St. Nikolai Kirchspiels geschickt, wo er Singen, Lesen, Schreiben und Rechnen lernte. Mit 13 Jahren wurde er 1693 in der St. Johannis-Kirche von Pastor Hoyer konfirmiert, und kam dann als Schiffsjunge auf ein in Flensburg beheimatetes Segelschiff, auf dem er seine erste Reise in die große Welt antrat. Die Schiffsjungenzeit dauerte fünf Jahre; wenn die Jungen Glück hatten, kamen sie in dieser Zeit weit herum und lernten einige Weltmeere und fremde Länder kennen – die Ausbildung war allerdings hart, früh lernten die Jungen, gegen Kälte und Sturm ihren Mann zu stehen und sich bei unbedingtem Gehorsam in der Gemeinschaft robuster Seeleute zu behaupten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Peter muss als Matrose früh erwachsen werden</h3>



<p>Peter Danielsen fuhr nach beendeter Schiffsjungenzeit erst als Leichtmatrose und dann als Matrose auf Flensburger Schiffen, kehrte immer wieder nach Flensburg zurück, wohnte in Landzeiten bei den Eltern, und lernte in den Jahren nach 1701 ein Mädchen kennen, in das er sich allmählich verliebte. Sie hieß Maria Hack, war 6 Jahre jünger, und lebte bei ihren Eltern in St. Johannis. Ihr Vater Christian besaß eben­dort ein eigenes Haus. Während seiner Aufenthalte in Flensburg war Peter bald ein gern gesehener Gast im Hause Hack, und als er 1707 Steuermann geworden war, hielt er bei Vater Hack um die Hand der inzwischen 21jährigen Maria an. Um Neujahr 1709 wurden Peter Danielsen und Maria Hack in der St. &nbsp;Johannis Kirche getraut. Sie wohnten im dortigen Kirchspiel zur Miete, hier wurde ihnen am 1.&nbsp;Oktober 1709 der Stammhalter geboren. Anfang des Jahres 1710 erhielt Peter Danielsen bereits ein eigenes Schiff, wie im Memorial des Kirchenrechnungsführers beschrieben, „weil er, Peter Daniel, nun ein eigen Fahrzeug hat“, sich vom Amt des Kirchengeschworenen freizukaufen hatte, doch da er um diese Zeit auf See war, hat sein Freund Hermann Wackerhagen die Bürgschaft auf sich genommen. &nbsp;&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Jüngster Schiffer in Flensburgs Handelsflotte</h3>



<p>Seit dem Jahr 1710 war Peter Danielsen selbständiger Schiffer, wohl einer der jüngsten Schiffsführer der Flensburger Handelsflotte, der erst 30 Jahre alt war und schon das Ziel aller Seemannswünsche, ein eigenes Schiff zu führen, erreicht hatte. Seine ersten Fahrten waren erfolgreich und brachten gute Gewinne, und so konnte er bereits 1712, wohl auch noch zusätzlich mit finanzieller Hilfe seines Vaters, ein eigenes Haus kaufen, das „außer Pforten zwischen Christian Andersen auf der Oster- und Jens Nikolai auf der Westerseite“ lag.</p>



<p>Das erste Jahr im eigenen Haus brachte durch die Kriegsereignisse viel Aufregung mit sich, zumal seine Frau auf sich allein gestellt war, denn Peter Danielsen lag in diesem Kriegswinter 1712/1713 in Norwegen fest, wo er mit seinem Schiff eingefroren war und von den Geschehnissen in der Heimat nichts wusste. Auch in Flensburg waren in diesem strengen Winter die Schiffe im Hafen eingefroren, wurden allerdings sämtlich von den schwedischen Besatzern geplündert. Die Flensburger Förde war wochenlang zugefroren, erst im Frühjahr kehrte Peter Danielsen mit seinem Schiff zurück – da waren die Schweden geschlagen, und die größte Not der Flensburger Bürger bereits überwunden.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="723" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Galeasse.jpg" alt="Die Geschichte der Familie Danielsen in Flensburg - Kapitel 2" class="wp-image-87446" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Galeasse.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Galeasse-300x271.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Galeasse-768x694.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Galeasse-465x420.jpg 465w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Galeasse-696x629.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h3 class="wp-block-heading">Familiengründung</h3>



<p>Das Familienglück wurde in den nächsten Jahren auf harte Proben gestellt, so wurde dem Paar im Januar 1711 ein weiterer Sohn geboren, wenige Monate später verstarb der Erstgeborene im Alter von zwei Jahren, doch auch der zweite Sohn starb kurz darauf, ebenfalls im zarten Alter von zwei Jahren. Nach kurzer kinderloser Zeit bekamen sie 1717 ein Mädchen, doch auch dieses Kind verstarb im Alter von vier Jahren. Inzwischen war am 30. Dezember 1716 ein weiterer Sohn geboren, und auf den Namen Peter getauft, drei Jahre später am 24. Januar 1720 kam ein weiterer Sohn, Nicolai, auf die Welt. Diese beiden Jungen sollten den leidgeprüften Eltern erhalten bleiben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Umzug nach Ramsharde</h3>



<p>Für den Schiffsführer zeigte sich immer mehr, dass das Wohnen im Kirchspiel St. Johannis für ihn ungünstig war, wurden doch immer mehr Frachtgüter in sein Haus geliefert, die später umständlich zum Liegeplatz im Hafen befördert werden mussten. Doch alsbald ergab sich die günstige Gelegenheit, von einem Verwandten seiner Frau, dem Kaufmann Moritz Moritzen, dessen Gewese an der Ostseite der Ramsharde, der heutigen Norderstraße, mit Vorkaufsrecht zu mieten – zwei Jahre später gelang ihm dieses Gewese zu kaufen. Das Grundstück erstreckte sich bis an die Schiffbrücke. Sein Haus in St. &nbsp;Johannis verkaufte er daraufhin.</p>



<p>Das neu erworbene Wohnhaus war ein kleines Giebelhaus aus Fachwerk, das heute noch mit einer veränderten Front in der Norderstraße Nr. 90 steht. Wie alle Flensburger Giebelhäuser erstreckte dieses Haus sich weit den Hof hinunter, mit einer ganzen Anzahl von Zimmern, deren Fenster nach Süden wiesen, und die wohl die täglichen Wohnräume der Familie gewesen sein dürften. An das Haus schlossen sich nach hinten Ställe und Vorratsschuppen an, der gepflasterte Hof ging in einen schmalen Garten über, der sich bis zur Schiffbrücke erstreckte, und dort mit einem Packhaus abschloss. An der Brücke, direkt dem Packhaus gegenüber, pflegte nun Peter Danielsens Schiff zu liegen, wenn es im Heimathafen war.</p>



<p>1723 bekam er ein neues Schiff, größer und seetüchtiger als sein bisheriges. Es war eine Galeasse und hieß „Der Ringende Jacob“, fasste gut vierzig Lasten (entspricht etwa 2 Tonnen) und fuhr in fester Route von Flensburg über Kopenhagen nach Drontheim (heute Trondheim).&nbsp;</p>



<p>Ein Teil der für sein Schiff bestimmten Frachtgüter wurde jetzt in seinem Packhaus an der Brücke eingelagert, sodass das Laden und Löschen weniger Zeit kostete und die Liegezeit im Hafen so verkürzt werden konnte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Schiffergelag</h3>



<p>Im Leben der Flensburger Schiffer, unter denen Peter Danielsen eine geachtete Stellung einnahm, spielte ihre Gilde, das Schiffergelag, eine wichtige Rolle. Einst der Zusammenschluss Flensburger Kaufleute und Schiffer, hatte sich ihr Charakter nach und nach gewandelt, und war nach 1700 ausschließlich die Vereinigung der Schiffsführer. Die Statuten der Gilde beschrieben haarklein die beruflichen Rechte und Pflichten ihrer Mitglieder, die von diesen stets zu beachten waren. Daneben kamen auch gesellschaftliche Belange zum Tragen, so wurden auf dem alljährlich im Januar stattfindenden Schiffergelag die alten Schiffertänze getanzt, zudem in fröhlicher Gesellschaft mit seinesgleichen gefeiert. Die finanziellen Beiträge der einzelnen Gelagsbrüder richteten sich nach der Höhe ihrer jährlichen Heuer. Peter Danielsen wird erstmals in der Abrechnungsliste von 1722 genannt, in 1725 steht er mit 200 Mark Lübsch Heuer verzeichnet, von denen er 6 Mark und 4 Schilling an das Gelag abzugeben hatte.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kindersegen und Leid</h3>



<p>Zu ihren beiden Söhnen Peter und Nikolai, die noch in St. Johannis geboren wurden, bekamen Peter und Maria Danielsen in St. Marien noch drei weitere Jungen. Der erste dieser drei verstarb auch recht früh, die anderen beiden – Martinus, getauft am 6.&nbsp;Februar 1724 und Paul, getauft am 2.&nbsp;März 1729 – waren jedoch gesund und wuchsen zusammen mit den beiden älteren Brüdern unter der Obhut der Mutter in dem kleinen Haus in Ramsharde heran. Von hier waren es nur wenige Minuten zum Stadttor, dem heutigen Nordertor, wo das Land noch unbebaut war, wo es sich für die Kinder damals herrlich spielen ließ. In der Ferne in Richtung des Hafens drohte von Gallvig (Galwik) allerdings das Schreckgespenst des Galgens, an dem hin und wieder ein unglücklicher Gehängter baumelte, und die Jungen werden für ihre Spielaktivitäten den Schlossberg bevorzugt haben, wo wenige Jahre vorher, in 1719, mit dem Abbruch des Schlosses Duburg begonnen war.&nbsp;</p>



<p>1727 wurde im Süden der Stadt auch das Rote Tor an der Ausfallstraße nach Schleswig abgebrochen und durch ein neues Stadttor mit schön geschwungenem Barockgiebel ersetzt. Doch das werden die in Ramsharde (Norderstraße) wohnenden Kinder kaum bemerkt haben, da ihr Leben sich im Norden abspielte, und Hafen, Schlossberg und der Platz vorm Nordertor die Spielstätten ihrer Kindheit und Jugendzeit waren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Als erfolgreicher Handelskapitän</h3>



<p>Im Jahr 1726 wurden Handel und Schifffahrt in Flensburg von einer königlichen Verfügung getroffen, die auch für Peter Danielsen Probleme mit sich brachte. Die Hauptstadt Kopenhagen erhielt vom König die ausschließliche Handelsbefugnis für die sogenannten „vier Articeln“: Wein, Branntwein, Salz und Tabak. Diese Waren durften zukünftig nur von Kopenhagener Firmen direkt aus dem Ausland importiert werden, was sich für den Flensburger Zwischenhandel, der sich gerade mit diesen Artikeln befasst hatte, eine fühlbare Einschränkung bedeutete. Zum Glück gab es für Danielsen genug andere Waren, die zu befördern waren, denn Flensburgs Wirtschaft befand sich in jenen Jahren in einem Aufschwung, der Flensburgs Schiffern zu Gute kam. Aus den Schifffahrtslisten der Jahre 1729 bis 1731 ist ersichtlich, dass Danielsen mit seinem Schiff unter anderem Mauersteine nach Kopenhagen brachte, die dort nach dem großen Brand der Residenz zum Wiederaufbau von Teilen der Hauptstadt benötigt wurden. Die besten dänischen Ziegelsteine wurden damals an der Flensburger Förde hergestellt, wo am Nord- und am Südufer eine Ziegelei neben der anderen lag, damals der größte Industriezweig des Herzogtums Schleswig. So waren es vorwiegend Flensburger Schiffer, die nachträglich vom Brand Kopenhagens profitierten, und die lohnenden Lasten dorthin transportierten.&nbsp;&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Peter bleibt auf See verschollen</h3>



<p>Mit einer Eintragung vom 16. März 1731 im Flensburger Ratsprotokoll wurde Peter Danielsen zum letzten Mal urkundlich genannt. Über seinen Verbleib und den seines Schiffes fehlt seitdem jegliche Nachricht, sein Schiff ist in diesen Wochen wohl untergegangen, und der Schiffsführer samt Besatzung wird den Seemannstod gestorben sein. Das Unglück hat sich vermutlich vor der norwegischen Küste zugetragen, und die Angehörigen werden monatelang mit großer Sorge in Flensburg auf Nachricht gewartet haben. Bei seinem Tod war Peter Danielsen 51 Jahre alt, stand im vollsten Leben, und hätte für seine Familie noch viel schaffen und verdienen können. Die drei Jahrzehnte seines Seemannslebens hatte er genutzt, sodass er seiner Witwe und den vier Söhnen ein schuldenfreies Haus und Lagergebäude hinterlassen konnte, und für den Lebensunterhalt und die Erziehung der Kinder war ausreichend vorgesorgt.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Johanniskirchhof-05_alt-683x1024.jpg" alt="Die Geschichte der Familie Danielsen in Flensburg - Kapitel 2" class="wp-image-87445" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Johanniskirchhof-05_alt-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Johanniskirchhof-05_alt-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Johanniskirchhof-05_alt-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Johanniskirchhof-05_alt-1024x1536.jpg 1024w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Johanniskirchhof-05_alt-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Johanniskirchhof-05_alt-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Johanniskirchhof-05_alt-1068x1602.jpg 1068w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/07/Johanniskirchhof-05_alt.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure></div>


<h3 class="wp-block-heading">Die Witwe als Familienoberhaupt</h3>



<p>Seine Frau Maria war es gewohnt, lange und viel allein zu sein, den Alltag zu meistern. Zwei Jahre nach Peters Tod heiratete sie erneut einen Schiffer, den 27jährigen Hans Göttsche in St. Marien. Der war nun 20 Jahre jünger als sie, ein Umstand, der im Schiffergelag sicherlich für Aufsehen gesorgt haben dürfte. Die Danielsen-Kinder blieben im Haushalt der Mutter und des Stiefvaters wohnen, dieser kümmerte sich sehr um die vier Jungs, und sorgte dafür, dass sie von Rats wegen Vormünder erhielten. Am 11. März 1734 wurde der Nachlass Peter Danielsens gerichtlich geteilt, wobei jeder der vier unmündigen Söhne 1772 Mark Lübsch (rund 10.000 Mark) in bar erhielt; die Summen wurden den Vormündern übergeben. Die Jungen waren also nicht arm, zumal ihnen gemeinsam das Haus gehörte, in dem sie mit Mutter und Stiefvater wohnten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Erwachsene Kinder</h3>



<p>Die beiden älteren Söhne Peter und Nikolai verließen nach und nach das Haus, um wie ihr Vater zur See zu fahren. Die Mutter hatte also nur noch die beiden jüngeren Brüder zu Hause, die mit Bewunderung an ihrem Stiefvater hingen. Das Familienleben war offensichtlich harmonisch, denn die älteren Söhne kehrten immer wieder von ihren Reisen in das Elternhaus zurück. In den Jahren 1737 und 1738 fuhr der ältere Bruder Peter sogar als Matrose auf dem von seinem Stiefvater geführten Schiff. Die Seefahrt brachte dem Stiefvater Hans Göttsche leider auch kein Glück; im Sommer 1741 ging er mit seinem Schiff in einem Sturm im Skagerrak unter, und fand mit nur 35 Jahren den Seemannstod.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein Schicksalsschlag zuviel</h3>



<p>So verlor die Ehefrau Maria auch ihren zweiten Mann auf See, und dieser zweite Schicksalsschlag scheint sie so schwer getroffen zu haben, dass sie die Kraft zum Weiterleben verlor, und bereits am 30.&nbsp;November 1741 verstarb. Sie wurde am 3. Dezember von den Brüdern des Schiffergelags auf dem Marienkirchhof zu Grabe getragen.</p>



<p>Der älteste Sohn war zu dem Zeitpunkt 24 Jahre alt, übernahm von den Vormündern der jüngeren Brüder das Haus, heiratete bald und gründete eine eigene Familie. Der zweite Sohn Nikolai wird nirgendwo mehr erwähnt, er ist vermutlich 1741 ebenfalls den Seemannstod gestorben. Der dritte Sohn Martin war 17 Jahre alt, und fuhr als Schiffsjunge zur See, und der jüngste Sohn Paul, damals 12 Jahre alt, wurde von seinem Vormund Hans Peter Rasch aufgenommen und in dessen Familie großgezogen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p><em>Text: Flj überarbeitet    </em></p>
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		<title>Die Geschichte der Familie Danielsen in Flensburg &#8211; Kapitel 1</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2026 08:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Die Geschichte der Familie Danielsen in Flensburg]]></category>
		<category><![CDATA[Familie Danielsen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor einigen Jahren wurde uns, dem „Flensburg Journal“, aus einem Antiquariat eine über 300 Seiten umfassende Chronik zur Verfügung gestellt. Es handelt sich dabei um „Die Geschichte der Familie Danielsen in Flensburg“, zusammengestellt von „Peter Tramsen, Flensburg 1951“. Die Geschichte beinhaltet insgesamt 15 Kapitel unterschiedlicher Länge, beginnend mit dem ersten Peter Danielsen um das Jahr [&#8230;]</p>
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<p>Vor einigen Jahren wurde uns, dem „Flensburg Journal“, aus einem Antiquariat eine über 300 Seiten umfassende Chronik zur Verfügung gestellt. Es handelt sich dabei um „Die Geschichte der Familie Danielsen in Flensburg“, zusammengestellt von „Peter Tramsen, Flensburg 1951“. Die Geschichte beinhaltet insgesamt 15 Kapitel unterschiedlicher Länge, beginnend mit dem ersten Peter Danielsen um das Jahr 1655, und endet mit Kapitel 15 über das Leben des Joachim Wilhelm Danielsen, von 1842 – 1916.</p>



<p>Die Chronik besteht aus über 300 Seiten Pergamentpapier, die ursprünglichen Texte sind allesamt mit der Schreibmaschine erstellt worden – Bilder bzw. Zeichnungen oder gar Fotos enthält das originale Werk nicht. Mehrere Redakteure des „Flensburg Journals“ haben die einzelnen Kapitel bearbeitet und teilweise wegen der besseren Verständlichkeit gekürzt. </p>



<p>In der Ihnen vorliegenden Ausgabe des „Flensburg Journals“ beginnen wir mit dem Abdruck der genannten Familiengeschichte, die aus unserer Sicht bestens dafür geeignet ist, die Geschichte und das Leben in Flensburg seit etwa der Mitte des 17. Jahrhunderts bis schließlich ins Jahr 1920 authentisch anhand der persönlichen Schicksale der jeweiligen Generationen einer alteingesessenen Flensburger Familie zu erzählen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Peter Danielsen, ca. 1655 – 1732</h2>



<p>Im Frühling des Jahres 1677 erschien in der alten Fischereisiedlung St.&nbsp;Jürgen, die vor den Mauern der Stadt Flensburg lag, ein Bauernbursche aus der nachbarlichen Landschaft Angeln. Er hatte dort Arbeit gefunden und sich bei einem Bewohner St.&nbsp;Jürgens eingemietet, um in unmittelbarer Nähe der Stadt Fuß fassen zu können. Die Fischersiedlung lag am Ostufer des Flensburger Hafens und bildete die natürliche Fortsetzung des im Süden der Stadt liegenden Kirchspiels St.&nbsp;Johannis, ohne jedoch zum Stadtgebiet zu gehören. Die Seefahrer und Fischer wohnten dort in ihren kleinen Häusern, die im Schutze der östlichen Anhöhe in einer langen Reihe am Hafen entlangliefen, ein jedes mit einem Stückchen Garten versehen und mit dem üblichen Trockenplatz für das Aufhängen und Flicken von Netzen. Eine Hafeneinfassung gab es noch nicht, sondern die Wellen spülten ungehindert an den Strand, und vor jedem Grundstück führte eine Brücke oder ein Laufsteg, an denen die Boote lagen, in das Wasser. Die Siedlung war nach Adelby eingepfarrt, einem Kirchdorf, das 2 Kilometer südöstlich der Stadt lag, dorthin gingen die Bewohner auch allsonntäglich zur Kirche. In der Adelbyer Kirche wurde um diese Zeit in deutscher Sprache gepredigt, obgleich das Herzogtum Schleswig, dessen größte Stadt das benachbarte Flensburg war, von jeher zum dänischen Reich gehört hatte. Aber seit dem ausgehenden Mittelalter war das Deutschtum von Süden her vorgedrungen und hatte sich in Schleswig schon so verankert, dass die Amts- und Kirchensprache und die Umgangssprache der gebildeten Stände jetzt Deutsch war. König Christian&nbsp;V., der seit 1670 im Lande regierte, sah hierin wohl seiner Macht und seinem Reich eine Gefahr erwachsen, aber seine dauernden Kämpfe gegen Holstein brachten den Schleswigern nur Unruhe und Not und beseitigten doch nicht das eingedrungene Deutschtum.</p>



<p>Der junge Bauernbursche, der sich in St.&nbsp;Jürgen niedergelassen hatte, war etwa 22 Jahre alt. Er hieß Peter Daniels und stammte aus dem großen Kirchdorf Sterup in Nordangeln. Ob sein Vater Hufner oder Inste, Bauer oder Tagelöhner gewesen ist, ist unbekannt. Wahrscheinlich hat er Daniel geheißen, und nach den im Herzogtum Schleswig üblichen Regeln der patronymischen Namensgebung hatte der Sohn als Zunamen den Vornamen des Vaters bekommen und war Peter Daniels oder Danielsen (Daniels Sohn) genannt worden. Man sollte ihn sich als großen, kräftig gebauten Menschen vorstellen, mit groben Gesichtszügen und schweren Gliedern, da diese in den nach ihm kommenden Generationen die Merkmale der Familie sein sollten. Peter Danielsen, der seine Kindheit auf dem Lande verbracht hatte, wird nur Angeliter Dänisch oder Plattdeutsch gesprochen haben und, als er nach St.&nbsp;Jürgen kam, des Hochdeutschen kaum mächtig gewesen sein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Gemeindemitglied in Adelby</h3>



<p>Zum ersten Male finden wir ihn im Jahre 1677 am Sonntage Quasimodogeniti, dem 22.&nbsp;April, unter den Abendmahlsgästen der Kirche zu Adelby verzeichnet. Es gehörte sich für jeden Christen, der etwas auf sich hielt und der in gutem Ruf bei seinen Mitchristen zu stehen wünschte, regelmäßig zum Sonntagsgottesdienst in die Kirche zu gehen und ein- bis zweimal jährlich an der Beichte und am Heiligen Abendmahl teilzunehmen. Und die Pastoren führten genauestens Buch darüber, wer von ihren Gemeindemitgliedern kommunizierte und wann ihnen das Abendmahl gereicht worden war. Im Herbst 1677 ist Peter Danielsen wieder unter den Abendmahlsgästen zu finden. Da er beide Male allein kommunizierte, wird er noch unverheiratet gewesen sein. Erst zwei Jahre später, am 23.&nbsp;Sonntage nach Trinitatis, dem 23.&nbsp;November 1679 werden unter den Abendmahlsgästen genannt: Peter Danielsen cum uxore (Lateinisch: „mit seiner Frau“)</p>



<p>Und in den kommenden Jahren nimmt er das Abendmahl regelmäßig zusammen mit seiner Frau. Er wird sich demnach im Sommer 1679 verheiratet haben. Seine Frau hieß Judith. Woher sie stammte und wie ihr Mädchenname war, ist nicht bekannt. Jedenfalls ist sie nicht in St.&nbsp;Jürgen geboren, und es ist anzunehmen, dass sie wie ihr Mann aus bäuerlichen Verhältnissen kam. Von beiden sind die Eltern nicht bekannt, sie sind somit die Stammeltern der hier beschriebenen Familie Danielsen, die aus der „Ungeschichtlichkeit“ des bäuerlichen Lebens heraustraten, sich im Bereich der Stadt niederließen, wo die Bürger schon historisch dachten und wo die Geschichte jeder Generation genauestens festgehalten wurde.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bürger in Flensburg</h3>



<p>Über Peter Danielsens Beruf ist nichts bekannt. Er war wohl ein kleiner Mann, der gegen Tagelohn arbeitete und der nach der damaligen Einstufung der bürgerlichen Rangklassen zur vierten und zweitniedrigsten Bevölkerungsschicht gehörte, die gleich nach den Bettlern und Obdachlosen kam. Er besaß nichts als seiner Hände Arbeit, und die wurde von den Menschen jener Zeit nicht hoch bewertet. Die Danielsens wollten unbedingt Bürger der Stadt Flensburg werden, und ebendort ein eigenes Haus besitzen. Hierfür wurde das verdiente Geld gespart, und 14 Jahre später sollte sich dieser Wunsch erfüllen. Peter und Judith bemühten sich, die Achtung der Bürger St.&nbsp;Jürgens zu gewinnen, machten sich an jedem Sonntag auf den weiten Weg zur Adelbyer Kirche, um Pastor Nikolai Jebsen predigen zu hören, gingen regelmäßig zur Beichte und zum Abendmahl.</p>



<p>Am Ostersonnabend, dem 10.&nbsp;April 1680, wurde dem jungen Paar ein Sohn geboren, der ihr einziges Kind bleiben sollte. Am zweiten Ostertag, dem 12. April, wurde der Junge in der Kirche zu Adelby getauft und erhielt nach seinem Vater den Namen Peter Danielsen. Nach erfolgter Taufhandlung trug Pastor Jebsen ins Kirchenregister ein:</p>



<p><em>1680, Festus 2. Paschatos, Peter Danielsen und Judith Daniels in St. Jürgen ein Sohn Peter.</em><br><em>Gefattern: Johann Will, Erich Jensen, Fr. Agathe Lorentzen, Sünne Hanses.</em><br><em>In St. Jürgen ansässig</em></p>



<p>Um diese Zeit muss Peter Danielsen eines der kleinen Fischerhäuser erworben haben. Um dort billiger zu wohnen, schränkten er und seine Frau sich ein und vermieteten einige Stuben, denn eine Kirchenbucheintragung in Adelby besagt, dass am 11. Januar 1683 ein Kind des Mattiß Lundt, der „anito bey Peter Danielsen“ wohne, begraben sei. In diesem Hause verbrachte der Sohn seine Kindheitsjahre, und wuchs mit den Nachbarskindern in das Schifferdasein von St. Jürgen hinein. In St. Jürgen war das Leben, anders als in der Stadt oder auf dem Lande, von der Seefahrt geprägt, die Männer zog es in die Ferne, oft waren sie monatelang von zu Hause fort, viele blieben gar früher oder später verschollen, und nur wenigen war es vergönnt, ihren Lebensabend in einem der niedrigen Häuser am Wasser zu verbringen. Die Frauen lebten in ständiger Angst um ihre Männer, mussten die Kinder gar allein erziehen, wenn der Mann auf See geblieben war, und waren abhängig von der Milde und Freundschaft ihrer Nachbarn. Die Kinder lernten früh die Sorgen der Mütter, aber sie erbten von den Vätern die Sehnsucht nach der Ferne, und so zog es die meisten Jungen auf die See, sie wurden Seemann oder Fischer. 1690 zogen die Danielsens nach Flensburg, verkauften ihr Haus in St.&nbsp;Jürgen, erwarben im Kirchspiel St. Johannis ein Haus mit Stall und Wagenschuppen, das in der Angelbo-Straße außerhalb der sogenannten St.&nbsp;Johannispforte lag: etwa auf der Strecke zwischen der heutigen Heinrichstraße und dem Hafermarkt. Dieses alte Stadttor stand in der heutigen Angelburger Straße an der Stelle, wo die Süderhofenden einmünden und die Eisenbahnbrücke über die Straße führt.</p>



<p>Flensburg war die zweitgrößte Stadt der dänischen Monarchie und hatte um 1690 eine Einwohnerzahl von etwa 750 Bürgern mit ihren Hausständen. Die mauerumgebene Stadt erstreckte sich an der Westseite eines natürlichen Hafens und bestand eigentlich nur aus einer langen Straße, von der hin und wieder eine Gasse zum Hafen hinunter- oder zur westlichen Anhöhe hinaufführte. Zwei Marktplätze bildeten die natürlichen Zentren, Norder- und Südermarkt, und um diese gruppierten sich die beiden großen Kirchspiele St. Marien und St. Nikolai&nbsp; mit ihren aus dem späten Mittelalter stammenden schönen gotischen Kirchen. Das kleine St. Johannis schloss sich ostwärts an, und bildete das Ausfalltor in das fruchtbare Angeliter Land. Stadt und Hafen wurden beherrscht vom Schloss Duburg, das oberhalb des Marienkirchspiels auf einer Anhöhe lag. Hier war vor reichlich 40 Jahren König Christian&nbsp;V. geboren, als seine Eltern, das damalige dänische Kronprinzenpaar, in Flensburg Hof hielten; die Flensburger Bürger brachten deshalb diesem König als einem Kind ihrer Stadt besondere Sympathien entgegen.&nbsp;</p>



<p>Flensburg war zwar größte Provinzstadt des dänischen Reiches, aber die Wirtschaft der Stadt stagnierte nach einem blühenden Aufschwung im 16. Jahrhundert jetzt im Jahrhundert der Kriege. Immerhin lag den Bürgern, die vorwiegend von Handel und Seefahrt lebten, der Unternehmergeist seit Generationen im Blut, und sie verstanden es den Handel langsam wieder zu beleben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Rechte und Pflichten</h3>



<p>In dieser Stadt sollte Peter Danielsen nun Bürger werden. Nachdem er Haus und Hof erworben hatte, meldete er sich beim Dinggericht zur Erlangung der Bürgerwürde an. Im selben Jahre 1690 schwor er als Neubürger der Stadt Flensburg seinen Bürgereid, indem er auf dem Thingplatz hinter dem Rathaus im Beisein des Bürgermeisters und der versammelten Ratsherren die Hand auf den Degenkopf des Stadtvogtes legte und die Eidesformel sprach.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Bürger konnte nur der werden, der imstande war, die Steuern und Abgaben zu entrichten, sich und seine Familie zu ernähren, und der ein eigenes Haus und Grundstück besaß. Er musste „hausgesessen sein und sein eigen Feuer und Rauch halten“. Vor Erteilung des Bürgerrechts hatte er neben einer Gebühr an Stadtvogt und Kämmerer eine „Eintrede“ in Höhe von 3 Mark Lübsch zu entrichten. Als Bürger genoss er den Schutz der Stadt, sein Grundbesitz konnte ihm nicht genommen werden, und es durfte ihm und den Seinen künftig von keiner Seite Gewalt geschehen.</p>



<p>Mit den Rechten eines Bürgers hatte er allerdings auch dessen Pflichten übernommen, und schon bald meldete sich die Kirche St. Johannis, um dem neuen Gemeindemitglied ihre Forderungen vorzuhalten. Jeder junge Bürger war verpflichtet, ein Jahr lang als Kirchengeschworener die Rechnungsgeschäfte seines Kirchspiels zu verwalten und über Einnahmen und Ausgaben genauestens Buch zu führen. Dieses Ehrenamt war Voraussetzung dafür, später als Deputierter der Bürgerschaft in das Stadtkollegium gewählt zu werden. Wer das nicht wollte oder konnte, musste sich freikaufen. Zweifellos war Peter Danielsen für dieses Amt nicht geeignet, und kaufte sich also frei. Bei der Begleichung dieser Schuld ließ er sich jedoch viel Zeit, wie vier Jahre später im Rechnungsbuch von St. Johannis nachzulesen war:</p>



<p>„1694: Peter Daniel erscheinet gegenwärtig und gelobet, der Kirchen auf Künftige zu bezahlen 15 Mark Lübsch.“ In D-Mark umgerechnet waren das etwa 90 Mark, in den heutigen Euro also etwa 45 Euro.</p>



<p>Unserem Protagonisten war es schon wichtig, seine Rechte in der Gemeinde zu wahren. Jeder Bürger hatte damals in der Kirche seinen bestimmten Platz, für den er folgerichtig eine bestimmte Miete an die Kirche zu entrichten hatte. Anfangs gab es für seine Gemahlin Judith dort keinen freien Platz, ein Missstand, der über fünf Jahre andauerte. Darüber beschwerte Peter sich, indem er daran erinnerte, dass er „zum Bau der Steule auch das Seinige gegeben, seine frau aber genöße daför keine Stelle. Es möge doch eingezeichnet werden, dass seine frau alsdann die nechste dazu sein mögte, die einen solchen erhielte.“</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Sohn Peter</h3>



<p>Der Sohn Peter war, wie vorauszusehen war, Seemann geworden, und nachdem er das Vaterhaus verlassen hatte, lebten die Eltern dort allein mit ihrem Gesinde. 1709 führte der Sohn ihnen eine Schwiegertochter zu, ein junges Mädchen aus dem Kirchspiel namens Maria Hack, und erwarb in der Nachbarschaft zwei Jahre später ein eigenes Haus, in dem die Schwiegertochter in den kommenden Jahren einer Reihe von Enkeln das Leben schenkte.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Flensburg leidet</h3>



<p>In diesen Jahren wurden die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse zunehmend belastender für Flensburgs Bürger. Die Stadt hatte sich, bedingt durch die zahlreichen Kriege, von der zunehmenden Verarmung nicht erholen können, die Einwohnerzahl war um die Hälfte gesunken, um 1700 lebten nur etwa 600 Bürger in der Stadt, viele davon völlig verarmt. Im Herbst 1712 zogen dänische Truppen über die Elbe, um die aus Mecklenburg vorrückenden Schweden zu bekämpfen, wurden aber zurückgedrängt und bei Gadebusch in Holstein vom Schweden-General Stenbock geschlagen. Stenbock ließ die Stadt Altona niederbrennen, weil man die auferlegte Brandschatzung nicht zahlte, und rückte nun auf Flensburg vor, deren Bürger mit Entsetzen den kommenden Ereignissen entgegensahen.</p>



<p>Am Silvestertag 1712 war König Friedrich IV. in Flensburg eingezogen und hatte Quartier auf Schloss Duburg genommen, um fünf Tage später nach Fredericia weiterzuziehen. Während dieser Tage verwandelte Flensburg sich in ein Heerlager, fast jedes Bürgerhaus in den drei Kirchspielen hatte Soldaten als Einquartierung aufzunehmen. Die Leibgarde war in Adelby untergebracht, und so herrschte ein starker Verkehr in der Angelbo-Straße an Danielsens Haus vorbei.</p>



<p>Die Flensburger Bürger waren geschockt, als in einem sogenannten Brandbrief des Generals Stenbock an sie stand, dass er ihnen eine sofort zu zahlende Kontribution von 26.680 Reichstalern auferlegte. Am 19. Januar erschienen die ersten Schweden vor dem Roten Tor, die sogar eine wesentliche höhere Forderung von 62.000 Talern als Sofortzahlung stellten. Dies bedeutete für jeden Bürger einen Aderlass von rund 100 Talern, eine für die damalige Zeit enorm hohe Summe, die nur aufgebracht werden konnte durch das beispiellose Opfer einiger wohlhabender Bürger. Danielsens Familie kam glimpflich davon, hatte sein Sohn doch kurz zuvor ein eigenes Schiff sowie ein Haus gekauft, somit nur wenig Geld zur Verfügung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Flensburg erholt sich langsam</h3>



<p>Flensburg blieb dank der Einlösung der genannten Forderung das Schicksal Altonas erspart, wenn gleich die Bürger weiterhin harte Lasten zu tragen hatten. Die Schweden verlangten weiterhin Lieferung von Naturalien, und als sich einige Wochen später das Kriegsglück wendete, und die dänischen Truppen zurückkehrten, verlangten diese ebenso wie die Vorgänger Lieferung von Naturalien. Die Bürger verzweifelten allmählich, und der Rat der Stadt musste mit größter Schärfe vorgehen, um das letzte Vieh aus den Ställen und die letzten Getreidesäcke von den Böden holen zu lassen. Die Stadt hatte noch lange unter den Nachwirkungen dieses großen Aderlasses zu leiden, wenn die Bürger auch dankbar anerkannten, dass ihnen durch die Entschlossenheit ihrer Stadtvertretung noch größeres Unheil erspart geblieben war. Erst 1720 wurde zwischen Dänemark und Schweden Frieden geschlossen, die Vermittlungsmächte England und Frankreich garantierten Dänemark den fortdauernden Besitz des Herzogtums Schleswig. So bestand für Flensburg Aussicht auf ruhigere Zeiten, die Bürger wollten nichts mehr als unter dem Schutz des Königs friedlich ihrem Handel und Wandel nachgehen zu können.</p>



<p>In die Lebenszeit von Peter und Judith Danielsen fällt auch die vom König am 17.&nbsp;Dezember 1718 erlassene spezielle Rang-Verordnung für die Stadt Flensburg. Anlass war ein Streit zwischen der Ehefrau eines Doktors sowie der eines Kaufmanns, wer wem in der Kirche den Vortritt zu lassen hat. Der König verfügte, dass der Rang der Frauen in Flensburg sich nach dem Rang ihrer Männer zu richten habe, und diese wurden in vier Klassen eingeteilt. Peter Danielsen gehörte demnach zur dritten Klasse, in die die selbständigen Handwerker und Fuhrunternehmer, die Schiffer sowie andere Selbständige eingestuft wurden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schicksalsschläge</h3>



<p>Im Mai 1721 verkaufte der Sohn sein Haus in St.&nbsp;Johannis und zog mitsamt Familie in das Marienkirchspiel, wo er sich im nördlichen Teil der Ramsharde ankaufte. Seine Eltern, mittlerweile alt geworden, blieben „buten der St.&nbsp;Johannis Porten“ wohnen, wo sie ihre letzten Lebensjahre verbrachten. Die tägliche Arbeit in Haus und Hof machte Peter Danielsen immer mehr zu schaffen, und 1730, inzwischen 75 Jahre alt, wollte er sein Anwesen an einen Maler namens Nikolai Vette verkaufen. Um den Verkauf entwickelte sich ein zäher Streit zwischen den Parteien, der sich in die Länge zog, und bei den Danielsens für viel Verdruss sorgte.</p>



<p>Das wurde jedoch gänzlich in den Schatten gestellt durch das große Unglück, das den alten Peter Danielsen und seine Frau traf: Der einzige Sohn Peter war im Herbst 1731 mit seinem Schiff untergegangen, und fand im besten Mannesalter den Seemannstod. Der Schmerz über den Tod des Sohnes hatte den Eltern, nach einem bis hierhin durchaus erfolgreichen Lebensweg, die Lebenskraft genommen, denn nur wenige Monate später starben sie beide kurz nacheinander. Aus dem Rechnungsbuch der Kirche ist zu ersehen, dass sie beide im Jahr 1732 auf  dem St.&nbsp;Johannis-Kirchhof begraben wurden.</p>



<p>Erst nach dem Tod der Danielsens übernahm der Maler Vette das Haus, und der Erlös aus dem Verkauf ging an die vier Söhne des ertrunkenen Sohnes. So verschwand die Familie aus dem Kirchspiel St.&nbsp;Johannis, denn die Enkel wohnten jetzt in der großen Mariengemeinde, wo sie und ihre Nachkommen die folgenden 200 Jahre ansässig bleiben sollten.</p>



<p><em>Text: Redaktion Flensburg Journal    </em></p>
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		<title>Jan Scheder – Flensburg-Kenner und vielseitiger Ehrenamtler</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jul 2026 10:43:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Straßen und Stadtteile]]></category>
		<category><![CDATA[flensburg]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Scheder]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Er ist ein „Flensburger Jung“ durch und durch, ist an der Nahtstelle der Stadtteile Südstadt, Rude und Weiche geboren und aufgewachsen, ist mittlerweile ein exzellenter Flensburg-Kenner, und er ist außerdem in jeder Hinsicht ein „großer Ehrenamtler“ – auf mehreren unterschiedlichen Gebieten seit Jahrzehnten ehrenamtlich und erfolgreich tätig, und immerhin 1,99 m groß! Doch eines nach [&#8230;]</p>
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<p>Er ist ein „Flensburger Jung“ durch und durch, ist an der Nahtstelle der Stadtteile Südstadt, Rude und Weiche geboren und aufgewachsen, ist mittlerweile ein exzellenter Flensburg-Kenner, und er ist außerdem in jeder Hinsicht ein „großer Ehrenamtler“ – auf mehreren unterschiedlichen Gebieten seit Jahrzehnten ehrenamtlich und erfolgreich tätig, und immerhin 1,99 m groß! Doch eines nach dem anderen …</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kind der Husumer Straße</h2>



<p>Jan Scheder ist im Juli 1972 in der Husumer Straße geboren und aufgewachsen, auf der westlichen Seite der langgezogenen Straße zwischen Wilhelminental und Westtangente. „Wir haben immer davon gesprochen, dass wir auf der Rude leben. Hier habe ich mich in meinem Elternhaus und dem nahen Umfeld stets wohl gefühlt, als jüngerer Bruder von zwei Söhnen meiner Eltern,“ erinnert er sich gern an die Kindheit. „Wir lebten im eigenen Haus, das einst mein Opa gebaut hat. Meine Eltern haben dort ihr gesamtes Leben verbracht. Meine Mutter Herma war beruflich gelernte Apothekenhelferin, mein Vater Karl war selbständiger und gelernter Bootsbaumeister.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Urlaub-Daenemark-1976.jpg" alt="Jan Scheder – Flensburg-Kenner und vielseitiger Ehrenamtler" class="wp-image-87138" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Urlaub-Daenemark-1976.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Urlaub-Daenemark-1976-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Urlaub-Daenemark-1976-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Urlaub-Daenemark-1976-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Urlaub-Daenemark-1976-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Urlaub-Daenemark-1976-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Urlaub-Daenemark-1976-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Urlaub auf dem Boot, Dänemark 1976</figcaption></figure></div>


<p>Seine Vorschuljahre verbrachte Jan im Paulus-Kindergarten, am nahegelegenen Tegelbarg. 1979 begann für ihn dann der „Ernst des Lebens“: Jan wurde eingeschult in die erste Klasse und besuchte fortan die „Schule auf der Rude“, im Lundweg. Hier lernte er auch seinen späteren besten Freund Hark kennen, mit dem er viele Interessen und Hobbies gemein hatte, die die beiden Freunde auch heute noch verbinden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Leidenschaft Segeln</h2>



<p>Sein Vater war selbständiger Bootsbauer, betrieb sein eigenes Geschäft in Fahrensodde, auf dem Gelände der Segler-Vereinigung Flensburg am Ostufer der Förde.</p>



<p>„Mein Vater war ein geschickter Handwerker, baute natürlich auch sein eigenes Segelboot – das in den Sommermonaten für unsere Familie zu unserem zweiten Zuhause wurde!“, schildert Jan den Beginn seiner Leidenschaft fürs Segeln. „Wir waren praktisch an jedem Wochenende mit unserer „Kon-Tiki“ auf Segeltour, ich kannte bald alle dänischen Häfen im Ostseebereich.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Erstes-Fahrrad-1976-768x1024.jpg" alt="Jan Scheder – Flensburg-Kenner und vielseitiger Ehrenamtler" class="wp-image-87126" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Erstes-Fahrrad-1976-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Erstes-Fahrrad-1976-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Erstes-Fahrrad-1976-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Erstes-Fahrrad-1976-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Erstes-Fahrrad-1976.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Erstes Fahrrad, 1976</figcaption></figure></div>


<p>Nach vier Jahren in der Grundschule wechselte Jan auf die weiterführende Schule, er kam im Jahr 1983 zur Realschule West in der Straße Friesische Lücke. Ein Jahr später, in 1984, trat Jan als offizielles Mitglied in die Seglervereinigung Flensburg e. V. ein. „Seitdem bin ich in diesem Verein durchgehend bis einschließlich heute als begeisterter Segler dort aktiv – mittlerweile seit 42 Jahren!“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weitere Hobbies kommen dazu</h2>



<p>Jan und sein Freund Hark waren bald unzertrennlich, denn die beiden hatten viele gleiche Interessen. Beide Familien hatten zuhause jeweils eine eigene Modelleisenbahn, mit der die Jungs begeistert spielten – beide waren ausgewiesene „Märklin“-Fans. Hark hatte bereits ein weiteres Hobby – er war in der Jugendgruppe bei den Pfadfindern aktiv. So bauten die beiden unzertrennlichen Jungs eines Tages im Garten von Harks Eltern eine Kothe auf. Die Kothe gehört zu den Schwarzzelten der deutschen Pfadfinder – Jan war schnell auch von diesem Abenteuer begeistert. Kurz darauf nahm Hark den Freund Jan mit zu einem der wöchentlichen Treffen der Jugendgruppe der Pfadfinder.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Einschulung-1979-768x1024.jpg" alt="Jan Scheder – Flensburg-Kenner und vielseitiger Ehrenamtler" class="wp-image-87124" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Einschulung-1979-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Einschulung-1979-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Einschulung-1979-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Einschulung-1979-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Einschulung-1979.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Einschulung, 1979</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Jan wird Pfadfinder</h2>



<p>Wie nicht anders zu erwarten: Jan war mit „Feuer und Flamme“ angetan von der Pfadfinderei! 1985 war es soweit: Jan wurde in den „Stamm Duburg“, einer Ortsgruppe des BdP (Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder), aufgenommen. Als „Stamm“ bezeichnet man eine Gruppierung in einer Stadt, die eine eigenständige Führung sowie mindestens zwei der drei vorgegebenen Altersstufen besitzt. „Seit dem Eintritt in den Stamm Duburg bin ich ununterbrochen dort aktiv, seit über 40 Jahren – und immer noch so motiviert wie am ersten Tag“, strahlt unser Gesprächspartner.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Nordkapfahrt-1992.jpg" alt="Jan Scheder – Flensburg-Kenner und vielseitiger Ehrenamtler" class="wp-image-87133" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Nordkapfahrt-1992.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Nordkapfahrt-1992-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Nordkapfahrt-1992-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Nordkapfahrt-1992-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Nordkapfahrt-1992-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Nordkapfahrt-1992-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Nordkapfahrt-1992-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Nordkapfahrt, 1992</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der Modelleisenbahner</h2>



<p>Ein weiteres Hobby war die schon erwähnte Liebe der beiden Freunde zu Modelleisenbahnen. Mit dem Fahrrad fuhren die Jungen öfters zusammen zum Flensburger Bahnhof, wo im Untergeschoss die riesige Modelbahnanlage des MEC Flensburg e. V. (Modelleisenbahnclub Flensburg e. V.) zu finden ist. Die imposante Anlage des Modelleisenbahnclubs Flensburg zeigt auf etwa 60 Quadratmetern zahlreiche für die Modellbahnen klassische Motive. „Ich war überwältigt von der Anlage, mein Entschluss dort Mitglied zu werden, stand sofort fest“, erinnert sich Jan. Folgerichtig wurden er und Hark im Jahr 1986 gemeinsam und zeitgleich Mitglied in der Jugendgruppe des MEC Flensburg.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="589" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Kon-Tiki-1973.jpg" alt="Jan Scheder – Flensburg-Kenner und vielseitiger Ehrenamtler" class="wp-image-87131" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Kon-Tiki-1973.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Kon-Tiki-1973-300x221.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Kon-Tiki-1973-768x565.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Kon-Tiki-1973-570x420.jpg 570w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Kon-Tiki-1973-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Kon-Tiki-1973-696x512.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kon-Tiki, 1973</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Jan muss seine Hobbies alle unter einen Hut bringen</h2>



<p>„Das Problem war nun für mich: Wie koordiniere ich meine zahlreichen Hob­bies, und wie passt das alles in unser Familienleben – etwa mit den vielen Sommer-Wochenenden, die ich zuvor immer zusammen mit den Eltern auf dem Segelboot verbrachte?“</p>



<p>Nun, er war ja inzwischen kein Kleinkind mehr, die Eltern ließen den heranwachsenden Jungen gewähren, und so verbrachte er die anstehenden Wochenenden nur noch dann an Bord, wenn bei den Pfadfindern nichts anlag.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Kon-Tiki-2025.jpg" alt="Jan Scheder – Flensburg-Kenner und vielseitiger Ehrenamtler" class="wp-image-87132" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Kon-Tiki-2025.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Kon-Tiki-2025-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Kon-Tiki-2025-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Kon-Tiki-2025-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Kon-Tiki-2025-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Kon-Tiki-2025-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Kon-Tiki-2025-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kon-Tiki, 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Das Pfadfinderdasein</h2>



<p>„Pfadfinder zu sein bedeutet weit mehr als nur ein Hobby oder eine Freizeitbeschäftigung; es ist eine Lebenseinstellung und ein prägendes Lebensgefühl. Es verbindet Abenteuerlust, Gemeinschaft, Verantwortung und eine tiefe Verbundenheit zur Natur.“ Das hat unser Protagonist sehr schnell erkannt und verinnerlicht. Jan engagierte sich nun intensiv bei den Pfadfindern, nahm stets an den wöchentlichen Treffen teil, die sein „Stamm“ regelmäßig im Stammesheim im Flensburger Johanniskirchhof 21 abhielt. Bald beteiligte er sich auch an größeren Unternehmungen, machte 1988 seine erste große Pfadfindertour mit, die ihn für 14 Tage in die Flensburger Partnerstadt Carlisle brachte. Ein Jahr später, 1989, fand ein deutschlandweites Lager statt mit Tausenden (ca. 6000) von Teilnehmern – und so ging es beinahe Jahr für Jahr weiter.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Nordkapfahrt-1992.jpg" alt="Jan Scheder – Flensburg-Kenner und vielseitiger Ehrenamtler" class="wp-image-87133" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Nordkapfahrt-1992.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Nordkapfahrt-1992-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Nordkapfahrt-1992-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Nordkapfahrt-1992-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Nordkapfahrt-1992-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Nordkapfahrt-1992-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Nordkapfahrt-1992-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Nordkapfahrt, 1992</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Schulabschluss und Berufsfindung</h2>



<p>Im Jahr 1990 schloss Jan die Schule mit der Mittleren Reife ab. Im letzten Schuljahr absolvierte er gleich mehrere berufliche Praktika, unter anderem bei der Telekom/Post (die Trennung der Deutschen Bundespost in eigenständige Unternehmen begann just in den Jahren 1989/1990 mit der Aufteilung in die Bereiche Post, Postbank und Telekom), und bei der Flensburger Firma Elektro-Baltuttis, die es damals noch in der Husumer Straße gab. So wuchs in dem angehenden Lehrling der erklärte Berufswunsch heran, „irgendetwas mit Elektrik“ machen zu wollen. „Ich bewarb mich bei vier verschiedenen Unternehmen jener Branche, und erhielt tatsächlich von allen eine Zusage für einen Ausbildungsvertrag“, lächelt Jan. „Ich entschied mich letztlich für eine Lehre als „Energieelektroniker Betriebstechnik“ bei den Stadtwerken Flensburg. Für mich ausschlaggebend war seinerzeit die bestens ausgestattete und sehr gute Lehrwerkstatt der hiesigen Stadtwerke. Diesen Schritt habe ich tatsächlich nie bereut“, weiß Jan. Er ist auch heute noch bei den Stadtwerken Flensburg im erlernten Beruf tätig, meist im Außendienst. „Daher bin ich auch ein ausgesprochener Experte in Sachen Straßennamen und Straßenzüge im gesamten Flensburger Stadtgebiet – es gibt wohl keine Ecke in meiner Heimatstadt, in der ich noch nicht beruflich unterwegs war!“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="531" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Pfadfinderlager-1997.jpg" alt="Jan Scheder – Flensburg-Kenner und vielseitiger Ehrenamtler" class="wp-image-87135" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Pfadfinderlager-1997.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Pfadfinderlager-1997-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Pfadfinderlager-1997-768x510.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Pfadfinderlager-1997-633x420.jpg 633w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Pfadfinderlager-1997-696x462.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Pfadfinderlager, 1997</figcaption></figure></div>


<p>Im Jahr 1994 beendete er erfolgreich seine Ausbildung, wechselte nahtlos in den allgemeinen Arbeitsbereich seiner Ausbildungsinstitution über, ist bis einschließlich heute bei den Stadtwerken Flensburg angestellt im Bereich Niederspannung. Bei der Arbeit mit Niederspannung (bis zu 1000 Volt Wechselspannung) im Außendienst liegt der Fokus auf der Störungsbehebung, Wartung und Inbetriebnahme von Schaltanlagen und dezentralen Energieanlagen, sowie dem Anschluss von Gebäuden und Stromverteilerschränken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zivildienst</h2>



<p>Statt Wehrdienst leistete Jan den damals fünfzehnmonatigen Zivildienst ab, in den Jahren von 1994 auf 1995. „Für diesen „sozialen Staatsdienst“ konnte ich mir eine Stelle aussuchen, die mir wunderbar in den Kram passte“, lächelt Jan. „Ich landete für dieses eine Jahr im Jugendkulturhaus Exe, einer Einrichtung des Flensburger Jugendrings e. V., nicht weit von meinem Elternhaus entfernt. Dort wurde ich als Hausmeister und gewissermaßen „Mann für alles“ eingesetzt. Der Job war ideal auf mich und meine Fähigkeiten und Interessen zugeschnitten, brachte mir auch noch viel Spaß und hat mir zudem viele weitere Kontakte eingebracht.“ In dieser Zeit absolvierte er auch die Ausbildung zum ehrenamtlichen Gruppenleiter in Neukirchen an der Ostseeküste, erwarb dort die „Juleica“ – die Jugendleiter*in-Card (Juleica) ist der bundesweit einheitliche Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter*innen in der Jugendarbeit.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/England-Irland-98.jpg" alt="Jan Scheder – Flensburg-Kenner und vielseitiger Ehrenamtler" class="wp-image-87125" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/England-Irland-98.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/England-Irland-98-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/England-Irland-98-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/England-Irland-98-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/England-Irland-98-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/England-Irland-98-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/England-Irland-98-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">England/Irland, 1998</figcaption></figure></div>


<p>Nach Beendigung des Zivildienstes freute er sich über einen unverhofften Geldsegen. Das Entlassungsgeld zum Ausscheiden aus dem Zivildienst in Höhe von 1.500&nbsp;DM wurde ihm noch im letzten Monat ausbezahlt.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Jans Start in die Autokarriere</h2>



<p>„Von den genannten 1.500 DM habe ich mir meinen ersten VW-T1 Bus gekauft, als Gebrauchtwagen (ich fuhr schon einen T3). Der Wagen lief zwar noch, war aber ansonsten in einem ziemlich beklagenswerten Zustand. Das störte mich aber überhaupt nicht, denn ich war schon damals ein begeisterter Hob­by-Schrauber, konnte meine Leidenschaft an diesem ersten eigenen Fahrzeug so richtig ausleben!“ Das Resultat konnte sich sehen lassen: ein VW-Bus in Top-Zustand, den er auch heute noch fährt – nach über 30 Jahren!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Endgültiger Schritt ins eigene Erwachsenenleben</h2>



<p>Unser Protagonist wohnte immer noch zu Hause, als Lehrling und anschließend als „Zivi“ hatte er nicht genug finanzielle Mittel, um auf eigenen Füßen stehen zu können. „Doch ich hatte schon mit gut 20 Jahren einen festen Plan, wo ich gern hinziehen und meinen Lebensmittelpunkt haben wollte“, verrät Jan. „Mein Opa besaß schon lange ein Wochenendhaus in der Nähe von Husby, in Husby-Spang, das mir meine Eltern nach jahrelanger Vermietung zur Übernahme anboten. Das Angebot war so verlockend, dass ich zusammen mit meinem Vater das Haus nach und nach (in rund zwei Jahren) modernisierte und erweiterte und es in einen tadellosen Ist-Zustand versetzte. Das Anwesen liegt allein, ländlicher geht es kaum – doch so hatte ich mir mein künftiges Privathaus erträumt. Ich bin heute noch glücklich und lebe sehr gern dort, in unmittelbarer Waldnähe, gar nicht so weit vom „Plunschli“ entfernt“, schwärmt er von seinem Zuhause.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="623" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Unimog-1997.jpg" alt="Jan Scheder – Flensburg-Kenner und vielseitiger Ehrenamtler" class="wp-image-87137" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Unimog-1997.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Unimog-1997-300x234.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Unimog-1997-768x598.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Unimog-1997-539x420.jpg 539w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Unimog-1997-696x542.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Unimog, 1997</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Gründung einer eigenen Familie</h2>



<p>Nach dem Umzug nach Husby in 1995 stellte Jan die Weichen für die private Zukunft. Bald heiratete er seine Freundin, und im Millenniumsjahr 2000 wurde seine Tochter Carolin geboren. Es war eine spannende Zeit für ihn, Frau und Tochter hielten ihn auf Trab, zudem bereitete er sich beruflich auf seine Meisterprüfung vor. Im Jahr 2001 fand sein erfolgreicher Abschluss der Meisterprüfung vor der hiesigen IHK statt. Die Familie Scheder wurde im Jahr 2003 komplettiert, der Sohn Matthias erblickte das Licht der Welt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein erfülltes Leben</h2>



<p>Jan hatte nun viel damit zu tun, zeitlich sowohl die Familie, den Beruf und die zahlreichen Hobbies unter einen Hut zu bringen. „Das hat mich aber nicht gestört, ich hatte genug Energie, um alles leisten und meistern zu können“, so Jan.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="749" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Sommerfest-Solituede-2002-749x1024.jpg" alt="Jan Scheder – Flensburg-Kenner und vielseitiger Ehrenamtler" class="wp-image-87136" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Sommerfest-Solituede-2002-749x1024.jpg 749w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Sommerfest-Solituede-2002-220x300.jpg 220w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Sommerfest-Solituede-2002-768x1049.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Sommerfest-Solituede-2002-307x420.jpg 307w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Sommerfest-Solituede-2002-696x951.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Sommerfest-Solituede-2002.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 749px) 100vw, 749px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Tochter Carolin, 2002</figcaption></figure></div>


<p>Langeweile kannte er jedenfalls nicht: morgens ab nach Flensburg zur Arbeit, anschließend meist ein Hobby „bedienen“, abends die Familie „bespaßen“ und anschließend noch ein wenig an einem seiner vielen Autos zu schrauben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der eigene Fuhrpark</h2>



<p>Eigene Autos? Oja, davon besitzt der umtriebige Jan so einige: „Nach meinem ersten VW-Bus kamen noch diverse weitere dazu, die ich allesamt wieder auf Vordermann gebracht und fahrtüchtig gemacht habe“, verrät uns der geborene „Schrauber“. Eines seiner Lieblingsstücke ist ein Unimog, den er vor mittlerweile 29 Jahren gekauft hat.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="595" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/VW-Bulli-1996.jpg" alt="Jan Scheder – Flensburg-Kenner und vielseitiger Ehrenamtler" class="wp-image-87139" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/VW-Bulli-1996.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/VW-Bulli-1996-300x223.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/VW-Bulli-1996-768x571.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/VW-Bulli-1996-565x420.jpg 565w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/VW-Bulli-1996-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/VW-Bulli-1996-696x518.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/VW-Bulli-1996-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit dem Bulli unterwegs, 1996</figcaption></figure></div>


<p>Von 1973 bis 1990 war der Unimog in der Seglervereinigung Flensburg zum Slippen im Einsatz. „Als kleiner Junge hat mich mein Vater immer auf dem Beifahrersitz mitgenommen. Nach dem Verkauf fand ich ihn 5 Jahre später in Eggebek wieder und kaufte ihn nach Hause zurück. Ich überführte ihn nach Husby, brachte ihn wieder in Schuss, und er hat mir und meiner Nachbarschaft in den langen Jahren schon viele gute Dienste geleistet – mal war ein umgestürzter Baum zu entfernen, im Winter half er beim Schneeräumen – was so anlag!“ Mittlerweile ist er 67 Jahre alt!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Jans Lieblingsauto ist und bleibt der VW Bulli</h2>



<p>Das typische Äußere dieses Fahrzeugs haben ganz offensichtlich den „Volkswagen T1“ im Laufe der Jahrzehnte zu dem echten „Kultauto“ werden lassen – das es heute noch ist. Vor weit mehr als 70 Jahren wurde der erste T1 im Wolfsburger VW-Stammwerk gefertigt. Der T1 ist auch für unseren Protagonisten Jan das „Lieblingsauto“ schlechthin. „Abgesehen davon gibt es solche Autos ja heutzutage gar nicht mehr“, weiß Jan. Er weiß eben, wovon er spricht: Er ist seit über 30 Jahren stolzer Besitzer eines Bullis, Baujahr 1967. „Als Lehrling bin ich erstmals einen VW-Bus gefahren, damals war das ein T3. Ich wusste sofort: so einen willst du auch!“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="601" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Jan-Scheder_05.jpg" alt="Jan Scheder – Flensburg-Kenner und vielseitiger Ehrenamtler" class="wp-image-87130" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Jan-Scheder_05.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Jan-Scheder_05-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Jan-Scheder_05-768x577.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Jan-Scheder_05-559x420.jpg 559w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Jan-Scheder_05-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Jan-Scheder_05-696x523.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Jan-Scheder_05-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Bulli bleibt sein Lieblingsauto</figcaption></figure></div>


<p>Längst hat Jan seinen eigenen Fuhrpark, hauptsächlich einen „Bulli-Park“. Das Schmuckstück darunter ist der T1. „Bis der allerdings ein Schmuckstück war, dauerte es seine Zeit: Der Wagen war in einem desolaten Zustand, als ich ihn bekam. Neben der Komplett-Vermüllung stank er erbärmlich und wurde nur noch vom Rost zusammengehalten“, erzählt der Hobbymechaniker. „Mein Glück war, dass man an diesem Auto noch alles selbst reparieren kann!“</p>



<p>Gern ist Jan auch mit einem seiner vielen Fahrzeuge in ganz Norddeutschland unterwegs, weniger auf Oldtimer-Treffen, eher im Alltag und beim Ausflug in die nähere Umgebung. Ein guter Freund bezeichnete Jans Vorliebe für seinen umfangreichen Fuhrpark mal als eine Krankheit namens „Bulli.mie“ (in Anlehnung an die Essstörung namens Bulimie …).</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="601" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Jan-Scheder_03.jpg" alt="Jan Scheder – Flensburg-Kenner und vielseitiger Ehrenamtler" class="wp-image-87129" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Jan-Scheder_03.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Jan-Scheder_03-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Jan-Scheder_03-768x577.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Jan-Scheder_03-559x420.jpg 559w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Jan-Scheder_03-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Jan-Scheder_03-696x523.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Jan-Scheder_03-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Viel auf Achse</h2>



<p>So ist Jan im Laufe seiner inzwischen über 50 Lebensjahre sehr häufig unterwegs gewesen, hat als Pfadfinder praktisch ganz Europa bereist – vom Nordkap bis Sizilien, von England bis Irland und Finnland. Wenn er nicht gerade mit den Pfadfindern „auf Achse“ ist, ist er auch auf eigene Faust herumgereist, gern mit einem seiner Bullis und einem Zelt. Längst ist auch seine Tochter Carolin mit dem „Pfadfinder-Virus“ infiziert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Auf und Ab des Lebens</h2>



<p>Nicht immer ging alles glatt und geschmeidig ab in Jans Leben. 2011 musste er eine Krebs-Diagnose verkraften, besiegte jedoch diese Krankheit – auch wenn es nicht ganz einfach war und ihn doch zeitweise stark einschränkte. Sein angeborener Optimismus half ihm stets über schwere Stunden hinweg.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Ochseninseln-2024.jpg" alt="Jan Scheder – Flensburg-Kenner und vielseitiger Ehrenamtler" class="wp-image-87134" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Ochseninseln-2024.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Ochseninseln-2024-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Ochseninseln-2024-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Ochseninseln-2024-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Ochseninseln-2024-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Ochseninseln-2024-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Ochseninseln-2024-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit dem Stammeskajak zur Ochseninsel, 2024</figcaption></figure></div>


<p>„Seit einigen Jahren habe ich eine neue Partnerin gefunden, mit der ich sehr glücklich bin. Sie lässt mich gewähren, meine Hobbies weiter zu pflegen, so bin ich aktuell als „stellvertretender Stammesführer“ in meinem Stamm „Duburg“ aktiv. Gemeinsam sind wir regelmäßig auf dem Wasser unterwegs, segeln mit unserem alten Familien-Segelboot, der „Kon-Tiki“ durch die Ostsee, und lassen es uns gutgehen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ehrung durch die Stadt Flensburg</h2>



<p>Seine zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten blieben auch den Stadtoberen Flensburgs nicht verborgen. Auf Vorschlag des Flensburger Jugendrings wurde Jan Scheder im Jahre 2012 von der Stadt Flensburg für sein „herausragendes ehrenamtliches Engagement“ geehrt, sogar zum „Ehrenamtler des Jahres“ gekürt!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Pfadfinder-Gen weitervererbt</h2>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Hodderuper-bankenviertel-2024.jpg" alt="Jan Scheder – Flensburg-Kenner und vielseitiger Ehrenamtler" class="wp-image-87127" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Hodderuper-bankenviertel-2024.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Hodderuper-bankenviertel-2024-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Hodderuper-bankenviertel-2024-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Hodderuper-bankenviertel-2024-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Hodderuper-bankenviertel-2024-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Hodderuper-bankenviertel-2024-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Hodderuper-bankenviertel-2024-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Pause im Hodderuper „Bankenviertel“</figcaption></figure></div>


<p>„Meiner Tochter Carolin Scheder wurde die Begeisterung für das Pfadfinder-Leben sicherlich mit in die Wiege gelegt.“ Die heute 25-Jährige Frau engagiert sich schon seit Jahren ehrenamtlich bei den Pfadfindern, ist – natürlich &#8211; auch als Pfadfinderin im „Stamm Duburg“ Flensburg aktiv. Seit 5 Jahren ist Carolin „Stammesführerin“. Carolin und Jan Scheder kümmern sich dabei um die Organisation aller möglichen&nbsp;Aktivitäten, die den Stamm betreffen. Am liebsten kümmern sich die beiden naturgemäß um die anstehenden Aktionen wie das alljährliche Pfadfindertreffen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bula-2017.jpg" alt="Jan Scheder – Flensburg-Kenner und vielseitiger Ehrenamtler" class="wp-image-87123" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bula-2017.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bula-2017-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bula-2017-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bula-2017-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bula-2017-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bula-2017-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bula-2017-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bundeslager in Brandenburg, 2017</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ausblick – die Gegenwart und jüngere Vergangenheit</h2>



<p>Seit 2022 ist unser Protagonist als Stifter aktiv in der „Stiftung Pfadfinder“. Seit Beginn des laufenden Jahres 2026 war er damit beschäftigt, den „Tag der Offenen Tür“ anlässlich des 50jährigens Jubiläums seines Stammes „Duburg“ vorzubereiten – der erfolgreich als Stammestag Mitte Mai 2026 gefeiert wurde.</p>



<p><em>Mit Jan Scheder sprach Peter Feuerschütz<br>Fotos: privat, Thomas Becker   </em></p>
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		<title>Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2026 22:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Lorenzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Flensborghus ist schon seit 300 Jahren ein Prachtbau in Backstein-Optik und dürfte jedem Besucher der Norderstraße sofort ins Auge fallen. Seit einem guten Jahrhundert pulsiert an dieser Stelle der Hotspot der dänischen Minderheit. Unter einem Dach finden sich mehrere Vereine und Institutionen. Dazu gehört auch der Südschleswigsche Wählerverband. Seit 1996 arbeitet und engagiert sich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Das Flensborghus ist schon seit 300 Jahren ein Prachtbau in Backstein-Optik und dürfte jedem Besucher der Norderstraße sofort ins Auge fallen. Seit einem guten Jahrhundert pulsiert an dieser Stelle der Hotspot der dänischen Minderheit. Unter einem Dach finden sich mehrere Vereine und Institutionen. Dazu gehört auch der Südschleswigsche Wählerverband. Seit 1996 arbeitet und engagiert sich Martin Lorenzen für den SSW. Fast sein halbes Leben. Kürzlich feierte der 62-Jährige sein 30-jähriges Dienstjubiläum. Sein Büro hat er im Erdgeschoss des Flensborghus, wo er hauptsächlich anzutreffen ist. Der Landesgeschäftsführer taucht aber auch in den SSW-Außenstellen Husum, Schleswig und Eckernförde auf und begleitet die Landtagssitzungen in Kiel.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DSC_6791.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87087" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DSC_6791.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DSC_6791-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DSC_6791-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DSC_6791-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DSC_6791-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Er hat auch deutsche Ahnen, etwa einen ehemaligen Flensburger Polizisten, es dominieren aber die dänischen Vorfahren. So ist überliefert, dass Sievert Lorenzen, ein Ururgroßvater, um 1850 herum von Tondern in die Fördestadt zog und in der Nähe des Nordermarktes eine Schlachterei eröffnete. Martin Lorenzen hingegen wuchs nicht in Flensburgs Innenstadt auf, sondern in Harrislee auf. Er wie auch seine Schwester besuchten den dänischen Kindergarten und die dänische Schule. „Ich hatte eine behütete Kindheit in Harrislee, wo man sich in einer starken dänischen Minderheit kannte und gegenseitig unterstützte“, erzählt er. Ein logischer Schritt war eine jugendliche Handball-Karriere bei HKUF. Später war Martin Lorenzen auch Trainer und gehörte dem Vorstand an. Einige trifft er nun wieder, wenn er zur SG in die „Hölle Nord“ pilgert. Seit 15 Jahren hat der Handball-Fan eine Dauerkarte. Ein beliebtes Ziel ist auch Herning, wo die dänische Nationalmannschaft häufiger auftrumpft.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="563" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075983532.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87083" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075983532.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075983532-300x211.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075983532-768x540.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075983532-597x420.jpg 597w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075983532-696x490.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075983532-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Landtagsbüro des SSW, 1997</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Abitur am dänischen Gymnasium, Studium in Dänemark</h2>



<p>Mitte der 1970er Jahre wechselte Martin Lorenzen auf die Duborg-Skolen. „Ich war der erste aus unserer Familie, der aufs Gymnasium kam“, erzählte er. „Ich verdanke dem guten Schulsystem und den vielen guten Lehrern in der dänischen Minderheit, dass ich auf das Gymnasium gehen konnte, obwohl ich aus sehr einfachen Verhältnisse komme.“ Sein Vater beispielsweise war als „Mappenmann“, als Zusteller im Lesezirkel, in der Region unterwegs.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/1.mai-2008mitLudwigHeckerMeinSchwiegervater-768x1024.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87077" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/1.mai-2008mitLudwigHeckerMeinSchwiegervater-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/1.mai-2008mitLudwigHeckerMeinSchwiegervater-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/1.mai-2008mitLudwigHeckerMeinSchwiegervater-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/1.mai-2008mitLudwigHeckerMeinSchwiegervater-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/1.mai-2008mitLudwigHeckerMeinSchwiegervater.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">1. Mai 2008-Demo mit Schwiegervater Ludvig Hecker, Vorsitzende des Bund der Antifaschisten</figcaption></figure></div>


<p>1983 hatte Martin Lorenzen das Abitur in der Tasche. Zunächst blieb er südlich der deutsch-dänischen Grenze, da er sich HKUF sehr verbunden fühlte. Er war gleichzeitig Spieler der ersten Mannschaft, Trainer im Jugendbereich und Vorstandsmitglied. Der junge Mann begann eine Ausbildung beim früheren Harrisleer Klebeband-Klassiker „Nopi“ als Indus­triekaufmann. Die ehemalige dänische Firma war inzwischen von „Beiersdorf“ geschluckt worden und erhielt eine neue Führungsriege aus Hamburg. „Ich konnte den betrieblichen Ablauf eines großen Unternehmens kennenlernen und sammelte dadurch wertvolle berufliche Erfahrungen“, meint Martin Lorenzen rückblickend.</p>



<p>Nach den obligatorischen drei Jahren zog es ihn nach Aarhus zum Studium der Betriebswirtschaft. Besonders faszinierte ihn der neue Studiengang „Umweltlehre“. Er engagierte sich auch für die dänische Minderheit, indem er in Aarhus einen südschleswigschen Studentenverein gründete. Nebenbei verdingte er sich als Übersetzer und als Buchhalter. Ganz andere Einblicke ermöglichte eine Wohngemeinschaft auf einem Bauernhof.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="653" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075041618.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87082" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075041618.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075041618-300x245.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075041618-768x627.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075041618-515x420.jpg 515w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/3075041618-696x568.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die SSW-Abgeordnete Anke Spoorendonk (Dritte von links) im Hof von Aktivitetshuset, 1999, mit ihrem damaligen Mitarbeiterstab – Martin Lorenzen ganz rechts</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Erste Berufserfahrungen bei Aarhus, Rückkehr nach Flensburg</h2>



<p>Nach dem Studium erfolgte der Berufseinstieg bei einem kleinen Betrieb in der Umgebung von Aarhus. „Diese Firma setzte zu mehr als 90 Prozent auf den Export, besonders nach Deutschland“, berichtet Martin Lorenzen. „Ich war beeindruckt, wie man in der dänischen Wirtschaft mit flachen Hierarchien zum gemeinsamen Wohl zusammenarbeitete.“ Heute ist er sich sicher, dass er durch seine insgesamt zehn Jahre in Dänemark die dänische Mentalität und den skandinavischen Pragmatismus schätzen gelernt hat. „Vor allem das Zielbewusstsein, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und selbst Verantwortung für sein Handeln und sein Leben zu übernehmen“, betont der Flensburger.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLUSSW-Martin-Lorenzen-8.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87086" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLUSSW-Martin-Lorenzen-8.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLUSSW-Martin-Lorenzen-8-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLUSSW-Martin-Lorenzen-8-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLUSSW-Martin-Lorenzen-8-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLUSSW-Martin-Lorenzen-8-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Lars Salomonsen</figcaption></figure></div>


<p>1996 war er bereits mit seiner Jugendliebe Brita zusammenzogen. Die Heirat stand kurz bevor. Eines Tages meldete sich seine ehemalige Lehrerin Anke Spoorendonk. Einst hatte sie „sehr inspirierend“ Geschichte unterrichtet. Nun war sie SSW-Landtagsabgeordnete und suchte einen Ökonomen für ihren Stab. „Wir waren keine Sekunde im Zweifel“, erinnert sich Martin Lorenzen. „Uns zog es zurück ins deutsch-dänische Grenzland und zurück in die Hauptstadt der dänischen Minderheit – nach Flensburg“. Nach der erfolgreichen Landtagswahl wurde er als wissenschaftlicher Mitarbeiter vom SSW eingestellt. „Während Brita als Bibliothekarin jeden Tag nach Haderslev fuhr, ging es für mich viele Jahre nach Kiel.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Beruf und Ehrenamt beim SSW</h2>



<p>1998 übernahm Martin Lorenzen die Geschäftsführung der Landtagsfraktion. Die Strukturen waren ihm vertraut. „Beim SSW gab es nach dänischem Vorbild eine flache Hierarchie“, erklärt er. „Die Mitarbeiter arbeiteten auf Augenhöhe mit den Landtagsabgeordneten zusammen. Mit Anke Spoorendonk, Lars Harms, Silke Hinrichsen und einigen Kollegen organisierte Martin Lorenzen den politischen Alltag, aber auch die Wahlkämpfe, die sehr wechselnde Ergebnisse brachten. Auf das Hoch von 2000 folgte das Tief von 2005. Unvergessen der Versuch der Ministerpräsidentin Heide Simonis, sich mit den Stimmen des SSW erneut wählen zu lassen. Vier Mal gab es keine Mehrheit. „Wir wurden von vielen für unsere Unterstützung angefeindet, unsere Abgeordneten brauchten sogar Leibwächter“, erinnert sich Martin Lorenzen. „In der SSW-Fraktion, in der Minderheit und in unserer Partei hielten wir zusammen, so dass wir aus dieser Situation gestärkt hervorgingen“, meint Martin Lorenzen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/7ed51838-e229-4077-9635-e5c1839ceb1f.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87078" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/7ed51838-e229-4077-9635-e5c1839ceb1f.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/7ed51838-e229-4077-9635-e5c1839ceb1f-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/7ed51838-e229-4077-9635-e5c1839ceb1f-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/7ed51838-e229-4077-9635-e5c1839ceb1f-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/7ed51838-e229-4077-9635-e5c1839ceb1f-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/7ed51838-e229-4077-9635-e5c1839ceb1f-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/7ed51838-e229-4077-9635-e5c1839ceb1f-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit seinen ehemaligen Chefs Anke Spoorendonk und Flemming Meyer im Jahr 2021 zum 70. Geburtstag von Flemming Meyer</figcaption></figure></div>


<p>Er war seit 2001 auch ehrenamtlich für seine Partei in Flensburg aktiv. „Meine Motivation, mich direkt im SSW zu engagieren, war die kulturelle und ökonomische Gleichstellung der Minderheiten, wobei es damals in Flensburg doch einige Defizite gab. Aber vor allem wollte ich den Menschen in Flensburg eine Stimme geben, die genau wie ich nicht mit dem goldenen Löffel geboren wurden und wie meine Eltern mit harter Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen müssen.“</p>



<p>Damals sah Martin Lorenzen die soziale Linie des SSW in Flensburg in Gefahr. Das führte durchaus zu Konflikten mit der damaligen Fraktionsspitze. „Ich und meine Mistreiter aus dem Umfeld der neuen Kreisvorsitzenden Birgit Seidler und der Landtagsabgeordneten Silke Hinrichsen begannen uns politisch zu positionieren“, erinnert sich der 62-Jährige. „Wir warben für Gerhard Bethge als neuen Fraktionsvorsitzenden.“&nbsp; 2005 war diese Personalie geklärt. Martin Lorenzen selbst trat 2008 zum ersten Mal als Kandidat zur Kommunalwahl an und wurde im Wahlkreis Rude direkt gewählt.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/781c5617-e02e-4068-ac2f-47deb0765895-768x1024.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87079" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/781c5617-e02e-4068-ac2f-47deb0765895-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/781c5617-e02e-4068-ac2f-47deb0765895-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/781c5617-e02e-4068-ac2f-47deb0765895-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/781c5617-e02e-4068-ac2f-47deb0765895-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/781c5617-e02e-4068-ac2f-47deb0765895.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Beim Empfang im Schloss Bellevue mit Bundespräsident Steinmeier, 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein neuer SSW-Landesgeschäftsführer</h2>



<p>Das Jahr 2008 erwies sich auch als berufliche Zäsur. Als der damalige Landesgeschäftsführer Dieter Lenz in den Ruhestand ging, entschloss sich Martin Lorenzen als Nachfolger zu bewerben. Als Fraktionsgeschäftsführer in Kiel hatte er eng mit dem ausscheidenden Funktionär zusammengearbeitet und kannte seine Aufgaben. „Es war sehr verlockend nicht mehr in Kiel zu arbeiten, sondern im Flensborghus, im Zentrum der dänischen Minderheit und nur wenige hundert Meter von unserer Wohnung entfernt“, erzählt er.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20250222_131427.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87081" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20250222_131427.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20250222_131427-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20250222_131427-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20250222_131427-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20250222_131427-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20250222_131427-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20250222_131427-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf dem Holm in Flensburg im SSW-Wahlkampf um Stefan Seidler bei der Bundestagswahl 2025</figcaption></figure></div>


<p>Die Bewerbung fruchtete. „Ich wollte die Partei mit zentralen Wahlkämpfen modernisieren, aber gleichzeitig mehr dezentral Mitarbeiter einstellen, um die Kreisverbände zu stärken“, erklärt der noch immer amtierende Landesgeschäftsführer. „Politisch sollte der SSW ein klareres und deutlicheres Profil als soziale, regionale Minderheitenpartei bekommen – mit Inspiration aus Skandinavien.“ Anfangs hatte Martin Lorenzen nur drei Mitarbeiter, heute ist es ein elfköpfiges Team. Es entstand eine enge Zusammenarbeit mit den SSW-Landesvorsitzenden: lange Zeit Flemming Meyer, dann Christian Dirschauer und jetzt Sybilla Nitsch.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Siege und Niederlagen bei den Wahlen</h2>



<p>Die SSW-Zentrale hatte seit 2008 zwölf Wahlkämpfe auf der Agenda. „Diese sind für uns als kleine Minderheitenpartei mit etwas über 3000 Mitgliedern immer eine große Herausforderung“, erklärt der Landesgeschäftsführer. „Wir sind nicht viele, aber dafür umso motivierter.“ Bei der Landtagswahl 2009 erreichte der SSW zum ersten Mal seit Ende der 1940er Jahre vier Mandate und Fraktionsstatus. Nach der Landtagswahl 2012 war der SSW zum ersten Mal in der Geschichte ein Teil einer Landesregierung. In der folgenden Legislaturperiode wurde eine hundertprozentige Gleichstellung für die dänischen Schulen oder die Anerkennung von Dänisch und Friesisch als Amtssprachen im nördlichen Landesteil erreicht. „Obwohl der SSW fast alle seine Wahlforderungen umsetzen konnte, wurde die Regierungsbeteiligung nicht belohnt“, meint Martin Lorenzen. Bei der Landtagswahl 2017 verlor der SSW viele Stimmen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="601" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-09-um-14.13.25.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87084" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-09-um-14.13.25.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-09-um-14.13.25-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-09-um-14.13.25-768x577.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-09-um-14.13.25-559x420.jpg 559w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-09-um-14.13.25-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-09-um-14.13.25-696x523.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-09-um-14.13.25-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit SSW-Landesvorsitzender Sybilla Nitsch zur Demonstration vor dem Rathaus in Kiel, 2024</figcaption></figure></div>


<p>In Flensburg war dem SSW 2010 ein Überraschungscoup geglückt. Sein Kandidat Simon Faber wurde Oberbürgermeister. Martin Lorenzen war als Ratsmitglied und Landesgeschäftsführer Organisator des Wahlkampfes gewesen. „Es war eine fantastische Kampagne mit einem sympathischen Kandidaten, wir unterschätzten aber die Reaktion unserer politischen Konkurrenten“, erinnert er sich. „Ich selbst musste leider aus Zeitmangel mein Ratsmandat zurückgeben und war nur noch als bürgerliches Mitglied im Finanz- und Kulturausschuss tätig.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwischen Kommunal- und Bundestagswahl</h2>



<p>Simon Faber wurde 2016 übrigens nicht wiedergewählt. Überhaupt lief es für den SSW die kommenden Jahre weniger gut. Die Wende kam, als die Minderheitspartei 2021 zum ersten Mal seit Ewigkeiten zur Bundestagswahl antrat und mit Stefan Seidler zum ersten Mal seit 1953 einen Abgeordneten im Bundestag hatte. „Durch seine erfolgreiche politische Arbeit in Berlin und aufgrund einer starken Landtagsfraktion in Kiel bekam der SSW noch mehr öffentliche Aufmerksamkeit“, meint Martin Lorenzen. Er verweist auf die 250 Mandate bei den Kommunalwahlen 2023 und auf das besonders gute Abschneiden in Flensburg als stärkste Kraft. Mit Susanne Schäfer-Quäck stellt der SSW seitdem die Stadtpräsidentin. Martin Lorenzen selbst kehrte in die Flensburger Ratsversammlung zurück. Im Wahlkreis „Waldschule“ lag er exakt drei Stimmen vor der Grünen-Kandidatin. „Während des Wahlkampfs habe ich mit vielen Leuten gesprochen und Kaffee getrunken“, verrät Martin Lorenzen.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG-20250427-WA0060-1-768x1024.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87089" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG-20250427-WA0060-1-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG-20250427-WA0060-1-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG-20250427-WA0060-1-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG-20250427-WA0060-1-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG-20250427-WA0060-1.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Brita und Neffe Bjarke beim FC Liverpool an der Anfield Road, 2025</figcaption></figure></div>


<p>Dennoch war der SSW am Wahlabend etwas ratlos, da sich unter den ausnahmslos direkt gewählten Kandidaten viele Neulinge befanden. Wer soll nun die Flensburger Fraktionsführung übernehmen?&nbsp; „Die Wahl fiel auf mich“, schmunzelt Martin Lorenzen. „Man meinte, dass ich mit meiner langen Erfahrung und als Landesgeschäftsführer diese Aufgabe am ehesten wahrnehmen konnte.“ Er sagte zu und behielt dieses Amt für zweieinhalb Jahre. „Ich bin im Dezember 2025 als Fraktionsvorsitzender zurückgetreten, weil der Zeitaufwand zu groß wurde“, erklärt der Landesgeschäftsführer. „Der SSW steht 2027, 2028 und 2029 vor drei wichtigen Wahlen. Und angesichts der nächsten Kommunalwahl ist es auch wichtig, dass ich als 62-Jähriger den Generationswechsel voranbringe.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20190705_115006-768x1024.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87080" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20190705_115006-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20190705_115006-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20190705_115006-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20190705_115006-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/20190705_115006.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Ehefrau Brita Hecker in John o‘ Groats, Schottland, 2019</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Lokalpolitik und Freizeit</h2>



<p>Als einfaches Ratsmitglied hat Martin Lorenzen das lokalpolitische Geschehen natürlich weiterhin im Blick. „Flensburg hat leider zurzeit ernsthafte Herausforderungen, die zum Teil noch von vielen Altlasten herstammen“, findet er. „Schulen, Kaimauern oder Kultureinrichtungen sind marode und müssen saniert werden. Wir haben rekordverdächtige Investitionen in die Flensburger Infrastruktur beschlossen, die allerdings erst in einigen Jahren wirken werden.“ Den Hafen-Ost als Wirtschaftshafen mit Wohnbebauung oder die Verkehrspolitik mit einem Fernhaltepunkt in Weiche und einem Innenstadtbahnhof sieht er auf einem guten Weg. „Die Zusammenarbeit in der Ratsversammlung ist zwischen den Parteien viel besser geworden“, beobachtet Martin Lorenzen. „Es hapert aber immer noch in Zusammenspiel zwischen Verwaltungsspitze und den Ratsfraktionen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="540" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLU_SSWlandsmoede026TR20211023-.jpg" alt="Martin Lorenzen – stets im „Dienst der dänischen Minderheit“" class="wp-image-87085" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLU_SSWlandsmoede026TR20211023-.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLU_SSWlandsmoede026TR20211023--300x203.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLU_SSWlandsmoede026TR20211023--768x518.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLU_SSWlandsmoede026TR20211023--622x420.jpg 622w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/06/DKFLU_SSWlandsmoede026TR20211023--696x470.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">SSW landsmøde 2021 i Hotel des Nordens, Harrislee. Foto: Tim Riediger</figcaption></figure></div>


<p>Als Landesgeschäftsführer oder als ehrenamtlicher Politiker opfert er sehr viel Zeit und braucht die Unterstützung seines privaten Umfeldes. „Ohne meine fantastische Frau, die als Bibliothekarin der dänischen Bibliothek in Flensburg beruflich auch sehr eingespannt ist, und ohne meine herrliche Familie und meine Freunde wäre das nicht möglich“, weiß Martin Lorenzen. „Sie haben mir auch geholfen, dass ich nicht nur als Politikwahnsinniger durch das Leben laufe.“ Es blieb Zeit für viele weitere Interessen. Der Flensburger reist gerne. Er wandert durch die Berge im englischen Lake District oder in Schottland. Er radelt durch Dänemark, Holland oder Frankreich. Er schätzt die Sommerhaus-Aufenthalte in Dänemark oder verfolgt das Sportgeschehen. Bei der SG ist er regelmäßiger Gast, er war aber auch schon beim FC St. Pauli und an der Anfield Road in Liverpool. „Auch privat habe ich mich nie zurückgehalten und mein Leben zusammen mit meiner Frau und meinen Liebsten in vollen Zügen genossen“, sagt Martin Lorenzen mit einem glücklichen Unterton.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Fotos: Jan Kirschner, privat</em>    </p>
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		<title>Flensburg 1946 – Folge 3: Karitative Hilfe und Wohnungsengpass in der neuen Grosstadt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2026 06:44:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburg 1946]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnungsengpass]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vom Regenschauer ließ sich niemand stören. Schon vor neun Uhr formierten sich in den Süderhofenden zahlreiche Gewerkschaftsmitglieder in Vierer-Reihen. Schließlich waren es rund 1500 Arbeiter, die über Schiffbrücke und Neustadt zur Marienhölzung marschierten. Mittendrin musizierte eine Kapelle. Mehrere rote Fahnentücher wehten im Wind. „Für die Demokratie, für ein neues Deutschland“, stand auf einem. Auf einem [&#8230;]</p>
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<p>Vom Regenschauer ließ sich niemand stören. Schon vor neun Uhr formierten sich in den Süderhofenden zahlreiche Gewerkschaftsmitglieder in Vierer-Reihen. Schließlich waren es rund 1500 Arbeiter, die über Schiffbrücke und Neustadt zur Marienhölzung marschierten. Mittendrin musizierte eine Kapelle. Mehrere rote Fahnentücher wehten im Wind. „Für die Demokratie, für ein neues Deutschland“, stand auf einem. Auf einem anderen: „Für Gerechtigkeit, Freiheit, Völkerfrieden!“ Es war der 1. Mai 1946, es war das erste Mal seit 1932, dass die Gewerkschaften in Flensburg einen großen Auftritt hatten.</p>



<p>Am Musikpavillon in der Marienhölzung stand ein Rednerpult. „1946 müssen wir als historischen Wendepunkt betrachten“, sagte der Gewerkschaftssekretär Peter Lorenzen und versicherte: „Nach einigen Jahren harter Arbeit werden wir uns einen neuen Wohlstand erkämpfen.“ Zum Abschluss der Kundgebung wurde ein Lied gesungen: „Brüder zur Sonne“. Am Abend drängten 2000 Arbeiter in das überfüllte Deutsche Haus, wo sich Reden und Vorführungen zu einem bunten Strauß zusammenfügten. Im Gewerkschaftshaus in der Schlossstraße wurde die „Solidarität der Völker“ beschworen, ehe die Jugend zum Tanz eingeladen war.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Starke dänische Minderheit</h2>



<p>Die Gewerkschaften formierten in Flensburg wieder ihr Klientel, sie waren aber gewiss nicht die größte gesellschaftliche Bewegung der unmittelbaren Nachkriegszeit. Das zeigte sich spätestens am 23. Juni 1946, als die Arsmode ihrem Höhepunkt zusteuerte. Für das dänische Jahrestreffen rollten Sonderzüge und etliche Busse auf Flensburg zu. Letztendlich schätzte die Polizei die Teilnehmerzahl auf 20.000 Menschen, fast ein Drittel davon Kinder. Ein riesiger Umzug bewegte sich von der Schiffbrücke durch die nördlichen Flensburger Stadtgebiete und flutete schließlich den Sportplatz an der Eckenerstraße. Die Gymnastik-Vorführungen garnierte Samuel Münchow, Mitglied der dänischen Fraktion in der Ratsversammlung, mit einer pointierten Ansprache. „Ein ehrlicher Schleswiger verkauft seine Heimat und seine Kinder nicht für Palmin“, betonte er. „Kein Mensch kann uns hindern, dass wir uns als Dänen bekennen.“</p>



<p>Die dänische Minderheit setzte später an der Bauer Landstraße mit einem Sonnenwendfeuer ein weiteres Signal, den größten Gesprächsstoff löste aber der Alltag der Organisation „Sydslesvig Hjalpen“ aus. Ihre Lebensmittelverteilung, die dank eingesetzter Lastwagen in Flensburg sehr präsent war, berücksichtigte 3000 Menschen. Über diese Zahl staunten viele, da nur Mitglieder in den Genuss der karitativen Hilfe kamen und die dänische Minderheit bei Kriegsende nur 1600 Personen umfasst hatte. Nun bezeichneten sich weit mehr als „dänisch“ und hofften auf einen Anschluss Flensburgs an das dänische Königreich. Böse Zungen sprachen von „Speck-Dänen“, andere appellierten an das deutsche Nationalgefühl. Trauriger Höhepunkt: Im April 1946 wurden 15 dänische Gedenktafeln auf dem Alten Friedhof zerschlagen. Im „Flensburger Tageblatt“ war im Juni 1946 von einer „Übervölkerung“ die Rede. Dazu eine vermeintliche Erkenntnis: „Das Eintreffen eines jeden neuen Flüchtlings verschafft der dänischen Minderheit drei Neuzugänge!“</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Die jüngste Großstadt Deutschlands“</h2>



<p>Flensburg bot – wie überhaupt Schleswig-Holstein – deutlich mehr Menschen ein Zuhause als noch Anfang 1945. Ende Mai 1946 hatte die Grenzstadt nach einigen Schwankungen eine Schallmauer durchbrochen und bezeichnete sich mit 102.000 Einwohnern als „die jüngste Großstadt Deutschlands“. Darin nicht eingerechnet waren rund 10.000 Ausländer, davon allein 8.000 Polen, die möglichst bald in ihre Heimat zurückkehren sollten. 37.000 Menschen, also ein gutes Drittel, hatten ein gutes Jahr zuvor noch in den ehemaligen deutschen Ostgebieten gelebt. Sie alle mussten nun bei knappen Ressourcen und einer schwierigen Wirtschaftslage versorgt werden. Armut, Arbeitslosigkeit, aber auch Neid gehörten zu den Wegbeleitern des Alltags.</p>



<p>Zumindest die Jugend profitierte davon, dass Flensburg die 100.000er Marke überwunden hatte. Die Schulspeisungen hatten zwischenzeitlich eingestellt werden müssen, da die britische Militärregierung nur noch Großstädte bei dieser Maßnahme unterstützte. Seit Ende Juni 1946 gehörten Essnapf und Löffel wieder zur Flensburger Schulausrüstung. 3400 besonders bedürftige Kinder waren die Pioniere, mittelfristig sollten alle Jungen und Mädchen der Volks-, Mittel- und höheren Schulen mit einer täglichen Mahlzeit – überwiegend Kakao- und Milchsuppen – bedacht werden. In der Waldschule, in der Ramsharder Schule und in der Sankt-Johannis-Mädchenschule wurden einfache Küchen eingerichtet und die Turnhallen in einen Speiseraum verwandelt. Nach dem Unterricht kamen auch die Klassen der anderen Schulen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gartenwachen und Schwarzschlachtungen</h2>



<p>Den Alltag dominierten weiterhin Einkaufsberechtigungsscheine und Lebensmittelkarten. Die schwierige Ernährungslage erfasste auch die Haus- und Nutztiere. Die Müllabfuhr verlor im Frühling drei ihrer Pferde und beantragte beim Wirtschaftsamt eine größere Ration Benzin, um wieder mehr auf den Autobetrieb umstellen zu können. Die Eisenbahn transportierte insgesamt 50 Waggons Saatkartoffeln heran. Die Stadt Flensburg unterstützte damit die Kleingärtner. Die Gartenbesitzer klagten in diesen Tagen nicht nur über eine Kaninchenplage, sondern auch über einen verstärkten Gemüseraub durch Zweibeiner. Die Militärregierung genehmigte eine Gartenwache. Drei ehemalige Polizeibeamte organisierten den Einsatz von 200 nächtlichen Aufpassern.</p>



<p>Die erhöhte Kriminalität war fast zum Normalfall geworden. Niemand war sicher. Da lockten Diebe eine Witwe mit einem perfiden Vorwand nach Hamburg, um in Ruhe ihre Wohnung auszuräumen. Aus der Speisekammer der Diakonissenanstalt nahmen Langfinger unter anderem 250 Eier, sieben Kilogramm Speck und zehn Liter Milch mit. Menschen kamen wegen gefälschter Lebensmittelkarten, Holzdiebstahl oder Schwarzschlachtungen in den Knast. Polizei-Razzien versuchten, dem Schwarzmarkt den Garaus zu machen. Anfang Mai wurden am Flensburger Kreisbahnhof drei Personen mit 70 Eiern, fünf Kilogramm Grütze und Wurstwaren aufgegabelt. Jeder wusste: Diejenigen, die erwischt wurden, waren nur die Spitze vom Eisberg.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Crux der Wohnungsbelegung</h2>



<p>Eine Sisyphus-Aufgabe hatte das städtische Wohnungsamt, das in eine Bürobaracke an der Karlsstraße zog, zu bewältigen. Für 100.000 Menschen mussten knapp 20.000 Wohnungen genügen. Eine Bestandsaufnahme ergab im Juni 1946 knapp 20.000 Wohnungen mit 62.000 Wohn- und Schlafräumen. Anträge in vierstelliger Zahl konnten mangels Masse gar nicht bearbeitet werden. Es ging nur mit Zuweisungen, die nicht immer klaglos hingenommen wurden. Etliche Sonderwünsche wurden geäußert. Eine Frau aus der Gertrudenstraße lebte allein, da ihr Mann noch nicht aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft entlassen war. Sie schrieb am 24. April 1946: „Falls mir bis dahin mehr Flüchtlinge zugewiesen werden sollten, bitte ich bei der Auswahl zu berücksichtigen, dass ich zurzeit ohne den Schutz meines Mannes stehe und anständige Leute haben möchte.“</p>



<p>Ein Wohnungsausschuss, gebildet aus der Kommunalpolitik, traf sich wöchentlich, mindestens aber alle zwei Wochen, um über sieben bis acht schwere Fälle zu beraten und zu entscheiden. Da wurden dann schon mal alle vier Bewohner eines Hauses in der Mommsenstraße zur Befragung vorgeladen, um dann festzuschreiben, dass der Eigentümer binnen einer Woche ein Zimmer für „ein Fräulein“ zu räumen hatte. Das hatte sich bislang mit der Bodenkammer begnügen müssen. Am 13. und 15. Mai 1946 war die Liste besonders lang. Wenige Wochen zuvor waren die Wohnungen „politisch Belasteter“ stärker beansprucht worden. Nun lagen Beschwerden auf dem Tisch. Ein Beispiel: Die Stadt hatte einem Schlachterei-Ehepaar gleich zwei ihrer dreieinhalb Zimmer beschlagnahmt, da die Ehefrau Mitglied in NS-Organisationen gewesen war. „Unsere Wohnung beherbergt bereits insgesamt sieben Personen, die des Nachts in vier Räumen Unterkunft finden“, erwähnte sie: drei Gesellen, einen Lehrling, eine Wirtschafterin und eine Aushilfe. „Auch die Lage der Zimmer gestattet nicht die Unterbringung weiterer Menschen.“ Die Entscheidung des Gremiums: Eines der beiden beschlagnahmten Zimmer wurde freigegeben.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="720" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-B-00342-1024x720.jpg" alt="Flensburg 1946 – Folge 3: Karitative Hilfe und Wohnungsengpass in der neuen Grosstadt" class="wp-image-86751" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-B-00342-1024x720.jpg 1024w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-B-00342-300x211.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-B-00342-768x540.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-B-00342-597x420.jpg 597w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-B-00342-696x490.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-B-00342-1068x751.jpg 1068w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-B-00342-100x70.jpg 100w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-B-00342.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gesprengter Bunker auf der Höhe des Flensburger Stadions; Foto: Stadtwerke Flensburg</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Flüchtlingshilfe und Flüchtlingsausschuss</h2>



<p>Trotz aller Bemühungen blieben mehrere tausend Menschen wohnungslos. Für sie blieb nur ein Platz in einem der über das gesamte Stadtgebiet verteilten Lager. Die Zahl der Flüchtlinge stieg eher, als dass sie fiel. Zwar wurde häufiger über Rücktransporte in die russische Besatzungszone diskutiert, aber großen Anklang fanden sie nicht. Es war am 10. April 1946, als der vermutlich letzte Zug den Flensburger Bahnhof gen Ostgebiete verließ. Die Gegenrichtung war stärker frequentiert. Allein am 25. Mai trafen 1500 Menschen im hohen Norden ein. Die Kapazitätsgrenzen waren längst erreicht. Die Neuankömmlinge wurden zur Schule in der Schlossstraße geschickt. Ende Juni wurden 170 Flüchtlinge in einer Badebaracke am Kraftwerk untergebracht. Der Magistrat der Stadt hatte die Fertigung von insgesamt 10.000 hölzernen Bettgestellen beauftragt.</p>



<p>Von offizieller Seite war man bemüht, die Situation der neueingetroffenen Menschen zu verbessern. Es gab einen Flüchtlingsausschuss und eine Anlaufstelle am Holm. Als Referent für Flüchtlingsfragen wurde Kurt Poppe eingesetzt. Er war einst Rektor in der westpommerschen Hafenstadt Kolberg gewesen und setzte sich bis zu seinem überraschenden Tod im Juni 1946 mit einigen Weggefährten sehr für seine ostdeutschen Schicksalsgenossen ein. In erster Linie ging es um Wohnplätze, Ernährung und Kleidung, aber auch um kulturelle Teilhabe. Da wurden Flüchtlinge zum volkstümlichen Konzert „Klänge aus Wien“ ins Deutsche Haus eingeladen oder im Flüchtlingslager „Schäferhaus“ ein bunter Tag mit Kaffeetafel, Abendessen, Puppenbühne und Tanz organisiert.</p>



<p>Es ging aber auch darum, Diskriminierungen zu bekämpfen. Tatsächlich verlangte die Stadtbücherei bis Juli 1946 von jedem Benutzer die Bürgschaft eines Einheimischen. Und als in verschiedenen Parks der Stadt nahezu alle blühenden Pflanzen gerupft wurden, prangerte eine Ur-Flensburgerin via Presse die „Flüchtlingsfrau“ an, die „auf unserem schönen alten Friedhof ihren kleinen Jungen dazu anhielt, in den Anlagen und selbst auf den Gräbern die ersten Frühlingsblumen zu pflücken.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Gute Zusammenarbeit und extremistischer Widerstand</h2>



<p>Für einen schonenden Umgang mit den Grünflächen warb auch Oberbürgermeister Jacob Clausen Möller in der Versammlung des Stadtrates am 15. Mai 1946. Als er kurz zuvor den Sitzungssaal betreten hatte, erhoben sich die Ratsherren von ihren Plätzen. Inzwischen war er genau ein Jahr im Amt und forderte in einer längeren Rede, dass sich alle mit ganzer Kraft für den Wiederaufbau ihrer Heimatstadt einsetzen sollten. „Weiter so“, schloss der Oberbürgermeister. Der Berichterstatter vom „Flensburger Tageblatt“ bezeichnete die Stimmung im Stadtrat, als „ein wohltuendes Bild zügiger Zusammenarbeit aller Parteien und Gruppen, denen durch gewissenhafte und gründliche Vorarbeit der entsprechenden Ausschüsse die Beschlussfassung merklich erleichtert wurde“. Die Aufgabenverteilung von Stadtverwaltung, Kommunalpolitik und Militärregierung hatte sich offenbar eingependelt.</p>



<p>Allerdings hatten sich nicht alle Zeitgenossen mit den politischen Verhältnissen im besetzten Nachkriegsdeutschland abgefunden. Mit einem extremen Beispiel setzte sich das Obere Militärgericht Ende Juni 1946 auseinander. Letztendlich wurden der 43-jährige Peter Jürgensen und sein Sohn Richard zum Tode verurteilt, da sie in Flensburg-Weiche eine Rechtsausleger-Organisation nach dem Muster des Jugendwiderstandes „Edelweiß-Piraten“ aufbauen wollten. Sieben weitere Angeklagte bekamen Jugendstrafen von fünf oder sechs Jahren. Die Gruppe hatte sich mehrfach im Bahnhof Weiche getroffen. Die Teilnehmer begrüßten sich mit „88“ oder „Heil Hitler“ und sinnierten über Sabotage-Akte – wie das Sprengen von alliierten Flugzeugen –, um so die Briten zum Verlassen von Deutschland zu bewegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Stück für Stück zur Normalität</h2>



<p>Die große Mehrheit der Deutschen begrüßte die aktuelle politische Entwicklung oder arrangierte sich mit ihr. Kleine Erfolgsmeldungen taugten als Stimmungsaufheller und bildeten kleine Mosaiksteine für das sogenannte Wirtschaftswunder, das noch nicht zu erahnen war. Anfang April 1946 wurde der deutsch-dänische Postaustausch bei Pattburg wiederlebt, einen Monat später hielt erstmals ein Express-Zug aus Paris im Flensburger Bahnhof. Wenige Tage später meldete sich die deutsche Zollschule zurück. Im Juni lief ein 5000-Tonnen-Frachtdampfer vom Stapel der Werft, dann wurde das Naturwissenschaftliche Museum der Stadt im Nordergraben wieder der Öffentlichkeit zugängig gemacht.</p>



<p>Der Alltag erhielt Stück für Stück seine Normalität zurück. Herrlich ein kleiner Aufsatz, der am 27. April 1946 im „Flensburger Tageblatt“ erschien: „Am Südermarkt ist Hochbetrieb. Der Schutzmann mit den weißen Handschuhen hat alle Hände voll zu tun, um den Verkehr zu regeln. Die großen Wagen jagen heran und sind sehr ungeduldig, wenn sie auch einmal einen Augenblick warten müssen. Bremsen werden scharf angezogen, und mancher Fahrer schimpft schon wieder friedensmäßig auf Radler und Fußgänger. Die Radfahrer haben es wie immer eilig und schieben sich auch durch die dichteste Wagenkette noch wunderbar hindurch. Den Fußgängern ist der Bürgersteig viel zu eng, besonders weil Frau Jensen ihrer Freundin mitten im Gewühl noch unbedingt erzählen muss, dass es auf Tante Klaras Geburtstag noch richtigen Bohnenkaffee gegeben hat. Aber wozu ist denn auch die Fahrbahn da? Eine Bremse quietscht, ein Autofahrer schimpft, ein Fußgänger tut furchtbar erstaunt und kümmert sich nicht drum. Am Südermarkt ist Hochbetrieb!“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ausflüge nach Glücksburg oder zum Jahrmarkt</h2>



<p>Der Mai 1946 brachte einige sonnige Tage. Es kam zu einer „Invasion von Flensburgern“ in Glücksburg. Die Fördedampfer „Albatros“, „Habicht“ und „Libelle“ waren oftmals überfüllt, ebenso Strand, Wald und Cafés. Viele nahmen ein erstes kaltes Bad. Auch viele Schulausflüge hatten Glücksburg als Ziel. Die Mädchen des Flensburger Oberlyzeums und das städtische Versehrtenwerk bereiteten derweil ein Volksfest für die Himmelfahrtstage vor. Die Menschenmassen strömten in zwei Mürwiker Hallen. Ein Irrgarten erwies sich für viele als knifflig, bis sie nach draußen in den Hof fanden, wo Karussells und die große Schaukel von Kindern belagert waren. Die Mädchen hatten „Rumpelstilzchen“ und „Die fromme Helene“ einstudiert. Die Vorführungen waren ebenso ausverkauft wie das Kasperle-Theater und die Schattenspiele. Abends legte eine Tanzkapelle los. Das Volksfest wurde letztendlich sogar um einen Tag verlängert, da sich der Nordwestdeutsche Rundfunk zu einer Reportage angekündigt hatte. Die Ausstrahlung war seit Himmelfahrt wieder über die Mikrowellen-Frequenz des Flensburger Senders möglich, da dieser ein Jahr nach Kriegsende wieder ans Netz gegangen war.</p>



<p>Flensburg musste sich mit dem feuchtesten Juni seit 1885 anfreunden. Dennoch herrschte zu Pfingsten und in den Tagen danach ein reges Treiben auf der Exe. Da dieser Platz bis auf ein kleineres Flüchtlingslager geräumt war, konnte der im Winter abgesagte Frühlingsmarkt doch noch stattfinden. Karussells und Schaukeln drehten sich, Leierkastenmusik erklang, die Schaubudenbesitzer boten weithin vernehmbar ihre „sensationellen“ Darbietungen an. Mit dem Riesenrad und einer „Fahrt zum Mond“ ging es in die Luft. Kinder lachten über einen unsterblichen Kasper, während ältere und jüngere Paare im Zelt tanzten. Ein Mann zertrümmerte mit bloßer Faust massive Steine und bot jedem, der ihm nacheifern konnte, 1000 Mark. Das war im Juni 1946 ein kaum erreichbares Vermögen…</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner  </em></p>
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		<title>Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 May 2026 15:59:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
		<category><![CDATA[Carsten Herzog]]></category>
		<category><![CDATA[Flensburger Berufsfeuerwehr]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenige Meter entfernt von der Bushaltestelle an der Bahnhofstraße durchbricht eine kleine Gartenpforte einen sonst regelmäßigen Zaun. Öffnet man diese und geht ein paar Schritte weiter, kommt man direkt auf den Haupteingang eines größeren Gebäudes. An der Fassade hängt ein Schild: „Berufsfeuerwehr Flensburg“. Nach Betätigung eines Klingelknopfs erscheint ein Feuerwehrmann, der den Besuch über eine [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/carsten-herzog-chef-der-flensburger-berufsfeuerwehr/">Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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<p>Wenige Meter entfernt von der Bushaltestelle an der Bahnhofstraße durchbricht eine kleine Gartenpforte einen sonst regelmäßigen Zaun. Öffnet man diese und geht ein paar Schritte weiter, kommt man direkt auf den Haupteingang eines größeren Gebäudes. An der Fassade hängt ein Schild: „Berufsfeuerwehr Flensburg“. Nach Betätigung eines Klingelknopfs erscheint ein Feuerwehrmann, der den Besuch über eine Wendeltreppe in den ersten Stock führt und dann durch einen längeren Bürotrakt begleitet. Der Besuch bekommt eine Ahnung: In diesem etwas verschachtelten Gebäude sind nicht weniger als 210 Personen beschäftigt. Wenn man endlich in der hintersten Ecke angekommen ist, steht man – zumindest wenn man angemeldet ist – vor Carsten Herzog, dem Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr. Das Fenster vor dem Schreibtisch ermöglicht einen guten Überblick über einen größeren Innenhof, der an einer üppig besetzten Fahrzeughalle endet.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86776" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5963-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">In der Fahrzeughalle der Hauptfeuerwache</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Kindheit und Jugend in Berlin</h2>



<p>Der Gesprächspartner war nicht immer im hohen Norden ansässig, und mit der Feuerwehr hatte er zunächst gar nichts zu tun. Carsten Herzog wurde in Neumünster geboren, wuchs aber in Berlin auf. Zu einer Zeit, als es Mauer, vier Sektoren und Transitstrecken noch gab. „Berlin war der einzige Ort in Deutschland, bei dem alle Himmelsrichtungen nach Osten führten“, schmunzelt der 58-Jährige heute. Damals lebte er im Westteil der Stadt, war aber häufiger in Ost-Berlin, wenn er eine Tante besuchte. Als Grundschüler war er in den Ferien sogar mal drei Wochen am Stück in der Hauptstadt der DDR.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="598" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86765" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01.jpg 900w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01-768x510.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040116_Carsten_01-696x462.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /><figcaption class="wp-element-caption">2004: Als Wachvorsteher bei der Berufsfeuerwehr</figcaption></figure></div>


<p>In der Friedrichstraße wechselte der Junior stets vom Westen in den Ostblock. Der eigenwillige Geruch der Grenzübergänge verankerte sich so tief im Gedächtnis, dass er bei Stippvisiten in den neuen Bundesländern immer noch anschlägt. „Irgendwie“, erklärt Carsten Herzog, „gab es in der DDR nur ein Bohnerwachs als Reinigungsmittel, das offenbar so intensiv in die Gebäudestruktur eindrang, dass man es noch immer riechen kann.“ Was sich auch einprägte, war der Zwangsumtausch, der langfristig ein Sparbuch füllte. „Man tauschte immer 25 West in Ost-Mark, von denen man sich aber fast nichts kaufen konnte“, erinnert sich der Wahl-Flensburger. Als 15-Jähriger wollte er mal bei einem Schulausflug mit einigen Kumpels etwas auf den Putz hauen. „In einer Kneipe bekamen wir aber nur jeweils eine Fassbrause“, erzählt er mit einem Grinsen. „Am Alex­anderplatz haben wir es dann geschafft, etwas Bier zu organisieren. Dennoch hatte am Ende des Abends jeder von uns noch immer über 20 Ost-Mark in der Tasche.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="530" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86764" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen-768x509.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen-634x420.jpg 634w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/19970927_BF_VolluebungDangerex_16_CarstenHerzogPeterSamuelsen-696x461.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Katastrophenschutzübung DanGerEx in Weiche</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ausbildung und Studium in der Werkstofftechnik</h2>



<p>Auf der Realschule hatten sich Chemie und Physik als persönliche Neigung herauskristallisiert. Als das damalige Berliner Arbeitsamt eine Berufsinformation in der Schule organisierte, landete Carsten Herzog in der Gruppe für die Naturwissenschaften. Mehrere Berufsbilder wurden präsentiert, darunter das des Werkstoffprüfers. „Sich mit Kunststoffen und Metallen beschäftigen, Materialeigenschaften bestätigen oder Schadensstellen feststellen – das klang alles spannend“, erzählt er. „Und es reichte tatsächlich, eine einzige Bewerbung abzuschicken.“ Die ging an die in Berlin ansässige Bundesanstalt für Materialforschung (BAM). Ab 1984 der Standort für eine dreijährige Ausbildung.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86777" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/DSC_5971-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Carsten Herzog bearbeitete Material und nahm Messungen vor, stieß aber auch an die Grenzen dieses Berufs. „Man war der Messdiener des Ingenieurs“, sagt er. „Ich wollte nicht mein Leben lang nur Werte ermitteln, sondern diese auch bewerten.“ Für ihn stand rasch fest, die Fachhochschulreife anzustreben und dann zu studieren. Allerdings gab es in der damaligen Bundesrepublik nur drei Fachhochschulen, die ein Studium der Werkstofftechnik anboten. Da Carsten Herzog eine Freundin in Berlin hatte, entschied er sich für die Möglichkeit mit der kürzesten Anreise: Osnabrück, immerhin 440 Kilometer entfernt. „Ich fuhr immer mit dem Zug, da ich Student war und kein Geld verdiente“, erinnert er sich. „Meine damalige Freundin arbeitete als Physiklaborantin und besuchte mich mit dem Auto.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine Annonce der Stadt Flensburg</h2>



<p>Das Diplom war nach der Wiedervereinigung in der Tasche – kein so günstiger Zeitpunkt. „Es war die erste Rezessionsphase nach dem Mauerfall“, berichtet Carsten Herzog. „Zwei Semester vor mir wurden die Absolventen von der Studienbank weg für den Job verpflichtet. Als ich fertig war, suchten Maschinen-, Auto- oder Flugzeugbau wesentlich weniger Personal.“ Er schrieb rund neun Monate lang eifrig Bewerbungen, aber es tat sich nichts. In der „Berliner Morgenpost“ entdeckte er eine Annonce der Stadt Flensburg, die eine Feuerwehr-Ausbildung im gehobenen Dienst versprach. „Von der Feuerwehr hatte ich keine Ahnung, aber ich war offen für alles“, verrät er. Mit dankenden Worten ergänzt er: „Das Schicksal hat mich in die richtige Richtung gelenkt.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="544" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86766" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat-300x204.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat-768x522.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat-618x420.jpg 618w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040811_Buchpraesentation_CarstenHerzogGerdHansenSachaMuenster_FotoPrivat-696x473.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2004: Buchpräsentation „Wo is dat Füer?“ am Holm</figcaption></figure></div>


<p>Nach den Sommerferien 1992 kam Carsten Herzog das zweite Mal in seinem Leben nach Flensburg. Bei seiner Premiere war er als Jugendlicher mit dem Zug gekommen, um dann mit dem Fahrrad und einigen Kumpels im südlichen Dänemark zu radeln und zu zelten. Nun traf er wieder am Bahnhof ein und genoss die kurzen Wege. „In der Schleswiger Straße gegenüber der Brauerei gab es damals sogar ein Hotel“, erzählt er. „Ich kannte mich allerdings überhaupt nicht aus und lief den Berg hoch statt runter, als ich in die Innenstadt wollte.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86767" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20040814_Schleswig-Holstein-Tag_CarstenHerzog_FotoPrivat-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vorm Einsatzleitwagen der Berufsfeuerwehr</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Anwärter-Bezüge und Feuerwehr-Virus</h2>



<p>Die diversen Einstellungstests liefen weit besser. Carsten Herzog konnte eine zweijährige Ausbildung mit Anwärter-Bezügen beginnen, war aber fast gar nicht in Schleswig-Holstein, sondern an der Landesfeuerwehrschule Hamburg oder in Abschnitten in Salzgitter, in Berlin und in Heyrothsberge, der Landesfeuerwehrschule von Sachsen-Anhalt, wo noch mit alten DDR-Autos geübt wurde. Das Feuerwehr-Virus packte den Novizen. Bald werkelte er an kleinen Feuerwehrmodellen und sammelte Fachliteratur. 2004 schließlich ging er selbst unter die Autoren und erstellte zusammen mit zwei Mitstreitern eine Chronik über die Flensburger Feuerwehr.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="589" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86769" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-300x221.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-768x565.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-570x420.jpg 570w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20130503_SportfestBerufsfeuerwehren-696x512.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Beim Sportfest der Berufsfeuerwehren in Flensburg 2013</figcaption></figure></div>


<p>Mit Abschluss der Ausbildung zum gehobenen Dienst war Carsten Herzog Brandoberinspektor und übernahm eine der drei Flensburger Wachabteilungen. „Ich hatte etwas Glück, dass in Flensburg viele der Führungskräfte schon sehr bald in den Ruhestand gingen “, blickt er zurück. Schon 1998 war er Wachvorsteher und bekleidete damit die zentrale Funktion für die Organisation des Einsatzdienstes. „So schnell konnte ich gar nicht befördert werden“, erinnert er sich. „Zunächst einmal musste ich ja auf Lebenszeit verbeamtet werden.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86778" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Teddybaeren_20160007_BenjaminNolte-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2016: Mit „Trösterbärchen“, die bei Rettungsdiensteinsätzen an kleine Patienten verteilt werden</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Aufstieg in die Leitungsgruppe und zum Feuerwehrchef</h2>



<p>Als Wachvorsteher gehörte die Führungskraft erstmals zu einer fünfköpfigen Leitungsgruppe. „Parallel zum Büroalltag hatte ich alle fünf Tage einen 24-Stunden-Dienst“, berichtet Carsten Herzog. „Freitag, Samstag und Sonntag blockten wir so, dass jeder nur alle fünf Wochen ein komplettes Wochenende opfern musste.“ Heute ist man während des Dienstes ständig auf der Wache und kann sich gegebenenfalls in einen der Ruheräume begeben. Damals durfte man mit einem kleinen Einsatzfahrzeug zu Hause oder an einer zentralen Stelle in Flensburg in Bereitschaft bleiben. Wenn dann Kinder das Auto und den Feuerwehrmann erblickten, waren diese hellauf begeistert – vor allem wenn sie Stiefel oder Helm anprobieren durften. Einmal mähte Carsten Herzog während der Bereitschaft den Rasen und hörte beim Leeren des Fangkorbes, wie eine Familie das Einsatzfahrzeug registrierte: „Hier wohnt der Notarzt!“ Der Feuerwehrmann war etwas erschrocken. „Ich hoffte“, erinnert er sich, „dass niemals jemand an der Haustür klingeln würde, um medizinische Hilfe einzufordern.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86771" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131209_DankFuerSturmeinsatz_MitOBFaber-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dezember 2013: Mit Oberbürgermeister Faber bei einer Dankesfeier</figcaption></figure></div>


<p>Er selbst kletterte in der Hierarchie der Flensburger Feuerwehr bald weiter nach oben. Im Juni 2008 ging der bisherige leitende Branddirektor Rudolf März in den Ruhestand: Frühzeitig zeichnete sich ab, dass Carsten Herzog der Nachfolger werden würde. Für den Aufstieg in den höheren Dienst waren allerdings eine ergänzende Ausbildung und eine Laufbahnprüfung nötig. Für ein Jahr war er abgeordnet und kaum in Flensburg. Zumindest der praktische Teil konnte in Schleswig-Holstein absolviert werden, nämlich bei der Feuerwehr und der Landespolizei in Kiel. Dann kam ein schöner Sommerabend. Rudolf März hatte zu seinem Abschied auf den Hof der Berufsfeuerwehr eingeladen: Weggefährten, Kollegen und Bürgermeister Henning Brüggemann. Letzterer hatte die Urkunden mit; um Mitternacht wechselte die Leitung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Brandschutz, Katastrophenschutz, Rettungsdienst und Verwaltungsaufgaben</h2>



<p>Seitdem ist Carsten Herzog der Chef des großen Ganzen. In seiner Verantwortung liegen Brandschutz, Katas­trophenschutz und zu zwei Dritteln die Fahrten des Rettungsdienstes, ebenso der vorbeugende Brandschutz und der Verwaltungssektor. Unter dem Dach der Berufsfeuerwehr befinden sich auch Spezialbereiche wie Tauchgruppe, Höhenrettung oder Gefahrenstoffbekämpfung – und ein Fuhrpark mit gut 100 Kennzeichen. Viele Fahrzeuge stehen allerdings an anderen Standorten. Auf dem Betriebsgelände in der Bahnhofstraße sind sechs Werkstätten für unterschiedliche Teile der Ausrüstung und eine Kleiderkammer lokalisiert.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86772" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20150918_KS_FluechtlingslageBahnhof_05-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Feuerwehrchef Carsten Herzog im Gespräch mit Helfern Per Dittrich und Lennart am Bahnhof. Wer ist zuständig für die Betreuung von Asylbeantragern?</figcaption></figure></div>


<p>Der Alltag ist jeden Tag anders. „Zu 50 Prozent vertrete ich die Berufsfeuerwehr nach außen“, erklärt Carsten Herzog. „Praktisch jeden zweiten Tag bin ich im Rathaus unterwegs, um mit Verwaltungsvorstand, Politik und verschiedenen Fachabteilungen diverse Themen zu erörtern und zu klären.“ Zu managen ist auch die Zusammenarbeit mit den sechs Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet, anderen Hilfsorganisationen und der Polizei.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wandel bei den Einsätzen und Sonderlagen</h2>



<p>Einen Dienst im Monat übernimmt der Feuerwehrchef weiterhin. Er sitzt dann in seinem Büro und begibt sich irgendwann zwischen 20 und 22 Uhr in den Ruheraum. Im Hinterkopf sitzt stets ein möglicher Einsatz. „Mir ist der Dienst wichtig, um im Kontakt zur Basis und am Puls der Zeit zu bleiben“, erklärt er. „Die Einsätze verändern sich, da in den Wohnungen viel mehr Kunststoffe verbaut sind, die anders brennen, oder die Zahl der Akku-Brände zugenommen hat.“ Bei den größeren Einsätzen ist Carsten Herzog normalerweise nicht sofort am Einsatzort, dafür aber in der Nachbereitung und in der Kommunikation besonders gefordert. Ein Beispiel: Nach einem tragischen Brandunglück in der Harrisleer Straße im Mai 2023 lud Oberbürgermeister Fabian Geyer zu einer Pressekonferenz. Carsten Herzog gab mehreren Zeitungen Interviews und nahm an einer Einwohnerversammlung als Vertreter der Feuerwehr teil. Sein Fazit: „Wir hatten die Rechtsvorgaben erfüllt, waren aber nicht rechtzeitig da, um zwei Menschenleben zu retten.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86773" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20160717_TagDerOffenenTuer_113032-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2016: Beim Tag der offenen Tür auf der Hauptfeuerwache</figcaption></figure></div>


<p>Zumindest gefühlt gab es in den letzten Jahren eine Zunahme von Sonderlagen, die besondere Anforderungen an die Hilfsorganisationen stellen. 2015 strandeten infolge von Wanderungsbewegungen nach Skandinavien sehr viele Menschen über Nacht im Flensburger Bahnhof. Die Berufsfeuerwehr nutzte ihre Kata­­strophenschutz-Strukturen, um für einige Monate genug Übernachtungsmöglichkeiten in Turnhallen vorzuhalten. 2022 waren ähnliche Prozesse nötig, als viele Menschen aus der Ukraine eintrafen. 2023 dann die Oktober-Sturmflut. „Es war das einzige Mal, dass wir in Flensburg Einsatzkräfte aus anderen Kreisen benötigten“, erwähnt Carsten Herzog. „Zum einen musste das Wasser im Hafengebiet zurückgedrängt werden, zum anderen löste der Sturm viele weitere Einsätze aus – wie entwurzelte Bäume oder heruntergewehte Dachziegel.“</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="750" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-750x1024.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86768" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-750x1024.jpg 750w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-220x300.jpg 220w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-768x1048.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-308x420.jpg 308w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen-696x950.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20080630_AmtsuebergabeLeitungBF_RudolfMaerzHenningBrueggemannCarstenHerzog_FotoKarstenSoerensen.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /><figcaption class="wp-element-caption">Amtsübergabe durch Bürgermeister Brüggemann an Carsten Herzog
Foto: Karsten Sörensen</figcaption></figure>



<p>Ein ganz eigenes Kapitel war die Corona-Pandemie. Für eine zuverlässige Einsatzbereitschaft musste die Zahl gleichzeitiger Erkrankungen überschaubar gehalten werden. Innerhalb der Flensburger Berufsfeuerwehr wurden Kleingruppen gebildet und in Ferienwohnungen externe Mini-Feuerwachen installiert. Carsten Herzog selbst gehörte 2020 und 2021 dem Krisenstab der Stadt Flensburg an und war parallel dazu mit Lieferengpässen von Handschuhen oder Masken konfrontiert. Mitten in dieser denkwürdigen Phase wurde ein Weltkriegsblindgänger unter dem Eckener Platz entdeckt. Nach den Regeln der Pandemie musste eine Evakuierung von 16.000 Menschen gelenkt werden.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86770" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20131028_CH_StarkerSturmChristian_FueStabFlensburg-20-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2013: Mit dem ehem. Stadtbrandmeister Jürgen Sievers</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Eigener Ruhestand und die Standortfrage</h2>



<p>Inzwischen ist Carsten Herzog seit 18 Jahren der leitende Branddirektor der Stadt Flensburg. Der eigene Ruhestand rückt unweigerlich näher. In der Regel wäre schon mit 60 Jahren Schluss. „Derzeit steht es 51 zu 49, dass ich um drei Jahre verlängern werde“, verrät der 58-Jährige. „Es gibt ein Projekt, dass ich unbedingt noch weiter auf den Weg bringen möchte.“ Es geht um die Standortfrage der Berufsfeuerwehr. Der Sitz am Munketoft platzt nämlich aus allen Nähten. Einige Büros wurden bereits auf die andere Straßenseite verlegt. Die Fahrzeuge werden immer größer, sodass die vorgeschriebenen Abstände in den Hallen und Garagen nicht mehr einzuhalten sind. Zudem hat sich die Zahl der Einsätze erhöht. „Als ich 1992 nach Flensburg kam, gab es im Rettungsdienst 10.000 Einsätze, nun sind es drei Mal so viel“, verdeutlicht Carsten Herzog.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-768x1024.jpg" alt="Carsten Herzog – Chef der Flensburger Berufsfeuerwehr" class="wp-image-86774" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/20210518_BombenraeumungWaehrendCoronaMitOBLange_BF.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">2021: Während Corona mit OB Simone Lange</figcaption></figure></div>


<p>Die Kommunalpolitik hat bereits beschlossen, den bisherigen Standort der Berufsfeuerwehr aufzugeben und zukünftig auf eine Zwei-Wachen-Variante zu setzen. Die Wache am Adelbyer Kirchenweg soll schon 2029 fertiggestellt sein. Für die zweite auf der Westlichen Höhe gibt es bereits erste Baupläne, aber noch keinen konkreten Zeitplan. Die interne Ausbildung ist bereits auf die neue Struktur ausgerichtet. „Zukünftig werden wir bis zu 50 Menschen mehr beschäftigen“, skizziert Carsten Herzog. „Die neuen Wachen werden eine Mischung aus Hotel, Spedition und Verwaltungsgebäude sein.“ Ruheräume, Fuhrpark und Organisation müssen berücksichtigt werden. Und es muss an jede Sekunde gedacht werden, um bei Einsätzen wertvolle Zeit nicht schon auf dem eigenen Gelände zu vergeuden.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner         <br>Fotos: Jan Kirschner, privat</em></p>
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		<title>Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt</title>
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		<pubDate>Thu, 14 May 2026 22:02:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Straßen und Stadtteile]]></category>
		<category><![CDATA[flensburg]]></category>
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<p>Bemerkenswert – er ist kein gebürtiger Flensburger, hat auch offiziell nie in unserer schönen und lebenswerten Stadt seinen Wohnsitz gehabt, und ist doch ein engagierter und ausgesprochen einsatzfreudiger „Kämpfer“ nicht nur für den Erhalt, sondern auch für eine lebenswerte Zukunft unserer gesamten Flensburger Innenstadt. Das Flensburg Journal traf sich Mitte April mit Simon Johannsen, dem Geschäftsinhaber des kleinen, liebevoll eingerichteten und „schnuggeligen“ Fachgeschäfts „Honig, Topf, und mee(h)r“ auf der Ostseite der Großen Straße, Hausnummer 4. Der Nachname Johannsen könnte ja eigentlich auf eine lange Tradition in und auf eine Herkunft aus Flensburg schließen … doch dazu gleich mehr.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1733.jpg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86523" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1733.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1733-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1733-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1733-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1733-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Simons Kindheit und Jugend</h2>



<p>Geboren ist Simon Johannsen im Jahre 1987 im Herzogtum Lauenburg, in Mölln. Eigentlich war die Familie im benachbarten Ratzeburg zu Hause, doch seine Mutter, die im dortigen Krankenhaus arbeitete, wollte den Sohn nicht an der eigenen Arbeitsstätte zur Welt bringen – sie war dort nämlich als Krankenschwester tätig. Simons Eltern haben beide norddeutsche Wurzeln: Die Mutter stammt aus Lübeck, der Vater von der Nordseeinsel Sylt, aus List – daher wohl auch der typisch norddeutsche Nachname Johannsen. Seine Vorfahren mütterlicherseits stammten aus einer traditionsreichen Handelsfamilie, sein Großvater dagegen aus dem gastronomischen Bereich, quasi einer Kochfamilie.</p>



<p>Simon wurde wie auch sein Bruder in der beschaulichen und sehenswerten Kleinstadt Ratzeburg groß, besuchte dort auch in den Jahren von 1994 bis 2003 die Grund- und die Hauptschule, mit entsprechendem Schulabschluss. Im Anschluss absolvierte Simon eine Ausbildung zum Elektriker, mit erfolgreichem Gesellenbrief.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="800" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image3.jpeg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86528" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image3.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image3-300x300.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image3-150x150.jpeg 150w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image3-768x768.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image3-420x420.jpeg 420w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image3-696x696.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Brüder</figcaption></figure></div>


<p>Nach der Lehre besuchte er ab Sommer 2006 die Fachhochschule Mölln und machte dort im Fach „Wirtschaft“ einen entsprechenden Abschluss, dem Realschulabschluss entsprechend. Damit war er aber noch nicht am Ziel seiner beruflichen Wünsche angelangt: Simon begann eine weitere Ausbildung zum Finanz- und Versicherungskaufmann in einer „Allianz“-Filiale. Kurz vor einem möglichen und erfolgreichen Abschluss dieser Ausbildung schloss jedoch die Filiale – und es fand sich niemand, der bereit war, das Geschäft fortzuführen und Simons Ausbildung zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. „So blieb dieser Ausbildungszweig für mich leider ohne Abschluss“, resümiert Simon im Gespräch.</p>



<p>Schon als älterer Schüler begann er abends in der beliebten Diskothek „Logic“ in Mölln zu jobben! „Ich war dort zuständig für die Licht-Effekte passend zur Musik, plante außerdem Lightshows zu DJ-Auftritten und war im Hause für kleinere Wartungs- und Reparatur-Arbeiten zuständig – für mich als gelernter Elektriker eine gute Sache. Später sprachen sich meine „Licht-Geschichten“ in der Szene herum, auch andere DJs von außerhalb (in ganz Norddeutschland) engagierten mich für entsprechende Light-Shows.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image11.jpeg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86531" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image11.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image11-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image11-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image11-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image11-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image11-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image11-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Start ins Erwachsenenleben</h2>



<p>Simon startete 2009 ins Berufsleben, fand eine Anstellung in der Lübecker Filiale des Modelabels „Jack &amp; Jones“. „Jack &amp; Jones“ ist eine 1990 gegründete dänische Modemarke für Oberbekleidung im Segment der Konfektionsware und gehört zum dänischen Mutterkonzern Bestseller. Längst gibt es in Deutschland in zahlreichen Städten solche Filialen. So wurde Simon bald in die Filiale nach Kiel versetzt. „In Kiel lernte ich meine spätere Frau und große Liebe namens Jenny kennen. Sie war in einem nahegelegenen Geschäft als Filialleiterin tätig, wir freundeten uns an und wurden bald ein Paar!“ Jenny und Simon zogen nun zusammen, Simon fand schnell Familienanschluss in Jennys Familie. Ein Jahr später, in 2011, wurde die Schwägerin, Jennys Schwester, schwanger. Ihre Eltern betrieben in Riebnitz-Damgarten, einer Stadt im Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern, ein großes Hotel. Nebenbei war Jennys Vater ein leidenschaftlicher Imker. Nun waren Simon und Jenny gefordert, wegen der Schwangerschaft der Schwester in der Familie auszuhelfen. „Sehr schnell habe ich mich bei dieser Tätigkeit für die Schwiegereltern für die Imkerei begeistern können und machte den entsprechenden Imkerschein mit Zertifikat, bestens ausgebildet und angelernt von meinem Schwiegervater“, erzählt Simon von seinen Anfängen mit der Bienenzucht.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image4-768x1024.jpeg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86529" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image4-768x1024.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image4-225x300.jpeg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image4-315x420.jpeg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image4-696x928.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image4.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Eröffnung Under Amor-Shop im Designer Outlet Neumünster, 2016</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein besonderes Familienerbe – die Imkerei</h2>



<p>Bei diesem Thema gerät mein Gesprächspartner ins Schwärmen. „Seit gut 35 Jahren ist die Imkerei fester Bestandteil unserer Familiengeschichte und inzwischen längst Tradition“, weiß Simon. „Unser Honig wird im Herzen von Mecklenburg-Vorpommern geerntet und auch hauptsächlich von den Bienen gesammelt. Wie es anfing? Nun, alles begann mit dem Opa aus Thüringen, der sein geliebtes Hobby in 1980 sogar zum Beruf machte. Diese Leidenschaft schwappte dann in die nächste Generation über. Nach der Wende 1989 begann Jennys Vater damit, sich seine eigene Imkerei in Mecklenburg-Vorpommern aufzubauen. Der Opa (mittlerweile 83 Jahre)&nbsp;ist bis heute immer noch für uns Mentor und Wegweiser mit seinem immensen Erfahrungsschatz. Zeitweise wuchs der Bestand an Bienenvölkern bis auf fast 1.000 an. Eine Menge Arbeit, vor allem in der Hochsaison. Stand heute hat sich der Bestand wieder drastisch verringert, da dies im zunehmenden Alter körperlich anstrengender wird. Heute gehören noch etwa 50 Völker in „Meck-Pom“ und rund 200 im Rostocker Raum zum Familienbesitz.“&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9510.jpg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86527" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9510.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9510-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9510-768x513.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9510-629x420.jpg 629w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9510-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Familie Triphahn Johannsen</h2>



<p>Jenny Triphahn und Simon Johannsen hatten längst beschlossen, ihren weiteren Lebensweg gemeinsam gehen zu wollen – allerdings ohne zu heiraten. Beide fühlten sich als Kinder geschiedener Eltern sozusagen als gebrannte Kinder – was die offizielle Eheschließung angeht. „Wir entschieden uns für die „wilde Ehe“, wie man diesen Status früher mal nannte“, schmunzelt Simon. „Doch ansonsten unterscheidet uns nichts von anderen Eheleuten“, ist er sich sicher. Sie lebten nun zusammen in einem Haushalt, teilten Tisch und Bett und haben mittlerweile drei gemeinsame Kinder. Tochter Emma wurde 2013 geboren, der ältere Sohn Tom in 2016, und der jüngere Sohn Max kam 2023 auf die Welt.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="578" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image9.jpeg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86530" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image9.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image9-300x217.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image9-768x555.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image9-581x420.jpeg 581w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image9-696x503.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image9-324x235.jpeg 324w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Als stolzer Familienvater</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Flensburg und der hohe Norden</h2>



<p>Die Stadt Flensburg lernte Simon letztlich durch den Beruf kennen und schätzen. „Wir wurden von meinem Arbeitgeber „Jack &amp; Jones“ regelmäßig zu Fortbildungen und Workshops in die Flensburger Filiale entsandt. So lernte ich das hyggelige Städtchen im hohen Norden schätzen und lieben. Meiner Frau ging es bald ähnlich: Ihr gefiel Flensburg genauso gut wie mir. So entschieden wir uns bald dafür, in die Flensburger Region umzuziehen. Im Jahr 2013 war es dann endlich soweit: Wir fanden ein passendes Haus in Gremmerup nahe Husby und zogen dorthin um.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1671.jpg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86535" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1671.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1671-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1671-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1671-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1671-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Simon fand als Store Manager bzw. Filialleiter im Einzelhandel schnell eine entsprechende Arbeit in Flensburg. Jenny übernahm vorerst noch die Mutterpflichten mit den anfangs zwei gemeinsamen Kindern. Die inzwischen größer gewordene Familie sah sich bald in der Region nach einem größeren Eigenheim um und wurde im Jahr 2017 nahe dem nordfriesischen Viöl fündig. „Seitdem leben wir ländlich im eigenen Haus in Norstedt, sind dort glücklich und zufrieden, die Kinder fühlen sich dort sowieso längst zuhause“, ist Simon privat mit sich und der Welt im Reinen.</p>



<p>Simon war in diesen Jahren in unterschiedlichen Einzelhandelsgeschäften in der Stadt Flensburg beschäftigt, unter anderem in der DEPOT-Filiale im CITTI Park. Im Jahr 2019 arbeiteten Jenny und Simon dann gemeinsam am Holm in der Le Creuset-Filiale, die seinerzeit im Karstadt-Haus im Erdgeschoss beheimatet war.&nbsp;&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1682.jpg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86521" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1682.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1682-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1682-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1682-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1682-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Aus der Not entstand eine Idee</h2>



<p>„Wie Millionen Menschen weltweit hat auch uns die Corona-Epidemie hart getroffen ab dem Monat März bzw. April des Jahres 2020“, denkt Simon mit Gruseln an jene Zeit zurück. „Plötzlich und einige Monate später standen Jenny und ich Ende Oktober 2020 komplett ohne Job da. Die Flensburger Karstadt-Filiale ging in die Insolvenz, am 31. Oktober 2020 war Schluss für Karstadt in Flensburgs Innenstadt. Die Le Creuset-Filiale, in der wir gearbeitet hatten, war nur im gleichen Gebäude untervermietet.“ Was nun? Das fragten sich Jenny und Simon nach Erhalt der Kündigung. Doch da kam Simon mit einer „Schnapsidee“ schon am Abend der Kündigung um die Ecke und meinte augenzwinkernd: „Lass uns doch einfach unseren eigenen Laden aufmachen!“ Jenny belächelte ihn anfangs und war noch sehr skeptisch. &nbsp;</p>



<p>Simon weiter: „Andererseits hatten wir auch nicht mehr viel zu verlieren. Wir liebten beide unseren Job und waren umso trauriger, dass dies nun vorläufig das berufliche Ende für uns sein sollte. Also reifte der Gedanke einer Selbständigkeit von Tag zu Tag mehr in uns.“ Sie hatten sich außerdem längst dafür entschieden, einen möglichen eigenen Laden nur in der Flensburger Innenstadt eröffnen zu wollen.</p>



<p>Die Eheleute fingen schließlich an zu planen, sie schauten sich in der Folgezeit diverse mögliche Räumlichkeiten an und sprachen zudem mit etlichen Banken über passende Finanzierungsmodelle. „Wir nahmen Ende 2020 dann an einem sogenannten Gründerkurs teil.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1685.jpg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86522" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1685.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1685-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1685-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1685-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1685-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Das Projekt „Gründungszentrum Leuchtturm Nord“ der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein in Flensburg bot damals zweiwöchige Seminare für Arbeitsuchende an, die sich selbstständig machen wollten. Es wurde betriebswirtschaftliches Basiswissen, Hilfe bei der Geschäftsplanung vermittelt und wir erhielten zum Abschluss das Zertifikat „Fachwissen Existenzgründung“, erzählt Simon von jenen aufregenden Wochen. „Wir fanden schließlich einen für uns passenden Laden in der Großen Straße Nr. 39, und bald begannen die Handwerker auch schon mit dem Umbau des Ladenlokals. Das war im Februar 2021.“ Simon weiter: „Die Renovierung der Innenräume hat zum Glück der Vermieter übernommen, so konnten wir uns auf die Innenausstattung konzentrieren.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Selbständig mit „Honig, Topf und mee(h)r“</h2>



<p>„Wir hielten die Kosten so gering wie möglich und verzichteten bewusst auf eine neue moderne Ausstattung. Wir wollten Ressourcen sparen und nutzten deshalb Altes und Gebrauchtes. So entstanden maßgeschneiderte Holzregale aus Restholz-Beständen und alten Eichenbohlen. Außerdem übernahmen wir einige Teile der Innenausstattung aus anderen Filialen, nutzten dafür unsere guten Kontakte zu früheren Arbeitgebern. Dabei half die ganze Familie mit, auch Freunde und Bekannte packten mit an.“ Für die Produkte wie Honig, Wein usw. entschieden sie sich, weil sie schon immer sehr naturverbunden waren und das nun zur Profession machen wollten.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9503.jpg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86526" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9503.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9503-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9503-768x513.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9503-629x420.jpg 629w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-9503-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>„Nach diesem Motto haben wir deshalb unseren Laden aufgebaut und eingerichtet“, klärt uns Simon auf. „Unsere Besucher und Kunden finden bei uns ausschließlich nachhaltige Produkte wie mehr als 40 verschiedene Sorten Honig, rund 15 Senfsorten sowie weitere Bienen-basierte Produkte wie Kerzen oder auch Naturheilmittel und Kosmetik.“ Und er fährt fort: „Unsere zweite Leidenschaft neben den Bienen ist das Kochen und alles, was damit zu tun hat. Das rührt noch aus unserer Zeit bei Le Creuset her. Wir sind jetzt in Flensburg die einzige Le Creuset-Filiale, haben in unserem Sortiment folgerichtig auch alle Produkte der Firma Le Creuset. Dieser Hersteller von Kochgerätschaften ist weltweit das einzige Unternehmen, das alle seine Töpfe und Pfannen aus 85% recyceltem Stahl herstellt und zudem auch auf die Pfannen und Töpfe 30 Jahre Garantie gibt. Um den Umgang und die richtige Handhabung dieser Gerätschaften im Hause demonstrieren zu können, haben wir mitten in unserem Laden eigens eine Show-Küche aufstellen lassen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umzug innerhalb der Großen Straße</h2>



<p>Das eigene Geschäft in der Großen Straße 39 lief durchaus zufriedenstellend an, doch nach gut drei Jahren stellten die Betreiber fest, dass die laufenden Kosten immer schwerer zu stemmen waren. „Leider stieg insbesondere die Ladenmiete signifikant an, so entschlossen wir uns schweren Herzens zu einem Umzug. Wir hatten dann das Glück, in der Union-Bank einen neuen, fairen und sehr guten Vermieter zu finden. So zogen wir im Frühjahr 2025 um in unser neues Geschäft in der Großen Straße Nr. 4, nahmen die gesamte Ausstattung mit, sind mittlerweile hier gut angekommen und zufrieden im neuen Umfeld.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1663.jpg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86533" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1663.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1663-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1663-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1663-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1663-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Die Kunden und Besucher finden „Honig, Topf und mee(h)r“ jetzt also schräg gegenüber auf der anderen östlichen Straßenseite der Großen Straße. Apropos Kundschaft: „Viele unserer Stammkunden kommen teilweise von weit her, einige sogar aus Süddeutschland. Das sind oft Menschen, die sich in die Region und die Stadt Flensburg verliebt haben und regelmäßig Jahr für Jahr einige Wochen hier oben Urlaub machen, und natürlich jedes Mal einen Abstecher in unser Geschäft machen. Wir würden uns allerdings daneben wünschen, dass künftig noch mehr Einheimische mal bei uns reinschnuppern würden – wir sind uns sehr sicher, dass wir auch sie mit unseren Angeboten begeistern können!“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Simon Johannsen als engagierter Geschäftsmann</h2>



<p>Kurz nach dem Wechsel in die Selbst­ändigkeit ist unser Protagonist Mitglied in der „Flensburger Gilde“ geworden. Zu diesem Verein finden sich auf der Vereins-Homepage diese Informationen: „Wir sind eine Gemeinschaft, die anpackt, gestaltet und zusammen neue Wege geht. Seit unserer Gründung im Jahr 2005 (vormals „IG Die Große e.V.“) vereinen wir Unternehmen, Freiberufler, Gastronomen, Hoteliers, Kaufleute und Vermieter aus allen Bereichen der Wirtschaft. Gemeinsam stehen wir für die Stärke und Vielfalt der Flensburger Innenstadt und ihrer Umgebung.“</p>



<p>Dazu Simon Johannsen: „Seit Sommer des Jahres 2024 bin ich erster Vorsitzender der Flensburger Gilde. Benjamin Kühn (vom „Extrablatt“) ist der stellvertretende Vorsitzende und Jens Drews vom Brillenlaboratorium zweiter stellvertretender Vorsitzender. Die Künstlerin Freya Ejsmont ist unsere Kassenwartin. Insgesamt sind 62 Unternehmen aus ganz Flensburg bei uns in der Gilde organisiert. Dazu gehören Kaufleute, Gastronomen, Hoteliers, Vermieter und andere.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1750.jpg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86524" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1750.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1750-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1750-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1750-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1750-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Köpfe der Flensburger Gilde: Simon Johannsen und Jens Drews</figcaption></figure></div>


<p>Die Flensburger Gilde wurde 2005 gegründet und arbeitet somit seit gut 20 Jahren erfolgreich daran, die Innenstadt zu beleben. „Wir alle wollen eine lebendige Innenstadt und Sichtbarkeit. Unser Ziel ist es, gemeinsam zu wachsen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aktiv als Vorsitzender der Flensburger Gilde</h2>



<p>„Zusätzlich zu meinem eigentlichen Job als Einzelhändler in meinem Geschäft „Honig, Topf und mee(h)r“ investiere ich in den letzten Wochen und Monaten ziemlich viel Zeit in die Aufgaben des Gilde-Vorsitzenden“, verrät mir Simon Johannsen. Das bedeutet viel Zeitaufwand in Gesprächen und Treffen mit hiesigen Akteuren und Verantwortlichen aus unterschiedlichen Bereichen, wie der IHK, der TAFF, der Stadtverwaltung. „Leider kommt man in einigen Feldern nur schwer voran, obwohl es durchaus auch Menschen und Entscheidungsträger in dieser Stadt gibt, die unsere Wünsche und Anregungen wirklich ernst nehmen und gemeinsam mit uns vorantreiben möchten“, hat er im Job als 1. Vorsitzender erfahren können. So hat er sich auch in die Debatte um die Planung der Zukunft der Schiffbrücke geäußert in einem kürzlich erschienenen Zeitungsinterview. Dazu hat er ein Meinungsbild in der Gilde erfragt und eigene Emotionen mit eingebracht, weil ja die künftige Gestaltung der Innenstadt nicht unerheblich auch vom künftigen Erscheinungsbild der Schiffbrücke, den zukünftigen Verkehrsflüssen in der City sowie den Parkmöglichkeiten für Besucher und Gäste des Fußgängerbereichs insbesondere zwischen Südermarkt und Nordermarkt sowie der Norderstraße abhängen dürfte.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1666.jpg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86534" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1666.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1666-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1666-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1666-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/FJ_Honigtopf-1666-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Forderungen an die Politik</h2>



<p>Was Simon Johannsen jetzt und künftig insbesondere von der Politik (Kommune, Land und auch Bund) fordert, ist ein klares und eindeutiges Bekenntnis zur Flensburger Innenstadt – die nicht nur als Lebens- und Verweilraum ihre Berechtigung haben sollte, sondern auch als zentraler Ort für den einheimischen Handel und natürlich auch für die einheimische Gastronomie. „Ich fordere eine schnelle, klare und eindeutige Definition, was die Innenstadt für die Politik bedeuten wird und jetzt schon bedeutet“, wird Simon Johannsen durchaus emotional. Er ergänzt: „Ein solches Bekenntnis sollte unbedingt zeitnah, sprich: möglichst noch in diesem Frühjahr 2026 erfolgen!!“</p>



<p>Er erinnert in diesem Kontext daran, dass es seinerzeit ja auch gerade die Entscheidungen der Politik waren, die die Ausweitung des Einzelhandels „vor den Toren der Innenstadt“ (Förde- und Citti-Park) und damit eine immer größer werdende Konkurrenz zur Flensburger Innenstadt ermöglichten. Sollten jetzt noch wieder schlimmstenfalls einige Jahre ins Land gehen, bis hier eine endgültige Entscheidung fällt und somit das „Damoklesschwert“ einer möglichen Sperrung der Schiffbrücke über dem Innenstadt-Handel schwebt, sei das für viele Gilde-Mitglieder wirklich existenzgefährdend. „Dann würde man der Innenstadt unweigerlich beim Sterben zuschauen. Und für die vielen Einzelhändler und Gastronomen würde es sich nicht mehr rechnen, überhaupt noch in diesen Standort im Herzen Flensburgs zu investieren“, bringt es mein hoch engagierter Gesprächspartner auf den Punkt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="771" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image16-771x1024.jpeg" alt="Simon Johannsen – engagierter Kämpfer für die Zukunft der Flensburger Innenstadt" class="wp-image-86532" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image16-771x1024.jpeg 771w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image16-226x300.jpeg 226w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image16-768x1020.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image16-316x420.jpeg 316w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image16-696x925.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/image16.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 771px) 100vw, 771px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Sohn Tom</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ausblick</h2>



<p>Simon Johannsen hat für sich selbst eine Zielmarke gesetzt: „Ich habe noch für vier Jahre einen Vertrag für mein Herzensprojekt „Honig, Topf und mee(h)r“. Diese vier Jahre möchte ich intensiv nutzen, um zum einen mein Geschäftsfeld voranzutreiben und hier zu etablieren, zum anderen die Belange der Gilde erfolgreich zu vertreten und die oben genannten Ziele zu verwirklichen. Noch bin ich diesbezüglich recht guten Mutes – hoffentlich geht es mir und meiner Familie und meinen vielen Mitstreitern in der Gilde auch in einem Jahr noch genauso!“ Das wünscht sich Simon Johannsen von ganzem Herzen.</p>



<p>Das „Flensburg Journal“ drückt ihm und seinen Mitstreitern dafür beide Daumen, bedankt sich bei ihm für ein interessantes Gespräch und wünscht ihm bei seinen Vorhaben alles erdenklich Gute!</p>



<p><em>Mit Simon Johannsen sprach Peter Feuerschütz</em><br><em>Fotos: Sven Geißler, privat   </em></p>
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		<title>Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 15:27:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/dirk-luther-kuechendirektor-prokurist-und-hotelchef/">Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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<p>Das Handy meldet: „Herzlich willkommen in Dänemark!“ Diese Textnachricht ist nicht unüblich in Meierwik. Man ist zwar nicht ganz in Skandinavien, aber der Blick reicht an diesem sonnigen Tag bis auf die andere Seite der Flensburger Förde, wo sich der dänische Küstenstreifen vom blauen Himmel abhebt. Unweigerlich denkt der Besucher: Das hier ist doch ein idealer Standort für das Fünf-Sterne-Hotel „Alter Meierhof“. Der Frischeingetroffene nimmt in der Lobby-Bar kurz Platz, sitzt zwischen Flügel und Kamin. Bei diesem herrlichen Wetter drängt alles nach draußen, und es lassen sich zur Mittagszeit eher weniger Gäste als sonst verwöhnen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86457" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/DSC_3043-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dirk Luther in seinem „Wohnzimmer“ im Alten Meierhof</figcaption></figure></div>


<p>Dirk Luther kümmert sich um das Dessert: ein Minzsorbet. Dann verlässt der renommierte Koch die Küche. Er führt einen Small-Talk mit einem Ehepaar, dann nähert er sich dem Journalisten. Nach einer kurzen Begrüßung gehen die beiden auf die andere Seite des Hotels und gelangen zu einem Ort, der jetzt ausgesprochen ruhig ist und das schönste Panorama bietet: das Restaurant, das seinen Namen trägt – die „Meierei Dirk Luther“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine 20 Jahre währende erfolgreiche Symbiose</h2>



<p>Es sind inzwischen 20 Jahre, die diese gastronomische Ehe andauert. Der „Alte Meierhof“ und das kulinarische Gefühl von Dirk Luther sind 2006 eine erfolgreiche Symbiose eingegangen, die sich weit über Glücksburg und Flensburg herumgesprochen hat. Auch viele Dänen gehören zu den Stammgästen. „Es muss jeden Tag gleich sein“, mit diesem einfachen aber inhaltlich anspruchsvollem Satz beschreibt Dirk Luther sein handwerkliches Verständnis von Qualität und der Wahl bester Produkte. Dieser Anspruch mündete bislang in zwei Michelin-Sternen und vier Hauben von „Gault&amp;Millau“ – es sind die prestigeträchtigsten Auszeichnungen in der gehobenen Gastronomie.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="603" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86454" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-300x226.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-768x579.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-557x420.jpg 557w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-Ausbildung-im-Anglo-German-Club-Hamburg-696x525.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ausbildung im Anglo German Club Hamburg</figcaption></figure></div>


<p>Das 20-jährige Jubiläum wurde im März gleich doppelt gefeiert. Einmal kam am Privatsitz von Dirk Luther ein Bus vorgefahren. Das Team vom „Alten Meierhof“ entführte den Spitzenkoch in sein Eckernförder Lieblingslokal. Diesem internen Highlight vorausgegangen war ein offizieller Akt, der zugleich als Einweihung gedacht war. Das Hotel hat einen umfangreichen Umbau hinter sich und war im Winter 2024/25 sogar sechs Monate komplett geschlossen. Und dann dauerte es noch eine Weile, bis fast alle Bereiche im gewünschten Glanz vorzeigbar waren. Schließlich erlebten rund 250 Gäste, darunter Spitzenköche und langjährige Weggefährten, ein kulinarisches Event.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="573" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86455" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg-300x215.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg-768x550.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg-586x420.jpg 586w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Dirk-Luther-und-Thomas-Martin-im-Hotel-Louis-C.-Jakob-Hamburg-696x499.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Thomas Martin im Hotel Louis C. Jakob Hamburg</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Leidenschaft für die Produkte der Natur seit der Kindheit</h2>



<p>Dirk Luther ist inzwischen 56 Jahre alt und kann auf eine fast ebenso lange Erfahrung in seiner Domäne zurückgreifen. Denn seine Leidenschaft für das Essen, das Trinken und vor allem für die Natur ist schon in der Kindheit erwacht. Sie wurde ihm – obwohl er in der Millionenstadt Hamburg geboren wurde – praktisch in die Wiege gelegt. Der Vater war Koch, der Großvater hatte einen Schrebergarten in Wandsbek. Dieser existiert noch immer in den schönsten Erinnerungen, die sich um die Ernte von Kartoffeln, Erdbeeren oder Gemüse legt. Es wurde Apfelsaft gepresst, Bohnen und Kirschen eingeweckt. Früh reifte das Gespür für die Produkte des Gartens. Schon vor der Mittleren Reife war für Dirk Luther klar: „Ich werde Koch“.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86453" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420266-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rebschnitt in der Champagne</figcaption></figure></div>


<p>Seine berufliche Laufbahn begann in einer denkmalgeschützten Villa an der Außenalster: Der „Anglo-German Club“ in Hamburg war seine Ausbildungsstätte. „Diese drei Jahre waren eine unheimlich schöne Zeit mit einem sehr hohen Wert“, erzählt er. „Ich habe eine tolle handwerkliche Ausbildung genossen.“ Aus dem Elternhaus hatte er die gutbürgerliche Küche mitgenommen, die sich nun mit neuen Erfahrungen paarte – und mit einem besonderen Aha-Erlebnis. Ein Freund arbeitete in einem Sterne-Betrieb und gab ein paar inspirierende Einblicke. Auch rund 40 Jahre danach hat Dirk Luther noch genau vor Augen, wie Gemüse-Crêpes mit Garnelen und ein Früchtespiegel entstanden. Er war beeindruckt, ja fasziniert. Er fasste einen richtungsweisenden Beschluss: Sein Fokus sollte fortan auf die gehobene Küchenkunst gerichtet sein. „Schon damals war es für mich eine Freude, andere Menschen zu begeistern und Gerichte von höchster Qualität zuzubereiten“, verrät er.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-768x1024.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86452" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/020420262.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fang des Tages: Heilbutt</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Stationen in München, Frankreich und Hamburg</h2>



<p>Eine Unterbrechung des beabsichtigten Weges brachte der Wehrdienst. Als der Einberufungsbescheid bereits vorlag, war Dirk Luther noch etwas als Geselle im Ausbildungsbetrieb tätig. Dann war er in Lübeck-Blankensee stationiert. In der Truppenküche kümmerte er sich um die Versorgung der Kameraden, um direkt im Anschluss eine fachliche Veränderung wie Tag und Nacht zu erleben. Er tauschte den Kantinen-Charakter mit dem Hamburger Luxus-Hotel „Vier Jahreszeiten“. Der Standort am Jungfernstieg zählte zu Beginn der 1990er Jahre – wie auch heute – zu einer der führenden Adressen weltweit. Dirk Luther war einer von 78 Köchen. Sein Metier: die kalte Küche und der Fischposten.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="535" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86464" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1-300x201.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1-768x514.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1-628x420.jpg 628w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/79.-Dirk-Luther-Produktion-1-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Im „Vier Jahreszeiten“ verbrachte er eine Saison von 14 Monaten. Es folgten das Restaurant „Patrizierhof in Wolfratshausen, südlich von München, und der „Deichgraf“, ein maritimes Lokal unweit des Hamburger Hafens. „Damals war es so, dass man als junger Koch an keiner Station viel länger als ein Jahr geblieben ist“, erklärt Dirk Luther. „Es geht darum, viel Input zu bekommen, verschiedene Chefs und ihre Philosophien kennenzulernen – um schließlich ein eigenes Profil herauszubilden.“ Das hatte sich 1998 gefestigt – mit einem mehrmonatigen Austausch im Hotel „La Côte Saint-Jacques“ im Burgund. Danach lautete die persönliche Prämisse: „Klassische französische Küche mit regionalen und mediterranen Einflüssen“.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-768x1024.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86458" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Feinschmecker.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zum 50. Geburtstag des Magazins „Der Feinschmecker“</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Erste Führungsaufgaben, erste Auszeichnungen und ein neuer Kontakt</h2>



<p>In Hamburg hatte Dirk Luther seine erste längerfristige Beschäftigung angetreten – erstmals als stellvertretender Küchenchef. Das Hotel „Louis C. Jacob“ war ein neues Mitglied am Firmament der Premiumklasse – samt herrlichem Panorama am Elbufer. 2000 übernahm Dirk Luther erstmals die erste Position in einer Küche. Zugleich bewegte er sich gen Norden. Das „Seehotel Töpferhaus“ bestach schon damals mit seiner Lage am Bistensee in den Hüttener Bergen und hatte eine französisch ausgerichtete Küche. Es hatte einen Stern und wurde 2004 im „Guide Michelin“ erstmals mit einem zweiten geführt. Für diesen Aufstieg war Dirk Luther die entscheidende Person, sein persönlicher Stern stieg auch.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR.jpeg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86462" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">TV-Koch bei den Dreharbeiten für das NDR Schleswig-Holstein Magazin</figcaption></figure></div>


<p>Es war irgendwann im Herbst 2005, als die Familie Theilen den gebürtigen Hamburger kontaktierte. Ihr war sehr daran gelegen, ihr erst wenige Jahre altes Hotel „Alter Meierhof“ weiterzuentwickeln. Dirk Luther war bald erstmals vor Ort. Sein erster Eindruck: „ein Rohdiamant, der eine unheimlich schöne Lage und ein sehr gutes Potenzial hat“. Der Spitzenkoch war dann mehrmals in Glücksburg, übernachtete dort und merkte, dass sich sein anfängliches Gefühl mehr und mehr bestätigte. „Es ist wie in einer Partnerschaft“, erklärt er. „Es muss einfach alles passen.“ Auch die private Seite musste betrachtet werden. Dirk Luther hatte eine junge Familie, die in Kropp ein Eigenheim frischbezogen hatte. Und seine Frau hatte eine interessante Stellung als Kita-Leiterin.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86460" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Luther_TOP50-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dirk Luther bei der Busche-Gala TOP50 Köche in Deutschland</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Perfekter Start im „Alten Meierhof“</h2>



<p>Der Gastronom entschied sich schließlich gegen einen Umzug, aber für einen beruflichen Wechsel, für den er das tägliche Pendeln gerne in Kauf nahm. Im „Alten Meierhof“ hatte das Restaurant sofort ein individuelles Branding: „Meierei Dirk Luther“. Auf Anhieb regnete es Prämierungen: ein erster Michelin-Stern und 17 Punkte im Restaurantführer von „Gault&amp;Millau“. Die Experten lobten „die präzise Verarbeitung bester Produkte in harmonischer Verbindung mit modernen Elementen“. Seit 2008 sind es im „Guide Michelin“ fast schon traditionelle zwei Sterne. Dirk Luther selbst wurde im August jenes Jahres von einem Fachmagazin als „Koch des Monats“ ausgezeichnet. Seine Medienpräsenz hält bis heute an, da er regelmäßig als TV-Koch für den Norddeutschen Rundfunk aktiv ist. In der Mediathek findet sich eine eigene Plattform mit etlichen Video-Rezepten – anschaulich und humorvoll erklärt.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86463" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/ZDF-Kuechenschlacht-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dirk Luther als Juror bei der Küchenschlacht Koch-Show im ZDF</figcaption></figure></div>


<p>Dirk Luther baute die Tischkultur des Hotels aus und zählt heute zu den besten Köchen der Republik. Viele weitere Auszeichnungen konnte er für den „Alten Meierhof“ gewinnen, darunter die vier schwarzen Hauben im „Gault&amp;Millau“ und zehn Pfannen im Gusto-Restaurantführer als Höchstauszeichnung. Für Dirk Luther ist Kochen kein erlerntes Handwerk, sondern ein lebenslanger Prozess, der nie endet. Es ist die ständige Suche nach neuen Aromen, Geschmackserlebnissen und Zubereitungstechniken. „Kochen ist Leidenschaft und ständige Disziplin“, betont er. „Konstanz ist keine Option, sondern kompromisslose Verpflichtung. Jeder Teller verlässt die Küche mit derselben Sorgfalt wie am ersten Tag.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86461" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/NDR-Hand-in-Hand-1-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Beim großen Spendentag der Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Organisation und Administration in einem 365-Tage-Betrieb</h2>



<p>Ein selbstkreiertes Champagner-Duo wird im „Alten Meierhof“ exklusiv serviert. Manchmal auch von Dirk Luther persönlich, der seit 2014 in Personal­union in weitere Rollen schlüpft. Er ist Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef. Längst gehören zu seinen Aufgaben auch viele administrative Dinge, die anfallen, wenn ein Betrieb an 365 Tagen im Jahr läuft. In der Küche herrscht von 4 bis 23 Uhr Bewegung. Im Schichtsystem werden Frühstück, Mittagsmenüs, Abend-Restaurant und die Nachtkarte besetzt. Ein Team von 22 Köchen samt Azubis ist zu dirigieren. Küchenchef Sebastian Buchta ist in den letzten 18 Jahren unter den Fittichen von Dirk Luther gereift. Der Chef packt selbst mit an. Gerade aus seinem Faible für Fisch macht er keinen Hehl, zeigt sich aber auch besorgt. „Wir bekommen noch genug geliefert“, erzählt er. „Man merkt aber, dass die Weltmeere überfischt sind und Plastik wie auch Umweltverschmutzung ein echtes Problem darstellen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86451" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/2025-11-09_martin_luther_rueffer-0807-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Thomas Martin, Dirk Luther und Christoph Rüffer bei der großen Sterne-Gourmet-Gala im Alten Meierhof</figcaption></figure></div>


<p>Der „Alte Meierhof“, der jährlich 30.000 Gäste begrüßt, ist inzwischen wieder auf Normalniveau hochgefahren. Die 1999 errichtete Immobilie war in die Jahre gekommen und durchschritt einen großen Umbau – eine mehrmonatige Schließung inklusive. Der Hotelbereich erhielt einen Anbau und wurde dadurch auf 60 Zimmer aufgestockt. Ebenso die Plätze im Restaurant. Im Herzen befindet sich die Küche mit Show-Elementen. „Die Hardware ist geblieben, die Software ist komplett neu“, drückt es Dirk Luther plakativ aus. Einige ungewohnte Tage liegen hinter ihm. Statt um Rezepte und Speisekarten ging es um die Auswahl von Stoffen und Materialien. Ein Kapitel, das nun abgeschlossen ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Zuhause und die knappe Freizeit eines Spitzenkochs</h2>



<p>Ein normaler Tag beginnt mit Joggen, Duschen und einer Autofahrt. Dirk Luther hat das Pendeln beibehalten und ist mit seinen Lieben sogar noch etwas weiter weggezogen. In Fockbek wurde der Traum vom Haus am See erfüllt. Im Zentrum breitet sich eine große Wohnküche aus. Keine Frage: Seinen Beruf versteht er als Berufung. „Ich mag es unheimlich gern, mit Menschen gemeinsam zu kochen, zu essen, und dabei viel miteinander zu sprechen“, sagt Dirk Luther. Seine Kinder sieht er auch in Glücksburg. Das gilt vor allem für den Sohn, der im Hamburger „Vier Jahreszeiten“ gelernt hat und nun im „Alten Meierhof“ als Hotelfachmann tätig ist. Die Tochter studiert mittlerweile in Kiel Jura, ist aber auch noch als Aushilfe tätig.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="555" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon.jpg" alt="Dirk Luther – Küchendirektor, Prokurist und Hotelchef" class="wp-image-86459" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-300x208.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-768x533.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-605x420.jpg 605w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-696x483.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Flensburg-liebt-Dich-Marathon-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dirk Luther beim Flensburg liebt dich Marathon</figcaption></figure></div>


<p>Familie, Freunde und Golf prägen die knappe Freizeit. Im Urlaub bevorzugt Dirk Luther Spanien und Frankreich – Besuche in ansprechenden Restaurants gehören dazu. „Ich bin immer neugierig und möchte mich inspirieren lassen“, sagt er. „Kochen ist für mich die Würze des Lebens.“ Und auch die Gartenarbeit gehört zu seinen Hobbys. Obst und Gemüse wachsen im heimischen Kleinod allerdings nicht. Für Pflege und Ernte fehlt es schlicht an Zeit. Eine Frage muss Dirk Luther zum Abschluss beantworten: Was ist sein Lieblingsgericht? Die Antwort: Rindertafelspitz mit Meerrettichsauce und Bouillonkartoffeln.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Fotos: Jan Kirscher, privat   </em></p>
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