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	<title>Reportagen / Serien Archive - Flensburgjournal</title>
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	<description>Dein Magazin für Flensburg und Umgebung</description>
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		<title>Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 22:38:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Straßen und Stadtteile]]></category>
		<category><![CDATA[flensburg]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Im tiefsten Flensburger Winter 2026 – an einem verschneiten Februarmorgen, trafen wir uns auf der Westlichen Höhe unserer Stadt zum Interview – Annelie und Dieter Sexstro und wir vom „Flensburg Journal“. In ihrem gemütlichen und sehr liebevoll eingerichteten Wohnhaus im Fritz-Reuter-Weg haben wir schnell das graue Wetter abgehakt, und uns umgehend ins Wohnzimmer gesetzt und das Plaudern angefangen. „Wir sind jeweils das zweite Mal verheiratet, und wir sind uns einig, dass wir jetzt den für uns beide idealen Partner fürs Leben gefunden haben“, schmunzeln beide Eheleute und schauen lächelnd den geliebten Partner an. Neugierig gemacht, bat ich dann Annelie und Dieter, doch einfach mal aus ihrem recht abwechslungsreichen Leben zu erzählen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_010.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86274" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_010.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_010-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_010-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_010-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_010-696x464.jpg 696w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Annelie, als junges Mädchen vom Lande nach Flensburg gezogen</h2>



<p>Geboren wurde Annelie 1952 in Faulück, nahe Kappeln, im ländlichen Angeln. „Als 13jähriges Mädchen kam ich nach Flensburg, genauer gesagt nach Trögelsbyhof. Eingeschult wurde ich aber in Fruerlund – in Engelsby gab es seinerzeit noch keine Schule.“ Nach erfolgreichem Schulabschluss erlernte sie ab 1968 den Beruf der Krankenschwester, seinerzeit in der DIAKO in Flensburg. „Ich war ein sogenanntes Ata-Girl“, erinnert sich Annelie. Dieser soziale Beruf war genau das Richtige für sie, entsprach er doch exakt ihrem Naturell, gern mit Menschen zu tun zu haben, überhaupt Hilfsbedürftigen helfen zu können. Deshalb ist sie auch dieser Tätigkeit praktisch ihr gesamtes Berufsleben hindurch treu geblieben. „Immerhin war ich ab 1970 knapp 35 Jahre lang als Krankenschwester tätig, die allermeiste Zeit davon in der „alten“ Frauenklinik der DIAKO.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="800" height="642" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_03.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86278" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_03.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_03-300x241.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_03-768x616.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_03-523x420.jpg 523w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_03-696x559.jpg 696w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der junge Dieter</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die erste Lebenshälfte</h2>



<p>Mit gerade einmal 18 Jahren heiratete sie 1970 ihren (ersten) Ehemann, die ältere Tochter kam noch im gleichen Jahr zur Welt. „Wir wohnten weiterhin im Trögelsbyhof nahe Engelsby, und meine Welt war damals durchaus in Ordnung für mich. 1976 bekamen wir unsere zweite Tochter – jetzt waren wir eine komplette Familie.“ Doch der Alltag holte irgendwann die Eheleute ein, ihre Beziehung zerbrach: „Wir gingen ab Anfang 1992 getrennte Wege, wurden letztlich im September 1992 geschieden.“ Eine Zeitlang wohnte Annelie fortan im Schwesternheim der DIAKO im Marienhölzungsweg. Mittlerweile waren die beiden Töchter längst flügge geworden, standen inzwischen auf eigenen Beinen. Dann traf sie unvermittelt ein Schicksalsschlag: „Nach dem Verlust meiner jüngeren Tochter, sie erlitt einen tödlichen Autounfall, brauchte ich nun neben der gewohnten Arbeit als Krankenschwester noch eine zweite sinnvolle und ausfüllende Tätigkeit für mich, und so begab ich mich bald auf die Suche nach einer solchen.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="800" height="794" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_25.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86284" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_25.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_25-300x298.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_25-150x150.jpg 150w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_25-768x762.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_25-423x420.jpg 423w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_25-696x691.jpg 696w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Annelie in Angeliter Tracht</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Annelie wird Stewardess</h2>



<p>Diese passende und auf ihre Persönlichkeit zugeschnittene Tätigkeit fand sie schließlich beim Reisedienst Bölck aus Schuby. „Die suchten damals Reisebegleiter, insbesondere für sogenannte Kurreisen“, erklärt uns Annelie. Die Firma Bölck stellte sie ein, und hat das offensichtlich nie bereut. „Sehr schnell stellte ich fest, dass eine solche Tätigkeit mir wie auf den Leib geschneidert war. Ich habe schon immer gern Menschen um mich herumgehabt, bin sehr kommunikativ, und Service anzubieten war ich aus meiner jahrzehntelangen Arbeit in der DIAKO sowieso gewohnt.“ Im Jahr 1999 begann ihre Laufbahn in den komfortablen Reisebussen von Bölck: Sie war nun mehrfach im Jahr für eine oder zwei Wochen als Stewardess auf Reisen. „Auf einer unserer Reisen – es ging nach St. Petersburg &#8211; lernte ich schließlich meinen Dieter kennen. Das war damals in einem Hotel in Danzig, wo wir uns das erste Mal begegneten.“ Doch dazu später mehr …</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="528" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_22.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86282" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_22.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_22-300x198.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_22-768x507.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_22-636x420.jpg 636w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_22-696x459.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dieter mit „Klute“ auf Reisen</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Dieter Sexstro, erste Lebenshälfte in Osnabrück zu Hause</h2>



<p>Dieter ist ein waschechter Niedersachse, er verbrachte die erste Hälfte seines Lebens im Raum Osnabrück. Geboren ist er 1948 in Bramsche, wo er auch seine Kindheit und Jugend verbrachte. Im April 1963 begann er eine Lehre zum Großhandelskaufmann, arbeitete im erlernten Beruf bis 1972 in Osnabrück. In jenem Jahr sattelte er allerdings beruflich um, ließ sich jetzt zum Beamten in einer Verwaltungslaufbahn ausbilden. Er verbrachte anschließend den größten Teil seines weiteren Berufslebens bei der Innungs-Krankenkasse in Osnabrück. Auch er war in erster Ehe fast 25 Jahre verheiratet, mit zwei Kindern aus jener Beziehung. Dieters Ehe wurde 1994 geschieden. Wie auch Annelie suchte er sich neben seiner Haupttätigkeit zusätzlich ein zweites Standbein, machte deshalb im Februar 1996 seinen Busführerschein. Mit dieser Lizenz bewarb er sich beim Busunternehmen Klute in Osnabrück, die ihn gleich als Fahrer anstellten. So ergab es sich, dass er nun mehrfach im Jahr als Busfahrer längere Reisen durch ganz Europa als einer von zwei Fahrern begleitete.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="524" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_24.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86283" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_24.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_24-300x197.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_24-768x503.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_24-641x420.jpg 641w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_24-696x456.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_24-741x486.jpg 741w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gemeinsame Jahre bei Bölck</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Annelie und Dieter finden zueinander</h2>



<p>Auf einer dieser Auslandsreisen lernten Annelie und Dieter sich kennen. „Es war im Juli 2000“, weiß Dieter noch wie heute. „Auch mein Bus-Unternehmen, „Klute“ aus Osnabrück, war mal wieder auf der Reise nach St. Petersburg, als ich bei einem Zwischenaufenthalt in einem Danziger Hotel, das von vielen Reiseveranstaltern regelmäßig zur Zwischenübernachtung genutzt wurde, die sympathische und lebenslustige Annelie Asmussen aus Flensburg kennenlernte.“</p>



<p>Matthias Bölck vom Reisedienst Bölck fungierte gewissermaßen als Vermittler zwischen den beiden: Er fragte nämlich seine Stewardess Annelie, ob sie bereits den sympathischen Dieter aus Osnabrück kennengelernt hätte: „Der wäre doch was für Dich, ein ganz sympathischer und netter Kerl!“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="504" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_33.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86285" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_33.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_33-300x189.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_33-768x484.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_33-667x420.jpg 667w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_33-696x438.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Frühlingsfest bei Bölck</figcaption></figure></div>


<p>Mathias Bölck sollte Recht behalten: Es funkte ziemlich schnell zwischen den beiden! Zu ihrem Glück hatten ihre jeweiligen Busgesellschaften nahezu die gleiche Reiseroute auf dieser besonderen Tour, so dass die beiden sich mehrmals unterwegs wiedertrafen, sich dann irgendwann eines geselligen Abends tief in die Augen blickten …, und ein baldiges privates Treffen in Flensburg verabredeten. „Wir waren uns vor unserem Kennenlernen eigentlich beide einig, nach einer gescheiterten ersten Ehe nie wieder zu heiraten“, schmunzeln die Sexstros. Doch das erste Treffen in Flensburg war der erhoffte Anfang für eine bis heute sehr glückliche und harmonische Beziehung. „Wir trafen uns nun bald jedes Wochenende bei Annelie in Flensburg.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="681" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_08.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86279" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_08.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_08-300x255.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_08-768x654.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_08-493x420.jpg 493w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_08-696x592.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Annelies Töchter</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Das zweite Eheglück</h2>



<p>„Wir waren uns schnell sicher: Mit ihr bzw. mit ihm möchte ich mein künftiges weiteres Leben verbringen!“ Gesagt, getan: „Die passenden Eheringe haben wir zeitnah bei Juwelier Mahlberg geordert, und am 2. März 2001 war es soweit: Wir haben im Standesamt Flensburg geheiratet, hießen ab sofort Annelie und Dieter Sexstro!“ Dieter war inzwischen nach Flensburg gezogen, hatte natürlich zuvor bei seinen beiden Arbeitgebern in Osnabrück, der Krankenkasse und dem Busunternehmen, jeweils um die vorzeitige Pensionierung gebeten, und diese auch umgehend erhalten.&nbsp;</p>



<p>Annelie hatte bereits im Jahr 2000 für sich allein ein Reihenhaus in Engelsby gekauft, im Ernst-Jessen-Weg. Das kam den beiden frisch getrauten Eheleuten Sexstro gut zupass, nach einigen Baumaßnahmen und kosmetischen Veränderungen zog Dieter im Jahr 2002 endgültig zu seiner Annelie ins nun gemeinsam bewohnte Eigenheim in Engelsby. Gern erinnern sich beide noch an die schönen, aber auch arbeitsintensiven Anfangszeiten ihrer Ehe. Bald, im Jahr 2004, bekam Annelie auf Antrag ihre ersehnte Rente zugesprochen. Die vielen und langen Jahre im Beruf als Krankenschwester an der DIAKO waren somit Geschichte.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="635" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_18.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86280" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_18.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_18-300x238.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_18-768x610.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_18-529x420.jpg 529w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_18-696x552.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hochzeit am 02. März 2001</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Gemeinsame Jahre bei Bölck</h2>



<p>Dieter und Annelie hatten nun das Glück, dass die Firma Bölck die Eheleute Sexstro gemeinsam unter Vertrag nahm. „Wir erlebten ab 2004 sehr viele gemeinsame Busreisen durch ganz Europa“, so Annelie. „Wir waren unter anderem am Nordkap, in Italien, aber auch sehr oft in Spanien, in Portugal, und sehr, sehr häufig im benachbarten Polen.“ Besonders nach Polen wurden und werden auch heute noch viele sogenannte Kurreisen veranstaltet. Gerade Kuraufenthalte in Polen, hier insbesondere in Bad Polzin, werden ganzjährig angeboten, übrigens auch entlang der polnischen Ostseeküste (Swinemünde, Kolberg, Misdroy). Die Angebote beinhalten oft ein Komplett-Paket mit Transport, Unterkunft, Verpflegung und Anwendungen. Längst haben sich viele Anbieter wie Bus-Touristik-Unternehmen auf diese bequemen Anreise- und Kurmöglichkeiten spezialisiert.</p>



<p>„Überhaupt sind und waren unsere Busreisen wesentlich mehr als nur das bloße Fahren von Ort zu Ort. Im Gegenteil: Wir haben uns auf unsere Fahnen geschrieben, den Gästen und Mitreisenden ein Komplett-Paket an Service und Unterhaltung während der Fahrt und auch vor Ort, etwa bei den Hotelaufenthalten und Übernachtungen, zu bieten. Das fängt an bei der Tasse Kaffee unterwegs, Gesprächen mit den Gästen, das Sich-Kümmern um kleine Problemfälle, bis hin zum abwechslungsreichen Show-Programm abends im Hotel.“ Von ihren einstigen Berufen her (sie als Krankenschwester und er als Experte einer Krankenkasse) waren Annelie und Dieter sogar besonders gut geeignet für die Kurreisen!</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="553" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_19.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86281" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_19.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_19-300x207.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_19-768x531.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_19-608x420.jpg 608w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_19-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_19-696x481.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Sexstro_19-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dieters alter Mercedes</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein tolles Gespann</h2>



<p>Schnell hatten die beiden Sexstros sich einen guten Namen bei den Reisenden gemacht. Viele wurden sogar richtige Fans der beiden! Dieter war der besonnene und stets gut gelaunte „Pilot“, doch insbesondere Annelie war bald bekannt für ihre originellen und mitreißenden Abend-Shows, die sie regelmäßig unterwegs bei Hotelabenden anbot. „Ich hatte viel Spaß an diesen Shows“, versichert sie glaubhaft. Ob sie als dänische Sängerin Gitte die Bühne „eroberte“, die Urlauber zum Tanzen animierte, einen Bingo-Abend schwungvoll moderierte, oder zum gemeinsamen Singen bat – sie hatte immer ein attraktives Programm in petto. „Man glaubt es kaum, aber wir erhielten sogar oft nach den Reisen von vielen Teilnehmern liebevolle Dankesbriefe – das waren dann schöne Bestätigungen für uns, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzumachen!“ Bis 2015 waren Annelie und Dieter Sexstro für den Reisedienst Bölck auf Europas Straßen unterwegs, und haben dabei unzähligen Mitfahrern viel Freude und schöne Aufenthalte bieten können – sowohl während der manchmal recht langen Fahrten als auch an den vielen Abenden in den jeweils Hotels oder Ferienanlagen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="557" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86276" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender-300x209.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender-768x535.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender-603x420.jpg 603w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender-696x485.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>„Im Jahr 2015 haben wir uns gemeinsam in den Ruhestand verabschiedet – jedenfalls was das gemeinsame berufliche Reisen mit Bölck angeht“, erzählen die Sexstros.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der vermeintliche Ruhestand</h2>



<p>Rund zwei Jahre vorher hatten sie sich wohnlich noch einmal verändert. „Uns wurde unser jetziges Haus im Fritz-Reuter-Weg zum Kauf angeboten – und wir haben den Erwerb und den Umzug von Engelsby auf die Westliche Höhe bisher keine Sekunde bereut“, sind die beiden sich – mal wieder – einig. Beim beruflichen Ausstieg beim Reisedienst Bölck waren sie 67 und 63 Jahre alt. Sie wollten zwar nicht mehr beruflich in der Pflicht stehen, doch in einen Ruhestand – im Sinne des Wortes – sind Dieter und Annelie damit keineswegs gewechselt.</p>



<p>Dieter konnte sich nun vermehrt um seine sportlichen Aktivitäten wie etwa Laufen, Handball, Judo und Triathlon beim Polizei SV Flensburg kümmern. Annelie intensivierte dagegen ihre Teilnahmen bei der Angeliter Trachtengruppe, spielte wieder mehr niederdeutsches Theater – wie schon seit vielen Jahrzehnten, kümmerte sich zuhause um ihre Hüte-Sammlung, und schwang bei jeder Gelegenheit das Tanzbein.&nbsp;</p>



<p>Daneben haben sich beide entschlossen, Polnisch zu lernen. „In meiner Busfahrerzeit habe ich mir wegen der vielen Reisen nach Spanien nach und nach spanische Sprachkenntnisse angeeignet, und gemerkt, wie vorteilhaft es auf Reisen ist, wenn man die Landessprache verstehen und einigermaßen passabel sprechen kann“, hat Dieter schon früh entsprechende Erfahrungen sammeln können. „Wir werden in den nächsten Jahren sicher noch einige Male ins benachbarte Polen verreisen, dort wollen wir uns dann auch in der Landessprache unterhalten können!“, ergänzt Annelie. Und Dieter ergänzt: „Bereits Mitte Mai 2026 werden wir wieder mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft für eine Woche nach Polen reisen!“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="498" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender_42.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86277" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender_42.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender_42-300x187.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender_42-768x478.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender_42-675x420.jpg 675w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/FullSizeRender_42-696x433.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Sexstros feiern standesgemäß ihr Ehejubiläum</figcaption></figure></div>


<p>Doch auch zuhause in Flensburg haben die beiden Sexstros eigentlich ständig etwas vor. „Wir sind schon länger regelmäßige Teilnehmer an Veranstaltungen des Senioren-Nets Flensburg in der Sankt-Jürgen-Straße, sind auch Mitglieder in der Offiziersheimgesellschaft (OHG) Flensburg in der Swinemünder Straße, auch in der Maritimen Vereinigung Flensburger Förde (MVFF) sind wir Mitglieder und oft dabei, wenn getagt oder gefeiert wird.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nach wie vor gerne im Urlaub</h2>



<p>Wen wundert es noch – nach den geschilderten Lebensläufen? Annelie und Dieter fahren nach wie vor gern in den Urlaub, haben das Reisen stets genossen und werden es auch weiterhin so handhaben. „Wir hatten sogar 8 Jahre lang einen Camping-Stellplatz in Westerholz. Den haben wir aber inzwischen wieder aufgegeben. Wir sind lieber unterwegs, haben uns konsequenterweise ein Wohnmobil gekauft, mit dem wir schon etliche Reisekilometer absolviert haben“, erzählt Dieter. Und Annelie ergänzt: „Wir wollen im Frühsommer 2026 mit dem Wohnmobil nach Swinemünde – in Polen gefällt es uns ausgesprochen gut, und es ist dabei besonders schön, wenn man sogar teilweise die dortige Landessprache spricht!“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_017.jpg" alt="Ehepaar Sexstro – In Flensburg zuhause, doch auch gern auf Reisen" class="wp-image-86275" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_017.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_017-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_017-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_017-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/20260217_Flensburg_Journal_017-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Eine unvergessliche Silberhochzeit!</h2>



<p>Annelie und Dieter haben viele Freunde, erwachsene Kinder und Enkel, und auf ihren vielen Reisen zahlreiche nette Menschen kennengelernt, zu denen sie teilweise heute noch Kontakt haben. Doch bevor sie noch weitere Projekte starten und Pläne schmieden, stand ein wichtiger Familientermin an: Am 02.03.2026 waren sie auf den Tag genau 25 Jahre miteinander verheiratet! Und wie wurde die eigene Silberhochzeit gefeiert? Natürlich mit einer Tagestour mit einem Reisebus!! Als Busfahrer fungierte Dieters Sohn, der im Hauptberuf ein eigenes Busunternehmen in Neumünster betreibt. Die Kosten dafür trug zwar das Silberne Brautpaar – doch die gesamte Organisation, das ganze Drumherum mit Ausschmücken des Busses, dem ganztägigen Service unterwegs, die nötigen Bestellungen im Vorwege – das haben alles die Kinder und Enkelkinder der beiden Brautleute geregelt. Annelie und Dieter waren hellauf begeistert von dieser einmaligen Aktion, schwärmten noch Tage später von jener unvergesslichen Tagestour am Sonnabend, den 07.03., mit vielen Freunden und Verwandten auf die Halbinsel Eiderstedt!</p>



<p>Das „Flensburg Journal“ bedankt sich bei Annelie und Dieter Sexstro für ein spannendes, unterhaltsames und sehr informatives Gespräch, und wünscht den beiden noch viele und gemeinsame gute Jahre bei entsprechender Gesundheit und mit vielen tollen Urlaubsreisen nach nah und fern!</p>



<p><em>Mit den Sexstros sprach Peter Feuerschütz<br>Fotos: Benjamin Nolte, privat  </em></p>
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		<title>Flensburg 1946 &#8211; Folge 2</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Apr 2026 15:44:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburg 1946]]></category>
		<category><![CDATA[Flensburg 1946]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ostern 1946 Die Kinder drehten ein Glücksrad, lachten über den Kasper, angelten Metallfischchen aus einem kleinen Teich und warfen Bälle auf Pappfiguren. Besonders spannend war der Märchenwald im Innenhof eines ehemaligen Marinegebäudes. Die Kleinen pirschten über Moospolster sowie an Tannenbäumen und Knusperhäuschen vorbei. Bei jedem Fundstück leuchteten die Augen, da sie es gegen Stofftiere, Windräder [&#8230;]</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Ostern 1946</h2>



<p>Die Kinder drehten ein Glücksrad, lachten über den Kasper, angelten Metallfischchen aus einem kleinen Teich und warfen Bälle auf Pappfiguren. Besonders spannend war der Märchenwald im Innenhof eines ehemaligen Marinegebäudes. Die Kleinen pirschten über Moospolster sowie an Tannenbäumen und Knusperhäuschen vorbei. Bei jedem Fundstück leuchteten die Augen, da sie es gegen Stofftiere, Windräder oder Bälle eintauschen konnten. Und die etwas Größeren vergaßen bei so viel Glück völlig, dass schon direkt nach den Festtagen die zweiwöchigen Schulferien enden würden.</p>



<p>Flensburg erlebte im April 1946 das erste Ostern in Friedenszeiten seit sieben Jahren. Es hatte mehr als Symbolcharakter, dass sich ein ausgedienter Militärtrakt in Mürwik zum Veranstaltungsplatz für einen Ostermarkt verwandelt hatte. Das jüngst gegründete Versehrtenwerk war als Veranstalter aufgetreten. In einer naheliegenden großen Halle hatten einige fleißige Hände einige Schaubuden gewerkelt, die dann Schülerinnen der Auguste-Viktoria-Schule mit Osterhasen und Glücksschweinchen schmückten. Später strömte die Kinderschar mit einem Fackelzug auf die Straßen Flensburgs. Derweil verweilten die Eltern in einer Schenke, wo Tanz, Tombola und Varieté geboten wurden.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="705" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/s-l1600.jpg" alt="Flensburg 1946 - Folge 2" class="wp-image-86161" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/s-l1600.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/s-l1600-300x264.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/s-l1600-768x677.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/s-l1600-477x420.jpg 477w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/s-l1600-696x613.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Marienhölzung erlebte eine rauschende Eröffnung</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Eine Kettenschaukel als Attraktion</h2>



<p>Dieser Ostermarkt in Mürwik war auch als Ersatz für den Frühlingsmarkt auf der Exe zu sehen. Der Magistrat der Stadt Flensburg hatte diese Tradition abgesagt, weil das Veranstaltungsgelände von den Briten in großen Teilen als Auto-Schrottplatz zweckentfremdet worden war. Ein kleines Volksfest gab es die Ostertage dann aber doch. Die Attraktion: eine spektakuläre Kettenschaukel, die hunderten von Kindern einen Höhenflug garantierte. Dazu spielten eine Konzertorgel und einige Harfenistinnen.</p>



<p>Im Kalender stand Ostern am 21. und 22. April 1946. Einige Tage vorher waren die Uhren auf Sommerzeit gestellt. Ein knappes Jahr nach Kriegsende lebten die meisten Menschen in bescheidenen Verhältnissen, wenn nicht in Armut. Der Zweite Weltkrieg zeigte fast täglich seine Nachwirkungen, oftmals mit schicksalsreichem Charakter. Kurz vor Ostern kehrte der Schlachter Andreas Diederichsen unerwartet aus russischer Gefangenschaft zurück. Er galt als verschollen. Installateur Julius Carstensen starb. Auf der Beerdigung ließ man seine Brieftauben aufsteigen – mit den Worten: „Flieg in Frieden“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Blumenpracht in Flensburg</h2>



<p>Glaubt man den Zeitgenossen, waren es die kleinen Freuden, die Ostern 1946 zu einem unvergesslichen Erlebnis machten. Schon am Gründonnerstag standen in manchen Häusern und Wohnungen bunte Teller, die mit Primeln, Veilchen und Gänseblümchen gefüllt waren. Aus Briefkästen hingen Zweige mit Blumenknospen. Ein Dank der Einquartierten an ihre Wirtsleute für die Unterstützung in schweren Zeiten.</p>



<p>Am Karfreitag war ein Spaziergang in der Natur das Hoch der Gefühle. Die Friedhöfe lockten mit einem prächtigen Gelb der Osterlilien. Wo viel Licht, da allerdings auch Schatten. Als eine sogenannte Flüchtlingsfrau ihren Sohn die Blumen von einigen Gräbern pflücken ließ, entzündete sich ein Streit mit einer alteingesessenen Flensburgerin. Vielleicht waren die Gemüter auch noch etwas aufgewühlt: Wenige Tage zuvor waren auf dem Alten Friedhof einige Gedenktafeln der Schlacht von Id­stedt zerschlagen worden. Nach den Tätern wurde noch gesucht. Der Magistrat hatte eine Belohnung von 1000 Mark aufgerufen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Knappe Kartoffeln und Kaninchenplage</h2>



<p>Am Ostersamstag hielt in der Marienstraße vor einem niedrigen Haus eine Kutsche, die Schaulustige magisch anzog. Es entstieg eine junge Braut, die schnell im Hauseingang verschwand. Ein Eldorado war am sonnigen Ostersonntag der grüne Hang an den Süderhofenden, wo viele die Wonne genossen, nachdem sie die beengten Verhältnisse des Alltags verlassen hatten. Etliche Kinder jubelten über kleine Aufmerksamkeiten – auch wenn es nur ein paar Rosinen waren. Lebensmittel waren noch immer rationiert, das Sortiment übersichtlich. Gerade erst waren Berechtigungsscheine für den Kauf von Mehl und Backschrot zurückgezogen worden. Vier Flensburger wurden bei einer Zugkontrolle erwischt, da sie – entgegen den Bestimmungen – auf dem Dorf einige Lebensmittel wie Eier und Käse gekauft hatten. Auch Kartoffeln befanden sich darunter, obwohl es an diesen Erdfrüchten mangelte. Ende April 1946 trafen in zehn Waggons etliche Saatkartoffeln ein. In den Kleingärten rüstete man sich für die Pflanzsaison. In der Zeitung erschienen „Hausrezepte“ gegen die Kaninchenplage. Manch einer fürchtete um sein Gemüse, da auch Draht zum Einzäunen ein rares Gut war.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Kirchen, Kultur und Kinos</h2>



<p>Die Glocken der Flensburger Kirchen läuteten zum Osterfest kräftig. Besonders gut waren die dänischen Gottesdienste in der Heiliggeistkirche und in der Sankt-Jürgen-Kirche besucht. In der Marienkirche erwies sich die Johannispassion als Publikumsmagnet. Das Städtische Orchester trumpfte im Deutschen Haus mit einem energiegeladenen Cembalo-Konzert auf. Wenige Stunden später führten die Städtischen Bühnen den „Zarewitsch“ auf. Als zu klein erwies sich die Neue Harmonie für den beliebten „Urfaust“. Das Tivoli-Theater lud zu einem „Riesen-Oster-Programm“ ein, während im „Bellevue“ ein Schauorchester zwei Tanzabende begleitete.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="780" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/maedchen-in-weiss-780x1024.jpg" alt="Flensburg 1946 - Folge 2" class="wp-image-86160" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/maedchen-in-weiss-780x1024.jpg 780w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/maedchen-in-weiss-229x300.jpg 229w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/maedchen-in-weiss-768x1008.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/maedchen-in-weiss-320x420.jpg 320w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/maedchen-in-weiss-696x914.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/maedchen-in-weiss.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px" /></figure></div>


<p>In den Kinos liefen noch keine Nachkriegsproduktionen. Das Capitol („Dir Zuliebe“), das Holm-Kino („Mädchen in Weiß“), das Mürwik-Kino („Frasquita“) und das Roxy („Ich werde dich auf Händen tragen“) zeigten harmlose Liebes- und Musikkomödien. Anspruchsvoller war es im Colosseum, wo das britische Melodram „Gaslicht und Schatten“ auf der Leinwand flimmerte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fußball-Bezirksklasse und Marienhölzung als Magneten</h2>



<p>Besondere Spannung herrschte am Ostersonntag auf dem Sportplatz am Sender. 3000 Zuschauer verfolgten das Stadtderby der erst im Januar eingerichteten Bezirksklasse Nord der Fußballer. Flensburg 08 entthronte mit einem 4:3-Erfolg den bisherigen Spitzenreiter und Lokalmatador ATSV. Die Presse berichtete: „Unheimlich harte Schüsse prasselten abwechselnd auf beide Tore in einem schnell hin und her wogenden Kampf.“ Der ATSV rehabilitierte sich am Ostermontag mit 4:1 – in einem Vergleich gegen Post Hamburg.</p>



<p>Ein besonderes Flensburger „Osterei“ war die Wiedereröffnung der Gaststätte in der Marienhölzung. Nach einer Sanierung lud der Pächter Peter Brodersen an beiden Feiertagen zu einem Gartenkonzert. Der Ansturm soll riesig gewesen sein – auf die 1000 Sitzplätze unter hohen Buchen und Eichen. Wenige Tage später beschäftigte sich der Magistrat mit der rauschenden Premiere. Die Stadtoberen wollten keine öffentlichen Tanzveranstaltungen dulden, da es sich um eine „Erholungsstätte“ handeln würde. Und ein Eintritt von eineinhalb Reichsmark für ein Konzert wäre ja überteuert, mehr als 30 bis 50 Pfennig sollten es nicht sein.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner  </em></p>
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		<title>Flensburger Kopf: Heiko Frost</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2026 16:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
		<category><![CDATA[flensburg]]></category>
		<category><![CDATA[Flensburger Kopf]]></category>
		<category><![CDATA[Heiko Frost]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Wohnzimmer liegen Fotoalben aus mehreren Jahrzehnten auf dem Tisch. Einige Familienbilder hängen an der Wand und bilden den Rahmen für ein Gespräch, das für eine Biografie bis zu fünf Dekaden zurückgehen wird. Es ist eigentlich eine Vier-Augen-Konversation. Doch plötzlich kommt ein Dackel hereingeweht und legt sich unter den Tisch. „Willi wills wissen“, lacht Heiko [&#8230;]</p>
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<p>Im Wohnzimmer liegen Fotoalben aus mehreren Jahrzehnten auf dem Tisch. Einige Familienbilder hängen an der Wand und bilden den Rahmen für ein Gespräch, das für eine Biografie bis zu fünf Dekaden zurückgehen wird. Es ist eigentlich eine Vier-Augen-Konversation. Doch plötzlich kommt ein Dackel hereingeweht und legt sich unter den Tisch. „Willi wills wissen“, lacht Heiko Frost. Umringt von Frühlingsblumen und einem Teller mit vielen bunten Ostereiern starten wir in ein buntes Leben, das Privates, aber auch viel Beruf und Ehrenamt bietet.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86193" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_2473-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Die Hauptperson ist im Oktober 1967 in Kiel geboren, aber aufgewachsen in Felde (Westensee) in einem eher konservativen Elternhaus. Der Vater war Verwaltungsjurist im Kieler Sozialministerium, die Mutter Lehrerin und Organistin. Zwei ältere Geschwister verstärkten den Eindruck, dass der kleine Heiko etwas anders ist. Er brachte schon aus der Grundschule nicht so prickelnde Noten mit nach Hause und wechselte in der dritten Klasse zur Waldorfschule in Rendsburg. Da lief es etwas besser, der Junge hinterfragte aber stets, warum denn nicht Wichtigeres in der Schule vermittelt werden würde.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="703" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-703x1024.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86201" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-703x1024.jpg 703w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-206x300.jpg 206w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-768x1118.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-288x420.jpg 288w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22-696x1014.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_mit-22.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 703px) 100vw, 703px" /><figcaption class="wp-element-caption">Heiko mit 22</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Naturschutz und Landwirtschaft</h2>



<p>Heiko Frost war kein destruktiver Heranwachsender, eher etwas aufmüpfig – und vor allem ein Idealist. Ihm genügte es nicht mit Trompete und Gitarre zu musizieren, er engagierte sich für politische Themen. Schon als Elfjähriger trat er „Amnesty International“ bei und verteilte Flugblätter in Felde. Nicht viel später gründete er mit einigen Mitstreitern eine Art Verein, um sich für Natur und Umwelt einzusetzen – damit sich das beschauliche Felde nicht in eine „Betonwüste“ verwandeln würde.&nbsp; „Wie sich der Kreis schließt“, schmunzelt Heiko Frost. Gerade ist er Vorsitzender vom Flensburger „Klimapakt“ geworden.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="708" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-708x1024.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86198" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-708x1024.jpg 708w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-207x300.jpg 207w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-768x1111.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-290x420.jpg 290w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991-696x1007.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Baltic-Sea-Race-1991.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 708px) 100vw, 708px" /><figcaption class="wp-element-caption">Baltic Sea Race, 1989</figcaption></figure></div>


<p>Seine Eltern waren geschockt, als er mit der elften Klasse und dem Realschulabschluss seine schulische Bildungslaufbahn beendete. „Der Heiko lebt von Luft und Liebe“, hieß es. „Mein Gott will, dass ich fröhlich bin“, dachte der Filius. Er hatte längst einen Plan und startete mit einer Ausbildung zum Landwirt, zunächst zwei Jahre in Ostenfeld, dann ein Jahr in Groß Vollstedt. Danach wollte Heiko Frost sein „Faible für Landwirtschaft mit der Pädagogik verbinden“. Als Trittbrett diente ausgerechnet der Zivildienst. Nachdem er im Kreiswehrersatzamt die Anhörungen überstanden hatte und er als Kriegsdienstverweigerer anerkannt war, lag ihm eine Liste möglicher Stellen vor. Ins Auge fiel der Flensburger Holländerhof. Die Arbeit mit behinderten Menschen interessierte ihn, zumal einige Pfadfinder-Kameraden auch gen Norden abwanderten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="550" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86197" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-300x206.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-768x528.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-611x420.jpg 611w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-696x479.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_1992-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Heiko Frost, 1992</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Wohnung in Flensburg und Segeltörns</h2>



<p>Ende der 1980er Jahre war Heiko Frost das einzige Mal in seinem Leben in Flensburg gemeldet. Seine Unterkunft befand sich in der Glücksburger Straße. Eingebrannt hat sich bei ihm das triste Industriegebiet am Hafen. Die Gegenwart gefällt ihm besser. „Flensburg ist sexy geworden“, findet der ehemalige Zivildienstleistende. „Die Stadt profitiert von der Lage an der Grenze und hat eine so tolle Silhouette, wenn man nachts das Ostufer entlangfährt.“ Damals war er häufiger in der Disco „Roxy“. Er war nicht allein, sondern hatte ein Motorrad, mit dem er viel in der Umgebung unterwegs war – auch nach Dänemark. Der Reiz dieses skandinavischen Landes ließ ihn nie los.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="526" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86199" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-300x197.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-768x505.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-639x420.jpg 639w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-696x458.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Bruder-Soenke-Vater-Gerd-1991-741x486.jpg 741w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Heiko Frost (rechts) mit Bruder Sönke und Vater Gerd (links), 1991</figcaption></figure></div>


<p>Die spektakulärsten Abenteuer ließen sich mit einem Kumpel erleben, der einen Traditionssegler unterhielt und häufiger Tagestörns organisierte. Heiko Frost, der bis dahin nur mit einem Paddelboot auf Eider oder Westensee unterwegs war, kam nun mit einer ganz anderen Gewässerkategorie in Berührung: dem offenen Meer. 1989 war er sogar Teilnehmer der Regatta „Baltic Sea Race“. Es ging einmal um die Ostsee. „Im Sturm mussten wir nach Helsinki, weil der Kulturattaché von Luxemburg dort an Bord wollte, um ein profitables Projekt zu besprechen“, erinnert sich Heiko Frost. „Was daraus geworden ist, weiß ich nicht.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="688" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-688x1024.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86200" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-688x1024.jpg 688w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-202x300.jpg 202w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-768x1142.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-282x420.jpg 282w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997-696x1035.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Hochzeit-1997.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 688px) 100vw, 688px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hochzeit, 1997</figcaption></figure></div>


<p>Denn noch dramatischer war es im Baltikum. Damals ein Unruheherd in der noch existierenden Sowjetunion. Bei einem Landgang in Tallin wurde der Gast aus Deutschland plötzlich in ein Haus gezogen. „Jetzt ist es zu gefährlich, sich auf der Straße aufzuhalten“, meinten die Bewohner. Draußen rasten Fahrzeuge mit Sirenen vorbei. Weiter ging es in Richtung Litauen. „Vor Klaipeda kam uns eine Jacht entgegen, deren Besatzung uns davon berichtete, dass auf sie geschossen worden wäre“, erzählt Heiko Frost. Er selbst kam heil nach Hause und war auf den Geschmack gekommen. Bald erwarb er den Gaffelkutter „Hanta Yo“. Das Liebhaber-Stück stand einige Jahre in Büdelsdorf. „Vier Stunden waren es bis zur Holtenauer Schleuse, dann war man auf der Ostsee“, verrät Heiko Frost. Nach einigen Jahren verkaufte er das Schiff an einen Holländer. Jetzt besitzt er eine kleine Jolle, die am Limfjord vor Anker liegt.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="547" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86202" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-300x205.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-768x525.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-614x420.jpg 614w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_NOK-mit-Annika_2002-696x476.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf dem Nord-Ostsee-Kanal mit Annika, 2002</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Hamburg, Bauernhof und Familiengründung</h2>



<p>Relativ schnell nach dem 18-monatigen Zivildienst verließ der heute 58-Jährige Flensburg. In Hamburg startete er eine Ausbildung zum Erzieher, holte das Abitur nach und wurde zum Schulsprecher gewählt. Er beschäftigte sich mit politischer Bildungsarbeit und hatte 1993 einen ersten Job: bei einer Jugendhilfe auf der Halbinsel Schwansen. Der Liebe wegen landete er auf einem Bauernhof vor den Toren Flensburgs. Sein Schwiegervater war Landwirt. Zusammen mit seiner damaligen Frau hütete Heiko Frost 35 Schafe und züchtete Pferde. Gerade war eine Holsteinische Stute prämiert worden, da zerbrach die Ehe.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="695" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-695x1024.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86203" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-695x1024.jpg 695w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-204x300.jpg 204w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-768x1132.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-285x420.jpg 285w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003-696x1026.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_Rueterhof-Haby-Nachwuchs-bei-unseren-Schafen-2003.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 695px) 100vw, 695px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rüterhof Haby Nachwuchs bei den Schafen 2003</figcaption></figure></div>


<p>Heiko Frost musste auf andere Gedanken kommen und wechselte zu einem privaten Träger nach Kiel. Wie es der Zufall so wollte, lernte er sehr bald eine ehemalige Arbeitskollegin besser kennen: seine heutige Frau Jeannette. Sie heirateten 1997 und wurden Eltern von drei Kindern: Finja, Annika und Robin. Der Familienvater war für das Diakonische Werk und eine Sozialtherapie in Eckernförde tätig. Nebenbei absolvierte er ein Qualifizierungsstudium der Betriebswirtschaftslehre. Der Titel der Diplomarbeit: „Vergleichende Studie über die sozialpsychiatrische Arbeit in Schleswig-Holstein und Süd-Dänemark.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86214" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1050871-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Familie, Besuchsreise bei dt. Minderheiten in Rumänien, 2004</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Bullerbü und Gemeinderat</h2>



<p>Die Familie wohnte damals auf dem „Rüterhof“ in Haby, unweit vom Wittensee. Der Eigentümer war nicht nur der Vermieter, sondern auch einer der Nachbarn. Es war eine Gemeinschaft aus sieben Familien. „Wir sind gemeinsam in den Urlaub gefahren und haben Weihnachten oder Ostern zusammengefeiert“, erzählt Heiko Frost. „Es war ein Stück Bullerbü für unsere Kids.“ Der Vermieter gehörte zu den emsigen Zeitgenossen. Unter anderem gründete er einen Senioren-Förderverein ,,Reisen in Gemeinschaft“, der Tagestouren, zehntägige Reisen oder Ferntrips für Menschen organisiert, die sonst kaum verreisen könnten. Derzeit versucht Heiko Frost dieses Angebot in seinem heutigen Wohnort Schafflund zu etablieren. Im April ist ein nächstes Treffen geplant.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86204" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0469-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Besuch im Sozialministerium mit Kolleg*innen anlässlich Übernachtungsangebot in Kita</figcaption></figure></div>


<p>2002 trat er in die SPD ein. „Wenn ich etwas zu meckern habe, dann muss ich auch etwas einbringen“, sagt der 58-Jährige. Damals gehörte er dem Gemeinderat von Haby an. Es ging um den Aufbau eines Kindergartens und die Einrichtung eines Jugendraumes. Die eigenen Kinder besuchten bald eine dänische Schule. „Wenn man so dicht bei Dänemark wohnt, dann sollten die Kinder etwas von der dänischen Sprache und Kultur mitkriegen“, erklärt Heiko Frost.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86213" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/P1020441-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vorstandssitzung Förderverein Knivsberg, 2010</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der „geliebte“ Knivsberg</h2>



<p>Vielleicht war es eine weise Voraussicht. Denn der nächste Umzug überschritt die Grenze. 2007 übernahm Heiko Frost die Leitung der Bildungsstätte auf dem Knivsberg, dem Hotspot der deutschen Minderheit in Dänemark. In den nächsten Jahren baute er das Angebot kontinuierlich aus. Kreativ­freizeiten, Musikfestivals und Literaturabende gehörten zum Programm, hinter den Kulissen wurde an einer stärkeren Partizipation der Jugend und an europäischen Projekten gearbeitet. Die Zahl der Übernachtungen stieg binnen weniger Jahre von 7000 auf 20.000 Übernachtungen, während im Gegenzug die Jugendlichen nach Osteuropa reisten und andere deutsche Minderheiten trafen. Ein Austausch, der von Heiko Frost organisiert wurde.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86210" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_7162-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Russland / Asowo, Kita Rübenstein, Präsentation der inklusiven Arbeit</figcaption></figure></div>


<p>In seiner Leitungsfunktion hatte er häufiger mit dänischen Medien zu tun, als er gedacht hätte. Immer mal wieder wurden in Archiven Dokumente ausgegraben, die auch die Gedenkstätte betrafen. „Wenn es belegt war, dass derjenige etwas Schlimmes getan hat, dann schleiften wir den eingravierten Namen“, berichtet Heiko Frost. Als im Sommer 2012 bei der Fußball-Europameisterschaft die dänischen und deutschen Teams gegeneinander spielten, veranstaltete der Knivsberg ein Public-Viewing. 350 Menschen erschienen und feierten ein Volksfest – entweder mit einem gemalten Danebrog im Gesicht oder einer Deutschland-Fahne in der Hand. Ein dänischer TV-Sender drehte. Am nächsten Tag wunderte sich Heiko Frost, dass der Beitrag überwiegend Szenen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs verwendete. „Da sitzt in der Chefredaktion jemand, der noch nicht so weit ist“, mutmaßte Peter Iver Johannsen, der Generalsekretär der deutschen Minderheit.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86208" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3639-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Delegation aus Sibirien, zum Austausch bei Stadtpräsidentin Krätzschmar 2017</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Austausch der Schullandheime und Bildungsstätten</h2>



<p>Heiko Frost hatte Kontakte nach Berlin, da dem Innenministerium die Unterstützung der deutschen Minderheiten in den Nachbarländern am Herzen lag. Er pflegte ein Netzwerk, das weit verzweigt war. So saß er als Knivsberg-Chef mit anderen Bildungsstätten der Grenzregion zusammen. Ein Austausch, den auch die Landespolitik begleitete. Teilnehmer der CDU war der heutige Ministerpräsident Daniel Günther.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86195" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/fpr-frost-3707-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Verleihung Bundesverdienstorden, 2025Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner aus.</figcaption></figure></div>


<p>2008 machte sich Heiko Frost auf den Weg, um in Klietz (Sachsen-Anhalt) einer Jahresversammlung des Bundesverbandes für Schullandheime beizuwohnen. Eigentlich hatte er den Mitgliedsbeitrag schon auf einer Streichliste notiert, doch vor Ort genoss er nicht nur die netten Gespräche, sondern erkannte auch die Sinnhaftigkeit einer Vertretung für 240 Schullandheime. „Sie haben nicht einfach nur Betten für Jugendgruppen, sondern im Haus auch immer ein pädagogisches Konzept“, erklärt Heiko Frost. Sehr bald wurde er Landesvorsitzender und fungiert seit 2016 sogar als Bundesvorsitzender, obwohl er sich da schon beruflich neuorientiert und seinen „geliebten Knivsberg“ verlassen hatte.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86194" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631-300x200.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631-768x512.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631-630x420.jpeg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSCF4631-696x464.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Henning Brüggemann, 50 Jahre Kita Preesterbarg, 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Neue Aufgabe in Flensburg, Umzug nach Schafflund</h2>



<p>2014 hatte ihn der „Rechtsruck“ in Dänemark schockiert. Zudem hatte er das Gefühl, dass er manchen Mitstreitern zu aktiv wäre und an zu vielen Projekten arbeiten würde. Die Gedanken an eine Auswanderung wurden häufiger. Der Zufall wollte es, dass bei einer Veranstaltung auf dem Knivsberg auch ein ehemaliger Leiter auftauchte: Nis-Edwin List-Petersen. Im Gespräch ergab sich, dass seine Ehefrau Brigitte Handler als Geschäftsführerin der Flensburger Kinder- und Jugendinstitution „Adelby 1“ bald ausscheiden würde. Die Nachfolge musste geregelt werden.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="644" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-644x1024.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86189" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-644x1024.jpeg 644w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-189x300.jpeg 189w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-768x1221.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-264x420.jpeg 264w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84-696x1107.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/7ccb7e4a-0f7e-4c91-9741-1f4534b9fa84.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jubiläum, 10 Jahre Adelby1, 2025</figcaption></figure></div>


<p>Auch Heiko Frost bewarb sich, wähnte sich gut im Rennen, bis ein Mitbewerber die besseren Karten besaß. Zwei weitere Optionen tauchten auf: die Nordsee-Akademie in Leck ähnelte aber zu sehr dem Profil vom Knivsberg und wirkte nicht wie der Ort einer beruflichen Veränderung. Sehr interessant erschien die Aufgabe, in Gifhorn zwei Kirchenkreise zu fusionieren. Doch für einen Umzug nach Niedersachsen fehlte die Rückendeckung der Familie. Plötzlich meldete sich „Adelby1“. Der Wunschkandidat stand doch nicht zur Verfügung, die vermeintlich zweite Wahl wurde zur Dauerlösung. Die war praktisch mit Antritt der Geschäftsführung mit einem nicht kostendeckenden Betrieb konfrontiert und häufiger Gast in den Krisenabteilungen der Banken. „Ich bin unschön aufgewacht“, erzählt Heiko Frost. „Es steckte viel Arbeit dahinter, das Jahr 2015 noch zu einem positiven Abschluss zu bringen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86205" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_0997-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Präsentation Schullandheime, anlässlich Bürgerfest des Bundespräsidenten, 2025</figcaption></figure></div>


<p>Auch privat hatte der Wechsel von Knivsberg nach Flensburg seine hektischen Begleiterscheinungen. Das Leitungshaus mit Blick auf Wald­rand und Ostsee war zu räumen. In Wallsbüll stand ein Traumhaus mit Teich und Bäumen. „Ich hatte schon vor Augen, wie ich mit meinem Sohn ein Baumhaus errichte“, verrät Heiko Frost. Doch zwei Termine beim Notar platzten – und dann auch der Kauf. Unter Zeitdruck geriet eine Immobilie in Schafflund in den Fokus. „Eigentlich ein Bratwurst-Grundstück, bei dem jeder auf deinen Grill schauen kann“, dachte er damals. Nach einer Dekade freut sich der Schafflunder über die „hohe Lebensqualität“ seiner neuen Wahlheimat.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86190" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0022-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Aminata Toure zu Besuch bzgl. Inklusionsmodelle, 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Inklusion vor Ort, national und international</h2>



<p>Viel Abwechslung bietet der Geschäftsführer-Posten von „Adelby 1“. Der Betrieb – 740 Beschäftigte, 30 Millionen Euro Umsatz – steht für weit mehr als nur für bekannte Kindergärten. Der Oberbegriff ist die Inklusion, die sich nicht auf Behinderte beschränkt, sondern eine gerechte Teilhabe für alle bei den Bildungsprofilen fordert. „Auch Hochbegabte benötigen für sie passende Angebote“, erklärt der Geschäftsführer. „Ebenso müssen sprachliche und kulturelle Barrieren für Migranten abgebaut werden.“ Modelle für frühkindliche und schulische Bildung begleiten seinen Alltag.&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="531" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86191" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097-300x199.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097-768x510.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097-633x420.jpeg 633w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/DSC_0097-696x462.jpeg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Standorganisation Jugendreisen SH durch Heiko, ITB, 2012</figcaption></figure></div>


<p>Schon etwa zehn Jahre ist es her, dass zwei Praktikanten vom Knivsberg bei „Adelby 1“ hospitierten. Sie stammten aus Russland. Es war der Beginn eines pädagogischen Austausches, der in internationalen Konferenzen zur Inklusion und Fortbildungen am ethnokulturellen Institut von Moskau mündeten. Heiko Frost reiste sogar nach Sibirien, um „über den Tellerrand zu schauen, wertneutral zu beobachten und nicht aus westeuropäischer Sicht zu erklären, was man besser machen kann“. Inzwischen ist diese Zusammenarbeit von der politischen Großwetterlage überholt worden.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86212" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_9900-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hannelore und Jörg Grötzner, Vorstand Verband Schullandheime, Archivarbeit</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Wahlkampf eines Bildungsexperten</h2>



<p>2015 wurde der Schafflunder vom Bundesbildungsministerium in das „Fachforum Schule“ berufen. Es ging um eine systematische Umsetzung der Inklusion im deutschen Bildungssystem. „Nonformales Lernen und außerschulische Lernorte wären Lösungen für bessere Pisa-Ergebnisse“, ist Heiko Frost überzeugt. „Es ist genug Geld im System, niemand müsste für Bildung sparen, wenn sich getraut würde, die richtigen Prioritäten zu setzen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01.jpg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86196" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01-768x513.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01-629x420.jpg 629w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/Heiko-Frost_01-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Familie Frost, Hochzeit Finja, 2025</figcaption></figure></div>


<p>Er gilt längst als Bildungsexperte und warf im Sommer 2020 seinen Hut für eine SPD-Kandidatur zum Bundestag in den Ring. Nach einigen Monaten der Rückzug: Die Corona-Pandemie erwies sich für „Adelby1“ als zu herausfordernd, um parallel einen Wahlkampf stemmen zu können. 2022 hatte sich die Lage weitgehend normalisiert, doch die Landtagswahl brachte nicht den gewünschten Erfolg. „Ich habe aber nie bereut, diese Erfahrung zu machen und so dicht an der Bevölkerung zu sein“, sagt Heiko Frost im Rückblick. Im letzten September überreichte ihm Ministerpräsident Daniel Günther das Bundesverdienstkreuz am Bande – für seine zahlreichen Tätigkeiten in der Inklusion und für den internationalen Jugendaustausch.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471.jpeg" alt="Flensburger Kopf: Heiko Frost" class="wp-image-86207" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_3471-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Familie der Schwester, Skiurlaub Neukirchen, 2026</figcaption></figure></div>


<p><em>Text: Jan Kirschner <br>Fotos: Jan Kirschner, privat   </em></p>
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		<title>Flensburg 1946 Folge 1: Hunger  Holzmangel und eine Hochschule</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 23:20:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburg 1946]]></category>
		<category><![CDATA[flensburg]]></category>
		<category><![CDATA[Nachkriegszeit]]></category>
		<category><![CDATA[winter]]></category>
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<p>Es stürmte etwas und regnete. Insgesamt schien es aber so, dass der erste Winter der Nachkriegszeit ein mildes Gesicht aufsetzen und Mitleid mit den Menschen haben würde, die in Zeiten knapper Lebensmittel ohnehin in großer oder größter Bescheidenheit leben mussten. Doch am 12. Januar 1946 kippte die Temperaturkurve. Plötzlich regierten Schnee und Frost die Flensburger Szenerie. Als sich nach knapp zwei Wochen Tauwetter und ein blaugrauer Himmel zu verbrüdern schienen, sichtete manch einer die ersten Frühlingsboten. Doch es zog eine weitere Kaltfront auf. Selbst der März begann mit Glätte und Schneeverwehungen.</p>



<p>Es war ein langer Winter – und das bei knappen Energiereserven. Kohle und Koks wurden an die Mitarbeiter von Kraftwerk und Straßenbahn ausgegeben, waren sonst aber Mangelware. Die Stromlieferungen waren rationiert. Die Lieferung von Holz erreichte nur knapp 40 Prozent der zugesagten Menge. Die Wälder, die ohnehin schon stark gelitten hatten, erhielten häufig unangemeldeten Besuch. Die Menschen entdeckten überall Rohstoffressourcen. Auf dem Mühlenfriedhof fehlte eines Morgens die hölzerne Eingangspforte. Vier Birken waren gefällt und weggeschleppt worden. Im Frühling stellte man fest, dass rund die Hälfte der Einfriedungspfähle von den Weiden gestohlen worden waren.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Herabsetzung der Lebensmittelrationen</h2>



<p>Unmut begleitete die sehr angespannte Nahrungssituation. Zwar bekam Flensburg nun 4,2 Millionen Zigaretten im Monat zugeteilt, bei wichtigen Lebensmitteln musste aber gespart werden. Schon im Januar sollte der Fleischverbrauch je Person um 150 Gramm gesenkt werden. Dafür sollte mehr Fisch verspeist werden, doch die Fänge auf der Förde reichten nicht aus. An Frischmilch konnte nur das Zehntel eines Liters geliefert werden – pro Kopf und Woche versteht sich. Kartoffeln gab es für die Zivilbevölkerung gar nicht. Der schwerste Schlag dann Anfang März 1946: Die vierwöchige Brotration wurde für Normalverbraucher auf fünf Kilogramm halbiert.</p>



<p>In seinem wöchentlichen Bericht schlug das Stadt­ernährungsamt Alarm. „Die Kürzung der Rationen in Brot und Nährmittel haben in der Bevölkerung eine starke Erregung hervorgerufen“, hieß es. Und weiter: „Es steht zu befürchten, dass die Einbruchsdiebstähle zunehmen werden und dass vor allem die Bäckerläden Plünderungen ausgesetzt sein werden.“ Für den Einzelhandel wurden einige Empfehlungen ausgesprochen: Sicherung der Geschäfte, bescheidene Gestaltung der Schaufenster und Vorsicht vor gefälschten Lebensmittelkarten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Im Zeichen der Kriminalität</h2>



<p>Die Kriminalität war hoch in diesen Tagen. Nur die Spitze vom Eisberg landete in der Presse. So berichtete das „Flensburger Nachrichtenblatt“ am 28. März 1946 über Bäckermeister Ernst Thomsen, dem plötzlich 60 Brote fehlten. Und Witwe Margarete Boysen vermisste in ihrem Vorratskeller 85 Konserven und einen Zentner Kartoffeln. Fast zeitgleich erwischte die Polizei eine Diebesbande, der viele Einbrüche in Schlachtereien und Delikatessgeschäften nachgewiesen werden konnten. Einer der Gauner war bei einem Bestatter beschäftigt und hatte einen Zentner Zucker und 170 Pfund Butter-Pakete in einem Sarg versteckt. Auch weniger dramatisch wurde vieles den offiziellen Versorgungswegen entzogen. Der Schwarzmarkt florierte, und allein am 9. März 1946 verhandelte das Landgericht über 18 illegale Hausschlachtungen.</p>



<p>Die sehr angespannte Versorgung mit Lebensmitteln und Energie bestimmte am 12. März 1946 die Debatte in der Flensburger Ratsversammlung. CDU-Ratsherr Thomas Andresen wetterte: „Die Arbeitskraft ist für ein Volk das wichtigste Vermögen. Wenn wir jetzt auch noch diese verlieren, sehe ich kaum noch eine Rettung.“ SPD-Ratsherr Hugo Hellwig versuchte für Werftarbeiter und Bauhandwerker etwas herauszuholen: „Es ist nicht dasselbe, ob ein Berufstätiger im warmgeheizten Zimmer sitzt oder ein Arbeiter den ganzen Tag in der Kälte steht.“ Oberbürgermeister Jacob Clausen Möller formulierte einen Appell: „Ich bitte die Militärregierung dringend, doch wenigstens den unschuldigen Kindern zu helfen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Maßnahmen gegen den Hunger</h2>



<p>In Flensburg gediehen die Gerüchte, dass die Briten die Bevölkerung verhungern lassen wolle. Dabei sorgten die Kriegsfolgen, abgebrochene Transportwege und ungünstige Witterung überall auf dem Kontinent für Probleme. Jacob Clausen Möller traf sich in den nächsten Tagen im „Flensburger Hof“ mit einem britischen Adjutanten – um über Sofortmaßnahmen zu sprechen. Schon zur nächsten Zuteilungsperiode wurden die Rationen für Fleisch und Zucker erhöht – um täglich 40 Kalorien. Es wurde die Schulspeisung für „schwächliche Kinder“ gestartet. Wie es der Zufall wollte, traf auch endlich eine Weihnachtsüberraschung ein: Trockenobst und Backpulver. Bürgermeister Christian Carsten Christiansen suchte derweil einen Reeder, der eine Hochseeflotte aufbauen sollte, „um möglichst viele Fische nach Flensburg zu bekommen“.</p>



<p>Zu den knappen Gütern gehörten auch Kleidung und fast alle Gebrauchsgegenstände. Die Stadt Flensburg richtete im Kraftwerk eine maschinelle Schneiderei ein und organisierte Kurse für die Anfertigung von Kleinmöbeln. In einem früheren Marinegebäude wurde das „Gemeinnützige Versehrtenwerk Flensburg“ eröffnet. Etwa 100 Kriegsgeschädigte stellten Wäscheklammern, Holzlöffel, Kinderspielzeug oder Tischlampen her. Ein anderes städtisches Programm konzentrierte sich auf die 12.000 Kleingärten, die die Selbstversorgung fördern sollten. Für den Frühling wurden ausreichend Saat und Setzkartoffeln zugesagt. Allerdings warteten noch 2000 Mitglieder des Kleingärtnervereins auf die Zuweisung einer kleinen Scholle.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wohnungsamt prüfte „Personenstandsaufnahme“</h2>



<p>Flensburg musste nicht wie viele andere deutsche Städte einen Neuanfang in Ruinen bewältigen, hatte aber mit einem enormem Bevölkerungswachstum zu kämpfen. Anfang Januar 1946 gesellten sich zu den 70.000 Einwohnern immerhin 35.000 Flüchtlinge und 6000 gestrandete Soldaten. Die nächsten drei Monate brachten im Saldo nochmals einen Zugang von 3500 Menschen. Viele kamen in Privatunterkünften unter. Die Militärregierung wünschte eine „Personenstandsaufnahme“. An jeder Haustür sollte eine Liste hängen – mit den Namen der Bewohner und mit Fakten zu den Wohnungen. Bei der Belegung fühlte sich nicht jeder gerecht behandelt, das Wohnungsamt nahm viele Prüfungen vor.</p>



<p>Einen besonderen Fall stieß das „Komitee ehemaliger KZ-Angehöriger“ an: Am Adelbyer Kirchenweg hatten in einer Kriegsbeschädigten-Siedlung von 1936 nicht nur Versehrte des Ersten Weltkrieges ein Haus erhalten, sondern auch einige Träger des goldenen NSDAP-Parteiabzeichens. Das Komitee forderte die Räumung des Wohneigentums. Die Stadt Flensburg schien ratlos und schaltete den Oberpräsidenten ein. Aus Kiel kam der Hinweis, von einer solchen Maßnahme abzusehen, da „keine Rechtsgrundlage“ existiere. Stattdessen beschloss der Flensburger Magistrat, Wohnungen alter Nazis stärker mit Flüchtlingen zu belegen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Flüchtlinge: Unterkunft und politische Beteiligung</h2>



<p>Dennoch reichte das Potenzial an Zimmern nicht für die Neuankömmlinge. An mehreren Stellen der Stadt gab es Barackenlager. Etwa in Kielseng, wo 1000 Menschen auf wenig Platz lebten. Sie erhielten nun einen eigenen Kaufmann, Schuhmacher, Friseur und eine Nähstube. Im Februar bestellte die Stadt 3000 Betten bei einer Holzhandlung. Klagen betrafen nun häufig die Gemeinschaftsverpflegung: Wurde am gelieferten Essen gespart? Eine Überraschung hatte das Kirchliche Hilfswerk parat: Die schwedische Kirche hatte 4000 tiefgekühlte Fische gesendet, die in den Lagern verteilt wurden.</p>



<p>Viele Flüchtlinge lebten nun schon seit bald einem Jahr in Flensburg, galten aber noch nicht als Bürger. Die Militärregierung forderte ihre Integration in die Kommunalpolitik. Der Magistrat besprach dieses Thema. „Sämtliche Stadträte erklärten sich gegen die Berufung der Flüchtlinge zu Ratsherren, da man dadurch die Flüchtlinge als Partei anerkennen würde“, wurde am 18. Februar 1946 protokolliert. „Es sei nicht die Absicht, Flüchtlinge über städtische Angelegenheiten entscheiden zu lassen.“ Einen Monat später nahmen erstmals sechs Neuankömmlinge an der Ratsversammlung teil. Sie durften nicht abstimmen, konnten aber über ihren Sprecher Kurt Poppe Wünsche einbringen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Geburtsstunde der politischen Parteien</h2>



<p>Flensburg gab sich eine neue Ortssatzung. Die Stadtvertretung bestand aus Oberbürgermeister, seinem Stellvertreter und 35 Ratsherren. Aus ihrer Mitte wählte das Gremium am 31. Januar 1946 Friedrich Drews zum Stadtdirektor. Als Bindeglied zur Verwaltung, die die Beschlüsse und Weisungen umzusetzen hatte, diente der Magistrat. Von den 35 Ratsherren gehörten zwölf der bürgerlichen Fraktion an, zehn der SPD, neun der dänischen Minderheit und vier der KPD. Vier Flensburger Vertreter wohnten in Kiel den Sitzungen des Provinzial-Landtags bei: Steuerberater Thomas Andresen (CDU), Fabrikant Friedrich Klaus (CDU), Geschäftsführer Hermann Olson (SPD) und Rechtsanwalt Willi Johannsen (dänische Minderheit).</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="724" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/fritz-drews-stadtarchiv-724x1024.jpg" alt="Flensburg 1946 Folge 1: Hunger  Holzmangel und eine Hochschule" class="wp-image-85884" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/fritz-drews-stadtarchiv-724x1024.jpg 724w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/fritz-drews-stadtarchiv-212x300.jpg 212w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/fritz-drews-stadtarchiv-768x1086.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/fritz-drews-stadtarchiv-297x420.jpg 297w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/fritz-drews-stadtarchiv-696x984.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/fritz-drews-stadtarchiv.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der neue Stadtdirektor: Friedrich Drews (SPD); Foto: Stadtarchiv Flensburg</figcaption></figure></div>


<p>Im Winter 1946 erlebten die Parteien ihre Renaissance. Die Premiere hatte die SPD am 5. Januar im Deutschen Haus. Es war ein Plädoyer für einen „Demokratie-Sozialismus“. Die Kommunisten zogen wenige Tage später nach, konnten aber rund 1000 Interessierte nicht mehr in die völlig überfüllte „Neuen Harmonie“ lassen. In den nächsten Wochen feierte die KPD ihre Ikonen Lenin, Liebknecht und Luxemburg, ehe bei einer Kundgebung im Deutschen Haus starke Gewerkschaften und eine Zerstückelung des Großgrundbesitzes gefordert wurden.</p>



<p>In der Aula des Alten Gymnasiums feierte die Christlich-demokratische Partei ihre Gründung. Schnell kam es zu einer Namensänderung: Am 20. Februar traf sich der CDU-Bezirksverband im Deutschen Haus. Die verbale Musik spielte in diesen Tagen allerdings im linken Parteienspektrum. Am 10. März freute sich die Flensburger SPD über den Besuch ihrer Spitzenkraft. „Es muss ein Neuaufbau und kein Wiederaufbau Deutschlands vorgenommen werden“, sagte Kurt Schumacher und griff die Konkurrenz an: „Die Kommunisten sind nur ein Werkzeug in fremden Händen.“ 18 Tage später versammelte die KPD eine große Zuhörerschaft und propagierte die „Einheit der Arbeiterklasse“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fehlende Disziplin im Straßenverkehr</h2>



<p>Es waren unruhige Zeiten, die ihre traurigen Spuren auch im Verkehr hinterließen. Mitte Januar war Flensburg geschockt, dass binnen Kürze drei Kinder schwer verletzt wurden. In der Bismarckstraße fuhr ein Sechsjähriger mit dem Schlitten unter einen Lastwagen.&nbsp; Ein Fünfjähriger in der Neustadt und eine Dreijährige in der Norderstraße waren unachtsam und wurden von Fahrzeugen erfasst. Flensburgs Polizeipräsident Konrad Fulda kündigte am 23. Januar 1946 verstärkte Polizeikontrollen an: „In letzter Zeit hat die Verkehrsdisziplin aller, ganz besonders der Kraftfahrzeugfahrer, erheblich nachgelassen.“</p>



<p>Doch schon am nächsten Nachmittag ereignete sich in der Friedrich-Ebert-Straße der nächste schwere Verkehrsunfall. Eine Zugmaschine schoss auf einen Gehweg. Dort standen zwei Polizeibeamte, einer verstarb am nächsten Morgen an seinen schweren Verletzungen. In den nächsten Wochen schien mehr Disziplin zu herrschen, ehe in der zweiten Märzhälfte zwei weitere Fußgänger überfahren und getötet wurden. Die größte Trauer löste allerdings das Schicksal zweier kleiner Knaben aus. Sie waren vom Spielen nicht zurückgekehrt und wurden schließlich in einem Wasserbehälter tot aufgefunden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Einweihung der Pädagogischen Hochschule</h2>



<p>Ende Februar trafen neue Fibeln, Lesebücher und Rechenblätter ein. Ein Schritt zur Normalität in den Flensburger Schulen. Große Klassen waren die Reaktion auf den Lehrermangel, den es zu lindern galt. Der Geist der ehemaligen pädagogischen Akademie in Kiel-Hassee erwachte, konnte zunächst aber nicht im zerstörten Kiel realisiert werden. Die Militärregierung ordnete die Einrichtung einer Pädagogischen Hochschule an, und zwar in Flensburg. Im Südflügel der ehemaligen Kriegsmarineschule leisteten ab dem 21. März 1946 gut 200 Absolventen in beengten Verhältnissen einen „pädagogischen Zehnkampf“. Es waren ausschließlich Männer, die als ehemalige Kriegsteilnehmer nur 15 Monate zu studieren hatten.</p>



<p>Bei der Einweihung erklang eine Ouvertüre von Brahms. Oberstleutnant Wilcox, Chef der Erziehungsabteilung der Militärregierung, sagte: „Wenn die Lehrer die heranwachsende Jugend nicht zu echter Menschlichkeit und Sittlichkeit erziehen, droht die Gefahr, dass die Katastrophe Nazi-Deutschlands sich wiederholt.“ Flensburgs Oberbürgermeister Jacob Clausen Möller versprach, dass die „Hochschule sich stets dem Wohlwollen der Stadt erfreuen“ werde. Zuvor hatte die Stadt allerdings andere Pläne. Sie wollte in der Marineschule – unter dem Eindruck einer Seuchengefahr – ein großes Krankenhaus aufbauen und befürchtete, dass die Pädagogen-Ausbildung schon sehr bald nach Kiel abwandern könnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Hunger nach geistiger Nahrung“</h2>



<p>Die Militärregierung intervenierte. So erschienen zum Frühlingsbeginn 1946 immerhin 220 junge Männer – zumeist in abgetragenen Wehrmachtsuniformen – am ehemaligen Marinestandort. Sie hatten Decken, Handtücher, Tischlampen, Teller, Essbesteck und Schreibmaterial dabei. Die meisten kamen in zwei Baracken des Heinz-Krey-Lagers unter. Eine Kelle Suppe oder Brot mit Aufstrich gab es in einer Essbaracke. Die Mägen knurrten oft, groß war aber auch der „Hunger nach geistiger Nahrung“. Ein Pädagoge, ein Biologe, ein Mathematiker, ein Theologe und ein Kunstwissenschaftler dozierten. Für ein Praktikum mussten die jungen Männer oft mit Fahrrad oder zu Fuß in entlegene Dörfer und sammelten erste Lehrerfahrungen in Klassen mit 55 Kindern.</p>



<p>Der erste Direktor der Pädagogischen Hochschule war Gerhard Bohne, der Theologe. Seine Amtszeit währte allerdings nur kurz. Der Stundenplan begann montags immer erst um 14 Uhr, da den Studenten und auswärtigen Dozenten ein längeres Wochenende gegönnt war – auch um sich „zu Hause richtig satt zu essen“. Es war im Juni 1946, als eine Delegation mit zwei britischen Pädagoginnen den neuen Mürwiker Lehrbetrieb besuchen wollte – ausgerechnet an einem Montagvormittag. Vor Ort waren da nur die Sekretärin und der Hausmeister. Zwar wurden noch schnell der in Flensburg lebende Biologie-Professor und 100 Studenten zusammengetrommelt, um einen Vortrag über „Vogelschutz“ zu starten, das Kind war aber bereits in den Brunnen gefallen. Die eine der beiden Britinnen sah eine Verletzung der Aufsichtspflicht. „Die Unterbringung der Studenten ist doch nicht mit einem Internat zu verwechseln“, versuchte sich Gerhard Bohne zu verteidigen. Es half nichts: Er wurde nach Dithmarschen versetzt. Eduard Becker, der Mathematiker, wurde sein Nachfolger.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erster Normalstudiengang im Sommer 1946</h2>



<p>Ende Juli 1946 wurden knapp 100 Studenten von Flensburg nach Kiel versetzt. Dort nahm eine zweite Pädagogische Hochschule ihre Arbeit auf. Gleichzeitig begann in Flensburg der erste Normalstudiengang – mit 94 jungen Frauen und Männern. Die Stadt im hohen Norden stand bei den Bewerbern hoch im Kurs. Einer schrieb: „Ich denke, dass die Luft echter akademischer Freiheit, echten Gemeinschaftsgeistes, die nach den Schilderungen der Studierenden in Flensburg herrschen soll, mir außerordentlich wohltun wird.“ Einen wichtigen Stellenwert hatte auch das „demokratische Denken“. Mitte Oktober 1946 fand in der Aula der Flensburger Mädchen-Mittelschule eine dreitägige Tagung statt – mit Themen wie „Demokratische Selbstverwaltung“ oder „Der geistesgeschichtliche Ursprung der Grundrechte“. 1946 war das erste vollständige Jahr der Nachkriegszeit, was für Deutschland mit einer neuen politischen Ordnung verbunden war.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner  <br>Titelfoto: Stadtwerke Flensburg</em></p>
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		<title>Gisela Mikolajewicz &#8211; „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Mar 2026 11:35:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Sie steht in Flensburg als lebendes Beispiel für die Gegenwart und die jüngere Vergangenheit unserer schönen Heimatstadt, für die 30er Jahre mit dem Beginn des Nazi-Regimes, des Zweiten Weltkriegs, die entbehrungsreichen Nachkriegsjahre, den Wiederaufbau in den 50er Jahren – bis heute ins noch junge Jahr 2026: Gisela Mikolajewicz, Jahrgang 1933. Ein Flensburger Kind Gisela Mikolajewicz [&#8230;]</p>
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<p>Sie steht in Flensburg als lebendes Beispiel für die Gegenwart und die jüngere Vergangenheit unserer schönen Heimatstadt, für die 30er Jahre mit dem Beginn des Nazi-Regimes, des Zweiten Weltkriegs, die entbehrungsreichen Nachkriegsjahre, den Wiederaufbau in den 50er Jahren – bis heute ins noch junge Jahr 2026: Gisela Mikolajewicz, Jahrgang 1933.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="708" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-1024x708.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85962" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-1024x708.jpg 1024w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-300x207.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-768x531.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-1536x1061.jpg 1536w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-2048x1415.jpg 2048w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-608x420.jpg 608w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-696x481.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-1068x738.jpg 1068w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-grosser-Schwester-auf-der-Exe-1936-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein Flensburger Kind</h2>



<p>Gisela Mikolajewicz ist gebürtige Flensburgerin, im deutschen Schicksalsjahr 1933 geboren, als zweites von drei Kindern der Familie Scheuch. Ihr Vater stammte ursprünglich aus Hessen, ihn lockten die Seefahrt und die Aussicht auf das Kennenlernen der weiten Welt zur Marine. So verschlug es ihn in den hohen Norden nach Flensburg. Er machte die übliche Karriere beim Militär, wurde schließlich sogar zum Marineoffizier befördert. Wie viele andere seiner Kameraden verliebte er sich in eine einheimische junge Frau, bald darauf heirateten sie. Seine Kinder sollten im damaligen Marinelazarett Mürwik (später die Klinik Ost) in der Kelmstraße das Licht der Welt erblicken – doch bei der kleinen Gisela klappte das nicht. Während erst die große Schwester und später auch der kleine Bruder dort zur Welt kamen, wurde das mittlere Kind eine Hausgeburt. Wie es dazu kam?&nbsp;</p>



<p>„Nun, ich hatte es wohl besonders eilig! Als bei meiner Mutter die Wehen einsetzten, schaffte sie es nicht mehr ins Lazarett, und so ergab es sich, dass ich praktisch zu Hause, im Bett meiner Großmutter, geboren wurde“, schmunzelt unsere Protagonistin. Die Familie Scheuch wohnte seinerzeit auf dem Friesischen Berg in der Katharinenstraße im Haus Nr. 23, die Großeltern fast nebenan in der Hausnummer 17.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1133" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Luett-Gisela-Mommsenstrasse-1938.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85960" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Luett-Gisela-Mommsenstrasse-1938.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Luett-Gisela-Mommsenstrasse-1938-212x300.jpg 212w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Luett-Gisela-Mommsenstrasse-1938-723x1024.jpg 723w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Luett-Gisela-Mommsenstrasse-1938-768x1088.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Luett-Gisela-Mommsenstrasse-1938-297x420.jpg 297w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Luett-Gisela-Mommsenstrasse-1938-696x986.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Die Familie Scheuch führte ein für damalige Zeiten normales Familienleben, der Vater arbeitete als Spezialist für Torpedowartung und war bei der Marine in Mürwik tätig, die Mutter kümmerte sich um den Haushalt und die Kinder. Einige Jahre später zogen die Scheuchs in eine größere Wohnung nach Jürgensby um. Sie waren ab 1938 in der Mommsenstraße zu Hause. Ein Jahr später, 1939, war es dann soweit, Gisela sollte nun in die Volksschule eingeschult werden. Sie wurde Erstklässlerin in der damaligen „Theodor-Storm-Schule“ – im einstigen Schulgebäude ist heute der „Offene Kanal“ zuhause, in der St. Jürgen-Straße 95. Bald stand jedoch ein erneuter Umzug für die Familie an, sie fanden auch auf dem Ostufer eine besser passende Bleibe für ihre inzwischen fünfköpfige Familie.</p>



<p>In der Weihnachtszeit 1939 zog man dann ein weiteres Mal um, jetzt in die damalige Kaiser-Wilhelm-Straße 134, die heutige Mürwiker Straße 134 (wurde nach dem 2. Weltkrieg umbenannt auf Weisung des Kontrollrates). Nun wohnten sie noch näher an den zahlreichen Marine-Liegenschaften – schräg gegenüber der Ziegeleistraße und unweit des einstigen Marine-Stützpunktes (heute die Marina „Sonwik“). Für die kleine Gisela bedeutete das einen Schulwechsel zur „Mürwik-Schule“, der heutigen Ostsee-Schule.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="491" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Geschwister-Scheuch-1941.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85954" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Geschwister-Scheuch-1941.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Geschwister-Scheuch-1941-300x184.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Geschwister-Scheuch-1941-768x471.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Geschwister-Scheuch-1941-684x420.jpg 684w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Geschwister-Scheuch-1941-696x427.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Geschwister Scheuch, 1941</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der Zweite Weltkrieg</h2>



<p>„Vom Krieg bekamen wir kaum etwas mit, wir als Kinder sowieso nicht“, weiß Gisela zu erzählen. Doch der Lauf der Ereignisse hatte auch Auswirkungen auf ihre Familie. Im Jahr 1941 wurde Giselas Vater an einen weit entfernten Ostsee-Standort nach Kolberg an die dort beheimatete Torpedoschule versetzt. Dort war er im Rang eines Ober-Ingenieurs als Leiter der Torpedowerkstatt eingesetzt. Nun zog die ganze Familie Scheuch mit Sack und Pack nach Kolberg um. „Uns gefiel es dort durchgehend sehr gut, wir wohnten nicht sehr weit weg vom herrlichen Ostseestrand, hatten sogar den ganzen Sommer über einen Strandkorb gemietet und führten dort ein beschauliches und wohlbehütetes Leben – jedenfalls bis etwa 1944. Nach und nach flogen immer häufiger feindliche Bomber-Geschwader in großer Höhe über uns hinweg, vermutlich auf dem Weg nach Berlin. Wir wurden allerdings nicht behelligt von diesen Kriegsmaschinen. Unsere Eltern wurden zunehmend unruhiger, denn die Russen waren auf dem Vormarsch Richtung Deutschland. So sah sich unser Vater schließlich zum Handeln gezwungen.“ Giselas Vater organisierte dienstlich über die Reichsbahn im Februar 1945 für seine Familie und noch weitere betroffene Angehörige einen zusätzlichen Viehwaggon für den Rücktransport der Zivilisten nach Schleswig-Holstein. Das klappte anstandslos und so flohen die Scheuchs vergleichsweise komfortabel per Zug nach Flensburg. Der militärische und von Soldaten bewachte und begleitete Zugtransport sollte Lufttorpedos nach Kopenhagen bringen, sollte auf der Reise allerdings Halt machen in Flensburg-Weiche, um die mitreisenden Zivilisten abzusetzen. Immerhin 11 Tage dauerte diese abenteuerliche Zugfahrt, unterwegs mit einem längeren Aufenthalt in Stettin, wo die Begleitsoldaten sogar Essen und Getränke für die mitreisenden Zivilisten „organisierten“. Schließlich erreichte die Familie Scheuch mit den anderen Mitreisenden wohlbehalten und erleichtert ihren Zielbahnhof in Flensburg-Weiche.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="611" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Im-Strandkorb-Kolberg-1944-611x1024.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85959" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Im-Strandkorb-Kolberg-1944-611x1024.jpg 611w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Im-Strandkorb-Kolberg-1944-179x300.jpg 179w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Im-Strandkorb-Kolberg-1944-768x1287.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Im-Strandkorb-Kolberg-1944-251x420.jpg 251w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Im-Strandkorb-Kolberg-1944-696x1167.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Im-Strandkorb-Kolberg-1944.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 611px) 100vw, 611px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Strandkorb, Kolberg 1944</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Wieder zurück in Flensburg</h2>



<p>Zu Fuß machten sich Mutter und die Kinder vom Bahnhof Weiche auf zur Wohnung der Oma in der Katharinenstraße, wo sie vorerst unterkamen. Ihre letzte Wohnung in Flensburg-Mürwik war natürlich nicht mehr frei, dort wohnten mittlerweile andere Bürger zur Miete. Doch die Scheuchs sollten erneut Glück haben: „Unsere „alte“ Wohnung wurde ziemlich bald wieder frei, und wir durften einen Teil der Wohnung übernehmen“, staunt Gisela noch heute über die damaligen günstigen Umstände. Schließlich war es in jenen Tagen nicht gerade einfach, in der Stadt Flensburg, die voller Flüchtlinge war und aus allen Nähten platzte, unterzukommen. „Wir hatten reichlich Platz in der Mürwiker Straße, die Wohnung hatte immerhin 3,5 Zimmer und eine zusätzliche unbeheizte Schlafkammer. Als Grundbedingung für den Wiedereinzug mussten wir aber in unserer einstigen Wohnung zusätzliche Flüchtlinge mit aufnehmen.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="885" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Bruder-Kalle-mit-Putzi-1947.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85951" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Bruder-Kalle-mit-Putzi-1947.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Bruder-Kalle-mit-Putzi-1947-271x300.jpg 271w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Bruder-Kalle-mit-Putzi-1947-768x850.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Bruder-Kalle-mit-Putzi-1947-380x420.jpg 380w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Bruder-Kalle-mit-Putzi-1947-696x770.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bruder Kalle mit Putzi, 1947</figcaption></figure></div>


<p>Für Gisela stand ein erneuter Schulwechsel an. Hatte sie noch in Kolberg ein Schuljahr lang das dortige Gymnasium besucht, so kam sie in Flensburg nun aufs „Lyzeum“ im Südergraben, auch ein Gymnasium. „Dort gefiel es mir allerdings überhaupt nicht, und ich war sehr froh, dass meine Eltern mich schon bald ummeldeten: Ich kam nun auf die Duborg-Skolen (eine Mittelschule), die ich von 1947 bis 1950 besuchte. Für mich war es gut, dass es an den dänischen Schulen damals für alle Schüler und Schülerinnen jeden Morgen ein Frühstück gab. Ich war in jenen Jahren ein sehr mageres Kind, beinahe unterernährt, und zur Freude meiner Eltern und meiner Oma wurde ich so allmählich wieder aufgepäppelt. Überhaupt gefiel es mir an der dänischen Schule bestens, ich hatte nette Mitschüler, gute und freundliche Lehrer, und so wurde ich auch eine gute Schülerin und schaffte im Jahr 1950 meinen Mittelschul-Abschluss mit einem sehr guten Abgangszeugnis“, denkt sie gern an ihre Schulzeit zurück.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="818" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-mit-20-1953_Vorwort.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85956" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-mit-20-1953_Vorwort.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-mit-20-1953_Vorwort-293x300.jpg 293w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-mit-20-1953_Vorwort-768x785.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-mit-20-1953_Vorwort-411x420.jpg 411w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-mit-20-1953_Vorwort-696x712.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-mit-20-1953_Vorwort-356x364.jpg 356w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gisela mit 20 Jahren, 1953</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Start ins Erwachsenenleben</h2>



<p>Mit dem Mittelschul-Abschluss in der Tasche bewarb Gislea Mikolajewicz sich bei einigen Flensburger Firmen um eine Lehrstelle. Sie wurde schließlich angenommen von der Firma „Anthon &amp; Söhne“, einer hiesigen Maschinenbau-Firma mit damaligem Sitz in der Friesischen Straße. „Dort absolvierte ich eine dreijährige Lehre zum Industriekaufmann“, erzählt mir meine Gesprächspartnerin. „Ich habe dort viel gelernt, aber auch viel gearbeitet“, weiß sie zu berichten. „Lehrjahre waren damals keine Herrenjahre, wie es so schön heißt. Ich hatte eine 48-Stunden-Woche, verdiente im ersten Lehrjahr 45 Mark, zum Ende der Lehrzeit jedoch bereits 75 Mark im Monat. Viermal täglich legte ich die Strecke von Mürwik in die Friesische Straße bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad zurück, morgens und nachmittags hin, zur Mittagspause und abends zurück. Das war für mich ein gutes Training, denn ich war in meiner Freizeit begeisterte Turnerin beim Turnklub Mürwik, ging regelmäßig zum Turnen in die Sporthalle an der Reitbahn und später in der Marinesportschule.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="616" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Feldhandball_2.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85953" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Feldhandball_2.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Feldhandball_2-300x231.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Feldhandball_2-768x591.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Feldhandball_2-545x420.jpg 545w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Feldhandball_2-696x536.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Feldhandball-Länderspiel auf dem Eckener Platz, 1951</figcaption></figure></div>


<p>Nach der Lehre wechselte Gisela den Arbeitgeber. „Ich bekam eine Anstellung bei der Flensburger Werft als Industriekaufmann. Inzwischen hatte ich Gerd Mikolajewicz kennengelernt, bald „gingen“ wir beide miteinander, wie es früher hieß. Wir waren jung und frisch verliebt, hätten gern eine gemeinsame Wohnung bezogen. Über den Arbeitgeber von meinem Gerd bestand die Möglichkeit, eine Werkswohnung zu bekommen. Doch um einen Anspruch auf die begehrte Werkswohnung zu haben, musste man verheiratet sein. So heirateten wir kurzentschlossen im Jahr 1955 und erhielten kurz darauf die ersehnte Werkswohnung in der Möwenstraße, einer Nebenstraße der Harrisleer Straße, nahe dem Schwarzenbachtal. Im Jahr 1958 kündigte sich bei uns Nachwuchs an, unser erster Sohn wurde schließlich geboren, wir waren jetzt eine kleine Familie.“&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine sportbegeisterte Familie</h2>



<p>Gisela und auch ihr Ehemann waren von Jugend an begeisterte Handballer, gingen beide in diesem Sport förmlich auf. Ende der 40er und Anfang der 50er Jahre war Handball sehr beliebt in Flensburg. Neben dem einstigen Feldhandball wurde bald vermehrt auch Hallenhandball gespielt. Die Männer des FTB waren seinerzeit sehr erfolgreich, sie hatten mit Siegfried Perrey und Bernd Kuchenbecker auch zwei überregional bekannte Handballer in ihrer Mannschaft. „Wir Mädchen schwärmten für die Spieler, insbesondere Bernd Kuchenbecker himmelten viele von uns an“, schmunzelt Gisela in Erinnerung an ihre Spielzeit ebendort. „Das tollste Spiel durfte ich als 19jährige mit meiner Jung-Mädchenmannschaft sogar in der Kieler Ostseehalle spielen. Wir bestritten dort das Vorspiel vor den Männern, die anschließend gegen den THW Kiel spielten.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="728" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Ehepaar-Mikolajewicz-1980.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85952" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Ehepaar-Mikolajewicz-1980.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Ehepaar-Mikolajewicz-1980-300x273.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Ehepaar-Mikolajewicz-1980-768x699.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Ehepaar-Mikolajewicz-1980-462x420.jpg 462w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Ehepaar-Mikolajewicz-1980-696x633.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ehepaar Mikolajewicz, 1980</figcaption></figure></div>


<p>Gisela spielte damals für den Verein „Sportfreunde Flensburg“. Die Handball-Abteilung des Flensburger TB war von 1950 bis 1954 als „Sportfreunde Flensburg“ ein eigenständiger Verein!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Mutter und Hausfrau</h2>



<p>„Wie es damals allgemein üblich war, blieb ich nach der Geburt unseres Sohnes fortan zu Hause, war jetzt fürsorgende Mutter und Hausfrau. Das wollte mein Ehemann auch so: „Du hast ja schließlich mich“ sagte er.“ In den ersten Jahren war Gisela auch mit den anstehenden häuslichen Pflichten ausgelastet, zumal sich in 1968 ein zweiter Sohn dazugesellte. Die Familie zog nach einigen Jahren wieder um vom Westufer nach Jürgensby, fand eine ansprechende Wohnung nahe dem St.-Jürgen-Platz. Ende der 60er Jahre war die Familienplanung bei den Mikolajewicz endgültig abgeschlossen, nun stand für die Familie allerdings ein großes und bedeutsames Projekt an: der Bau eines Eigenheims im aufwachsenden Stadtteil Mürwik.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p>„Im Jahre 1969 war unser eigenes Haus dann bezugsfertig, wir zogen erneut um, diesmal in unser eigenes Reich. Und es kam wie erhofft: Wir fühlten uns ab dem ersten Augenblick im Birkenhof zu Hause“, denkt Gisela gern an jene Anfangsjahre zurück. „Heute wohne ich immer noch beziehungsweise schon wieder hier in unseren eigenen vier Wänden und habe es nie bereut hier zu wohnen und zu leben.“ Die Söhne wuchsen heran, gingen erst zur Grundschule und später aufs Gymnasium, machten beide ihr Abitur und fanden anschließend ihren eigenen Weg ins Leben. Beide Jungen waren von klein an wie die Eltern begeisterte Handballer, die ganze Familie ging auch gern zum Zuschauen in die Hallen der Region. „Gern hätte auch ich, wie meine beiden Geschwister und unsere Söhne, das Abitur gemacht. Doch meine Jungs trösteten mich über dieses vermeintliche Versäumnis hinweg, schlugen mir sogar vor, doch einfach als Gasthörerin einzelne Studiengänge an der Flensburger PH zu belegen – was ich sehr zu meiner Freude später auch in die Tat umsetzte. So hörte ich Deutsche Geschichte, Literatur und Dänisch und war begeisterte „Studentin“. Ich fand so immer mehr Gefallen an öffentlichen und allgemein zugänglichen Bildungsstätten und fing einige Zeit später an, erste Kurse an der hiesigen Volkshochschule zu besuchen und zu belegen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="874" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Harald-Kellermann.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85958" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Harald-Kellermann.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Harald-Kellermann-275x300.jpg 275w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Harald-Kellermann-768x839.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Harald-Kellermann-384x420.jpg 384w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Harald-Kellermann-696x760.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Harald Kellermann</figcaption></figure></div>


<p>Im März 1992 verstarb dann plötzlich und unerwartet ihr Ehemann. Die Söhne waren zu dem Zeitpunkt längst erwachsen und hatten das Elternhaus verlassen, standen schon auf eigenen Füßen. Um den Verlust des Ehepartners besser verarbeiten zu können, intensivierte Gisela Mikolajewicz ihre Aufenthalte in der VHS, zudem nahm sie seit Jahren schon im Flensburger Stadion an den dort stattfindenden Sportabzeichen-Abnahmen teil. „Schon als meine Jungs heranwuchsen, war ich regelmäßig mit ihnen zum Laufen, Springen und Werfen im Flensburger Stadion, später übernahm ich sogar selbst die Abnahme der Sportabzeichen bei anderen Teilnehmern“, lässt Gisela durchblicken, dass sie schon immer eine begeisterte vielseitige Sportlerin war und ist. Einmal jährlich gab es als offizielles „Dankeschön“ für alle Sportabzeichen-Prüfer ein gemeinsames Essen in Glücksburg-Schwennauhof, das der LSV Schleswig-Holstein veranstaltete.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Karriere an der Volkshochschule</h2>



<p>Gisela Mikolajewicz war mittlerweile zum Stammgast an der VHS Flensburg geworden. Insbesondere interessierten sie jene Kurse, deren Inhalte sich speziell um Flensburg, die Stadtgeschichte und die angrenzende Region drehten.</p>



<p>„Eines Tages fiel eine langjährige Dozentin der Kursreihe „Flensburg zum Kennenlernen“ krankheitsbedingt aus. Bald kam die Leitung der VHS auf mich zu und fragte mich, ob ich es mir vorstellen könnte, den entsprechenden Dozentenplatz vorübergehend zu übernehmen. So war ich plötzlich von einer Hörerin zur Dozentin aufgerückt. Schnell merkte ich, dass der Posten für mich maßgeschneidert war, ich kniete mich mit großer Begeisterung in die neue Aufgabe rein und übte diese Position über viele Jahre aus!“&nbsp;</p>



<p>Ihr Engagement an der VHS sollte zu einer ständigen Einrichtung werden und wurde von ihr noch ausgeweitet. Nach einigen Jahren gründete die umtriebige Witwe sogar einen VHS-Reiseclub! „Diese Einrichtung kam bei den Flensburgern „bombig“ an, der Zuspruch übertraf meine anfänglichen Erwartungen bei Weitem“, schmunzelt die Seniorin. „Es dauerte gar nicht lange, da waren wir oft mit bis zu 50 Teilnehmern auf diesen Tagestouren in ganz Schleswig-Holstein mit Reisebussen unterwegs. Die Touren waren regelmäßig ausgebucht, oft standen noch zusätzlich bis zu 25 weitere Personen auf der Warteliste.“ Immerhin gute zehn Jahre lang, von 2002 bis 2012, war Gisela als Reiseleiterin einmal im Monat auf Achse.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="554" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85950" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-300x208.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-768x532.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-606x420.jpg 606w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-696x482.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Als stolze Oma, 2000</figcaption></figure></div>


<p>Im Rahmen ihrer Tätigkeiten in der Volkshochschule lernte sie eines Tages Harald Kellermann kennen. Der war seinerzeit auch Single und teilte Giselas Interessen. Bald wurde die Verbindung zu ihm immer intensiver, sie wurden schließlich Partner. „Harald hatte im nahegelegenen Wees ein großes Einfamilienhaus. Wir zogen nach einigen gemeinsamen Jahren im Jahr 2002 zusammen. Wir verlebten viele abwechslungsreiche und schöne Jahre, Harald unterstützte mich immer bei all meinen vielen Aktivitäten. Ich blieb dort in Wees wohnen, bis Harald leider krank wurde, schließlich sogar in ein Pflegeheim musste. Bis zu seinem Tod blieben wir eng verbunden, ich besuchte ihn regelmäßig am Krankenbett und im Pflegeheim, bis er verstarb.“&nbsp; Lange Jahre besaß Gisela ein Sommerhäuschen in Norgaardholz an der Ostseeküste. „So hatten wir den Sommer über immer eine feste Anlaufstelle. Überhaupt war die ganze Familie seit jeher bei jeder Gelegenheit am Strand, in den 30er Jahren sonnten und badeten wir in Klein-Westerland (heute ist dort das Klärwerk angesiedelt), in Kolberg an der unendlich langen und feinsandigen Ostseeküste, später in Flensburg mal am Ostseebad, aber auch gegenüber an der Solitüde“, erinnert sich meine Gesprächspartnerin gern an jene schönen Zeiten und Sommertage.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Stadtfuehrerin-im-Einsatz-2011-768x1024.jpeg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85949" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Stadtfuehrerin-im-Einsatz-2011-768x1024.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Stadtfuehrerin-im-Einsatz-2011-225x300.jpeg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Stadtfuehrerin-im-Einsatz-2011-315x420.jpeg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Stadtfuehrerin-im-Einsatz-2011-696x928.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Stadtfuehrerin-im-Einsatz-2011.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Als Stadtführerin&#8230;</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Sie wird zur stadtbekannten Flensburgerin</h2>



<p>Neben den VHS-Kursen sowie den Reisetätigkeiten wurde Gisela in Flensburg als Stadtführerin aktiv und durch diese Tätigkeiten bald stadtbekannt. Sie durfte sogar als Zivilistin regelmäßig Stadtführungen durch die Marineschule veranstalten. Das war nicht gerade selbstverständlich, war sie mit ihrer Gruppe von Teilnehmern in jener historischen Liegenschaft ja auf dem Gelände einer militärischen Sicherheitszone unterwegs.</p>



<p>Im Jahr 2001 veröffentlichte sie sogar ein eigenes Buch: „Erinnerungen an Flensburg – wie es einmal war“. Das Buch ist längst ausverkauft – für Interessierte ist es leider nur noch im Antiquariat erhältlich. Im Zuge ihrer vielen Aktivitäten lernte unsere Gesprächspartnerin Frau Dr. Glüsing kennen, die frühere Leiterin des Flensburger Schifffahrtsmuseums.&nbsp;</p>



<p>„Frau Dr. Glüsing bat mich bald darauf, doch auch einige Führungen durch das Schifffahrtsmuseum zu übernehmen, daneben auch ebendort Vorträge über die abwechslungsreiche Flensburger Stadtgeschichte zu halten.“ Dazu fand sich Gisela schnell bereit, war nun auch in unserem geschätzten Schifffahrtsmuseum aktiv. Gerade in den ersten Jahren nach dem Millenniumswechsel bis etwa zur Mitte des letzten Jahrzehnts war Gisela Mikolajewicz beinahe überall in der Stadt bei Führungen anzutreffen, war regelmäßig im Schifffahrtsmuseum zu Hause und verbreitete durch die engagierte und kurzweilige Art ihrer Vorträge bei den Zuhörern viel Spaß, Lust und auch Interesse an der Flensburger Stadtgeschichte und dem Leben hier im hohen Norden. Ihr Wirken und Schaffen blieben schließlich auch in der Flensburger Öffentlichkeit nicht unbemerkt. Die hiesige Tageszeitung nahm sie sogar in die Liste der „Menschen des Jahres“ für das Jahr 2013 auf – da war sie immerhin schon 80 Jahre alt, trotz dieser stolzen Jahreszahl jedoch immer noch geistig und körperlich „fit wie ein Turnschuh“ – wie es im Volksmund heißt.&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-kennt-ihr-Flensburg-bestens-2011-768x1024.jpeg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85955" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-kennt-ihr-Flensburg-bestens-2011-768x1024.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-kennt-ihr-Flensburg-bestens-2011-225x300.jpeg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-kennt-ihr-Flensburg-bestens-2011-315x420.jpeg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-kennt-ihr-Flensburg-bestens-2011-696x928.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Gisela-kennt-ihr-Flensburg-bestens-2011.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8230;kennt Gisela ihr Flensburg bestens</figcaption></figure></div>


<p>„Gerade diese Tätigkeiten waren für mich in all den Jahren mein Lebenselixier, zusätzlich auch eine schöne Abwechslung und echte Lebensqualität“, sagt sie augenzwinkernd. „Nicht nur regelmäßig den Haushalt und den Garten instand zu halten ist wichtig – auch die geistige Tätigkeit hält einen jung, für mich ist das richtiges Gehirnjogging.“ Ihr bedeutete der Kontakt und der Austausch mit anderen und interessierten Menschen immer sehr viel. Die Stadtführungen und die vielen Gespräche waren dabei stets wechselseitig befruchtend. „Man ist dabei nicht nur die Gebende, sondern bekommt auch von den Zuhörern etwas zurück. Das machte mich stets glücklich und zufrieden.“</p>



<p>Eine lustige Geschichte hatte sie mit Beate Uhse erlebt. Weil Gisela oft auch abends im Dunkeln zu Fuß in Flensburg unterwegs war, belegte sie bei der örtlichen Polizei einen Selbstverteidigungs-Kurs speziell für Frauen. „Neben zahlreichen anderen Damen nahm auch die bekannte Beate Uhse daran teil, und sie wurde mir als Trainingspartnerin zugeteilt. Der Leiter des Kurses nahm mich vorher beiseite und bat mich: „Miko – tu mir einen Gefallen, nimm bitte Rücksicht auf Frau Uhse, du bist ja schließlich durchtrainiert und kräftig.“ Beate musste schmunzeln, als ich ihr davon erzählte. Überhaupt war sie ganz normal, bodenständig, bildete sich nichts auf ihre Bekanntheit ein“, lächelt Gisela, die früher von vielen einfach nur „Miko“ gerufen wurde.&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="554" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85950" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-300x208.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-768x532.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-606x420.jpg 606w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-696x482.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-stolze-Oma-2000-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Als stolze Oma, 2000</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Im Ruhestand</h2>



<p>Seit gut fünf Jahren, seit 2020, wohnt Gisela Mikolajewicz wieder im eigenen Heim im Birkenhof. Viele Jahre war das Haus anderweitig vermietet, doch nach dem Tod des Partners sehnte sie sich wieder in die gewohnte Umgebung zurück. Als die langjährigen Mieter dann umzogen, ist sie wieder von Wees nach Mürwik zurückgezogen. „Ich wurde sehr schnell wieder heimisch – als ob ich nie weg gewesen war“, lächelt sie.</p>



<p>„Nun freue ich mich hier in meiner – allerdings oftmals viel zu großen – Wohnung darüber, dass ich noch einigermaßen gut beieinander bin, auch wenn ich das eine oder andere Zipperlein tapfer zu ertragen habe.“&nbsp;</p>



<p>Gisela Mikolajewicz hat immer noch regelmäßig etwas vor, die Söhne besuchen sie regelmäßig und rufen sie oft an, der mittlerweile 25jährige Enkel ist bei jeder Gelegenheit bei seiner Oma zu Besuch, auch wenn er inzwischen in Aarhus lebt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="896" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Giselas-Flensburg-Buch-2001.jpg" alt="Gisela Mikolajewicz - „Sie verkörpert ein Jahrhundert Flensburg“" class="wp-image-85957" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Giselas-Flensburg-Buch-2001.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Giselas-Flensburg-Buch-2001-268x300.jpg 268w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Giselas-Flensburg-Buch-2001-768x860.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Giselas-Flensburg-Buch-2001-375x420.jpg 375w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Giselas-Flensburg-Buch-2001-696x780.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ihr im Jahre 2001 veröffentlichtes Buch ist längst vergriffen</figcaption></figure></div>


<p>Vor einem Jahr – mit 92 Jahren – hat sie das Autofahren aufgegeben. „Das war wohl eine gute Idee“, denkt sie heute. „Dafür fahre ich jetzt regelmäßig mit dem Bus vom Kiefernweg zum Twedter Plack zum Einkaufen. Das nötige Deutschland-Ticket habe ich stets in der Manteltasche dabei, obwohl viele Busfahrer mich längst kennen und einfach reinwinken.“ Und sie ergänzt: „Ich gehe immer noch mit meinem Sohn regelmäßig zum Handball zur SG in die Campushalle. Zu Weihnachten haben mir übrigens meine Jungs zwei Tickets für die Europa League-Heimspiele geschenkt. Ob ich inzwischen wohl die älteste Zuschauerin in der „Hölle Nord“ bin?“, lacht sie zum Schluss unseres Gespräches.</p>



<p><em>Mit Frau Mikolajewicz sprach Peter Feuerschütz<br>Fotos: privat  </em></p>
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		<title>Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Feb 2026 16:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf dem Wohnzimmer-Tisch liegen Bücher und Zeitschriften, die einen Ruhestand dokumentieren, der gar keiner ist. Joachim Pohl war über Jahrzehnte Redakteur bei einer Tageszeitung, nun ist er offiziell Rentner, aber weiterhin als freier Mitarbeiter journalistisch tätig. Er arbeitet im Vorstand der Flensburger Hofkultur mit, ist aktives Mitglied im Deutschen Alpenverein und pflegt seine Musik-Passion in [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/joachim-pohl-journalist-musiker-buchautor/">Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Auf dem Wohnzimmer-Tisch liegen Bücher und Zeitschriften, die einen Ruhestand dokumentieren, der gar keiner ist. Joachim Pohl war über Jahrzehnte Redakteur bei einer Tageszeitung, nun ist er offiziell Rentner, aber weiterhin als freier Mitarbeiter journalistisch tätig. Er arbeitet im Vorstand der Flensburger Hofkultur mit, ist aktives Mitglied im Deutschen Alpenverein und pflegt seine Musik-Passion in mehreren Variationen. Dazu gesellen sich die eine oder andere Reise.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="529" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85846" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-300x198.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-768x508.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-635x420.jpg 635w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-696x460.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Flens zum Abschluss der Hofkultur 2024</figcaption></figure></div>


<p>Joachim Pohl ist ein eingefleischter Flensburger Kopf, aber kein wasch­echter. Er wurde 1955 in Schleswig geboren und wuchs in Husum auf. Friesisch gehört bis heute in Teilen der weit verzweigten Familie zum guten Ton. Nach dem Abitur 1974 an der Hermann-Tast-Schule kam er erstmals mit Flensburg in Berührung: Die Briesen-Kaserne in Weiche war der Schauplatz für die dreimonatige Grundausbildung der Bundeswehr. Nach dem Wehrdienst entschied sich der junge Mann für ein Lehramtsstudium in Kiel: Geografie und Englisch. 1982 hatte er das erste Staatsexamen in der Tasche, 1984 das zweite. Dazwischen lag das Referendariat in Husum – auch an der früheren Schule.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="544" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85859" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-300x204.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-768x522.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-618x420.jpg 618w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-696x473.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Mutter und Großmutter vor dem Fährkrog, 1986</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Berufseinstieg in Flensburg</h2>



<p>So einfach war es damals nicht, eine passende Stelle zu ergattern. Die beste Möglichkeit bot Flensburg: eine Anstellung am Abendgymnasium, das schon damals im Förde-Gymnasium untergebracht war. Der Schulleiter hieß auch Pohl, war mit dem Junglehrer aber weder verwandt noch verschwägert. Der fuhr zunächst zwischen, zog jedoch nach wenigen Monaten auf die Westliche Höhe. Dennoch lag der Arbeitsplatz nun 27 Kilometer entfernt. Die deutsche Nachschule (Efterskole) in Tingleff, getragen von der deutschen Minderheit, war der neue Lehrort. Der Schwerpunkt: Deutsch. Aber auch das war nur ein kurzes Intermezzo. Joachim Pohl übernahm dann in Flensburg einen Lehr-Job in der Berufsqualifikation und arbeitete mit arbeitslosen Jugendlichen, die oftmals keinen Hauptschulabschluss hatten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="538" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85860" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-300x202.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-768x516.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-625x420.jpg 625w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-696x468.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Führerschein, 1993 Mit der alternativen Stadtzeitung Hallimasch, 1987</figcaption></figure></div>


<p>Nebenbei hatte der Pädagoge eine freie Mitarbeit bei der Tageszeitung etabliert. Schon als Referendar hatte er für die „Husumer Nachrichten“ geschrieben. Nach seinem Umzug gen Ostsee war das „Flensburger Tageblatt“ der Auftraggeber. Das Steckenpferd war die Musik. 20 Jahre zuvor war „Rubber Soul“ von den Beatles das erste gekaufte Album gewesen. Rolling Stones, Chicago und Cream waren weitere Lieblinge der Jugend. Und ein legendärer Gitarrist und Sänger. „Auf meinem Husumer Zimmer hatte ich ein kleines Radio“, erinnert sich Joachim Pohl. „Als die Nachricht kam, dass Jimi Hendrix in London gestorben ist, brach für mich eine Welt zusammen.“ Das war 1970.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="549" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85861" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-300x206.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-768x527.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-612x420.jpg 612w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-696x478.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Rathaus mit Stadtpräsident Rautenberg (zweiter von rechts), 1991</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Musik mit der Band und als Journalist</h2>



<p>Natürlich drehte sich die Erde weiter. Joachim Pohl hatte nun eine eigene Gitarre – und sehr bald auch einen E-Bass. Den brauchte seine erste Band in Husum damals noch. Als Redakteur einer Schülerzeitung lernte er die nordfriesische Musik-Szene kennen. Einmal kam Udo Lindenberg, ein neuer Komet am deutschen Rocker-Himmel, für ein Konzert nach Husum. Und plötzlich bot sich Joachim Pohl die Chance für ein Interview. „Ich war so aufgeregt, dass ich gar nicht wusste, was ich fragen sollte“, schmunzelt er heute und versichert: „Ein Bericht ist entstanden.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="529" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85862" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-300x198.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-768x508.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-635x420.jpg 635w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-696x460.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Führerschein, 1993</figcaption></figure></div>


<p>Mit dem Studium hatte er das Musizieren vernachlässigt, die Musik war aber der Schwerpunkt der Berichterstattung. In den späten 1980er Jahren war der freie Mitarbeiter des „Flensburger Tageblatts“ häufiger bei Konzerten in der „Galerie“ am Holm, im „Roxy“ in der Norderstraße oder im „Lagerhaus“ an der Segelmacherstraße. Und das „Volksbad“ entwickelte sich immer mehr zu einem Kulturzentrum.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchauto" class="wp-image-85863" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit dem SG-Pokal, 2004</figcaption></figure></div>


<p>Joachim Pohl hatte offenbar eine gute Schreibe. Zumindest bot der Verlag ihm im Oktober 1988 ein Volontariat an. „Dieses Angebot habe ich als gute Chance gesehen“, erzählt er. „Mir brachte der Journalismus Spaß – und die Job-Aussichten waren gut.“ Der Neueinsteiger wanderte die nächsten beiden Jahre durch die Redaktionen. Allein ein halbes Jahr arbeitete er für das Wochenend-Magazin des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages. Dort hatte er bald eine eigene Rubrik: „Pohls Pop-Piste“. Ein hübsches Wortspielchen, denn Pop war nicht nur die Thematik, sondern auch sein Spitzname und Kürzel, unter dem unzählige Berichte erschienen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85858" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Sohn Peter bei der Tour de France in Dinan, Juli 2004</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein Redakteur der Flensburger Lokalredaktion</h2>



<p>Zum 1. Oktober 1990 war das Volontariat abgeschlossen – und eine Übernahme als Redakteur war sicher. Der damalige Chefredakteur fragte im Einstellungsgespräch, wo er denn am liebsten arbeiten würde. Joachim Pohl antwortete: „In der Flensburger Lokalredaktion.“ So geschah es. Die Arbeit eines Journalisten war noch eine ganz andere. Zwar tippte nur noch eine Kollegin die Texte auf einer Schreibmaschine, die diese dann mit in den Ruhestand nahm, aber die Computer-Anwendungen befanden sich vor 35 Jahren in der Steinzeit. Die Redaktion saß in der Holm-Passage, eine andere Abteilung auf der anderen Straßenseite gestaltete die Zeitung. Die Druckerei war gerade nach Rendsburg abgewandert. In den 1990er Jahre erreichte das Internet allmählich den Berufsalltag. In Fortbildungen wurden die Journalisten für neue Redaktionssysteme geschult, mit denen sie selbst die Seiten „bauten“.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="85850" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-768x1024.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85850" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hofkultur, 2025</figcaption></figure>
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<p>Privat ist Joachim Pohl mehrmals in der Region umgezogen. Eine Zeit lang wohnte er zur Miete in der Norderstraße – fußläufig zum „Volksbad“. Er gründete eine Familie, Sohn Peter kam zur Welt. Kurz danach erfolgte der Umzug in ein Eigenheim. In Mürwik entstand Mitte der 1990er Jahre Flensburgs erste Öko-Siedlung, die einen besonderen Energiestandard hatte und auf deren Dächer das Gras wuchs. Die Eigentümergemeinschaft kümmerte sich um den gemeinsamen Innenhof und die Carports. Joachim Pohl saß jahrelang im Beirat und schätzt noch immer die Konstanz in der Nachbarschaft: Viele Pioniere leben seit gut drei Dekaden in der Siedlung.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85848" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hofkultur 2022</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der Schreibtisch in der Holm-Passage</h2>



<p>Beruflich gab es mehr Veränderungen. In der Flensburger Lokalredaktion arbeitete der Journalist bis 2018 mit vier verschiedenen Ressortleitern zusammen: zunächst mit Thomas Schunck, dann Gerhard Nowc sowie Helge Matthiesen und schließlich Carlo Jolly. Joachim Pohl berichtete über Kultur und Musik, aber auch sehr viel über Bauprojekte und Stadtentwicklung. Er war dabei, als die Osttangente 2001 dem Verkehr übergeben oder die Schiffbrücke aufwändig umgebaut wurde, sah aber auch manch hochtrabendes Vorhaben platzen – sei es ein großes Hotel am Hafen oder ein Spielcasino im Deutschen Haus.&nbsp; „Uns wurde immer eingebläut, nicht mit dem Rathaus zusammenzuarbeiten“, erklärt der langjährige Redakteur. „Wir sollten der Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik auf die Finger schauen, sie kontrollieren und Konflikte nicht scheuen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="535" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85852" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-300x201.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-768x514.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-628x420.jpg 628w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jubiläumsfeier mit Thomas Frahm, 2024</figcaption></figure></div>


<p>Die bis 2013 währende Innenstadtlage des Lokalressorts hatte durchaus ihre Vorteile. „In der Mittagspause traf man eigentlich immer Leute, sodass man viel erfahren konnte“, erzählt Joachim Pohl. „Man war schnell im Rathaus, bei den Stadtwerken, den Gewerkschaften oder den Museen.“ Der Umbau des ZOB vollzog sich Ende der 1990er Jahre praktisch vor dem Schreibtisch. Und manchmal rollte auf dem Bahndamm ein Zug, der zum Stadtfest sollte oder mit Panzern beladen war.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="531" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85854" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-768x510.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-633x420.jpg 633w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-696x462.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Band Engines, 2023</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Musik-Highlights in Flensburg, Hamburg und Dänemark</h2>



<p>Die Einweihung der Campushalle Ende 2001 brachte bis dahin ungeahnte musikalische Highlights nach Flensburg. Einmal konnte der Journalist Rick Parfitt, den Sänger von Status Quo, interviewen. Ein anderes Mal probte Peter Maffay die letzte Woche vor dem Tournee-Start in der Fördestadt. Joachim Pohl schaute spontan in der Halle vorbei, hatte ein ebenso spontanes wie lockeres Gespräch mit dem Musiker und hatte eine spannende Idee: In Flensburg gab es einen Lehrer, der einst im rumänischen Siebenbürgen mit Peter Maffay zur Schule gegangen war. Direkt vor dem ersten Konzert – auch in der Campushalle – kam es tatsächlich zum Treffen der Schulfreunde. Die beiden vertieften sich in Erinnerungen, bis sich die Musik-Legende erhob: „Jetzt muss ich ja wirklich auf die Bühne.“ Joachim Pohl erlebte diesen Tour-Auftakt im Backstage-Bereich.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-683x1024.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85840" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Als Ansager bei der Hofkultur</figcaption></figure></div>


<p>Für andere Gigs fuhr er weiterhin nach Hamburg. David Bowie, Eric Clapton, Mark Knopfler oder Simply Red – Künstler aus dem obersten Regal. „Abends war ich oft mit einem Fotografen los und nach dem Konzert ging es wieder zurück nach Flensburg“, erzählt Joachim Pohl. „Am nächsten Morgen schrieb ich als erstes den Bericht, dann ging es wieder an die Lokalberichterstattung.“ Ein besonderes Kapitel waren die Ros­kilde-Festivals, von denen er in den 1990er Jahren mehrfach berichtete. Auf dem riesigen Gelände stand auch ein Journalisten-Zelt, in dem Computer aufgestellt waren. Die geschriebenen Texte wurden dann ausgedruckt und gefaxt. E-Mails gab es noch nicht. „Einmal habe ich auch in der Redaktion angerufen und meinen Bericht diktiert“, grinst der Flensburger.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85855" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit den Geschwistern in Tangermünde, Mai 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Berufliche Umzüge in die Fördestraße und nach Schleswig</h2>



<p>2013 zogen große Teile des Verlages, darunter auch das Lokalressort, an die Fördestraße. Joachim Pohl hatte vom eigenen Zuhause zum Großraumbüro nun einen sehr kurzen Weg. Eines Tages gruppierten sich ein paar Kollegen vor seinem Schreibtisch. Den Abend zuvor hatten sie beschlossen, eine Band zu gründen. „Pohl, du spielst doch Bass?“, fragte einer. Der Angesprochene reagierte zunächst zögerlich: „Das ist aber sehr lange her!“ Für die Kollegen war das so etwas wie eine Zusage. „Was man einmal gelernt hat, verlernt man doch nicht“, meinten sie. Joachim Pohl lieh sich vom Flensburger Musiker Niklas Heitmann einen E-Bass und probierte ihn aus. Ja, es ging wirklich. Also erwarb er bei der lokalen Musik-Legende „Cuddel“ Jensen ein Instrument und verstärkte die „Engines“. Sie trafen sich einmal die Woche im Proberaum und traten gelegentlich auf. Zuletzt ging bei einem Benefizkonzert in der Bergmühle der Hut herum für soziale Projekte in der Nordstadt. Die „Engines“ bereicherten aber auch schon das Flensburger Dampf-Rundum oder das Schleswiger Stadtfest. Auf der Setliste standen Rock- und Pop-Klassiker.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85853" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Matt in den Bergen, Sommer 2019</figcaption></figure></div>


<p>2018 wechselte Joachim Pohl eher unfreiwillig in die Schleswiger Stadtredaktion. In seiner Geburtsstadt gewöhnte er sich aber schnell ein. Drei Jahre lang fuhr er zwischen, dann begann das Rentner-Dasein, das gewiss kein Ruhestand ist. Der 70-Jährige ist weiterhin auch als Journalist tätig. Hauptsächlich in Flensburg und Schleswig – gelegentlich auch in Eckernförde oder Angeln – nimmt er Termine wahr und berichtet auf Honorar-Basis.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85841" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Am Kreuzbergpass, 2020</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">LPs, Hofkultur und Oluf-Samson-Gang</h2>



<p>Der Musik-Leidenschaft kann nun ausgiebiger ausgekostet werden. Mit sieben Leuten hat Joachim Pohl eine Vinyl-Gruppe gegründet, die sich Langspielplatten oder Singles anhört und dabei in die Musikgeschichte abschweift. Gerne besucht der langjährige Redakteur die Konzerte unbekannter Bands im Ex-Sultan-Markt oder die „Folk Baltica“. Die „Flensburger Hofkultur“ hat sich für ihn zu einem echten Projekt entwickelt. Jahrelang hatte er über dieses Sommerereignis berichtet und befand sich mit Organisator Thomas Frahm im regen Austausch. Mit dem Ausscheiden als Redakteur bestand kein Interessenskonflikt mehr: Joachim Pohl bot seine aktive Mitarbeit an. Es war kein einfacher Einstieg. 2021 war das Format wegen der Corona-Pandemie begrenzt. Dann zog sich das Flensburger Kulturbüro von der Veranstaltung zurück. Der Verein „Flensburger Hofkultur“ organisiert seitdem das Programm in Eigenregie und stellte einen Geschäftsführer ein.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85842" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf dem Gipfel des Jebel Toubkal, Oktober 2021</figcaption></figure></div>


<p>Joachim Pohl gehört als zweiter Vorsitzender dem Vorstand an und war mit einigen Mitstreitern Ende Januar für ein paar Tage in Freiburg. Bei der Internationalen Kulturbörse fahndeten die Nordlichter nach möglichen Künstlern für die Hofkultur. Das Motto lautete: anhören und buchen! Der Auftakt der 2026er Auflage war jedoch schon vorher fix. Am 24. Juli gastiert die Latin-Swing-Formation „Ayom“ im Hof des Schifffahrtsmuseums, wo 700 Leute Platz finden.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="525" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-525x1024.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85843" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-525x1024.jpeg 525w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-154x300.jpeg 154w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-768x1497.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-788x1536.jpeg 788w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-216x420.jpeg 216w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-696x1356.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf Schokofahrt mit Beate Falkenberg, April 2024</figcaption></figure></div>


<p>Vor zwei Jahren verfasste Joachim Pohl einen umfangreichen Rückblick auf die 30-jährige Geschichte der „Flensburger Hofkultur“, der sogar als Buch erschien. Der Titel: „Die Altstadt als Bühne“. Dieses Werk ist bei Weitem nicht das einzige publizistische Erzeugnis aus seiner Feder. Seit einigen Jahren arbeitet er an dem jährlich erscheinenden Magazin für das Norden-Festival in Schleswig mit. Im letzten Jahr recherchierte er gemeinsam mit Eiko Wenzel und Martin Müller zum Oluf-Samson-Gang. Der Journalist skizzierte die Entwicklung von der Rotlicht-Meile zur gutbürgerlichen Gasse. Dafür recherchierte er in alten Zeitungen und Akten und interviewte eine ehemalige Prostituierte, die viel erzählen konnte.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85847" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Goldenes Abi-Jubiläum in Husum, September 2024</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Familie und ein Herzensverein</h2>



<p>Eine große Bedeutung hat die Familie. Seine drei Geschwister wohnen in Regensburg, Hamburg und England. Väterlicherseits gibt es häufiger ein Familientreffen mit Kusinen und Cousins. Derzeit plant er seine vierte Reise nach Namibia. Sein Sohn Peter lebt seit einigen Jahren mit seiner Tochter in der Hauptstadt Windhoek. Der Gast aus Deutschland fühlte sich bei der Tour durch die Wüsten Kalahari und Namib zur Hafenstadt Swakopmund wie in einem Road-Movie.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85857" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Holger Heitmann beim Wandern auf Mallorca, März 2025</figcaption></figure></div>


<p>Der Sohn hatte einige Jahre im Nachwuchs der SG Flensburg-Handewitt gespielt, was das Interesse am Handball vergrößerte. Die eigentliche sportliche Liebe ist allerdings „grün-weiß“: Werder Bremen. Als Kind war Joachim Pohl einmal mit seinem Vater in der Hansestadt, da dieser bei seinem Arbeitgeber „Jacobs Kaffee“ einen Kleinbus abzuholen hatte. Es ging mit dem Zug in die Stadt des deutschen Meisters von 1965 und mit der Straßenbahn am Weserstadion vorbei. Seither schlug das Sportherz „grün-weiß“, was einige Besuche in Kino-Sportbars auslöste, heutzutage aber hauptsächlich mit Radio und Fernseher befriedigt wird.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="761" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-761x1024.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85856" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-761x1024.jpeg 761w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-223x300.jpeg 223w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-768x1034.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-312x420.jpeg 312w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-696x937.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Enkeltochter Zoë in Swakopmund/Namibia, Dezember 2023</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Bergwanderungen und Radtouren</h2>



<p>Seit 2021 gehört Joachim Pohl dem „Deutschen Alpenverein“, dem Fachverband fürs Klettern und Wandern, an. Die Flensburger Sektion ist die nördlichste, mit 1100 Mitgliedern aber gewiss nicht die kleinste. Der Journalist war kurzzeitig Klimaschutz-Referent und stellt das Vereinsheft „Bergblick“ zusammen. Für den Mai organisiert er eine Fahrt nach Oberhausen – eine Ausstellung im Gasometer zum Thema „Wald“. Häufiger gibt es Wanderungen in der Region – vom Mauseloch nach Solitüde, in die Fröruper Berge oder rund um den Westensee. Manchmal geht es auch wesentlich weiter. Im nordafrikanischen Atlasgebirge musste der 4100 Meter hohe Jbel Toubkal gemeistert werden. „Die Luft wird oben immer dünner“, berichtet Joachim Pohl. „Man kommt schwer atmend auf dem Gipfel an und blickt dann auf viele weitere Berge und eine große Wüste.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85845" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Bodenständiger sind seine Radtouren. Aber nicht weniger ambitioniert. An der jährlichen „Schokofahrt“, bei der Schokolade von Amsterdam nach Flensburg per Lastenrad transportiert wird, nahm er 2024 teil. Die Schokolade ist im Flensburger Rumkontor an der Norderstraße erhältlich. Mit zwei Freunden ist er seit 1997 jeden Sommer für eine Woche auf zwei Rädern unterwegs. Ganz Dänemark, viele Ecken von Deutschland und Teile der Niederlande und Frankreich haben sie schon erkundet. Einmal ging es sogar über die Alpen nach Bozen. Das nächste Mal soll es von Freiburg aus am Neckar entlang bis nach Mannheim gehen. Zurück in Flensburg wartet dann wieder ein anderes der spannenden Projekte, die Joachim Pohl mit Herzblut begleitet.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Fotos: Kirschner, privat   </em></p>
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		<title>Günther Klein – Flensburg stets im Herzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 23:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Straßen und Stadtteile]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir treffen uns zum vereinbarten Gespräch vor den Räumlichkeiten der Segler-Vereinigung Flensburg in Fahrens­odde an der Flensburger Förde. Da das Vereinslokal „Fördeblick“ morgens um 10 Uhr noch geschlossen hat, wechseln wir kurzerhand zum Schnacken auf die vereinseigene Segeljacht mit dem bezeichnenden Namen „Flens“. „Ich bin überzeugter Flensburg-Heimkehrer“, versichert mir mein Gegenüber, der gebürtige „Flensburger Jung“ [&#8230;]</p>
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<p>Wir treffen uns zum vereinbarten Gespräch vor den Räumlichkeiten der Segler-Vereinigung Flensburg in Fahrens­odde an der Flensburger Förde. Da das Vereinslokal „Fördeblick“ morgens um 10 Uhr noch geschlossen hat, wechseln wir kurzerhand zum Schnacken auf die vereinseigene Segeljacht mit dem bezeichnenden Namen „Flens“. „Ich bin überzeugter Flensburg-Heimkehrer“, versichert mir mein Gegenüber, der gebürtige „Flensburger Jung“ Günther Klein. Der hat von einem höchst bemerkenswerten Lebenslauf zu erzählen, und nach kurzer Begrüßungsphase, nachdem wir es uns in der Kajüte der „Flens“ gemütlich gemacht haben, gehen wir auch schon in „medias res“.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_025-683x1024.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85644" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_025-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_025-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_025-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_025-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_025-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_025.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Eine schöne Kindheit und Jugend auf der Westlichen Höhe</h2>



<p>„Ich bin eine geborene Waage, bin am 28. September 1956 in Flensburg geboren. Wir wohnten im damals ersten „echten“ Hochhaus Flensburgs, in der Mathildenstraße 22“, erinnert sich Günther noch genau an seine ersten Lebensjahre. Das Gebäude, einen gelben, 10-stöckigen Ziegelbau, gibt es längst nicht mehr, dort befindet sich heute das AWO-Servicehaus Friesischer Berg. „Unser Hochhaus war weithin sichtbar, eine Art Leuchtturm auf dem Friesischen Berg. Eine große, muntere Kinderschar, heute nennt man sie „die Boomer“, war seinerzeit dort zuhause. Fröhlich bespielte man das Umfeld, besonders gerne die großzügige Rasenfläche rund um das Hochhaus – bis der Hausmeister dem regen Treiben auf seinem kostbaren Rasen immer mal wieder ein lautstarkes Ende setzte.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="715" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Flensburg-Unser-Hochhaus-715x1024.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85656" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Flensburg-Unser-Hochhaus-715x1024.jpg 715w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Flensburg-Unser-Hochhaus-209x300.jpg 209w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Flensburg-Unser-Hochhaus-768x1100.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Flensburg-Unser-Hochhaus-293x420.jpg 293w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Flensburg-Unser-Hochhaus-696x997.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Flensburg-Unser-Hochhaus.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 715px) 100vw, 715px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Hochhaus in der Mathildenstraße</figcaption></figure></div>


<p>Meine Eltern waren sehr liebevoll und fürsorglich zu uns beiden Söhnen – ich habe noch einen älteren Bruder, Robert. Der Altersunterschied von zweieinhalb Jahren war ideal: Einerseits hat er als der Ältere immer ein bisschen auf mich aufgepasst, andererseits konnte ich ihn auch gelegentlich erfolgreich ärgern, denn ich war der frechere und immer ein bisschen schneller als er.</p>



<p>Unser Vater Christian arbeitete als Steuerrat im Finanzamt, ging täglich zu Fuß zum Dienst, kam pünktlich mittags zum Essen nach Hause, legte sich dann eine halbe Stunde aufs Sofa, bevor er wieder zurück ins Amt marschierte – eine entspannte Routine, die typisch war für ein ausgeglichenes Familienleben der 60er Jahre. Unsere Mutter „Irmi“ war sowohl Hausfrau und Mutter als auch wochenweise als Buchhalterin bei der Firma Friedrich Warnke Eisen- und Sanitärhandel beschäftigt. Heute ist die Firma sogar noch überregional in Erinnerung durch die erfolgreichen „Werner-Comics“ des Zeichners Brösel. Unsere jährlichen Familienurlaube verbrachten wir gerne im dänischen Skallerup, in der Nähe von Hirtshals, an der Nordsee, die normalen Wochenenden dagegen sehr häufig in Vemmingbund, der Bucht unterhalb der geschichtsträchtigen Düppeler Schanzen, direkt gegenüber dem dänischen Sonderburg.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="937" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Vater-und-Bruder-in-Vemmingbund.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85664" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Vater-und-Bruder-in-Vemmingbund.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Vater-und-Bruder-in-Vemmingbund-256x300.jpg 256w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Vater-und-Bruder-in-Vemmingbund-768x900.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Vater-und-Bruder-in-Vemmingbund-359x420.jpg 359w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Vater-und-Bruder-in-Vemmingbund-696x815.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Vater und Bruder in Vemmingbund</figcaption></figure></div>


<p>Günther wurde in die Nikolaischule auf dem Museumsberg eingeschult (heute das Hans-Christiansen-Haus) und wechselte dann nach vier Jahren aufs Gymnasium. Kurz vor dem Schulwechsel aufs ehrwürdige Gymnasium bekam er schon im zarten Alter von zehn Jahren eine gebrauchte 8-mm-Filmkamera geschenkt. Denn das war sein sehnsüchtiger, damals durchaus ungewöhnlicher Weihnachtswunsch, den die Eltern ihm aber nach intensiver Suche in Hamburger Fotogeschäften tatsächlich erfüllten.</p>



<p>Das Filmemachen wurde nun sehr schnell zu seiner Passion, die ihn durch sein späteres Leben begleiten sollte. Und auch die Eltern und der Bruder bereuten den Kauf nicht, der für Günthers Lebensweg so entscheidend war. Auch wenn sie von nun an regelmäßig als „filmisches Hilfspersonal“ herhalten mussten.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="684" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Als-14-jaehriger-mit-Kamera-in-Daenemark-684x1024.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85647" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Als-14-jaehriger-mit-Kamera-in-Daenemark-684x1024.jpg 684w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Als-14-jaehriger-mit-Kamera-in-Daenemark-201x300.jpg 201w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Als-14-jaehriger-mit-Kamera-in-Daenemark-768x1149.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Als-14-jaehriger-mit-Kamera-in-Daenemark-281x420.jpg 281w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Als-14-jaehriger-mit-Kamera-in-Daenemark-696x1041.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Als-14-jaehriger-mit-Kamera-in-Daenemark.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 684px) 100vw, 684px" /><figcaption class="wp-element-caption">Als 14-jähriger mit Kamera in Dänemark</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Das sportliche Hobby Segeln</h2>



<p>Günthers Vater war schon seit seinen Jugendjahren begeisterter Wassersportler und Mitglied im SVF, der Segler-Vereinigung Flensburg, die damals noch am Ballastkai lokalisiert war. Er war – nicht zuletzt wegen seines beruflichen Hintergrunds – jahrzehntelang im Vereinsvorstand als geschätzter Kassenwart aktiv. „Bi Krischan, dor währ immer allens schier“, erinnern noch heute alteingesessene Vereinsmitglieder. Und so hört es gelegentlich noch Günther, der die Liebe zum Wassersport schon als kleiner Steppke geerbt hat, zunächst als Kapitän eines hübschen, knallroten Gummiboots. „Noch mit über 95 besuchte Vater regelmäßig „seinen“ Verein. Ich führe jetzt die Tradition weiter und bin im Verein aktiv, aktuell als Bootspate der „Flens“. Dazu später mehr …</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="633" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/1969-Die-Quarta-des-Alten-Gyms.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85642" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/1969-Die-Quarta-des-Alten-Gyms.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/1969-Die-Quarta-des-Alten-Gyms-300x237.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/1969-Die-Quarta-des-Alten-Gyms-768x608.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/1969-Die-Quarta-des-Alten-Gyms-531x420.jpg 531w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/1969-Die-Quarta-des-Alten-Gyms-696x551.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">1969 Die Quarta des Alten Gyms</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Als Gymnasiast mit der Kamera unterwegs</h2>



<p>„Die Schuljahre am „Alten Gym“ waren kein Zuckerschlecken für uns Schüler. Wir wurden von den Lehrern auf hohem Niveau gefordert, insbesondere im altsprachlichen Zweig, dem ich angehörte. Der hatte es mit dem Büffeln von lateinischer Grammatik und Alt-Griechisch durchaus in sich.“</p>



<p>Alt-Griechisch, die Sprache der bedeutenden frühen Philosophen des Abendlands, gilt als noch schwerer zu erlernen als Latein, das ebenfalls eine prägende Rolle in der Entwicklung der europäischen Kultur spielte. Der Unterricht in den alten Sprachen vermittelte aber nicht nur Sprachkenntnisse, sondern auch Einblicke in die Philosophie und die Geschichte der Antike. „Das hat mich schon früh geprägt, ohne dass es mir damals wirklich bewusst wurde. Damals war ich von der Lernerei eher genervt, vor allem vom Vokabel-Pauken“, erinnert sich mein Gesprächspartner lächelnd. „Doch die Schulzeit wurde uns durch mehrere Klassenfahrten in den jeweiligen Altersstufen Unter-, Mittel- und Oberstufe versüßt, auf denen ich stets mit meiner Kamera die Reisen filmisch dokumentierte – anfangs noch mit der alten, federwerksbetriebenen Normal8-Kamera, später auf „Super8“, und dann sogar mit Ton!“ </p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="709" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Der-Hobie-16-wird-klargemacht.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85651" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Der-Hobie-16-wird-klargemacht.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Der-Hobie-16-wird-klargemacht-300x266.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Der-Hobie-16-wird-klargemacht-768x681.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Der-Hobie-16-wird-klargemacht-474x420.jpg 474w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Der-Hobie-16-wird-klargemacht-696x617.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Hobie 16 wird klargemacht</figcaption></figure></div>


<p>Im Jahr 1975 bestand Günther das Abitur – das Ende September 2025 anstehende 50jährige „Abi-Jubiläum“ organisierten er und ein paar ehemalige Flensburger Mitschüler in einem hiesigen Restaurant. „War schon sehr interessant zu sehen, was 50 vergangene Jahre so anrichten. Ich war froh und glücklich, die einstigen Mitschüler wiederzusehen. Trotz äußerlicher Veränderungen kamen wir sofort wieder in gute Gespräche und schwelgten natürlich in Erinnerungen an die damaligen Pennäler-Zeiten!“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Studienjahre</h2>



<p>Noch zu Schulzeiten hatte Günther am „Alten Gym“ einen Filmclub ins Leben gerufen, hatte selbst schon Anfang 1972 mit viel Engagement den Dreh eines Dokumentarfilms über den „Salondampfer Alexandra“ begonnen. „Das wurde dann aber am Ende weniger eine Dokumentation als vielmehr ein „Experimentalfilm“, lächelt Günther. „Rasant und wild-geschnitten nach dynamischer Musik, dem Klavierkonzert in F-Dur von George Gershwin. Sozusagen ein früher Videoclip. Und eine echte Initialzündung für meine weitere Entwicklung.“ So war sein Werdegang früh vorgezeichnet: Er wollte beruflich nach erfolgtem Abitur unbedingt Filmregisseur werden.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="564" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-grosser-Tauchfahrt-rechts-Arved-Fuchs.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85649" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-grosser-Tauchfahrt-rechts-Arved-Fuchs.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-grosser-Tauchfahrt-rechts-Arved-Fuchs-300x212.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-grosser-Tauchfahrt-rechts-Arved-Fuchs-768x541.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-grosser-Tauchfahrt-rechts-Arved-Fuchs-596x420.jpg 596w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-grosser-Tauchfahrt-rechts-Arved-Fuchs-696x491.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-grosser-Tauchfahrt-rechts-Arved-Fuchs-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf großer Tauchfahrt, rechts Arved Fuchs</figcaption></figure></div>


<p>Allerdings bremste ihn noch vor dem Schulabschluss ein schwerer Unfall aus. In der Straße „Schützenkuhle“ war er als Beifahrer auf einem Kraftrad unterwegs, als am Rosenmontag 1972 der betrunkene Fahrer eines entgegenkommenden Wagens die Kontrolle über sein Gefährt verlor und Günther mitsamt seines Freundes Stefan Koch durch die Luft schleuderte. „Ich erlitt einen komplizierten, mehrfachen Oberschenkelbruch sowie üble Kopfverletzungen – der Helm verhinderte zu meinem Glück Schlimmstes. Immerhin benötigte ich etwa zwei anstrengende Jahre, um die Unfallfolgen zu überwinden. In jenen Jahren lernte ich das Spazierengehen zu schätzen, dankbar, es überhaupt wieder zu können.“</p>



<p>Gleich nach dem Abitur bewarb sich Günther an der Filmhochschule in München, damals noch mit Gehstock. „Ich wurde nach München eingeladen und mein eingereichter Bewerbungsfilm, jener „Experimentalfilm“ über die Alexandra, fand erstaunlich viel Beifall. Aufgrund meiner erst 18 Jahre wurde mir aber empfohlen vor der zugesagten Aufnahme in die Filmhochschule noch ein bis zwei Jahre „zu hospitieren“. Nun, aufgrund meiner schulischen Neigung zu Geisteswissenschaften und Kunst begann ich gleich „nebenan“, an der Ludwig-Maximilian-Universität, Vorlesungen in Evangelischer Theologie, Kunstgeschichte, und Theaterwissenschaft zu belegen.“</p>



<p>Und Günther findet Geschmack an dem facettenreichen Hochschulstudium. Und an dem studentischen Betrieb in einer netten WG, die eine 85-jährige, ehemalige Opernsängerin in ihrer großen Etagenwohnung in der Prinzregentenstraße eingerichtet hat. „Für ein Jahr wechselte ich sogar zwischenzeitlich nach Wien, um mein kunstgeschichtliches Wissen zu vertiefen. Mitte der 70er und Anfang der 80er Jahre war die Situation unter den Studenten ja völlig anders als heute: Wir haben uns kaum gefragt, wo und wie wir später einmal unser Geld verdienen sollten. Uns bewegten vielmehr „die großen Fragen des Lebens“, über die wir in endlosen Diskussionen kreisten. Meistens bei gutem Bier in München und süffigem Wein in Wien. Eine wirklich schöne, sehr freiheitliche Zeit war das, ohne allzu großen Druck. Das war wahrscheinlich die beste Epoche für Studenten in den letzten hundert Jahren“, ist sich Günther ziemlich sicher.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="571" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Chruschtschow-junior.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85660" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Chruschtschow-junior.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Chruschtschow-junior-300x214.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Chruschtschow-junior-768x548.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Chruschtschow-junior-588x420.jpg 588w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Chruschtschow-junior-696x497.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Chruschtschow-junior-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Chruschtschow junior</figcaption></figure></div>


<p>Nach dem abgeschlossenen Theologiestudium belegte er in Mainz schließlich noch als drittes Studium den Aufbaustudiengang „Journalistik“ „Da wurde wieder meine alte Leidenschaft für den Dokumentarfilm lebendig“, resümiert Günther. „Ich sah mich immer noch als Filmemacher – und eigentlich nicht als Pfarrer.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sein Start ins Leben als Filmemacher</h2>



<p>Im Zuge der empfohlenen Hospitanz kam noch zu Münchner Zeiten ein ganz anderer, fruchtbarer Kontakt zustande. „Ich habe gelegentlich für den Bayerischen Rundfunk kleine Filmchen gemacht, auch der täglichen Brötchen wegen. Kurze Einspieler für die „Abendschau“, die allabendlich im „Dritten“ lief. Die Redaktion war ganz zufrieden mit meinen bescheidenen Werken. Und auch mit mir, diesem in Bayernland etwas fremd anmutenden, norddeutschen Theologiestudenten, der aber offenbar etwas vom Filmen verstand und mit Kameraleuten, Cuttern und Redakteuren ganz gut zurecht kam.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="524" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Ausschiffung-vor-Kap-Hoorn.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85650" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Ausschiffung-vor-Kap-Hoorn.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Ausschiffung-vor-Kap-Hoorn-300x197.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Ausschiffung-vor-Kap-Hoorn-768x503.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Ausschiffung-vor-Kap-Hoorn-641x420.jpg 641w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Ausschiffung-vor-Kap-Hoorn-696x456.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Ausschiffung-vor-Kap-Hoorn-741x486.jpg 741w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ausschiffung vor Kap Hoorn</figcaption></figure></div>


<p>Mein zweites „nebenberufliches“ Standbein hatte mit alldem jedoch weniger zu tun: Ich hatte inzwischen den Führerschein der Klasse 2 bestanden, fuhr für eine Münchner Baufirma immer mal wieder Betonmischer und war so auch am Bau von mehreren Münchener U-Bahnstationen beteiligt. Es machte jedenfalls immer Eindruck, wenn ich gelegentlich zum Frühstück bei Freunden und vor allem Freundinnen mit dem Betonmischer vorfuhr. Und dann habe ich auch noch bei den Museumslichtspielen beim Deutschen Museum als Filmvorführer gejobbt, denn Filme-SEHEN war ja auch meine große Leidenschaft“, schildert Günther seine sehr umtriebige Studentenzeit in der bayrischen Metropole.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Goethe-Film-Hoppe-und-Weisbach.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85657" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Goethe-Film-Hoppe-und-Weisbach.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Goethe-Film-Hoppe-und-Weisbach-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Goethe-Film-Hoppe-und-Weisbach-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Goethe-Film-Hoppe-und-Weisbach-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Goethe-Film-Hoppe-und-Weisbach-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Goethe-Film-Hoppe-und-Weisbach-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Goethe-Film-Hoppe-und-Weisbach-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Goethe-Film Hoppe und Weisbach</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Jahre in Mainz</h2>



<p>Nach dem erfolgreich abgeschlossenen Journalistik-Studium fand er eine erste Anstellung beim Südwestfunk-Fernsehen in Mainz. Bis 1990 war er dort als Redakteur, Autor und Regisseur tätig und durfte in dieser Zeit neben zahlreichen Kurzbeiträgen acht große Dokumentationen realisieren. Darunter den prämierten Film über jüdisches Leben im „Haus Mainz, Haifa“, die Zukunftsfiktion „Deutschland in 30 Jahren“ oder das historische Märchen „Der Hauptmann von Luxemburg“. Für sein kleines Fernsehspiel „Eifel“ gab es 1988 sogar eine Auszeichnung als „program of the year“ des Europäischen Filmpreises. Außerdem war er federführend für das Kirchenressort des SWF Mainz zuständig.</p>



<p>Mit Genehmigung seines Chefredakteurs konnte er für das ZDF zahlreiche 30-minütige Dokumentarfilme in der Reihe „Reisebilder aus der DDR“ realisieren, eine der ersten Reihen des bundesdeutschen Fernsehens, die in nicht immer konfliktfreier Kooperation mit der DEFA in Ostberlin entstanden. „Es waren Dreharbeiten, die sehr viel Fingerspitzengefühl erforderten“, erinnert sich Günther, damals gerade Anfang 30 und zunächst unvertraut mit dem Land, dessen System ihm absurd-fremd erschien. „Die Dokumentationen sollten das gemeinsame kulturelle Erbe und das Verbindende beider deutscher Staaten aufzeigen, ganz im Sinne von Willy Brandts Ost-Politik des erhofften „Wandels durch Annäherung“. Sozusagen geschichtliche Dokumentationen mit diplomatischem Anspruch.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreh-am-Nordpol.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85652" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreh-am-Nordpol.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreh-am-Nordpol-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreh-am-Nordpol-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreh-am-Nordpol-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreh-am-Nordpol-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreh-am-Nordpol-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreh-am-Nordpol-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dreh am Nordpol</figcaption></figure></div>


<p>Ein paar Jahre später, nach der Wende, realisierte Günther dann noch einen Dreiteiler über die „Politische Justiz in der DDR“. „Da habe ich dann noch die ganze Tragik dieses Unrechtsstaates in der direkten Begegnung mit Opfern und Tätern nacherleben können, oft emotional belastend.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umzug und beruflicher Wechsel nach Wiesbaden</h2>



<p>Im Jahr 1991 wechselte Günther Klein als Redaktionsleiter, verantwortlicher Produzent und Filmemacher zur IFAGE/Tellux-Filmproduktion in Wiesbaden. Unter seiner redaktionellen Leitung entstanden dort nicht nur ambitionierte Fernsehspiele und Spielserien („Schwarz greift ein“), populäre Magazinsendungen (ZDF-Gartenmagazin „Grün und Bunt“) und anspruchsvolle Doku-Reihen für die dritten ARD-Programme („Menschen, Länder, Abenteuer“, „Schätze der Welt“), sondern auch innovative internationale Doku-Dramen. Gemeinsam mit ZDF-Redakteuren entwickelte er für das Hauptprogramm am Sonntagabend ein „Bildungsprogramm“, das bis heute unter dem Label „Terra-X“ ein großes Publikum findet. Des Weiteren entstanden in jenen immerhin 16 Jahren in Wiesbaden zahlreiche Prime-Time-Produktionen, die auch international erfolgreich waren, wie etwa die vielbeachtete 13-teilige ARD-Millenniums-Reihe „2000 Jahre – Die ganze Geschichte des Christentums“, die 2001 mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde, oder die 21-teilige ZDF-Reihe „Imperium – Aufstieg und Fall großer Reiche“ mit dem renommierten Schauspieler Maximilian Schell.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="781" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreharbeiten-auf-polaren-Eisschollen-781x1024.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85653" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreharbeiten-auf-polaren-Eisschollen-781x1024.jpg 781w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreharbeiten-auf-polaren-Eisschollen-229x300.jpg 229w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreharbeiten-auf-polaren-Eisschollen-768x1007.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreharbeiten-auf-polaren-Eisschollen-320x420.jpg 320w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreharbeiten-auf-polaren-Eisschollen-696x913.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Dreharbeiten-auf-polaren-Eisschollen.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 781px) 100vw, 781px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dreharbeiten auf polaren Eisschollen</figcaption></figure></div>


<p>In Wiesbaden wurde Günther auch privat heimisch, fand dort eine großzügige Altbauwohnung, die er nach und nach zu seinem Refugium ausbaute und im Laufe seiner beruflichen Karriere mit vielen Mitbringseln und Erinnerungsstücken ausstaffierte. „Mein Zuhause in Wiesbaden ist mittlerweile regelrecht zu einem Museum geworden. Deshalb ist es fast unmöglich, den dortigen Wohnsitz völlig aufzugeben“, stellt Günther klar, jedoch mit leichtem Augenzwinkern. „Allerdings ist auch das kulturelle Angebot in Wiesbaden mit seinem „Vorort“ Frankfurt natürlich sehr beeindruckend. Da kann Flensburg nicht so ganz mithalten“, resümiert mein Gegenüber, „auch wenn Flensburg seinen ganz eigenen, Seeluft-duftenden Charme ausstrahlt, der wiederum jeden großstädtischen „Binnenländer“ neidisch machen könnte. Der Rhein kann es jedenfalls nicht mit unserer schönen Ostsee aufnehmen“, ist Günther überzeugt. „Allerdings feiert man südlich von Flensburg auch ganz außergewöhnliche Feste, die ein echtes Nordlicht regelrecht erschüttern können, zum Beispiel die „Fassenacht“: ein&nbsp; lustiger, aber auch strenger Brauch, dem sich auch die Zugereisten nicht entziehen dürfen, wenn sie im Rheinland überleben wollen!“, schmunzelt Günther.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="565" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Maximilian-Schell-und-Kameramann.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85662" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Maximilian-Schell-und-Kameramann.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Maximilian-Schell-und-Kameramann-300x212.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Maximilian-Schell-und-Kameramann-768x542.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Maximilian-Schell-und-Kameramann-595x420.jpg 595w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Maximilian-Schell-und-Kameramann-696x492.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Maximilian-Schell-und-Kameramann-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Maximilian Schell und Kameramann</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Zusammenarbeit mit Arved Fuchs</h2>



<p>Ziemlich gegen Ende des vorherigen Jahrtausends entstand eine gedeihliche Zusammenarbeit mit Arved Fuchs, dem bekannten deutschen Polarforscher, Abenteurer und Buchautor. Im Zuge seiner Expedition „Arctic Passages“ im Jahr 1998 wurde ein Heißluftballon nach Spitzbergen geschafft und am historischen Ort der Aufstieg gewagt. „Der eiskalte Traum“ hieß der Film von Günther, mit dem in der ZDF-Reihe „Höllenfahrten“ dem tragischen Schicksal der Nordpol-Ballonfahrt von Salomon August Andrée genau hundert Jahre zuvor ein filmisches Denkmal gesetzt wurde. „Es war keineswegs ungefährlich, am Originalschauplatz auf schwankenden Eisschollen die Spielszenen zu drehen. Für die rumänischen Schauspieler, die in historischen Kostümen über das Eis rutschten, war es ihre erste Auslandsreise überhaupt!“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="689" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Vor-Rhodos-zu-Dreharbeiten-689x1024.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85667" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Vor-Rhodos-zu-Dreharbeiten-689x1024.jpg 689w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Vor-Rhodos-zu-Dreharbeiten-202x300.jpg 202w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Vor-Rhodos-zu-Dreharbeiten-768x1141.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Vor-Rhodos-zu-Dreharbeiten-283x420.jpg 283w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Vor-Rhodos-zu-Dreharbeiten-696x1034.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Vor-Rhodos-zu-Dreharbeiten.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 689px) 100vw, 689px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vor Rhodos zu Dreharbeiten</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der Autor und Hochschuldozent</h2>



<p>Im September 2006 verließ Günther Klein die Ifage/Tellux-Gruppe, um neben seiner nun freieren Filmarbeit auch in der Lehre tätig zu werden. Er unterrichtete an der Hochschule Rhein-Main (Wiesbaden), gab dort sein Fachwissen weiter. Er vertrat die Professur „Film“ im Studiengang Kommunikationsdesign und war zudem Mentor der „Masterclass Non-Fiction“ an der Internationalen Filmschule Köln (IFS Köln). „Schnell habe ich Gefallen an der Lehre im Hochschulbetrieb gefunden. Es hat mir sehr gefallen, mein Wissen weitergeben zu dürfen, aber auch meine Ratschläge und meine bescheidenen Lebenserfahrungen. Manchmal sind die ja wichtiger als das Fachwissen. Gelegentlich kommt da neben dem Dokumentarfilmer dann aber auch der Pfarrer wieder durch, befürchte ich.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="730" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/SWF-Wolkenaufnahme-zu-Eifel-Europ.-Filmpreis.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85666" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/SWF-Wolkenaufnahme-zu-Eifel-Europ.-Filmpreis.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/SWF-Wolkenaufnahme-zu-Eifel-Europ.-Filmpreis-300x274.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/SWF-Wolkenaufnahme-zu-Eifel-Europ.-Filmpreis-768x701.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/SWF-Wolkenaufnahme-zu-Eifel-Europ.-Filmpreis-460x420.jpg 460w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/SWF-Wolkenaufnahme-zu-Eifel-Europ.-Filmpreis-696x635.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">SWF Wolkenaufnahme zu ‚Eifel‘ (Europ. Filmpreis)</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Als freischaffender Künstler sehr umtriebig</h2>



<p>Als freischaffender Produzent und Filmemacher realisierte Günther nach 2006 noch drei große Geschichtsdramen für das ZDF, in denen die Schauspieler Ben Becker, Dietmar Schönherr und Rolf Hoppe die Rollen von Martin Luther, Sigmund Freud und Johann Wolfgang von Goethe verkörperten. „Das war ein langgehegter Wunsch von mir, gerade auch die Arbeit mit Dietmar Schönherr in seinem letzten Film. Und ich wollte einmal so richtig das Dokumentarische mit dem Fiktionalen verschmelzen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="766" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Portraitaufnahme-2009-766x1024.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85665" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Portraitaufnahme-2009-766x1024.jpg 766w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Portraitaufnahme-2009-224x300.jpg 224w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Portraitaufnahme-2009-768x1027.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Portraitaufnahme-2009-314x420.jpg 314w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Portraitaufnahme-2009-696x931.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Portraitaufnahme-2009.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 766px) 100vw, 766px" /><figcaption class="wp-element-caption">Portraitaufnahme, 2009</figcaption></figure></div>


<p>So entstand eine neue Form der biografischen Erzählung, später dann „Biopics“ genannt – eine neue Fernsehform. Ein Jahr später, im Zeitraum 2008/2009, erarbeitete Günther eine 6-teilige ZDF-Weltgeschichte mit dem Präsentator Hape Kerkeling unter dem Titel „Historia Mundi“. Es handelt sich um&nbsp; einen lockeren Gesamtabriss der Weltgeschichte. „Weltgeschichte mit Lächeln und Augenzwinkern“, nennt es Günther. Ab Ende 2009 arbeitete er zusammen mit Maximilian Schell an ihrem halbfiktiven, halbbiografischen Spielfilm „Hamlet reloaded“.</p>



<p>&nbsp;„Ich liebe das Zusammenspiel von Musik und Film. So hatte ich es ja schon ganz zu Anfang beim Alexandra-Film versucht. Und das war auch meine Absicht, als ich mich mit dem russischen Konzertpianisten Lev Vinocour zusammentat, um für ZDF-Arte 2011 einen einstündigen Film über den Komponisten Franz Liszt zu realisieren, anlässlich dessen 200. Geburtstags.“ Danach entstanden noch zwei weitere Filme in musikalischem Stil: „Luthers Lieder“ und „Die 3Groschenoper“. Für eine weitere Dreier-Staffel „Imperium“, die im Juni 2011 ausgestrahlt wurde, inszenierte Günther die Spielszenen in Rumänien, der Karibik und den USA („Piraten“, „Ritter“ und „Indianer“). In den Folgejahren von 2013 bis ins Jahr 2021 entstanden weitere, sehr unterschiedliche Programme wie „Die Geschichte der Schönheit“ mit Senta Berger, die „Bodenseegeschichten“, „Wettstreit der Kathedralen“ und „Portrait-Malerinnen“.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Filmen – für ihn eine Berufung</h2>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="527" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Mutter-im-Daenemarkurlaub.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85663" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Mutter-im-Daenemarkurlaub.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Mutter-im-Daenemarkurlaub-300x198.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Mutter-im-Daenemarkurlaub-768x506.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Mutter-im-Daenemarkurlaub-638x420.jpg 638w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Mutter-im-Daenemarkurlaub-696x458.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Mutter im Dänemarkurlaub</figcaption></figure></div>


<p>Das berufliche Leben als Filmemacher hat Günther Kleins Leben geprägt. „Ich habe mich dabei gelegentlich wie ein finanziell gut abgesicherter Student gefühlt. Es passierte ja immer etwas Neues, und ich konnte immer wieder Neues lernen. Das war ein großes Privileg. Die Arbeit war niemals eintönig, nicht immer vorhersehbar. Oft war Improvisationsgeschick gefordert, gelegentlich auch Bewältigung von kleineren und größeren Gefahren. In vielen Regionen der Welt ist ja allein die Bewältigung des Alltags für die Menschen mühselig oder sogar lebensbedrohlich. Neben politischer Unsicherheit, Kriminalität und furchtbarer Armut grassieren vielerorts Krankheiten, denen oft nur mangelnde Gesundheitsfürsorge gegenübersteht. Diese Lebensumstände haben oft die Arbeit in der Fremde zusätzlich erschwert, auch mental belastet. Ohne einheimische Guides und die oft verblüffende Freundlichkeit fremder Menschen ging vieles gar nicht“, erzählt Günther von seinen Auslandserfahrungen. Sehr oft war Rumänien Drehort für die Spielteile der Dokumentationen. Es gibt in Bukarest noch eine alte, funktionierende Spielfilmkultur mit einem großen Kostümfundus, besonders für historische Sujets. „Und oft, wenn ich von besonders kargen Drehorten zurückkam, staunte ich wieder über den Reichtum und die Wohlfahrt Deutschlands, über unser schönes Land, in dem es ganz selbstverständlich ist, dass man wirklich in jedem Supermarkt, selbst im kleinsten Dorf, zu jeder Zeit alles findet, was ein Mensch zum Leben braucht.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="556" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Guenthers-Stolz-ist-sein-Eigenbau.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85658" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Guenthers-Stolz-ist-sein-Eigenbau.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Guenthers-Stolz-ist-sein-Eigenbau-300x209.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Guenthers-Stolz-ist-sein-Eigenbau-768x534.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Guenthers-Stolz-ist-sein-Eigenbau-604x420.jpg 604w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Guenthers-Stolz-ist-sein-Eigenbau-696x484.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Guenthers-Stolz-ist-sein-Eigenbau-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Günthers Stolz ist sein Eigenbau</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der überzeugte Flensburg-Heimkehrer</h2>



<p>Trotz seiner jahrzehntelangen „Flensburg-Abstinenz“ hat Günther Klein die Verbindung nach Flensburg immer gehalten. „Meine Eltern hatten beide das große Glück, in Frieden und bei guter Gesundheit alt werden zu dürfen. Mutter wurde immerhin 97, Vater wurde sogar 99 Jahre alt.“ Der Vater verstarb 2011, die Mutter im Jahre 2016. Bis zuletzt konnten sie zuhause in der eigenen Wohnung in der Marienallee wohnen und leben. Nicht zuletzt wegen der Eltern war Günther ein regelmäßiger Flensburg-Besucher.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="450" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Flens-unterwegs-am-30.8.25.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85661" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Flens-unterwegs-am-30.8.25.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Flens-unterwegs-am-30.8.25-300x169.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Flens-unterwegs-am-30.8.25-768x432.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Flens-unterwegs-am-30.8.25-747x420.jpg 747w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Mit-Flens-unterwegs-am-30.8.25-696x392.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit der „Flens“ unterwegs am 30.8.2025</figcaption></figure></div>


<p>Allmählich verschiebt sich sein Lebensmittelpunkt nun aber immer mehr von Wiesbaden in Richtung Flensburg. Aus dem Besucher wird langsam wieder ein Einheimischer. „Die Frage nach Heimat ist eine Frage der Emotion. Eine Frage des Herzschlags. Hier in Flensburg wohne ich nun in der einstigen Wohnung meiner Eltern in der Marienallee, zwischen Ochsenmarkt und Friesischer Straße. Alles sieht in den drei Zimmern eigentlich immer noch so aus wie damals, als hier noch Mutter lebte. In einer Welt, in der sich ständig alles verändert, ist es sehr schön, wenn es etwas gibt, das sich nicht ändert“, findet Günther. Und ganz in der Nachfolge seines Vaters, der ja „ewig“ Mitglied in der Segler-Vereinigung Flensburg war, tritt Günther in die Fußstapfen dieser Tradition ein, in die „Seglerheimat SVF“.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="601" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Fassenachtfeier-in-Wiesbaden.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85655" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Fassenachtfeier-in-Wiesbaden.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Fassenachtfeier-in-Wiesbaden-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Fassenachtfeier-in-Wiesbaden-768x577.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Fassenachtfeier-in-Wiesbaden-559x420.jpg 559w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Fassenachtfeier-in-Wiesbaden-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Fassenachtfeier-in-Wiesbaden-696x523.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Fassenachtfeier-in-Wiesbaden-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fassenachtfeier in Wiesbaden</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Segler-Vereinigung Flensburg (SVF)</h2>



<p>„Ja, auch der Verein gibt mir das Gefühl, wieder zuhause angekommen zu sein“, bestätigt mir der überzeugte „Heimkehrer“. Über 400 Mitglieder und eine große Jugendabteilung sorgen dafür, dass auf dem Vereinsgelände immer „was los“ ist. Günther ist angetan vom Einsatz vieler Mitglieder, die sich engagieren und sogar Segelkurse für Erwachsene und Jugendliche anbieten. Das Clubheim wird ebenfalls regelmäßig für gesellige Zusammenkünfte genutzt, die Lokalität „Fördeblick“ ist ein echtes Vorzeige-Restaurant mit tollem Blick auf den Yachthafen und die Flensburger Förde. Und noch ein besonderes Highlight bietet die Seglervereinigung Mitgliedern und solchen, die es werden wollen: Sie können auf Vereinsbooten trainieren oder Boote gegen kleine Gebühr mieten, von der sportlichen Jolle bis hin zum „bewohnbaren“ Tourenboot, wie eben der „Flens“, auf der wir jetzt auch noch nach zwei Stunden gemütlich plaudern.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_027.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85645" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_027.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_027-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_027-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_027-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251205_Guenther_Klein_027-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf der „Dagmar Aaen“ im Museumshafen, 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Sein Einsatz auf der „Alexandra“ als Käptn-Lehrling</h2>



<p>Neben seiner Vereinstätigkeit als Bootspate arbeitet Günther Klein noch an seinem neuen maritimen „Flensburg-Projekt“. Den Seeschifferschein und die nötigen Funklizenzen hat er schon, das heißt, er darf gewerblich auf Schiffen Personen befördern. Aber demnächst will er als verantwortlicher Kapitän auf der Brücke eines besonderen Traditionsschiffes stehen, eben jenes kohlebefeuerten „Salondampfers Alexandra“, dem er als Jugendlicher seinen „Experimentalfilm“ widmete. Dieser Film war es ja, der ihn nach München brachte und damit den weiteren Lebensweg bestimmte. „Aktuell fahre ich bei jeder Gelegenheit als „Käptn-Lehrling“ und übe den zärtlichen Umgang mit dieser empfindlichen, 118 Jahre alten Dame.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Alexandra-Kapitaens-Lehrling-Guenther-768x1024.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85646" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Alexandra-Kapitaens-Lehrling-Guenther-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Alexandra-Kapitaens-Lehrling-Guenther-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Alexandra-Kapitaens-Lehrling-Guenther-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Alexandra-Kapitaens-Lehrling-Guenther-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Alexandra-Kapitaens-Lehrling-Guenther.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kapitäns-Lehrling auf der Alexandra</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Seine „Liebste“ zieht mit</h2>



<p>Günther Kleins langjährige Freundin und Partnerin Elke, seine „Liebste“, ist durchaus angetan von Günthers Plänen, hat längst ihr Herz an Flensburg – und auch an die „Alexandra“ – verloren und kommt stets wieder gern mit ihm in seine alte Heimat zurück, die auch schon ein bisschen „die ihre“ geworden ist. „Sie bezeichnet sich als ursprüngliche „Rand-Berlinerin/Ost“, doch ist die Liebe zur See auf sie übergesprungen, spätestens nach einigen sausenden Katamaran-Jagden mit meinem alten Hobiecat 16 in der Vemmingbunder Bucht.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="772" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Elke-und-ich-beim-Vereinsboot-772x1024.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85654" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Elke-und-ich-beim-Vereinsboot-772x1024.jpg 772w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Elke-und-ich-beim-Vereinsboot-226x300.jpg 226w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Elke-und-ich-beim-Vereinsboot-768x1019.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Elke-und-ich-beim-Vereinsboot-317x420.jpg 317w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Elke-und-ich-beim-Vereinsboot-696x923.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Elke-und-ich-beim-Vereinsboot.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 772px) 100vw, 772px" /><figcaption class="wp-element-caption">Elke und Günther beim Vereinsboot</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Seine Sicht auf Flensburg</h2>



<p>Ziemlich zum Ende unseres Gesprächs kommen wir auf die aktuelle Situation in und um Flensburg zu sprechen. „Als jemand, der im Laufe seines Lebens viel gesehen und erlebt hat, empfinde ich meine Heimatstadt Flensburg als besonders schön. Wir leben hier in einer wirklich hübschen Stadt, nicht zu klein, nicht zu groß, deutsch, aber zugleich auch dänisch, eine Gegend, die viel Potential in sich birgt, die von der Natur begünstigt und landschaftlich reizvoll ist. Insbesondere die Förde, den Binnenhafen um die Hafenspitze herum, die Strände und Seglerhäfen sollten wir unbedingt pflegen und instand halten – das gilt übrigens auch für die Struktur unseres alten Stadtkerns, der viele Kriege und sogar die Stadtbild-Visionen der 60er und 70er Jahre einigermaßen schadlos überstanden hat. “</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="888" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-Flens-unterwegs-mit-Alexandra.jpg" alt="Günther Klein – Flensburg stets im Herzen" class="wp-image-85648" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-Flens-unterwegs-mit-Alexandra.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-Flens-unterwegs-mit-Alexandra-270x300.jpg 270w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-Flens-unterwegs-mit-Alexandra-768x852.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-Flens-unterwegs-mit-Alexandra-378x420.jpg 378w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/Auf-Flens-unterwegs-mit-Alexandra-696x773.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf der Förde unterwegs</figcaption></figure></div>


<p>„Nach meinem Gefühl sind wir aber gerade in dieser entscheidenden Zeit dabei, unser städtebauliches Potential aus dem Blick zu verlieren, gerade was die Zustände unserer Küsten und Fördebegrenzungen angeht. Die abgesackte Kaikante ist ein Paradebeispiel für den bedenklichen Trend zu zögerlicher Verschleppung. Denn dass die Wiederherstellung dieses – auch touristisch unabdingbaren – Herzstücks Flensburgs weitere sechs Jahre(!) dauern soll, ist auch mit noch so vielen Argumenten weder mir noch einem Flensburger Bürger wirklich plausibel zu machen. Jede Verzögerung führt hier zu allgemeinem Kopfschütteln und frustrierter Resignation &#8211; mit allen bedenklichen Folgen für die Stimmung in der Stadtgesellschaft.“</p>



<p>Das Flensburg Journal bedankt sich bei Günther Klein für ein sehr angenehmes und informatives Gespräch. Wir freuen uns darauf, in nicht allzu ferner Zukunft zu ihm an Bord der „Alexandra“ zuzusteigen und einige schöne Stunden auf dem Wasser unserer Förde verbringen zu dürfen!&nbsp;</p>



<p><em>Mit Günther Klein sprach Peter Feuerschütz<br>Fotos: Benjamin Nolte, privat  </em> </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/guenther-klein-flensburg-stets-im-herzen/">Günther Klein – Flensburg stets im Herzen</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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		<title>Leon Bossen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jan 2026 16:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
		<category><![CDATA[flensburg]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunalpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Leon Bossen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ortstermin im Flensburger Rathaus: Wenn man am Ratssaal vorbeischreitet, stößt man auf einen langen Gang. Eine große Bilder-Galerie der früheren Stadtrepräsentanten signalisiert, dass hier die Kommunalpolitik beheimatet ist. Die Stadtpräsidentin hat hier ihr Büro – und auch die Fraktionen. Man muss noch um eine Ecke gehen, dann ist man bei den „Grünen/Bündnis ´90“, die in [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/leon-bossen/">Leon Bossen</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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<p>Ortstermin im Flensburger Rathaus: Wenn man am Ratssaal vorbeischreitet, stößt man auf einen langen Gang. Eine große Bilder-Galerie der früheren Stadtrepräsentanten signalisiert, dass hier die Kommunalpolitik beheimatet ist. Die Stadtpräsidentin hat hier ihr Büro – und auch die Fraktionen. Man muss noch um eine Ecke gehen, dann ist man bei den „Grünen/Bündnis ´90“, die in Flensburg eine Fraktionsgemeinschaft mit der kleineren Partei „Volt“ pflegen. Tags zuvor war Fraktionssitzung. Es ging um den städtischen Haushalt und die anstehende Ratsversammlung. Einer von ihnen, nämlich Leon Bossen, nimmt jetzt erneut im Gesprächszimmer Platz. Umgeben von einigen Wahlplakaten stellt er sich einem Interview.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_1945-768x1024.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85609" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_1945-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_1945-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_1945-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_1945-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_1945.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure></div>


<p>Der junge Kommunalpolitiker ist ein waschechter Flensburger Kopf, denn er ist am 18. März 2001 in der Fördestadt geboren. Die ersten Kindheitserinnerungen sind auch mit der Rude, aber hauptsächlich mit Engelsby verbunden. Die Wohnblöcke im Trögelsbyer Weg entwickelten sich zum Orbit der Kindheit und Jugend. „Meine Eltern konnten mir nicht jeden Wunsch erfüllen, wir mussten immer auf das Geld achten“, verrät Leon Bossen. Seine Mutter ist Halbdänin und Verwaltungsfachangestellte. Sein Vater arbeitet als Koch und war zur Jahrtausendwende vor dem Kosovo-Krieg geflüchtet.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713-683x1024.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85617" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5713.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Leon Bossen und seine Mutter Sandra (bei „Huepåsættelse“, Abitur 2020, Duborg-Skolen)</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Dänische Schule und das erste ehrenamtliche Engagement</h2>



<p>Die Kindheit in Engelsby war von kurzen Wegen geprägt. Die Freunde wohnten alle in der Nähe, der Fußball flog beim IF Stjernen, und die Jörgensby-Skolen war sehr nah. Nach sechs Schuljahren eine Zäsur: Leon Bossen besuchte die Duborg-Skolen. Der Teenager hatte nun einen weiteren Schulweg. Er traf sich frühmorgens am Hafermarkt mit den Freunden und stieg mit ihnen in den Einsatzbus, der alle zur Schule auf der anderen Fördeseite brachte. Seine Vorliebe galt Wirtschaft, Politik, Deutsch, Dänisch oder Geographie. Die Naturwissenschaften entwickelten sich weniger zur Leidenschaft. Die Duborg-Skolen wurde damals umfangreich saniert, sodass zeitweise ganze Jahrgänge in die Schulgasse ausquartiert wurden. „Die Klassenzimmer waren zunächst nicht schön, der Unterricht lief noch mit Overhead-Projektor und Kreidetafeln“, erzählt Leon Bossen. „Schließlich war alles so richtig modern – mit Smartboard und allem Pipapo.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="800" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85605" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D-300x300.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D-150x150.jpg 150w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D-768x768.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D-420x420.jpg 420w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/6C7F9F5A-9ECB-47A0-B3FB-88E020C5812D-696x696.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Leon Bossen mit Kaja Claussen&#8230;</figcaption></figure></div>


<p>Mit 16 Jahren engagierte er sich erstmals ehrenamtlich. Sein Herz gehörte der Kleiderkammer am Bahnhof und der Initiative „Flensburg hilft grenzenlos“, die Flüchtlinge und andere Zielgruppen unterstützte. „Ich war jeden Dienstag und Donnerstag am Bahnhof – das war wie eine Familie“, schwärmt Leon Bossen noch immer. Allerdings wurde diese Einrichtung im März 2018 geschlossen. Wegen eines geplanten Fahrrad-Parkhauses hätte die Räumlichkeit halbiert und eine Brandschutzmauer eingezogen werden müssen. Der Verein, der ohnehin Schwierigkeiten hatte, finanzielle Mittel zu generieren, hätte sich mit einer größeren Summe beteiligen müssen. „Das war alles wirklich traurig – und die Räumlichkeit steht immer noch leer“, erzählt Leon Bossen. „Die damalige Schließung war also überhaupt nicht nötig gewesen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2209.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85612" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2209.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2209-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2209-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2209-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2209-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8230;und Lars Erik Bethge</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Anfänge in der Kommunalpolitik</h2>



<p>Er hatte sich sehr über die Kommunalpolitik geärgert und wollte es besser machen. Er verfolgte eine Sitzung bei den Linken, trat dann – noch nicht volljährig – Ende 2018 bei den Grünen ein. „Meine Mutter hat den Mitgliedsantrag unterschrieben“, schmunzelt er, um mit ernstem Ton zu ergänzen: „Die Grünen waren die einzige Partei, die sehr klar bei einigen Fragen war – zum Beispiel wurde intern nicht darüber gestritten, ob man solidarisch mit den Menschen in Not ist.“ Leon Bossen war sehr bald aktiv in der Grünen Jugend, die damals auf „nur drei bis vier Leute“ geschrumpft war. Vom Neuling stieg er zum Sprecher auf, war mit dem Organisationsaufbau beschäftigt, um Leben in die Nachwuchsgruppierung zu bringen. Er freute sich, dass sich nach zwei Jahren rund 30 junge Menschen beteiligten.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378-683x1024.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85618" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_6378.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mitte: Catharina Nies und Claus Ruhe Madsen; Foto: Lasse Naeve</figcaption></figure></div>


<p>Sein Tag hätte damals schon gerne mehr als 24 Stunden umfassen dürfen. Leon Bossen beschäftigte sich immer mehr mit der Politik, feilte an seinem Abitur und jobbte nebenher bei einem Grenzhandel in Harrislee – bis plötzlich die Grenze geschlossen wurde. Die Welt steckte mitten in der Corona-Pandemie. In einer Tankstelle am Friedenshügel ging es weiter. Im Juni 2020 hatte Leon Bossen das Abitur bestanden. Gerade war der erste Corona-Lockdown etwas gelockert worden. Der Abi-Ball musste dennoch ausfallen. Die Zeugnisvergabe war „auf Abstand“ möglich. Die legendären Mützen wurden auf der Schulterrasse verteilt. Die jungen Abiturienten waren zwei Wochen in Flensburg unterwegs und feierten. „Ich habe aber weder im Neptunbrunnen gebadet noch bin ich in den Hafen gesprungen“, verrät Leon Bossen. „Asche auf mein Haupt, aber dafür bin ich nicht der Typ.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_4734-768x1024.jpeg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85615" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_4734-768x1024.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_4734-225x300.jpeg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_4734-315x420.jpeg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_4734-696x928.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_4734.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Studienbeginn in Aarhus und Rückkehr nach Flensburg</h2>



<p>Der weitere Plan sah so aus: ein Germanistik-Studium in Aarhus. Der Flensburger richtete sich bereits in der jütländischen Stadt ein, als sich die Situation plötzlich änderte. „Zur Überraschung aller wurde nicht nur der Studiengang verkleinert, sondern auch ein hoher Numerus Clausus festgelegt, weil sich plötzlich deutlich mehr Menschen auf den Studiengang beworben hatten“, berichtet er. Spontan schrieb er sich für ein Lehramt ein. Der Studienbeginn paarte sich mit einem erneuten Corona-Lockdown. „Ich hatte mir alles etwas anders vorgestellt“, erzählt Leon Bossen. „Es war unter diesen Umständen sehr schwer, soziale Kontakte zu bekommen.“ Zu Weihnachten 2020 kehrte er zurück nach Flensburg und arbeitete erst einmal in der Paketausgabe bei der Hauptpost in der Bahnhofstraße. Interimsmäßig übernahm er die Geschäftsführung des Grünen-Kreisverbandes. Zudem kümmerte er sich beim Verein „Villekula“ um die Buchhaltung und einige Personalangelegenheiten.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5631-768x1024.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85616" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5631-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5631-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5631-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5631-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5631.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Leon Bossen mit Michael Otten und Stefan Seidler</figcaption></figure></div>


<p>Leon Bossen stieg in die Kommunalpolitik ein und wurde bürgerliches Mitglied im Ausschuss für Bürgerservice, Schutz und Ordnung. Parallel dazu amtierte er als Sprecher der Grünen Jugend und äußerte sich kritisch zum Hotelprojekt am Bahnhofswald. Anfang 2021 lähmten Ausgangssperren und ein jegliches Kontaktverbot das öffentliche Leben in Flensburg. „Und das bei 40.000 Single-Haushalten im Stadtgebiet“, erinnert sich Leon Bossen. „Die Grüne Jugend schrieb einen Brief an Oberbürgermeisterin Simone Lange und an den Ministerpräsidenten Daniel Günther, der sogar handschriftlich antwortete.“ Das Ergebnis: In die allgemeine Verfügung wurde für Single-Haushalte der Kontakt zu einer festen Kontaktperson zugelassen. Als nächstes förderte die Grüne Jugend die Gründung eines Kinder- und Jugendbeirats für Flensburg.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3443-768x1024.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85614" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3443-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3443-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3443-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3443-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_3443.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Leon Bossen mit Katja Claussen und Björn Ellenberg</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Wahlen auf Bundes- und Stadtebene</h2>



<p>Am 26. September 2021 wurde der Bundestag gewählt. Leon Bossen unterstützte den Wahlkampf des Direktkandidaten Robert Habeck vor allem im Social-Media-Auftritt. Nach der erfolgreichen Wahl stieg er als Mitarbeiter im Wahlkreisbüro ein. Er kümmerte sich um Bürger­anfragen, besuchte anstelle des oft in Berlin weilenden Ministers örtliche Veranstaltungen, bereitete Termine vor und moderierte Themen. Als Kreisvorstand hatte Leon Bossen einen direkten Draht zur Basis. Außerdem war er nun wieder Student. Zunächst hatte er sich in Kiel für Politik und Soziologie eingeschrieben, weil es in Flensburg nichts Vergleichbares gab. Ab 2022 wurde dann an der Europa-Universität ein sozialwissenschaftlicher Studiengang aufgebaut. Im Oktober wechselte Leon Bossen auf ein Fernstudium: Er hatte einfach zu viele Aufgaben, um an der Uni ausreichend Präsenz zeigen zu können.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2203.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85611" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2203.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2203-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2203-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2203-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2203-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Gespräch mit Rasmus Andresen</figcaption></figure></div>


<p>Gerade die Kommunalpolitik wurde ihm immer wichtiger. Bei der Kommunalwahl im Mai 2023 trat der junge Flensburger als einer von zwei Spitzenkandidaten der Grünen an. Mit Spannung verfolgte er am Wahltag in der Bürgerhalle das Eintreffen der Ergebnisse. Die Grünen erreichten stolze 23,6 Prozent. „Das kam sehr überraschend“, erzählt Leon Bossen. „Nach dem Heizungsgesetz waren wir bundesweit abgestürzt. Ich rechnete nur mit fünf oder sechs Sitzen, jetzt waren es zehn.“ Er selbst gewann auf dem Sandberg das Direktmandat und übernahm zusammen mit Katja Claussen die Fraktionsspitze.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85610" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_2143-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ratsversammlung und Tourismus</h2>



<p>Aufgrund der bei den Grünen praktizierten Trennung von Amt und Mandat gehörte der Twen nicht mehr dem Kreisvorstand an, war dafür nun fast jeden Tag im Rathaus. Der damals 22-Jährige saß als nun jüngstes Ratsmitglied weiterhin im angestammten Ausschuss für Bürgerservice und nun auch im Hauptausschuss. Über dieses Gremium werden zahlreiche Beteiligungen der Stadt kontrolliert und Aufsichtsräte besetzt. Leon Bossen fungiert bei der Tourismus-Agentur Flensburger Förde – kurz TAFF – als Aufsichtsratsvorsitzender. „Es bieten sich spannende Perspektiven aus grüner Sicht, Nachhaltigkeit und Wertschöpfung zu Vereinen“, betont der Kommunalpolitiker.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20230802TR014.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85607" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20230802TR014.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20230802TR014-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20230802TR014-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20230802TR014-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20230802TR014-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Tim Riediger

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<p>Mit seinem Amt pflegt er eine Zusammenarbeit mit TAFF-Geschäftsführer Gorm Casper. Es ist eine Strategie für die Jahre bis 2028 entstanden, die aufgrund der städtischen Haushaltslage auf Konsolidierung setzen muss und das Marketing der Region als Kernkompetenz begreift. Im stetigen Austausch kommt Leon Bossen mit etlichen Themen in Berührung: die Folgen der Sturmflut von 2023, ein Wohnmobilkonzept, die Förde-Card oder auch die Belebung der Innenstadt durch Events. Zuletzt wurde der klassische Weihnachtsmarkt eine Woche früher gestartet, um die Einnahmen zu erhöhen. „Meine persönliche Meinung“, verrät Leon Bossen. „Das Modell hat sich bewährt. Das nächste Mal können wir gucken, wo wir noch kleinere Anpassungen mit den Erfahrungen aus dem letzten Jahr vornehmen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85606" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/60deebff-19b3-489c-8340-3c2559cea029-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Neugewählter Vorstand Europa-Union Flensburg</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Mit 24 Jahren Vorsitzender des Hauptausschusses der Stadt Flensburg</h2>



<p>Vor rund einem Jahr gab es im Stadtrat einige Änderungen durch eine weitere Fraktionsbildung und Umstrukturierungen innerhalb der Parteien. Ein Ergebnis: Leon Bossen wurde Vorsitzender im Hauptausschuss. Er hat dadurch noch mehr mit den Stadtwerken, dem Polizeibeirat, diversen Zweckverbänden und dem Wirtschaftsbeirat zu tun. Neu eingeführt wurde ein Sitzungsplan mit Zeitlimits für die einzelnen Punkte der Tagesordnung. „Dann schließe ich die Redeliste“, erklärt er. „Wir wollen keine Fünf-Stunden-Sitzungen mehr. Für mich wären diese vielleicht noch machbar, aber für eine alleinerziehende Mutter sind sie kaum zu regeln.“ Es geht um die Verknüpfung von Ehrenamt, Familie und Beruf.</p>



<p>Die Kommunalpolitik ist keine Profession, sondern muss in die persönliche Freizeit integriert werden. Zeit für andere Hobbys bleibt da kaum. Leon Bossen schafft es dennoch ab und an, auf Reisen zu gehen. „Ich war fast in jeder europäischen Hauptstadt zumindest einmal gewesen“, erzählt er. Besonders erwähnenswert sind zwei Interrail-Touren. Mit 18 war er einmal eine Woche von Flensburg nach Lissabon und zurück unterwegs. „Wir haben jede Nacht irgendwo anders übernachtet“, verrät er. 2022 ging es auf Schienen nach Italien: Mailand, Rom, Neapel und Venedig.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_4180.jpg" alt="Leon Bossen" class="wp-image-85608" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_4180.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_4180-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_4180-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_4180-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_4180-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Alltag zwischen Studium, Rathaus und Akademie Sankelmark</h2>



<p>Der Alltag ist dicht getaktet. Morgens beschäftigt sich Leon Bossen mit Kommunalpolitik oder dem Studium. Von 11 bis 16 Uhr ist er in der Akademie Sankelmark. Seit September 2023 hat er dort einen 20-Stunden-Job. „Robert Habeck hat mir viele Möglichkeiten eröffnet“, erklärt der 24-Jährige. „Nun habe ich aber eine Arbeit mit viel mehr Selbstständigkeit.“ Er kümmert sich im Minderheiten-Kompetenz-Netzwerk (MKN) um ein aktuelles Jahresprojekt, das vom Berliner Innenministerium gefördert wird. Im Dezember wurde die digitale Plattform „Who We Are“ gestartet, wo praktisch jeder eigene Beiträge hochladen und seine eigenen Geschichten erzählen kann.</p>



<p>In der Stadtpolitik drehte sich zuletzt viel um den Haushalt 2026, der zwei Wochen vor Weihnachten trotz eines Defizites von 48 Millionen Euro beschlossen wurde. In der Debatte ging es um Einsparungspotenziale und Streichungen von Projekten – auch für den Fall, dass nicht alle benötigten Kredite genehmigt werden. Im Hauptausschuss wurde vor dem Hintergrund der Stadt­entwicklungsstrategie „Flensburg 2030plus“ über Effekte gesprochen, die sich aus Digitalisierung, Entbürokratisierung und Entlastung von Mitarbeitern ergeben würden. Vieles kam auf den Prüfstein. „Den Nachtbürgermeister habe ich praktisch geboren und begraben“, sagt Leon Bossen. „Das Flensburger Nachtleben und die Nachtkultur sollten wir aber weiterhin politisch behandeln. Gerade bei jungen Menschen ist es wichtig für die Attraktivität einer Stadt, dass nicht schon ab 20 Uhr die Straßenbeleuchtung ausgeht.“</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Titelfoto: Marcus Dewanger<br>Fotos: Jan Kirschner, privat  </em> </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/leon-bossen/">Leon Bossen</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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		<title>Gerhard Nowc – ein exzellenter Flensburg-Kenner</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Dec 2025 23:59:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Straßen und Stadtteile]]></category>
		<category><![CDATA[flensburg]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Nowc]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Verlauf der deutschen Geschichte im vergangenen Jahrhundert, mit ihren prägenden Ereignissen, Katastrophen, zwei Weltkriegen – und den daraus entstandenen Folgen wie Migration von Millionen Deutschen aus den östlichen Landesteilen in Richtung Westen – hat letztlich dafür gesorgt, dass unser heutiger Protagonist als Migrationskind zweiter Generation ein Flensburger Junge wurde. So wurde Flensburg zur neuen [&#8230;]</p>
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<p>Der Verlauf der deutschen Geschichte im vergangenen Jahrhundert, mit ihren prägenden Ereignissen, Katastrophen, zwei Weltkriegen – und den daraus entstandenen Folgen wie Migration von Millionen Deutschen aus den östlichen Landesteilen in Richtung Westen – hat letztlich dafür gesorgt, dass unser heutiger Protagonist als Migrationskind zweiter Generation ein Flensburger Junge wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">So wurde Flensburg zur neuen Heimat</h2>



<p>Das Flensburg Journal unterhielt sich mit Gerhard Nowc, der „durch und durch“ ein Flensburger ist. Vor gut 70 Jahren erblickte er im Mai 1955 das Licht dieser Welt, natürlich in Flensburg, in der einstigen „Förde-Klinik“ in der Mürwiker Straße 115 (heute ist dort das „Haus der Familie“ zuhause), vermutlich direkt in einem Beleg-Zimmer gleich mit entsprechendem „Fördeblick“.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="663" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Hochzeitsfoto-der-Eltern-2-663x1024.jpg" alt="Gerhard Nowc – ein exzellenter Flensburg-Kenner" class="wp-image-85198" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Hochzeitsfoto-der-Eltern-2-663x1024.jpg 663w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Hochzeitsfoto-der-Eltern-2-194x300.jpg 194w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Hochzeitsfoto-der-Eltern-2-768x1186.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Hochzeitsfoto-der-Eltern-2-272x420.jpg 272w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Hochzeitsfoto-der-Eltern-2-696x1074.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Hochzeitsfoto-der-Eltern-2.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 663px) 100vw, 663px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hochzeitsfoto der Eltern</figcaption></figure></div>


<p>Seine Eltern kamen unabhängig voneinander mit ihren jeweiligen Familien als Flüchtlinge (heute sagt man Migranten) im Jahre 1945 nach Flensburg. Seine Mutter stammte ursprünglich aus Bütow in Hinterpommern. Sie kam in Flensburg anfangs im Barackenlager am Flugplatz in Weiche – nahe der Bahnstrecke nach Niebüll – unter (heute Gartenstadt). Sein Vater und seine Oma lebten noch bis kurz vor Kriegsende in Danzig. Nach abenteuerlicher Flucht endlich in Flensburg angekommen, quartierte die Stadt die Familie Nowc in einem Zimmer in einer größeren Wohnung in der Bismarckstraße Nr. 4 ein – Hauptmieterin dieser Wohnung war seinerzeit eine Klavierlehrerin, die dort auch Unterricht gab …</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="783" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Mag-ich-baden-.jpg" alt="Gerhard Nowc – ein exzellenter Flensburg-Kenner" class="wp-image-85199" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Mag-ich-baden-.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Mag-ich-baden--300x294.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Mag-ich-baden--768x752.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Mag-ich-baden--429x420.jpg 429w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Mag-ich-baden--696x681.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mag ich baden &#8230;</figcaption></figure></div>


<p>Übrigens: Der Nachname „Nowc“ ist vermutlich eine Variante des slawischen Namens „Novak“, der etwa „der Neue“ oder „Neuling“ bedeutet, und in der genannten Form nicht selten in polnischen und sorbischen Regionen vorkommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Familie Nowc und der SBV</h2>



<p>Gerhards Eltern fühlten sich recht schnell in Flensburg zuhause. Beide jungen Leute gehörten zu jenem Personenkreis, der zusammen mit dem ebenfalls aus dem Osten geflohenen Willi Sander im Jahre 1949 mit weiteren drei Dutzend Neu-Flensburgern den Selbsthilfe-Bauverein Flensburg (SBV) als Genossenschaft gründete, um den entsprechend benötigten Wohnraum vor Ort für die Zigtausenden von Flüchtlingen zu organisieren.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="562" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-mit-Eltern-und-Oma-vorm-Laden.jpg" alt="Gerhard Nowc – ein exzellenter Flensburg-Kenner" class="wp-image-85192" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-mit-Eltern-und-Oma-vorm-Laden.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-mit-Eltern-und-Oma-vorm-Laden-300x211.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-mit-Eltern-und-Oma-vorm-Laden-768x540.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-mit-Eltern-und-Oma-vorm-Laden-598x420.jpg 598w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-mit-Eltern-und-Oma-vorm-Laden-696x489.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-mit-Eltern-und-Oma-vorm-Laden-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gerhard mit Eltern und Oma vorm Laden</figcaption></figure></div>


<p>„Ich weiß gar nicht genau, bei welcher Gelegenheit meine Mutter und mein Vater sich begegneten, kennenlernten und bald ineinander verliebten, doch der SBV hat wohl eine große Rolle dabei gespielt“, erinnert sich Gerhard Nowc. Sie wurden ein Paar, heirateten und bezogen ihre erste Wohnung in einem kleinen Häuschen, Oderstieg Nr. 6. „Der SBV ließ bald auf der östlichen Seite der Mürwiker Straße eine ganze Reihe von Mehrfamilienhäusern bauen. Nach Fertigstellung jener Neubauten erhielten wir gleich zwei separate Wohnungen ebendort: Meine Oma kam im Haus Nr. 40 unter, meine Eltern gleich nebenan in der Hausnummer 42, im Erdgeschoss.“ Und er ergänzt: „Überhaupt meine Oma: Die betrieb schon vor und während des Zweiten Weltkriegs in ihrer Heimat einen Milchladen, und plante nun, hier in Flensburg ihre berufliche Zukunft mit einem solchen Laden fortzusetzen. Die Verantwortlichen des SBV waren hoch erfreut über ihre Initiative, und stellten ihr umgehend ein passendes Ladenlokal zur Verfügung: in unmittelbarer Nachbarschaft in der Mürwiker Straße Nr. 50. So wurde Omas Milchladen in den Folgejahren zu einer festen Institution im neuen Quartier.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="541" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Grundschulklasse-mit-Frau-Horn.jpg" alt="Gerhard Nowc – ein exzellenter Flensburg-Kenner" class="wp-image-85189" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Grundschulklasse-mit-Frau-Horn.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Grundschulklasse-mit-Frau-Horn-300x203.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Grundschulklasse-mit-Frau-Horn-768x519.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Grundschulklasse-mit-Frau-Horn-621x420.jpg 621w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Grundschulklasse-mit-Frau-Horn-696x471.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Grundschulklasse mit Frau Horn</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Gerhard wächst in Fruerlund auf</h2>



<p>„Als kleiner Junge kam ich in den Kindergarten „St. Jürgen“. Heute befindet sich in jenem Gebäude das Gemeindehaus von St. Jürgen. Wir hatten seinerzeit liebe und uns zugewandte Erzieherinnen, es war eine schöne Zeit. Durchaus anders erging es allerdings mir und meinen zahlreichen Mitschülern und Mitschülerinnen anschließend in der Volksschule – dort herrschte ein ziemlich „strenges Regiment““, weiß er noch sehr gut.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="530" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Heimat-seiner-Mutter.jpg" alt="Gerhard Nowc – ein exzellenter Flensburg-Kenner" class="wp-image-85190" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Heimat-seiner-Mutter.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Heimat-seiner-Mutter-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Heimat-seiner-Mutter-768x509.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Heimat-seiner-Mutter-634x420.jpg 634w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Heimat-seiner-Mutter-696x461.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Heimat seiner Mutter</figcaption></figure></div>


<p>Gerhard besuchte die Grundschule Fruerlund am Bohlberg in den Jahren von 1961 bis 1965. „Gerade an jene ersten Schuljahre kann ich mich noch gut erinnern: Wir hatten eine sehr strenge und fordernde Lehrerin, Frau Horn. Die kaufte übrigens regelmäßig im Milchladen meiner Oma ein, und sie nutzte diese Gelegenheit leider oft genug, um sich über das beklagenswerte Benehmen des kleinen Gerhard auszulassen.“ Das hat dem Heranwachsenden aber wohl nicht wirklich geschadet. „Meine schulischen Leistungen waren insgesamt recht gut; ich erhielt eine Schul­empfehlung für den späteren Besuch eines Gymnasiums, bestand zudem die entsprechende Aufnahmeprüfung. So stand meinem Wechsel ans Fördegymnasium in der nahegelegenen Elbestraße im Jahre 1965 nichts mehr im Wege!“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umzug in den Alsterbogen und Jugendzeit in Fruerlund</h2>



<p>Zeitgleich mit seinem Schuleintritt 1961 hatten die Eltern begonnen, ein eigenes Haus zu bauen – nicht weit entfernt im Alsterbogen, das Haus mit der Nummer 32! Im Jahr 1962 zog Familie Nowc ins nagelneue Eigenheim ein. Der Alsterbogen bildete damals den äußersten Stadtrand, es war komplett freie Sicht nach Süden bis zur damaligen Nordstraße! Die Familie Nowc war nun am Ziel ihrer Sehnsüchte angelangt: ein eigenes Haus, zwei gesunde Kinder – Gerhard hatte noch eine jüngere Schwester.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="538" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Ausflug-nach-Langballig.jpg" alt="Gerhard Nowc – ein exzellenter Flensburg-Kenner" class="wp-image-85204" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Ausflug-nach-Langballig.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Ausflug-nach-Langballig-300x202.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Ausflug-nach-Langballig-768x516.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Ausflug-nach-Langballig-625x420.jpg 625w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Ausflug-nach-Langballig-696x468.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ausflug nach Langballig</figcaption></figure></div>


<p>Der Sohn Gerhard wuchs nun heran, ganz Fruerlund war längst zu seinem Revier geworden. Er entwickelte sich zu einem guten und wissbegierigen Schüler, begeisterte sich zudem für Modelleisenbahnen, und wurde mit zunehmendem Alter zum Musik-Fan. Insbesondere Reinhard Mey und dessen Lieder und Chansons hatten es ihm angetan. Reinhard Mey galt seit Ende der 1960er Jahre als einer der populärsten Vertreter der deutschen Liedermacher-Szene. „Noch heute besitze ich eine umfangreiche Schallplatten-Sammlung von Reinhard Mey, und höre gelegentlich in die Alben rein“, lächelt Gerhard Nowc.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein einschneidendes Erlebnis</h2>



<p>Neben Reinhard Mey gefielen ihm auch andere Künstler der damaligen deutschen Musik-Szene – wie etwa „Inga und Wolf“. Diese beiden bildeten ein deutsches Gesangsduo, das in den Genres Schlager und Chanson in den frühen 1970er Jahren seine größten Erfolge hatte. Das Lied „Gute Nacht, Freunde“ dürfte vielen noch heute bekannt sein. „Etwa ein Jahr vor meinem Abitur gaben „Inga und Wolf“ ein Konzert in Flensburg im Deutschen Haus – ich war natürlich dabei!“, erinnert sich mein Gesprächspartner. „Es war ein gelungener Abend. Um anschließend bequem nach Hause zu kommen, kam mir die Idee, zu meinem Vater in die Redaktion des „Tageblatts“ zu gehen – damals noch in der nahegelegenen Nikolaistraße. Mein Vater arbeitete als Journalist und Redakteur beim Tageblatt. Gesagt, getan: Dort angekommen, schwärmte ich den Anwesenden von meinem Konzertbesuch vor. Der Ressortleiter forderte mich daraufhin spontan auf: Setz dich doch einfach an die freie Schreibmaschine und verfasse einen Konzertbericht!“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="430" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Als-W15er-unten-knieend.jpg" alt="Gerhard Nowc – ein exzellenter Flensburg-Kenner" class="wp-image-85203" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Als-W15er-unten-knieend.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Als-W15er-unten-knieend-300x161.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Als-W15er-unten-knieend-768x413.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Als-W15er-unten-knieend-781x420.jpg 781w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Als-W15er-unten-knieend-696x374.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Als W15er, unten knieend</figcaption></figure></div>


<p>Er ergänzt: „Zwar etwas überrascht vom Angebot, aber noch angetan von dem gelungenen Abend, schrieb ich einen entsprechenden Text, der zu meiner Freude sogar am Folgetag in der Zeitung veröffentlicht wurde. Das sollte nicht mein letzter Job für die Zeitung sein. Bald war ich als freier Mitarbeiter insbesondere bei Konzerten für das „Flensburger Tageblatt“ tätig, anfangs noch gelegentlich und bei Bedarf, in den Schulferien dann regelmäßig, mit stetig wachsendem Aufgabengebiet.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wechsel ins Erwachsenendasein</h2>



<p>„Mit 19 Jahren machte ich im Jahre 1974 mein Abitur am Fördegymnasium. Die Frage nach meinem Berufswunsch war für mich eigentlich schon geklärt. Ich wollte unbedingt Journalist werden. So bewarb ich mich direkt beim „Flensburger Tageblatt“ für eine Ausbildung zum Redakteur. Ich hatte ja immerhin rund 80 selbst verfasste Artikel in meiner ziemlich umfangreichen Bewerbungsmappe, von denen die meisten bereits veröffentlicht worden waren. Zu meiner großen Freude wurde ich genommen und fest eingestellt, so startete ich am 1. Juli 1974 in eine zweijährige Berufsausbildung zum Redakteur“, schildert Gerhard Nowc seinen beruflichen Werdegang zum „fertigen Schreiberling“. Längst war unser junger Mann von der Bundeswehr erfasst und gemustert worden, galt als wehrdiensttauglich. Die tatsächliche Einberufung zum „Bund“ fand dann unmittelbar nach dem Ende der Berufsausbildung statt.&nbsp; Gerhard zu seiner Soldatenzeit: „Ich war Wehrpflichtiger für 15 Monate – W15er – und verbrachte den größten Teil meiner „Bundeswehrkarriere“ heimatnah in Flensburg-Weiche in der Briesen-Kaserne, gehörte erst noch zum „Jägerbataillon 381“, kam später dann zum „Raketenartilleriebataillon 650“, beide waren in jener genannten Briesen-Kaserne stationiert (heute befindet sich auf dem ehemaligen Kasernengelände die Gartenstadt).“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="539" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Eltern-mit-Sohn-und-Tochter.jpg" alt="Gerhard Nowc – ein exzellenter Flensburg-Kenner" class="wp-image-85187" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Eltern-mit-Sohn-und-Tochter.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Eltern-mit-Sohn-und-Tochter-300x202.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Eltern-mit-Sohn-und-Tochter-768x517.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Eltern-mit-Sohn-und-Tochter-623x420.jpg 623w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Eltern-mit-Sohn-und-Tochter-696x469.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Eltern mit Sohn und Tochter</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der berufliche Werdegang</h2>



<p>Nach erfolgtem Wehrdienst kehrte man automatisch zum vorherigen Arbeitgeber zurück. So wurde auch Gerhard wieder Mitarbeiter beim Tageblatt. Er erinnert sich: „Die 70er Jahre neigten sich dem Ende zu, man fand schließlich für mich einen freien Posten in der Lokalredaktion im nordfriesischen Niebüll. Die Arbeit dort gefiel mir ausnehmend gut, auch wenn ich vor Ort nur ein kleines Zimmer bewohnte und deshalb häufig nach Hause nach Flensburg pendelte.“</p>



<p>Nach einigen Jahren bot sich ihm dann wieder die Möglichkeit, ins Stammhaus nach Flensburg zurückzukehren. „Anfang der 80er Jahre wurde in der Flensburger Lokalredaktion eine Stelle frei. Ich bewarb mich auf die entsprechende Position, und erhielt tatsächlich den Zuschlag. So kam ich wieder in mein geliebtes Flensburg zurück“, ist er heute noch dankbar über jene Entwicklung.&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="567" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/1988-auf-dem-Sender-ein-phantastischer-Blick.jpg" alt="Gerhard Nowc – ein exzellenter Flensburg-Kenner" class="wp-image-85202" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/1988-auf-dem-Sender-ein-phantastischer-Blick.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/1988-auf-dem-Sender-ein-phantastischer-Blick-300x213.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/1988-auf-dem-Sender-ein-phantastischer-Blick-768x544.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/1988-auf-dem-Sender-ein-phantastischer-Blick-593x420.jpg 593w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/1988-auf-dem-Sender-ein-phantastischer-Blick-696x493.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/1988-auf-dem-Sender-ein-phantastischer-Blick-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">1988 auf dem Sender, ein phantastischer Blick</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Zurück in Flensburg</h2>



<p>„Meine erste eigene Wohnung in Flensburg fand ich im Haus Nr. 85 in der St.-Jürgen-Straße, im dritten Stock, mit einem phantastischen Blick über die gesamte Binnenförde“, schwärmt er noch heute von jener „Junggesellenbude“. Sein Arbeitsplatz in der Lokalredaktion des Tageblatts war sein echter Traumposten, und war sogar fußläufig für ihn zu erreichen. „Mein Leben entwickelte sich zu meiner großen Freude äußerst positiv. Ich hatte eine schöne Wohnung, eine spannende und sehr abwechslungsreiche Arbeit, und dann lernte ich Sylta kennen, meine Frau und Partnerin fürs Leben“, berichtet er mit leuchtenden Augen von seiner Situation damals. „Wir wussten schnell, dass es mit uns passte und wir zueinander gehörten. Wir heirateten bald darauf und bezogen unsere erste gemeinsame Wohnung in der Clädenstraße Nr. 5. Auch diese Wohnung war ein wahrer Traum: hoch am Hang schräg gegenüber der Goethe-Schule gelegen, eine Altbauwohnung mit Stuck und hohen Decken – wir waren rundum glücklich in unserem ersten gemeinsamen „Nest“.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="531" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Mutter-war-Porzellanmalerin.jpg" alt="Gerhard Nowc – ein exzellenter Flensburg-Kenner" class="wp-image-85200" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Mutter-war-Porzellanmalerin.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Mutter-war-Porzellanmalerin-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Mutter-war-Porzellanmalerin-768x510.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Mutter-war-Porzellanmalerin-633x420.jpg 633w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Mutter-war-Porzellanmalerin-696x462.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mutter war Porzellanmalerin</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Familiengründung</h2>



<p>„Wir waren häufig bei meinen Eltern im Alsterbogen zu Besuch. So bekamen wir eines Tages zufällig mit, dass schräg gegenüber von Möbelpackern ein Haus leergeräumt wurde. Spontan fragten wir, ob wir uns das Haus einmal von innen ansehen durften. Ja, wir durften, und wir haben uns sofort in jenes Reihenhaus verliebt, das gerade zum Verkauf stand. Wir hatten das Glück, dass wir es zu guten Konditionen erwerben konnten, und so zogen wir nach einigen baulichen Veränderungen im Jahre 1989 in unser eigenes Haus ein, Alsterbogen Nr. 27.</p>



<p>Da war unser erster Sohn Andreas bereits 2 Jahre alt, später kam noch ein kleiner Bruder namens Matthias hinzu. Die räumliche Nähe zu den Eltern und Großeltern hatte auch sein Gutes für uns alle: Die drei Generationen der Familie Nowc konnten gut miteinander und wir pflegten so ein intensives Familienleben. Übrigens sind auch meine Söhne genau wie ihr Vater auf die Fruerlund-Schule gegangen – wir haben alle mindestens einmal auf dem Standbild des Schul-Ochsen gesessen und fröhlich in die Kamera gelacht“, schmunzelt mein Gesprächspartner.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="561" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Eltern-organisierten-Volkslaeufe.jpg" alt="Gerhard Nowc – ein exzellenter Flensburg-Kenner" class="wp-image-85188" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Eltern-organisierten-Volkslaeufe.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Eltern-organisierten-Volkslaeufe-300x210.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Eltern-organisierten-Volkslaeufe-768x539.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Eltern-organisierten-Volkslaeufe-599x420.jpg 599w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Eltern-organisierten-Volkslaeufe-696x488.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Die-Eltern-organisierten-Volkslaeufe-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Eltern organisierten Volksläufe</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der abwechslungsreiche Berufsalltag</h2>



<p>„Die Jahre in der Lokalredaktion vergingen wie im Fluge“, weiß Gerhard zu erzählen. „In Flensburg war ständig etwas los, über das es zu schreiben lohnte. Neben den üblichen tagespolitischen Geschehnissen bleiben bei mir besonders die Ereignisse um den falschen Amtsarzt Dr. Dr. Clemens Bartholdy im Gedächtnis, die für zahlreiche bühnenreife Geschichten rund um den besagten Hochstapler sorgten. Der Skandal um ihn rückte unsere Fördestadt seinerzeit sogar bundesweit ins Rampenlicht der Öffentlichkeit.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="548" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-Nowc_22.jpg" alt="Gerhard Nowc – ein exzellenter Flensburg-Kenner" class="wp-image-85193" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-Nowc_22.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-Nowc_22-300x206.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-Nowc_22-768x526.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-Nowc_22-613x420.jpg 613w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-Nowc_22-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-Nowc_22-696x477.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-Nowc_22-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gerhards Eltern</figcaption></figure></div>


<p>Auch die lange und sehr wechselhafte Geschichte der Flensburger Werft stand immer wieder auf der Agenda. Ich erinnere mich besonders an die Krise der Werft etwa Mitte der 1980er Jahre, als das Unternehmen unter der Harmstorf AG in finanzielle Schwierigkeiten geriet, schließlich von der Lübecker Reederei Egon Oldendorff 1990 übernommen wurde und wieder in ruhigeres Fahrwasser geriet. Doch von dort auf dem Westufer der Binnenförde gab und gibt es eigentlich immer Berichtenswertes zu schreiben.</p>



<p>Ein absolutes Highlight für mich persönlich war im Jahre 1989 der Besuch des Alten Senders in Jürgensby in der gleichnamigen Straße „Am Sender“. Gemeinsam mit einem Fotografen durfte ich mich auf dem höchsten Punkt des Mastes, dem Dachbereich in rund 200 Metern Höhe, aufhalten, und dort oben den einmaligen Ausblick über ganz Flensburg und sein komplettes Umland genießen, zudem durften wir die Chance nutzen, massenhaft viele Fotos in sämtliche Himmelsrichtungen zu schießen.</p>



<p>Mit der Wiedervereinigung kamen auch in vielen anderen Bereichen des täglichen und des öffentlichen Lebens diverse Änderungen und Neuerungen auf uns zu, die wir unseren damals noch sehr zahlreichen Lesern und Leserinnen stets aktuell aufbereitet haben – so waren die Veränderungen im bis dahin gewohnten Stadtbild durch die veränderte Weltlage und den daraus resultierenden Abzug der Bundeswehr auch ein Dauerbrenner in unserer Lokalredaktion.“</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="669" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Sohn-Andreas-auf-dem-Schul-Ochsen-669x1024.jpg" alt="Gerhard Nowc – ein exzellenter Flensburg-Kenner" class="wp-image-85201" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Sohn-Andreas-auf-dem-Schul-Ochsen-669x1024.jpg 669w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Sohn-Andreas-auf-dem-Schul-Ochsen-196x300.jpg 196w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Sohn-Andreas-auf-dem-Schul-Ochsen-768x1176.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Sohn-Andreas-auf-dem-Schul-Ochsen-274x420.jpg 274w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Sohn-Andreas-auf-dem-Schul-Ochsen-696x1066.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Sohn-Andreas-auf-dem-Schul-Ochsen.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 669px) 100vw, 669px" /><figcaption class="wp-element-caption">Sohn Andreas auf dem Schul-Ochsen</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die besondere Liebe zur Stadt Flensburg wächst</h2>



<p>„Bedingt durch meine Tätigkeit als lokaler Berichterstatter vor Ort wurde mein Interesse auch an der geschichtlichen Entwicklung meiner geliebten Heimatstadt Flensburg immer stärker ausgeprägt, immer häufiger nutzte ich auch meine Freizeit dazu, mir noch mehr Wissen über Flensburg anzueignen und schon vorhandenes zu ergänzen und zu vertiefen.“</p>



<p>Ich kam als Redakteur bzw. Leiter der Lokalredaktion naturgemäß viel herum in der Stadt, lernte unzählige Menschen und Institutionen kennen und schätzen. Regelmäßig hatte ich mit dem Stadtarchiv der Stadt Flensburg Kontakt, baute zu seinem damaligen Leiter Broder Schwensen im Laufe der Jahre ein vertrauensvolles Verhältnis auf. Wir waren schnell auf einer Linie und versorgten uns regelmäßig gegenseitig mit Fotos und Bildern, da ich ja berufsbedingt Zugang zum Archiv unseres Zeitungsverlages hatte und wir uns so gegenseitig aushelfen konnten.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Hinten-rechts-war-einst-der-Laden.jpg" alt="Gerhard Nowc – ein exzellenter Flensburg-Kenner" class="wp-image-85197" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Hinten-rechts-war-einst-der-Laden.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Hinten-rechts-war-einst-der-Laden-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Hinten-rechts-war-einst-der-Laden-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Hinten-rechts-war-einst-der-Laden-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Hinten-rechts-war-einst-der-Laden-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hinten rechts war einst der Laden</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein persönlicher Schicksalsschlag</h2>



<p>Jäh traf unseren Protagonisten Gerhard Nowc ein persönlicher Schicksalsschlag – er erlitt Ende Mai 2001 einen Schlaganfall, unter dessen Nachwirkungen er bis einschließlich heute noch zu leiden hat. Gesundheitlich bedingt konnte er den Posten des Leiters der Lokalredaktion nicht mehr so ausfüllen, wie er und seine Vorgesetzten es gerne gehabt hätten. Man wollte ihn jedoch unbedingt behalten, fand dann letztlich einen passenden Job für ihn.</p>



<p>Er war fortan verantwortlich für die Regionalseite des „Flensburger Tageblatts“, die regelmäßig wie auch die zuvor von ihm betreuten Lokalseiten in der Zeitung erschien.</p>



<p>„Zu den Verantwortlichen in den Regionen für diese Bereiche hatte ich bald beste Kontakte und auch jeweils ein sehr gutes persönliches Verhältnis aufgebaut, insbesondere mit der hochengagierten und aufmerksamen Kollegin Claudia Knauer, die für die Zeitung im Bereich Apenrade zuständig war, verband mich bald eine kollegiale Freundschaft – die bis heute noch Bestand hat“, ist Gerhard Nowc seinen damaligen Vorgesetzten dankbar, dass man ihm diese berufliche Weiterbeschäftigungsmöglichkeit einräumte.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-und-der-Schul-Ochse.jpg" alt="Gerhard Nowc – ein exzellenter Flensburg-Kenner" class="wp-image-85194" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-und-der-Schul-Ochse.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-und-der-Schul-Ochse-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-und-der-Schul-Ochse-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-und-der-Schul-Ochse-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Gerhard-und-der-Schul-Ochse-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gerhard und der Schul-Ochse</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Folgen der Erkrankung</h2>



<p>Seine gesundheitlichen Einschränkungen bereiteten ihm und seiner Familie auch im privaten Bereich zunehmend Probleme. Das eigene Reihenhaus im Alsterbogen hatte vier verschiedene Ebenen, verbunden mit regelmäßigem Treppensteigen – in beide Richtungen. Es wurde immer schwieriger und umständlicher für ihn von Ebene zu Ebene zu wechseln. So sahen sich die Eheleute Nowc schließlich irgendwann nach einem barrierefreien neuen Zuhause um.&nbsp; Nach längerem Suchen wurden sie schließlich fündig, erwarben in 2015 ein auf ihre Bedürfnisse exakt zugeschnittenes Einfamilienhaus im Stadtteil Weiche. „Wir fanden schließlich im Hirschbogen ein ebenerdiges und barrierefreies Eigenheim, das genau unseren Bedürfnissen entsprach. Auch hier in Weiche sind wir zufrieden, haben alles, was wir für unser tägliches Leben benötigen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wechsel in den Ruhestand</h2>



<p>Mit dem Ablauf des Monats Mai 2018 wechselte Gerhard Nowc regulär in den wohlverdienten Ruhestand. „Vom 01.07.1974 bis zum 31.05.2018 war ich Redakteur beim Flensburger Tageblatt – fast 44 Jahre lang durfte ich meinen Traumberuf ausüben. Darauf bin ich stolz und zudem meinem Schöpfer überaus dankbar, dass ich diese lange und schöne Berufszeit erleben durfte!“ Die letzten gut fünf Jahre seiner Berufskarriere fuhr er zum Arbeiten nicht mehr in die Nikolaistraße, sondern musste nun ins 2013 eingeweihte und nagelneue Medienhaus des sh:z in Mürwik – in unmittelbarer Nachbarschaft des KBA-Gebäudes gelegen – fahren. Dieser Umzug des Verlagshauses machte ihm auch noch einmal mehr deutlich, dass die Zeit stets unaufhaltsam voranschreitet, Veränderungen eher das Normale und nicht das Ungewöhnliche im Leben eines jeden Menschen sind.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Dort-in-42-unten-links-einst-gewohnt.jpg" alt="Gerhard Nowc – ein exzellenter Flensburg-Kenner" class="wp-image-85191" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Dort-in-42-unten-links-einst-gewohnt.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Dort-in-42-unten-links-einst-gewohnt-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Dort-in-42-unten-links-einst-gewohnt-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Dort-in-42-unten-links-einst-gewohnt-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Dort-in-42-unten-links-einst-gewohnt-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dort in Nr. 42 –unten links – hat er einst gewohnt</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der Autor Gerhard Nowc</h2>



<p>Für ihn bedeutete der Ruhestand allerdings nicht, dass er fortan die Hände in den Schoss legte. Nun begann er noch intensiver als zuvor schon zu recherchieren und zu forschen, was ihm im Laufe der Jahre immer wichtiger wurde und ihm auch noch viel Vergnügen bereitete: Die Aufarbeitung vieler Teilaspekte der sich über Jahrhunderte erstreckenden Flensburger Stadtgeschichte.&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/GN-1043662-683x1024.jpg" alt="Gerhard Nowc – ein exzellenter Flensburg-Kenner" class="wp-image-85196" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/GN-1043662-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/GN-1043662-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/GN-1043662-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/GN-1043662-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/GN-1043662-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/GN-1043662.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Schöne Erinnerungen</figcaption></figure></div>


<p>Mittlerweile hat er mehrere Bücher und Bildbände über seine geliebte Heimatstadt veröffentlicht. Erst kürzlich erschien sein neuestes Werk „Mürwik und seine Geschichte – Wo die Marine zu Hause ist“.</p>



<p>Zum Inhalt des Buchs: Heute ist der Stadtteil Mürwik Flensburgs größter Stadtteil mit weit über 14.000 Einwohnern. Die rasante Entwicklung dieser Region auf dem Ostufer der Flensburger Förde insbesondere in den letzten gut 120 Jahren bis hin zu den jüngsten Entwicklungen sind das Thema dieses Buches. Unter tatkräftiger Mithilfe der 90jährigen Ur-Mürwikerin Gisela Mikolajewicz, die viele Geschichten und tolle historische Fotos beisteuerte, ist ihm ein bemerkenswertes Werk gelungen, das nicht nur den Einheimischen gefallen dürfte. Das Buch erschien im Asmussen-Verlag, Gelting.</p>



<p>Bereits zuvor erschienen Bücher von ihm mit Titeln wie „Flensburg – ein fotografischer Streifzug“ oder „Historische Bilder aus Flensburg“, die er teilweise als Co-Autor oder eigenständig herausgegeben hat.</p>



<p>Neben diesem großen und ihn stets umtreibenden Hobby ist er als Vater und Großvater ständiger Ratgeber und auch mal Geschichten-Erzähler für die beiden längst erwachsenen Söhne und natürlich auch die beiden Enkelkinder, die ihn immer wieder auffordern, aus seinem schier unerschöpflichen Geschichten-Fundus zu erzählen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Der-Autor-und-sein-neues-Werk.jpg" alt="Gerhard Nowc – ein exzellenter Flensburg-Kenner" class="wp-image-85186" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Der-Autor-und-sein-neues-Werk.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Der-Autor-und-sein-neues-Werk-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Der-Autor-und-sein-neues-Werk-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Der-Autor-und-sein-neues-Werk-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/12/Der-Autor-und-sein-neues-Werk-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Autor und sein neues Werk</figcaption></figure></div>


<p>Nach wie vor packt ihn zudem immer wieder sein lebenslanges Hobby: seine Leidenschaft für Modelleisenbahnen. „Jahrzehntelang war und bin ich immer noch mit Freude Mitglied im hiesigen Modelleisenbahn-Club.“ Davon zeugt auch sein Arbeitsplatz in seinem geräumigen Arbeitszimmer, das dem Betrachter nachdrücklich beweist, dass hier ein umtriebiger Mensch regelmäßig arbeitet und tätig ist.&nbsp; „Dass ich das auch heute immer noch in dieser umfangreichen und aufwändigen Weise ausüben kann, verdanke ich nicht nur meinem Schöpfer, sondern mindestens genauso so viel auch meiner lieben Ehefrau und Partnerin, die sich geradezu hingebungsvoll um mich, unser Haus, den Haushalt, das ganze Drumherum, kümmert: Vielen lieben Dank an Dich, mein Schatz! Und auch an unsere beiden Söhne und unsere Freundin Maike.“&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Das Flensburg Journal bedankt sich – sichtlich beeindruckt – bei Gerhard Nowc für ein ausgesprochen kurzweiliges und hoch interessantes Gespräch. Möge er noch recht lange Freude und Spaß an seinen Hobbies finden und zudem spannende und wissenswerte Geschichten über unsere lebenswerte Heimatstadt Flensburg schreiben und veröffentlichen!</p>



<p><em>Mit Gerhard Nowc sprach Peter Feuerschütz<br>Fotos: Sven Geißler, privat  </em></p>



<p></p>
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		<title>Flensburg 1945 – Folge 12: Eine bescheidene Friedensweihnacht</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Dec 2025 11:46:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es war schon dunkel an diesem Adventssonntag, aber irgendwie heller als sonst. Es war der 2. Dezember 1945, als nach fast sechs Jahren wieder das Licht der Straßenlampen ansprang. Diese ungewohnte Helligkeit war eine Überraschung für viele Flensburger, für einige wirkte sie „beinahe wie ein Märchen“. Sechs Winter lang musste wegen der Gefahr von Bombenangriffen [&#8230;]</p>
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<p>Es war schon dunkel an diesem Adventssonntag, aber irgendwie heller als sonst. Es war der 2. Dezember 1945, als nach fast sechs Jahren wieder das Licht der Straßenlampen ansprang. Diese ungewohnte Helligkeit war eine Überraschung für viele Flensburger, für einige wirkte sie „beinahe wie ein Märchen“. Sechs Winter lang musste wegen der Gefahr von Bombenangriffen alles abgedunkelt werden. Nun war das Licht in die Hauptstraßen und an die wichtigen Kreuzungen zurückgekehrt – täglich ab 18.30 Uhr für vier Stunden.</p>



<p>Es brannten allerdings nur die Bogenlampen, die mit Strom funktionierten. Bei der Gasbeleuchtung waren oftmals Masten und Beleuchtungskörper beschädigt, zumal die Gasversorgung ohnehin stark limitiert war. Eine Lieferung war werktags nur von 16 bis 19 Uhr und sonntags von 10.30 bis 13.30 Uhr garantiert. Aber auch das lückenhafte Lichtermeer verbreitete eine besondere Atmosphäre, die am Südermarkt täglich um 21 Uhr mit einer musikalischen Bereicherung gewürzt wurde. Die Glocken der Nikolaikirche spielten: „Vom Himmel hoch, da komm ich her“. Kurz vor Weihnachten konnten sogar die elektrischen Kerzen des großen Weihnachtsbaumes angeschaltet werden. Zwei nadelige Geschwister, die die Stadt aufstellen ließ, standen am Nordertor und auf dem Bremer Platz.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weihnachtszeit als Großstadt</h2>



<p>Die aktivierte Beleuchtung in den Hauptstraßen hatte die Militärregierung gefordert. Sie war auch ein Thema im Magistrat der Stadt Flensburg. Dieses gemeinsame Gremium von Verwaltung und Politik blickte auf die erste Friedensweihnacht seit sieben Jahren. Und erstmals lebten zum Zeitpunkt des christlichen Festes etwas mehr als 100.000 Menschen im Stadtgebiet. Dazu gehörten weiterhin gestrandete Soldaten der aufgelösten Wehrmacht, sogenannte „Displaced Persons“ aus Polen oder dem Baltikum und zahlreiche Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten.</p>



<p>Viele der Neuankömmlinge waren in Privathäusern einquartiert. Zum Stichtag 11. Dezember waren aber 2798 Menschen, darunter 1115 Kinder, auf 21 verschiedene Baracken-Unterkünfte verteilt. Die größeren Lager wirkten wie ein „Ghetto“, hatten sogar eigene Kirche, Schule und Geschäfte. Die Lebensbedingungen waren schlechter als bescheiden. Oft hausten mehrere Familien in einem Raum, teilten sich einen Ofen. Anfangs dienten Kreidestriche zur Abtrennung der Wohnflächen. Da wirkten zur Begrenzung aufgehängte Decken schon fortschrittlich. Im Lager Kielseng teilten sich vier Personen ein primitives Doppelstockbett. Anderswo mussten einige auch auf dem Boden schlafen. Die britische Militärregierung verfügte Ende 1945, dass „in Flensburg wohnende oder untergebrachte Zivilpersonen einen Mindestwohnraum von dreieinhalb Quadratmeter je Kopf zu ihrer Verfügung haben müssen“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Flensburger Flüchtlingsausschuss</h2>



<p>Als Instrument der politischen Beteiligung wurde im Herbst 1945 – wie auch in vielen anderen Orten – ein Flüchtlingsausschuss gebildet. Unter dem Vorsitz von Stadtrat Friedrich Drews trafen sich wöchentlich drei einheimische Stadträte und drei Flüchtlingsvertreter. Dieses Trio bildeten drei Herren mit gehobenen Berufen aus Pommern, Ostpreußen und Mecklenburg. In der Runde ging es um Arbeits-, Wohn- und Energiepolitik, aber auch um Versorgungs- und Gesundheitsfragen.</p>



<p>Die übergeordnete Zielsetzung war ein Ausgleich zwischen Neuankömmlingen und angestammter Bevölkerung. Von den Sitzungen des Flüchtlingsausschusses entstanden oftmals zwei Protokolle – mit etwas abweichenden Sichtweisen. Es gab Vorbehalte und Misstrauen auf beiden Seiten. Aussagen von Stadträten aus jener Zeit ließen tief blicken. „Flensburg ist nun doppelt so groß wie früher, die Fremden könnten über eine Mehrheit verfügen“, meinte einer. Ein anderer forderte: „Fremden sollte man die Beteiligung an einem Flensburger Geschäft verbieten, damit die Entfremdung der Stadt nicht von Dauer wird.“ Ein Neu-Flensburger aus Königsberg hielt dagegen: „Die Flüchtlinge haben nicht aus Feigheit ihre Heimat verlassen, sondern entsprechend den Anweisungen und der Not gehorchend.“ Weit verbreitet war die Hoffnung, nicht allzu lange in Flensburg bleiben zu müssen und wieder nach Hause zu kommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Viele karitative Aktionen in der Adventszeit</h2>



<p>In der Adventszeit 1945 begleitete der Flüchtlingsausschuss mehrere Veranstaltungen. Am 13. Dezember hatte man für ein Sonderkonzert im Deutschen Haus 1094 Karten an Fürsorgeempfänger, zu 80 Prozent Flüchtlinge, ausgegeben. Als das Orchester am Ende mit einem Weihnachts-Potpourri auftrumpfte, flossen so manche Träne. Der Schützenhof diente als Plattform für Weihnachtsfeiern der Stettiner, Ostpreußen oder Schlesier. Viele Danziger Familien trafen sich im Deutschen Haus zu einem Krippenspiel. Oberbürgermeister Jacob Clausen Möller kaufte derweil für Weihnachten ein. 1500 Kilogramm Grütze, 700 Liter Milch, 1000 Kilogramm Kartoffeln sowie einige Tannenbäume sollten an die Flüchtlingslager geliefert werden.</p>



<p>Überhaupt waren karitative Aktionen Ende 1945 großgeschrieben. Schon Ende September hatte die Militärregierung ein Hilfswerk der evangelischen Kirche genehmigt, das für Flüchtlinge und Bedürftige Geld, Lebensmittel, Bekleidung und Küchengeräte sammelte. Mitte Dezember hatten vier Kirchengemeinden jeweils eine Wärmestube eingerichtet, in der von Mittag bis Abend Kaffee ausgeschenkt und Lesestoff bereitgehalten wurde. Bei der „Südschleswig-Hilfe“ waren im Dezember 1945 rund 10.000 Empfänger registriert. Es gab in Flensburg zwei Verteilstationen für Lebensmittel, eine für Kleidung und gleich fünf für Milch.</p>



<p>Die Militärregierung setzte für eine Winter-Sammlung einige Kontingente fest: 720 Paar Stiefel, 1200 Decken und 7000 Ski-Mützen. In der britischen Besatzungszone wurde an mehreren Standorten Zuckerwaren produziert – als weihnachtliche Überraschung für die Kinder. Die Stadt Flensburg organisierte 5500 Beutel Studentenfutter, 5000 Kilogramm Äpfel und 20.000 Beutel Pralinen. Versprochenes Trockenobst konnte nicht geliefert werden. Diese kleine Bescherung konnten zunächst die Kleinen mit ihren Eltern im Rathaus am Holm abholen. Dann wurden die deutschen Schulen im Deutschen Haus beglückt, und schließlich gab es im Flensborghus eine Feier für die dänischen Schulen. „Denkt an eure Schulkameraden und an die vielen armen Flüchtlingskinder“, sprach der Oberbürgermeister. „Lasst uns hoffen, dass sie im nächsten Jahr Weihnachten auch in ihrem eigenen Haus und Heim feiern können.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weihnachtsfeiern für Jung und Alt</h2>



<p>Die Stadt hatte auch an die ältere Generation gedacht. An zwei Nachmittagen erschienen insgesamt 800 Senioren im Flensborghus und erfreuten sich an einer Adventstafel mit Kuchen. Gesangverein und dänische Pfadfinder zelebrierten Weihnachtslieder. Einige Kinder von ehemals politisch verfolgten Eltern erhielten eine Einladung in die „Neue Harmonie“ (Toosbüystraße) – eine Art der Wiedergutmachung. An langen weißgedeckten Tischen fanden sich für jedes Kind ein bunter Teller mit Honigkuchen und ein Tütchen Pralinen. Kellner servierten heißen Kakao.</p>



<p>Der Flensburger Turnerbund, erst seit wenigen Monaten wieder zugelassen, richtete intern eine Weihnachtsfeier für die Kinderabteilung aus, sorgte aber auch für ein sportliches Highlight. 2000 Zuschauer kamen am 9. Dezember 1945 zu einem Schauturnen mit einigen deutschen Top-Turnern ins Deutsche Haus. Das Flensburger Nachrichtenblatt berichtete von der „ersten großen Manifestation nach dem Kriege für den Gedanken der Leibesübung“. Aus der Veranstaltung resultierte ein Gesamterlös von 3000 Mark, der den Kriegsversehrten gespendet wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Basteln und Weihnachtsbäume</h2>



<p>Allen war bewusst: Es standen keine Festtage der Üppigkeit bevor. Der Mangel machte erfinderisch. Es wurde viel gebastelt. In der Norderstraße leitete eine „Weihnachtsfrau“ eine Werkstatt mit zwölf fleißigen Helferinnen. Eltern lieferten Stoffreste, Flicken, Holzwolle und Nähgarn an. Material, das sich in Teddys und Puppen verwandelte. In der Angelburger Straße waren zwei junge Frauen tätig. Sie wollten eigentlich Kunstgeschichte studieren, bekamen aber keinen Studienplatz und fertigten deshalb mit einigen Unterstützern Spielzeug, Steckenpferde, Puppenwagen und Weihnachtsschmuck aus Pappe, Wolle oder Holz. Lederfetzen und Segeltuchreste eigneten sich für Gürtel und Taschen. Auch Jugendgruppen der Kirchengemeinden und Verwundete in den Lazaretten beteiligten sich an den immer umfangreicher werdenden Bastelaktionen. So manches Holz- oder Stofftier wurde schließlich in den Schaufenstern der Flensburger Innenstadt präsentiert.</p>



<p>Bereits einen Monat vor dem Fest hatte die Militärregierung mitgeteilt, dass keine „geistigen Getränke“ ausgeschenkt, Weihnachtsbäume hingegen geschlagen werden dürften. Ein Marktmeister versprach: „Für Flensburg werden genug Weihnachtsbäume geliefert.“ Am Südermarkt, am Burgplatz und an 14 weiteren Stellen wurde ein amtlicher Verkauf eingerichtet. Dennoch „bediente“ sich manch einer in einem nahen Wald. Die Polizei vermeldete die Tage vor Heiligabend, viele Diebstähle von Geflügel und Kaninchen im Flensburger Umland.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weihnachten im Flüchtlingslager</h2>



<p>Recht kurzfristig hob die Militärregierung die obligatorische Ausgangssperre für die Heilige Nacht, die Nacht auf den zweiten Feiertag und den Jahreswechsel auf. Das städtische Kulturamt und der Flüchtlingsausschuss luden an Heiligabend für 14 Uhr zu einer „Weihnachtlichen Feierstunde für Flüchtlinge und deren Kinder“ ins Deutsche Haus. Orgelmusik, Gesang, Darbietungen und Ansprachen prägten einen Nachmittag, den nur ein kleiner Teil der Flüchtlinge miterlebte. Im Barackenlager Kielseng war man froh, den Ofen mit Holz heizen zu können. Bereits gegen zehn Uhr waren britische Soldaten aufgekreuzt und hatten unter den vielen Menschen Weißbrot und Zigaretten verteilt. Viel waren traurig und jammerten über das Elend und die zerstörte Heimat. Ein Engländer versuchte zu trösten: „In spätestens 15 Jahren ist Deutschland wieder aufgebaut.“</p>



<p>Am Nachmittag diente der Wirtschaftsraum des Lagers als Bühne für ein Krippenspiel. Engel mit aufgekrempelten Hemdsärmeln schlichen über den Boden. Ein Pastor hielt eine Predigt. Frauen und Männer sangen: „Stille Nacht, heilige Nacht“. Dabei weinten fast alle und dachten an schönere Zeiten. In den Baracken waren Weihnachtsbäume in Blechdosen aufgestellt, geschmückt mit Sternen aus Glanzpapier. Bei den Geschenken für die Kinder dominierten Papierblöcke, selbstgenähte Puppen und Blechbüchsen-Karusselle. Das Kielsenger Weihnachtsmenü lautete: Weißbrot mit Grießschmalz und gerösteten Steckrübenscheiben. Dazu tranken viele eine halbe Tasse Punsch.</p>



<p>Der offizielle Bericht des Stadternährungsamts skizzierte für die Tage vom 21. Dezember 1945 bis zum 3. Januar 1946 die allgemeine Knappheit in der Lebensmittelversorgung: Während Vollmilch ausreichend vorhanden war, boten die Bäckereien nur Weizenmischbrot an. Weißkohl, Rotkohl und Steckrüben prägten die bescheidene Flensburger Gemüse-Vielfalt. „Mit Ausnahme von zwei Pfund je Kopf der Bevölkerung zu Weihnachten sind seit etwa acht Wochen keine Kartoffeln mehr an die Verbraucher ausgegeben worden“, schrieb ein Beamter. „In den letzten Tagen wurde ein Schiff mit 190 Tonnen Speisekartoffeln von Schottland im Flensburger Hafen gelöscht, aber noch nicht verteilt.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein recht umfangreiches Kulturprogramm</h2>



<p>Angesichts der leeren Teller war das Flensburger Kulturprogramm für die Festtage erstaunlich reichhaltig. Im Deutschen Haus inszenierte das Stadttheater am ersten Feiertag mit „Die spanische Fliege“ einen Schwank, der zwölf Jahre lang von den Bühnen verbannt war. In der „Neuen Harmonie“ sorgte der damals bekannte Schauspieler Hermann Speelmanns mit seiner Wanderbühne an drei Abenden für ein volles Haus. Die beheizte Nikolaikirche belebten am zweiten Feiertag Flensburgs Top-Sängerin Gerty Molzen, der Kantatenchor und ein Theaterspiel. Da war ein sportlicher Leckerbissen bereits verdaut. Der Sportverein Flensburg 08 hatte seinen angestammten Platz am Sender saniert und tatsächlich am ersten Weihnachtstag mit einigen Fußballspielen eingeweiht. Tags darauf folgte der Feldhandball.</p>



<p>Auch zwischen den Tagen ruhte die Kulturszene nicht. Täglich wurde um 14.30 Uhr im Deutschen Haus das Märchenspiel „Die Gänsehirtin am Brunnen“ aufgeführt. In den Kinos „Colosseum“ und „Capitol“ lief die „Große Freiheit Nr. 7“ mit Hans Albers. Ein Film, der im Dezember 1944 der NS-Zensur zum Opfer gefallen war und nun von der Militärregierung freigegeben wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein eher beschaulicher Jahreswechsel</h2>



<p>An Silvester bot das Deutsches Haus mit „Die spanische Fliege“ den letzten kulturellen Nachschlag für 1945. Um 23.30 Uhr begann der Silvester-Gottesdienst in der Marienkirche. Die Polizei registrierte bis auf ein paar eingeschlagene Fensterscheiben einen sehr ruhigen Jahreswechsel. Nur in den Hauptstraßen wurde etwas Feuerwerk gezündet. Die Feuerwehr pumpte an Silvester den vollgelaufenen Keller des Bahnhofshotels leer, und rettete drei junge Pferde aus einem Löschteich in der Schützenkuhle – als das Jahr 1946 gerade einmal zehn Stunden alt war.</p>



<p>Kurz darauf meldete ein Marineoffizier aus Mürwik: „400 Ostflüchtlinge eingetroffen“. Die deutschen Soldaten stellten eine beheizte Baracke zur Verfügung – mit 250 Betten und Stroh. Die Royal Navy ordnete an, dass das Lager bis zum 5. Januar um 18 Uhr geräumt sein müsse, da mit Truppen aus Norwegen zu rechnen wäre. 1946 schien mit den Herausforderungen zu beginnen, mit denen 1945 geendet hatte. Oberbürgermeister Jacob Clausen Möller hatte in der Weihnachtssitzung der Stadtvertretung den „Kampf gegen die Überbevölkerung der Stadt, gegen Kälte und Hunger“ zu den wichtigsten Aufgaben der Politik erklärt. Er zeigte sich zuversichtlich: „Bei bereitwilliger, harter Arbeit wird das kommende Jahr keinen Rückgang, sondern Fortschritt bringen.“&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner  </em></p>
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