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	<title>Geschichte Archive - Flensburgjournal</title>
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	<description>Dein Magazin für Flensburg und Umgebung</description>
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		<title>Die Geschichte der Familie Danielsen in Flensburg &#8211; Kapitel 1</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2026 08:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Die Geschichte der Familie Danielsen in Flensburg]]></category>
		<category><![CDATA[Familie Danielsen]]></category>
		<category><![CDATA[flensburg]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Danielsen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor einigen Jahren wurde uns, dem „Flensburg Journal“, aus einem Antiquariat eine über 300 Seiten umfassende Chronik zur Verfügung gestellt. Es handelt sich dabei um „Die Geschichte der Familie Danielsen in Flensburg“, zusammengestellt von „Peter Tramsen, Flensburg 1951“. Die Geschichte beinhaltet insgesamt 15 Kapitel unterschiedlicher Länge, beginnend mit dem ersten Peter Danielsen um das Jahr [&#8230;]</p>
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<p>Vor einigen Jahren wurde uns, dem „Flensburg Journal“, aus einem Antiquariat eine über 300 Seiten umfassende Chronik zur Verfügung gestellt. Es handelt sich dabei um „Die Geschichte der Familie Danielsen in Flensburg“, zusammengestellt von „Peter Tramsen, Flensburg 1951“. Die Geschichte beinhaltet insgesamt 15 Kapitel unterschiedlicher Länge, beginnend mit dem ersten Peter Danielsen um das Jahr 1655, und endet mit Kapitel 15 über das Leben des Joachim Wilhelm Danielsen, von 1842 – 1916.</p>



<p>Die Chronik besteht aus über 300 Seiten Pergamentpapier, die ursprünglichen Texte sind allesamt mit der Schreibmaschine erstellt worden – Bilder bzw. Zeichnungen oder gar Fotos enthält das originale Werk nicht. Mehrere Redakteure des „Flensburg Journals“ haben die einzelnen Kapitel bearbeitet und teilweise wegen der besseren Verständlichkeit gekürzt. </p>



<p>In der Ihnen vorliegenden Ausgabe des „Flensburg Journals“ beginnen wir mit dem Abdruck der genannten Familiengeschichte, die aus unserer Sicht bestens dafür geeignet ist, die Geschichte und das Leben in Flensburg seit etwa der Mitte des 17. Jahrhunderts bis schließlich ins Jahr 1920 authentisch anhand der persönlichen Schicksale der jeweiligen Generationen einer alteingesessenen Flensburger Familie zu erzählen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Peter Danielsen, ca. 1655 – 1732</h2>



<p>Im Frühling des Jahres 1677 erschien in der alten Fischereisiedlung St.&nbsp;Jürgen, die vor den Mauern der Stadt Flensburg lag, ein Bauernbursche aus der nachbarlichen Landschaft Angeln. Er hatte dort Arbeit gefunden und sich bei einem Bewohner St.&nbsp;Jürgens eingemietet, um in unmittelbarer Nähe der Stadt Fuß fassen zu können. Die Fischersiedlung lag am Ostufer des Flensburger Hafens und bildete die natürliche Fortsetzung des im Süden der Stadt liegenden Kirchspiels St.&nbsp;Johannis, ohne jedoch zum Stadtgebiet zu gehören. Die Seefahrer und Fischer wohnten dort in ihren kleinen Häusern, die im Schutze der östlichen Anhöhe in einer langen Reihe am Hafen entlangliefen, ein jedes mit einem Stückchen Garten versehen und mit dem üblichen Trockenplatz für das Aufhängen und Flicken von Netzen. Eine Hafeneinfassung gab es noch nicht, sondern die Wellen spülten ungehindert an den Strand, und vor jedem Grundstück führte eine Brücke oder ein Laufsteg, an denen die Boote lagen, in das Wasser. Die Siedlung war nach Adelby eingepfarrt, einem Kirchdorf, das 2 Kilometer südöstlich der Stadt lag, dorthin gingen die Bewohner auch allsonntäglich zur Kirche. In der Adelbyer Kirche wurde um diese Zeit in deutscher Sprache gepredigt, obgleich das Herzogtum Schleswig, dessen größte Stadt das benachbarte Flensburg war, von jeher zum dänischen Reich gehört hatte. Aber seit dem ausgehenden Mittelalter war das Deutschtum von Süden her vorgedrungen und hatte sich in Schleswig schon so verankert, dass die Amts- und Kirchensprache und die Umgangssprache der gebildeten Stände jetzt Deutsch war. König Christian&nbsp;V., der seit 1670 im Lande regierte, sah hierin wohl seiner Macht und seinem Reich eine Gefahr erwachsen, aber seine dauernden Kämpfe gegen Holstein brachten den Schleswigern nur Unruhe und Not und beseitigten doch nicht das eingedrungene Deutschtum.</p>



<p>Der junge Bauernbursche, der sich in St.&nbsp;Jürgen niedergelassen hatte, war etwa 22 Jahre alt. Er hieß Peter Daniels und stammte aus dem großen Kirchdorf Sterup in Nordangeln. Ob sein Vater Hufner oder Inste, Bauer oder Tagelöhner gewesen ist, ist unbekannt. Wahrscheinlich hat er Daniel geheißen, und nach den im Herzogtum Schleswig üblichen Regeln der patronymischen Namensgebung hatte der Sohn als Zunamen den Vornamen des Vaters bekommen und war Peter Daniels oder Danielsen (Daniels Sohn) genannt worden. Man sollte ihn sich als großen, kräftig gebauten Menschen vorstellen, mit groben Gesichtszügen und schweren Gliedern, da diese in den nach ihm kommenden Generationen die Merkmale der Familie sein sollten. Peter Danielsen, der seine Kindheit auf dem Lande verbracht hatte, wird nur Angeliter Dänisch oder Plattdeutsch gesprochen haben und, als er nach St.&nbsp;Jürgen kam, des Hochdeutschen kaum mächtig gewesen sein.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Gemeindemitglied in Adelby</h3>



<p>Zum ersten Male finden wir ihn im Jahre 1677 am Sonntage Quasimodogeniti, dem 22.&nbsp;April, unter den Abendmahlsgästen der Kirche zu Adelby verzeichnet. Es gehörte sich für jeden Christen, der etwas auf sich hielt und der in gutem Ruf bei seinen Mitchristen zu stehen wünschte, regelmäßig zum Sonntagsgottesdienst in die Kirche zu gehen und ein- bis zweimal jährlich an der Beichte und am Heiligen Abendmahl teilzunehmen. Und die Pastoren führten genauestens Buch darüber, wer von ihren Gemeindemitgliedern kommunizierte und wann ihnen das Abendmahl gereicht worden war. Im Herbst 1677 ist Peter Danielsen wieder unter den Abendmahlsgästen zu finden. Da er beide Male allein kommunizierte, wird er noch unverheiratet gewesen sein. Erst zwei Jahre später, am 23.&nbsp;Sonntage nach Trinitatis, dem 23.&nbsp;November 1679 werden unter den Abendmahlsgästen genannt: Peter Danielsen cum uxore (Lateinisch: „mit seiner Frau“)</p>



<p>Und in den kommenden Jahren nimmt er das Abendmahl regelmäßig zusammen mit seiner Frau. Er wird sich demnach im Sommer 1679 verheiratet haben. Seine Frau hieß Judith. Woher sie stammte und wie ihr Mädchenname war, ist nicht bekannt. Jedenfalls ist sie nicht in St.&nbsp;Jürgen geboren, und es ist anzunehmen, dass sie wie ihr Mann aus bäuerlichen Verhältnissen kam. Von beiden sind die Eltern nicht bekannt, sie sind somit die Stammeltern der hier beschriebenen Familie Danielsen, die aus der „Ungeschichtlichkeit“ des bäuerlichen Lebens heraustraten, sich im Bereich der Stadt niederließen, wo die Bürger schon historisch dachten und wo die Geschichte jeder Generation genauestens festgehalten wurde.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Bürger in Flensburg</h3>



<p>Über Peter Danielsens Beruf ist nichts bekannt. Er war wohl ein kleiner Mann, der gegen Tagelohn arbeitete und der nach der damaligen Einstufung der bürgerlichen Rangklassen zur vierten und zweitniedrigsten Bevölkerungsschicht gehörte, die gleich nach den Bettlern und Obdachlosen kam. Er besaß nichts als seiner Hände Arbeit, und die wurde von den Menschen jener Zeit nicht hoch bewertet. Die Danielsens wollten unbedingt Bürger der Stadt Flensburg werden, und ebendort ein eigenes Haus besitzen. Hierfür wurde das verdiente Geld gespart, und 14 Jahre später sollte sich dieser Wunsch erfüllen. Peter und Judith bemühten sich, die Achtung der Bürger St.&nbsp;Jürgens zu gewinnen, machten sich an jedem Sonntag auf den weiten Weg zur Adelbyer Kirche, um Pastor Nikolai Jebsen predigen zu hören, gingen regelmäßig zur Beichte und zum Abendmahl.</p>



<p>Am Ostersonnabend, dem 10.&nbsp;April 1680, wurde dem jungen Paar ein Sohn geboren, der ihr einziges Kind bleiben sollte. Am zweiten Ostertag, dem 12. April, wurde der Junge in der Kirche zu Adelby getauft und erhielt nach seinem Vater den Namen Peter Danielsen. Nach erfolgter Taufhandlung trug Pastor Jebsen ins Kirchenregister ein:</p>



<p><em>1680, Festus 2. Paschatos, Peter Danielsen und Judith Daniels in St. Jürgen ein Sohn Peter.</em><br><em>Gefattern: Johann Will, Erich Jensen, Fr. Agathe Lorentzen, Sünne Hanses.</em><br><em>In St. Jürgen ansässig</em></p>



<p>Um diese Zeit muss Peter Danielsen eines der kleinen Fischerhäuser erworben haben. Um dort billiger zu wohnen, schränkten er und seine Frau sich ein und vermieteten einige Stuben, denn eine Kirchenbucheintragung in Adelby besagt, dass am 11. Januar 1683 ein Kind des Mattiß Lundt, der „anito bey Peter Danielsen“ wohne, begraben sei. In diesem Hause verbrachte der Sohn seine Kindheitsjahre, und wuchs mit den Nachbarskindern in das Schifferdasein von St. Jürgen hinein. In St. Jürgen war das Leben, anders als in der Stadt oder auf dem Lande, von der Seefahrt geprägt, die Männer zog es in die Ferne, oft waren sie monatelang von zu Hause fort, viele blieben gar früher oder später verschollen, und nur wenigen war es vergönnt, ihren Lebensabend in einem der niedrigen Häuser am Wasser zu verbringen. Die Frauen lebten in ständiger Angst um ihre Männer, mussten die Kinder gar allein erziehen, wenn der Mann auf See geblieben war, und waren abhängig von der Milde und Freundschaft ihrer Nachbarn. Die Kinder lernten früh die Sorgen der Mütter, aber sie erbten von den Vätern die Sehnsucht nach der Ferne, und so zog es die meisten Jungen auf die See, sie wurden Seemann oder Fischer. 1690 zogen die Danielsens nach Flensburg, verkauften ihr Haus in St.&nbsp;Jürgen, erwarben im Kirchspiel St. Johannis ein Haus mit Stall und Wagenschuppen, das in der Angelbo-Straße außerhalb der sogenannten St.&nbsp;Johannispforte lag: etwa auf der Strecke zwischen der heutigen Heinrichstraße und dem Hafermarkt. Dieses alte Stadttor stand in der heutigen Angelburger Straße an der Stelle, wo die Süderhofenden einmünden und die Eisenbahnbrücke über die Straße führt.</p>



<p>Flensburg war die zweitgrößte Stadt der dänischen Monarchie und hatte um 1690 eine Einwohnerzahl von etwa 750 Bürgern mit ihren Hausständen. Die mauerumgebene Stadt erstreckte sich an der Westseite eines natürlichen Hafens und bestand eigentlich nur aus einer langen Straße, von der hin und wieder eine Gasse zum Hafen hinunter- oder zur westlichen Anhöhe hinaufführte. Zwei Marktplätze bildeten die natürlichen Zentren, Norder- und Südermarkt, und um diese gruppierten sich die beiden großen Kirchspiele St. Marien und St. Nikolai&nbsp; mit ihren aus dem späten Mittelalter stammenden schönen gotischen Kirchen. Das kleine St. Johannis schloss sich ostwärts an, und bildete das Ausfalltor in das fruchtbare Angeliter Land. Stadt und Hafen wurden beherrscht vom Schloss Duburg, das oberhalb des Marienkirchspiels auf einer Anhöhe lag. Hier war vor reichlich 40 Jahren König Christian&nbsp;V. geboren, als seine Eltern, das damalige dänische Kronprinzenpaar, in Flensburg Hof hielten; die Flensburger Bürger brachten deshalb diesem König als einem Kind ihrer Stadt besondere Sympathien entgegen.&nbsp;</p>



<p>Flensburg war zwar größte Provinzstadt des dänischen Reiches, aber die Wirtschaft der Stadt stagnierte nach einem blühenden Aufschwung im 16. Jahrhundert jetzt im Jahrhundert der Kriege. Immerhin lag den Bürgern, die vorwiegend von Handel und Seefahrt lebten, der Unternehmergeist seit Generationen im Blut, und sie verstanden es den Handel langsam wieder zu beleben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Rechte und Pflichten</h3>



<p>In dieser Stadt sollte Peter Danielsen nun Bürger werden. Nachdem er Haus und Hof erworben hatte, meldete er sich beim Dinggericht zur Erlangung der Bürgerwürde an. Im selben Jahre 1690 schwor er als Neubürger der Stadt Flensburg seinen Bürgereid, indem er auf dem Thingplatz hinter dem Rathaus im Beisein des Bürgermeisters und der versammelten Ratsherren die Hand auf den Degenkopf des Stadtvogtes legte und die Eidesformel sprach.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Bürger konnte nur der werden, der imstande war, die Steuern und Abgaben zu entrichten, sich und seine Familie zu ernähren, und der ein eigenes Haus und Grundstück besaß. Er musste „hausgesessen sein und sein eigen Feuer und Rauch halten“. Vor Erteilung des Bürgerrechts hatte er neben einer Gebühr an Stadtvogt und Kämmerer eine „Eintrede“ in Höhe von 3 Mark Lübsch zu entrichten. Als Bürger genoss er den Schutz der Stadt, sein Grundbesitz konnte ihm nicht genommen werden, und es durfte ihm und den Seinen künftig von keiner Seite Gewalt geschehen.</p>



<p>Mit den Rechten eines Bürgers hatte er allerdings auch dessen Pflichten übernommen, und schon bald meldete sich die Kirche St. Johannis, um dem neuen Gemeindemitglied ihre Forderungen vorzuhalten. Jeder junge Bürger war verpflichtet, ein Jahr lang als Kirchengeschworener die Rechnungsgeschäfte seines Kirchspiels zu verwalten und über Einnahmen und Ausgaben genauestens Buch zu führen. Dieses Ehrenamt war Voraussetzung dafür, später als Deputierter der Bürgerschaft in das Stadtkollegium gewählt zu werden. Wer das nicht wollte oder konnte, musste sich freikaufen. Zweifellos war Peter Danielsen für dieses Amt nicht geeignet, und kaufte sich also frei. Bei der Begleichung dieser Schuld ließ er sich jedoch viel Zeit, wie vier Jahre später im Rechnungsbuch von St. Johannis nachzulesen war:</p>



<p>„1694: Peter Daniel erscheinet gegenwärtig und gelobet, der Kirchen auf Künftige zu bezahlen 15 Mark Lübsch.“ In D-Mark umgerechnet waren das etwa 90 Mark, in den heutigen Euro also etwa 45 Euro.</p>



<p>Unserem Protagonisten war es schon wichtig, seine Rechte in der Gemeinde zu wahren. Jeder Bürger hatte damals in der Kirche seinen bestimmten Platz, für den er folgerichtig eine bestimmte Miete an die Kirche zu entrichten hatte. Anfangs gab es für seine Gemahlin Judith dort keinen freien Platz, ein Missstand, der über fünf Jahre andauerte. Darüber beschwerte Peter sich, indem er daran erinnerte, dass er „zum Bau der Steule auch das Seinige gegeben, seine frau aber genöße daför keine Stelle. Es möge doch eingezeichnet werden, dass seine frau alsdann die nechste dazu sein mögte, die einen solchen erhielte.“</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Sohn Peter</h3>



<p>Der Sohn Peter war, wie vorauszusehen war, Seemann geworden, und nachdem er das Vaterhaus verlassen hatte, lebten die Eltern dort allein mit ihrem Gesinde. 1709 führte der Sohn ihnen eine Schwiegertochter zu, ein junges Mädchen aus dem Kirchspiel namens Maria Hack, und erwarb in der Nachbarschaft zwei Jahre später ein eigenes Haus, in dem die Schwiegertochter in den kommenden Jahren einer Reihe von Enkeln das Leben schenkte.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Flensburg leidet</h3>



<p>In diesen Jahren wurden die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse zunehmend belastender für Flensburgs Bürger. Die Stadt hatte sich, bedingt durch die zahlreichen Kriege, von der zunehmenden Verarmung nicht erholen können, die Einwohnerzahl war um die Hälfte gesunken, um 1700 lebten nur etwa 600 Bürger in der Stadt, viele davon völlig verarmt. Im Herbst 1712 zogen dänische Truppen über die Elbe, um die aus Mecklenburg vorrückenden Schweden zu bekämpfen, wurden aber zurückgedrängt und bei Gadebusch in Holstein vom Schweden-General Stenbock geschlagen. Stenbock ließ die Stadt Altona niederbrennen, weil man die auferlegte Brandschatzung nicht zahlte, und rückte nun auf Flensburg vor, deren Bürger mit Entsetzen den kommenden Ereignissen entgegensahen.</p>



<p>Am Silvestertag 1712 war König Friedrich IV. in Flensburg eingezogen und hatte Quartier auf Schloss Duburg genommen, um fünf Tage später nach Fredericia weiterzuziehen. Während dieser Tage verwandelte Flensburg sich in ein Heerlager, fast jedes Bürgerhaus in den drei Kirchspielen hatte Soldaten als Einquartierung aufzunehmen. Die Leibgarde war in Adelby untergebracht, und so herrschte ein starker Verkehr in der Angelbo-Straße an Danielsens Haus vorbei.</p>



<p>Die Flensburger Bürger waren geschockt, als in einem sogenannten Brandbrief des Generals Stenbock an sie stand, dass er ihnen eine sofort zu zahlende Kontribution von 26.680 Reichstalern auferlegte. Am 19. Januar erschienen die ersten Schweden vor dem Roten Tor, die sogar eine wesentliche höhere Forderung von 62.000 Talern als Sofortzahlung stellten. Dies bedeutete für jeden Bürger einen Aderlass von rund 100 Talern, eine für die damalige Zeit enorm hohe Summe, die nur aufgebracht werden konnte durch das beispiellose Opfer einiger wohlhabender Bürger. Danielsens Familie kam glimpflich davon, hatte sein Sohn doch kurz zuvor ein eigenes Schiff sowie ein Haus gekauft, somit nur wenig Geld zur Verfügung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Flensburg erholt sich langsam</h3>



<p>Flensburg blieb dank der Einlösung der genannten Forderung das Schicksal Altonas erspart, wenn gleich die Bürger weiterhin harte Lasten zu tragen hatten. Die Schweden verlangten weiterhin Lieferung von Naturalien, und als sich einige Wochen später das Kriegsglück wendete, und die dänischen Truppen zurückkehrten, verlangten diese ebenso wie die Vorgänger Lieferung von Naturalien. Die Bürger verzweifelten allmählich, und der Rat der Stadt musste mit größter Schärfe vorgehen, um das letzte Vieh aus den Ställen und die letzten Getreidesäcke von den Böden holen zu lassen. Die Stadt hatte noch lange unter den Nachwirkungen dieses großen Aderlasses zu leiden, wenn die Bürger auch dankbar anerkannten, dass ihnen durch die Entschlossenheit ihrer Stadtvertretung noch größeres Unheil erspart geblieben war. Erst 1720 wurde zwischen Dänemark und Schweden Frieden geschlossen, die Vermittlungsmächte England und Frankreich garantierten Dänemark den fortdauernden Besitz des Herzogtums Schleswig. So bestand für Flensburg Aussicht auf ruhigere Zeiten, die Bürger wollten nichts mehr als unter dem Schutz des Königs friedlich ihrem Handel und Wandel nachgehen zu können.</p>



<p>In die Lebenszeit von Peter und Judith Danielsen fällt auch die vom König am 17.&nbsp;Dezember 1718 erlassene spezielle Rang-Verordnung für die Stadt Flensburg. Anlass war ein Streit zwischen der Ehefrau eines Doktors sowie der eines Kaufmanns, wer wem in der Kirche den Vortritt zu lassen hat. Der König verfügte, dass der Rang der Frauen in Flensburg sich nach dem Rang ihrer Männer zu richten habe, und diese wurden in vier Klassen eingeteilt. Peter Danielsen gehörte demnach zur dritten Klasse, in die die selbständigen Handwerker und Fuhrunternehmer, die Schiffer sowie andere Selbständige eingestuft wurden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schicksalsschläge</h3>



<p>Im Mai 1721 verkaufte der Sohn sein Haus in St.&nbsp;Johannis und zog mitsamt Familie in das Marienkirchspiel, wo er sich im nördlichen Teil der Ramsharde ankaufte. Seine Eltern, mittlerweile alt geworden, blieben „buten der St.&nbsp;Johannis Porten“ wohnen, wo sie ihre letzten Lebensjahre verbrachten. Die tägliche Arbeit in Haus und Hof machte Peter Danielsen immer mehr zu schaffen, und 1730, inzwischen 75 Jahre alt, wollte er sein Anwesen an einen Maler namens Nikolai Vette verkaufen. Um den Verkauf entwickelte sich ein zäher Streit zwischen den Parteien, der sich in die Länge zog, und bei den Danielsens für viel Verdruss sorgte.</p>



<p>Das wurde jedoch gänzlich in den Schatten gestellt durch das große Unglück, das den alten Peter Danielsen und seine Frau traf: Der einzige Sohn Peter war im Herbst 1731 mit seinem Schiff untergegangen, und fand im besten Mannesalter den Seemannstod. Der Schmerz über den Tod des Sohnes hatte den Eltern, nach einem bis hierhin durchaus erfolgreichen Lebensweg, die Lebenskraft genommen, denn nur wenige Monate später starben sie beide kurz nacheinander. Aus dem Rechnungsbuch der Kirche ist zu ersehen, dass sie beide im Jahr 1732 auf  dem St.&nbsp;Johannis-Kirchhof begraben wurden.</p>



<p>Erst nach dem Tod der Danielsens übernahm der Maler Vette das Haus, und der Erlös aus dem Verkauf ging an die vier Söhne des ertrunkenen Sohnes. So verschwand die Familie aus dem Kirchspiel St.&nbsp;Johannis, denn die Enkel wohnten jetzt in der großen Mariengemeinde, wo sie und ihre Nachkommen die folgenden 200 Jahre ansässig bleiben sollten.</p>



<p><em>Text: Redaktion Flensburg Journal    </em></p>
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		<title>Die Geschichte des Twedter Placks</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jun 2026 15:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburg]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Twedter Plack]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Begriff „Twedter Plack“ (eigentliche Bedeutung: Twedter Platz; verkürzt im täglichen Sprachgebrauch häufig auch nur als „Plack“ bezeichnet) steht für den besagten Platz, gleichzeitig beschreibt er das um diesen Platz herum entstandene Stadtteilzentrum auf dem Ostufer der Flensburger Förde. Der Twedter Plack ist unbestritten seit mehreren Jahrzehnten das Zentrum des Flensburger Stadtteils Mürwik. Die Geschichte [&#8230;]</p>
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<p>Der Begriff „Twedter Plack“ (eigentliche Bedeutung: Twedter Platz; verkürzt im täglichen Sprachgebrauch häufig auch nur als „Plack“ bezeichnet) steht für den besagten Platz, gleichzeitig beschreibt er das um diesen Platz herum entstandene Stadtteilzentrum auf dem Ostufer der Flensburger Förde. Der Twedter Plack ist unbestritten seit mehreren Jahrzehnten das Zentrum des Flensburger Stadtteils Mürwik.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="813" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-C-07308.jpg" alt="" class="wp-image-86799" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-C-07308.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-C-07308-295x300.jpg 295w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-C-07308-768x780.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-C-07308-413x420.jpg 413w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-C-07308-696x707.jpg 696w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mürwik von oben, 1968</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Geschichte</h2>



<p>Der Name Twedt ist dänischen Ursprungs und bezeichnet einen Ort in Waldesnähe. Orte gleichen Namens gibt es auch bei Tolk in Angeln, Twedt/Tved bei Tondern und noch im Süden der Stadt Kolding. Im Vergleich zu den westlichen Nachbardörfern behielt diese Ansiedlung lange seine ländliche Prägung. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden größere Wohngebiete neben den alten Häusern. Noch im Jahre 1960 war am Twedter Plack das bebaute Ende Mürwiks erreicht.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="800" height="562" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-C-01251.jpg" alt="" class="wp-image-86797" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-C-01251.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-C-01251-300x211.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-C-01251-768x540.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-C-01251-598x420.jpg 598w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-C-01251-696x489.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-C-01251-100x70.jpg 100w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Garagen und Tankstelle Fördestraße, 1955</figcaption></figure></div>


<p>Einen Stadtteil namens Twedt gab und gibt es nicht – allerdings gab es den kleinen Ort oder Flecken Twedter Holz an der Grenze zur kreisfreien Stadt Flensburg, der über Jahrhunderte nach und nach zu einer größeren Siedlung und Landgemeinde herangewachsen war und 1910 eingemeindet worden ist. Der ursprüngliche Bereich des Dorfes Twedter Holz gehört heute als Teil des Stadtbezirks Solitüde zum Stadtteil Mürwik.</p>



<p>Namentliche Überbleibsel sind neben dem Twedter Plack einige Straßennamen in dieser Gegend, wie der Twedter Strandweg, Twedter Feld oder Twedter Mark. Das Wort „Plack“ ist plattdeutsch und hat die Bedeutung Fleck oder Platz.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="800" height="410" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-C-01237.jpg" alt="" class="wp-image-86796" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-C-01237.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-C-01237-300x154.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-C-01237-768x394.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-C-01237-696x357.jpg 696w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fördestraße Ecke Solitüder Str., 1952</figcaption></figure></div>


<p>Der Twedter Plack wurde Anfang der 1960er Jahre als rechteckiger Rasenplatz mit umliegender Begrünung am Rande und zusätzlich mit Parkbänken angelegt. Am 5. April 1961 erhielt die gleichnamige und sehr kurze Straße „Twedter Plack“, direkt am eigentlichen Platz Twedter Plack gelegen, ihren Namen. Um den Platz herum entstand mit verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten das neue Stadtteilzentrum Mürwiks. Das einstige alte Zentrum Mürwiks lag zuvor weiter südwestlich bei der Kreuzung der Mürwiker Straße mit der Blücherstraße und Swinemünder Straße.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Entwicklung des Stadtteilzentrums</h2>



<p>Der Twedter Plack wurde nach und nach – im Laufe der vergangenen Jahrzehnte &#8211; neben dem ZOB in der Innenstadt Flensburgs und dem Südermarkt zu dem wohl wichtigsten Knotenpunkt für den Busverkehr auf der gesamten Ostseite der Stadt. Schon 1950 war eine erste Buslinie vom ZOB nach Solitüde eingerichtet worden. Spätestens seit dem Jahr 1958 hielt dann ein Bus regelmäßig beim damaligen Vergnügungslokal Johannisgarten (heute steht auf jenem Grundstück Fördestraße 57 das neue „Ärztehaus Johannisgarten“). Schrittweise wurden weitere Buslinien zum Plack eingerichtet.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="591" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-B-03341.jpg" alt="" class="wp-image-86795" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-B-03341.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-B-03341-300x222.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-B-03341-768x567.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-B-03341-569x420.jpg 569w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-B-03341-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/XIV-Foto-B-03341-696x514.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Stadtbus am Twedter Plack, 1959</figcaption></figure></div>


<p>Der Stadtteil Mürwik änderte sich rasant ab etwa Mitte der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts. Das lag auch am Einzug der Bundeswehr, die ab 1955 ihre neue Heimat in den Kasernen des neuen Marinestützpunktes sowie der neuen Marinefernmeldeschule fand. Auch die Marineschule mit der gesamten Offiziersausbildung wurde wieder als Bundeswehrliegenschaft genutzt, und nicht zuletzt das Kraftfahrt-Bundesamt KBA, das nach einer 1959 getroffenen politischen Entscheidung für den Neubau der Behörde an der Fördestraße nach Fertigstellung des Neubaus 1965 dort einzog und die Arbeit aufnahm. Das ging einher mit diversen Bauvorhaben im Stadtteil Mürwik. In den Bereichen Friedheim/Kiefernweg, Kiefernweg/Eichenkratt, dazu Fördestraße/Heinz-Krey-Hof sowie am Twedter Berg/Twedter Mark und Am Soot, waren Zighunderte von Wohnungen geplant und wurden schließlich auch gebaut, nicht zu vergessen die Straßenzüge des „Baumviertels“ um den Kiefernweg wie Birkenweg, Tannenweg, Erlenweg, Mistelhof usw., zudem die vielen Wohnblöcke entlang der Straßenzüge Marrensdamm und Marrensberg, die auch dafür sorgten, dass Mürwiks Einwohnerzahl stieg und stieg und so zu einem großen Stadtteil und Wohngebiet aufwuchs.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die noch heute gegebene Grundform entwickelt sich</h2>



<p>Im Laufe der Zeit stieg offenbar nicht nur die Kaufkraft der Bevölkerung, sondern auch das Einkaufsverhalten der Menschen änderte sich, und die Supermärkte am Plack wurden ständig erweitert. In den Jahren 1995 und 1996 wurde nördlich (direkt gegenüber) vom Plack an der Fördestraße, heute die Hausnummern 63 und 63a-b,  ein rotes backsteinernes Wohn- und Geschäftshaus errichtet, das seitdem den nördlichen Rand des Platzes bildet. Dort auf jenem Grundstück befand sich noch in den 70er Jahren eine Tankstelle, die im Jahre 1979 von Erwin Ehrich übernommen wurde. Der zog jedoch schon knapp drei Jahre später weiter nach Engelsby und eröffnete an der Nordstraße ein Auto­haus („Meister Ehrich“). </p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-01.jpg" alt="Ladenzeile Marrensdamm" class="wp-image-86783" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-01.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-01-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-01-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-01-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-01-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ladenzeile Marrensdamm</figcaption></figure></div>


<p>Im Jahr 2002 wurde der südliche Teil des rechteckig angelegten Platzes Twedter Plack zu einem Parkplatz umgestaltet. Auf jenem Parkplatz fand seitdem fast 20 Jahre lang regelmäßig ein Wochenmarkt statt – der sich insbesondere in den Jahren der Corona-Pandemie immer mehr verkleinerte und heute praktisch nicht mehr existiert. Von 1998 bis 1999 wurde die historische Kate in der Fördestraße 68 für Wohn- und Geschäftszwecke umgebaut. Ein Optiker bezog als Erstes die Kate und gab ihr den Namen „Brillenkate“ – jedoch hatte das Geschäft nicht lange Bestand, später zog dort eine Boutique ein, der wiederum folgte ein Büro einer Immobilienverwaltung. Heute steht die historische Kate leider wieder leer.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-04.jpg" alt="" class="wp-image-86784" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-04.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-04-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-04-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-04-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-04-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ecke Twedter Plack/Marrensdamm</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der Beginn der Umgestaltung zum heutigen Erscheinungsbild</h2>



<p>Im vergangenen Jahrzehnt gab es dann einige Umwälzungen im Stadtbild des Placks: Von 2014 bis weit ins Jahr 2015 hinein begann eine neue Erweiterung von Geschäften sowie eine größere gestalterische Runderneuerung am Twedter Plack.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-06.jpg" alt="" class="wp-image-86786" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-06.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-06-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-06-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-06-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-06-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Marrensdamm</figcaption></figure></div>


<p>Es wurden zunächst für die großen Discounter bzw. Supermärkte ALDI und EDEKA eigens entsprechende nagelneue Gebäude errichtet. So erhielt der Aldi-Markt einen „neuen“ Standort für seine Mürwiker Filiale etwa 100 Meter weiter östlich. Weitere neue Gebäude für zusätzliche Ladenlokale wurden anschließend auf dem ursprünglichen Standort von ALDI gegenüber des Johannisgartens gebaut. Die Erweiterung zog sich über geraume Zeit hin. In die neuen Räumlichkeiten zogen ein TEDI-Markt, die Asana-Apotheke, an der Frontseite zur Fördestraße ein Fitness-Center „Mrs. Sporty“ sowie ein Reisebüro ein. An der Straße Friedheim wurde das Back-Center der Bäckerei Hansen Mürwik heimisch – heute ein beliebter Treffpunkt nicht nur zum Brötchenholen, sondern auch zum Schnacken und Kaffeetrinken. Im gleichen Gebäude in den Obergeschossen sind noch eine Hautarztpraxis und ein IT-Geschäft ansässig geworden.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-17.jpg" alt="" class="wp-image-86788" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-17.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-17-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-17-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-17-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-17-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Passage „Am Plack“</figcaption></figure></div>


<p>Heute ist der Twedter Plack unbestritten das pulsierende Herz Mürwiks, er ist Knotenpunkt für den öffentlichen Nahverkehr, zahlreiche Dienstleister haben ihren Standort hier, natürlich auch zahlreiche Ärzte, drei Apotheken sowie das Medi-Zentrum am Plack einschließlich zweier Sanitätshäuser sowie Optiker- und Akustikgeschäfte, und er ist unbestritten das Einkaufszentrum für den täglichen Bedarf der Flensburger Bürger, die auf der Ostseite der Flensburger Förde zu Hause sind! Am westlichen Beginn der Straße Marrensdamm befand sich stets ein Supermarkt – erst namens coop, später umbenannt in Sky-Markt, heute heißt der gleiche Markt Rewe-Markt. Jede Umbenennung bedeutete gleichzeitig eine innere Umgestaltung des Geschäftes. </p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-34.jpg" alt="" class="wp-image-86793" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-34.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-34-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-34-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-34-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-34-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Back Center Twedter Plack</figcaption></figure></div>


<p>Im Frühjahr 2019 eröffnete die Bäckerei Hansen ihr BackCenter gegenüber dem NOSPA-Hochhaus. Neben den Einkaufsmärkten, Arztpraxen und unterschiedlichsten Dienstleistern haben sich längst auch Sportstudios angesiedelt, fürs leibliche Wohlbefinden sorgen ebenso gleich mehrere Anbieter, übrigens kommen am Plack auch Feinschmecker auf ihre Kosten, so gibt es z. B. die Flensburger Fischkate, die sich auf frische Fischspezialitäten aus der Region spezialisiert. Angeboten werden Räucher- oder Frischfisch, Salate oder vielseitige Fischplatten. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei! Einige Meter weiter an der Fördestraße Richtung Innenstadt im bereits erwähnten Hause Fördestraße 63 und 63 a sind neben einer weiteren Apotheke ein Döner-Imbiss sowie seitlich eine Versicherungsagentur und ein Friseur zu Hause. Seit dem Sommer 2025 haben am Marrensdamm – zwischen der NOSPA-Filiale und der Buchhandlung – gleich zwei unterschiedliche Gastronomiebetriebe ihre Pforten geöffnet: Unter einem gemeinsamen Dach bieten die Filiale der Fast-Food-Kette „Little Jacks“ und das Eiscafé „Flora“ ihre jeweiligen Spezialitäten an.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-05.jpg" alt="" class="wp-image-86785" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-05.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-05-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-05-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-05-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-05-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Neu am Plack: Kaffee- und Eisbar „Little Jack´s“</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Geschäfte und Institutionen am Plack – einst und teils auch heute noch</h2>



<p>Der Aldi-Supermarkt hatte seit Jahren seinen Standort an der Fördestraße, aber ist seit 2015 in einem Neubau zur Straße Friedheim zuhause; der alte Sparladen, in dem sich heute die Kloster-Bäckerei und Werner’s Shop befinden; Bäcker Meesenburg, eine Filiale des Flensburger Bäckereibetriebs am Plack. Früher gab es dort auch noch die Commerzbank (heute ist in den Räumen ein Barber-Shop zuhause), eine Filiale der Bank mit der Adresse Twedter Plack 1. Neben einer Filiale des Sanitätshauses „Schütt &amp; Jahn“ ist seit vielen Jahren die Boutique „Klamotte“ ansässig, neben dem Aldi-Markt findet sich ein EDEKA-Markt, in den 1980er Jahren ENO genannt, der zuletzt 2014/15 erweitert wurde. Im Supermarkt integriert sind ein Bäcker (Thaysen) sowie eine Poststelle mit Lotto- und Toto-Annahme. </p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-23.jpg" alt="" class="wp-image-86789" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-23.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-23-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-23-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-23-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-23-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fördestraße 63 und 63a</figcaption></figure></div>


<p>Des Weiteren findet man die Friedheim-Apotheke, Brillen-Rottler und Optik Hallmann am Marrensdamm. An der Fördestraße ist die Sonnen-Apotheke zuhause. Die Flensburger Fischkate, im alten Scheunengebäude des Jacobsenhofes, ein ehemaliger Bauernhof, ist seit Mitte der 1970er-Jahre ein Fischhändler beheimatet. Neueröffnung mit neuen Ladeninhabern im Februar 2014. Für Leseratten hat die „Buchhandlung am Plack“ ein umfangreiches Sortiment am Start. Die Nord-Ostsee Sparkasse, deren Filiale sich im Erdgeschoss des Twedter Plack Hochhauses befindet; Rossmann Drogeriemarkt, der Supermarkt Sky, eine Filiale der coop eG am östlichen Rand des Placks, die Filiale entstand um 1970, wurde mehrfach erweitert, zuletzt 2011. Die Star-Tankstelle, eine ehemalige Aral-Tankstelle, die schon seit Jahrzehnten am Plack existiert; TEDI, der Sonderpostenmarkt eröffnete im Jahr 2016. Vor Erbau der Plack-Passage war dort das Autohaus Thomsen zu Hause mit einer Reparaturwerkstatt, man zog jedoch 1991 um in die Osterallee 193. </p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-27.jpg" alt="" class="wp-image-86790" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-27.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-27-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-27-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-27-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-27-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Neues Ärtztehaus Johannisgarten</figcaption></figure></div>


<p>Es wurde die Twedter-Plack-Passage erbaut, eine kleine Passage mit verschiedenen Geschäften, unter anderem mit einer Eisdiele, einem Bäcker, einem Friseur, einem Kosmetiker, lange auch mit dem Sportstudio „Körperformen“ (inzwischen verzogen). Außerdem fanden sich rund um den Plack das „Balance-Studio“, Mrs. Sporty, Reisebüro „Sonnenklar“, ein VR-Bank-Geldautomat, Versicherungen, z. B. die LVM, zwei Döner-Läden, ein Restaurant (Delfter Stuben), die Friseure Biosthetik, Schnitt &amp; Form und der Salon „Kuschel“, mehrere Arztpraxen, sowohl Hausärzte als auch Fachärzte (s. u. „Medizentrum am Plack“!), das Senioren- und Pflegeheim Malteserstift St. Klara, die Reinigung Wendt, ein Blumenladen mit Lieferservice, die Sanitätshäuser „Till Schiebler“ sowie „Schütt &amp; Jahn“, ein Büro der „Alten Gärtnerei“, TV- und Sat-Anlagen Wieteck, und schließlich der inzwischen sehr überschaubare Wochenmarkt, jeweils dienstags und freitags an Werktagen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="665" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-31.jpg" alt="" class="wp-image-86791" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-31.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-31-300x249.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-31-768x638.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-31-505x420.jpg 505w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-31-696x579.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Fischkate</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Medizentrum am Plack</h2>



<p>•        Heilpraktikerin für Psychotherapie Nicoline Rosemann</p>



<p>•        Kardiologische &amp; Innere Medizin Dr. Lars-Christian Harland pp.</p>



<p>•        Kinder- und Jugendarzt Kersten Rosemann</p>



<p>•        Zahnheilkunde Dr. med. Wulf Kiesbye pp.</p>



<p>•        Hautarzt Flensburg Dr. med. Jens-Michael Jensen</p>



<p>•        HNO Centrum Flensburg</p>



<p>•        Orthopädie Dr. Med. Tim Zidorn</p>



<p>•        Physiotherapie Marcus Stollberg</p>



<p>•        Augenarztpraxis Augen Nord</p>



<p>•        Hautarztpraxis Schleswig-Flensburg Dr. Med. Martin Behne pp.</p>



<p>•        Allgemeinmedizin Dr. med. Frank Westemeier</p>



<p>•        Allgemeinmedizin/Innere Medizin Dr. med. Harald Ritschl pp.</p>



<p>•        Psychiatrie u. Psychologie Dr. med. Mareen Seeck-Hirschner</p>



<p>•        Zahnheilkunde Dr. med. dent. Hauke Momsen pp.</p>



<p>•        Internisten Flensburg Dr. med. Matthias Nolde pp.</p>



<p>•        Sanitätshaus Till Schiebler Inh. Lars Knothe</p>



<p>•&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Sanitätshaus Schütt &amp; Jahn</p>



<p>•        Friedheim Apotheke Dr. F. Friedrich-Harder</p>



<p>•        Sonnen Apotheke Ilka Schmidt</p>



<p>•        Asana-Apotheke Flensburg Frida E. Schlage   </p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-09-683x1024.jpg" alt="" class="wp-image-86787" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-09-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-09-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-09-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-09-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-09-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-09.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure></div>


<p>Die Vielfalt der hier aufgelisteten Geschäfte, Büros und Institutionen (hoffentlich wurde keiner vergessen?) zeigt deutlich auf, was der Twedter Plack und sein näheres Umfeld für diese Region am Ostufer der Förde zu bieten hat. Die Geschäfte-Landschaft ist dabei allerdings einem ständigen Wandel unterzogen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-Luft-12.jpg" alt="" class="wp-image-86794" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-Luft-12.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-Luft-12-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-Luft-12-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-Luft-12-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-Luft-12-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-Luft-12-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/05/Tweter-Plack-Luft-12-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Luftbild, März 2026</figcaption></figure></div>


<p>In den 1980er Jahren existierte am Plack auch noch eine Filiale der Will Rohwer Kg. die neben Büroartikel auch Geschenkartikel und einige Spielwaren im Sortiment führte. Das Geschäft lag nahe einem Zugangsweg zum ADS-Kindergarten. Das Hauptgeschäft von Rohwer bestand am Südermarkt. Auch ein Kleidungsgeschäft bestand über viele Jahre am Plack. Das Textilhaus Hermes, das zuletzt noch am Südermarkt seinen Geschäftsstandort hatte, verkaufte in den 1980er Jahren zudem auch in einer Filiale am Plack Kleidung und Textilien. Ende 2014 schloss das Lecker „Schuhhaus Jessen“ seine Filiale am Plack, die im Jahr 1977 von einem anderen Schuhgeschäft übernommen wurde. Das Schuhgeschäft befand sich direkt neben alten Aldi-Standort, im selben Gebäude. Auch die Bäckerei Hansen betrieb eine Filiale ebendort. 2017 wurde die Filiale der Schlachterei Jepsen am Plack geschlossen.</p>



<p><em>Text: Peter Feuerschütz <br>Fotos: Bodo Nitsch, Stadtarchiv</em>   </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/die-geschichte-des-twedter-placks/">Die Geschichte des Twedter Placks</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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		<title>Die Ballastbrücke – Flensburger Geschichte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 May 2026 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historisches]]></category>
		<category><![CDATA[Ballastbrücke]]></category>
		<category><![CDATA[flensburg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Ballast“ ist ein Begriff aus der Seefahrt. Er stammt ursprünglich aus dem Niederdeutschen: Ballast (von „bare Last“). Als Ballast bezeichnet man das Gewicht, das tief im Schiffsrumpf platziert wird, um dessen Schwerpunkt zu senken und so die Stabilität zu erhöhen (genauer gesagt, um ein aufrichtendes Moment zu erzeugen, das der Krängung des Rumpfes entgegenwirkt). Unzureichend [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>„Ballast“ ist ein Begriff aus der Seefahrt. Er stammt ursprünglich aus dem Niederdeutschen: Ballast (von „bare Last“). Als Ballast bezeichnet man das Gewicht, das tief im Schiffsrumpf platziert wird, um dessen Schwerpunkt zu senken und so die Stabilität zu erhöhen (genauer gesagt, um ein aufrichtendes Moment zu erzeugen, das der Krängung des Rumpfes entgegenwirkt). Unzureichend mit Ballast beladene Schiffe neigen bei starkem Wind zum Kentern oder übermäßigen Krängen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Balastbruecke-10.jpg" alt="Die Ballastbrücke – Flensburger Geschichte" class="wp-image-86472" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Balastbruecke-10.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Balastbruecke-10-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Balastbruecke-10-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Balastbruecke-10-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Balastbruecke-10-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Balastbruecke-10-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/Balastbruecke-10-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ballastbrücke heute</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Wo befindet sich die „Ballastbrücke“?</h2>



<p>Die heute noch gleichnamige Straße liegt fördenah auf dem Ostufer der Binnenförde zwischen der Abzweigung zur Nordstraße und der zur Straße „Am Industriehafen“.</p>



<p>An der Ballastbrücke wurden im Mittelalter ohne Ladung in See gehende Schiffe (sogenannte „Leerfahrer“) zur Erhöhung der Stabilität mit Sand als Ballast beladen. Seit 1581 wurde der Sand dafür aus dem zum Hospital „Zum Heiligen Geist“ gehörigen Sandberg von St. Jürgen entnommen. Für diesen „Ballast-Sand“ entrichteten die Schiffer einmal jährlich zur Fastnachtzeit einen Obolus von „12 Mark lübsch“. Der Sandhügel und die Schiffsanleger erhielten dadurch ihre Namen. Der ehemalige „Ballastberg“ ist heute übrigens ein gern genutzter Aussichtspunkt im Volkspark, dessen steiler Abbruch wahrscheinlich vom früheren Abbau des Ballastsandes stammt. Der heute noch aktuelle Straßenname „Blasberg“ kennzeichnet in etwa seine damalige Lage.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="559" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00760.jpg" alt="Die Ballastbrücke – Flensburger Geschichte" class="wp-image-86478" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00760.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00760-300x210.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00760-768x537.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00760-601x420.jpg 601w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00760-696x486.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00760-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Wenn die Segelschiffe keine Fracht geladen hatten, wurde zur Sicherung ihrer Stabilität „Ballast“ geladen, also ersatzweise ein Ausgleichgewicht in den Schiffsladeraum eingebracht. Dazu nahm man in Flensburg den vor Ort reichlich vorhandenen Sand. Dieser fand sich in rauen Mengen auf dem Ostufer der Förde am sogenannten Ballastberg, heute Blasberg, nördlich des Lautrupsbachs. Hier luden die Schiffe seit jenem erwähnten und belegten Jahr 1581 den Sand an einer besonderen Ballastbrücke, an die bis heute der gleichlautende Straßenname erinnert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine anstrengende Handarbeit</h2>



<p>Die Übernahme des Ballastes war eine sehr mühselige und langwierige Schufterei, die sowohl von Männern und auch von Frauen verrichtet wurde. So ist überliefert, dass im Jahre 1808 immerhin 17 Frauen bei dieser „Plackerei“ mitarbeiteten. Der Sand wurde zunächst in Schubkarren geschaufelt, anschließend auf einer mit Holz belegten Rampe an Bord des Schiffes gefahren und dort in den Laderaum gekippt. Dabei wanderte der schwere Karren in einer Kette von Teilstrecken von Hand zu Hand. Im Laufe der Jahrhunderte sind so Tausende von Schiffen mit Ballast beladen worden.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="557" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08867.jpg" alt="Die Ballastbrücke – Flensburger Geschichte" class="wp-image-86470" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08867.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08867-300x209.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08867-768x535.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08867-603x420.jpg 603w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08867-696x485.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08867-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Schwere Arbeit!</figcaption></figure></div>


<p>Die Karren gehörten dem Flensburger Schiffergelag, welches durch den Sandverkauf gute Einnahmen erzielte. In der Satzung des Gelags war festgelegt: „Es soll keinem, weder einheimischen noch ausländischen Schiffern verstattet werden, an anderen Örtern als allein an der Ballastbrücke sein Schiff zu ballasten.“ Ebenso war es in den Hafen einlaufenden Schiffen verboten, mitgeführten Ballast im Fahrwasser der Flensburger Förde zu versenken. Er musste vielmehr zur Ballastbrücke gebracht werden und dort ausgeladen werden, damit er dort wieder zur Verfügung stand und die Flensburger Förde nicht versandete. Etwaige Zuwiderhandlungen wurden mit Geldstrafen geahndet. Im 18. und 19. Jahrhundert, als Flensburg insbesondere durch den regen Handel mit den Westindischen Inseln reich wurde, war die Ballastbrücke ein wichtiger Umschlagplatz. Die Schiffe brachten Rohrzucker und Rum aus der Karibik und luden hier Ballast ein oder aus.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="589" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-09288.jpg" alt="Die Ballastbrücke – Flensburger Geschichte" class="wp-image-86471" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-09288.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-09288-300x221.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-09288-768x565.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-09288-570x420.jpg 570w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-09288-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-09288-696x512.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Segler bei Ballastübernahme</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Bebauung an der Ballastbrücke</h2>



<p>Die Häuser und Gebäude an der Straße Ballastbrücke wurden zu einem großen Teil im 19.&nbsp;Jahrhundert sowie zu Beginn des 20.&nbsp;Jahrhunderts errichtet. Etwa zur Mitte des 19.&nbsp;Jahrhunderts kam es auf dem Ostufer der Förde zu ersten Ansiedlungen von Gewerbetreibenden. Noch ziemlich unabhängig von der innerstädtischen Entwicklung des Handels wuchsen nach und nach diese Ansiedlungen auf, insbesondere an der heutigen Johannisstraße sowie der St.-Jürgen-Straße – wenngleich die Verlandung der Innenförde stets zunahm. Hier waren nun neben den Fischern und den dazugehörigen Handwerksbetrieben (wie z. B. eine kleine Fischereiwerft) auch die Schnapsbrenner (St. Johannis) und die Leineweber (St. Jürgen) zuhause, später kamen dann auch die Kapitäne der Handelsschifffahrt (St. Jürgen) hinzu, die meist nah am Wasser wohnten. Der Weg in die eigentliche Stadt Flensburg blieb aber dennoch weit, da das innere Fördetal hauptsächlich sumpfig war, deshalb jahrzehntelang ohne befestigte Wege und ohne Bebauung blieb.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="594" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08079.jpg" alt="Die Ballastbrücke – Flensburger Geschichte" class="wp-image-86468" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08079.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08079-300x223.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08079-768x570.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08079-566x420.jpg 566w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08079-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08079-696x517.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08079-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Blick auf den Fischereihafen, um 1900</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Ballastbrücke verlor den direkten Anschluss an die Stadt</h2>



<p>Der gerade erst entstandene Siedlungsbereich im Lautrupsbachtal und entlang der Ballastbrücke verlor vorerst durch die Eisenbahnlinie den Anschluss an das städtische Siedlungsgefüge. Bezugspunkte blieben jedoch der Ballastabbau und der Kiesabbau, die Ziegelei, zeitweilig der Seglerhafen, später dann die der Ballastbrücke vorgelagerten Kohleanlagen und der Freihafen. Die eben­erdigen Stadterweiterungsflächen entlang des schmalen Fördetales wurden somit von gewerblichen Einrichtungen „besetzt“.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="574" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08436.jpg" alt="Die Ballastbrücke – Flensburger Geschichte" class="wp-image-86469" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08436.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08436-300x215.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08436-768x551.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08436-585x420.jpg 585w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-08436-696x499.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Blick auf die Westseite, 1900</figcaption></figure></div>


<p>Außerhalb des Stadtkerns der Stadt Flensburg vollzog sich um die Jahrhundertwende (1880-1900) die Siedlungstätigkeit auf die Hangkronen. So war der Siedlungsbereich „auf Duburg“ im Zusammenhang mit der dortigen Kasernenanlage zu sehen, die westliche Höhe galt dagegen eher als ein privilegierter Standort für die einheimischen Kaufleute, während die östliche Hangkrone mehr für gutbürgerliches Wohnen stand. Der Bereich um die Voigtstraße und die Schreiberstraße, zugänglich über den Sandberg (Marmeladenfabrik), wurde schließlich zum Siedlungsbereich für den ersten Flensburger Arbeiterbauverein.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="764" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-B-05792-764x1024.jpg" alt="Die Ballastbrücke – Flensburger Geschichte" class="wp-image-86473" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-B-05792-764x1024.jpg 764w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-B-05792-224x300.jpg 224w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-B-05792-768x1029.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-B-05792-313x420.jpg 313w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-B-05792-696x933.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-B-05792.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 764px) 100vw, 764px" /><figcaption class="wp-element-caption">Segler „Aeren“ an Ballastbrücke, 1890</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Fördespitze im Wandel der Zeiten</h2>



<p>Bei nachlassender gewerblicher Nutzung wurde die Fördespitze nach und nach umstrukturiert: Die Hafentreppe, die Promenade sowie der Spiel- und Grillbereich stellten den Beginn einer städtischen Freiflächennutzung dar. Große Probleme bereiteten nach wie vor die Umklammerung durch den Verkehr (Bahndamm, die Straßenzüge, sowie die vielen PKW-Park- und Stellflächen) und die dadurch schlechte Anbindung an die angrenzenden Gebiete.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="724" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00090-1024x724.jpg" alt="Die Ballastbrücke – Flensburger Geschichte" class="wp-image-86474" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00090-1024x724.jpg 1024w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00090-300x212.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00090-768x543.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00090-594x420.jpg 594w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00090-696x492.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00090-1068x755.jpg 1068w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00090-100x70.jpg 100w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00090.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">St. Jürgen: Private Sanierung, Anbindungsprobleme</h2>



<p>Die Abtrennung des Kapitäns- und Fischerviertels St. Jürgen vom Hafen wurde durch den vierspurigen Ausbau des Hafendammes weiter verstärkt, die Verkehrsbelastung stieg und steigt weiter an. Private Initiativen seit Mitte der 70er Jahre führten zur Einrichtung eines nicht-kommerziellen Fußgängerbereiches in der St.-Jürgen-Straße, begleitet von Modernisierungen. Hiervon unberührt blieben die Probleme im sogenannten „Gänge-Viertel“ und zum Hafendamm hin bestehen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="585" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00720.jpg" alt="Die Ballastbrücke – Flensburger Geschichte" class="wp-image-86475" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00720.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00720-300x219.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00720-768x562.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00720-574x420.jpg 574w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00720-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00720-696x509.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ballastbrücke, vor dem Umbau, 1972</figcaption></figure></div>


<p>Nach der Stilllegung der Eisenbahnlinien wurden die vorhandenen Trassen für den Straßenbau genutzt. Mit dem Bau der Nordstraße und der ausgebauten Straße Am Lautrupsbach blieb die doppelte Trennlinie in West-Ost Richtung erhalten, die Ballastbrücke und die Bismarckstraße riegelten die kleine Siedlung in Nord-Süd Richtung ab.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Johannisviertel: Baulicher Torso, Nutzungskonflikte</h2>



<p>Im Johannisviertel häuften sich alsbald die negativen Folgewirkungen. Das alteingesessene Gewerbe wanderte nach und nach ab, bei nachlassendem Investitionsdruck blieben die abgeräumten Flächen unbebaut. Innenstadtbesucher und Einkäufer drängten in das Quartier und „besetzten“ das Viertel nahezu flächendeckend für Parkplatznutzung.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="563" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00740.jpg" alt="Die Ballastbrücke – Flensburger Geschichte" class="wp-image-86477" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00740.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00740-300x211.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00740-768x540.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00740-597x420.jpg 597w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00740-696x490.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00740-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">1968</figcaption></figure></div>


<p>Gleichzeitig breiteten sich zentrale Einrichtungen der Verwaltung räumlich aus. Neubauten ohne Rücksicht auf die historischen Strukturen, eine nochmals erhöhte Verkehrsbelastung, Ver- und Bedrängung der Wohnnutzung sind die Folgen. Heute ist die Gegend um die Ballastbrücke ein Teil des maritimen Flairs am Flensburger Hafen und ein Ort, der an die Blütezeit des Segelschiffszeitalters erinnert.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="548" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00721.jpg" alt="Die Ballastbrücke – Flensburger Geschichte" class="wp-image-86476" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00721.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00721-300x206.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00721-768x526.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00721-613x420.jpg 613w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00721-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00721-696x477.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/04/XIV-Foto-C-00721-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ballastbrücke und Fischereihafen, 1890</figcaption></figure></div>


<p>Die Ballastbrücke ist somit auch ein Zeugnis für die Entwicklung Flensburgs vom Hafen zur Handelsmetropole. Auf dem höchsten Punkt des Ballastberges steht übrigens heute der weithin sichtbare Mürwiker Wasserturm. Die Straße „Ballastbrücke“ erhielt ihren Namen im Jahr 1923. In den 1980er-Jahren wurde ein Teil der Straße in Harniskai umbenannt.</p>



<p><em>Text: Peter Feuerschütz<br>Fotos: Bodo Nitsch, Stadtarchiv   </em></p>
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		<title>Die Flensburger Schiffbrücke erlebte die Blütezeit der Flensburger Seefahrt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Feb 2026 23:17:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[flensburg]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Schiffbrücke]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hätten Sie es gewusst, welcher Straßenzug einst als „älteste Einkaufsstraße Flensburgs“ galt? Nun, es ist die Schiffbrücke, die vermutlich älteste Straße am und entlang des Flensburger Binnenhafens! Die Frühzeit Die Schiffbrücke (auf Plattdeutsch und Petuh Schippsbrüch) liegt am Rande der Flensburger Innenstadt. Sie gilt tatsächlich als älteste Einkaufsstraße der Stadt. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte [&#8230;]</p>
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<p>Hätten Sie es gewusst, welcher Straßenzug einst als „älteste Einkaufsstraße Flensburgs“ galt? Nun, es ist die Schiffbrücke, die vermutlich älteste Straße am und entlang des Flensburger Binnenhafens!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Frühzeit</h2>



<p>Die Schiffbrücke (auf Plattdeutsch und Petuh Schippsbrüch) liegt am Rande der Flensburger Innenstadt. Sie gilt tatsächlich als älteste Einkaufsstraße der Stadt. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte hat sie sich jedoch immer mehr und mehr zu der teils heute noch genutzten Flensburger Amüsier- und Partymeile gewandelt. Direkt an dieser Straße liegt auch der Schiffbrückplatz (heute heißt er „Willy-Brandt-Platz“). Die Anlegekais entlang der Schiffbrücke gehören zum Historischen Hafen Flensburg und waren bzw. sind stets der Start- und der Endpunkt von Ausflugsfahrten auf der Flensburger Förde gewesen.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="722" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05456-722x1024.jpg" alt="Die Flensburger Schiffbrücke erlebte die Blütezeit der Flensburger Seefahrt" class="wp-image-85573" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05456-722x1024.jpg 722w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05456-212x300.jpg 212w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05456-768x1089.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05456-296x420.jpg 296w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05456-696x987.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05456.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 722px) 100vw, 722px" /></figure></div>


<p>Im Mittelalter gab es landgebundene Nutzungsmöglichkeiten des Flensburger Hafens ausschließlich am Westufer, unterhalb der Kirchspiele St.&nbsp;Nikolai, St.&nbsp;Marien und St.&nbsp;Gertrud. Dort am Wasser direkt in unmittelbarer Nähe der Kirchspiele, im Bereich unterhalb der Kirche St.&nbsp;Marien bis etwa zur Höhe des Nordertors, entstand mit der Schiffbrücke auch ein Anlegekai. Der Name der Schiffbrücke ist übrigens erstmals für das Jahr 1408 bezeugt.</p>



<p>Im Erdbuch, dem frühen Vorgänger des aktuellen hiesigen Grundbuchs Flensburgs, wird sie im Jahre 1436 als „Schipbrügge“ erwähnt. Flensburgs Schiffbrücke ist, wie der Name schon verrät, eine Arbeitsplattform in einem Hafen, ein gepflasterter (versiegelter) Ladeplatz mit Befestigung des Hafenufers, somit also kein Bauwerk, das einen Verkehrsweg (Fußweg, Radweg, Straße) über ein natürliches oder künstliches Hindernis führt.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="538" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05205.jpg" alt="Die Flensburger Schiffbrücke erlebte die Blütezeit der Flensburger Seefahrt" class="wp-image-85569" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05205.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05205-300x202.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05205-768x516.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05205-625x420.jpg 625w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05205-696x468.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der Hafen entwickelt sich</h2>



<p>Über Jahrhunderte wurde Flensburgs Hafen zu einem immer wichtigeren Faktor für das Wachstum der Stadt Flensburg. Am Hafen und insbesondere an der Schiffbrücke, wo eben damals auch schon Frachtschiffe mit entsprechendem Tiefgang anlegen konnten, wurden Güter angelandet und Handel getrieben.</p>



<p>Der Flensburger Hafen war natürlich nie mit den großen Überseehäfen wie Hamburg oder Bremerhaven zu vergleichen. Doch in der Wertigkeit der schleswig-holsteinischen Ostseehäfen lag die Stadt im Jahre 1898 mit rund 375 000 Tonnen Warenumschlag gleich hinter Kiel mit rund 1 Million Tonnen an zweiter Stelle. Bereits zehn Jahre später (in 1909) nahm Flensburg allerdings im Verhältnis zu anderen Häfen an der deutschen Ostseeküste einen der unteren Ränge ein. So lagen die Häfen in Stettin, Rostock, Danzig, Lübeck und Königsberg sowie Kiel deutlich im Handelsvolumen vor Flensburg.</p>



<p>Zum Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich Flensburgs Stadtbild ziemlich gewandelt. Etwa auf Höhe der Kreuzung der Schiffbrücke mit der Neuen Straße wurden nun große Frachter (die unter anderem Reis geladen hatten) entladen. Weiter nördlich wurde Holz gelöscht (entladen), noch ein weiteres Stück nördlich Fisch, danach folgten Kohle, dazu ein Anleger für fremde Passagierdampfer sowie ein Löschplatz für Kalk und Petroleum. Die starke Betriebsamkeit im Hafen führte durchaus zu einem insgesamt höheren Lebensstandard in Flensburg. Den Flensburgern ging es um 1900 wesentlich besser als um 1850.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="511" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05304.jpg" alt="Die Flensburger Schiffbrücke erlebte die Blütezeit der Flensburger Seefahrt" class="wp-image-85571" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05304.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05304-300x192.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05304-768x491.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05304-658x420.jpg 658w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05304-696x445.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Schiffbrücke vor über 100 Jahren</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Flensburgs Schritt in die moderne Zeit</h2>



<p>Flensburg hatte sich daneben allerdings mehr von einer typischen Hafenstadt zu einem modernen Industrie- und Handelsstandort entwickelt. Der bedeutende Bevölkerungszuwachs, der mit dem ausgehenden 19.&nbsp;Jahrhundert in Flensburg zu verzeichnen war, beruhte in erster Linie auf der zunehmenden Industrialisierung der Stadt. Zählte man im Jahr 1792 in Flensburg noch etwa 11.500 Einwohner, waren es 1890 schon knapp 37.000, weitere 20 Jahre darauf (1910) schon über 60.000 Einwohner.</p>



<p>Zu den erfolgreichsten Wirtschaftsunternehmen jener Zeit durften dabei neben der 1872 gegründeten „Flensburger Schiffbaugesellschaft“ auch die hiesigen Reedereiunternehmen gezählt werden.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="571" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-05124.jpg" alt="Die Flensburger Schiffbrücke erlebte die Blütezeit der Flensburger Seefahrt" class="wp-image-85568" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-05124.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-05124-300x214.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-05124-768x548.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-05124-588x420.jpg 588w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-05124-696x497.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-05124-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Flensburgs Reedereien</h2>



<p>Im Jahre 1900 waren in Flensburg zehn größere Reedereien ansässig, denen insgesamt 83 Schiffe, größtenteils Dampfer, gehörten. Daneben gab es drei sogenannte „Kapitänseigner“, die jeweils einen kleineren Lastensegler besaßen. Flensburg gehörte damals sogar zu den drei größten Reedereistädten des Deutschen Reiches hinter Hamburg und Bremen. Reedereien zählten damit in jener Zeit zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt. Doch der Aufschwung dieser Branche wirkte sich nur teilweise auf die Bedeutung des Flensburger Hafens aus, da die meisten Schiffe in der „Trampfahrt“, also somit weltweit unterwegs waren und ihren Heimathafen im Verlauf eines Jahres nur sehr selten oder überhaupt nicht anliefen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="800" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-03780.jpg" alt="Die Flensburger Schiffbrücke erlebte die Blütezeit der Flensburger Seefahrt" class="wp-image-85566" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-03780.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-03780-300x300.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-03780-150x150.jpg 150w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-03780-768x768.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-03780-420x420.jpg 420w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-03780-696x696.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der Flensburger Hafen in den Jahren nach 1910</h2>



<p>Nach der Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Kanals (in 1948 umbenannt: Nord-Ostsee-Kanal) im Jahre 1895 liefen aus Übersee kommende Schiffe den Flensburger Hafen kaum noch an, der Schwerpunkt des Hafenverkehrs lag längst in der „Kleinen Fahrt“ oder auch Küstenfahrt. Eine der Flensburger Reedereien war die im Sprachgebrauch nur als „Vereinigte“ bekannte Reederei „Flensburg-Ekensunder und Sonderburger Dampfschiffahrtsgesellschaft“ von 1896.</p>



<p>Schon beinahe eine Million(!) Fahrgäste wurden um die Jahrhundertwende gezählt. Im Jahr ihrer Gründung leistete sich die „Vereinigte“ zudem einen prächtigen Dampfschiffspavillon direkt an der Hafenkante. Hier konnten sowohl die Passagiere ihre Fahrkarten kaufen als auch die Flensburger nach einem Spaziergang am Hafen oder nach einer Ausflugsfahrt einen exklusiven Restaurant-Besuch mit Fördeblick genießen. Im Jahre 1908 stieß ein besonders prächtiges Passagierschiff zur Flotte der „Vereinigten“: die allseits bekannte und heute noch fahrtüchtige „Alexandra“.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="669" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-04026.jpg" alt="Die Flensburger Schiffbrücke erlebte die Blütezeit der Flensburger Seefahrt" class="wp-image-85567" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-04026.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-04026-300x251.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-04026-768x642.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-04026-502x420.jpg 502w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-04026-696x582.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Walzenmühle</figcaption></figure></div>


<p>Die „Vereinigte“ hatte nun den gesamten Passagier- und Güterverkehr auf der Flensburger Förde in ihrer Hand und blieb damit bis in die 1920er Jahre hinein äußerst erfolgreich. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte die Förde-Schifffahrt Mitte der 1950er Jahre ihr eigenes „Wirtschaftswunder“: Die „Butterfahrten“ begannen. Der steuer- und zollfreie Bordverkauf von Butter, Alkohol, Zigaretten, Süßigkeiten und anderen Konsumgütern wurde im deutsch-dänischen Grenzgebiet immer mehr zu einem sehr lukrativen Geschäft, das überall an Nord- und Ostsee Nachahmer fand. Die Fahrgastschiffe verwandelten sich in den Jahren in schwimmende Supermärkte, es wurden sogar Passagiere mit Busunternehmen aus ganz Norddeutschland nach Flensburg gefahren. Nach schrittweiser Einschränkung der allseits beliebten „Butterfahrten“ endete das  Duty-free-Geschäft am 1. Juli 1999.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die landseitige Entwicklung der Schiffbrücke</h2>



<p>Im Jahre 1900 gab es entlang der Schiffbrücke immerhin 14 Gasthäuser. Einige dieser Lokale, die aufgrund ihrer Lage wohl ein beliebter Anlaufpunkt für viele Fahrensleute gewesen sein dürften, wurden von Männern betrieben, die selbst zuvor zur See gefahren waren. Folgerichtig erhielten diese gastlichen Stätten häufig Namen, die auf einen maritimen Bezug des Inhabers hinwiesen. Dazu gehörten beispielsweise der „Goldene Anker“ an der Schiffbrücke 22 oder das „Cap Horn“, dessen Inhaber, Schankwirt Henrik Jensen, selbst viele Jahre als Schiffszimmermann die Weltmeere befahren hatte, bevor er sich an der Schiffbrücke 29 niederließ. Ein weiterer beliebter Treffpunkt für Seeleute war auch die Gaststätte an der Schiffbrücke 56, die von August Lützen geführt wurde.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="566" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-01253.jpg" alt="Die Flensburger Schiffbrücke erlebte die Blütezeit der Flensburger Seefahrt" class="wp-image-85565" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-01253.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-01253-300x212.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-01253-768x543.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-01253-594x420.jpg 594w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-01253-696x492.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-B-01253-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">„Piet Henningsen“</h2>



<p>Ein weiteres Zeitzeugnis ist jahrzehntelang (bis Anfang des letzten Jahres 2025) das Restaurant „Piet Hen­ning­sen“, gewesen, Schiffbrücke 20. Erstbesitzer des Lokals war der ehemalige Fahrensmann Reinhold Henningsen, der allerdings ausschließlich als Stellenvermittler für Schiffsmaschinisten tätig war. Seine Gastwirtschaft war zugleich Sitz des Flensburger Maschinistenvereins, einem Berufsfachverband, der bereits 1892 als Ableger des in Hamburg ansässigen „Maschinisten- und Heizerverbandes“ gegründet worden war. 1907 übernahm Reinhold Henningsens Sohn Peter, auch „Piet“ genannt, das Lokal. Er betrieb die Heuervermittlung für Maschinenpersonal weiter, schließlich war er selbst einst als Maschinist für eine Flensburger Reederei gefahren und zudem außerordentlich aktiv im Maschinistenverein tätig.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="550" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05274.jpg" alt="Die Flensburger Schiffbrücke erlebte die Blütezeit der Flensburger Seefahrt" class="wp-image-85570" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05274.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05274-300x206.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05274-768x528.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05274-611x420.jpg 611w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05274-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05274-696x479.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05274-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Berühmt, berüchtigt: Die „Rote Laterne“</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Geschichtsträchtige Häuser an der Schiffbrücke</h2>



<p>Auch die Häuser entlang der Schiffbrücke erlebten teilweise sehr wechselvolle Zeiten, beispielhaft sei das Haus Nr. 32 erwähnt: Herzstück des heutigen modernen Hotels „Hotel Hafen Flensburg“ ist das im Jahr 1852 erbaute imposante Gebäude an der Schiffbrücke 32. Es wurde wahrscheinlich nach den Vorgaben des damaligen Stadtbaumeisters Laurits Albert Winstrup gebaut. Der war ein dänischer Architekt und königlicher Bauinspektor und just in jenen Jahren Stadtbaumeister in Flensburg. Das auffällige Gebäude wurde unter dem Namen „Kayser’s Hof“ bekannt. Der Name geht auf den einstigen Besitzer Marcus Hinrich Kayser zurück. Der ersteigerte das Gebäude im Oktober 1852 und eröffnete am 1. Mai 1853 ein Hotel mit dem Namen „Kayser’s Hof“.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="564" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05445.jpg" alt="Die Flensburger Schiffbrücke erlebte die Blütezeit der Flensburger Seefahrt" class="wp-image-85572" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05445.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05445-300x212.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05445-768x541.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05445-596x420.jpg 596w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05445-696x491.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/XIV-Foto-C-05445-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Das Haus erlebte in den nachfolgenden Jahrzehnten eine wechselvolle Geschichte, wurde gar im Jahr 1972 als „ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung“ unter Denkmalschutz gestellt. Vor und auch nach dieser Auszeichnung waren diverse Unternehmungen dort ansässig, so u. a. in 1960 „Schloss Gottorf Rum“, (Firma Schloss Gottorf mit einem Rum-, Weinbrand- und Likör-Vertrieb), in 1961 Zerssen &amp; Co., (ein Schiffsmakler und Firma für Schiffsausrüstung aus Kiel), von 1963 bis 1976 ein Hotelbetrieb namens „Casino“, ab 1976 die Firma Tuborg GmbH aus Kiel („Tuborg-Bier“), bis dann Anfang im Jahre 1981 Kai Uwe Jensen ins Spiel kam. Jensen war ein u. a. im dänischen Grenzhandel bekannter hiesiger Kaufmann, der im Jahre 2015 verstarb. Er investierte und baute seinerzeit viel um, eröffnete dann in 1982 im Hause Norddeutschlands Superdisco „Kayser’s Hof“, etablierte 1984 sowohl im Umfeld und als auch im Hinterhof zahlreiche gastronomische Betriebe wie das „Hard-Rock-Cafe“ und „Bourbon Street“, in 1985 kam ein „Eros-Center” dazu, 1997 folgte die „Sunny Discothek“. Im Hinterhof entstanden die seinerzeit bei der Jugend extrem angesagten Läden wie „Crypton“, „Coin Castle“, „Diskothek Harlekin“, „Confetty“ und der „Speicher“.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_3240.jpg" alt="Die Flensburger Schiffbrücke erlebte die Blütezeit der Flensburger Seefahrt" class="wp-image-85561" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_3240.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_3240-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_3240-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_3240-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/DSC_3240-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Kai Uwe Jensen kaufte alle Häuser des Ensembles nach und nach auf. Gegen 2005 verschwanden alle Pächter und Jensen verfolgte die Idee seines Hotelprojektes, das er aufgrund einer Insolvenz jedoch nicht mehr umsetzen konnte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Neuzeit an der Schiffbrücke</h2>



<p>Noch bevor die Förde-Schifffahrt mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges zum Erliegen kam, fiel der Dampfschiffpavillon dem Abriss zum Opfer. Die Holzkonstruktion war von unten her durchgerottet, zudem mussten die dort an der Schiffbrücke verlegten Eisenbahn-Schienen dringend erneuert werden. So wurde der Pavillon folgerichtig im Jahr 1936, nach einer nur knapp 40jährigen Lebensdauer, abgerissen. Es wurde als Ersatz ein neues Abfertigungsgebäude an gleicher Stelle gebaut: Es entstand &#8211; leider &#8211; ein zweckmäßiger, nichtssagender und rechteckiger Flachbau aus rotem Ziegelstein, nicht gerade ein „Hingucker“. Auch diesem Bauwerk war keine besonders lange Lebenszeit vergönnt: Es wurde im Jahr 1996 im Zuge der Neugestaltung der Schiffbrücke abgerissen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/FlensburgerFoerde-Flensburg-DampfRundum-Hafenpromenade-Landprogramm-BN300dpi.jpg" alt="Die Flensburger Schiffbrücke erlebte die Blütezeit der Flensburger Seefahrt" class="wp-image-85564" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/FlensburgerFoerde-Flensburg-DampfRundum-Hafenpromenade-Landprogramm-BN300dpi.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/FlensburgerFoerde-Flensburg-DampfRundum-Hafenpromenade-Landprogramm-BN300dpi-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/FlensburgerFoerde-Flensburg-DampfRundum-Hafenpromenade-Landprogramm-BN300dpi-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/FlensburgerFoerde-Flensburg-DampfRundum-Hafenpromenade-Landprogramm-BN300dpi-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/FlensburgerFoerde-Flensburg-DampfRundum-Hafenpromenade-Landprogramm-BN300dpi-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dampf Rundum</figcaption></figure></div>


<p>Nach der endgültigen Beseitigung von Zollzäunen und dem erwähnten Servicegebäude begann man im Mil­lenniumsjahr 2000 schließlich damit, eine weitläufige und großzügige Promenade für Fußgänger und Radfahrer dort anzulegen. Später kamen noch ein neuer Fähranleger und ein Bootssteg für klassische Yachten hinzu. Die Sicht- und Wegeverbindungen zwischen der Innenstadt und der Förde konnten im Zuge dieser Baumaßnahmen deutlich aufgewertet werden.</p>



<p>Im Jahr 1993 ins Leben gerufen, fand bis 2017 jeweils in den „ungeraden“ Jahren im Flensburger Binnenhafen das „Dampf Rundum“ statt, seit 2019 wird es vom Historischen Hafen Flensburg organisiert – einer von den Vereinen des Hafens gegründeten gGmbH. Das Hafenfest bietet als besondere Attraktion diverse Rundfahrten auf historischen Dampferschiffen an. Die Schiffbrücke stand und steht an diesen drei Tagen stets im Mittelpunkt des Geschehens. So wurden unter anderem im Hof des Schifffahrtsmuseums Flensburg (Schiffbrücke Nr. 39) Dampfmaschinen von einheimischen Modellbau-Clubs ausgestellt und ein umfangreiches Kulturprogramm rundete das Großereignis ab, das in allen Jahren von über einer Viertelmillion Interessenten besucht wurde.</p>



<p>Überhaupt das Flensburger Schifffahrtsmuseum: Es ist ein 1979 gegründeter Zweigbetrieb des Städtischen Museums, und wurde 1984 im ehemaligen Zollpackhaus an der Schiffbrücke (pünktlich zur 700-Jahr-Feier der Stadt) eingeweiht. Das Haus bietet zur Stadtgeschichte einen Überblick über die Seefahrttradition Flensburgs. Hier erfährt man praktisch alles über den Hafen und die Kaufmannshöfe, über Reeder und Kaufleute, über Werften und Schiffe, über Tauwerk und Takellage, über Maschinen und Motoren, über Maschinisten und Kapitäne und deren Alltag auf See.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="307" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/FL-Panorama-04-1024x307.jpg" alt="Die Flensburger Schiffbrücke erlebte die Blütezeit der Flensburger Seefahrt" class="wp-image-85563" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/FL-Panorama-04-1024x307.jpg 1024w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/FL-Panorama-04-300x90.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/FL-Panorama-04-768x230.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/FL-Panorama-04-696x209.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/FL-Panorama-04-1068x320.jpg 1068w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/FL-Panorama-04.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Panorama der Schiffbrücke, 2019</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ausblick</h2>



<p>Die Schiffbrücke hat – nicht nur für Einheimische – enorm viel zu bieten: Sie war, ist – und wird es wohl auch künftig bleiben: ein Aushängeschild der Stadt und der Geschichte Flensburgs. Daran wird auch das augenblickliche Problem an der Schiffbrücke nichts ändern können: Die am 23.11.2023 abgesackte Kaikante – ursächlich war wohl das Jahrhundert-Hochwasser im Oktober 2023 – wird aktuell zurückgebaut. Bis zum Jahre 2030 soll hier eine neue Promenade entstehen. Wir müssen wohl noch viel Geduld aufbringen, bis wir einmal wieder entspannt mit einem Eis oder einem Fischbrötchen in der Hand die Hafenspitze durchgängig zu Fuß oder per Fahrrad in Gänze umrunden können.</p>



<p><em>Text: Peter Feuerschütz<br>Fotos: Stadtarchiv Flensburg </em> </p>
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		<title>Die Rats-Apotheke – im Wandel der Zeiten</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Feb 2026 16:48:00 +0000</pubDate>
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<p>Im sich jetzt dem Ende zuneigenden Monat Januar 2026 ist es genau 20 Jahre her, dass der seinerzeit frisch promovierte und studierte Pharmazeut/Apotheker Dr. Sebastian Thude den Schritt in die Selbstständigkeit wagte: Er erwarb die in Flensburg zum Verkauf angebotene Rats-Apotheke. „20 Jahre Apotheker-Dasein – das ist eine lange Zeitspanne, die jedoch rückblickend gesehen nie langweilig wurde, sondern von vielen unterschiedlichen Ereignissen geprägt war“, erzählt Dr. Thude im Gespräch mit dem Flensburg Journal.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="764" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_007-764x1024.jpg" alt="Die Rats-Apotheke – im Wandel der Zeiten" class="wp-image-85630" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_007-764x1024.jpg 764w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_007-224x300.jpg 224w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_007-768x1029.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_007-313x420.jpg 313w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_007-696x933.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_007.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 764px) 100vw, 764px" /></figure></div>


<p>In der Rats-Apotheke Flensburg – der ältesten Apotheke Flensburgs – treffen sich heute wie selbstverständlich Tradition und Moderne. Das war nicht immer so. Ein großer Umbau vor fast genau 20 Jahren im März 2006 – und eine nicht ganz so umfangreiche Renovierung 2018 – haben dafür gesorgt, dass die Rats-Apotheke sich heute zurecht als ein modernes Gesundheitszentrum verstehen darf!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Gründungsgeschichte der ältesten Apotheke Flensburgs</h2>



<p>Die Rats-Apotheke ist tatsächlich die älteste Apotheke und auch älteste Firma in unserer Stadt! Wie sie gegründet wurde? Nun, bereits im 15. Jahrhundert gab es in Flensburg erste Versuche, Apotheken zu etablieren, diese konnten sich aber nicht über einen längeren Zeitraum halten. Im gerade angefangenen 17. Jahrhundert war die Ausgangslage jedoch eine andere: Flensburg war seinerzeit Teil des dänischen Königsreiches, und der zu jener Zeit regierende, sehr beliebte und langjährige König Christian IV. war häufig zu Besuch in Flensburg. Im Jahre 1602 erkrankte er hier, und stellte mit Entsetzen fest, dass eine medizinische Versorgung in Flensburg nicht existierte. So basierte die Gründung der Rats-Apotheke im Jahr 1604 auf dem königlichen Privileg von König Christian IV., der eine entsprechende Anordnung aussprach. Diese Urkunde befindet sich heute im Flensburger Stadtarchiv.</p>


<div class="wp-block-image">
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<p>Als Standort wurde ein Haus am Holm – Hausnummer 13 – auserkoren, das in unmittelbarer Nähe des damaligen Rathauses am einstigen Thingplatz lag (der Platz soll sich seinerzeit im heutigen Bereich der Großen Straße (Höhe Mc Donald’s) befunden haben). Aus dieser zentralen Lage ergab sich auch der Name der Apotheke: Hof-, Stadt- und Rats-Apotheke. In Flensburg lebten um das Jahr 1600 rund 6.000 Menschen, die nun endlich in den Genuss verbesserter medizinischer Versorgung kamen.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_013-683x1024.jpg" alt="Die Rats-Apotheke – im Wandel der Zeiten" class="wp-image-85631" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_013-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_013-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_013-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_013-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_013-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_013.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Das Haus Holm 13 wandelt sich im Lauf der Jahrhunderte</h2>



<p>Das aktuell äußere Erscheinungsbild des Hauses Holm 13 mit der Rats-Apotheke spiegelt die barocke Umgestaltung von 1750 wider. Die am Gebäude befindliche Einhorn-Skulptur stammt aus dem 18. Jahrhundert, wohl aus der Zeit zwischen 1745 und 1766. Trotz ihrer markanten Einhorn-Figur hieß das Geschäft auch weiterhin Rats-Apotheke. Um das Jahr 1750 herum wurde das Gebäude um drei Stockwerke erhöht. In dieser Zeit entstand vermutlich auch die neue Fassade mit dem abgewalmten Dach des Gebäudes. Der Kern des Gebäudes aus dem 15. Jahrhundert blieb aber offenbar erhalten. Im Jahr 1966 wurde schließlich der Eingang auf die rechte Seite des Gebäudes verlegt, somit das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes nochmals erheblich verändert. Erhalten blieben der Keller aus dem 16. Jahrhundert sowie Reste eines Saales mit Stuckarbeiten, die wohl aus dem 18. Jahrhundert stammen. Das Haus ist längst denkmalgeschützt und heute eines der Kulturdenkmale unserer sehenswerten und geschichtsträchtigen Heimatstadt Flensburg.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_022.jpg" alt="Die Rats-Apotheke – im Wandel der Zeiten" class="wp-image-85632" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_022.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_022-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_022-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_022-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_022-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Rats-Apotheke heute</h2>



<p>Vor genau 20 Jahren übernahm Dr. Sebastian Thude die Leitung der Rats-Apotheke. Ihm ist es zu verdanken, dass sich so gut wie alles in und um die Rats-Apotheke herum stark gewandelt hat, die Neuzeit längst hier am Holm 13 Einzug gehalten hat.</p>



<p>Längst hat im gesamten Geschäftsbereich – sowohl im nicht sichtbaren Hintergrund als auch im für die Kunden zugänglichen Ladenlokal – die IT Einzug gehalten. „Wir haben umfangreiche Umbauarbeiten durchgeführt, um letztlich auf dem heutigen und aktuellen Stand der Technik für unsere Kundschaft da sein zu können“, erläutert Dr.&nbsp;Thude. Und er ergänzt: „Nicht zuletzt deshalb waren die vergangenen 20 Jahre eigentlich durchgängig eine aufregende Zeit für unsere Mitarbeiter und auch für mich.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Vita des Sebastian Thude</h2>



<p>Von seiner Herkunft her ist Sebastian Thude ein waschechter Niedersachse. Geboren 1975 in Hannover, verbrachte er auch seine Kindheit und Jugend in der niedersächsischen Metropole, schloss dort seine Schulzeit erfolgreich mit dem Abitur ab. Statt Wehrdienst leistete er Zivildienst in einer sozialen Einrichtung für blinde Menschen, ebenfalls im heimischen Umfeld. Anschließend war der Weg frei für eine umfassende Berufsausbildung. Er entschied sich für ein Pharmaziestudium, studierte in den Jahren von 1995 bis 2000 an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel.&nbsp;</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="663" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_026.jpg" alt="Die Rats-Apotheke – im Wandel der Zeiten" class="wp-image-85634" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_026.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_026-300x249.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_026-768x636.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_026-507x420.jpg 507w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_026-696x577.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Berufswahl</h2>



<p>„Im Laufe meines Praktikums stellte ich für mich fest, dass mir ein künftiger Job in der Industrie nicht zusagen würde, dagegen sehr wohl die Tätigkeit eines hauptverantwortlichen Apothekers. Mein bisheriges Leben spielte sich hauptsächlich in Norddeutschland ab, in Hannover, Kiel und Hamburg. Hier oben wollte ich auch künftig meinen Lebensmittelpunkt haben. So kam das Angebot aus Flensburg für mich zur rechten Zeit“, beschreibt Dr. Thude den Hintergrund seiner Entscheidung für die Übernahme der Rats-Apotheke in Flensburg.&nbsp;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_042-683x1024.jpg" alt="Die Rats-Apotheke – im Wandel der Zeiten" class="wp-image-85629" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_042-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_042-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_042-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_042-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_042-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_042.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">20 abwechslungsreiche Jahre Rats-Apotheke</h2>



<p>„Wie schon erwähnt, waren diese zwei Jahrzehnte in Flensburg nie langweilig – im Gegenteil: Eigentlich war immer etwas los, das mich und meine Mitarbeiter umtrieb“, blickt der Apotheker auf eine dennoch schöne Zeitspanne zurück. „Kurz nach meinem Einstand in der Rats-Apotheke erhielten alle hiesigen Apotheken unverhoffte Konkurrenz: Die überhaupt erst zweite Online-Apotheke eröffnete in Flensburg, begleitet damals von einem riesigen medialen Hype“, denkt er mit leichtem Schrecken an die Anfangszeit zurück. „Doc Morris eröffnete am Südermarkt seine Pforten, expandierte in ganz Europa und belieferte im ersten Halbjahr 2006 bereits mehrere 100.000 deutsche Kunden.  Doch trotz mancher nun wechselnden Kunden konnten wir unseren Marktanteil behaupten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_024.jpg" alt="Die Rats-Apotheke – im Wandel der Zeiten" class="wp-image-85633" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_024.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_024-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_024-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_024-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_024-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Heute ist Doc Morris längst Geschichte – uns gibt es immer noch“, schmunzelt Dr. Thude. Im letzten Jahrzehnt – den 2010er Jahren – hat sich gerade in der Flensburger Innenstadt viel getan, der Straßenbelag wurde runderneuert, große Kaufhäuser wie Karstadt und Hertie zogen sich aus der City zurück, die Rathausstraße wurde für den öffentlichen Verkehr gesperrt, Flensburgs Geschäfte mussten wie die in anderen größeren Städten alsbald mit konkurrierenden Einkaufszentren außerhalb der Innenstädte zurechtkommen. In manchen Städten ist es sogar zu einem gewissen Niedergang der Fußgängerzonen gekommen. „Das kann ich in unserer Innenstadt nur bedingt erkennen“, sagt Dr. Thude zu diesem Phänomen. „Natürlich könnte die Stadt noch attraktiver aussehen, ihr äußeres Erscheinungsbild optimieren, doch hier in Flensburg wird einiges dafür getan, dass unser Stadtbild erhalten bleibt. Unsere Innenstadt ist immer noch beliebt nicht nur bei den zahlreichen Touristen oder Tagesgästen aus dem benachbarten Dänemark, sondern durchaus auch bei vielen Flensburgern“, weiß er aus vielen Gesprächen mit Kunden in der Apotheke. </p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="457" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_033.jpg" alt="Die Rats-Apotheke – im Wandel der Zeiten" class="wp-image-85637" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_033.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_033-300x171.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_033-768x439.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_033-735x420.jpg 735w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_033-696x398.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Neben diesen Problemen war auch die Corona-Pandemie eine große Herausforderung für die Rats-Apotheke – wie auch die sich regelmäßig wiederholenden Gesundheitsreformen, die nicht alle zur erhofften Verbesserung des Gesundheitswesens geführt haben. Manche waren sogar unsinnig, kontraproduktiv, und haben eher zur Bürokratieschwemme geführt.</p>



<p>Dennoch war und ist es dem „Jubilar“ wichtig zu betonen, dass er stets darauf Wert gelegt hat und es immer noch so hält, dass das technische Equipment in seiner Apotheke regelmäßig kontrolliert, auf seine Nützlichkeit getestet und stets weiter auf dem allerneuesten Stand ist. „Das ist absolut wichtig für unser erfolgreiches Geschäftsmodell“, weiß Dr.&nbsp;Thude.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_038.jpg" alt="Die Rats-Apotheke – im Wandel der Zeiten" class="wp-image-85638" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_038.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_038-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_038-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_038-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/01/20251127_Rats_Apotheke_038-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein gutes Umfeld ist unerlässlich für eine erfolgreiche Apotheke</h2>



<p>Neben der gerade erwähnten optimalen Ausstattung der Apotheke und ihres gesamten Umfeldes ist aber noch ein weiterer Faktor eminent wichtig: der Mensch. „Wir legen sehr großen Wert darauf, dass in unserem Betrieb jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin&nbsp;&nbsp; wertgeschätzt wird: Der Umgang untereinander und miteinander ist unerlässlich für den Erfolg unserer Arbeit – daneben ist es längst anerkannt, dass eine gute Arbeitsatmosphäre alle Beschäftigten entsprechend motiviert, ihrer Arbeit mit Freude und Engagement nachzukommen“, bestätigt Dr.&nbsp;Thude genau den Eindruck, den man als Besucher und Gesprächspartner in den Räumlichkeiten dieser Apotheke wahrnimmt. Und er ergänzt: „Das nehmen natürlich auch unsere Kunden wahr, die sich gut bei uns aufgehoben und bedient fühlen. Das persönliche Gespräch mit den Kunden macht einen großen Teil unseres Erfolgs aus, es geht eben nicht nur darum, Medikamente gegen Rezepte auszutauschen. Vielmehr ist die Beratung ein wichtiger Teil unserer Tätigkeit, wer es möchte, darf gern in unserer Beratungskabine mit einem der kompetenten Mitarbeiterinnen seine Sorgen und Nöte teilen und besprechen. In unserem Wohlfühlambiente beraten wir kompetent in allen Gesundheitsfragen, ganz nach dem bekannten Satz in beinahe jeder Werbung: Fragen Sie Ihren Arzt, Ihre Ärztin oder in Ihrer Apotheke!“</p>



<p><em>Mit Dr. Thude sprach Peter Feuerschütz<br>Fotos: Benjamin Nolte, Rats-Apotheke</em></p>
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		<title>Flensburg 1945 – Folge 12: Eine bescheidene Friedensweihnacht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Dec 2025 11:46:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburg 1945]]></category>
		<category><![CDATA[1945]]></category>
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		<category><![CDATA[Friedensweihnacht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es war schon dunkel an diesem Adventssonntag, aber irgendwie heller als sonst. Es war der 2. Dezember 1945, als nach fast sechs Jahren wieder das Licht der Straßenlampen ansprang. Diese ungewohnte Helligkeit war eine Überraschung für viele Flensburger, für einige wirkte sie „beinahe wie ein Märchen“. Sechs Winter lang musste wegen der Gefahr von Bombenangriffen [&#8230;]</p>
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<p>Es war schon dunkel an diesem Adventssonntag, aber irgendwie heller als sonst. Es war der 2. Dezember 1945, als nach fast sechs Jahren wieder das Licht der Straßenlampen ansprang. Diese ungewohnte Helligkeit war eine Überraschung für viele Flensburger, für einige wirkte sie „beinahe wie ein Märchen“. Sechs Winter lang musste wegen der Gefahr von Bombenangriffen alles abgedunkelt werden. Nun war das Licht in die Hauptstraßen und an die wichtigen Kreuzungen zurückgekehrt – täglich ab 18.30 Uhr für vier Stunden.</p>



<p>Es brannten allerdings nur die Bogenlampen, die mit Strom funktionierten. Bei der Gasbeleuchtung waren oftmals Masten und Beleuchtungskörper beschädigt, zumal die Gasversorgung ohnehin stark limitiert war. Eine Lieferung war werktags nur von 16 bis 19 Uhr und sonntags von 10.30 bis 13.30 Uhr garantiert. Aber auch das lückenhafte Lichtermeer verbreitete eine besondere Atmosphäre, die am Südermarkt täglich um 21 Uhr mit einer musikalischen Bereicherung gewürzt wurde. Die Glocken der Nikolaikirche spielten: „Vom Himmel hoch, da komm ich her“. Kurz vor Weihnachten konnten sogar die elektrischen Kerzen des großen Weihnachtsbaumes angeschaltet werden. Zwei nadelige Geschwister, die die Stadt aufstellen ließ, standen am Nordertor und auf dem Bremer Platz.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weihnachtszeit als Großstadt</h2>



<p>Die aktivierte Beleuchtung in den Hauptstraßen hatte die Militärregierung gefordert. Sie war auch ein Thema im Magistrat der Stadt Flensburg. Dieses gemeinsame Gremium von Verwaltung und Politik blickte auf die erste Friedensweihnacht seit sieben Jahren. Und erstmals lebten zum Zeitpunkt des christlichen Festes etwas mehr als 100.000 Menschen im Stadtgebiet. Dazu gehörten weiterhin gestrandete Soldaten der aufgelösten Wehrmacht, sogenannte „Displaced Persons“ aus Polen oder dem Baltikum und zahlreiche Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten.</p>



<p>Viele der Neuankömmlinge waren in Privathäusern einquartiert. Zum Stichtag 11. Dezember waren aber 2798 Menschen, darunter 1115 Kinder, auf 21 verschiedene Baracken-Unterkünfte verteilt. Die größeren Lager wirkten wie ein „Ghetto“, hatten sogar eigene Kirche, Schule und Geschäfte. Die Lebensbedingungen waren schlechter als bescheiden. Oft hausten mehrere Familien in einem Raum, teilten sich einen Ofen. Anfangs dienten Kreidestriche zur Abtrennung der Wohnflächen. Da wirkten zur Begrenzung aufgehängte Decken schon fortschrittlich. Im Lager Kielseng teilten sich vier Personen ein primitives Doppelstockbett. Anderswo mussten einige auch auf dem Boden schlafen. Die britische Militärregierung verfügte Ende 1945, dass „in Flensburg wohnende oder untergebrachte Zivilpersonen einen Mindestwohnraum von dreieinhalb Quadratmeter je Kopf zu ihrer Verfügung haben müssen“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Flensburger Flüchtlingsausschuss</h2>



<p>Als Instrument der politischen Beteiligung wurde im Herbst 1945 – wie auch in vielen anderen Orten – ein Flüchtlingsausschuss gebildet. Unter dem Vorsitz von Stadtrat Friedrich Drews trafen sich wöchentlich drei einheimische Stadträte und drei Flüchtlingsvertreter. Dieses Trio bildeten drei Herren mit gehobenen Berufen aus Pommern, Ostpreußen und Mecklenburg. In der Runde ging es um Arbeits-, Wohn- und Energiepolitik, aber auch um Versorgungs- und Gesundheitsfragen.</p>



<p>Die übergeordnete Zielsetzung war ein Ausgleich zwischen Neuankömmlingen und angestammter Bevölkerung. Von den Sitzungen des Flüchtlingsausschusses entstanden oftmals zwei Protokolle – mit etwas abweichenden Sichtweisen. Es gab Vorbehalte und Misstrauen auf beiden Seiten. Aussagen von Stadträten aus jener Zeit ließen tief blicken. „Flensburg ist nun doppelt so groß wie früher, die Fremden könnten über eine Mehrheit verfügen“, meinte einer. Ein anderer forderte: „Fremden sollte man die Beteiligung an einem Flensburger Geschäft verbieten, damit die Entfremdung der Stadt nicht von Dauer wird.“ Ein Neu-Flensburger aus Königsberg hielt dagegen: „Die Flüchtlinge haben nicht aus Feigheit ihre Heimat verlassen, sondern entsprechend den Anweisungen und der Not gehorchend.“ Weit verbreitet war die Hoffnung, nicht allzu lange in Flensburg bleiben zu müssen und wieder nach Hause zu kommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Viele karitative Aktionen in der Adventszeit</h2>



<p>In der Adventszeit 1945 begleitete der Flüchtlingsausschuss mehrere Veranstaltungen. Am 13. Dezember hatte man für ein Sonderkonzert im Deutschen Haus 1094 Karten an Fürsorgeempfänger, zu 80 Prozent Flüchtlinge, ausgegeben. Als das Orchester am Ende mit einem Weihnachts-Potpourri auftrumpfte, flossen so manche Träne. Der Schützenhof diente als Plattform für Weihnachtsfeiern der Stettiner, Ostpreußen oder Schlesier. Viele Danziger Familien trafen sich im Deutschen Haus zu einem Krippenspiel. Oberbürgermeister Jacob Clausen Möller kaufte derweil für Weihnachten ein. 1500 Kilogramm Grütze, 700 Liter Milch, 1000 Kilogramm Kartoffeln sowie einige Tannenbäume sollten an die Flüchtlingslager geliefert werden.</p>



<p>Überhaupt waren karitative Aktionen Ende 1945 großgeschrieben. Schon Ende September hatte die Militärregierung ein Hilfswerk der evangelischen Kirche genehmigt, das für Flüchtlinge und Bedürftige Geld, Lebensmittel, Bekleidung und Küchengeräte sammelte. Mitte Dezember hatten vier Kirchengemeinden jeweils eine Wärmestube eingerichtet, in der von Mittag bis Abend Kaffee ausgeschenkt und Lesestoff bereitgehalten wurde. Bei der „Südschleswig-Hilfe“ waren im Dezember 1945 rund 10.000 Empfänger registriert. Es gab in Flensburg zwei Verteilstationen für Lebensmittel, eine für Kleidung und gleich fünf für Milch.</p>



<p>Die Militärregierung setzte für eine Winter-Sammlung einige Kontingente fest: 720 Paar Stiefel, 1200 Decken und 7000 Ski-Mützen. In der britischen Besatzungszone wurde an mehreren Standorten Zuckerwaren produziert – als weihnachtliche Überraschung für die Kinder. Die Stadt Flensburg organisierte 5500 Beutel Studentenfutter, 5000 Kilogramm Äpfel und 20.000 Beutel Pralinen. Versprochenes Trockenobst konnte nicht geliefert werden. Diese kleine Bescherung konnten zunächst die Kleinen mit ihren Eltern im Rathaus am Holm abholen. Dann wurden die deutschen Schulen im Deutschen Haus beglückt, und schließlich gab es im Flensborghus eine Feier für die dänischen Schulen. „Denkt an eure Schulkameraden und an die vielen armen Flüchtlingskinder“, sprach der Oberbürgermeister. „Lasst uns hoffen, dass sie im nächsten Jahr Weihnachten auch in ihrem eigenen Haus und Heim feiern können.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weihnachtsfeiern für Jung und Alt</h2>



<p>Die Stadt hatte auch an die ältere Generation gedacht. An zwei Nachmittagen erschienen insgesamt 800 Senioren im Flensborghus und erfreuten sich an einer Adventstafel mit Kuchen. Gesangverein und dänische Pfadfinder zelebrierten Weihnachtslieder. Einige Kinder von ehemals politisch verfolgten Eltern erhielten eine Einladung in die „Neue Harmonie“ (Toosbüystraße) – eine Art der Wiedergutmachung. An langen weißgedeckten Tischen fanden sich für jedes Kind ein bunter Teller mit Honigkuchen und ein Tütchen Pralinen. Kellner servierten heißen Kakao.</p>



<p>Der Flensburger Turnerbund, erst seit wenigen Monaten wieder zugelassen, richtete intern eine Weihnachtsfeier für die Kinderabteilung aus, sorgte aber auch für ein sportliches Highlight. 2000 Zuschauer kamen am 9. Dezember 1945 zu einem Schauturnen mit einigen deutschen Top-Turnern ins Deutsche Haus. Das Flensburger Nachrichtenblatt berichtete von der „ersten großen Manifestation nach dem Kriege für den Gedanken der Leibesübung“. Aus der Veranstaltung resultierte ein Gesamterlös von 3000 Mark, der den Kriegsversehrten gespendet wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Basteln und Weihnachtsbäume</h2>



<p>Allen war bewusst: Es standen keine Festtage der Üppigkeit bevor. Der Mangel machte erfinderisch. Es wurde viel gebastelt. In der Norderstraße leitete eine „Weihnachtsfrau“ eine Werkstatt mit zwölf fleißigen Helferinnen. Eltern lieferten Stoffreste, Flicken, Holzwolle und Nähgarn an. Material, das sich in Teddys und Puppen verwandelte. In der Angelburger Straße waren zwei junge Frauen tätig. Sie wollten eigentlich Kunstgeschichte studieren, bekamen aber keinen Studienplatz und fertigten deshalb mit einigen Unterstützern Spielzeug, Steckenpferde, Puppenwagen und Weihnachtsschmuck aus Pappe, Wolle oder Holz. Lederfetzen und Segeltuchreste eigneten sich für Gürtel und Taschen. Auch Jugendgruppen der Kirchengemeinden und Verwundete in den Lazaretten beteiligten sich an den immer umfangreicher werdenden Bastelaktionen. So manches Holz- oder Stofftier wurde schließlich in den Schaufenstern der Flensburger Innenstadt präsentiert.</p>



<p>Bereits einen Monat vor dem Fest hatte die Militärregierung mitgeteilt, dass keine „geistigen Getränke“ ausgeschenkt, Weihnachtsbäume hingegen geschlagen werden dürften. Ein Marktmeister versprach: „Für Flensburg werden genug Weihnachtsbäume geliefert.“ Am Südermarkt, am Burgplatz und an 14 weiteren Stellen wurde ein amtlicher Verkauf eingerichtet. Dennoch „bediente“ sich manch einer in einem nahen Wald. Die Polizei vermeldete die Tage vor Heiligabend, viele Diebstähle von Geflügel und Kaninchen im Flensburger Umland.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weihnachten im Flüchtlingslager</h2>



<p>Recht kurzfristig hob die Militärregierung die obligatorische Ausgangssperre für die Heilige Nacht, die Nacht auf den zweiten Feiertag und den Jahreswechsel auf. Das städtische Kulturamt und der Flüchtlingsausschuss luden an Heiligabend für 14 Uhr zu einer „Weihnachtlichen Feierstunde für Flüchtlinge und deren Kinder“ ins Deutsche Haus. Orgelmusik, Gesang, Darbietungen und Ansprachen prägten einen Nachmittag, den nur ein kleiner Teil der Flüchtlinge miterlebte. Im Barackenlager Kielseng war man froh, den Ofen mit Holz heizen zu können. Bereits gegen zehn Uhr waren britische Soldaten aufgekreuzt und hatten unter den vielen Menschen Weißbrot und Zigaretten verteilt. Viel waren traurig und jammerten über das Elend und die zerstörte Heimat. Ein Engländer versuchte zu trösten: „In spätestens 15 Jahren ist Deutschland wieder aufgebaut.“</p>



<p>Am Nachmittag diente der Wirtschaftsraum des Lagers als Bühne für ein Krippenspiel. Engel mit aufgekrempelten Hemdsärmeln schlichen über den Boden. Ein Pastor hielt eine Predigt. Frauen und Männer sangen: „Stille Nacht, heilige Nacht“. Dabei weinten fast alle und dachten an schönere Zeiten. In den Baracken waren Weihnachtsbäume in Blechdosen aufgestellt, geschmückt mit Sternen aus Glanzpapier. Bei den Geschenken für die Kinder dominierten Papierblöcke, selbstgenähte Puppen und Blechbüchsen-Karusselle. Das Kielsenger Weihnachtsmenü lautete: Weißbrot mit Grießschmalz und gerösteten Steckrübenscheiben. Dazu tranken viele eine halbe Tasse Punsch.</p>



<p>Der offizielle Bericht des Stadternährungsamts skizzierte für die Tage vom 21. Dezember 1945 bis zum 3. Januar 1946 die allgemeine Knappheit in der Lebensmittelversorgung: Während Vollmilch ausreichend vorhanden war, boten die Bäckereien nur Weizenmischbrot an. Weißkohl, Rotkohl und Steckrüben prägten die bescheidene Flensburger Gemüse-Vielfalt. „Mit Ausnahme von zwei Pfund je Kopf der Bevölkerung zu Weihnachten sind seit etwa acht Wochen keine Kartoffeln mehr an die Verbraucher ausgegeben worden“, schrieb ein Beamter. „In den letzten Tagen wurde ein Schiff mit 190 Tonnen Speisekartoffeln von Schottland im Flensburger Hafen gelöscht, aber noch nicht verteilt.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein recht umfangreiches Kulturprogramm</h2>



<p>Angesichts der leeren Teller war das Flensburger Kulturprogramm für die Festtage erstaunlich reichhaltig. Im Deutschen Haus inszenierte das Stadttheater am ersten Feiertag mit „Die spanische Fliege“ einen Schwank, der zwölf Jahre lang von den Bühnen verbannt war. In der „Neuen Harmonie“ sorgte der damals bekannte Schauspieler Hermann Speelmanns mit seiner Wanderbühne an drei Abenden für ein volles Haus. Die beheizte Nikolaikirche belebten am zweiten Feiertag Flensburgs Top-Sängerin Gerty Molzen, der Kantatenchor und ein Theaterspiel. Da war ein sportlicher Leckerbissen bereits verdaut. Der Sportverein Flensburg 08 hatte seinen angestammten Platz am Sender saniert und tatsächlich am ersten Weihnachtstag mit einigen Fußballspielen eingeweiht. Tags darauf folgte der Feldhandball.</p>



<p>Auch zwischen den Tagen ruhte die Kulturszene nicht. Täglich wurde um 14.30 Uhr im Deutschen Haus das Märchenspiel „Die Gänsehirtin am Brunnen“ aufgeführt. In den Kinos „Colosseum“ und „Capitol“ lief die „Große Freiheit Nr. 7“ mit Hans Albers. Ein Film, der im Dezember 1944 der NS-Zensur zum Opfer gefallen war und nun von der Militärregierung freigegeben wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein eher beschaulicher Jahreswechsel</h2>



<p>An Silvester bot das Deutsches Haus mit „Die spanische Fliege“ den letzten kulturellen Nachschlag für 1945. Um 23.30 Uhr begann der Silvester-Gottesdienst in der Marienkirche. Die Polizei registrierte bis auf ein paar eingeschlagene Fensterscheiben einen sehr ruhigen Jahreswechsel. Nur in den Hauptstraßen wurde etwas Feuerwerk gezündet. Die Feuerwehr pumpte an Silvester den vollgelaufenen Keller des Bahnhofshotels leer, und rettete drei junge Pferde aus einem Löschteich in der Schützenkuhle – als das Jahr 1946 gerade einmal zehn Stunden alt war.</p>



<p>Kurz darauf meldete ein Marineoffizier aus Mürwik: „400 Ostflüchtlinge eingetroffen“. Die deutschen Soldaten stellten eine beheizte Baracke zur Verfügung – mit 250 Betten und Stroh. Die Royal Navy ordnete an, dass das Lager bis zum 5. Januar um 18 Uhr geräumt sein müsse, da mit Truppen aus Norwegen zu rechnen wäre. 1946 schien mit den Herausforderungen zu beginnen, mit denen 1945 geendet hatte. Oberbürgermeister Jacob Clausen Möller hatte in der Weihnachtssitzung der Stadtvertretung den „Kampf gegen die Überbevölkerung der Stadt, gegen Kälte und Hunger“ zu den wichtigsten Aufgaben der Politik erklärt. Er zeigte sich zuversichtlich: „Bei bereitwilliger, harter Arbeit wird das kommende Jahr keinen Rückgang, sondern Fortschritt bringen.“&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner  </em></p>
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		<title>Geheimnisse des Mückenwaldes, Teil 1</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Sep 2025 22:44:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>
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		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mückenwald]]></category>
		<category><![CDATA[Weiche]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für einige Zeitgenossen mag der Mückenwald nicht mehr als eine Ansammlung von Bäumen sein, die sich zwischen Alter Ochsenweg und Alter Husumer Weg auf immerhin 25 Hektar erstreckt. Wer aber dort spazieren geht und vielleicht auf einem Weg stehen bleibt, um entspannt durchzuatmen, wird den Aufenthalt in der grünen Lunge von Flensburg-Weiche sicherlich genießen. Keine [&#8230;]</p>
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<p>Für einige Zeitgenossen mag der Mückenwald nicht mehr als eine Ansammlung von Bäumen sein, die sich zwischen Alter Ochsenweg und Alter Husumer Weg auf immerhin 25 Hektar erstreckt. Wer aber dort spazieren geht und vielleicht auf einem Weg stehen bleibt, um entspannt durchzuatmen, wird den Aufenthalt in der grünen Lunge von Flensburg-Weiche sicherlich genießen. Keine Frage: Der Mückenwald hat eine wichtige Naherholungsfunktion für den Stadtteil, er birgt aber auch manche Geheimnisse und vergessene Geschichten, die es wert sind, ans Tageslicht geholt zu werden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ursprünge</h2>



<p>Der Mückenwald war höchstwahrscheinlich mal ein Teil des wesentlich größeren Handewitter Waldes. Es war stets ein Rückzugsgebiet für Tiere, aber auch ein Ort für Forstwirtschaft und Jagd. Bis zum Zweiten Weltkrieg war der Name Nikolaiforst geläufig. Es gab auch mal ein Fließgewässer, das durch das Gehölz floss: Die Steenau ist auf Karten von 1799, 1833 und 1854 gut zu erkennen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Weiche-Hymne</h2>



<p>Der Mückenteich war nach dem Ersten Weltkrieg ein beliebtes Ausflugsziel, umringt von großen Fichten und Tannen. Unter den Bäumen feierten vor allem im Sommer Vereine und Gruppen. Mit Pferden und Wagen wurde Tische, Bänke, Essen und Getränke herangefahren. Bei Blasmusik leerten sich die Bierfässer. Jugendliche trafen sich, sangen und tanzten. Eine kleine Berühmtheit war Friedrich Bruhn. Er spielte auf seiner Zither und interpretierte ein plattdeutsches Lied: „Jo, dat weer een schöne Tied, obends an de Mückendiek.“ Das war damals die „Weiche-Hymne“.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="689" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/XIV-Foto-C-09880-1024x689.jpg" alt="Geheimnisse des Mückenwaldes, Teil 1" class="wp-image-84065" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/XIV-Foto-C-09880-1024x689.jpg 1024w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/XIV-Foto-C-09880-300x202.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/XIV-Foto-C-09880-768x517.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/XIV-Foto-C-09880-624x420.jpg 624w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/XIV-Foto-C-09880-696x469.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/XIV-Foto-C-09880-1068x719.jpg 1068w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/XIV-Foto-C-09880.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Mückenteich im Nikolaiforst war ein Hort der Geselligkeit</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein inoffizielles Moorbad</h2>



<p>Um den Mückenteich herum führten einst zwei Stege. Von denen sprangen die Badelustigen ins kühle Nass. Sie ließen sich nicht davon stören, dass das Wasser etwas moorig war. Die Kinder kamen oft mit dunkel gefärbten Handtüchern nach Hause.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rekordpacht</h2>



<p>Im Nikolaiforst verpachtete die städtische Feld- und Forstkommission zwei Wiesen. Die kleinere sicherte sich Ende 1920 der Langberger Waldarbeiter Johann Thomsen – für 200 Mark im Jahr. Die 0,7 Hektar durfte er nur landwirtschaftlich nutzen. Recht bald sollte die Pacht von 200 auf 400 Mark erhöht werden. Die Ehefrau des Waldarbeiters sprach bei der Stadt vor. „Die Wiese bringt nur eine kleine Fuhre Heu“, sagte sie und konnte den Beamten erweichen. Doch sehr bald schoss die Pacht enorm in die Höhe. Am 2. Oktober 1923 wurde für die kleine Fläche 360 Millionen Mark verlangt. Deutschland steckte in einer Hyperinflation. Sehr bald normalisierten sich die Preise. Der Vertrag enthielt dafür eine neue Klausel: „Beim Beweiden der Wiese ist dafür zu sorgen, dass das Vieh nicht in den städtischen Forst durchbricht.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Städtischer Schadensausgleich</h2>



<p>Die größere Wiese maß etwas mehr als einen Hektar. Sie pachtete Bruno Jacobsen, ein Landmann aus Oeversee. Im Juni 1926 hatte Forstwart Otto Utech nach Rücksprache mit der Stadtverwaltung drei große Löcher gebohrt. Er wollte untersuchen, ob sich der Boden für eine Aufforstung eignen würde. Bruno Jacobsen ließ sein Pferd laufen. Es verfing sich an einem Loch und arbeitete sich mit seinem Hinterteil immer tiefer in das Erdreich. Es steckte fest und musste mit Hilfe von Nachbarn und der Feuerwehr aus der Kuhle befreit werden. Dem Landmann entstanden Unkosten von 720 RM. Zudem benötigte das Pferd nach diesem Unfall eine Schonzeit. Die städtische Feld- und Forstkommission beglich nicht nur den Schaden, sondern spendete dem Pferd auch eine „Kur“ am Sophienhof und stellte Bruno Jacobsen einen Ersatz zur Verfügung: ein Gaul, der eigentlich von der „Eimerabfuhr“ (Fäkalien-Entsorgung) in den Schlachthof wechseln sollte. Zum April 1927 wurde Bruno Jacobsen allerdings der Pachtvertrag gekündigt. Die Fläche im Nikolaiforst wurde mit Setzlingen bepflanzt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC_7094.jpg" alt="Geheimnisse des Mückenwaldes, Teil 1" class="wp-image-84066" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC_7094.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC_7094-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC_7094-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC_7094-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2025/08/DSC_7094-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Brause und Bonbons</h2>



<p>Seneka Sönksen, ein Invalide aus dem Ochsenweg, hatte eine Idee. 1924 stellte er erstmals einen kleinen Stand am Mückenteich auf und verkaufte alkoholfreie Getränke wie Brause und Selters sowie Schokolade, Bonbons, Apfelsinen und Bananen. Das Geschäft lief gut. Nach nur zwei Jahren baute sich Seneka Sönksen eine Verkaufshalle. 1929 erhielt er die Gestattung für eine Baracke, die er „Kaffeeschenke“ taufte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erhöhte Brandgefahr</h2>



<p>Im April 1935 stellte Seneka Sönksen den Antrag, die Baracke um eine Zwei-Zimmer-Wohnung zu erweitern. Stadtrevierförster Wilhelm Culemann war skeptisch. „Im Nikolaiforst ist erhöhte Brandgefahr, da Nadelholz vorhanden ist“, formulierte er eine Stellungnahme. „Auch liegen schon mehrere Gastwirtschaften (Mühlental, Schäferhaus, Boreasmühle) in der Nähe.“ Seneka Sönksen erhielt dennoch eine Genehmigung für einen Herdofen in seiner Holzbude – allerdings mit besonderen Pflichten. Sehr bald schaute die Feuerpolizei vorbei. „Es befinden sich keine gefüllten Wassereimer als Löschmittel in Bereitschaft“, bemängelte sie. „Es gibt nur ein Holzfass für Gebrauchswasser.“ Seneka Sönksen folgte den neuen Anweisungen, machte aber keinen Hehl aus seinem Ärger: „Man will mich nur hinausgraulen.“</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Fotos: Jan Kirschner, Stadtarchiv Flensburg   </em></p>



<p></p>
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		<title>Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jan 2025 16:56:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Villa aus der Zeit um 1900 hat so einen ganz eigenen Charme. Und diese in Flensburg besonders. Wenn man sie betritt, hat sich für den Besucher nicht nur die Haustür geöffnet, sondern auch ein hoher Eingangsbereich, der locker eine schöne Holztreppe aufnimmt. Überall hängen Gemälde. Und wenn man um die Ecke ins Arbeitszimmer geleitet [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/gerhard-paul-geschichtsprofessor-und-55-facher-buchautor/">Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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<p>Eine Villa aus der Zeit um 1900 hat so einen ganz eigenen Charme. Und diese in Flensburg besonders. Wenn man sie betritt, hat sich für den Besucher nicht nur die Haustür geöffnet, sondern auch ein hoher Eingangsbereich, der locker eine schöne Holztreppe aufnimmt. Überall hängen Gemälde. Und wenn man um die Ecke ins Arbeitszimmer geleitet wird, stößt man auf prall gefüllte Bücherregale, die die gesamte Höhe bis zur Decke ausnutzen. „Ich habe gerade 30 Kartons aussortiert, Bücher in zweiter oder dritter Reihe findet man ja nicht mehr wieder“, sagt Gerhard Paul mit einem Schmunzeln. Der emeritierte Flensburger Geschichtsprofessor könnte mit der eigenen literarischen Schaffenskraft eine ordentliche Fläche belegen. Von ihm sind bereits 54 Werke erschienen, Ende Januar kommt die Nummer 55.</p>



<p>An eine solche Bücher-Leidenschaft hatte der 73-Jährige in seiner Jugend, die er im nordhessischen Biedenkopf verbrachte, nicht unbedingt gedacht. Mit der Wahl des Studiums waren aber die historischen Pfade betreten. Geschichte und Politikwissenschaft, aber auch Psychologie und Philosophie – so lautete der Fächerkanon. Gerhard Paul erlebte in Bonn, Frankfurt und Hannover auch die Ausläufer der Studentenbewegung, spannender fand er aber die Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts. Schon als junger Mann lernte er interessante Leute kennen und interviewte sogar Bundeskanzler Willy Brand.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2338-2.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81507" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2338-2.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2338-2-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2338-2-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2338-2-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2338-2-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Sowjetunion und Saarländischer Rundfunk</h2>



<p>Als 1975 das Examen bestanden war, drohte eigentlich ein Job als Taxi-Fahrer, um sich über Wasser zu halten. Geisteswissenschaftler hatten nicht die besten Aussichten für den Berufseinstieg. Wider Erwarten gab es eine Stelle beim Dachverband der Volkshochschulen. Besonders folgenreich war eine Reise in die Sowjetunion. Auf dem Weg nach Moskau stieg Gerhard Paul mit einer Gruppe im Kiewer Hotel „Mir“ ab. Andere Deutsche kamen gerade aus Moskau, darunter Lehrerin Sigrid. „Ich habe mich gleich verliebt“, erzählt er. „Das Kurioseste: Wir haben festgestellt, dass wir fünf Jahre lang im selben Dorf bei Hannover gelebt haben und beim selben Bäcker und Kaufmann waren.“</p>



<p>Das Paar heiratete, und bald kam Lena, die erste Tochter. Während seine Frau an der Schule unterrichtete, betätigte sich Gerhard Paul als Hausmann und befasste sich mit seiner Promotion.</p>



<p>Das Thema: Die Saar-Abstimmung von 1935 und die Wirkung der Nazi-Propaganda. Er tauchte immer tiefer in die Materie ein. Eine TV-Dokumentation des Saarländischen Rundfunks kritisierte der Fachmann fundiert per Zuschauer-Brief.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="613" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/44-613x1024.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81500" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/44-613x1024.jpg 613w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/44-180x300.jpg 180w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/44-768x1284.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/44-251x420.jpg 251w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/44-696x1163.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/44.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 613px) 100vw, 613px" /></figure></div>


<p>Vom Programmchef gab es eine überraschende Antwort: ein Jobangebot beim Fernsehen. „Ich hatte bis dahin noch nie etwas mit Filmen zu tun gehabt, noch nie durch das Objektiv einer Kamera geschaut oder am Schneidetisch gearbeitet“, wundert sich der Historiker bis heute. Aber der Auftrag für drei Dokumentationen war in trockenen Tüchern: Gerhard Paul war nun häufiger in Saarbrücken, für eine Recherche zu einem ehemaligen saarländischen Sozialistenführer ging es aber auch mal nach Paris. Mit einem Lkw wurden ein sechsköpfiges Produktionsteam und das große Equipment bewegt.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="769" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/46-769x1024.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81501" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/46-769x1024.jpg 769w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/46-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/46-768x1022.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/46-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/46-696x927.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/46.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 769px) 100vw, 769px" /><figcaption class="wp-element-caption">In Dawson City, 1979</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Zugfahrten durch die DDR und der 10. November 1989</h2>



<p>1984 hatte Gerhard Paul seine Promotion abgeschlossen. Er war nun Doktor, dozierte an der Freien Universität Berlin und habilitierte zur Nazi-Propaganda vor 1933. Regelmäßig pendelte er vom Wohnsitz bei Hannover in die damals geteilte Stadt – mit den Interzonenzügen der DDR. „Den Geruch habe ich noch immer in der Nase: ein Gemisch aus Kunstleder und Braunkohle“, erzählt er. „Besonders lecker war der Baumkuchen, den es im Speisewagen gab.“ Sein Pensum war üppig: Nach zwei Lehrveranstaltungen am Montag und Dienstag kehrte er zurück nach Hannover, reiste aber häufig weiter zu einem Film-Projekt nach Saarbrücken oder Paris. So richtig zu Hause war der Pendler nur am Wochenende. Das ließ sich aber mit der Familie nicht mehr vereinbaren. Die zweite Tochter Mirjam war bereits geboren. Später gesellte sich noch Sohn Jonas dazu. Die saarländische TV-Episode war beendet.</p>



<p>Es gibt Zufälle, die es eigentlich nicht geben kann. Ausgerechnet am geschichtsträchtigen 9. November 1989 ging Gerhard Paul zeitig ins Bett, da er am nächsten Tag mit dem Auto von Hannover nach Berlin wollte, um seine fertige Habilitationsschrift im Präsidium der Freien Universität einzureichen. Die Nachrichten von der legendären DDR-Pressekonferenz mit Günter Schabowski hatte er zwar gehört, die Konsequenten aber noch gar nicht richtig erfasst – bis er frühmorgens auf der Autobahn 2 immer wieder Trabis überholte. Viele DDR-Bürger hatten in der Nacht West-Luft geschnuppert und waren nun schon wieder auf dem Rückweg. Die Grenze war auf!</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="443" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81508" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-300x166.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-768x425.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-758x420.jpg 758w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-696x385.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mauerfall Berlin</figcaption></figure></div>


<p>Gerhard Paul besuchte in Berlin nicht nur das FU-Präsidium, sondern stellte sein Auto am Tiergarten ab und näherte sich dem Brandenburger Tor, vor dem sich damals die Mauer zog. Plötzlich befand er sich mitten in der Menge, die auf der Grenzbefestigung thronte, tanzte und jubelte. Etwas mulmig war ihm aber doch. „Erst vor wenigen Monaten hatte die chinesische Führung Proteste brutal niedergeschlagen“, ging ihm durch den Kopf. „Was wäre, wenn die Russen es sich doch anders überlegen und einmarschieren würden?“ Gerhard Paul machte sich bald auf den Rückweg, tauchte dabei aber voll in ein deutsch-deutsches Verkehrschaos ein. Er brauchte allein bis zum Grenzübergang Helmstedt zwölf Stunden. Beschlagene Fenster und ein eingeschränkter Radioempfang, der nur Wortfetzen von den Reden Helmut Kohls und Willy Brands übermittelte, schufen eine ganz eigene surreale Atmosphäre.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/51.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81505" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/51.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/51-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/51-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/51-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/51-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/51-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/51-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Ehefrau Sigrid in Hobart, der südlichsten Stadt Australiens, Februar 2017</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Saarbrücken oder Flensburg?</h2>



<p>Nach dem Mauerfall arbeitete Gerhard Paul an mehreren Forschungsprojekten mit, beschäftigte sich dabei mit dem saarländischen Widerstand gegen die Nazis oder mit der Gestapo. Ein Lehrstuhl war noch nicht in Sicht, dafür erreichte ihn ein überraschender Anruf aus Saarbrücken. Es war am 13. Januar 1992. An den Tag kann er sich so gut erinnern, da die Saar-Abstimmung von 1935 auch an einem 13. Januar stattfand. Der Anrufer war ein Referent des damaligen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine. Er bot dem Historiker einen Job in der Saarbrücker Staatskanzlei an. Die wissenschaftliche Expertise machte das fehlende Parteibuch und die fehlende Kenntnis vom Polit-Zirkus wett. Es kam kurz darauf zu einem persönlichen Treffen mit Oskar Lafontaine. „Ich hätte viel verdienen können“, skizziert Gerhard Paul das Gespräch rückblickend. „Ich hätte aber auch sehr schnell sein müssen. Wenn Oskar Lafontaine am Dienstagvormittag im Bundesrat über die europäische Finanzpolitik zu sprechen hatte, hätte für mich der Montagabend als Zeitfenster genügen müssen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/3.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81511" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/3.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/3-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/3-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/3-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/3-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/3-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/3-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Gespräch mit Oskar Lafontaine 1987, Ministerpräsident des Saarlandes, anlässlich einer Buchpräsentation</figcaption></figure></div>


<p>Keine Frage: Die Offerte war reizvoll, und von der Familie kam das Signal, mit ins Saarland zu ziehen. Auf der anderen Seite sprachen das unbekannte Betätigungsfeld, ja das Bauchgefühl, dagegen.  Gerhard Paul hatte sich noch zu keiner Entscheidung durchgerungen, als sich die Pädagogische Hochschule in Flensburg meldete. Als Junge war er mal mit einem Zeltlager des Landkreises Biedenkopf in Holnis gewesen, sonst war der hohe Norden aber unbekanntes Terrain. Aber es gab einen Lehrstuhl für eine Professur der Geschichte und ihrer Didaktik – und für den hatte er sich beworben.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="587" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-Vortrag.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81509" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-Vortrag.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-Vortrag-300x220.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-Vortrag-768x564.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-Vortrag-572x420.jpg 572w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-Vortrag-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-Vortrag-696x511.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Gerhard Paul packte seine Reisetasche und traf an einem Februar-Abend in Flensburg ein. Der Bahnhof hatte ein schäbiges Ambiente und roch übel. Auch in der Innenstadt war es kalt, dunkel und nass. Der Besucher schaute am Theater vorbei, wo just in dem Moment ein nordfriesischer Bus die Türen öffnete. Es stieg eine große Gruppe aus. Der Duft von Mottenkugeln umhüllte die offenbar selten getragenen Pelzmäntel der Damen. Kurzum: Der erste Eindruck von Flensburg war nicht der beste. Aber es lockte die Professoren-Laufbahn. Das Bewerbungsverfahren zog sich noch etwas hin, ehe Gerhard Paul im Sommersemester 1994 seine Lehrtätigkeit aufnahm.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/50.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81504" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/50.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/50-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/50-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/50-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/50-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/50-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/50-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wanderung auf dem Abel Tasman Coast Track auf Neuseeland, 2017</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Eine günstige Renovierung und die Pädagogische Hochschule</h2>



<p>Die ersten Monate war er allein im hohen Norden. Dann waren zwei Umzugswagen gepackt. Ehefrau, drei Kinder, ein Pferd und eine Katze kamen mit. Bei der Suche nach dem neuen Domizil hatte – wieder einmal – der Zufall eine günstige Rolle gespielt. Ein Immobilienmakler hatte in der Nähe der Flensburger Altstadt eigentlich für seinen Sohn ein 90 Jahre altes, mit Efeu bewachsenes Objekt gekauft, doch wollte es dann doch schnell wieder abstoßen. „Für Flensburg war dieses Haus damals teuer, für das Umland von Hannover aber verhältnismäßig günstig“, erinnert sich Gerhard Paul. „Und es war in einem sehr guten Zustand. Die Sanierung hat nur 60 D-Mark gekostet – für zwei Eimer Farbe.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1067" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/12.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81514" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/12.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/12-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/12-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/12-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/12-696x928.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Enkel Nr. 7 und 8 bewundern ihren Opa im Fernsehen</figcaption></figure></div>


<p>Die Pädagogische Hochschule, der Vorläufer der Europa-Universität, befand sich in den 90er Jahren in der Mürwiker Straße. Das Internet steckte noch in seinen Anfängen, ein Handy war zarter Futurismus, und die Computer kündigten sich gerade als Nachfolger der guten, alten Schreibmaschine an. Zur Jahrtausendwende, mit dem Umzug auf den Campus, zog die moderne Technik ein. „Plötzlich war ich in der Provinzstadt Flensburg besser vernetzt als nur wenige Jahre zuvor in der Metropole Berlin“, schmunzelt Gerhard Paul. Entspannend war auch der familiäre Charakter der Hochschule. In den Seminaren saßen im Schnitt nur 20 Studenten. Ein ganz anderer Schnack als in Berlin, wo sich in einem Proseminar 200 junge Leute tummelten. Die wiederum gaben alle eine Hausarbeit ab, die korrigiert werden mussten.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="449" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/13.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81497" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/13.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/13-300x168.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/13-768x431.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/13-748x420.jpg 748w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/13-696x391.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gerhard Paul im Gespräch mit Moderatorin Bettina Tietjen auf dem roten Sofa in der NDR-Sendung DAS, Hamburg 5. April 2024</figcaption></figure></div>


<p>In Flensburg ließen sich die Lehrveranstaltungen an zwei Tagen bündeln. Sonst bot sich dem Professor viel Zeit zum Forschen – und zum Verfassen von Büchern. 55 hat er bislang geschrieben. Die Aufarbeitung zur Nazi-Propaganda hat sich in der Geschichtswissenschaft zum Standardwerk gemausert. Als Herausgeber der zwei Bände „Jahrhundert der Bilder“ tauchte Gerhard Paul in das Medien-Zeitalter mit seinen bekanntesten Fotos, Filmen und Plakaten ein. Er erzielte eine stolze Gesamtauflage von 60.000 Stück und erwarb sich den Ruf als einer der Begründer der „Visual History“. Ein paar Jahr später sammelte der Flensburger zusammen mit einem Freund einige Ideen auf einem Bierdeckel, um ein Pendant für Töne zu erschaffen. Es entstand der „Sound der Zeit“, der sich mit Musik, politischen Tönen und dem Lärm des Krieges beschäftigt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Segeln und Südsee</h2>



<p>Abseits von Hochschulbetrieb und Literatur suchte Gerhard Paul in der neuen Heimat nach einem interessanten Hobby. Die Kultur schien ihm in der Provinzstadt nicht sonderlich ausgeprägt. Das Stadttheater war nach der ersten Begegnung im unwirtlichen Februar irgendwie mit einem Makel behaftet. Erst später lernte er die Stätte der darstellenden Kunst von einer ganz anderen Seite kennen, zumal sogar Besucher aus den Metropolen beim Flensburger Opernbereich ins Schwärmen gerieten.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/15-768x1024.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81498" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/15-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/15-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/15-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/15-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/15.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zusammen mit Ehefrau Sigrid in der Maske des NDR, Hamburg</figcaption></figure></div>


<p>In den 90er Jahren bewertete Gerhard Paul aber die Nähe zum Wasser als Vorteil und machte den Segelschein. Kurz danach überschätzte er allerdings seine Segelkünste. Zusammen mit einer Segel-Freundin mietete der Professor in Gelting-Mole ein Segelboot. „Den Wetterbericht haben wir nicht beachtet und vom ablandigen Wind so nichts gehört“, fasst er sich heute an den Kopf. Damals jedoch trieb das Anfänger-Duo auf der See und konnte den Sportboothafen beim besten Willen nicht mehr ansteuern. Eine Prise Panik frischte auf, als die Gefährtin vom bockenden Segelbaum getroffen wurde und sich eine Gehirnerschütterung zuzog. „Zum Glück sahen die Zollbeamten auf ihrem Radar, wie jemand völlig unkontrollierte Bewegungen fabrizierte“, erzählt Gerhard Paul. „Sie nahmen dann die Segel-Freundin an Bord und mich an den Haken.“ Dieses Missgeschick war eine Lehre, aber nicht das Ende der Segelpassion. Er erwarb später ein eigenes Boot, das er inzwischen an den Sohn verschenkt hat. Mit ihm und dessen Familie geht es ab und an mal auf die Ostsee und in die dänische Südsee.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/48.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81502" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/48.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/48-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/48-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/48-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/48-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Schilderwald auf der Pazifikinsel Rarotonga, Aufnahme Dezember 2016</figcaption></figure></div>


<p>2016 gingen Gerhard Paul und seine Frau in den Ruhestand und zugleich auf die längste Reise ihres Lebens – einmal um die Welt. Und für ihre Umrundung des Erdballs benutzten sie nicht das Flugzeug, sondern etliche Schiffsverbindungen. Eine Route, die der Flensburger in seinem Arbeitszimmer ausgetüftelt hatte. Die „Queen Mary“ brachte das Ehepaar nach New York. Nach einem Karibik-Törn und einer Passage durch den Panama-Kanal öffneten sich die fast endlosen Weiten des Pazifiks, wo Südsee-Perlen wie Bora Bora, Moorea oder Aitutaki die Nordlichter verzauberten. Tonga überraschte mit einem ungewöhnlichen Empfang: eine Kapelle spielte einen besonders langsamen Radetzky-Marsch. Über Neuseeland, Australien und Mauritius ging es zu den Lemuren von Madagaskar, ehe das Kap der Guten Hoffnung den Weg um Afrika zeigte. „Wir sind von Hamburg in Richtung Westen abgefahren und kehrten aus dem Osten zurück“, erzählt Gerhard Paul mit einem Lachen. „Die Erde ist wirklich eine Kugel.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/49.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81503" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/49.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/49-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/49-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/49-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/49-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Folkloristische Darbietung auf Viti Levu, Hauptinsel der Fidschi-Inseln im Südpazifik</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Arbeitskulisse für Buch Nummer 55</h2>



<p>Heute fühlt sich Gerhard Paul in einem Drei-Generationen-Haus sehr wohl. Eine Tochter, deren Mann und einige der acht Enkel wohnen im ersten Stock. Da kommt es schon mal vor, dass der Großvater am Küchentisch sitzt, ein Baby darauf liegt, ein Buch aufgeschlagen und das Notebook in Reichweite aufgeklappt ist. So mag man sich gerne die Arbeitskulisse für das Buch „Die Bundesrepublik – eine visuelle Geschichte“ vorstellen, das Ende 2023 erschien. Gemütlicher war es ein paar Monate später auf dem Roten Sofa der NDR-Sendung „DAS!“, wo der Historiker mit der Moderatorin Betina Tietjen über die 75 Jahre alte Bundesrepublik plauderte und sich als Fan dieses TV-Formats outete. Rund ein Jahr zuvor hatte er eine Folge mit der ägyptischen Opernsängerin Fatma Said gesehen und gleich zwei Tickets samt Übernachtung in der Elbphilharmonie gebucht. Als er und seine Frau in Hamburg eintrafen, überraschte ein Upgrade mit einer Suite. „Plötzlich hörten wir aus dem Badezimmer von nebenan Gesangsübungen“, verrät Gerhard Paul. „Es war die Künstlerin, beeindruckend!“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="548" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/9.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81513" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/9.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/9-300x206.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/9-768x526.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/9-613x420.jpg 613w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/9-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/9-696x477.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/9-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Familienfeier Pfingsten 2024 an der Strandpromenade in Glücksburg mit Kindern, Schwiegerkindern und Enkeln</figcaption></figure></div>


<p>Ende Januar erscheint das nächste Buch. Es heißt: „Mai 1945: Das absurde Ende des Dritten Reichs“. Es brauchte einen langen Anlauf. Ursprünglich war beim Flensburger Professor eine Anfrage eingetroffen, ein Doku-Drama zu begleiten. Das Film-Projekt ließ sich allerdings nicht solide ausfinanzieren. Das letzte NS-Aufbäumen – ein etwas irrealer Spuk von drei Wochen – bietet aber genug Stoff für ein Buch, zumal nur wenige Zeitgenossen den hohen Norden mit diesem unrühmlichen Kapitel der deutschen Geschichte in Verbindung bringen. „Als ich vor 30 Jahren nach Flensburg kam, wusste ich gar nicht, dass das Dritte Reich im Prinzip in Flensburg beendet wurde“, erzählt Gerhard Paul. „Dann verriet mir jemand in der Hochschule, dass die Bestuhlung, auf die wir sitzen, von der Dönitz-Regierung stammen würde.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/8.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81512" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/8.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/8-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/8-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/8-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/8-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/8-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/8-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Arbeit am Küchentisch in der Wrangelstraße mit Enkel Nr. 4</figcaption></figure></div>


<p>Die Neugier des Experten war geweckt. Die Flensburger Tage der Nazi-Herrschaft waren fortan immer mal wieder Thema seiner Forschungen. Gut erinnert er sich an Gespräche mit Zeitzeugen wie dem Sprecher des Reichssenders Flensburg, der am 9. Mai 1945 die Nachricht vom Ende des Krieges verkündete. Oder an eine ehemalige Sekretärin vom Mürwiker Regierungssitz. „Es war zum Teil sehr absurd, was da ablief“, betont Gerhard Paul. „Die letzte Amtshandlung von Dönitz drehte sich beispielsweise um fünf Koffer mit seidener Unterwäsche, von denen nur einer von den Briten als Gepäck genehmigt wurde.“ In dem neuen Buch geht es auch um Besäufnisse mit Todesfolgen und einem Staatsbegräbnis mit Schusswaffen und Hakenkreuz-Flagge – acht Tage nach der Kapitulation.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/27.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81499" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/27.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/27-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/27-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/27-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/27-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/27-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/27-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2019: Gerhard und Sigrid genießen den Sommer am Flensburger Hafen</figcaption></figure></div>


<p>Zuvor nicht ausgewertete Quellen und englische Fundstellen brachten neue Impulse für die 320 Seiten mit 20 Kapiteln. Über drei Jahre zog sich die Arbeit am neuen Buch. Es ist womöglich die letzte offizielle Veröffentlichung des 73-Jährigen. Im Moment juckt es in den Fingern hauptsächlich, wenn er seine Foto-Kamera sieht. Fotobücher, die nur ein kleiner Kreis bewundern können, sind der neueste Faible. Unter dem Titel „Die Pauls“ bewegt sich die eigene Ahnenforschung zurück bis zur Waterloo-Schlacht vor mehr als 200 Jahren. Ein Projekt „Menschen in Museen“ hat Gerhard Paul, der Kunst sammelt, gerade abgeschlossen. Im Moment sucht er nach ungewöhnlichen Ansichten von Flensburg: Graffiti, Türen und Fenster.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner Fotos: Jan Kirschner, privat   </em></p>



<p></p>
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		<title>Spurensuche: Stammtisch Rechte Ecke von 1884</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jan 2025 23:52:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historisches]]></category>
		<category><![CDATA[flensburg]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Stammtisch Rechte Ecke]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Jahreszahl 1751 ziert die Fassade. Die Eingangstür an der Front zur Angelburger Straße hat allerdings schon lange niemand mehr passiert. Das schmale Haus an der Eisenbahnbrücke ist in Vergessenheit geraten. In dem Gebäude steckt aber mehr als man denkt, zumal es sich schlauchförmig tief ins Grundstück zieht. Es war einst der Gasthof „Schwarzer Walfisch“. [&#8230;]</p>
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<p>Die Jahreszahl 1751 ziert die Fassade. Die Eingangstür an der Front zur Angelburger Straße hat allerdings schon lange niemand mehr passiert. Das schmale Haus an der Eisenbahnbrücke ist in Vergessenheit geraten. In dem Gebäude steckt aber mehr als man denkt, zumal es sich schlauchförmig tief ins Grundstück zieht. Es war einst der Gasthof „Schwarzer Walfisch“. Die Gastronomie ist ausgezogen. Vor einigen Jahren kaufte der Selbsthilfe-Bauverein (SBV) das denkmalgeschützte Objekt. Die nötige Sanierung steht aus, die zukünftige Nutzung ist noch unklar. Einen Blick ins Innere des „Schwarzen Walfisches“ können derzeit nur einige SBV-Akteure und Sachverständige werfen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="769" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2711-769x1024.jpg" alt="Spurensuche: Stammtisch Rechte Ecke von 1884" class="wp-image-81445" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2711-769x1024.jpg 769w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2711-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2711-768x1022.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2711-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2711-696x927.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2711.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 769px) 100vw, 769px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Schwarze Walfisch heute</figcaption></figure></div>


<p>Ein Raum ist so dunkel, dass man sich tatsächlich im Magen eines riesigen Meeressäugers wähnt. Man braucht eine Taschenlampe, um etwas sehen zu können. Der Lichtkegel tastet eine Wanddekoration ab, die an zwei Stellen beschriftet ist. An einer steht „Stammtisch“, auf der anderen „Rechte Ecke“. Das Wirtshaus war einst also ein regelmäßiger Treffpunkt. Der Name mag politisch klingen, in der Kaiserzeit waren aber Begrifflichkeiten wie „rechts“ oder „links“ noch nicht üblich, um die Ausrichtung im Parteienspektrum zu lokalisieren. Stattdessen gibt es eine ganz naheliegende Erklärung: Im „Schwarzen Walfisch“ musste man an der Küche vorbei und dann im hinteren Raum in die rechte Ecke blicken, um den Männer-Stammtisch zu finden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Relikte eines alten Stammtisches</h2>



<p>Das Erstaunliche: Der „Stammtisch Rechte Ecke von 1884“ existierte bis vor Kurzem. Erst im März 2024, also nach 140 Jahren, wurde die nicht eingetragene Vereinigung aufgelöst. Um den Nachlass kümmert sich der Flensburger Wolfgang Ulbricht. Der 82-Jährige hatte einst ein Pelzgeschäft in der Angelburger Straße und fungierte zuletzt als „Vergnügungsdirektor“ des Freundeskreises. Er annoncierte eine Anzeige „140 Jahre deutsche Geschichte beim Flensburger Stammtisch von 1884“. Vielleicht eignet sich das „deutsche Gegenstück zur Knudsgilde“ ja als historischer Forschungsgegenstand? Eine Resonanz blieb bislang allerdings aus.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="579" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Zum-Schwarzen-Walfisch_Innen.jpg" alt="Spurensuche: Stammtisch Rechte Ecke von 1884" class="wp-image-81443" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Zum-Schwarzen-Walfisch_Innen.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Zum-Schwarzen-Walfisch_Innen-300x217.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Zum-Schwarzen-Walfisch_Innen-768x556.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Zum-Schwarzen-Walfisch_Innen-580x420.jpg 580w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Zum-Schwarzen-Walfisch_Innen-696x504.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Zum-Schwarzen-Walfisch_Innen-324x235.jpg 324w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die &#8222;Rechte Ecke&#8220; um 1920</figcaption></figure></div>


<p>Auch der Versuch, einige Utensilien des Stammtisches in der Sammlung des Museumsbergs unterzubringen, fruchtete nicht. Besser sieht es um das Schriftgut aus. Berichte, Protokollbücher, Postkarten und das grüne Anwesenheitsbuch befinden sich derzeit zur Sichtung im Stadtarchiv. „Die schriftlichen Unterlagen inklusive Fotos zeichnen über 140 Jahre die Netzwerke einflussreicher Familien Flensburgs nach“, teilt die Stadt mit. „Über die Unterlagen, die das Stadtarchiv aufnehmen möchte, wird ein Vertrag geschlossen. Anschließend werden sie auch digital hinterlegt.“ Dann sind sie für die Öffentlichkeit nutzbar.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die ersten Jahrzehnte</h2>



<p>Zurück in die Kaiserzeit: Die einsetzende Bautätigkeit nach der Einverleibung Schleswig-Holsteins in den deutschen Staatsverband zog neue Bürger nach Flensburg. Am 7. März 1884 gründeten zwölf deutschgesinnte Persönlichkeiten, darunter Museumsdirektor Heinrich Sauermann, Stadtrat Peter Selck und die einflussreichen Kaufleute Hermann G. Dethleffsen (Bommerlunder) sowie Hans Hansen (Hansen Rum), den Stammtisch „Rechte Ecke“ in der Gaststätte „Schwarzer Walfisch“. Es gab keine Satzung, aber ungeschriebene Gesetze, die immer wieder dem Wandel der Zeit angepasst wurden oder unveränderliche Tradition blieben.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="879" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Zum-Schwarzen-Walfisch.jpg" alt="Spurensuche: Stammtisch Rechte Ecke von 1884" class="wp-image-81449" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Zum-Schwarzen-Walfisch.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Zum-Schwarzen-Walfisch-273x300.jpg 273w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Zum-Schwarzen-Walfisch-768x844.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Zum-Schwarzen-Walfisch-382x420.jpg 382w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Zum-Schwarzen-Walfisch-696x765.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Schwarze Walfisch um 1930</figcaption></figure></div>


<p>Der Stammtisch brachte Fabrikanten, Kaufleute, Juristen, Ärzte, Lehrer und Beamte an einen Tisch. Es wurden Posten vergeben, die die preußische Verwaltung imitierten. Die Gründungsväter waren so vermögend und einflussreich, dass sie ein wichtiges Wort im Stadtrat mitreden konnten. Ihre Gesprächsthemen bewegten sich am Zeitgeist. In der Anfangszeit wurde Reichskanzler Otto von Bismarck verehrt. Theodor von Hassel, der Vater des früheren Bundestagspräsidenten, vermachte dem Stammtisch einen Teil seiner Hauseinrichtung aus dem kolonialen Deutsch-Ostafrika: eine große Holzkommode, Geweihe, Gewehre, prunkvolle Becher und Glocken. Im Fundus finden sich zahlreiche Postkarten, die aus heutiger Sicht vom schlimmsten Rassismus durchdrungen sind. Aus der NS-Zeit scheint fast nichts erhalten zu sein. Man tagte aber definitiv weiter.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Angelburger Straße als Schwerpunkt</h2>



<p>In der Nachkriegszeit konzentrierte sich der „Stammtisch Rechte Ecke“ auf die Angelburger Straße. Christian Magnussen beispielsweise war Inhaber der Eisenwaren-Firma „Christian Böhm“ und der Gaststätte „Schwarzer Walfisch“.&nbsp; Auch der Vater von Wolfgang Ulbricht gehörte als der Pelzhändler vor Ort zur illustren Runde. Der Junior selbst war 1968 bei einem Spanferkel-Essen, das der Senior organisierte, erstmals als „Dienstpersonal“ dabei. „Die Herren nahmen mich ernst, dann durfte ich dazukommen“, erinnert sich Wolfgang Ulbricht, der damals sieben Wanderjahre mit dem Kürschner-Meister abgeschlossen hatte. Nach einer längeren Pause gehörte er die letzte Dekade wieder zu den treibenden Kräften des Stammtisches.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2720.jpg" alt="Spurensuche: Stammtisch Rechte Ecke von 1884" class="wp-image-81446" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2720.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2720-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2720-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2720-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2720-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Wenn sich der Stammtisch traf …</h2>



<p>Der traditionsreiche Freundeskreis traf sich jeden Montagabend zum frohgestimmten Gespräch und Meinungsaustausch. „Wer den Stammtisch ehrt, erscheint gut gekleidet mit Schlips“, lautete lange Zeit das Motto. Zuletzt nahm der Rollkragenpullover zu. Jeder dokumentierte mit seiner Unterschrift in einem Buch seine Anwesenheit. Eine Versammlung leitete der Präsident. Um sich gegen die Stimmgewalt der Anwesenden durchzusetzen, schlug er kräftig mit einem Hammer auf ein Klopfbrett. Dann waren alle Unterhaltungen zu unterbrechen. Es gab durchaus ein Programm, das über Essen und Getränke hinausging. Ein Geburtstag wurde mit dem Werk eines Stammtisch-Dichters gewürdigt. Die Glöckner bedienten bei Glückwünschen die richtige der auf einem Klemmbrett zusammengefügten Glocken. Frauen waren nur bei Festen des Stammtisches gerne gesehen, bei den Sitzungen ausgeschlossen. Und lange Zeit gab es auch kein besonderes Erkennungszeichen für weiblichen Familiennachwuchs, bis ein Mädchen-Glöckchen angeschafft wurde.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="558" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Stammtisch.jpg" alt="Spurensuche: Stammtisch Rechte Ecke von 1884" class="wp-image-81448" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Stammtisch.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Stammtisch-300x209.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Stammtisch-768x536.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Stammtisch-602x420.jpg 602w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Stammtisch-696x485.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Stammtisch-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Versammlung 1981</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der Niedergang des Stammtisches</h2>



<p>Über einige Jahre wurden Vorträge über Reiseerlebnisse, Familienpolitik, Energieversorgung und sonstige Themen integriert. Danach konnte eifrig diskutiert werden. Wenn es zu lebhaft wurde, konnte der Büttel mit seinem Stab dazwischengehen und einen Streit schlichten. Das soll aber kaum vorgekommen sein. Überhaupt wurde es ruhiger um den Stammtisch. Aus der Marine kamen zwar einige neue Mitglieder dazu, aber eine Wanderschaft auf unterschiedliche Lokalitäten – der „Schwarze Walfisch“ schloss 1992 als regelmäßige Gaststätte – nagte am historischen Fundament des Stammtisches. Oder war eine solche Institution einfach nicht mehr zeitgemäß? Denn der Nachwuchs blieb aus. „Die Idee hat sich in den letzten 15 bis 20 Jahren überlebt“, meint Wolfgang Ulbricht. „Heute haben die Heranwachsenden die sozialen Medien, die einen Stammtisch ersetzen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_0516.jpg" alt="Spurensuche: Stammtisch Rechte Ecke von 1884" class="wp-image-81444" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_0516.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_0516-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_0516-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_0516-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_0516-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wolfgang Ulbricht und der Hammer</figcaption></figure></div>


<p>Am 4. Dezember 2023 – natürlich ein Montag – eröffnete der Präsident Günter Voigt die letzte Generalversammlung. Auf der Tagesordnung: die Auflösung vom „Stammtisch Rechte Ecke von 1884“. Im März fand noch das Stiftungsfest mit nur 14 teilnehmenden Personen statt. Danach nahm der Präsident das Glockenspiel mit nach Hause. So ganz verschwunden ist der 140 Jahre alt gewordene Stammtisch übrigens nicht. In der „Oase“ kommen nach wie vor drei bis neun Männer zusammen – weiterhin jeden Montag, aber ohne die gepflegten Regularien.&nbsp;</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Fotos: Jan Kirschner, privat </em></p>
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		<title>SBV &#8211; 75 Jahre Selbsthilfe-Bauverein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jul 2024 22:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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		<category><![CDATA[Selbsthilfe Bauverein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Halbförmig umringt von einer Hecke steht am nördlichen Ende des Parkplatzes am Verwaltungssitz des Selbsthilfe-Bauvereins (SBV) ein rotbrauner Gedenkstein. Auf ihm sind das Konterfei eines Mannes und das Datum 21. Juli 1949 zu entdecken. Es handelt sich um Willi Sander, der vor 75 Jahren als Gründungsvater der Wohnungsbaugenossenschaft agierte. Er war Ratsherr, erster SBV-Vorsitzender und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Halbförmig umringt von einer Hecke steht am nördlichen Ende des Parkplatzes am Verwaltungssitz des Selbsthilfe-Bauvereins (SBV) ein rotbrauner Gedenkstein. Auf ihm sind das Konterfei eines Mannes und das Datum 21. Juli 1949 zu entdecken. Es handelt sich um Willi Sander, der vor 75 Jahren als Gründungsvater der Wohnungsbaugenossenschaft agierte. Er war Ratsherr, erster SBV-Vorsitzender und im Flensburg der Nachkriegszeit äußerst präsent. Er eilte oft mit Bauplänen unter dem Arm von einer Behörde zur nächsten, schleppte dringend benötigtes Werkzeug zu den Baustellen oder machte sich auf den Weg nach Kiel, um im Ministerium die Gemeinnützigkeit des SBV durchzuboxen. Im Volksmund erhielt der Stadtteil Fruerlund bald den Spitznamen „Sanderup“, benannt nach Willi Sander, der im Juni 1995 verstarb.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="722" height="1024" data-id="79381" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/49_willi-sander-portraet-722x1024.jpg" alt="SBV - 75 Jahre Selbsthilfe-Bauverein" class="wp-image-79381" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/49_willi-sander-portraet-722x1024.jpg 722w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/49_willi-sander-portraet-211x300.jpg 211w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/49_willi-sander-portraet-768x1090.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/49_willi-sander-portraet-696x987.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/49_willi-sander-portraet-296x420.jpg 296w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/49_willi-sander-portraet.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 722px) 100vw, 722px" /><figcaption class="wp-element-caption">Willi Sander</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="530" data-id="79383" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/50er_Fruerlundluecke.jpg" alt="SBV - 75 Jahre Selbsthilfe-Bauverein" class="wp-image-79383" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/50er_Fruerlundluecke.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/50er_Fruerlundluecke-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/50er_Fruerlundluecke-768x509.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/50er_Fruerlundluecke-696x461.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/50er_Fruerlundluecke-634x420.jpg 634w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fruerlundlücke, 1950er Jahre</figcaption></figure>
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<p>Es war der 21. Juli 1949, als sich am späten Abend 36 Heimatvertriebene, vor allem aus Schlesien, Ostpommern und dem Sudetenland, im Lokal „Sanssouci“ (Friesische Straße 21) trafen. Sie hatten Bombenkrieg, Vertreibung, Kriegsgefangenschaft oder Hunger hinter sich und lebten nun in einem der Flensburger Massenquartiere. In der blitzschnell zur Großstadt angewachsenen Fördestadt waren Wohnungen Mangelware. Die Anwesenden griffen zur Selbsthilfe, gründeten einen Verein, wählten einen Vorstand und sagten der Wohnungsnot den Kampf an. Viele Männer der Praxis taten sich zusammen. Zu den Gründern gehörten unter anderem zwei Bauführer, ein Baumeister, ein Betonpolier, ein Tischler und ein Zimmermann.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="578" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/50er_Bauen.jpg" alt="SBV - 75 Jahre Selbsthilfe-Bauverein" class="wp-image-79382" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/50er_Bauen.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/50er_Bauen-300x217.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/50er_Bauen-768x555.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/50er_Bauen-696x503.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/50er_Bauen-581x420.jpg 581w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/50er_Bauen-324x235.jpg 324w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Baugebiet Fruerlund, 1950er Jahre</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Aufbauphase im Wirtschaftswunder</h2>



<p>Der organisatorische Rahmen wurde schnell geschaffen. Im Januar 1950 wurde der SBV ins Genossenschaftsregister eingetragen, im April war die Gemeinnützigkeit anerkannt, und im August folgte die erste Mitgliederversammlung in der „Neuen Harmonie“. Danach ging es Schlag auf Schlag: In ihrer ersten Dekade baute die Genossenschaft nicht weniger als 600 neue Wohnungen. Willi Sander war es gelungen, Mittel aus dem Marshallplan zu akquirieren. Das Wachstum war so fulminant, dass einige Zeitgenossen gar meinten, dass es nicht mehr weit sei, bis „Mürwik zur Großstadt avancieren und das kleine Flensburg eingemeinden wird“. Andere mutmaßten angesichts der großen Investitionen, dass der SBV eigentlich pleite sein müsste.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="576" data-id="79386" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/70er_Travestrasse.jpg" alt="SBV - 75 Jahre Selbsthilfe-Bauverein" class="wp-image-79386" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/70er_Travestrasse.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/70er_Travestrasse-300x216.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/70er_Travestrasse-768x553.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/70er_Travestrasse-696x501.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/70er_Travestrasse-583x420.jpg 583w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Travestraße, 1970er Jahre</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="580" data-id="79388" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/80er_Nettelbeck_Neugestaltung.jpg" alt="SBV - 75 Jahre Selbsthilfe-Bauverein" class="wp-image-79388" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/80er_Nettelbeck_Neugestaltung.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/80er_Nettelbeck_Neugestaltung-300x218.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/80er_Nettelbeck_Neugestaltung-768x557.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/80er_Nettelbeck_Neugestaltung-696x505.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/80er_Nettelbeck_Neugestaltung-579x420.jpg 579w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/80er_Nettelbeck_Neugestaltung-324x235.jpg 324w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Neugestaltung Nettelbeckplatz, 1980er Jahre</figcaption></figure>
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<p>Das enorme Tempo der Anfangsjahre ließ sich nicht unendlich fortsetzen. Der SBV setzte aber weiterhin Trends. Etwa 1964, als die Genossenschaft in der Travestraße eine erste Fernwärme-Versorgung installierte. Inspiriert von einer Idee aus Dänemark und noch vor den Stadtwerken entstand ein Zentralheizwerk mit einem über 30 Meter hohen Schornstein, der in den Baukörper eines achtgeschossigen Wohngebäudes integriert war. Die Befeuerung erfolgte über eine Müllverbrennungsanlage.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="913" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/60er_Heizwerk_aussen.jpg" alt="SBV - 75 Jahre Selbsthilfe-Bauverein" class="wp-image-79385" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/60er_Heizwerk_aussen.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/60er_Heizwerk_aussen-263x300.jpg 263w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/60er_Heizwerk_aussen-768x876.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/60er_Heizwerk_aussen-696x794.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/60er_Heizwerk_aussen-368x420.jpg 368w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zentralheizwerk im Wohngebäude</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Epochenwechsel im Vorstand</h2>



<p>1975 ging Willi Sander in den wohlverdienten Ruhestand – mit einer Feier im damaligen „Hotel Europa“. Seine Nachfolge trat Helmut Schumann an, der 1954 als Lehrling beim SBV angefangen hatte und den SBV bis 2002 führen sollte. Der Philosophie der Genossenschaft blieb er treu, wenngleich sich die Zeiten rasch änderten. In den 80er Jahren hatte sich der Bedarf nach Wohnungen stark reduziert, es musste gar ein Leerstand verwaltet werden, und 1990 verloren bundesweit die Wohnungsbauunternehmen ihre Gemeinnützigkeit. Der Zustrom von Spätaussiedlern, Menschen aus der ehemaligen DDR und Flüchtlingen ließen Wohnungen dann doch wieder zu einem begehrten Gut werden.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="319" height="442" data-id="79387" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/75_Schumann_01.jpg" alt="SBV - 75 Jahre Selbsthilfe-Bauverein" class="wp-image-79387" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/75_Schumann_01.jpg 319w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/75_Schumann_01-217x300.jpg 217w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/75_Schumann_01-303x420.jpg 303w" sizes="auto, (max-width: 319px) 100vw, 319px" /><figcaption class="wp-element-caption">Helmut Schumann</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" data-id="79390" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2000er_dankowski.jpg" alt="SBV - 75 Jahre Selbsthilfe-Bauverein" class="wp-image-79390" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2000er_dankowski.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2000er_dankowski-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2000er_dankowski-768x513.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2000er_dankowski-696x465.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2000er_dankowski-629x420.jpg 629w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Raimund Dankowski</figcaption></figure>
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<p>2002 übernahm Raimund Dankowski für 15 Jahre den Vorstandsvorsitz. Mit dem Diplom-Betriebswirt an der Spitze erwarb der SBV von der Stadt Flensburg deren Wohnungsbaugesellschaft „WoBau“ mit 4800 Einheiten für 115 Millionen Euro. Die Kommune hätte mithilfe von Investoren ihre Schulden gewiss noch stärker abbauen können, entschied sich aber für ein genossenschaftliches Dach ihres ehemaligen Bestandes.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="501" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/90er_Dachaufstockung_Eiderstrasse.jpg" alt="SBV - 75 Jahre Selbsthilfe-Bauverein" class="wp-image-79389" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/90er_Dachaufstockung_Eiderstrasse.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/90er_Dachaufstockung_Eiderstrasse-300x188.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/90er_Dachaufstockung_Eiderstrasse-768x481.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/90er_Dachaufstockung_Eiderstrasse-696x436.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/90er_Dachaufstockung_Eiderstrasse-671x420.jpg 671w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dachaufstockung Eiderstraße, 1990er Jahre</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der SBV heute</h2>



<p>Der SBV zählt heute 13.000 Mitglieder und 7600 Wohneinheiten. Die Bautätigkeit erlahmt nicht. Zuletzt wurde der Wohnpark Tarup mit 300 Haushalten und einem Nahversorgungszentrum realisiert. Am Schwarzen Weg entstehen demnächst 100 weitere Einheiten. Ein weiteres Projekt auf einem Parkplatz an der Heinrichstraße befindet sich in der Endabstimmung.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="523" data-id="79392" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_2019_Rude_2020_06_02.jpg" alt="SBV - 75 Jahre Selbsthilfe-Bauverein" class="wp-image-79392" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_2019_Rude_2020_06_02.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_2019_Rude_2020_06_02-300x196.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_2019_Rude_2020_06_02-768x502.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_2019_Rude_2020_06_02-696x455.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_2019_Rude_2020_06_02-642x420.jpg 642w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rude</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="920" data-id="79396" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2020er_Bullerbue_03.jpg" alt="SBV - 75 Jahre Selbsthilfe-Bauverein" class="wp-image-79396" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2020er_Bullerbue_03.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2020er_Bullerbue_03-261x300.jpg 261w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2020er_Bullerbue_03-768x883.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2020er_Bullerbue_03-696x800.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2020er_Bullerbue_03-365x420.jpg 365w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kindertagesstätte Bullerbü</figcaption></figure>
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<p>Derzeit sind Grundstücke nur schwer zu bekommen und die Baukosten explodiert. Dennoch lässt die Stadt Flensburg derzeit prüfen, ob es sinnvoll wäre, eine eigene kommunale Wohnungsgesellschaft zu gründen. „Wir sollten an einem Strang ziehen, gemeinsam entwickeln und nicht in Konkurrenz treten“, meint der seit 2017 amtierende SBV-Vorstandsvorsitzende Jürgen Möller. „Die gleichen Firmen, die für uns bauen, würden es für die Stadt nicht günstiger machen.“ Vielmehr sei es wichtig, das Bauen im Spektrum von Klima-Maßnahmen und EU-Regelungen zu vereinfachen.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" data-id="79393" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_2021_Travestrasse.jpg" alt="SBV - 75 Jahre Selbsthilfe-Bauverein" class="wp-image-79393" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_2021_Travestrasse.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_2021_Travestrasse-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_2021_Travestrasse-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_2021_Travestrasse-696x464.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_2021_Travestrasse-630x420.jpg 630w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Travestraße</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="523" data-id="79397" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2020er_mozartstrasse.jpg" alt="SBV - 75 Jahre Selbsthilfe-Bauverein" class="wp-image-79397" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2020er_mozartstrasse.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2020er_mozartstrasse-300x196.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2020er_mozartstrasse-768x502.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2020er_mozartstrasse-696x455.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2020er_mozartstrasse-642x420.jpg 642w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mozartstraße</figcaption></figure>
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<p>Eine aktuelle Statistik besagt: Die Miete beim SBV beträgt im Schnitt 5,96 Euro für einen Quadratmeter. Der Trend zeigt nach oben. Die Kosten steigen trotz Fernwärme und machen auch vor einer Genossenschaft nicht Halt. Zudem ist geplant, in der nächsten Dekade 380 Millionen Euro in den Bestand zu investieren: Modernisierungen und energetische Maßnahmen sind nötig. Manchmal gibt es keine Alternative zu einem Ersatzneubau.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="503" data-id="79394" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_Exe_neu.jpg" alt="SBV - 75 Jahre Selbsthilfe-Bauverein" class="wp-image-79394" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_Exe_neu.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_Exe_neu-300x189.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_Exe_neu-768x483.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_Exe_neu-696x438.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_Exe_neu-668x420.jpg 668w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zur Exe</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="577" data-id="79395" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_Molledam.jpg" alt="SBV - 75 Jahre Selbsthilfe-Bauverein" class="wp-image-79395" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_Molledam.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_Molledam-300x216.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_Molledam-768x554.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_Molledam-696x502.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_Molledam-582x420.jpg 582w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/2010er_Molledam-324x235.jpg 324w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mölledamm</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Die Philosophie des SBV</h2>



<p>Der Geist von 1949 tickt weiterhin im SBV. „Die Mitglieder, die Mieter und die Mitarbeiter halten weiterhin den genossenschaftlichen Gedanken hoch“, wissen Jürgen Möller und Vorstand Michael Ebsen, der seit 2017 das Vorstands-Team komplettiert. Diese Einstellung spüren sie besonders in der Keimzelle Fruerlund, aber auch in den Stadtteilen, die erst 2006 auf der SBV-Karte erschienen. Mit­einander sprechen, das Miteinander pflegen sind gelebte Grundsätze, die trotz aller Fluktuation nicht verschwunden sind. Inzwischen haben auch Jüngere, vor allem Studenten, den SBV als Vermieter entdeckt und schätzen moderne Errungenschaften wie das Car-Sharing, das gemeinsam mit anderen Mitgliedern des Flensburger Klimapakts – der SBV ist ein Gründungsmitglied – nach Flensburg geholt worden ist.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="539" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_4615.jpg" alt="SBV - 75 Jahre Selbsthilfe-Bauverein" class="wp-image-79398" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_4615.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_4615-300x202.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_4615-768x517.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_4615-696x469.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_4615-623x420.jpg 623w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jürgen Möller (links) u. Michael Ebsen</figcaption></figure></div>


<p>Jedes Jahr animiert der SBV durch das „Frühstück mit den Nachbarn“ zu einem gemeinsamen Vormittag vor den Häusern. Das wird dieses Mal, nämlich am 6. Juli, nicht anders sein, aber zusätzlich unter das Motto „75 Jahre SBV“ gestellt. Das Jubiläum selbst bekommt am 20. Juli seine große Bühne. Am Hafen gibt es zunächst einen offiziellen Empfang, dann ein Familienfest, ehe am Abend in der Werft „Robbe &amp; Berking“ ein Festball aufgezogen wird. 600 Karten werden ausgegeben. Die zehn Euro sind ein genossenschaftlicher Preis, mit dem in den Gründungstag hineingefeiert wird. Es war der 21. Juli 1949.</p>



<p><em>Jan Kirschner</em></p>
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