Bringt die Zahl Glück? Zum 13. Mal seit 1994 hat sich die SG Flensburg-Handewitt für das Hamburger Final Four um den DHB-Pokal qualifiziert. Seit 2011 sind die Nordlichter ununterbrochen dabei. Es war erneut ein langer, arbeitsintensiver Weg, der hinter den Handballern und ihrem Umfeld liegt. Fast ein Jahr lang gedieh der Traum vom Event an der Elbe, der am 8. und 9. April sein rauschendes Happyend erhalten soll.

14. Juni: In Dortmund findet die Auslosung für die ersten beiden Runden statt, die in Form eines Vierer-Turniers ausgetragen werden. Als erster Gegner der SG entpuppt sich der Drittligist HC Elbflorenz. Als Gastgeber ist Empor Rostock auserkoren, doch die Mecklenburger zögern ein wenig, ehe sie diese Aufgabe annehmen. Kurzzeitig ist im Gespräch, dass der Pokalauftakt gleichzeitig als Jacob Cement Cup in Flensburg firmieren könnte.
28. August: Rostock fungiert doch als Gastgeber, steht aber nur eine Woche nach den Olympischen Spielen dem Angriffswirbel der SG genauso hilflos gegenüber wie tags zuvor der HC Elbflorenz. Nach 60 Minuten lautet der Spielstand 17:38. Das größte Problem: Der Bundesligist hat wegen der Urlaubszeit lange suchen müssen, bis er in 60 Kilometern Entfernung ein geeignetes Hotel gefunden hat.
26. Oktober: Die Flens-Arena erlebt einen Achtelfinal-Krimi. Gegen die Füchse Berlin geht es in die Verlängerung. Ein ungewöhnlicher Torwartwechsel – Kevin Möller kam erst nach 58 Minuten –, ein Zwischenspurt in der Zusatzzeit und schließlich der letzte Treffer von Kentin Mahé bringen eine 36:34-Entscheidung zugunsten der Gastgeber.
14. Dezember: Wieder knistert es vor Spannung in der „Hölle Nord“. Die MT Melsungen hält die Viertelfinal-Partie 40 Minuten lang völlig offen, muss sich dann aber doch mit 28:32 geschlagen geben. Für Gesprächsstoff sorgen einige derbe, an die Hessen gerichtete Beschimpfungen, die von der Nordtribüne stammen.
15. Dezember: Bereits einen Tag nach dem geglückten Einzug ins REWE Final Four erklärt die SG auf all ihren Kanälen das Prozedere der Kartenvergabe. Tickets sind ein rares Gut und gehen nur an Sponsoren, Fan-Clubs sowie in einer zweiten Phase an einige Dauerkarten-Besitzer.
13. Januar: In Hamburg werden die beiden Halbfinal-Paarungen ausgelost. Die SG bekommt es wie schon 2011, 2014, 2015 und 2016 mit den Rhein-Neckar Löwen zu tun. „Das war ja keine Überraschung“, lacht Linksaußen Anders Eggert. „Bislang hatte es für uns ja immer ein gutes Ende.“ Die Badener leiden unter einem Halbfinal-Fluch. Gute Nachricht am Rande: Alle vier Teilnehmer erhalten 1200 Eintrittskarten, 200 mehr als die Jahre zuvor.
19. Januar: Sponsoren, Spieler, Fan-Clubs und Helfer haben ihre Ticketwünsche angemeldet. Die Geschäftsstelle arbeitet nun die zahlreichen Bestellungen ab.
5. Februar: Um 11 Uhr öffnet sich eine digitale Warteliste. 24 Stunden lang können sich Dauerkarten-Inhaber registrieren lassen, um ihr Hamburg-Interesse zu bekunden.
12. Februar: Die Geschäftsstelle hat die Warteliste abgearbeitet. Alle 1200 Tickets sind an den Fan gebracht. Viele Wünsche müssen unerfüllt bleiben.
22. Februar: Die extra für das Final Four aufgelegten T-Shirts sind da und werden in der Flens-Arena gegen vorgelegte Gutscheine ausgegeben. Der diesjährige Slogan: „Wir sind der 8. Mann!“
13. März: Im März sind die groben Planungen eigentlich abgeschlossen. Aber plötzlich sorgt der Ligaverband HBL für Bewegung. Der SC DHfK Leipzig kann sein Kontingent nicht voll ausschöpfen, sodass die SG rund 200 weitere Tickets kauft. Einige Dauerkarten-Inhaber auf der Warteliste dürfen sich freuen.
3. April: Das Achtelfinale in der Champions League ist abgeschlossen. Nun kann sich Ljubomir Vranjes mit den Rhein-Neckar Löwen beschäftigen. Der SG-Trainer steigt in die Video-Analyse ein.
5. April: Nach zwei freien Tagen trudeln die Profis wieder in der Duburghalle ein. In den Trainingseinheiten richtet sich nun alles auf das Halbfinale. „Wir werden alles in die Waagschale werfen müssen, um ins Endspiel zu kommen“, weiß Routinier Thomas Mogensen.
7. April: Am frühen Nachmittag fährt die SG mit dem Bus nach Hamburg. Eine kleine Delegation hat am Abend einen Termin: der Senatsempfang. Ljubomir Vranjes, Co-Trainer Maik Machulla, SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke, Kapitän Tobias Karlsson und zwei weitere Spieler werden vor Ort sein.
8. April: Anders als in letzten Jahr ist die SG erst in der zweiten Partie an der Reihe. Um 17.30 Uhr erfolgt der Anpfiff gegen die Rhein-Neckar Löwen. Vor Jahresfrist gab es gegen die Süddeutschen ein 31:30 nach Verlängerung. Was passiert, wenn die SG erneut gewinnt? Linkshänder Holger Glandorf: „Man muss man schnell die Adrenalinschübe wegstecken und nur an seinen Körper denken. Unsere Physiotherapeuten haben dann alle Hände voll zu tun, gegessen wird nach einem genauen Zeitplan. Am nächsten Morgen folgen eine Video-Analyse und eine Mannschaftsbesprechung.“
9. April: Kurz vor 17.30 Uhr erklingt die Nationalhymne. Dann stehen die SG-Akteure hoffentlich wieder auf dem Spielfeld. Gegner wäre der SC DHfK Leipzig – oder der THW Kiel.
Text und Fotos: Jan Kirschner











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