„Großer Papa, kleiner Junge, Schiffe sehen!“

Immer wenn Kapitän Johann F. Jensen, mit seinem kleinen Sohn Jürgen F. an der Hand, die Wohnung in der Bismarckstraße 88 verließ, kam dieses inbrünstige Wünschen und Betteln, nirgendwo anders hinzugehen, als runter zu den Schiffen im Hafen. Wie hätte der Vater seinem Sohn diesen Wunsch abschlagen können? Er war ab Mitte der 1920er Jahre als Erster Offizier auf dem Passagier-Motorschiff Rio Panuco gefahren. Die beiden Passagierschiffe Rio Panuco und Rio Bravo sind 1924 als die ersten deutschen Motorschiffe für den Mexikodienst der Ozean-Dampfer AG. der Flensburger Dampfcompagnie Harald Schuldt & Co. bei der Germaniawerft in Kiel gebaut worden. Auf einer der Fahrten von Hamburg nach Mexiko war auch der Flensburger Spirituosenhersteller Hermann G. Dethleffsen, sen. („Bommerlunder“) an Bord der Panuco. Eine Fahrt dauerte 12 bis 13 Tage. Wie Johann F. Jensen auf der Rückreise beobachtet hatte, war damals auch eine Chilenin – nämlich die zukünftige Ehefrau von Hermann G. Dethleffsen – mit an Bord. Die beiden Flensburger, Dethleffsen sen. und der Erste Offizier Jensen hatten sich während der Überfahrt kennengelernt. Aber nicht bei einem professionellen Unterhaltungsprogramm an Bord. Johann F. Jensen hatte mit klangvoller Stimme und auf seiner Gitarre für Stimmung gesorgt. Als nach dem Zweiten Weltkrieg die „Schifffahrt-tote Zeit“ angebrochen war und sich Kapitän Jensen einen neuen Job an Land suchen musste, fand er ihn als kaufmännischer Angestellter in der Bommerlunder Fabrik am Holm (Bommerlunder & Ballevertrieb, Hermann G. Dethleffsen, sen.) in Flensburg. Auf dem Gelände der heutigen Holmpassage war eine schmale Einfahrt zu den Gebäuden der Bommerlunder Fabrik zwischen Holm und den Süderhofenden. In den Kellergewölben lagerten die Fässer mit dem Pure-Rum aus Übersee. Der liebliche Rumgeruch drang bis in das kleine, an der Hausfassade am Holm gelegene Schreibwarengeschäft des Herrn Clemmessen.











Im Luftschutzbunker unter der Bismarckbrücke und im unterirdischen Bunker in Hamburg-Stellingen gesessen

Jürgen F. Jensen kam im Mai 1942 in der Bismarckstraße 88 in Flensburg zur Welt. Sein Vater, Jahrgang 1891, war Handelsschiffskapitän. Er war für die Reederei Schuldt mit dem Transporter „Maritza“ im Hamburg-Levante-Dienst im Mittelmeer eingesetzt. Bei Kriegsausbruch wurde die „Maritza“ beschlagnahmt und samt Besatzung für die Kriegsmarine umgerüstet mit dem Auftrag, die Landtruppen zwischen Triest und Tripolis mit Benzin und Munition zu versorgen. Die „Maritza“ war 1939 für die Flensburger Reederei Heinrich Schuldt (später Hamburg) in Rostock gebaut worden. Während sich Jürgens Vater im Jahre 1943 auf dem Weg in den Heimaturlaub befand, hörte seine Mutter im Rundfunk, dass die „Maritza“ durch englische Überwasserstreitkräfte versenkt worden ist: Explodiert und mit Mann und Maus im Mittelmeer untergegangen! Sie konnte nicht wissen, dass ihr Mann bereits vor der Explosion von Bord gegangen und auf dem Weg nach Deutschland war.
Bei Fliegeralarm flüchtete Jürgens Mutter mit ihrem Baby in den Luftschutzbunker unter der Bismarckbrücke. Dieser Bunker befand sich über dem ehemaligen Streckenverlauf der Kieler Bahn. Er war in die Tunnelmauern des Brückenbogens gebaut. Schätzungsweise rund 250 Menschen, Anwohner zwischen Bismarckstraße, Mühlenholz, Mürwiker Straße und Tomatenberg haben hier Schutz gesucht. Den halb- runden Tunnel, durch den heute der Lautrupsbach fließt, gibt es noch. Natürlich nicht mehr den Bunker, der erst durch zwei Abschlussmauern nach vorn und hinten geschlossen werden konnte. Diese Befestigungen sind längst wieder abgebrochen worden.
Die Nachricht von der Explosion der „Maritza“ hatte Jürgens Mutter dazu veranlasst, mit ihrem Baby in die sehr viel unsichere Stadt Hamburg zu ihren Eltern nach Stellingen zu fahren – immer noch in dem Glauben, auch ihr Mann sei auf der „Maritza“ ums Leben gekommen! Bis dann die gute Nachricht kam. Kapitän Johann F. Jensen wurde bis Kriegsende in Hamburg eingesetzt.

Nach dem Krieg fast verhungert

Gleich nach Kriegsende kehrte Familie Jensen in ihre Wohnung Bismarckstraße 88 zurück. Da war Jürgen F. dreieinhalb Jahre alt. 1946 wurde seine Schwester geboren. Jürgen F. zitiert seine Mutter, die oft nicht gewusst habe, woher sie das Nötigste zum Essen für ihre Kinder bekommen sollte. Die Familie sei fast verhungert. Zum Glück habe sich später eine rettende Quelle aufgetan. Die Eltern hatten am Stadtrand von Flensburg hinter St. Pauli zwei Grundstücke an einen Bauern verpachtet. Der brachte Jensens die Winterkartoffeln ins Haus. Um auch mal eine Flasche Milch zu bekommen, ging es zu Fuß von der Bismarckstraße durch die Stadt bis rauf nach St. Pauli und wieder zurück. Als schließlich ein altes Damenfahrrad zur Verfügung stand, ging es schneller.

Nautikerausbildung mit Brille: Das war ein „No-Go“!

Sein Traum von der Seefahrt war ausgeträumt, als Jürgen F. nach der Mittleren Reife von seinem Augenarzt eine Brille verpasst bekam. Mit Brille zur See zu fahren war bis Ende der 1950er Jahre ein absolutes „No-Go“! Das entsprechende Verbot stammte noch aus der Segelschiffszeit. Später wurde es aufgehoben. Jürgen F. heulte. Seine Mutter triumphierte klammheimlich. Das ewige Bangen um den einen Seemann in der Familie, den eigenen Ehemann, hatte ihr gereicht. Jürgen F. ging in die Segler-Vereinigung Flensburg am Ballastkai und wurde ein begeisterter Segler – bald schon mit eigenem Boot! Beruflich aber wollte er, trotz Brille, mit Schiffen zu tun haben. Also machte er bei der Flensburger Reederei Heinrich Schmidt, Schiffbrücke 42, eine dreijährige Lehre zum Reedereikaufmann und Schiffsmakler. Danach machte er zwei Reisen an Bord des Frachtschiffs D. „Diana“ – ordnungsgemäß als Messejunge in die Musterrolle eingetragen. Der Dampfer fuhr russische Kohle von Riga und Klaipeda nach Dänemark. Wie sich Jürgen F. erinnert, glichen die sowjetischen Häfen Hochsicherheitstrakten. Und trotzdem war es der deutschen Schiffsbesatzung möglich, auch persönlichen Kontakt zu den russischen Kollegen aufzunehmen. Das lief am besten mit dem Verkauf von Nato-Pelerinen und den weißen Nyltest-Oberhemden die bei entsprechender Beleuchtung in der Tanzbar blau aufleuchteten. Der Nachteil dieser Hemden, die aus reiner Kunstfaser bestanden war, dass sie den Schweißgeruch in übelster Form festhielten und dazu noch gelb-braune Flecke unter den Achseln auswiesen. Das aber störte keinen Russen! Sie warteten schon begierig hinter dem Zaun auf die Übergabe. Die deutschen Seeleute hatten ihre Päckchen unter dem Mantel versteckt, um ihre Mitbringsel für gute Rubel unbeobachtet verkaufen zu können. Der Erlös, so erinnert sich Jürgen F., wurde später im Seamen’s Club für Ausländer ausgegeben. Da wurde Krimsekt und Wodka zu Billigpreisen in Wassergläsern ausgeschenkt. Auch der Busfahrer war dabei. Der soll sich ganz auf die Schnelle mit zwei Wassergläsern, voll gefüllt mit Wodka, unter den Tisch gesoffen und bald darauf seine Fahrgäste zurück zum Hafen gebracht haben. Bei den deutschen Seeleuten standen die hohen, braunen Offiziersstiefel, russische Fellmützen und der Sowjetstern an erster Stelle auf der Souvenirliste. Jürgen F. hat seinen Sowjetstern bis heute aufbewahrt.

Von der Reederei ins Schiffsmaklergeschäft

Jürgen F. Jensen erklärt in kurzen Zügen die Aufgaben des Schiffsmaklers, denen er sich in seiner Firma Christian Jürgensen, Brink & Wölffel, Harniskai, bis heute voll und ganz verschrieben hat. Dabei wird auch der Wandel der für den Umschlag genutzten Kaianlagen im Flensburger Hafen deutlich. Noch bis Anfang der 1960er Jahre waren die Kaianlagen in ihren Ausdehnungen dreimal größer als heute. Der Hafen hat sich insofern verändert, als dass der gesamte Umschlag am Ostufer am Harniskai und an der Kohlepier der Stadtwerke am Westufer stattfindet. Bis Anfang der 1960er Jahre wurde im Innenhafen an der Schiffbrücke mit eigenem Geschirr umgeschlagen, während am Harniskai und an der Kraftwerkpier immer schon mit städtischen Kränen geladen und gelöscht wurde. Das ist bis heute so geblieben. Wie Jürgen F. betont, ist der Hafenumschlag nach wie vor ein sehr wichtiger Teil der Flensburger Wirtschaft.
Schiffsmakler besorgen die Ladung, befrachten Schiffe und betreiben das Agenturgeschäft. Die Agentur betreut die Schiffe vom Auslaufen im Ladehafen, bis sie in Flensburg leergestellt (gelöscht) sind. Die Agentur bestellt den Lotsen, die Festmacher, die Liegeplätze, vereinbart die Löschtermine in Abstimmung mit den Empfängern und kümmert sich um das Wohl von Schiffsführung und Besatzung. Die Agentur erledigt die Behördengänge bei der Bundes- und Wasserschutzpolizei, beim Zoll und bei den Hafenbehörden. Das kostet alles Geld: Die Frachtrate pro Tonne ist der Bruttobetrag, den das Schiff einfährt. Davon müssen alle Kosten bezahlt werden!
Zu den besonderen Aufgaben der Agentur Christian Jürgensen Brink & Wölffel gehört die Betreuung von Neubauten bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft mbH & Co. KG (FSG). In Zeiten, als die FSG noch im Besitz von zwei Docks war, wurden Schiffe für Reparaturarbeiten eingedockt (trocken gestellt). Dann waren die Seeleute während der Liegezeiten für Wartungsarbeiten an Bord zuständig und wurden von der Agentur ebenfalls mit betreut.
Kurz gesagt: Es kommt kein Schiff unangemeldet an seiner örtlichen Agentur vorbei. Die erledigt dann auch gleich die „Behördengänge“ bei der Bundes- und Wasserschutzpolizei, beim Zoll und bei den Hafenbehörden.

1973: Hafenarbeiterstreik in Dänemark

Zeitzeuge Jürgen F. Jensen blättert in seinen Fotoalben. In beeindruckenden Schwarz-Weiß-Aufnahmen hat er im Flensburger Hafen ungewöhnliche Löschvorgänge dokumentiert. Es ging um die Folgen der Streikwelle in Dänemark. Frachtfähren, die in den Streik geraten waren und deshalb nicht mehr gelöscht werden konnten, legten im Flensburger Hafen an. Die Fähren „Landmark“ und „Sailormark“ kamen von England durch den Kanal. Ihre Ladung von rund 100 Lastzügen, Zugmaschinen mit Aufliegern wurden am Kanalschuppen im „Roll-on-roll-off-Verfahren“ umgeschlagen. Die Lastwagen mussten zu ihren Bestimmungsorten nach Dänemark transportiert werden. Jürgen F. erinnert sich, dass die schweren Lkws bei Nacht anfangs auf kurzen Wegen gleich über den Nordermarkt, durch die Marienstraße oder über die Toosbüy-
straße in Richtung Dänemark gefahren sind. Aber nicht lange. Die Verkehrsbehörden stoppten diese Manöver.
Wie Jürgen F. Jensen betont, habe es den Flensburgern ferngelegen, den Streik in Dänemark zu unterlaufen und als „Streikbrecher“ dazustehen. Aber, wenn zuvor die Kapazitäten des Hafens zu Unrecht oftmals unterschätzt worden waren, sei dies ein Paradebeispiel dafür gewesen, was „unser Hafen“ damals zu leisten in der Lage war und heute noch ist!

Der Kalte Krieg füllte Getreidesilos und Dieselkraftstoff-Tanks am Hafen und im Land

Jürgen F. spricht von verordneten Getreide- und Dieselkraftstoffvorräten in Silos und Tanks, die zu einem hohen Prozentsatz durch die Einfuhr- und Vorratsstelle (EVSt) vom Bund gefüllt wurden. Im Laufe der 1990er Jahre lief dieses staatliche Programm nach mehr als 40 Jahren aus.
Auf der gesamten Harniskai-Halbinsel standen riesengroße Tanks. Im Freihafenbecken waren zwei Anlegestellen für Tanker und eine im Innenhafen, wo später das Werftkontor erbaut wurde. Das Getreide lagerte in den Silos, die heute noch am Ostufer stehen. Der Umschlag wurde in 5.000 Tonnen-Partien durch Auslandsverkäufe vorgenommen. Die Vorratshaltung in Silos und Kraftstofftanks wurde während des Kalten Kriegs nicht nur im Flensburger Hafen und an Land, sondern in allen Bundesländern durchgeführt.
Jürgen F. verweist auf die Kunst, in den hochtechnisierten Anlagen Getreide zu lagern. Er spricht vom Trocknen und Absieben des Korns zu Brotgetreide. Große Kippwaagen standen in allen Silos. Mit dem Ende der Bundeseinlagerungen hat Flensburg auch einen Teil seines Umschlags verloren, bedauert er.
Jürgen F. erinnert auch an die Vorratshaltung für Kohle. Reserven, die mengenmäßig nicht bei den Stadtwerken untergebracht werden konnten, lagerten bis vor einigen Jahren in Harrislee mit über 50.000 Tonnen polnischer Steinkohle. Die Kohle, die für die Stadtwerke im Flensburger Hafen gelöscht wurde, kam aus dem Ruhrgebiet, aus Polen, aus Russland und von Übersee. Wie Jürgen F. berichtet, hat die Russlandkohle, die über Riga und Klaipeda verschifft wird, eine Zug-Waggonreise von fünf- bis sechstausend Kilometer hinter sich. So ist es heute noch!

Das Industriehafenbecken als Holzumschlagsplatz

Früher liefen die Schiffe mit hoher Decksladung in den Flensburger Hafen ein. Es kam jede Menge Rundholz
(Props), darunter nordisches Nadelholz im Durchmesser von 25 bis 35 Zentimeter. Holz in diesen Abmessungen wurde auch als Grubenholz gehandelt. Die Props kamen im Auftrag der Papiermühle wo sie in mehreren Arbeitsgängen ’zerrissen’, zu Zellulose ausgewaschen und zu Papier verarbeitet wurden. Das Bild hat sich im Laufe der Zeit verändert. Die Erzeugerländer haben den ersten Veredlungsprozess der Rundhölzer inzwischen selbst übernommen. Sie verschiffen heute nur noch die gebleichte Zellulose, die so weich wie Pappe, in großen Paketen verschnürt im Hafen ankommt. Eine Schiffsladung mit 1.500 Tonnen Zellulose wird heute in zwei Löschgängen im Laufe eines Tages abgefertigt. So zum Beispiel waren die blauen Lkw der Firma Christian Carstensen, die mit dem Transport der hochempfindlichen Zellulose zur Feldmühle beauftragt waren, nicht im Stadtbild zu übersehen.
Die Schiffe aus Skandinavien, die zum Löschen der riesengroßen Papierrollen für den Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag ehemals im Flensburger Hafen festgemacht haben, kommen nicht mehr. Ihr Umschlaghafen ist jetzt Kiel.
Jürgen F. Jensen: „Das Umdenken hat begonnen. Um viele Straßenkilometer zu sparen, soll die Ware so nah wie möglich an den Verbraucher gebracht werden. Was den Erhalt unseres Hafens betrifft, haben viele dafür gefightet, andere wollten Wohnbebauung!“ Jürgen F. Jensen bedauert das plötzliche Ende des Futtermittelwerks, das in dem großen Silokomplex über 270.000 Tonnen hochwertige Futtermittel in Stadtnähe produziert hatte. Durch Veränderungen in der Landwirtschaft soll der Bedarf zurückgegangen sein, so dass sich der Hersteller auf Rendsburg als Produktionsstätte konzentriert hat. Jürgen F. Jensen wünscht sich, dass der gesamte Silo-Komplex, der einst Lebensader der Hauptgenossenschaft gewesen ist und jetzt leer steht, eine Renaissance erfährt.

Von Kreuzfahrtschiffen und Lotsen

Jürgen F. Jensen schätzt, dass etwa zwanzig Kreuzfahrtschiffe im Laufe der letzten Jahre am Liegeplatz an den Silos festgemacht haben. Das sei zugegebenermaßen kein allzu attraktiver Liegeplatz. Allerdings soll es in anderen Häfen, die von Kreuzfahrtschiffen angelaufen werden, auch nicht viel besser aussehen. Die gute Nachricht: Flensburg scheint sich bei den Reedereien als Anlaufplatz für kleine und mittlere Kreuzfahrer gut eingeführt zu haben. So werden in diesem Jahr vier weitere Schiffe erwartet.
Zur Erinnerung: Als am 10. Mai 2013 die MS „The World“ in den Flensburger Hafen einlief, titelte die Presse „Die Welt kommt nach Flensburg!“ Damit war eine der größten auf den Meeren der Welt schwimmenden Privatresidenzen gemeint. Und es hat viel Lob von den Passagieren gegeben, die von der Einfahrt nach Flensburg beeindruckt waren. Jürgen F. greift die Schwärmereien von Kreuzfahrtpassagieren über ihre Eindrücke von der Einfahrt in die Innenförde auf: Landschaftlich überwältigend schön, riskant und prickelnd! Jürgen F. erklärt, dass die Flensburger Förde als gewidmetes Lotsenrevier geführt wird. Soll heißen, dass Schiffe jeder Art ab 90 Meter Länge, 13 Meter Breite und 6 Meter Tiefe lotsenannahmepflichtig sind. Der Lotse wird eingehend bei Langballigau an Bord genommen. Bei seiner Beschreibung über das Einlaufmanöver leuchten die Augen des passionierten Seglers. Er geht ein wenig ins Detail: „Von der Sonderburger Bucht kommend in Richtung Holnis-Drei sieht man das Land greifbar nah vor sich. Dann plötzlich ein Kurswechsel um 90° in Richtung „Schwiegermutter“ (Tonne)! Deutschland an Backbord, Dänemark an Steuerbord! Ganz dicht an der „Schwiegermutter“ der zweite Kurswechsel um fast 90° nach Backbord, bevor der dritte Kurswechsel mit 90° nach Backbord in die Flensburger Innenförde führt!“ Jürgen F. Jensen ist von frühester Kindheit privat dem Segelsport und beruflich der Schifffahrt auf das Engste verbunden. Als Segelsportler und Mitglied der Segler-Vereinigung Flensburg hat er seit fast über 60 Jahren seine Freizeit auf dem Wasser verbracht – erst als Junggeselle, später mit Familie. Jetzt hat er gemeinsam mit seiner Ehefrau Anneliese beschlossen, von der „Joern Trolle“, seinem Segelboot, in einen Wohnwagen umzusteigen, um auch die vielen anderen schönen Bereiche von Deutschland zu sehen. Im Schifffahrtsbereich hat Jürgen F. Jensen immer noch in vielen Positionen Ehrenämter inne!

Das Gespräch mit Jürgen F. Jensen führte Renate Kleffel

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