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	<title>Sternenviertel Archive - Flensburgjournal</title>
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	<description>Dein Magazin für Flensburg und Umgebung</description>
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		<title>Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus (Teil 2)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Sep 2024 22:56:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Straßen und Stadtteile]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie so viele andere heutige Flensburger war die Bundeswehr, die Bundesmarine, „Schuld“ daran, dass es unseren Protagonisten in den hohen Norden nach Flensburg verschlagen hat. Wir erzählen im zweiten Teil seiner bemerkenswerten Vita, wie er mit Bravour sämtliche an ihn gestellte Anforderungen meisterte – darunter ganz spezielle Aufträge … aber lesen Sie doch einfach selbst! [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/vollmert-stock-aus-dem-sternenviertel-in-die-weite-welt-hinaus-teil-2/">Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus (Teil 2)</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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<p>Wie so viele andere heutige Flensburger war die Bundeswehr, die Bundesmarine, „Schuld“ daran, dass es unseren Protagonisten in den hohen Norden nach Flensburg verschlagen hat. Wir erzählen im zweiten Teil seiner bemerkenswerten Vita, wie er mit Bravour sämtliche an ihn gestellte Anforderungen meisterte – darunter ganz spezielle Aufträge … aber lesen Sie doch einfach selbst! (Teil 1 finden Sie im Flensburg Journal Ausgabe 262)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zahlreiche spezielle Erlebnisse im Zusammenhang mit „Desex“</h2>



<p>Die praktische Ausbildung deutscher Marine-Offiziersanwärter fand in den Jahren von 1990 bis etwa 2015 meist auf größeren Einheiten der Flotte statt. Sie wurde häufig mit Ausbildungsvorhaben der „Desex“-Reihe (Destroyer Exercise) der Zerstörer-Flottille verbunden, zu denen aber meist eine der bundesdeutschen Fregatten abkommandiert waren. Die jährliche „Desex“ fand meist im Wechsel auf einem der großen Weltmeere statt. Der zur Hälfte des Einsatzes obligatorische „Crew-Wechsel“ musste somit stets fernab der Heimat in einem der Anrainerhäfen durchgeführt werden. So vollzog Vollmert Stock im Jahr 1996 den ersten Austausch des Personals im Rahmen der „Desex“ im Hafen von Kapstadt/Südafrika.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Mit-Ulli-Klose-RTL-nach-dem-Interview.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus (Teil 2)" class="wp-image-80271" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Mit-Ulli-Klose-RTL-nach-dem-Interview.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Mit-Ulli-Klose-RTL-nach-dem-Interview-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Mit-Ulli-Klose-RTL-nach-dem-Interview-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Mit-Ulli-Klose-RTL-nach-dem-Interview-696x463.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Mit-Ulli-Klose-RTL-nach-dem-Interview-632x420.jpg 632w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Ulli Klose (RTL) nach dem Interview</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Abenteuer in Indien</h2>



<p>Ein Jahr später in 1997 fand erneut der nächste „Crew-Wechsel“ im Rahmen von „Desex“ statt, dieses Mal führte ihn und die neuen Besatzungsmitglieder die Reise nach Kochi (Cochin) im fernen Indien. Kochi liegt im Bundesstaat Kerala im Süden Indiens, gelegen an der prächtigen Küste von Malabar, und ist für indische Verhältnisse mit rund 600.000 Einwohnern eher noch eine „Kleinstadt“. Dort wurde die begleitende Delegation – auch unser Protagonist – in Hotels untergebracht. Gleich in der ersten Nacht wurde Vollmert Stock dabei zum Opfer von dreisten Einbrechern. Diese sprühten mitten in der Nacht ein Betäubungsgas durchs Schlüsselloch in das Hotelzimmer, der so traktierte Gast war folglich besinnungslos, konnte keinen Widerstand leisten und wurde von den Ganoven um seine Wertsachen „erleichtert“. Immerhin passierte unserem Weltenbummler nichts Gravierenderes, es hätte ja durchaus auch anders für ihn ausgehen können. „Von dem benutzten Narkosemittel hatte ich noch drei Tage lang einen Brummschädel“, denkt Vollmert Stock an dieses spezielle Abenteuer nicht so gern zurück.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" width="719" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Flottenchef-mit-neuem-Gefaehrt-719x1024.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus (Teil 2)" class="wp-image-80270" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Flottenchef-mit-neuem-Gefaehrt-719x1024.jpg 719w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Flottenchef-mit-neuem-Gefaehrt-211x300.jpg 211w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Flottenchef-mit-neuem-Gefaehrt-768x1094.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Flottenchef-mit-neuem-Gefaehrt-696x992.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Flottenchef-mit-neuem-Gefaehrt-295x420.jpg 295w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Flottenchef-mit-neuem-Gefaehrt.jpg 800w" sizes="(max-width: 719px) 100vw, 719px" /><figcaption class="wp-element-caption">Flottenchef mit neuem Gefährt</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Crew-Wechsel mit Hindernissen</h2>



<p>Im Jahr 1999 sollte der „Crew-Wechsel“ für die auf Reisen befindliche Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ ursprünglich auf den Azoren stattfinden, der Flieger landete dazu auf dem portugiesischen Militärflugplatz Lajes Air Base. Erstmals wurden übrigens Ehefrauen und Partnerinnen der Stammbesatzung auf diesem Flug mitgenommen. Es gab leider mit einer der Damen unterwegs gesundheitliche Probleme. Man verpasste so den vereinbarten Zeitpunkt des Treffens mit dem deutschen Schiff, musste ihm hinterherfliegen, landete deshalb eine Weile später schließlich in Cartagena, einem kolumbianischen Hafen und Flugplatz. Der Austausch des Personals konnte dort tatsächlich vollzogen werden, doch kurz vorm Abflug zurück nach Hause brach sich eine der Stewardessen bei einem Sturz im Flieger ein Bein. </p>



<p>Die verunglückte Flugbegleiterin litt unter heftigen Schmerzen, der begleitende Arzt konnte diese zwar mit Schmerzmitteln lindern, doch wollte die Verunglückte nun „aber unter gar keinen Umständen“ am anderen Ende der Welt in einem Lazarett oder Krankenhaus zurückbleiben. „Unser Pilot schlug deshalb vor, nach Washington in die USA zu fliegen, sie dort in ärztliche Obhut zu geben. Gesagt, getan“, erinnert sich Vollmert Stock. „Wir flogen nach Nordosten Richtung USA, und dann hatte der Pilot noch eine andere spontane Idee: Er wusste, dass just zu dem Zeitpunkt der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder zu einem Staatsbesuch in Washington weilte. Der Flugkapitän stellte – wie auch immer – eine Kommunikation zur Maschine des Kanzlers her, fragte nach, ob die eventuell im Zuge der Amtshilfe eine schwerverletzte Deutsche übernehmen und zurück nach Deutschland mitnehmen würden. </p>



<p>Nach einigem Kompetenzgerangel wurde der Kanzler von seinem Adjutanten dann doch höchstpersönlich um sein Einverständnis gefragt. Ohne Zögern, wie es so seine Art war, erklärte Bundeskanzler Schröder sich damit einverstanden: „Bringt das Mädel aber bitte schnell rüber in unseren Flieger, wir wollen nämlich in Kürze abfliegen!“ – Originalton des Kanzlers … eine Aktion, die den für Schröder verantwortlichen Sicherheitsleuten vermutlich arge Kopfschmerzen bereitet haben dürfte. So kam die verletzte Stewardess zu dem von ihr erhofften Rücktransfer nach Deutschland, sogar in der Obhut und Begleitung eines prominenten Mitreisenden. Sie wurde unmittelbar nach der Landung in Köln/Bonn sofort mit einem schon bereitstehenden RTW in ein deutsches Krankenhaus gebracht: Ende gut, alles gut!</p>



<p>Gerd Schröder war von Oktober 1998 bis November 2005 in einer Regierungskoalition mit Bündnis 90/Die Grünen der siebte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="800" height="531" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Vollmert-Stock-an-der-Pier-Dschibuti.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus (Teil 2)" class="wp-image-80273" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Vollmert-Stock-an-der-Pier-Dschibuti.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Vollmert-Stock-an-der-Pier-Dschibuti-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Vollmert-Stock-an-der-Pier-Dschibuti-768x510.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Vollmert-Stock-an-der-Pier-Dschibuti-696x462.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Vollmert-Stock-an-der-Pier-Dschibuti-633x420.jpg 633w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vollmert Stock an der Pier Djibouti</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Was vor Ort während eines Crew-Wechsels passieren kann</h2>



<p>Auch im Jahr 1999 weilte Stock anlässlich eines Crew-Wechsels im Frühjahr in Puerto Rico, im Marinestützpunkt Roosevelt Roads. Puerto Rico liegt in der Karibik und ist ein Außengebiet der USA. Einige Monate später, noch für die gleiche Auslandsreise, stand für Stock ein Trip nach Kolumbien an, erneut war der Anlass ein Wechsel der Besatzung. Es waren hauptsächlich extra eingezogene Reservisten für den Einsatz dabei. Cartagena de Indias ist eine Hafenstadt an der Karibikküste Kolumbiens und bekannt für ihre wundervollen Bauten aus der spanischen Kolonialzeit (nicht verwechseln mit der gleichnamigen spanischen Stadt am Mittelmeer).</p>



<p>In der Altstadt Cartagenas verschwand bereits kurz nach Ankunft spurlos einer der deutschen Soldaten, der die Warnungen, niemals allein „an Land“ zu gehen, leider in den Wind schlug. Tragisch an dem Fall war, dass der Vermisste nur eine Reserveübung absolvierte, frisch verheiratet war und ein gerade neu gebautes Eigenheim zu finanzieren hatte. Seine vermeintliche Witwe wurde erst Monate später nach dem späteren Auffinden von einigen privaten Gegenständen ihres Mannes offiziell als Witwe anerkannt, der dann letztlich eine entsprechende Witwenrente zuerkannt wurde. Das Verschwinden des Mannes wurde offiziell als „im Dienst tödlich verunglückt“ deklariert.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="541" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Vorm-Interview-mit-Al-Jazeera.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus (Teil 2)" class="wp-image-80274" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Vorm-Interview-mit-Al-Jazeera.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Vorm-Interview-mit-Al-Jazeera-300x203.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Vorm-Interview-mit-Al-Jazeera-768x519.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Vorm-Interview-mit-Al-Jazeera-696x471.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Vorm-Interview-mit-Al-Jazeera-621x420.jpg 621w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vorm Interview mit Al Jazeera</figcaption></figure></div>


<p>Bei einem anderen Personalaustausch, diesmal im Mittelmeer auf Sizilien, gab es auch Probleme durch einen Landgang eines Besatzungsmitglieds. Auch dieser Soldat war wider besseres Wissen allein unterwegs, wurde prompt überfallen und ausgeraubt. Vollmert Stock spürte nach dem Vorfall die niedergeschlagene Stimmung an Bord, fragte nach, ob man bereits bei den örtlichen Behörden im Hafen von Augusta vorstellig geworden sei. Er nahm es schließlich selbst in die Hand. </p>



<p>Auf der Carabinieri-Station erklärte man sich für nicht in der Lage, dieses Problem lösen zu können. Der Stationsleiter nannte unserem Kümmerer jedoch klammheimlich den Namen des örtlichen „Statthalters“ und eigentlichen „Bestimmers“ der Region, empfahl den Deutschen dringend, den örtlichen Paten förmlich aufs Schiff und an Bord zu einem Höflichkeitsbesuch einzuladen. Nach Rücksprache mit dem Schiffskommandanten erging prompt eine solche Einladung an den Paten, die dieser auch umgehend annahm. Mit großem Gefolge fuhr man zum Treffen mit den deutschen Seeleuten vor, erhielt beim Anbordkommen eine förmliche Begrüßung („Seite“), speiste vorzüglich gemeinsam in der Offiziersmesse, tauschte großzügige Gastgeschenke aus, unterhielt sich höflich und anregend miteinander. Als der Gast schließlich fragte, ob die Deutschen insgesamt mit allem vor Ort glücklich und zufrieden seien, trug ihm der Kapitän sein kleines Problem vor. Daraufhin gab der „Padrone“ seinem danebensitzenden Adjutanten einen kurzen Wink. „Am Abend waren die dem unglücklichen Soldaten geraubten persönlichen Gegenstände komplett wieder zurück an Bord – so funktioniert Kommunikation auf Sizilien“, hat Vollmert Stock einmal persönlich die italienische Variante von möglichen und unkomplizierten Problemlösungen miterlebt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="530" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Alles-fuer-Djibouti.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus (Teil 2)" class="wp-image-80263" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Alles-fuer-Djibouti.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Alles-fuer-Djibouti-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Alles-fuer-Djibouti-768x509.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Alles-fuer-Djibouti-696x461.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Alles-fuer-Djibouti-634x420.jpg 634w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Alles für Djibouti</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Am Horn von Afrika – Djibouti</h2>



<p>Die Operation „Enduring Freedom“ war die erste und bisher einzige militärische Großoperation im Rahmen des 2001 von den USA ausgerufenen Krieges gegen den Terrorismus. Mit Beschluss vom 16. November 2001 hat der Deutsche Bundestag zugestimmt, dass ebendort bewaffnete deutsche Streitkräfte eingesetzt werden durften. Die deutsche Marine erhielt den Auftrag, sich an „Enduring Freedom“ am Horn von Afrika zu beteiligen. Vollmert Stock gehörte zur ersten kleinen Delegation von Marineangehörigen, die als sogenanntes „Fact Finding Team“ Anfang Januar 2002 unter Führung des damaligen Befehlshabers der Flotte, Vizeadmiral Lutz Feldt, nach Djibouti flogen. „Wir blieben etwa eine Woche in Djibouti. Im Januar ist es dort noch relativ erträglich, die Temperaturen liegen um 30 Grad, die hohe Luftfeuchtigkeit von etwa 75 Prozent im Winter macht den Aufenthalt dennoch nicht sehr angenehm. Wir wohnten im Hotel „Sheraton“, eigentlich eine gute Adresse, doch war nicht nur dort – eigentlich im ganzen Lande – der Ungezieferanteil stets hoch und allgegenwärtig (die ersten vier Stockwerke des besagten Hotels blieben deshalb meistens leer!).“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="540" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Dschibuti_5.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus (Teil 2)" class="wp-image-80267" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Dschibuti_5.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Dschibuti_5-300x203.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Dschibuti_5-768x518.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Dschibuti_5-696x470.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Dschibuti_5-622x420.jpg 622w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Djibouti: Eine andere Welt</figcaption></figure></div>


<p>Später folgten noch mehrere weitere Einsätze für unseren Globetrotter in Djibouti. Die Delegation sollte herausfinden, ob eine Nutzung des Hafens überhaupt möglich war. Dort war durch die potentiellen Nutzer erst einmal eine für europäische Verhältnisse nicht vorhandene Infrastruktur „aus dem Boden zu stampfen“, praktisch jedes benötigte Teil (von der kleinen Schraube bis hin zum LKW und Hubschrauber) musste für teures Geld aus Europa eingeflogen werden.<br>Später wurden im Hafen von Djibouti fünf deutsche Schnellboote stationiert, die, unterstützt durch den Tender „Donau“, alsbald Ende Januar 2002 mit der Verschiffung der Schnellboote mit „Condock II“ (einem Transportfahrzeug) nach Djibouti verlegten. Die Aufgaben während dieses Einsatzes dort waren die Seeraum­überwachung am Horn von Afrika und sicheres Geleiten von Handelsschiffen entlang der Küste von Somalia. Selbst Hubschrauber (aus Kiel-Holtenau) wurden eingeflogen, die mit einem sogenannten „Super Guppy“ teilzerlegt nach Afrika transportiert wurden.</p>



<p>Eigens für dieses große Transportflugzeug musste im Vorwege der Flugplatz in Djibouti entsprechend hergerichtet werden!<br>Nachdem dann so ziemlich alle größeren Probleme vor Ort gelöst worden waren, wurde die internationale Presse auf den Einsatz aufmerksam und vor Ort vorstellig. Unser Protagonist musste auf Einladung der Medien für mehrere nationale und internationale TV-Sender vor der Kamera Rede und Antwort stehen. Auch unser deutscher Sender RTL wollte Einzelheiten und Informationen von Vollmert Stock erfragen, der bekannte Moderator Ulrich Klose interviewte ihn dazu. Selbst der bekannteste arabische Sender „Al-Jazeera“, mit Hauptsitz in Doha/Katar, entsandte eine – durchaus attraktive – Moderatorin mitsamt Team in den Hafen am Horn von Afrika, um Vollmert Stock zu interviewen. Auch diese Öffentlichkeitsarbeit meisterte er in gewohnt souveräner Manier.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="538" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Dschibuti_4.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus (Teil 2)" class="wp-image-80266" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Dschibuti_4.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Dschibuti_4-300x202.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Dschibuti_4-768x516.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Dschibuti_4-696x468.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Dschibuti_4-625x420.jpg 625w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vollmert und die einheimischen Verantwortlichen</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein supergeheimer Auftrag für den „Zoll-Stock“</h2>



<p>Kampfdelfine gehörten zu Zeiten des Kalten Krieges zu einem der bestgehüteten militärischen Geheimnisse, um das ein regelrechtes Wettrüsten zwischen der USA und der ehemaligen UdSSR ausbrach. Seit 1959 trainierte die US-Navy wild gefangene „Große Tümmler“ für militärische Zwecke und setzte sie erstmals in der Bucht von Cam Ranh im Vietnamkrieg sowie im ersten Golf-Krieg 1991 ein. Die mit speziellen Nasenwaffen ausgerüsteten Meeressäuger sollten dort feindliche Taucher töten.<br>Die ehemalige UdSSR zog nach und soll in den Jahren bis zum Zusammenbruch des Riesenreiches 1991 zuletzt sogar über 120 Kampfdelfine im Ausbildungszentrum in Sewastopol verfügt haben.</p>



<p>Im Jahre 2001 erhielt Vollmert Stock seinen wohl ungewöhnlichsten Spezialauftrag. Er sollte für einen reibungslosen Transport von insgesamt vier Del­finen aus den USA nach Deutschland sorgen, diese Tiere letztlich wohlbehalten am Zielort Eckernförde ihrer Bestimmung zuführen. Dass das kein Aprilscherz war, sollte er schon bald erfahren. Er flog folglich zum x-ten Male in die Vereinigten Staaten rüber. Die vier Tiere, bereits von der US-Navy zu „Kampfdelfinen“ ausgebildet, wurden von einer US-Naval-Base in Florida mit zwei US-Militär-Großraumflugzeugen über den Atlantik ins ferne Hamburg geflogen. Die sensiblen und empfindlichen Säugetiere wurden jeweils in einem Spezialbehälter, gefüllt mit entsprechend warmem Atlantikwasser, transportiert. Sie mussten während des gesamten Fluges permanent eingecremt werden, zudem von den sie begleitenden Tierpflegern beruhigt und gewässert werden.</p>



<p>Nach rund neunstündigem Flug endlich in Hamburg angekommen, wurden die beiden Flieger unter strenger Geheimhaltung in einem eigens dafür reservierten und abgeschirmten Teil des Flughafenareals abgestellt – es sollte schließlich kein Außenstehender (Presse, Tierschützer usw.) von der Aktion Wind bekommen. Nach Abwicklung der Einreiseformalitäten (Zoll, Veterinäramt) wurden die Del- fine in ihren Spezialbehältern nach Eckernförde transportiert, beim Verlassen des Flughafens fuhr man still und heimlich durch das abgelegene Nordtor des Areals Richtung Autobahn.</p>



<p>Vor der Aktion mit den Delfinen war die Entscheidung für Eckernförde unter anderem deshalb gefallen, weil es dort den einzigen Tiefwasserhafen (bis 17,5 Meter an der östlichen Außenmole tief) der Bundesmarine im Ostseeraum gab. Es sollte geprüft werden, ob später einmal mögliche Einsätze von Kampfdelfinen in den Ostseegewässern überhaupt durchführbar sein würden.<br>Doch bereits im Vorfeld hatte es kritische Stimmen und Einwände gegen diesen Tierversuch gegeben, unter anderem wegen der geringen allgemeinen Wassertiefe in der gesamten Ostsee. Prompt stellte sich schon in den ersten Versuchen heraus, dass die Ostsee tatsächlich ungeeignet für einen möglichen Einsatz von Kampfdelfinen war, die Maßnahme fand so ein baldiges und unrühmliches Ende. Die großen Säugetiere wurden nun recht zügig wieder auf umgekehrtem Wege in ihre Heimat Florida zurückgebracht. Die Tiere haben übrigens diese Odyssee schadlos überstanden.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="540" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Dschibuti-Delegation-l.-Vollmert.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus (Teil 2)" class="wp-image-80268" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Dschibuti-Delegation-l.-Vollmert.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Dschibuti-Delegation-l.-Vollmert-300x203.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Dschibuti-Delegation-l.-Vollmert-768x518.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Dschibuti-Delegation-l.-Vollmert-696x470.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Dschibuti-Delegation-l.-Vollmert-622x420.jpg 622w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Djibouti-Delegation, links Vollmert</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Desex-Einsatz in Südkorea</h2>



<p>Gleich zweimal hatte Vollmert Stock im Jahre 2002 das Vergnügen, die „Crew-Wechsel“ im fernen Südkorea durchzuführen. Mittlerweile bereits ein „alter Hase“ in der Abwicklung dieser Personalaustausch-Aktionen, klappte bei beiden Aktionen alles wie am Schnürchen. Als Besonderheit hat Vollmert Stock beim ersten Einsatz in Südkorea ebendort einen Besuch im Fußballstadion der Hauptstadt in guter Erinnerung. „Mein einziges Live-Erlebnis als Zuschauer bei einem Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft habe ich in Seoul am 25. Juni 2002 gehabt.</p>



<p>Im Halbfinale der gerade laufenden Fußball-WM 2002 standen sich an jenem Abend Deutschland und Südkorea gegenüber. Wir waren auf Einladung der Gastgeber im Stadion und erlebten den deutschen 1:0-Sieg mit Ballacks Treffer live mit. Ein tolles Erlebnis!“<br>Und er ergänzt: „Auch beim zweiten Besuch in Südkorea erlebte ich Einmaliges: Die Gastgeber luden uns ein zu einer Besichtigungstour zur innerkoreanischen Grenze. Vor Ort an der Demarkationslinie zu stehen war schon ein sehr beklemmendes Erlebnis. Als Deutsche waren wir zwar eine innerstaatliche Grenze wie einst zwischen der BRD und der DDR gewohnt, doch dort an der koreanischen Demarkationslinie, die Südkorea von Nordkorea trennt, erlebten wir am eigenen Leib mit, wie schrecklich eine brüllend laute Indoktrination durch riesige überdimensionale Lautsprecheranlagen sein kann. Die gesamte Zeit über, die wir dort verbrachten, kamen aus den Propaganda-Lautsprechern abwechselnd laute Musik oder Propaganda-Beschallung. Wir waren froh, als wir endlich wieder wegfuhren!“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="547" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Fern-der-Heimat-in-Seoul.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus (Teil 2)" class="wp-image-80269" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Fern-der-Heimat-in-Seoul.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Fern-der-Heimat-in-Seoul-300x205.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Fern-der-Heimat-in-Seoul-768x525.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Fern-der-Heimat-in-Seoul-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Fern-der-Heimat-in-Seoul-696x476.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Fern-der-Heimat-in-Seoul-614x420.jpg 614w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fern der Heimat in Seoul</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Vor dem Dienstausscheiden Einführung einer gelungenen Sparmaßnahme</h2>



<p>Vollmert Stock beendete seine Dienstzeit mit der Versetzung in den Ruhestand im Jahre 2005. Er schied mit dem „Dienstgrad“ „Technischer Amtsinspektor“ aus dem Berufsleben aus! Dass man bei der Marine auch gelegentlich einen Sinn für gepflegten Humor haben und diesen auch prompt in die Tat umsetzen konnte, erlebte er in seinem letzten Dienstjahr im Zusammenspiel mit dem damaligen Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral Wolfgang Nolting. Stock und Nolting kannten sich bereits durch einige private Unternehmungen, so waren beide regelmäßige Sauna-Gänger in einer damaligen öffentlichen Sauna im benachbarten Wees.</p>



<p>Nicht nur in jenen Jahren waren Sparmaßnahmen bei der gesamten Truppe ein Dauerthema, so auch bei der Ausstattung der Fahrbereitschaft in Glücksburg-Meierwik. Dort wurde eine streng kontrollierte und budgetierte Nutzung von Dienstfahrzeugen befohlen, was unseren Protagonisten zu einer drastischen Maßnahme veranlasste, die er wie folgt schmunzelnd und augenzwinkernd schildert:<br>„Eigentlich sind wir unserem heutigen Minister Robert Habeck in Sachen Einsparung von Energieressourcen schon im Jahr 2005 gut 20 Jahre voraus gewesen. Was war passiert? Ganz einfach: Ich habe in meiner Eigenschaft als Verantwortlicher für die Fahrbereitschaft dem Befehlshaber untersagt, für kleinere Dienstfahrten seinen Dienst-PKW zu nutzen.</p>



<p>Als Ersatz-Beförderungsmittel wurde dem Admiral alternativ ein Fahrrad – allerdings eine Luxus-Ausführung – zur Verfügung gestellt.<br>So konnte er sich nun energiesparend, klimafreundlich und umweltschonend auf den relativ kurzen Dienstweg etwa zur Marineschule in Flensburg-Mürwik machen. Das besagte „Luxus-Dienstfahrrad“ verfügte nach Fertigstellung über eine VIP-Ausstattung, 3-Sterne-Kennzeichnung, 3 Gänge, Satteltaschen – alles nur vom Feinsten. Admiral Nolting spielte das Spiel gerne mit, ließ sich sogar mit dem entsprechenden Gefährt fotografieren! Ungelöst war allerdings noch das Problem, wie denn nun sein Adjutant bei solchen Fahrten transportiert werden sollte (heute würde dieser wohl einen E-Scooter nutzen dürfen).“</p>



<p>Wolfgang Edgar Nolting, 1948 in WHV geb., ist Vizeadmiral a. D. der Marine. Von 2006 bis 2010 war er Inspekteur der Marine.<br>Er war von 2012 bis Oktober 2021 Vorsitzender der Marine-Offiziers-Vereinigung, wurde 2003 Befehlshaber der Flotte, mit Sitz in Glücksburg-Meierwik.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="549" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Belehrung-vor-dem-Abflug.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus (Teil 2)" class="wp-image-80265" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Belehrung-vor-dem-Abflug.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Belehrung-vor-dem-Abflug-300x206.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Belehrung-vor-dem-Abflug-768x527.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Belehrung-vor-dem-Abflug-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Belehrung-vor-dem-Abflug-696x478.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Belehrung-vor-dem-Abflug-612x420.jpg 612w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Belehrung-vor-dem-Abflug-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Belehrung vor dem Abflug</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Nette Nachbarschaft im Flensburger Siriusbogen</h2>



<p>Zwischen seinen zahllosen Reisen kehrte Vollmert Stock immer wieder gern nach Hause nach Flensburg in den Siriusbogen zurück, sehr zur Freude seiner Familie, Kollegen und auch der Nachbarn, die ihn stets mit einem zünftigen Grillen und einem Flensburger „Kaltgetränk“ bei sich to Huus begrüßten. „Die normale Tätigkeit in meinem Aufgabenbereich nahm ich dann nach erfolgter Rückkehr wieder solange auf, bis mich ein weiterer Auftrag in die weite Welt hinausführte“, weiß Vollmert neben seiner häufigen Reisetätigkeit auch die berufliche Normalität und das gewohnte Familien- und Privatleben zu schätzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ausblick und Gedanken zur „Wehrfähigkeit“</h2>



<p>Vollmert Stock ist aus seiner Sicht zu einem richtigen Zeitpunkt aus dem Berufsleben bei der Bundeswehr ausgestiegen. „Nach der Gründung der „BW-Fuhrpark Service GmbH“, das heißt: der Privatisierung des Transportwesens der Bundeswehr, war für mich im Jahre 2005 der richtige und passende Moment gekommen für die Umsetzung des bekannten Satzes: „Time to say Goodbye“. Ich war mittlerweile 62 Jahre alt, hatte bereits im Jahr zuvor, in 2004, mein 40jähriges Dienstjubiläum feiern können, und blickte auf eine durchaus ereignisreiche Zeit zurück. So fiel mir der Schritt in den Ruhestand nach so vielen langen Dienstjahren und zahllosen Erlebnissen nicht schwer.“ Einen Gedanken zur Zukunft der Bundeswehr und unserer nationalen Wehrfähigkeit – auch innerhalb der NATO – kann sich unser Gesprächspartner und Weltenbummler allerdings nicht verkneifen: „Nach der Wende in Jahr 1989 hatten wir in Spitzenzeiten, zusammen mit der ehemaligen Nationalen Volksarmee, fast 700.000 aktive Soldaten unter Waffen. Das Motto lautete damals „Schwerter zu Flugscharen“. Heute sind es (nur noch) rund 185.000 Soldatinnen und Soldaten – und das Motto lautet „Wir müssen kriegstüchtig werden!“ Welch eine Zeitenwende …</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="545" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Antreten-zur-Pruefung-der-Vollzaehligkeit-vor-dem-Abflug.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus (Teil 2)" class="wp-image-80264" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Antreten-zur-Pruefung-der-Vollzaehligkeit-vor-dem-Abflug.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Antreten-zur-Pruefung-der-Vollzaehligkeit-vor-dem-Abflug-300x204.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Antreten-zur-Pruefung-der-Vollzaehligkeit-vor-dem-Abflug-768x523.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Antreten-zur-Pruefung-der-Vollzaehligkeit-vor-dem-Abflug-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Antreten-zur-Pruefung-der-Vollzaehligkeit-vor-dem-Abflug-696x474.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/09/Antreten-zur-Pruefung-der-Vollzaehligkeit-vor-dem-Abflug-617x420.jpg 617w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Antreten zur Prüfung der Vollzähligkeit vor dem Abflug</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p>„Rückblickend kann ich nur feststellen, dass ich Vieles in meinem Leben richtig gemacht habe. Die hier geschilderten Erlebnisse und Abenteuer kann mir keiner nehmen, dabei ist mein Leben auch heute noch durchaus bunt, vielfältig und abwechslungsreich. Der heutigen sowie den nachfolgenden Generationen kann ich nur diesen einen guten Rat geben: Lernt rechtzeitig Sprachen, geht hinaus in die Welt, lasst euch den Wind um die Nase wehen. Kommt anschließend zurück in die Heimat, und genießt und erlebt bewusst unser wunderschönes Zuhause.“</p>



<p>Das Flensburg Journal wünscht Vollmert Stock für die Zukunft weiterhin gute Gesundheit, möge er noch recht lange seine Aktivitäten und Hobbies in der heutigen Zeit genießen dürfen! Wir bedanken uns für ein spannendes und höchst interessantes Gespräch!</p>



<p><em>Mit Vollmert Stock sprach Peter Feuerschütz<br>Fotos: privat, Thomas Becker</em></p>
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		<title>Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jul 2024 22:56:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Straßen und Stadtteile]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie für so viele andere heutige Flensburger war die Bundeswehr, die Bundesmarine, „Schuld“ daran, dass es unseren Protagonisten in den hohen Norden nach Flensburg verschlagen hat. Wir erzählen im ersten Teil seiner bemerkenswerten Vita, wie es dazu kam – und wie sein Dienstherr ihn schließlich für sehr spezielle und besondere Aufgaben rekrutierte, deren Ausgangspunkt stets [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/vollmert-stock-aus-dem-sternenviertel-in-die-weite-welt-hinaus/">Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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<p>Wie für so viele andere heutige Flensburger war die Bundeswehr, die Bundesmarine, „Schuld“ daran, dass es unseren Protagonisten in den hohen Norden nach Flensburg verschlagen hat. Wir erzählen im ersten Teil seiner bemerkenswerten Vita, wie es dazu kam – und wie sein Dienstherr ihn schließlich für sehr spezielle und besondere Aufgaben rekrutierte, deren Ausgangspunkt stets im hiesigen Flensburg lag.</p>



<p>Alteingesessene Flensburger würden vielleicht sagen: „Der ist ja erst kürzlich zugezogen!“ Nun, wer hier bereits weit über hundertjährige Wurzeln hat, mag ja in der Hinsicht Recht haben. Doch lebt und wohnt unser Protagonist mittlerweile immerhin seit 45 Jahren in Flensburg, anfangs noch im Mürwiker Tannenweg, seit gut 30 Jahren im Stadtteil Engelsby im sogenannten Sternenviertel, genauer gesagt im Siriusbogen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/20240530_Flensburg_Journal_Stock_038.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus" class="wp-image-79503" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/20240530_Flensburg_Journal_Stock_038.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/20240530_Flensburg_Journal_Stock_038-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/20240530_Flensburg_Journal_Stock_038-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/20240530_Flensburg_Journal_Stock_038-696x464.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/20240530_Flensburg_Journal_Stock_038-630x420.jpg 630w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das waren noch Zeiten!</figcaption></figure></div>


<p>Das Flensburg Journal sprach mit Vollmert Stock, einem gebürtigen Dithmarscher aus Lunden. Die Gemeinde Lunden als ländlicher Zentralort und anerkannter Erholungsort liegt im Norden Dithmarschens, mitten im Gebiet der Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge, hat rund 2.000 Einwohner. Dort verbrachte er seine Kindheit und Jugend, absolvierte die Schule, schloss diese ab und lernte den Beruf eines Kfz-Mechanikers. Um seine handwerklichen Fertigkeiten (das Schweißen) zu vervollkommnen, schloss er eine einjährige Fortbildung in einem Fachbetrieb an.</p>



<p>Wer kann schon von sich behaupten, dass er während seiner (langen) beruflichen Laufbahn alle fünf Kontinente dieser Erde mehrfach bereist hat, in Bahrain im Gefängnis saß, in Djibouti vom arabischen Sender Al-Jazeera interviewt wurde, in Singapur mit den dortigen Behörden Probleme löste dank der Unterstützung durch den ARD-Korrespondenten, sowohl in Erich Honeckers „Air Force One“ Iljuschin IL-62 als auch in dessen Tupolev TU-154 im Chefzimmer gearbeitet und im einstigen Bett des Diktators geschlafen hat, echte „Kampfdelfine“ aus den USA nach Schleswig-Holstein überführte, und und und … ?<br>Nun, Vollmert Stock gehört zu dieser Kategorie, aber … der Reihe nach!</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/20240530_Flensburg_Journal_Stock_009.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus" class="wp-image-79502" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/20240530_Flensburg_Journal_Stock_009.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/20240530_Flensburg_Journal_Stock_009-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/20240530_Flensburg_Journal_Stock_009-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/20240530_Flensburg_Journal_Stock_009-696x464.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/20240530_Flensburg_Journal_Stock_009-630x420.jpg 630w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Meine Berufsstationen!</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Wehrdienstzeit, als Soldat</h2>



<p>Kurz vor seinem 18. Geburtstag meldete sich die Bundeswehr bei ihm; er sollte seinen Wehrdienst ableisten. Er war tauglich, verpflichtete sich des Geldes wegen allerdings gleich auf zwei Dienstjahre, die er in den Jahren von 1963 bis 1965 ableistete. „In Bad Segeberg beim Heer hat man mich das Laufen gelehrt“, schmunzelt Vollmert Stock im Gedanken an jene Zeit. Nach der Grundausbildung in Bad Segeberg ging es nach Itzehoe-Nordoe, anschließend nach Seeth zum Nachschub-Bataillon 610, mit einem kurzen Abstecher zu einem Gastspiel bei der Lufthansa-Technik in HH-Fuhlsbüttel, um auch einen Einblick in die Kunst der Feinwerktechnik zu bekommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eintritt ins Berufsleben</h2>



<p>In seinen erlernten Beruf wollte er nicht zurückkehren. Er bewarb sich für eine zivile Beschäftigung bei der Bundeswehr, wurde auch sofort eingestellt – die suchten händeringend Fachpersonal. Unser Protagonist durchlief die Ausbildung zum „Technischen Beamten“, in Kiel und an der „Schule für Technik“ Mannheim, dort mit erfolgreichem Abschluss zum „technischen Beamten der Bundeswehrverwaltung im Mittleren Dienst“. Später wurde er sogar auf einen sogenannten „umgewandelten“ Dienstposten eines Transport-Offiziers versetzt und somit in eine höhere Besoldungsgruppe eingewiesen.<br>Er hatte nach Ausbildungsabschluss die freie Wahlmöglichkeit, wohin er gern versetzt werden wollte, entschied sich nach Rücksprache daheim für einen damals weitgehend unbekannten Ort in Schleswig-Holstein namens Olpenitz (Frage an die WBV: „Wo liegt das denn??“).<br>Am 2. Januar 1968 traf er erstmals am neuen Dienstort an der Schlei-Mündung ein, fand am Reiseziel eine „ziemliche Einöde“ vor.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="528" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Auf-der-Gorch-Fock-in-Melbourne.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus" class="wp-image-79505" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Auf-der-Gorch-Fock-in-Melbourne.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Auf-der-Gorch-Fock-in-Melbourne-300x198.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Auf-der-Gorch-Fock-in-Melbourne-768x507.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Auf-der-Gorch-Fock-in-Melbourne-696x459.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Auf-der-Gorch-Fock-in-Melbourne-636x420.jpg 636w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf der Gorch Fock in Melbourne</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Olpenitz</h2>



<p>Zwischen 1959 und 1964 wurde der Marinehafen Olpenitz als Neubauprojekt errichtet. Olpenitz war Marinestützpunkt für Schnell- und Minensuchbootgeschwader. Schwimmende Einheiten, Werkstätten, Signalstellen und Wohnungen im benachbarten Ellenberg für die Soldaten, ließen Olpenitz damals zu einem der modernsten Marienhäfen werden. Zu Spitzenzeiten waren hier 1800 Soldaten und 450 Personen in Zivil stationiert. Während die einen hier eine Heimat fanden und sich ansiedelten, waren insbesondere Wehrpflichtige von der Abgeschiedenheit nicht erbaut.</p>



<p>Der Spitzname „Olpesibirsk“ ist Legende, auch „Porto Sando“ war ein beliebter Begriff. Im November 2004 wurde die Schließung des Stützpunktes Olpenitz verfügt, 2006 wurde der Standort geschlossen. Anfangs wollte Stock nach der ersten Inaugenscheinnahme der Einöde an der Schlei-Mündung noch die WBV darum ersuchen, ihn doch besser woanders hin zu versetzen. Doch die flehten ihn förmlich an, am neuen Dienstort durchzuhalten: „Wir hatten schon immer große Probleme, jemanden für diesen speziellen Posten zu gewinnen“, bekniete ihn sein Dienstherr. Nun, er ließ sich überreden und blieb dann doch erst einmal am Ort. Für Vollmert Stock folgten insgesamt 12 Jahre Aufbau im Marinestützpunktkommando (MStpKdo) Olpenitz, mit vielen Erlebnissen, die die damaligen Zustände bei der Marine oft genug wiedergaben.</p>



<p>Mehrere Verteidigungsminister hat er dort als Besucher erlebt, wobei er den Minister Helmut Schmidt einmal sogar aus einer misslichen Lage befreite: Der war mit seinem Dienstwagen und einem ortsfremden Fahrer im Straßengraben gelandet. Helmut Schmidt war auch oft privat mit seinem langjährigen Freund und Staatssekretär Willi Berkhan zum Segeln auf dem Brahmsee unterwegs. Die Herren brachten bei der Gelegenheit gelegentlich Schmidts Frau Loki nach Olpenitz, von wo aus Vollmert Stock die Ministergattin per V-Boot ins nahegelegene Vogelschutzgebiet Oehe-Drecht (Schleimünde) übersetzte, wo sie als Botanikerin ihrer Leidenschaft für die Natur und die hiesige Pflanzen- und Tierwelt nachging. Helmut Schmidt fuhr seinerzeit privat einen „uralten“ Opel Rekord, der häufig „zickte“ und nicht anspringen wollte – Stock oder einer seiner Mitarbeiter musste dann umgehend los und dem Minister Starthilfe leisten.</p>



<p>Schmidts Nachfolger als Verteidigungsminister war der volkstümliche und bei den Soldaten beliebte „Schorsch“ Leber. Diesen konnte Vollmert Stock im persönlichen Gespräch dazu bewegen, für die ihm unterstellten zivilen Kfz.-Mechaniker, die am Standort ganzjährig in einer unbeheizten Wellblechhalle arbeiten mussten, ein sogenanntes Feldheizgerät zu beschaffen („damit sich die Jungs hier bei der Arbeit nicht den Hintern abfrieren müssen, Herr Minister!“). Leber hielt sein Versprechen, das Großgerät wurde umgehend angeliefert! Übrigens waren die Minister damals auf ihren zahlreichen Reisen durchs Land noch komplett ohne Sicherheitsgefolge unterwegs …</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Ankunft-in-Bahrain.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus" class="wp-image-79504" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Ankunft-in-Bahrain.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Ankunft-in-Bahrain-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Ankunft-in-Bahrain-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Ankunft-in-Bahrain-696x463.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Ankunft-in-Bahrain-632x420.jpg 632w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ankunft in Bahrain</figcaption></figure></div>


<p>Es wurde seinerzeit in Olpenitz viel und immer wieder improvisiert, doch letztlich gelang Stock dort der Aufbau einer funktionierenden Fahrbereitschaft, er löste mannigfaltige Probleme in der Transport-Logistik vor Ort, wurde sogar noch Jahre später (im September 1988) nach dem Ende seines dortigen Einsatzes mit dem „Ehrenkreuz der BW in Gold“ ausgezeichnet, damals als überhaupt erster Beamter innerhalb der Bundeswehr. „Auf diese Anerkennung meiner Arbeit war und bin ich immer noch stolz“, denkt Vollmert gern an jene ersten Jahre seiner Dienstzeit nahe Kappeln zurück.</p>



<p><br>„Nachhaltig geprägt haben mich dabei die Jahre enger Zusammenarbeit mit dem damaligen, legendären Stützpunktkommandeur, Kapitän zur See Helmut Dau – ein wahrlich ungewöhnlicher und einmaliger Mensch, dem ich viel zu verdanken habe. Ebenfalls unvergesslich bleibt die Erinnerung an den „urigen“ Olpenitzer Hafenkapitän Rötger Feldmann (übrigens der Vater von „Brösel“, dem Erfinder der Comic-Figur „Werner“).“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Berufliches Engagement</h2>



<p>„Ich gehörte über viele Jahre den jeweiligen Personalvertretungen an. Sowohl als Gründungsmitglied seinerzeit in Olpenitz, als auch später in den Jahren in Flensburg und Glücksburg. Außerdem war ich langjähriges Mitglied als Vertreter der Beamten, im Bezirks­personalrat beim Marine-Unterstützungskommando in Wilhelmshaven. Dabei war es mir stets sehr wichtig, sowohl zum Wohl der Beschäftigten als auch der jeweiligen Dienststelle zu wirken“, war Vollmert Stock berufliches Engagement neben dem eigentlichen Dienstgeschäft stets ein persönliches Anliegen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="534" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Unterwegs-in-der-Iljuschin-1991.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus" class="wp-image-79510" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Unterwegs-in-der-Iljuschin-1991.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Unterwegs-in-der-Iljuschin-1991-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Unterwegs-in-der-Iljuschin-1991-768x513.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Unterwegs-in-der-Iljuschin-1991-696x465.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Unterwegs-in-der-Iljuschin-1991-629x420.jpg 629w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Unterwegs in der Iljuschin 1991</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Erste Berührungen mit Flensburg</h2>



<p>Es folgte für unseren BW-Zivilisten eine Versetzung auf einen höheren Dienstposten im Marinestützpunktkommando Flensburg-Mürwik (dem heutigen Sonwik). Im seinerzeit noch prall belegten Stützpunkt voller Schiffe übernahm Vollmert Stock die Leitung der Fahrbereitschaft und die örtliche Kfz.-Instandsetzung. Damit verbunden war für ihn persönlich der Umzug samt Familie von Kappeln nach Flensburg. Die Familie Stock bezog eine neue Bleibe im Tannenweg. </p>



<p>Stock war jetzt auch eingesetzt beim noch im Bau befindlichen Hauptquartier der Marine (MHQ) in Glücksburg-Meierwik. Dort wurde in jenen Jahren das Führungsinformationssystem (FüInfoSys) für das Marinehauptquartier installiert; Entwicklung, Inbetriebnahme und Nutzungserfahrung, von 1974 bis 1982, mit der allseits bekannten damaligen „Tarn“-Bezeichnung „Tenne“. Vollmert Stock kümmerte sich nun vor Ort um alle möglichen irgendwie mit der Logistik befassten Angelegenheiten. Seine Arbeitsplatzbeschreibung lautete konkret: „Zuständig für das Transportwesen, Transport-Logistik, Instandsetzung – auf der Straße, der Schiene, zu Wasser und in der Luft“. Das klappte wohl überwiegend recht gut aus der Sicht seiner Vorgesetzten, und so nahmen die folgenden Dinge alsbald ihren Lauf:</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="573" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Die-Uebergabe-und-die-Beteiligten.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus" class="wp-image-79506" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Die-Uebergabe-und-die-Beteiligten.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Die-Uebergabe-und-die-Beteiligten-300x215.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Die-Uebergabe-und-die-Beteiligten-768x550.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Die-Uebergabe-und-die-Beteiligten-696x499.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Die-Uebergabe-und-die-Beteiligten-586x420.jpg 586w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Übergabe und die Beteiligten</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der „Mann für alle Fälle“</h2>



<p>Die Bundesmarine war schon immer auf der Suche nach geeigneten Leuten, denen man Spezialaufträge „bedenkenlos aufs Auge drücken konnte“, wie Stock es heute treffend formuliert. „Man suchte nach einem flexiblen, unerschrockenen, belastbaren Beamten, den man in der gesamten Welt (also auch fernab der Heimat) für besondere spezielle Aufgaben einsetzen konnte.“ Irgendwann kam das vorgesetzte Kommando in Wilhelmshaven (MUKdo) auf ihn zu. Stock wurde gefragt, ob er es sich zutrauen würde, bei Bedarf Mensch und Material in die weite Welt zu transportieren, einschließlich dem regelmäßigen Austausch von Schiffsbesatzungen („Crew-Wechsel“) zu vorher festgelegten Zeiten und an allen möglichen Standorten des Planeten. Auf die Frage, „was das genau für ihn bedeutete?“, erhielt er die lapidare Antwort: „Das wissen wir auch nicht im Vorwege einer solchen Aktion. Das wird dann jeweils von Fall zu Fall zu besprechen sein!“<br>Nun, Vollmert Stock traute sich den ihm angetragenen „Job“ durchaus zu, er sagte folglich „Ja“ zum unterbreiteten Angebot aus Wilhelmshaven.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der erste Auslandseinsatz</h2>



<p>Sein erster Auslandseinsatz führte ihn gleich nach Asien, genauer gesagt nach Singapur zum damaligen Schulschiff der Marine „Deutschland“, das sich auf einer halbjährigen Auslandsreise von Mitte März bis zum 16.08.1983 befand, in Singapur den geplanten Austausch der Besatzung vornahm. Stock kümmerte sich um alles im Zusammenhang mit dem dortigen Crew-Wechsel. Immerhin rund 150 Kadetten mussten hin und zurück verlegt werden, sowie zusätzlich und spontan die Klärung eines vor Ort aufgetretenen Problems mit den örtlichen Behörden. Letzteres gelang ihm mit Hilfe des damaligen ARD-Asien-Korrespondenten Winfried Scharlau zur Zufriedenheit aller Beteiligten. Über diesen Trip nach Singapur berichtete im Übrigen Vollmert Stocks Heimatzeitung, das „Lundener Mitteilungsblatt“, am 21.07.1983! Die gelungene Art und Weise der (erfolgreichen) Abwicklung des ersten Einsatzes durch unseren Protagonisten fand überall in den Kreisen der Marine und selbst der Diplomatie Lob und Anerkennung – weiteren Einsätzen stand somit nichts im Wege!<br>Noch im selben Jahr 1983 folgte für ihn bereits ein weiterer Auslandseinsatz mit Flug nach Norfolk/Virginia. Es sollte nicht sein letzter Aufenthalt in den USA werden.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="584" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Kreta-Ordensverleihung.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus" class="wp-image-79507" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Kreta-Ordensverleihung.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Kreta-Ordensverleihung-300x219.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Kreta-Ordensverleihung-768x561.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Kreta-Ordensverleihung-696x508.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Kreta-Ordensverleihung-575x420.jpg 575w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kreta, Ordensverleihung</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Stock wird offiziell zum Globetrotter</h2>



<p>Neben seinen bereits erwähnten Aufgaben oblag ihm – ganz nebenbei &#8211; auch die Abwicklung von Zollangelegenheiten für die gesamte Marine vor Ort im In- und Ausland. Dazu erhielt er eine spezielle Zollausbildung mit Zollvereidigung beim „Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung“ (BWB) in Koblenz. Die dort erlernten Fähigkeiten führten letztlich dazu, dass man ihm bei der Truppe alsbald den auf ihn persönlich durchaus zutreffenden Spitznamen „Zoll-Stock“ verpasste. Zur Verbesserung seiner rudimentären Sprachkenntnisse in der Weltsprache „Englisch“ wurde er sogar eine Zeitlang zum Bundessprachenamt nach Hürth geschickt, wo er sein Englisch erfolgreich dahingehend verbesserte, dass er sich nun weltweit mit den jeweiligen Gastgebern problemlos verständigen konnte.</p>



<p>Praktisch alle Auslandsreisen bedeuteten für ihn, dass er entweder mit Flugzeugen der Bundeswehr oder aber ziviler Fluggesellschaften (Lufthansa und/oder Condor) unterwegs war. Stock erinnert sich besonders gern an jene Reisen in der einstigen „Air Force One“ von Erich Honecker. „Es war schon ein eigenartiges Gefühl zu wissen, dass vor noch nicht allzu langer Zeit just an diesem Platz der mächtigste Mann der DDR saß und arbeitete, ich zudem in dessen Schlafgemach nächtigen durfte“, schmunzelt Vollmert Stock. Anfangs waren es sogar noch die gleichen Besatzungsmitglieder, die einst den „Erich“ auf seinen Auslandsflügen flogen und betreuten.<br>„Die hatten auch so manche lustige Begebenheit zu erzählen, waren aber durchweg nett, höflich, und haben natürlich nur solche Dinge erzählt, die nicht ins Intime gingen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="558" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Nach-der-Auszeichnung-September-1988.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus" class="wp-image-79508" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Nach-der-Auszeichnung-September-1988.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Nach-der-Auszeichnung-September-1988-300x209.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Nach-der-Auszeichnung-September-1988-768x536.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Nach-der-Auszeichnung-September-1988-696x485.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Nach-der-Auszeichnung-September-1988-602x420.jpg 602w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Nach-der-Auszeichnung-September-1988-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Nach der Auszeichnung September 1988</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Als Übergabeverantwortlicher im Mittelmeerraum</h2>



<p>Im Jahr 1989 war Vollmert Stock gefühlt die meiste Zeit des Jahres auf Achse. Das begann im Februar mit einer Australienreise („Crew-Wechsel“) nach Melbourne, anschließend übergab er noch im ersten Quartal des gleichen Jahres im Rahmen der sogenannten „Verteidigungs-Hilfe“ innerhalb der NATO offiziell das einstige Flottendienstboot (auch als Messboot oder Aufklärungsschiff bekannt) „Oker“ in Kreta an die griechische Marine. Für sein dortiges geschicktes und souveränes Auftreten auf diplomatischem Parkett wurde er von seinem „Gegenüber“, einem griechischen Admiral mit der Bezeichnung „Naval Commander Aegean Sea“, mit einem griechischen Orden ausgezeichnet.</p>



<p>Ein weiteres Flottendienstboot – die „Alster“ – übergab Stock im November 1989 an die Türkei, im Marinehafen Izmir. Für die türkische Marine fuhr das Boot später noch jahrelang unter dem Namen „Yunus“ zahlreiche Aufklärungseinsätze.<br>Auch mit den einheimischen Türken musste Stock als Ehrengast nach heimischen Ritualen die Übergabe der Schiffe standesgemäß mitfeiern. Einmal erlebte er sogar eine sogenannte Schächtung an Bord eines gerade abgegebenen Schiffes mit. „Als Gast wurde man dort regelrecht hofiert und königlich bewirtet, die landesüblichen Bräuche waren aber schon gelegentlich gewöhnungsbedürftig“, denkt Vollmert Stock mit teilweise gemischten Gefühlen an jene Zeit zurück.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="618" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Uebergabe-Alster-Izmir.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus" class="wp-image-79509" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Uebergabe-Alster-Izmir.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Uebergabe-Alster-Izmir-300x232.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Uebergabe-Alster-Izmir-768x593.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Uebergabe-Alster-Izmir-696x538.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Uebergabe-Alster-Izmir-544x420.jpg 544w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Übergabe Alster Izmir</figcaption></figure></div>


<p>Die Bundesmarine hatte mittlerweile längst adäquaten Ersatz gefunden für die an die NATO-Partner abgegebenen älteren Einheiten. Die „Neuen“ waren schon fahrbereit und einsatzfähig, die Marine hatte sogar eine jeweils nagelneue und hochmoderne „Oker“ und „Alster“ in ihrem aktuellen Bestand.<br>Im gleichen Jahr 1989 war Stock auch noch an der Übergabe der Fregatte „Braunschweig“ an die Türkei, diesmal im Marinestützpunkt Gölcük, als offizieller Übergeber beteiligt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mit prominenter Begleitung zum „Crew-Wechsel“ nach Mallorca</h2>



<p>Im November des Jahres 1990, unmittelbar nach der erfolgten deutschen Wiedervereinigung im Oktober, erhielt Vollmert Stock einen heiklen Auftrag. Er sollte, wie schon oft zuvor, einen „Crew-Wechsel“ auf der „Gorch Fock“ organisieren und durchführen, diesmal allerdings in prominenter Polit-Begleitung. Bereits seit 1962 hatte der Schleswig-Holsteinische Landtag die Patenschaft für das Traditions-Schulschiff „Gorch Fock“ inne, und die damalige amtierende Landtagspräsidentin Lianne-Maren Paulina-Mürl sollte als Patin das Segelschiff während seiner Liegezeit in Palma de Mallorca besuchen. Die Politikerin erwies sich schnell als angenehmer Reisegast.<br>Sie unterhielt sich stets interessiert mit Vollmert Stock, ließ sich von ihm das gesamte Drumherum erklären, kam durch ihre unkomplizierte und aufgeschlossene Art und ihre sehr höflichen Umgangsformen bei allen Beteiligten bestens an. Im Nachgang bedankte sich Frau Paulina-Mürl übrigens noch persönlich in einem netten Brief bei ihrem „Reiseführer“.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="541" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/1990-Abflug-nach-Mallorca.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus" class="wp-image-79499" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/1990-Abflug-nach-Mallorca.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/1990-Abflug-nach-Mallorca-300x203.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/1990-Abflug-nach-Mallorca-768x519.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/1990-Abflug-nach-Mallorca-696x471.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/1990-Abflug-nach-Mallorca-621x420.jpg 621w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">1990 Abflug nach Mallorca</figcaption></figure></div>


<p>Lianne-Maren Paulina-Mürl, geb. Paulina, war eine deutsche Politikerin (SPD). Sie war von 1987 bis ins Frühjahr 1992 Präsidentin des Landtages von Schleswig-Holstein. Sie starb am 27.07.1992 in Kopenhagen an einem schweren Krebsleiden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Unterstützung durch die Bundesmarine im Golf-Krieg</h2>



<p>Es gab mehrere sogenannte „Golf-Kriege“ in den letzten beiden Dekaden des vorherigen Jahrhunderts, viele sprechen heute vom 1. und vom 2. Golf-Krieg, manche sogar von drei dortigen Konflikten. Im 2. Golf-Krieg (zwischen Irak und Kuwait) war die bundesdeutsche Marine insoweit involviert, dass sie den Minenabwehrverband „Südflanke“ abstellte, der nach Kriegsende im Jahr 1991 die Aufgabe erhielt, im Persischen Golf Minen zu räumen. Am 16. August 1990 liefen zu dieser Unternehmung fünf deutsche Minensucher sowie ein Versorger aus Wilhelmshaven in Richtung Persischer Golf aus. Stocks Beteiligung an jener Aktion bestand darin, im Jahr 1991 in Bahrain die umfangreiche Logistik vor Ort sicherzustellen. Er flog mit einer kleinen Delegation in jenen Golf-Staat. Es ergab sich dort, frisch angekommen, sogleich ein unerwartetes Problem für das deutsche Logistik-Kommando: Sie flogen mit einem einstigen, inzwischen von der Bundeswehr übernommenen DDR-Flugzeug (Iljuschin) zu jenem Einsatz, das Flugzeug wurde noch von ehemaligen NVA-Piloten und entsprechender Besatzung geflogen. Das Problem: Diese Besatzung durfte zu jenem Zeitpunkt nicht mehr die „alte“ NVA-Uniform tragen, allerdings auch noch nicht die aktuelle Dienstkleidung eines Bundeswehrangehörigen. Der Grund dafür: Die Frauen und Männer der ehemaligen NVA waren noch nicht „gegauckt“. „Gegauckt“ ?</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="573" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Vor-der-Schiffsuebergabe.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus" class="wp-image-79511" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Vor-der-Schiffsuebergabe.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Vor-der-Schiffsuebergabe-300x215.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Vor-der-Schiffsuebergabe-768x550.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Vor-der-Schiffsuebergabe-696x499.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/Vor-der-Schiffsuebergabe-586x420.jpg 586w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vor der Schiffsübergabe</figcaption></figure></div>


<p>Wer als ehemaliger Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst der DDR für den Staatssicherheitsdienst gearbeitet hatte, durfte zum Beispiel nicht im bundesdeutschen öffentlichen Dienst arbeiten. Die Überprüfung fand durch die damalige Gauck-Behörde statt; wer dieses Verfahren durchlaufen hatte, galt als „gegauckt“.</p>



<p>Diese Problematik war den einheimischen Behördenvertretern am Flughafen in Bahrain natürlich nicht plausibel zu erklären, wenngleich die eingereisten Deutschen im Vorwege diplomatisch akkreditiert worden waren. Sprachprobleme erschwerten zudem eine reibungslose Kommunikation. Das Durcheinander nahm also seinen Lauf, die Einheimischen fragten immer wieder mit Blick auf die aus ihrer Sicht in Phantasiekluft gekleideten Besatzungsmitglieder (in schwarzer Lederjacke, Jeans und Kampfstiefeln): „ Was ist das denn bloß für ein Verein?? Sind das etwa Agenten oder Spione??“ Kurzerhand nahmen die Verantwortlichen vor Ort auf dem Rollfeld unseren Vollmert Stock in seiner Eigenschaft als Leiter der Delegation vorläufig fest und sperrten ihn einfach erst einmal ins Gefängnis. Die mitgereisten Bundeswehrangehörigen verblieben solange in brütender Hitze in der gelandeten Maschine auf dem Rollfeld sitzen. Nach mehreren Stunden Haft und einigen klärenden Telefonaten – Stock durfte vom „Knast“ aus immerhin telefonieren &#8211; mit dem örtlichen Lufthansa-Vertreter wurden die Irritationen aufgelöst, man ließ unseren Protagonisten schließlich wieder frei, die deutschen Gäste konnten nun endlich ihrer eigentlichen Mission nachgehen und die Anlagen im Hafenbereich von Bahrain in Augenschein nehmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vereinbarung mit der Lufthansa und Condor</h2>



<p>Im Laufe seiner vielen Einsätze entwickelte Vollmert Stock eine enge und vertrauensvolle Beziehung zu den deutschen Standortleitern der Lufthansa in Hamburg sowie von Condor in Kelsterbach (nahe Frankfurt). Es entstand bald ein Freundschaftsverhältnis zu beiden Herren. Man hatte oft miteinander zu tun, entwickelte schließlich gemeinsam die Idee, die benötigten Flugzeuge für die jeweiligen Transfers ins Ausland so zu nutzen, dass möglichst nur noch freie Flug-Kapazitäten (insbesondere in Nächten) von der Bundeswehr belegt wurden. Das kam natürlich auch den Fluggesellschaften sehr gelegen, denn tagsüber waren deren Flugzeuge meistens ausgelastet und komplett verplant.<br>Daneben konnten so die anfallenden (hohen) Kosten für die Bundeswehr spürbar gesenkt werden (immerhin um ein Drittel!). Später führten die guten Kontakte sogar dazu, dass einige Flüge nach Djibouti von Bundeswehr-Flugplätzen in Nordholz oder von Jagel aus stattfinden konnten. Einigen Airline-Piloten waren diese Flugplätze sogar noch aus ihrer alten Zeit bei der Luftwaffe oder den Marinefliegern bekannt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/20240530_Flensburg_Journal_Stock_008.jpg" alt="Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus" class="wp-image-79501" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/20240530_Flensburg_Journal_Stock_008.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/20240530_Flensburg_Journal_Stock_008-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/20240530_Flensburg_Journal_Stock_008-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/20240530_Flensburg_Journal_Stock_008-696x464.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/06/20240530_Flensburg_Journal_Stock_008-630x420.jpg 630w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Persönliches Geschenk vom Kommandanten</figcaption></figure></div>


<p>Wir erzählen im zweiten Teil seiner bemerkenswerten Vita, wie er mit Bravour sämtliche an ihn gestellte Anforderungen meisterte – darunter ganz spezielle Aufträge … freuen Sie sich auf sehr spannende Lektüre, in einer unserer kommenden Ausgaben!</p>



<p><em>Mit Vollmert Stock sprach Peter Feuerschütz<br>Fotos: privat, Benjamin Nolte</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/vollmert-stock-aus-dem-sternenviertel-in-die-weite-welt-hinaus/">Vollmert Stock – aus dem Sternenviertel in die weite Welt hinaus</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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		<title>Günter Thye – Weltenbummler aus dem Sternenviertel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Oct 2022 22:41:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Straßen und Stadtteile]]></category>
		<category><![CDATA[Günter Thye]]></category>
		<category><![CDATA[Sternenviertel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wer hätte wohl vor gut 80 Jahren, im Herbst des Kriegswinters 1941, gedacht, dass dieser kleine Neugeborene später mal mehrfach den Planeten umrunden würde, zudem ein äußerst abwechslungsreiches, erfülltes und ungewöhnliches Leben würde führen dürfen? Die Anfänge Günter Thye kam zum Herbstbeginn 1941, am 21. September, auf diese Welt, wuchs bei seiner Mutter in Bremen [&#8230;]</p>
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<p>Wer hätte wohl vor gut 80 Jahren, im Herbst des Kriegswinters 1941, gedacht, dass dieser kleine Neugeborene später mal mehrfach den Planeten umrunden würde, zudem ein äußerst abwechslungsreiches, erfülltes und ungewöhnliches Leben würde führen dürfen?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Anfänge</h2>



<p>Günter Thye kam zum Herbstbeginn 1941, am 21. September, auf diese Welt, wuchs bei seiner Mutter in Bremen in bescheidenen und geordneten Verhältnissen auf. Noch zu klein und zu jung, um das ihn umgebende Weltgeschehen zu begreifen, durchlief der Junge ganz normal die Volksschule, später die Mittelschule, die er schließlich erfolgreich mit der Mittleren Reife zum Ende der 50er Jahre hin abschloss. Er fand eine Anstellung bei einem Bremer Fachbetrieb und erlernte dort in den kommenden drei Jahren den Beruf des Rundfunk- und Fernsehmechanikers. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Ernst des Lebens beginnt</h2>



<p>Bereits im Laufe seines letzten Lehrjahres machte Günter sich Gedanken, wie wohl seine berufliche Zukunft aussehen könnte. Ihm war klar, dass ihn mit Sicherheit die noch junge Bundeswehr für 18 Monate zu den Waffen rufen würde. Nun stellte sich für ihn die Frage: „Soll ich mich nicht lieber direkt auf 3 Jahre bei vollem Sold beim Bund verpflichten mit der Aussicht, mich dort in einem verwandten Beruf weiter ausbilden lassen zu können?“ Ein guter Freund diente bereits seit einem Jahr, schwärmte ihm von seinen Erfahrungen als Soldat vor – der Freund war als Fernschreiber in Fontainebleau bei Paris eingesetzt. Der Vater des besagten Freundes war zufällig „ein hohes Tier“ im Bremer Kreiswehrersatzamt, und als unser Protagonist erfuhr, dass die Marine ihm im Falle einer Verpflichtung von Beginn an rund 300 DM pro Monat hinblättern würde, war es klar für ihn: „Ich melde mich freiwillig zur Marine!“ (Anmerkung: In seinem erlernten Beruf hätte er als junger Geselle höchstens mit 150 DM im Monat rechnen können).<br>Am 3. Oktober 1960 begann seine Grundausbildung in Glückstadt. Nun war er in einer komplett anderen Welt angekommen, anfangs sehr ungewohnt für den jungen Mann, doch den anderen Rekruten ging es genauso wie ihm, und schnell gewöhnte er sich an den manchmal rauen Umgangston, die oft schwierige erste Zeit als „Rot-arsch“, wie man seinerzeit die Grundwehrdienstleistenden in der Truppe bezeichnete.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1186" data-id="72553" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1961-Günter-Gefreiter-MOS-Bremerhaven.jpg" alt="" class="wp-image-72553" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1961-Günter-Gefreiter-MOS-Bremerhaven.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1961-Günter-Gefreiter-MOS-Bremerhaven-202x300.jpg 202w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1961-Günter-Gefreiter-MOS-Bremerhaven-691x1024.jpg 691w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1961-Günter-Gefreiter-MOS-Bremerhaven-768x1139.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1961-Günter-Gefreiter-MOS-Bremerhaven-696x1032.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1961-Günter-Gefreiter-MOS-Bremerhaven-283x420.jpg 283w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>1961 Gefreiter, MOS Bremerhaven</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1221" data-id="72554" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1964-31.7.-HG-Hochzeit-Bremen-Rönnebek-Hiltrud.jpg" alt="" class="wp-image-72554" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1964-31.7.-HG-Hochzeit-Bremen-Rönnebek-Hiltrud.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1964-31.7.-HG-Hochzeit-Bremen-Rönnebek-Hiltrud-197x300.jpg 197w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1964-31.7.-HG-Hochzeit-Bremen-Rönnebek-Hiltrud-671x1024.jpg 671w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1964-31.7.-HG-Hochzeit-Bremen-Rönnebek-Hiltrud-768x1172.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1964-31.7.-HG-Hochzeit-Bremen-Rönnebek-Hiltrud-696x1062.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1964-31.7.-HG-Hochzeit-Bremen-Rönnebek-Hiltrud-275x420.jpg 275w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>1964 Hochzeit Bremen-Rönnebeck</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Erste Kontakte zu Flensburg</h2>



<p>1961 folgte die Versetzung an die Marine-Fernmeldeschule: Günter verschlug es an den nördlichsten Zipfel der Bundesrepublik Deutschland: nach Flensburg-Mürwik. Heute kaum mehr vorstellbar, wimmelte es seinerzeit von Marinesoldaten in Mürwik – neben dem Marine-Stützpunkt gab es in jenem Stadtteil als größere Dienststellen noch die „Burg“ (Marineschule) und die Fernmeldeschule … und ganz wichtig für die zahlreichen jungen Männer in Marineblau: Nach Dienstschluss warteten auf die durstigen Kehlen der Soldaten diverse Kneipen wie das „T2“, die „weltbeste Currywurst“ beim „Hexer“ neben der Seewarte, von den einschlägigen Etablissements rund um den Hafen und in der Stadt Flensburg ganz zu schweigen. Günters Ausbildungsreihe wurde, weil er krankheitsbedingt einen Teil der Ausbildung verpasste, kurzerhand geändert (aus Fachrichtung „21“ in „23“), er wurde also vom Funkgasten wegbeordert und sollte fortan zum Radargasten ausgebildet werden – gleichbedeutend mit einer Versetzung an die MOS (Marine-Ortungsschule) in Bremerhaven.<br>Nach erfolgreichem Abschluss der neuen Ausbildung in der Nordseestadt folgte für ihn die erste Versetzung in die Truppe – erneut in den hohen Norden, diesmal jedoch nach Glücksburg.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Günter findet sein privates Glück</h2>



<p>Als Angehöriger der Bundeswehr war man üblicherweise Mitglied im Bundeswehrverband, brauchte somit keine weitere Gewerkschaftszugehörigkeit. Ein guter Freund seiner Mutter machte ihm dennoch die Mitgliedschaft in der DAG schmackhaft: „Du zahlst einen monatlichen Beitrag von nur 1 DM, dafür kannst Du im kommenden Sommer für nur 50 DM Reisekosten an einer Busreise nach Paris teilnehmen!“ Günter ließ sich überzeugen, tat wie empfohlen … und hat den Schritt nicht bereut, denn ausgerechnet in Paris, der Stadt der Liebe, lernte er eine attraktive Mitreisende aus Bremen näher kennen, an die er schnell sein Herz verlor. Die junge Frau nahm ihn anfangs erst gar nicht richtig wahr, doch weil er mit seiner Kamera viele Fotos auf der Tour von der Reisegruppe schoss, fragte er sie nach ihrer Heimatadresse, um ihr nach erfolgter Reise Abzüge vorbeibringen zu können. So tauchte später eines Tages der junge Günter, in Ausgehuniform, bei seiner Hiltrud zu Hause in Bremen auf, gewann anfangs erst das Wohlwollen seiner späteren Schwiegermutter durch gute Tischmanieren, später wie erhofft auch das Herz der angebeteten jungen Dame!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Günter treibt die Marinekarriere voran</h2>



<p>Anfangs erhielt Günter mehrere kurzzeitige Bordkommandos, bis man ihn eines Tages fragte, ob er nicht zu den Marineflieger-Streitkräften innerhalb der Marine wechseln wollte – die wurden nämlich gerade erst neu aufgestellt. Nun, Günter wollte, erfuhr er doch gleichzeitig in jenem Gespräch, dass eine profunde und umfassende Ausbildung vorgeschaltet werden würde – mit Ausbildungsblöcken unter anderem auch in den USA und an zahlreichen anderen Ausbildungsinstituten national und international.<br>Als frisch gebackener Maat (Unteroffizier) startete er seinen Einstieg in die Ausbildung bei der Luftwaffe in Kaufbeuren im Allgäu und anschließend in den USA – in Norfolk/Virginia sowie in Patuxent River/Maryland, für die spätere Tätigkeit als Operator auf dem Seefernaufklärer und U-Boot-Jagdflugzeug „Breguet Atlantic“.<br>Zurück aus Übersee, wurde Günter zum Marinefliegergeschwader 2 mit dem Dienstort Altenwalde bei Cuxhaven versetzt. Dort befand sich seinerzeit jedoch der gesamte Komplex im Umbau, sollte später einmal zum MFG 3 werden. Den frisch hinzuversetzten Soldaten wurde angeraten, ihren Jahresurlaub zu nehmen – man konnte mit ihnen auf der Großbaustelle nicht so richtig etwas anfangen. Günter und seine mittlerweile Verlobte Hiltrud hatten allerdings konkrete Pläne: Sie wollten heiraten!</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="679" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1987-Mai-Bundesverdienstkreuz-Befh-Flotte-VA-Rehder.jpg" alt="" class="wp-image-72557" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1987-Mai-Bundesverdienstkreuz-Befh-Flotte-VA-Rehder.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1987-Mai-Bundesverdienstkreuz-Befh-Flotte-VA-Rehder-300x255.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1987-Mai-Bundesverdienstkreuz-Befh-Flotte-VA-Rehder-768x652.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1987-Mai-Bundesverdienstkreuz-Befh-Flotte-VA-Rehder-696x591.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1987-Mai-Bundesverdienstkreuz-Befh-Flotte-VA-Rehder-495x420.jpg 495w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>1987 Bundesverdienstkreuz, rechts VA Rehder</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Hochzeit</h2>



<p>Der 31. Juli 1964 war ein Freitag, die standesamtliche Trauung fand vormittags im Standesamt Blumen- thal statt. Nachmittags wurden die beiden von einem Nachbarn in dessen neuem und weißen VW-1500 zur Kirche gefahren: Die Trauung fand in der katholischen Christ-König Kirche in Rönnebeck statt, die Zeremonie führte Monsignore Pastor Carl Marizy durch, den Günter schon gut aus seiner Jugendzeit kannte und schätzte. Auf der anschließenden Hochzeitsfeier soll es hoch her gegangen sein – wie es sich für einen Marinesoldaten geziemte. Die Hochzeitsreise beschränkte sich auf nur eine Woche, Günter trat gleich am Montag zum Dienst in Glückstadt an, seine Jetzt-Ehefrau Hiltrud quartierte sich vor Ort in einem kleinen Hotel ein, die gemeinsamen Abende jener glücklichen Urlaubstage wurden in fröhlicher Runde und ausgelassen mit Freunden und Kameraden verbracht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Familie wächst, Günter wird permanent hin und her versetzt</h2>



<p>Auf den jungen Soldaten und frisch gebackenen Ehemann warteten zahlreiche kurzzeitige Dienstpostenwechsel, seine Frau bezog derweil die erste gemeinsame Wohnung in Bremen-Rönnebeck, eine Einliegerwohnung im Haus ihrer Eltern.<br>Im Oktober 1965 wurde der Sohn Thomas geboren, der stolze Vater konnte noch am selben Abend von Nordholz kommend ins Krankenhaus nach Vegesack fahren, um seine Hiltrud und den Nachwuchs zu besuchen. Dienstlich folgten nun Schlag auf Schlag erst die Beförderung zum Obermaaten, dann der Bootsmannslehrgang mit Beförderung zum Bootsmann zum 01.12.1965. Mittlerweile war Günter Z12er, Soldat auf Zeit für 12 Jahre. Von der Weiterverpflichtungsprämie von 6.000 DM wurde erst der Führerschein bezahlt und anschließend das erste eigene Auto angeschafft: ein Opel Kadett B, weiß mit roten Polstern.<br>Im August 1967 wurde die Familie Thye komplettiert: Sohn Matthias wurde geboren, Thomas erhielt einen jüngeren Bruder. Ein Umzug innerhalb Cuxhavens erfolgte, in eine größere familiengerechte Wohnung. Dienstlich war Günter nun regelmäßig an Bord des Fliegers unterwegs, die Beförderung zum Oberbootsmann erfolgte.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1984-März-Rom-Internationale-Wallfahrt-m-Hans-Hörtz.jpg" alt="" class="wp-image-72555" width="800" height="496" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1984-März-Rom-Internationale-Wallfahrt-m-Hans-Hörtz.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1984-März-Rom-Internationale-Wallfahrt-m-Hans-Hörtz-300x186.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1984-März-Rom-Internationale-Wallfahrt-m-Hans-Hörtz-768x476.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1984-März-Rom-Internationale-Wallfahrt-m-Hans-Hörtz-696x432.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1984-März-Rom-Internationale-Wallfahrt-m-Hans-Hörtz-677x420.jpg 677w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1984-März-Rom-Internationale-Wallfahrt-m-Hans-Hörtz-356x220.jpg 356w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>1984 Rom: Internationale Wallfahrt mit Hans Hörtz</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Wechsel nach Glücksburg</h2>



<p>Das neue Jahrzehnt fing gut und ereignisreich an: Im Januar 1970 Beförderung von Günter Thye zum Hauptbootsmann, verbunden mit gleichzeitiger Versetzung nach Glücksburg ins Flottenkommando. Auf eigenen Wunsch wechselte er alsbald innerhalb der Dienststelle im Oktober 1970 zur SAR-Leitstelle, der Einsatzzentrale des Such- und Rettungsdienstes der Marine. Bedingt durch den dort angesetzten Schichtdienst konnte Günter an den freien Tagen regelmäßig zu seiner noch in Cuxhaven lebenden Familie pendeln, war nicht auf die Wochenenden angewiesen, an denen gefühlt die halbe Bundeswehr auf Reisen war.<br>Im August 1970 wurde Günter zum Berufssoldaten ernannt. Am 1. September 1971 war es – endlich!- soweit: Die Familie konnte nachziehen, die „elende Fahrerei“ hatte nun ein Ende. Familie Thye bezog eine 3-Zimmer-Wohnung in Glücksburg in der Bremsberg- allee. Günter konnte das jedoch nicht gleich genießen, stand für ihn doch erst noch eine weitere Schulung bevor: Die Ausbildung bei der U.S. Coast Guard in New York, direkt am Hudson River. Der Rückflug nach Hause war so geplant, dass er Heiligabend wieder daheim bei der Familie in Glücksburg sein konnte, Anfang Januar 1972 nahm er den Dienst als Wachleiter und Assistant in der SAR-Leitstelle Glücksburg wieder auf.</p>


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<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1986-P-Johannes-Paul-II.-Juli-Rom-AMI-Konferenz.jpg" alt="" class="wp-image-72556" width="800" height="674" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1986-P-Johannes-Paul-II.-Juli-Rom-AMI-Konferenz.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1986-P-Johannes-Paul-II.-Juli-Rom-AMI-Konferenz-300x253.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1986-P-Johannes-Paul-II.-Juli-Rom-AMI-Konferenz-768x647.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1986-P-Johannes-Paul-II.-Juli-Rom-AMI-Konferenz-696x586.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1986-P-Johannes-Paul-II.-Juli-Rom-AMI-Konferenz-499x420.jpg 499w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>1984 Rom: Internationale Wallfahrt mit Hans Hörtz</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Vereinnahmung durch die Militärseelsorge</h2>



<p>Schon beim Einzug in die neue Wohnung in Glücksburg wurden die Thyes durch einen Vertreter des katholischen Standortpfarrers gewissermaßen „überfallen“. Man warb kräftig für die Aktivitäten der Militärseelsorge in der Bundeswehr, und diese Werbeanträge fielen bei Günter und seiner Frau Hiltrud recht schnell auf „fruchtbaren Boden“. „Rückblickend kann man heute festhalten, dass ohne den genannten „Überfall“ und unsere Bereitschaft, bei den genannten Aktivitäten mitzuwirken und uns dort ehrenamtlich einzubringen, unser weiteres Leben wohl einen durchaus anderen Verlauf genommen hätte“, schätzt Günter aus heutiger Sicht die damalige Akquise durch den Vertreter des katholischen Standortpfarrers ein. „Es ist tatsächlich so: Reicht man einmal den kleinen Finger, so wird bald darauf die Hand ergriffen und so weiter und so fort. Doch wir waren auch schnell überzeugt von unserem Tun und Wirken“, sieht Günter die damalige Entwicklung als durchaus glückliche Fügung an! Die Tätigkeiten bereiteten Günter und Hiltrud gleichermaßen viel Freude, Beruf und weiteres Familienleben kamen dadurch eben nicht zu kurz. So fügte es sich zu einer sehr positiven ehrenamtlichen Arbeit, die allen zusagte.<br>„Rückblickend ist es erstaunlich, dass wir heute seit bereits 50(!) Jahren diese Ehrenämter ausüben“, staunt Günter. Seit 1972 ist er ehrenamtlich in der Katholischen Militärseelsorge auf anfangs noch nationaler und bald auch internationaler Ebene aktiv, war dabei immerhin für sechs Jahre als Vizepräsident des „Apostolat Militaire International“ (AMI) tätig. 1975 nahm er an einer Privataudienz teil, die Papst Paul VI. den Teilnehmern des AMI gewährte.<br>Die 70er Jahre waren daneben beruflich geprägt durch zahlreiche Aufenthalte im Ausland wie in Karup/DK, er war in der schon erwähnten Leitstelle der SAR an vielen Rettungsaktionen im Wetter 1978/1979 beteiligt, den beiden Schneekatastrophen, die Schleswig-Holstein heimsuchten – einmal über den Jahreswechsel 1978/1979 und dann später beim zweiten Katastrophenfall ab Mitte Februar 1979.</p>


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<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1990-20-26.SEP-BuPräs-Kurt-Waldheim-Österr.jpg" alt="" class="wp-image-72560" width="800" height="501" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1990-20-26.SEP-BuPräs-Kurt-Waldheim-Österr.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1990-20-26.SEP-BuPräs-Kurt-Waldheim-Österr-300x188.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1990-20-26.SEP-BuPräs-Kurt-Waldheim-Österr-768x481.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1990-20-26.SEP-BuPräs-Kurt-Waldheim-Österr-696x436.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1990-20-26.SEP-BuPräs-Kurt-Waldheim-Österr-671x420.jpg 671w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>1990 Empfang beim österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Umzug ins eigene Haus</h2>



<p>Irgendwann Ende der 70er Jahre hatten die Thyes sich dazu entschlossen, ein eigenes Haus zu beziehen. Ein Objekt war schnell gefunden: Es sollte in Engelsby sein, im gerade neu entstehenden sogernannten „Sternenviertel“, im Uranusweg. Nach intensiven Vorbereitungen, Terminen bei Banken und Bausparkassen, unzähligen Besichtigungen des Rohbaus und Fortgang der Baumaßnahmen konnte der Umzug von Glücksburg ins Eigenheim Ende April 1981 dann endlich vollzogen werden. Natürlich ging längst nicht alles glatt über die Bühne, doch waren alle vier Familienmitglieder froh, dass sie nun endlich ein eigenes Haus, mit eigenem kleinem Garten, Abstellplatz fürs Auto, voll unterkellert, separaten Kinderzimmern zur Verfügung hatten – mit doppelt so viel Wohnfläche wie zuvor in Glücksburg. Auch für Günter Thye, immer noch dienstlich im Schichtbetrieb tätig, brachte der Umzug Erleichterungen mit: Er fand endlich mehr Ruhe, um den erforderlichen Schlaf auch mal tagsüber nachholen zu können.<br>Der Stadtteil Engelsby sah damals – vor 40 Jahren – noch ganz anders als heute aus: Die Merkurstraße endete nämlich abrupt – etwa auf Höhe des heutigen Lidl-Marktes: Ein großer Sandhaufen markierte das vorläufige Ende der Straße. Es gab zudem noch nicht den Trögelsbyer Weg, überhaupt steckte Anfang der 1980er Jahre das heutige Engelsby noch in den Kinderschuhen.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="658" data-id="72559" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1989-Oktober-König-Juan-Carlos.jpg" alt="" class="wp-image-72559" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1989-Oktober-König-Juan-Carlos.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1989-Oktober-König-Juan-Carlos-300x247.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1989-Oktober-König-Juan-Carlos-768x632.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1989-Oktober-König-Juan-Carlos-696x572.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1989-Oktober-König-Juan-Carlos-511x420.jpg 511w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>1990 Empfang beim österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="510" data-id="72561" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1995-April-AKSTagung-Kremsmünster-Österreich.jpg" alt="" class="wp-image-72561" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1995-April-AKSTagung-Kremsmünster-Österreich.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1995-April-AKSTagung-Kremsmünster-Österreich-300x191.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1995-April-AKSTagung-Kremsmünster-Österreich-768x490.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1995-April-AKSTagung-Kremsmünster-Österreich-696x444.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1995-April-AKSTagung-Kremsmünster-Österreich-659x420.jpg 659w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>1995 AKS-Tagung in Kremsmünster, Österreich</figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Ein vom ständigen Reisen geprägtes Leben</h2>



<p>Das Ehrenamt brachte für Günter diverse Reisen einmal durch die Bundesrepublik mit sich, aber auch zahlreiche Aufenthalte und Teilnahmen an Konferenzen in ganz Europa, ob Spanien, Belgien, Dänemark, Holland, und natürlich Italien. „Ich war insgesamt 29(!)mal in Rom“, weiß Günter zu erzählen. Daneben wurden die Familienurlaube auch nicht zuhause verbracht, mit dem Auto (mittlerweile ein Opel Ascona) sowie Kind und Kegel ging es über die Alpen in den Süden, mit Abstechern nach San Marino. Auf internationaler Ebene nahm Günter an vielen Generalversammlungen des Apostolat Militaire International (AMI) teil, etwa in Fontainebleau/Frankreich, später in Toledo/Spanien. Der Arbeitgeber spielte jeweils mit, der benötigte Sonderurlaub für solche Aktivitäten wurde stets gewährt – war es doch ganz im Sinne des Dienstherrn, dass sich Soldaten in der militärischen Seelsorge engagierten.<br>Neben dem privaten Umzug Anfang der 80er waren die kommenden Jahre von weiteren Auslandsaufenthalten geprägt, Urlaub in Wien stand an, eine weitere internationale Versammlung in Brügge/Belgien, später – im außerordentlichen Heiligen Jahr 1984, fand die AMI–Konferenz in Rom statt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Würdigung des Ehrenamts</h2>



<p>Auch zwei Jahre später, 1986, war Rom Veranstaltungsort des AMI, und während der Konferenz gewährte Papst Johannes Paul II. den Mitgliedern des AMI eine Privataudienz. „Ein weiterer absoluter Höhepunkt meiner ehrenamtlichen Arbeit“, befand Günter wohl zu Recht. Seinem Dienstherrn, der Bundeswehr, blieb Günters intensive, zeitaufwändige ehrenamtliche Tätigkeit natürlich nicht verborgen, so wurde ihm 1987 vom damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker das „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ verliehen! Die Ehrung Günters wurde in Gegenwart seiner Frau Hiltrud durch den Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral Rehder, im Flottenkommando Glücksburg vorgenommen.<br>Weitere Reisen nach Portugal und Frankreich sowie Österreich folgten. Im besonders geschichtsträchtigen Jahr 1989 wurde Günter befördert: Er erreichte den Dienstgrad des Ober-stabsbootsmannes, eine herausgehobene Beförderung für Soldaten im sogenannten „mittleren Dienst“. Kurz vor dem Ende des besonderen Jahres 1989 traf Günter im Rahmen einer Generalversammlung des AMI in Spanien anlässlich eines Empfangs im königlichen Palast den spanischen König Juan Carlos I.. Im Gespräch mit seiner Hoheit erwähnte Günter, dass er ja dort arbeitete und lange gelebt hat, wo der König regelmäßig segelte und seinen Urlaub verbrachte: in Glücksburg. Der König taute im Gespräch sichtlich auf und führte ein längeres Zwiegespräch mit seinem Gegenüber – was den Protokollführer des Monarchen sichtlich in „Schwulitäten“ brachte.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="433" data-id="72558" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1988-4.-Juli-US-Arty-Grp-Auszeichnung.jpg" alt="" class="wp-image-72558" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1988-4.-Juli-US-Arty-Grp-Auszeichnung.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1988-4.-Juli-US-Arty-Grp-Auszeichnung-300x162.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1988-4.-Juli-US-Arty-Grp-Auszeichnung-768x416.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1988-4.-Juli-US-Arty-Grp-Auszeichnung-696x377.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1988-4.-Juli-US-Arty-Grp-Auszeichnung-776x420.jpg 776w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>1988 Auszeichnung durch die US Army</figcaption></figure>
</figure>



<h2 class="wp-block-heading">Das Ende der aktiven Dienstzeit als Soldat naht</h2>



<p>Die Ereignisse der Wiedervereinigung nahmen auch kräftigen Einfluss auf die künftige Gestaltung und Ausrichtung der Bundeswehr. Dienststellen wurden aufgelöst, Dienstposten gestrichen, die 90er Jahre waren geprägt vom Umbruch. Günters Tätigkeiten in der Militärseelsorge blieben davon anfangs unberührt, Treffen und Versammlungen sowie Konferenzen an unterschiedlichen Orten in Europa fanden weiter wie gewohnt statt. Daneben führten die Thyes erste Reisen und Stippvisiten in die bis vor kurzem noch unerreichbaren neuen Bundesländer durch – die ehemalige „DDR“. Im Mai 1992 wurde Günter für „besondere Verdienste um die Militärseelsorge“ in Wien/Österreich ausgezeichnet. Mittlerweile war ihm schriftlich mitgeteilt worden, dass seine Dienstzeit bereits ein Jahr früher als ursprünglich geplant beendet werden würde; schon 1993 würde er in den Ruhestand versetzt werden. Doch erst stand noch in 1992 seine erste Reise nach Südamerika an: Kolumbien war das dienstliche Ziel, Sante Fe de Bogota Veranstaltungsort der jährlichen Konferenz des AMI.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verabschiedung aus dem aktiven Dienst</h2>



<p>Zum 30. September 1993 wurde Günter offiziell aus dem aktiven Dienst verabschiedet, in einer würdevollen Veranstaltung im Beisein zahlreicher Begleiter und Weggefährten seines dienstlichen Werdegangs. Der Befehlshaber der Flotte, Konteradmiral Boehmer, lud ihn und seine Gemahlin anlässlich seiner Verabschiedung in den Ruhestand zu einem offiziellen Mittagessen ein. Die Marine, speziell die Marineflieger, hätte ihn gern noch zwei Jahre länger im Dienst behalten – die Politik gab jedoch klare und eindeutige Vorgaben: Günter hatte wie angekündigt auszuscheiden.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Ruhestand wurde jedoch kein solcher</h2>



<p>Seine Ehrenämter übte Günter jedoch weiterhin in gewohnter Manier aus. Schon im November führte ihn eine erste Reise von Berlin nach Novospasskoje/Russland. Als Teilnehmer an einem Hilfskonvoi für die dortige Gemeinde war Günter mit dabei: Günter übergab eine Geldspende im Namen der Gemeinschaft Katholischer Soldaten. Der in Berlin zusammengestellte Hilfskonvoi bestand aus diversen LKW und Tankfahrzeugen sowie Kleinbussen.<br>In seiner nun doch etwas umfänglicheren Freizeit fand Günter endlich Gelegenheit und Muße, einige immer wieder aufgeschobene Dinge anzupacken: So begann er für sein erstes Buch zu recherchieren und Material zu sammeln, später alle Fragmente zu ordnen und das Werk entstehen zu lassen. Das Kernthema seiner noch folgenden Bücher war wie beim ersten: Die Marine und das Drumherum!<br>Im Jahre 1997 nahm Günter zum wiederholten Mal an einer Generalversammlung des AMI teil, diesmal führte es ihn erstmals nach Asien: In Manila/Philippinen fand das Ereignis statt. Auf dieser Reise konnte ihn bedingt durch glückliche Umstände sogar offiziell sein Sohn Matthias begleiten: Der war nämlich als Polizei-Offizier ebenfalls ehrenamtlich in der Seelsorge tätig, und da die Philippinen die Streitkräfte und Polizei gleich behandelten (Militär und Polizei zählen dort zu den Verteidigungskräften), war eine solche Konstellation möglich und gewollt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Als Wehrübender im Auslandseinsatz</h2>



<p>Auf Anfrage der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (KAS), in Bonn, entschied Günter sich, an einem Auslandseinsatz in Mostar (Bosnien-Herzegowina) teilzunehmen. Der Einsatz sollte im Januar 1998 beginnen, vorgeschaltet war dem Aufenthalt und Einsatz allerdings eine mehrwöchige Vorbereitungsausbildung in Hammelburg/Bayern. „Die anschließenden knapp 5 Monate in Bosnien möchte ich nicht missen: Es waren viele schöne und bewegende Momente dabei, doch auch schreckliche und schwer verdauliche Augenblicke. Ich war eine Mischung aus Reiseführer, Ratgeber, „Seelsorger“, väterlicher Freund und Kumpel für viele dort eingesetzte Soldatinnen und Soldaten – ich habe viel über mich und die Menschen dort gelernt, dazu noch über ein liebenswertes Stückchen Erde, das leider stark unter den Kriegswirren gelitten hat!“, muss Günter auch heute noch manchmal an jene Zeit auf dem Balkan zurückdenken.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das neue Jahrtausend beginnt</h2>



<p>Im privaten Bereich ging alles seinen normalen Gang. Die Söhne waren mittlerweile erwachsen geworden, gingen ihrer eigenen Wege, gründeten selbst Familien. So blieb es nicht aus, dass Hiltrud und Günter Thye bald in den „Rang“ Großeltern aufsteigen durften – sehr zur Freude des Paares! Nach dem ersten Enkel Kilian in 2001 sollten noch fünf weitere Enkelkinder die Familie Thye vergrößern und zu ihrem künftigen Fortbestand beitragen!<br>Günter nutzte die ihm nun zur Verfügung stehende Freizeit zur Ahnenforschung: Woher stammt der Familienname „Thye“? Das tat er nicht nur daheim vom Schreibtisch aus, sondern reiste gemeinsam mit der Ehefrau durch die Republik – auf den Spuren tatsächlicher und vermeintlicher Vorfahren. Seine „bessere Hälfte“ war, seit die Söhne „aus dem Gröbsten“ raus waren, selbst stark engagiert in der Seelsorge: Hiltrud Thye engagiert sich seit vielen Jahrzehnten im kirchlichen und im sozialen Bereich. Sie war Sprecherin für Anliegen der Frauen in der Erzdiözese Hamburg und setzte sich in der Ökumene ein. Sie half mit bei der Organisation von Friedensgottesdiensten sowie ökumenischen Kreuzwegen am Karfreitag und gestaltete jährliche Weltgebetstage. Seit vielen Jahren bringt sie sich beim ökumenischen Runden Tisch in Flensburg ein.</p>


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<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1996-Juni-Eing.-Kirche-Nowospassk.-Thye-Dorfält.-Mrioss-Küster-Schrader.jpg" alt="" class="wp-image-72562" width="800" height="557" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1996-Juni-Eing.-Kirche-Nowospassk.-Thye-Dorfält.-Mrioss-Küster-Schrader.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1996-Juni-Eing.-Kirche-Nowospassk.-Thye-Dorfält.-Mrioss-Küster-Schrader-300x209.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1996-Juni-Eing.-Kirche-Nowospassk.-Thye-Dorfält.-Mrioss-Küster-Schrader-768x535.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1996-Juni-Eing.-Kirche-Nowospassk.-Thye-Dorfält.-Mrioss-Küster-Schrader-696x485.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1996-Juni-Eing.-Kirche-Nowospassk.-Thye-Dorfält.-Mrioss-Küster-Schrader-603x420.jpg 603w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/1996-Juni-Eing.-Kirche-Nowospassk.-Thye-Dorfält.-Mrioss-Küster-Schrader-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>1996 vor einer Kirche in Nowospassk</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">… und noch eine Wehrübung!</h2>



<p>Im Frühjahr 2006 erhielt Günter eine Anfrage seiner einstigen Dienststelle: „Sind Sie bereit, im Rahmen einer Wehrübung im Flottenkommando Glücksburg eine Jubiläumsschrift zur Feier „50 Jahre Flottenkommando“ anzufertigen?“ – Ja, er war bereit und willens, und legte pünktlich zum besagten Jubiläum druckfrisch das Buch „50 Jahre Marinegeschichte an der Flensburger Förde“ vor (das Flensburg Journal berichtete seinerzeit im Juni 2006, Ausgabe 45, über jenes Ereignis).</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mitglied und 1. Vorsitzender im MVFF</h2>



<p>Kurz zuvor – im November 2005 – war Günter Mitglied in der neu gegründeten „Maritimen Vereinigung Flensburger Förde e. V.“ (MVFF) geworden. Da Günter sich bei den üblichen Versammlungen durchaus zu Wort meldete und engagierte, dauerte es nicht so sehr lange, bis er auf der Jahreshauptversammlung 2008 zum ersten Vorsitzenden des MVFF gewählt wurde. Sein Organisationstalent und Engagement war gefragt, so auch 2009 zum Abgeordnetentag des Deutschen Marinebundes in Flensburg. Den Vorsitz hatte Günter bis zum Jahr 2016 inne, schied somit im Alter von 75 Jahren aus besagtem Ehrenamt aus.</p>


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<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/2016-7.3.-Bundespräs.-Gauck-Empfang_4331.jpg" alt="" class="wp-image-72563" width="800" height="643" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/2016-7.3.-Bundespräs.-Gauck-Empfang_4331.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/2016-7.3.-Bundespräs.-Gauck-Empfang_4331-300x241.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/2016-7.3.-Bundespräs.-Gauck-Empfang_4331-768x617.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/2016-7.3.-Bundespräs.-Gauck-Empfang_4331-696x559.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/2016-7.3.-Bundespräs.-Gauck-Empfang_4331-523x420.jpg 523w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption>2016 beim Bundespräsidenten</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Endlich viel Zeit für Privates</h2>



<p>Das Jahr 2014 bedeutete für die Thyes: Goldene Hochzeit. Ihre Hochzeitsreise führte sie nach Heiligenstadt in Thüringen, den Geburtsort der Ehefrau. Im September des gleichen Jahres war erneut (zum bereits erwähnten 29. Mal für Günter) Rom das Reiseziel. Über den Jahreswechsel hatte Günter ein weiteres Buch fertiggestellt: „Im Kielwasser des Gegners – Österreicher in der Kriegsmarine“. Schon Jahre zuvor war er zufällig auf jenes Thema gestoßen, mit vielen bemerkenswerten Schicksalen der Kriegsteilnehmer verbunden, die ihn nachhaltig berührten.<br>Auch die vielfältigen ehrenamtlichen Aktivitäten von Hiltrud Thye sollten eine entsprechende Würdigung erfahren. Im März 2016 wurde sie in der Hauptstadt Berlin vom damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck ausgezeichnet: Sie erhielt den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. An der Zeremonie nahmen als Gäste Günter Thye und Sohn Matthias sowie Hiltruds Bruder und Frau teil.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Reise nach Kenia</h2>



<p>Im Frühjahr 2015 besuchte Günter Thye als Mitglied einer Abordnung der hiesigen Katholischen Pfarrei Stella Maris, Nordergraben 36 in Flensburg, im Rahmen eines Schulkinderprojekts die Missionsstation Rangenyo, Kenia. In diesen Tagen wurden die einzelnen Schulen zwischen dem Viktoria-See, Asumbi, Kisii und Rangenyo angefahren, die in dem Projekt beheimateten Schulkinder auf ihre Erfolge, Wünsche und Wohlergehen angesprochen und weitere hilfsbedürftige Kinder in das Projekt aufgenommen. „Die seit Jahren erfahrene Hilfsbereitschaft von Pateneltern und Sponsoren lässt hoffen, dass auch diese Kinder eine Chance auf Bildung und somit Zukunft bekommen – eben durch Neugewinnung von freigiebigen Unterstützern“, blickt Günter Thye hoffnungsfroh in die weitere Zukunft solcher Projekte.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="684" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/20220907_Juergen_Thye_003-1024x684.jpg" alt="" class="wp-image-72564" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/20220907_Juergen_Thye_003-1024x684.jpg 1024w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/20220907_Juergen_Thye_003-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/20220907_Juergen_Thye_003-768x513.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/20220907_Juergen_Thye_003-696x465.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/20220907_Juergen_Thye_003-1068x713.jpg 1068w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/20220907_Juergen_Thye_003-629x420.jpg 629w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2022/10/20220907_Juergen_Thye_003.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Ein großes Dankeschön</h2>



<p>Die letzten etwa fünf Jahre waren geprägt von zahlreichen Familienereignissen, freudigen wie auch traurigen. „Wie es halt so ist, wenn man allmählich „in die Jahre“ kommt“, weiß Günter Thye diese Lebenszeit einzuschätzen. „Man freut sich über die Kinder und Enkel, genießt Besuche von und bei Freunden und Wegbegleitern, und ist seinem Schöpfer dankbar, dass er es alles in allem sehr gut mit einem gemeint hat.“<br>Das Flensburg Journal bedankt sich für ein sehr interessantes Gespräch, wünscht Günter Thye und seiner Familie für die kommenden Jahre alles erdenklich Gute, Gesundheit und inneren Frieden!</p>



<p><em>Mit Günter Thye sprach Peter Feuerschütz<br>Fotos: Benjamin Nolte, privat</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/guenter-thye-weltenbummler-aus-dem-sternenviertel/">Günter Thye – Weltenbummler aus dem Sternenviertel</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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