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	<title>Museumsleiterin Archive - Flensburgjournal</title>
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		<title>Susanne Grigull – Museumsleiterin mit Leidenschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Oct 2026 23:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
		<category><![CDATA[flensburg]]></category>
		<category><![CDATA[Museumsleiterin]]></category>
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<p>Im hinteren Gebäude des Schifffahrtsmuseums führt ein Fahrstuhl nach oben. Wer im dritten Stock aussteigt, erblickt ein Schiffmodell. Links befindet sich eine große, weiße Tür mit einer kleinen, dunklen Aufschrift: „Verwaltung“. Im ersten Raum befinden sich Schreibtisch, Plakate, Exponate und eine museale Biedermeiergarnitur aus Mahagoni. Diese bietet einen komfortablen Platz für die nächsten zwei Stunden – mit einer Frau, für die das historische Vorzeigeobjekt Flensburgs einen sehr großen Stellenwert im Leben hat: Susanne Grigull ist eine Museumsleiterin mit Leidenschaft und Kompetenz.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Fotograf-Christoph-Dittert--768x1024.jpg" alt="Susanne Grigull – Museumsleiterin mit Leidenschaft" class="wp-image-88343" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Fotograf-Christoph-Dittert--768x1023.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Fotograf-Christoph-Dittert--225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Fotograf-Christoph-Dittert--315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Fotograf-Christoph-Dittert--696x927.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Fotograf-Christoph-Dittert-.jpg 800w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure></div>


<p>Sie wurde 1962 in Flensburg geboren. Der private Kosmos drehte sich in Harrislee. Ihre Eltern hatten eine moderne Wohnung in einem Block, die Tochter ging zur Grundschule. In einem Dorf, das damals eine auffällige Wachstumskurve vollzog und sich zur Stadtrand-City mauserte. „Es war eine schöne Phase in meinem Leben“, erzählt Susanne Grigull. „In Harrislee waren viele Kinder und viele Baustellen, die für uns als Abenteuerspielplatz taugten.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ellund und das Alte Gymnasium</h2>



<p>Der Vater war Dachdeckermeister, machte sich selbstständig und kaufte sich ein Betriebsgelände in Ellund. Wie es sich für ein klassisches Familienunternehmen gehörte, erfolgte 1972 auch der private Umzug in das kleine, beschauliche Dorf, das damals noch nicht wegen des Autobahn-Grenzübergangs deutschlandweite Bekanntheit genoss. „Ich wollte schnell wieder weg“, erinnert sich Susanne Grigull an eine schwere Umgewöhnung. Zudem war die Grundschulzeit gerade beendet, und sie besuchte das Alte Gymnasium, das auf ein kleines Mädchen sehr respekteinflößend wirkte. „Ich mochte gar nicht gerne in diese große Schule mit den Säulenhallen gehen“, verrät Susanne Grigull. Erklärend fügt sie hinzu: „Ich war ziemlich schüchtern, als einzige Tochter wohlbehütet, und als Juni-Kind immer eines der Jüngsten.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="800" height="577" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Niehuuser-See-1965.jpg" alt="Susanne Grigull – Museumsleiterin mit Leidenschaft" class="wp-image-88348" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Niehuuser-See-1965.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Niehuuser-See-1965-300x216.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Niehuuser-See-1965-768x554.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Niehuuser-See-1965-582x420.jpg 582w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Niehuuser-See-1965-696x502.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Niehuuser-See-1965-324x235.jpg 324w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Am Niehuuser See, 1965</figcaption></figure></div>


<p>Sie besuchte den neusprachlichen Zweig und verließ das klassische Gymnasium tatsächlich ohne jegliche Latein-Kenntnisse. Französisch stand bei ihr stets hoch im Kurs. Der zweite Leistungskurs entwickelte sich gar zu einer Leidenschaft: Kunst. Ein entsprechendes Studium erschien naheliegend. Ein Atelierbesuch beim Künstler Ekkehard Thieme enthüllte einige andere Aspekte. „Er hat uns leicht begeisterungsfähigen Schüler­innen, denen man erzählt hatte, wie toll sie malen könnten, die Illusion geraubt“, erzählt Susanne Grigull. Sie sattelte um auf Kunstgeschichte: ein Magister-Studium mit den Nebenfächern Volkskunde – heute Europäische Ethnologie – und Französisch. Die unangenehme Überraschung: Die Studienordnung verlangte das Große Latinum. Die Studentin musste in zwei Jahren einen Extrakurs besuchen und den Stoff nachholen, für den andere neun Jahre gebraucht hatten.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="800" height="547" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Fluggesellschaft-LTS-1984.jpg" alt="Susanne Grigull – Museumsleiterin mit Leidenschaft" class="wp-image-88342" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Fluggesellschaft-LTS-1984.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Fluggesellschaft-LTS-1984-300x205.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Fluggesellschaft-LTS-1984-768x525.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Fluggesellschaft-LTS-1984-614x420.jpg 614w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Fluggesellschaft-LTS-1984-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Fluggesellschaft-LTS-1984-696x476.jpg 696w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fluggesellschaft LTS, 1984</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Kunstgeschichte in Kiel und München</h2>



<p>Susanne Grigull studierte zunächst vier Semester in Kiel. Mit einer Mitschülerin hatte sie eine Wohngemeinschaft gegründet. An den Wochenenden war sie oft zu Hause. Mit ihrer Clique war sie viel in der Fördestadt unterwegs. „Wir hatten damals viele Möglichkeiten, abends zu feiern“, erwähnt die Flensburgerin. Das „Roxy“ in der Norderstraße oder der „Speicher“ in der Nikolaistraße waren eine beliebte Anlaufstation. Susanne Grigull hatte zunächst ein Mofa, dann früh einen Führerschein, der den Orbit auf den „Trichter“ in Niebüll oder die „Lila Eule“ in Kappeln vergrößerte. Irgendwie wurde das Fernweh immer stärker. „Ich wollte das Leben kennenlernen und einen neuen Radius erforschen“, erklärt Susanne Grigull. 1983 wechselte sie nach München. Die Bayern-Metropole erzeugte eine fast magische Anziehungskraft, seitdem sie ihre Patentante häufiger besucht hatte und in die Schwabinger Studentenkreise eingetaucht war.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1191" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Muenchen-1985.jpg" alt="Susanne Grigull – Museumsleiterin mit Leidenschaft" class="wp-image-88347" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Muenchen-1985.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Muenchen-1985-202x300.jpg 202w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Muenchen-1985-688x1024.jpg 688w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Muenchen-1985-768x1143.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Muenchen-1985-282x420.jpg 282w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Muenchen-1985-696x1036.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">München, 1985</figcaption></figure></div>


<p>Die Eltern waren von diesem Schritt wenig begeistert. Sie waren stolz, dass ihre Tochter das Abitur geschafft hatte, hätten aber statt eines „brotlosen“ Studiums zu einer Banklehre geraten. Als Frau eine Dachdeckerlehre zu absolvieren und dann den elterlichen Betrieb zu übernehmen – dafür war die Zeit noch nicht reif. Kurzum: Susanne Grigull ging nach München mit einem monatlich unveränderten Unterhalt. „In Kiel bin ich noch mit dem Salär hingekommen, in München war das aber gar nicht darstellbar“, erklärt sie. Da passte es gut, dass eine Kneipenbekanntschaft einen guten Studenten-Job am Flughafen München-Riem vermitteln konnte. Die einstige Fluggesellschaft LTS brauchte jemanden, der das Cockpit und die Flugbegleitung mit Dossiers zu Wetterdaten und weiteren Infos versorgte. Das Telex, ein Fernschreiber, war damals neben dem Telefon das einzige Kommunikationsmedium. Ihre kaufmännischen Grundkenntnisse aus dem elterlichen Betrieb und ihre Fähigkeiten an der elektrischen Schreibmaschine halfen – ebenso eine ziemlich freie Zeiteinteilung. „Es lief alles so gut, dass mich das Unternehmen noch mehr beschäftigen wollte“, erzählt sie.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="700" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Buero-in-der-Roonstrasse-1993-700x1024.jpg" alt="Susanne Grigull – Museumsleiterin mit Leidenschaft" class="wp-image-88337" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Buero-in-der-Roonstrasse-1993-700x1024.jpg 700w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Buero-in-der-Roonstrasse-1993-205x300.jpg 205w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Buero-in-der-Roonstrasse-1993-768x1123.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Buero-in-der-Roonstrasse-1993-287x420.jpg 287w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Buero-in-der-Roonstrasse-1993-696x1018.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Buero-in-der-Roonstrasse-1993.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px" /><figcaption class="wp-element-caption">Büro in der Roonstraße, 1993</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Familiengründung und Rückkehr in den Norden</h2>



<p>Mit der Kunstgeschichte fühlte sich das Nordlicht nicht mehr so wohl. In München dozierten zahlreiche fachliche Koryphäen, aber die Intensität wirkte auch befremdlich. „Ich konnte Kunst nicht mehr empfinden, sondern nur noch analysieren“, erklärt Susanne Grigull. Sie dachte an einen Abbruch des Studiums, an den Job am Flughafen und an eine Ausbildung als Restauratorin. Dann gab es eine plötzliche private Veränderung: Sie war schwanger. Sohn Lukas kam 1986 zur Welt. Die junge Mutter kehrte nach Kiel zurück, um dort das Studium zu beenden. Eine Studentin mit Baby war damals noch gar nicht so gewöhnlich. Sie organisierte über den Asta eine Kinderbetreuungsgruppe mit und streckte ihr Studium. 1991 hatte sie ihr „Magister Artium“ in der Tasche.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="541" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Langballig-1998.jpg" alt="Susanne Grigull – Museumsleiterin mit Leidenschaft" class="wp-image-88345" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Langballig-1998.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Langballig-1998-300x203.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Langballig-1998-768x519.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Langballig-1998-621x420.jpg 621w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Langballig-1998-696x471.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Langballig, 1998</figcaption></figure></div>


<p>Der Kindsvater hatte in Baden-Württemberg eine Ausbildung absolviert und fand dann eine Anstellung in Tarp. Susanne Grigull wollte nicht wieder in einem Dorf leben, sondern in der Stadt. Seitdem wohnt sie in Flensburg. Die kleine Familie mietete sich in der Roonstraße in eine Reederei-Villa ein. Kurz darauf wurde Tochter Charlotte geboren. Das Privatleben diktierte den Alltag von Susanne Grigull. Nebenbei gab sie ein paar Kurse an der Volkshochschule: Kunstgeschichte. Zufällig war ihr Vermieter Claus-Otto Hansen der Vorsitzende des Fördervereins für das Flensburger Schifffahrtsmuseum. Er wusste, dass die damalige Leiterin Jutta Glüsing eine Einzelkämpferin war und dringend fachliche Unterstützung benötigte.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="535" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Susanne-Grigull_1.jpg" alt="Susanne Grigull – Museumsleiterin mit Leidenschaft" class="wp-image-88349" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Susanne-Grigull_1.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Susanne-Grigull_1-300x201.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Susanne-Grigull_1-768x514.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Susanne-Grigull_1-628x420.jpg 628w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Susanne-Grigull_1-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2003</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ehrenamtliche Mitarbeiterin und museumspädagogische Dienstleistungen</h2>



<p>Anfangs kam Susanne Grigull nur die Mittwochnachmittage für ein paar Stunden an die Schiffbrücke und widmete sich ehrenamtlich der Inventarisierung und den Recherchen. „Es waren Aufgaben, für die der Chefin die Zeit fehlte“, verdeutlicht sie. Die junge Mitarbeiterin hatte in einem fensterlosen Raum unter dem Dach des früheren Zollpackhauses einen kleinen Arbeitsplatz. Obwohl sie bis dahin keinen Bezug zu Wasser und Schiffen hatte, wurde sie in der Enge des Museums schnell glücklich. „Ich habe in Ruhe Bücher gelesen, mir vieles angeeignet und rätselhafte Utensilien von Schiffen ermittelt“, erzählt sie. Die Liebe zum Museum entstand. Bald folgten weitere Aufgaben, darunter die Leitung der Geschäftsstelle für den Förderverein.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="553" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Hoerup-Hav-2004.jpg" alt="Susanne Grigull – Museumsleiterin mit Leidenschaft" class="wp-image-88344" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Hoerup-Hav-2004.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Hoerup-Hav-2004-300x207.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Hoerup-Hav-2004-768x531.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Hoerup-Hav-2004-608x420.jpg 608w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Hoerup-Hav-2004-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Hoerup-Hav-2004-696x481.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Hoerup-Hav-2004-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hørup Hav, 2004</figcaption></figure></div>


<p>Nach der Scheidung musste sie für den Lebensunterhalt bald selbst aufkommen. Eine neue Idee gedieh, als Christian de la Motte als Museumspädagoge aufhörte. Der eingefleischte Kapitän wollte noch einmal zur See fahren. Als Grundschullehrer hatte er stets viele Klassen ins Schifffahrtsmuseum gelotst. Susanne Grigull hospitierte bei ihm, da sie die Führungen übernehmen sollte. „Es war ein Sprung ins kalte Wasser, da ich ja eher schüchtern war“, schmunzelt sie heute. 2004 gründete sie eine sogenannte Ich-AG für eine museumspädagogische Dienstleistung und erhielt drei Jahre Fördergelder vom Arbeitsamt. Es flossen Einnahmen, es zeigten sich aber auch Grenzen. „Mehr als drei Gruppen am Tag waren nicht zu schaffen“, erzählt sie. „Man fühlte sich schnell wie ein laufendes Tonband, das immer dasselbe erzählte. Außerdem war der Winter eine tote Zeit.“ Ein schöner Nebeneffekt: Christian de la Motte wurde ihr zweiter Ehemann.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Ministerpraesident_im_FSM.jpg" alt="Susanne Grigull – Museumsleiterin mit Leidenschaft" class="wp-image-88346" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Ministerpraesident_im_FSM.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Ministerpraesident_im_FSM-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Ministerpraesident_im_FSM-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Ministerpraesident_im_FSM-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Ministerpraesident_im_FSM-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Ministerpraesident_im_FSM-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Ministerpraesident_im_FSM-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zu Besuch im Schifffahrtsmuseum: Ministerpräsident Daniel Günther</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Expansion des Schifffahrtsmuseums</h2>



<p>Im Herbst 2006 änderten sich die personellen Strukturen des Schifffahrtsmuseums grundlegend. Jutta Glüsing verabschiedete sich in den Ruhestand. Bis die Nachfolgeregelung griff, klaffte eine dreimonatige Lücke. Die Interimslösung: Susanne Grigull erhielt für die Übergangsphase erstmals einen städtischen Vertrag und kümmerte sich dann auch um die Übergabe. Der neue Leiter Thomas Overdick war bei seiner Ankunft in Flensburg völlig verwundert, dass er kein fachliches Personal an seiner Seite hatte. In seinem neuen Konzept war eine wissenschaftliche Mitarbeiterin fest verankert: Susanne Grigull.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Antwerpen_2024_Craneclimbing-768x1024.jpg" alt="Susanne Grigull – Museumsleiterin mit Leidenschaft" class="wp-image-88336" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Antwerpen_2024_Craneclimbing-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Antwerpen_2024_Craneclimbing-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Antwerpen_2024_Craneclimbing-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Antwerpen_2024_Craneclimbing-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Antwerpen_2024_Craneclimbing.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Craneclimbing in Antwerpen, 2024</figcaption></figure></div>


<p>Förderverein und Museum hatten seit Jahren fieberhaft an einer Expansion gearbeitet. Die Landesbezirkskasse zog nach Kiel, sodass das Hinterhaus frei wurde. Es bot sich eine historische Chance: Der Förderverein kaufte die Immobilie und übergab das Objekt an die Stadt. Dank einer Förderung vom Land entstanden bis 2012 auf zwei weiteren Etagen Dauerausstellungen zur Werft, zur Fördeschifffahrt und zur Kolonialgeschichte Flensburgs. In einer weiteren Halle werden Maschinen gezeigt. Es war eine nicht ganz stressfreie Phase. Vor der feierlichen Eröffnung hängten Museumsleiter, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Hausmeister noch um 4 Uhr morgens das letzte Bild auf. Die Mühe sollte sich lohnen: Nun kamen 35.000 Besucher innerhalb eines Jahres. Seit 2017 ist das Flensburger Schifffahrtsmuseum von der Museumsberatung Schleswig-Holstein zertifiziert und als „Kulturgut bewahrende Einrichtung“ anerkannt.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Wandern-in-Cinque-Terre-2025-768x1024.jpg" alt="Susanne Grigull – Museumsleiterin mit Leidenschaft" class="wp-image-88350" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Wandern-in-Cinque-Terre-2025-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Wandern-in-Cinque-Terre-2025-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Wandern-in-Cinque-Terre-2025-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Wandern-in-Cinque-Terre-2025-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Wandern-in-Cinque-Terre-2025.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wandern in Cinque Terre, italienische Riviera, 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Herausforderungen einer Museumsleiterin</h2>



<p>Im März 2017 verabschiedete sich Thomas Overdick für viele überraschend gen Hamburg. Die „natürliche“ Nachfolgerin war Susanne Grigull. Sie hatte die herausfordernde Corona-Zeit zu stemmen, durfte 2023 aber auch das 50-jährige Jubiläum des Fördervereins organisieren. Wenige Monate später wurde Flensburg von einer Sturmflut erfasst. Da der Strom abgeschaltet wurde, konnte das Wasser im Rumkeller nicht mehr abgepumpt werden. Es entstand ein großer Schaden, auch die komplette Haustechnik war betroffen. Das Schifffahrtsmuseum war rund ein Jahr lang um einen Ausstellungsbereich reduziert. Inzwischen ist der interne Katastrophenschutz um die Frage bereichert, welche Exponate im Fall der Fälle wie verlagert werden.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/DSC_6801.jpg" alt="Susanne Grigull – Museumsleiterin mit Leidenschaft" class="wp-image-88340" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/DSC_6801.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/DSC_6801-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/DSC_6801-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/DSC_6801-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/DSC_6801-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Ein neues Projekt ist gerade gestartet. Der Förderverein hat einen ehemaligen Speicher auf dem nördlichen Nachbargrundstück erworben. Bislang hatten einige ehrenamtliche Technikbegeisterte im Museumsdepot gewerkelt, nun bekommen sie eine Werkstatt samt Lager. Bei gutem Wetter kann man ihnen über die Schultern schauen, wenn sie Maschinen reparieren oder restaurieren. Insgesamt unterstützen zurzeit knapp 30 Ehrenamtliche in ganz unterschiedlichen Bereichen das Museum und sind so Garanten für den reibungslosen Betriebsablauf.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1063" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Ehrenamtsausflug-Hamburg-Reeperbahn-2025.jpg" alt="Susanne Grigull – Museumsleiterin mit Leidenschaft" class="wp-image-88341" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Ehrenamtsausflug-Hamburg-Reeperbahn-2025.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Ehrenamtsausflug-Hamburg-Reeperbahn-2025-226x300.jpg 226w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Ehrenamtsausflug-Hamburg-Reeperbahn-2025-771x1024.jpg 771w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Ehrenamtsausflug-Hamburg-Reeperbahn-2025-768x1020.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Ehrenamtsausflug-Hamburg-Reeperbahn-2025-316x420.jpg 316w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/Ehrenamtsausflug-Hamburg-Reeperbahn-2025-696x925.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ehrenamtsausflug Hamburg Reeperbahn, 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein breitgefächertes Schifffahrtsmuseum</h2>



<p>Susanne Grigull hat einen abwechslungsreichen Beruf. „So ein Schifffahrtmuseum bearbeitet inhaltlich ein breitgefächertes Feld“, erläutert die Leiterin. „Es kann um das Leben an Bord in früheren Zeiten gehen oder um aktuelle Fragestellungen wie der steigende Meeresspiegel.“ Dazu gesellen sich etwa drei Sonderausstellungen jährlich, die sich beispielsweise dem Oluf-Samson-Gang in all seinen Facetten widmen oder der Kunst einen Raum bieten. Aktuell haben sich drei Maler mit alten Postkarten visuell den Dampf­er­anlegern angenähert. Das Schifffahrtmuseum ist als städtische Institution auch eine „Außenstelle des Rathauses“ und dem „Fachbereich Kultur, Weiterbildung, Hochschulen“ zugeordnet. Häufig sind Sitzungen im Dienstleistungszentrum. An der Digitalisierung wird gearbeitet. Der Museumsshop hat derzeit keine Pächterin, sodass die Stadtkasse mit dem Verkauf von Souvenirs harmonisiert werden muss.</p>



<p>Dazu kommen Sonderaufgaben wie das Flensburger „Memorial der Kolonialgeschichte“. Die Dauerpräsentation „Zucker, Rum und Versklavung“ soll überarbeitet werden, vor allem aber soll ein Denkmal im öffentlichen Raum errichtet werden. Bei einem Ideenwettbewerb wurden 94 Entwürfe aus aller Welt eingereicht: London, New York oder Virgin Islands. 19 Vorschläge wetteiferten letztendlich um den mit 10.000 Euro dotierten Sonderpreis. Am 30. September fand im Schifffahrtsmuseum ein letzter Gedankenaustausch statt.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/DSC_6784.jpg" alt="Susanne Grigull – Museumsleiterin mit Leidenschaft" class="wp-image-88339" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/DSC_6784.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/DSC_6784-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/DSC_6784-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/DSC_6784-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/10/DSC_6784-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ehrenamtsausflug Hamburg Reeperbahn, 2025</figcaption></figure></div>


<p>Ihre Freizeit bezeichnet Susanne Grigull als rar. Die Zeit der Segeltörns ist seit ein paar Jahren vorbei. Von ihrem „sozialen Umfeld“ wird sie mal zu einer Wanderung auf Teneriffa oder zu Ähnlichem überredet. Am liebsten weilt sie allerdings im Garten oder ist mit dem Camper unterwegs. Auch ein elterliches Haus in Bockholm mit direktem Strandzugang ist ein geschätzter Ort der Entspannung. Sehr gut kann sie sich vorstellen, im nahenden Ruhestand weiterhin inhaltliche Themen zu bearbeiten, denn Einiges ist noch offen. Besonders freut sie sich darauf, ihre angefangene Forschung zum Mobiliar aus Mahagoni in Verbindung zu den ehemaligen dänischen Kolonien in der Karibik zu vertiefen. „Das Schifffahrtsmuseum ist mehr als mein halbes Leben“, sagt Susanne Grigull mit dankbaren Worten.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Fotos: Jan Kirschner, privat  </em>  </p>
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