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	<title>Buchautor Archive - Flensburgjournal</title>
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		<title>Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Feb 2026 16:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/joachim-pohl-journalist-musiker-buchautor/">Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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<p>Auf dem Wohnzimmer-Tisch liegen Bücher und Zeitschriften, die einen Ruhestand dokumentieren, der gar keiner ist. Joachim Pohl war über Jahrzehnte Redakteur bei einer Tageszeitung, nun ist er offiziell Rentner, aber weiterhin als freier Mitarbeiter journalistisch tätig. Er arbeitet im Vorstand der Flensburger Hofkultur mit, ist aktives Mitglied im Deutschen Alpenverein und pflegt seine Musik-Passion in mehreren Variationen. Dazu gesellen sich die eine oder andere Reise.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="800" height="529" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85846" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-300x198.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-768x508.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-635x420.jpg 635w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/FLHK2024-696x460.jpg 696w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Flens zum Abschluss der Hofkultur 2024</figcaption></figure></div>


<p>Joachim Pohl ist ein eingefleischter Flensburger Kopf, aber kein wasch­echter. Er wurde 1955 in Schleswig geboren und wuchs in Husum auf. Friesisch gehört bis heute in Teilen der weit verzweigten Familie zum guten Ton. Nach dem Abitur 1974 an der Hermann-Tast-Schule kam er erstmals mit Flensburg in Berührung: Die Briesen-Kaserne in Weiche war der Schauplatz für die dreimonatige Grundausbildung der Bundeswehr. Nach dem Wehrdienst entschied sich der junge Mann für ein Lehramtsstudium in Kiel: Geografie und Englisch. 1982 hatte er das erste Staatsexamen in der Tasche, 1984 das zweite. Dazwischen lag das Referendariat in Husum – auch an der früheren Schule.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="800" height="544" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85859" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-300x204.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-768x522.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-618x420.jpg 618w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_03-696x473.jpg 696w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Mutter und Großmutter vor dem Fährkrog, 1986</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Berufseinstieg in Flensburg</h2>



<p>So einfach war es damals nicht, eine passende Stelle zu ergattern. Die beste Möglichkeit bot Flensburg: eine Anstellung am Abendgymnasium, das schon damals im Förde-Gymnasium untergebracht war. Der Schulleiter hieß auch Pohl, war mit dem Junglehrer aber weder verwandt noch verschwägert. Der fuhr zunächst zwischen, zog jedoch nach wenigen Monaten auf die Westliche Höhe. Dennoch lag der Arbeitsplatz nun 27 Kilometer entfernt. Die deutsche Nachschule (Efterskole) in Tingleff, getragen von der deutschen Minderheit, war der neue Lehrort. Der Schwerpunkt: Deutsch. Aber auch das war nur ein kurzes Intermezzo. Joachim Pohl übernahm dann in Flensburg einen Lehr-Job in der Berufsqualifikation und arbeitete mit arbeitslosen Jugendlichen, die oftmals keinen Hauptschulabschluss hatten.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="800" height="538" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85860" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-300x202.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-768x516.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-625x420.jpg 625w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_04-696x468.jpg 696w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Führerschein, 1993 Mit der alternativen Stadtzeitung Hallimasch, 1987</figcaption></figure></div>


<p>Nebenbei hatte der Pädagoge eine freie Mitarbeit bei der Tageszeitung etabliert. Schon als Referendar hatte er für die „Husumer Nachrichten“ geschrieben. Nach seinem Umzug gen Ostsee war das „Flensburger Tageblatt“ der Auftraggeber. Das Steckenpferd war die Musik. 20 Jahre zuvor war „Rubber Soul“ von den Beatles das erste gekaufte Album gewesen. Rolling Stones, Chicago und Cream waren weitere Lieblinge der Jugend. Und ein legendärer Gitarrist und Sänger. „Auf meinem Husumer Zimmer hatte ich ein kleines Radio“, erinnert sich Joachim Pohl. „Als die Nachricht kam, dass Jimi Hendrix in London gestorben ist, brach für mich eine Welt zusammen.“ Das war 1970.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="549" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85861" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-300x206.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-768x527.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-612x420.jpg 612w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-696x478.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_05-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Rathaus mit Stadtpräsident Rautenberg (zweiter von rechts), 1991</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Musik mit der Band und als Journalist</h2>



<p>Natürlich drehte sich die Erde weiter. Joachim Pohl hatte nun eine eigene Gitarre – und sehr bald auch einen E-Bass. Den brauchte seine erste Band in Husum damals noch. Als Redakteur einer Schülerzeitung lernte er die nordfriesische Musik-Szene kennen. Einmal kam Udo Lindenberg, ein neuer Komet am deutschen Rocker-Himmel, für ein Konzert nach Husum. Und plötzlich bot sich Joachim Pohl die Chance für ein Interview. „Ich war so aufgeregt, dass ich gar nicht wusste, was ich fragen sollte“, schmunzelt er heute und versichert: „Ein Bericht ist entstanden.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="529" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85862" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-300x198.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-768x508.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-635x420.jpg 635w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Pohl_07_Fuehrerschein-1993-696x460.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Führerschein, 1993</figcaption></figure></div>


<p>Mit dem Studium hatte er das Musizieren vernachlässigt, die Musik war aber der Schwerpunkt der Berichterstattung. In den späten 1980er Jahren war der freie Mitarbeiter des „Flensburger Tageblatts“ häufiger bei Konzerten in der „Galerie“ am Holm, im „Roxy“ in der Norderstraße oder im „Lagerhaus“ an der Segelmacherstraße. Und das „Volksbad“ entwickelte sich immer mehr zu einem Kulturzentrum.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchauto" class="wp-image-85863" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/SG-Pokal-ca.-2004-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit dem SG-Pokal, 2004</figcaption></figure></div>


<p>Joachim Pohl hatte offenbar eine gute Schreibe. Zumindest bot der Verlag ihm im Oktober 1988 ein Volontariat an. „Dieses Angebot habe ich als gute Chance gesehen“, erzählt er. „Mir brachte der Journalismus Spaß – und die Job-Aussichten waren gut.“ Der Neueinsteiger wanderte die nächsten beiden Jahre durch die Redaktionen. Allein ein halbes Jahr arbeitete er für das Wochenend-Magazin des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages. Dort hatte er bald eine eigene Rubrik: „Pohls Pop-Piste“. Ein hübsches Wortspielchen, denn Pop war nicht nur die Thematik, sondern auch sein Spitzname und Kürzel, unter dem unzählige Berichte erschienen.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85858" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Sohn-Peter-bei-der-Tour-de-France-in-Dinan-Juli-2004-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Sohn Peter bei der Tour de France in Dinan, Juli 2004</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Ein Redakteur der Flensburger Lokalredaktion</h2>



<p>Zum 1. Oktober 1990 war das Volontariat abgeschlossen – und eine Übernahme als Redakteur war sicher. Der damalige Chefredakteur fragte im Einstellungsgespräch, wo er denn am liebsten arbeiten würde. Joachim Pohl antwortete: „In der Flensburger Lokalredaktion.“ So geschah es. Die Arbeit eines Journalisten war noch eine ganz andere. Zwar tippte nur noch eine Kollegin die Texte auf einer Schreibmaschine, die diese dann mit in den Ruhestand nahm, aber die Computer-Anwendungen befanden sich vor 35 Jahren in der Steinzeit. Die Redaktion saß in der Holm-Passage, eine andere Abteilung auf der anderen Straßenseite gestaltete die Zeitung. Die Druckerei war gerade nach Rendsburg abgewandert. In den 1990er Jahre erreichte das Internet allmählich den Berufsalltag. In Fortbildungen wurden die Journalisten für neue Redaktionssysteme geschult, mit denen sie selbst die Seiten „bauten“.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" data-id="85850" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-768x1024.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85850" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2025.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hofkultur, 2025</figcaption></figure>
</figure>



<p>Privat ist Joachim Pohl mehrmals in der Region umgezogen. Eine Zeit lang wohnte er zur Miete in der Norderstraße – fußläufig zum „Volksbad“. Er gründete eine Familie, Sohn Peter kam zur Welt. Kurz danach erfolgte der Umzug in ein Eigenheim. In Mürwik entstand Mitte der 1990er Jahre Flensburgs erste Öko-Siedlung, die einen besonderen Energiestandard hatte und auf deren Dächer das Gras wuchs. Die Eigentümergemeinschaft kümmerte sich um den gemeinsamen Innenhof und die Carports. Joachim Pohl saß jahrelang im Beirat und schätzt noch immer die Konstanz in der Nachbarschaft: Viele Pioniere leben seit gut drei Dekaden in der Siedlung.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85848" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Hofkultur-2022-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Hofkultur 2022</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Der Schreibtisch in der Holm-Passage</h2>



<p>Beruflich gab es mehr Veränderungen. In der Flensburger Lokalredaktion arbeitete der Journalist bis 2018 mit vier verschiedenen Ressortleitern zusammen: zunächst mit Thomas Schunck, dann Gerhard Nowc sowie Helge Matthiesen und schließlich Carlo Jolly. Joachim Pohl berichtete über Kultur und Musik, aber auch sehr viel über Bauprojekte und Stadtentwicklung. Er war dabei, als die Osttangente 2001 dem Verkehr übergeben oder die Schiffbrücke aufwändig umgebaut wurde, sah aber auch manch hochtrabendes Vorhaben platzen – sei es ein großes Hotel am Hafen oder ein Spielcasino im Deutschen Haus.&nbsp; „Uns wurde immer eingebläut, nicht mit dem Rathaus zusammenzuarbeiten“, erklärt der langjährige Redakteur. „Wir sollten der Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik auf die Finger schauen, sie kontrollieren und Konflikte nicht scheuen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="535" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85852" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-300x201.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-768x514.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-628x420.jpg 628w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Jubilaeumsfeier-24-mit-Thomas-2-696x465.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jubiläumsfeier mit Thomas Frahm, 2024</figcaption></figure></div>


<p>Die bis 2013 währende Innenstadtlage des Lokalressorts hatte durchaus ihre Vorteile. „In der Mittagspause traf man eigentlich immer Leute, sodass man viel erfahren konnte“, erzählt Joachim Pohl. „Man war schnell im Rathaus, bei den Stadtwerken, den Gewerkschaften oder den Museen.“ Der Umbau des ZOB vollzog sich Ende der 1990er Jahre praktisch vor dem Schreibtisch. Und manchmal rollte auf dem Bahndamm ein Zug, der zum Stadtfest sollte oder mit Panzern beladen war.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="531" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85854" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-300x199.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-768x510.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-633x420.jpg 633w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Band-Engines-2023-696x462.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Band Engines, 2023</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Musik-Highlights in Flensburg, Hamburg und Dänemark</h2>



<p>Die Einweihung der Campushalle Ende 2001 brachte bis dahin ungeahnte musikalische Highlights nach Flensburg. Einmal konnte der Journalist Rick Parfitt, den Sänger von Status Quo, interviewen. Ein anderes Mal probte Peter Maffay die letzte Woche vor dem Tournee-Start in der Fördestadt. Joachim Pohl schaute spontan in der Halle vorbei, hatte ein ebenso spontanes wie lockeres Gespräch mit dem Musiker und hatte eine spannende Idee: In Flensburg gab es einen Lehrer, der einst im rumänischen Siebenbürgen mit Peter Maffay zur Schule gegangen war. Direkt vor dem ersten Konzert – auch in der Campushalle – kam es tatsächlich zum Treffen der Schulfreunde. Die beiden vertieften sich in Erinnerungen, bis sich die Musik-Legende erhob: „Jetzt muss ich ja wirklich auf die Bühne.“ Joachim Pohl erlebte diesen Tour-Auftakt im Backstage-Bereich.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-683x1024.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85840" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-683x1024.jpg 683w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-200x300.jpg 200w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-768x1152.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-280x420.jpg 280w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur-696x1044.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Als-Ansager-bei-der-Hofkultur.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Als Ansager bei der Hofkultur</figcaption></figure></div>


<p>Für andere Gigs fuhr er weiterhin nach Hamburg. David Bowie, Eric Clapton, Mark Knopfler oder Simply Red – Künstler aus dem obersten Regal. „Abends war ich oft mit einem Fotografen los und nach dem Konzert ging es wieder zurück nach Flensburg“, erzählt Joachim Pohl. „Am nächsten Morgen schrieb ich als erstes den Bericht, dann ging es wieder an die Lokalberichterstattung.“ Ein besonderes Kapitel waren die Ros­kilde-Festivals, von denen er in den 1990er Jahren mehrfach berichtete. Auf dem riesigen Gelände stand auch ein Journalisten-Zelt, in dem Computer aufgestellt waren. Die geschriebenen Texte wurden dann ausgedruckt und gefaxt. E-Mails gab es noch nicht. „Einmal habe ich auch in der Redaktion angerufen und meinen Bericht diktiert“, grinst der Flensburger.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85855" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-den-Geschwistern-in-Tangermuende-Mai-25-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit den Geschwistern in Tangermünde, Mai 2025</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Berufliche Umzüge in die Fördestraße und nach Schleswig</h2>



<p>2013 zogen große Teile des Verlages, darunter auch das Lokalressort, an die Fördestraße. Joachim Pohl hatte vom eigenen Zuhause zum Großraumbüro nun einen sehr kurzen Weg. Eines Tages gruppierten sich ein paar Kollegen vor seinem Schreibtisch. Den Abend zuvor hatten sie beschlossen, eine Band zu gründen. „Pohl, du spielst doch Bass?“, fragte einer. Der Angesprochene reagierte zunächst zögerlich: „Das ist aber sehr lange her!“ Für die Kollegen war das so etwas wie eine Zusage. „Was man einmal gelernt hat, verlernt man doch nicht“, meinten sie. Joachim Pohl lieh sich vom Flensburger Musiker Niklas Heitmann einen E-Bass und probierte ihn aus. Ja, es ging wirklich. Also erwarb er bei der lokalen Musik-Legende „Cuddel“ Jensen ein Instrument und verstärkte die „Engines“. Sie trafen sich einmal die Woche im Proberaum und traten gelegentlich auf. Zuletzt ging bei einem Benefizkonzert in der Bergmühle der Hut herum für soziale Projekte in der Nordstadt. Die „Engines“ bereicherten aber auch schon das Flensburger Dampf-Rundum oder das Schleswiger Stadtfest. Auf der Setliste standen Rock- und Pop-Klassiker.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85853" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Matt-in-den-Bergen-Sommer-2019-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Matt in den Bergen, Sommer 2019</figcaption></figure></div>


<p>2018 wechselte Joachim Pohl eher unfreiwillig in die Schleswiger Stadtredaktion. In seiner Geburtsstadt gewöhnte er sich aber schnell ein. Drei Jahre lang fuhr er zwischen, dann begann das Rentner-Dasein, das gewiss kein Ruhestand ist. Der 70-Jährige ist weiterhin auch als Journalist tätig. Hauptsächlich in Flensburg und Schleswig – gelegentlich auch in Eckernförde oder Angeln – nimmt er Termine wahr und berichtet auf Honorar-Basis.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85841" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Am-Kreuzbergpass-2020-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Am Kreuzbergpass, 2020</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">LPs, Hofkultur und Oluf-Samson-Gang</h2>



<p>Der Musik-Leidenschaft kann nun ausgiebiger ausgekostet werden. Mit sieben Leuten hat Joachim Pohl eine Vinyl-Gruppe gegründet, die sich Langspielplatten oder Singles anhört und dabei in die Musikgeschichte abschweift. Gerne besucht der langjährige Redakteur die Konzerte unbekannter Bands im Ex-Sultan-Markt oder die „Folk Baltica“. Die „Flensburger Hofkultur“ hat sich für ihn zu einem echten Projekt entwickelt. Jahrelang hatte er über dieses Sommerereignis berichtet und befand sich mit Organisator Thomas Frahm im regen Austausch. Mit dem Ausscheiden als Redakteur bestand kein Interessenskonflikt mehr: Joachim Pohl bot seine aktive Mitarbeit an. Es war kein einfacher Einstieg. 2021 war das Format wegen der Corona-Pandemie begrenzt. Dann zog sich das Flensburger Kulturbüro von der Veranstaltung zurück. Der Verein „Flensburger Hofkultur“ organisiert seitdem das Programm in Eigenregie und stellte einen Geschäftsführer ein.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85842" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-dem-Gipfel-des-Jamal-Toubkal-Oktober-21-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf dem Gipfel des Jebel Toubkal, Oktober 2021</figcaption></figure></div>


<p>Joachim Pohl gehört als zweiter Vorsitzender dem Vorstand an und war mit einigen Mitstreitern Ende Januar für ein paar Tage in Freiburg. Bei der Internationalen Kulturbörse fahndeten die Nordlichter nach möglichen Künstlern für die Hofkultur. Das Motto lautete: anhören und buchen! Der Auftakt der 2026er Auflage war jedoch schon vorher fix. Am 24. Juli gastiert die Latin-Swing-Formation „Ayom“ im Hof des Schifffahrtsmuseums, wo 700 Leute Platz finden.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="525" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-525x1024.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85843" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-525x1024.jpeg 525w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-154x300.jpeg 154w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-768x1497.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-788x1536.jpeg 788w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-216x420.jpeg 216w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24-696x1356.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Auf-Schokofahrt-mit-Beate-Falkenberg-April-24.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auf Schokofahrt mit Beate Falkenberg, April 2024</figcaption></figure></div>


<p>Vor zwei Jahren verfasste Joachim Pohl einen umfangreichen Rückblick auf die 30-jährige Geschichte der „Flensburger Hofkultur“, der sogar als Buch erschien. Der Titel: „Die Altstadt als Bühne“. Dieses Werk ist bei Weitem nicht das einzige publizistische Erzeugnis aus seiner Feder. Seit einigen Jahren arbeitet er an dem jährlich erscheinenden Magazin für das Norden-Festival in Schleswig mit. Im letzten Jahr recherchierte er gemeinsam mit Eiko Wenzel und Martin Müller zum Oluf-Samson-Gang. Der Journalist skizzierte die Entwicklung von der Rotlicht-Meile zur gutbürgerlichen Gasse. Dafür recherchierte er in alten Zeitungen und Akten und interviewte eine ehemalige Prostituierte, die viel erzählen konnte.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85847" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Goldenes-Abi-Jubilaeum-in-Husum-September-24-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Goldenes Abi-Jubiläum in Husum, September 2024</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Familie und ein Herzensverein</h2>



<p>Eine große Bedeutung hat die Familie. Seine drei Geschwister wohnen in Regensburg, Hamburg und England. Väterlicherseits gibt es häufiger ein Familientreffen mit Kusinen und Cousins. Derzeit plant er seine vierte Reise nach Namibia. Sein Sohn Peter lebt seit einigen Jahren mit seiner Tochter in der Hauptstadt Windhoek. Der Gast aus Deutschland fühlte sich bei der Tour durch die Wüsten Kalahari und Namib zur Hafenstadt Swakopmund wie in einem Road-Movie.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85857" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25.jpeg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-300x225.jpeg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-768x576.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-560x420.jpeg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-80x60.jpeg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-696x522.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Holger-Heitmann-beim-Wandern-auf-Mallorca-Maerz-25-265x198.jpeg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Holger Heitmann beim Wandern auf Mallorca, März 2025</figcaption></figure></div>


<p>Der Sohn hatte einige Jahre im Nachwuchs der SG Flensburg-Handewitt gespielt, was das Interesse am Handball vergrößerte. Die eigentliche sportliche Liebe ist allerdings „grün-weiß“: Werder Bremen. Als Kind war Joachim Pohl einmal mit seinem Vater in der Hansestadt, da dieser bei seinem Arbeitgeber „Jacobs Kaffee“ einen Kleinbus abzuholen hatte. Es ging mit dem Zug in die Stadt des deutschen Meisters von 1965 und mit der Straßenbahn am Weserstadion vorbei. Seither schlug das Sportherz „grün-weiß“, was einige Besuche in Kino-Sportbars auslöste, heutzutage aber hauptsächlich mit Radio und Fernseher befriedigt wird.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="761" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-761x1024.jpeg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85856" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-761x1024.jpeg 761w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-223x300.jpeg 223w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-768x1034.jpeg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-312x420.jpeg 312w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23-696x937.jpeg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/Mit-Enkeltochter-Zoe-in-SwakopmundNamibia-Dezember-23.jpeg 800w" sizes="auto, (max-width: 761px) 100vw, 761px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Enkeltochter Zoë in Swakopmund/Namibia, Dezember 2023</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Bergwanderungen und Radtouren</h2>



<p>Seit 2021 gehört Joachim Pohl dem „Deutschen Alpenverein“, dem Fachverband fürs Klettern und Wandern, an. Die Flensburger Sektion ist die nördlichste, mit 1100 Mitgliedern aber gewiss nicht die kleinste. Der Journalist war kurzzeitig Klimaschutz-Referent und stellt das Vereinsheft „Bergblick“ zusammen. Für den Mai organisiert er eine Fahrt nach Oberhausen – eine Ausstellung im Gasometer zum Thema „Wald“. Häufiger gibt es Wanderungen in der Region – vom Mauseloch nach Solitüde, in die Fröruper Berge oder rund um den Westensee. Manchmal geht es auch wesentlich weiter. Im nordafrikanischen Atlasgebirge musste der 4100 Meter hohe Jbel Toubkal gemeistert werden. „Die Luft wird oben immer dünner“, berichtet Joachim Pohl. „Man kommt schwer atmend auf dem Gipfel an und blickt dann auf viele weitere Berge und eine große Wüste.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="533" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968.jpg" alt="Joachim Pohl – Journalist, Musiker, Buchautor" class="wp-image-85845" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-768x512.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-630x420.jpg 630w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2026/02/DSC_5968-696x464.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Bodenständiger sind seine Radtouren. Aber nicht weniger ambitioniert. An der jährlichen „Schokofahrt“, bei der Schokolade von Amsterdam nach Flensburg per Lastenrad transportiert wird, nahm er 2024 teil. Die Schokolade ist im Flensburger Rumkontor an der Norderstraße erhältlich. Mit zwei Freunden ist er seit 1997 jeden Sommer für eine Woche auf zwei Rädern unterwegs. Ganz Dänemark, viele Ecken von Deutschland und Teile der Niederlande und Frankreich haben sie schon erkundet. Einmal ging es sogar über die Alpen nach Bozen. Das nächste Mal soll es von Freiburg aus am Neckar entlang bis nach Mannheim gehen. Zurück in Flensburg wartet dann wieder ein anderes der spannenden Projekte, die Joachim Pohl mit Herzblut begleitet.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner<br>Fotos: Kirschner, privat   </em></p>
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		<title>Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jan 2025 16:56:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Flensburger Köpfe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Villa aus der Zeit um 1900 hat so einen ganz eigenen Charme. Und diese in Flensburg besonders. Wenn man sie betritt, hat sich für den Besucher nicht nur die Haustür geöffnet, sondern auch ein hoher Eingangsbereich, der locker eine schöne Holztreppe aufnimmt. Überall hängen Gemälde. Und wenn man um die Ecke ins Arbeitszimmer geleitet [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://flensburgjournal.de/gerhard-paul-geschichtsprofessor-und-55-facher-buchautor/">Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor</a> erschien zuerst auf <a href="https://flensburgjournal.de">Flensburgjournal</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Eine Villa aus der Zeit um 1900 hat so einen ganz eigenen Charme. Und diese in Flensburg besonders. Wenn man sie betritt, hat sich für den Besucher nicht nur die Haustür geöffnet, sondern auch ein hoher Eingangsbereich, der locker eine schöne Holztreppe aufnimmt. Überall hängen Gemälde. Und wenn man um die Ecke ins Arbeitszimmer geleitet wird, stößt man auf prall gefüllte Bücherregale, die die gesamte Höhe bis zur Decke ausnutzen. „Ich habe gerade 30 Kartons aussortiert, Bücher in zweiter oder dritter Reihe findet man ja nicht mehr wieder“, sagt Gerhard Paul mit einem Schmunzeln. Der emeritierte Flensburger Geschichtsprofessor könnte mit der eigenen literarischen Schaffenskraft eine ordentliche Fläche belegen. Von ihm sind bereits 54 Werke erschienen, Ende Januar kommt die Nummer 55.</p>



<p>An eine solche Bücher-Leidenschaft hatte der 73-Jährige in seiner Jugend, die er im nordhessischen Biedenkopf verbrachte, nicht unbedingt gedacht. Mit der Wahl des Studiums waren aber die historischen Pfade betreten. Geschichte und Politikwissenschaft, aber auch Psychologie und Philosophie – so lautete der Fächerkanon. Gerhard Paul erlebte in Bonn, Frankfurt und Hannover auch die Ausläufer der Studentenbewegung, spannender fand er aber die Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts. Schon als junger Mann lernte er interessante Leute kennen und interviewte sogar Bundeskanzler Willy Brand.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2338-2.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81507" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2338-2.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2338-2-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2338-2-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2338-2-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/DSC_2338-2-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Sowjetunion und Saarländischer Rundfunk</h2>



<p>Als 1975 das Examen bestanden war, drohte eigentlich ein Job als Taxi-Fahrer, um sich über Wasser zu halten. Geisteswissenschaftler hatten nicht die besten Aussichten für den Berufseinstieg. Wider Erwarten gab es eine Stelle beim Dachverband der Volkshochschulen. Besonders folgenreich war eine Reise in die Sowjetunion. Auf dem Weg nach Moskau stieg Gerhard Paul mit einer Gruppe im Kiewer Hotel „Mir“ ab. Andere Deutsche kamen gerade aus Moskau, darunter Lehrerin Sigrid. „Ich habe mich gleich verliebt“, erzählt er. „Das Kurioseste: Wir haben festgestellt, dass wir fünf Jahre lang im selben Dorf bei Hannover gelebt haben und beim selben Bäcker und Kaufmann waren.“</p>



<p>Das Paar heiratete, und bald kam Lena, die erste Tochter. Während seine Frau an der Schule unterrichtete, betätigte sich Gerhard Paul als Hausmann und befasste sich mit seiner Promotion.</p>



<p>Das Thema: Die Saar-Abstimmung von 1935 und die Wirkung der Nazi-Propaganda. Er tauchte immer tiefer in die Materie ein. Eine TV-Dokumentation des Saarländischen Rundfunks kritisierte der Fachmann fundiert per Zuschauer-Brief.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="613" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/44-613x1024.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81500" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/44-613x1024.jpg 613w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/44-180x300.jpg 180w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/44-768x1284.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/44-251x420.jpg 251w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/44-696x1163.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/44.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 613px) 100vw, 613px" /></figure></div>


<p>Vom Programmchef gab es eine überraschende Antwort: ein Jobangebot beim Fernsehen. „Ich hatte bis dahin noch nie etwas mit Filmen zu tun gehabt, noch nie durch das Objektiv einer Kamera geschaut oder am Schneidetisch gearbeitet“, wundert sich der Historiker bis heute. Aber der Auftrag für drei Dokumentationen war in trockenen Tüchern: Gerhard Paul war nun häufiger in Saarbrücken, für eine Recherche zu einem ehemaligen saarländischen Sozialistenführer ging es aber auch mal nach Paris. Mit einem Lkw wurden ein sechsköpfiges Produktionsteam und das große Equipment bewegt.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="769" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/46-769x1024.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81501" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/46-769x1024.jpg 769w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/46-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/46-768x1022.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/46-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/46-696x927.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/46.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 769px) 100vw, 769px" /><figcaption class="wp-element-caption">In Dawson City, 1979</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Zugfahrten durch die DDR und der 10. November 1989</h2>



<p>1984 hatte Gerhard Paul seine Promotion abgeschlossen. Er war nun Doktor, dozierte an der Freien Universität Berlin und habilitierte zur Nazi-Propaganda vor 1933. Regelmäßig pendelte er vom Wohnsitz bei Hannover in die damals geteilte Stadt – mit den Interzonenzügen der DDR. „Den Geruch habe ich noch immer in der Nase: ein Gemisch aus Kunstleder und Braunkohle“, erzählt er. „Besonders lecker war der Baumkuchen, den es im Speisewagen gab.“ Sein Pensum war üppig: Nach zwei Lehrveranstaltungen am Montag und Dienstag kehrte er zurück nach Hannover, reiste aber häufig weiter zu einem Film-Projekt nach Saarbrücken oder Paris. So richtig zu Hause war der Pendler nur am Wochenende. Das ließ sich aber mit der Familie nicht mehr vereinbaren. Die zweite Tochter Mirjam war bereits geboren. Später gesellte sich noch Sohn Jonas dazu. Die saarländische TV-Episode war beendet.</p>



<p>Es gibt Zufälle, die es eigentlich nicht geben kann. Ausgerechnet am geschichtsträchtigen 9. November 1989 ging Gerhard Paul zeitig ins Bett, da er am nächsten Tag mit dem Auto von Hannover nach Berlin wollte, um seine fertige Habilitationsschrift im Präsidium der Freien Universität einzureichen. Die Nachrichten von der legendären DDR-Pressekonferenz mit Günter Schabowski hatte er zwar gehört, die Konsequenten aber noch gar nicht richtig erfasst – bis er frühmorgens auf der Autobahn 2 immer wieder Trabis überholte. Viele DDR-Bürger hatten in der Nacht West-Luft geschnuppert und waren nun schon wieder auf dem Rückweg. Die Grenze war auf!</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="443" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81508" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-300x166.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-768x425.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-758x420.jpg 758w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-696x385.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mauerfall Berlin</figcaption></figure></div>


<p>Gerhard Paul besuchte in Berlin nicht nur das FU-Präsidium, sondern stellte sein Auto am Tiergarten ab und näherte sich dem Brandenburger Tor, vor dem sich damals die Mauer zog. Plötzlich befand er sich mitten in der Menge, die auf der Grenzbefestigung thronte, tanzte und jubelte. Etwas mulmig war ihm aber doch. „Erst vor wenigen Monaten hatte die chinesische Führung Proteste brutal niedergeschlagen“, ging ihm durch den Kopf. „Was wäre, wenn die Russen es sich doch anders überlegen und einmarschieren würden?“ Gerhard Paul machte sich bald auf den Rückweg, tauchte dabei aber voll in ein deutsch-deutsches Verkehrschaos ein. Er brauchte allein bis zum Grenzübergang Helmstedt zwölf Stunden. Beschlagene Fenster und ein eingeschränkter Radioempfang, der nur Wortfetzen von den Reden Helmut Kohls und Willy Brands übermittelte, schufen eine ganz eigene surreale Atmosphäre.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/51.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81505" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/51.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/51-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/51-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/51-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/51-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/51-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/51-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mit Ehefrau Sigrid in Hobart, der südlichsten Stadt Australiens, Februar 2017</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Saarbrücken oder Flensburg?</h2>



<p>Nach dem Mauerfall arbeitete Gerhard Paul an mehreren Forschungsprojekten mit, beschäftigte sich dabei mit dem saarländischen Widerstand gegen die Nazis oder mit der Gestapo. Ein Lehrstuhl war noch nicht in Sicht, dafür erreichte ihn ein überraschender Anruf aus Saarbrücken. Es war am 13. Januar 1992. An den Tag kann er sich so gut erinnern, da die Saar-Abstimmung von 1935 auch an einem 13. Januar stattfand. Der Anrufer war ein Referent des damaligen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine. Er bot dem Historiker einen Job in der Saarbrücker Staatskanzlei an. Die wissenschaftliche Expertise machte das fehlende Parteibuch und die fehlende Kenntnis vom Polit-Zirkus wett. Es kam kurz darauf zu einem persönlichen Treffen mit Oskar Lafontaine. „Ich hätte viel verdienen können“, skizziert Gerhard Paul das Gespräch rückblickend. „Ich hätte aber auch sehr schnell sein müssen. Wenn Oskar Lafontaine am Dienstagvormittag im Bundesrat über die europäische Finanzpolitik zu sprechen hatte, hätte für mich der Montagabend als Zeitfenster genügen müssen.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/3.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81511" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/3.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/3-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/3-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/3-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/3-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/3-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/3-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Im Gespräch mit Oskar Lafontaine 1987, Ministerpräsident des Saarlandes, anlässlich einer Buchpräsentation</figcaption></figure></div>


<p>Keine Frage: Die Offerte war reizvoll, und von der Familie kam das Signal, mit ins Saarland zu ziehen. Auf der anderen Seite sprachen das unbekannte Betätigungsfeld, ja das Bauchgefühl, dagegen.  Gerhard Paul hatte sich noch zu keiner Entscheidung durchgerungen, als sich die Pädagogische Hochschule in Flensburg meldete. Als Junge war er mal mit einem Zeltlager des Landkreises Biedenkopf in Holnis gewesen, sonst war der hohe Norden aber unbekanntes Terrain. Aber es gab einen Lehrstuhl für eine Professur der Geschichte und ihrer Didaktik – und für den hatte er sich beworben.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="587" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-Vortrag.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81509" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-Vortrag.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-Vortrag-300x220.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-Vortrag-768x564.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-Vortrag-572x420.jpg 572w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-Vortrag-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/Paul-Vortrag-696x511.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></figure></div>


<p>Gerhard Paul packte seine Reisetasche und traf an einem Februar-Abend in Flensburg ein. Der Bahnhof hatte ein schäbiges Ambiente und roch übel. Auch in der Innenstadt war es kalt, dunkel und nass. Der Besucher schaute am Theater vorbei, wo just in dem Moment ein nordfriesischer Bus die Türen öffnete. Es stieg eine große Gruppe aus. Der Duft von Mottenkugeln umhüllte die offenbar selten getragenen Pelzmäntel der Damen. Kurzum: Der erste Eindruck von Flensburg war nicht der beste. Aber es lockte die Professoren-Laufbahn. Das Bewerbungsverfahren zog sich noch etwas hin, ehe Gerhard Paul im Sommersemester 1994 seine Lehrtätigkeit aufnahm.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/50.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81504" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/50.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/50-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/50-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/50-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/50-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/50-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/50-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wanderung auf dem Abel Tasman Coast Track auf Neuseeland, 2017</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Eine günstige Renovierung und die Pädagogische Hochschule</h2>



<p>Die ersten Monate war er allein im hohen Norden. Dann waren zwei Umzugswagen gepackt. Ehefrau, drei Kinder, ein Pferd und eine Katze kamen mit. Bei der Suche nach dem neuen Domizil hatte – wieder einmal – der Zufall eine günstige Rolle gespielt. Ein Immobilienmakler hatte in der Nähe der Flensburger Altstadt eigentlich für seinen Sohn ein 90 Jahre altes, mit Efeu bewachsenes Objekt gekauft, doch wollte es dann doch schnell wieder abstoßen. „Für Flensburg war dieses Haus damals teuer, für das Umland von Hannover aber verhältnismäßig günstig“, erinnert sich Gerhard Paul. „Und es war in einem sehr guten Zustand. Die Sanierung hat nur 60 D-Mark gekostet – für zwei Eimer Farbe.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="1067" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/12.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81514" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/12.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/12-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/12-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/12-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/12-696x928.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Enkel Nr. 7 und 8 bewundern ihren Opa im Fernsehen</figcaption></figure></div>


<p>Die Pädagogische Hochschule, der Vorläufer der Europa-Universität, befand sich in den 90er Jahren in der Mürwiker Straße. Das Internet steckte noch in seinen Anfängen, ein Handy war zarter Futurismus, und die Computer kündigten sich gerade als Nachfolger der guten, alten Schreibmaschine an. Zur Jahrtausendwende, mit dem Umzug auf den Campus, zog die moderne Technik ein. „Plötzlich war ich in der Provinzstadt Flensburg besser vernetzt als nur wenige Jahre zuvor in der Metropole Berlin“, schmunzelt Gerhard Paul. Entspannend war auch der familiäre Charakter der Hochschule. In den Seminaren saßen im Schnitt nur 20 Studenten. Ein ganz anderer Schnack als in Berlin, wo sich in einem Proseminar 200 junge Leute tummelten. Die wiederum gaben alle eine Hausarbeit ab, die korrigiert werden mussten.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="449" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/13.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81497" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/13.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/13-300x168.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/13-768x431.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/13-748x420.jpg 748w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/13-696x391.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gerhard Paul im Gespräch mit Moderatorin Bettina Tietjen auf dem roten Sofa in der NDR-Sendung DAS, Hamburg 5. April 2024</figcaption></figure></div>


<p>In Flensburg ließen sich die Lehrveranstaltungen an zwei Tagen bündeln. Sonst bot sich dem Professor viel Zeit zum Forschen – und zum Verfassen von Büchern. 55 hat er bislang geschrieben. Die Aufarbeitung zur Nazi-Propaganda hat sich in der Geschichtswissenschaft zum Standardwerk gemausert. Als Herausgeber der zwei Bände „Jahrhundert der Bilder“ tauchte Gerhard Paul in das Medien-Zeitalter mit seinen bekanntesten Fotos, Filmen und Plakaten ein. Er erzielte eine stolze Gesamtauflage von 60.000 Stück und erwarb sich den Ruf als einer der Begründer der „Visual History“. Ein paar Jahr später sammelte der Flensburger zusammen mit einem Freund einige Ideen auf einem Bierdeckel, um ein Pendant für Töne zu erschaffen. Es entstand der „Sound der Zeit“, der sich mit Musik, politischen Tönen und dem Lärm des Krieges beschäftigt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Segeln und Südsee</h2>



<p>Abseits von Hochschulbetrieb und Literatur suchte Gerhard Paul in der neuen Heimat nach einem interessanten Hobby. Die Kultur schien ihm in der Provinzstadt nicht sonderlich ausgeprägt. Das Stadttheater war nach der ersten Begegnung im unwirtlichen Februar irgendwie mit einem Makel behaftet. Erst später lernte er die Stätte der darstellenden Kunst von einer ganz anderen Seite kennen, zumal sogar Besucher aus den Metropolen beim Flensburger Opernbereich ins Schwärmen gerieten.</p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/15-768x1024.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81498" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/15-768x1024.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/15-225x300.jpg 225w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/15-315x420.jpg 315w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/15-696x928.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/15.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zusammen mit Ehefrau Sigrid in der Maske des NDR, Hamburg</figcaption></figure></div>


<p>In den 90er Jahren bewertete Gerhard Paul aber die Nähe zum Wasser als Vorteil und machte den Segelschein. Kurz danach überschätzte er allerdings seine Segelkünste. Zusammen mit einer Segel-Freundin mietete der Professor in Gelting-Mole ein Segelboot. „Den Wetterbericht haben wir nicht beachtet und vom ablandigen Wind so nichts gehört“, fasst er sich heute an den Kopf. Damals jedoch trieb das Anfänger-Duo auf der See und konnte den Sportboothafen beim besten Willen nicht mehr ansteuern. Eine Prise Panik frischte auf, als die Gefährtin vom bockenden Segelbaum getroffen wurde und sich eine Gehirnerschütterung zuzog. „Zum Glück sahen die Zollbeamten auf ihrem Radar, wie jemand völlig unkontrollierte Bewegungen fabrizierte“, erzählt Gerhard Paul. „Sie nahmen dann die Segel-Freundin an Bord und mich an den Haken.“ Dieses Missgeschick war eine Lehre, aber nicht das Ende der Segelpassion. Er erwarb später ein eigenes Boot, das er inzwischen an den Sohn verschenkt hat. Mit ihm und dessen Familie geht es ab und an mal auf die Ostsee und in die dänische Südsee.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/48.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81502" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/48.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/48-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/48-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/48-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/48-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Schilderwald auf der Pazifikinsel Rarotonga, Aufnahme Dezember 2016</figcaption></figure></div>


<p>2016 gingen Gerhard Paul und seine Frau in den Ruhestand und zugleich auf die längste Reise ihres Lebens – einmal um die Welt. Und für ihre Umrundung des Erdballs benutzten sie nicht das Flugzeug, sondern etliche Schiffsverbindungen. Eine Route, die der Flensburger in seinem Arbeitszimmer ausgetüftelt hatte. Die „Queen Mary“ brachte das Ehepaar nach New York. Nach einem Karibik-Törn und einer Passage durch den Panama-Kanal öffneten sich die fast endlosen Weiten des Pazifiks, wo Südsee-Perlen wie Bora Bora, Moorea oder Aitutaki die Nordlichter verzauberten. Tonga überraschte mit einem ungewöhnlichen Empfang: eine Kapelle spielte einen besonders langsamen Radetzky-Marsch. Über Neuseeland, Australien und Mauritius ging es zu den Lemuren von Madagaskar, ehe das Kap der Guten Hoffnung den Weg um Afrika zeigte. „Wir sind von Hamburg in Richtung Westen abgefahren und kehrten aus dem Osten zurück“, erzählt Gerhard Paul mit einem Lachen. „Die Erde ist wirklich eine Kugel.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="532" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/49.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81503" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/49.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/49-300x200.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/49-768x511.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/49-632x420.jpg 632w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/49-696x463.jpg 696w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Folkloristische Darbietung auf Viti Levu, Hauptinsel der Fidschi-Inseln im Südpazifik</figcaption></figure></div>


<h2 class="wp-block-heading">Die Arbeitskulisse für Buch Nummer 55</h2>



<p>Heute fühlt sich Gerhard Paul in einem Drei-Generationen-Haus sehr wohl. Eine Tochter, deren Mann und einige der acht Enkel wohnen im ersten Stock. Da kommt es schon mal vor, dass der Großvater am Küchentisch sitzt, ein Baby darauf liegt, ein Buch aufgeschlagen und das Notebook in Reichweite aufgeklappt ist. So mag man sich gerne die Arbeitskulisse für das Buch „Die Bundesrepublik – eine visuelle Geschichte“ vorstellen, das Ende 2023 erschien. Gemütlicher war es ein paar Monate später auf dem Roten Sofa der NDR-Sendung „DAS!“, wo der Historiker mit der Moderatorin Betina Tietjen über die 75 Jahre alte Bundesrepublik plauderte und sich als Fan dieses TV-Formats outete. Rund ein Jahr zuvor hatte er eine Folge mit der ägyptischen Opernsängerin Fatma Said gesehen und gleich zwei Tickets samt Übernachtung in der Elbphilharmonie gebucht. Als er und seine Frau in Hamburg eintrafen, überraschte ein Upgrade mit einer Suite. „Plötzlich hörten wir aus dem Badezimmer von nebenan Gesangsübungen“, verrät Gerhard Paul. „Es war die Künstlerin, beeindruckend!“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="548" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/9.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81513" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/9.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/9-300x206.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/9-768x526.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/9-613x420.jpg 613w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/9-218x150.jpg 218w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/9-696x477.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/9-100x70.jpg 100w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Familienfeier Pfingsten 2024 an der Strandpromenade in Glücksburg mit Kindern, Schwiegerkindern und Enkeln</figcaption></figure></div>


<p>Ende Januar erscheint das nächste Buch. Es heißt: „Mai 1945: Das absurde Ende des Dritten Reichs“. Es brauchte einen langen Anlauf. Ursprünglich war beim Flensburger Professor eine Anfrage eingetroffen, ein Doku-Drama zu begleiten. Das Film-Projekt ließ sich allerdings nicht solide ausfinanzieren. Das letzte NS-Aufbäumen – ein etwas irrealer Spuk von drei Wochen – bietet aber genug Stoff für ein Buch, zumal nur wenige Zeitgenossen den hohen Norden mit diesem unrühmlichen Kapitel der deutschen Geschichte in Verbindung bringen. „Als ich vor 30 Jahren nach Flensburg kam, wusste ich gar nicht, dass das Dritte Reich im Prinzip in Flensburg beendet wurde“, erzählt Gerhard Paul. „Dann verriet mir jemand in der Hochschule, dass die Bestuhlung, auf die wir sitzen, von der Dönitz-Regierung stammen würde.“</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/8.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81512" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/8.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/8-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/8-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/8-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/8-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/8-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/8-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Arbeit am Küchentisch in der Wrangelstraße mit Enkel Nr. 4</figcaption></figure></div>


<p>Die Neugier des Experten war geweckt. Die Flensburger Tage der Nazi-Herrschaft waren fortan immer mal wieder Thema seiner Forschungen. Gut erinnert er sich an Gespräche mit Zeitzeugen wie dem Sprecher des Reichssenders Flensburg, der am 9. Mai 1945 die Nachricht vom Ende des Krieges verkündete. Oder an eine ehemalige Sekretärin vom Mürwiker Regierungssitz. „Es war zum Teil sehr absurd, was da ablief“, betont Gerhard Paul. „Die letzte Amtshandlung von Dönitz drehte sich beispielsweise um fünf Koffer mit seidener Unterwäsche, von denen nur einer von den Briten als Gepäck genehmigt wurde.“ In dem neuen Buch geht es auch um Besäufnisse mit Todesfolgen und einem Staatsbegräbnis mit Schusswaffen und Hakenkreuz-Flagge – acht Tage nach der Kapitulation.</p>


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<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="600" src="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/27.jpg" alt="Gerhard Paul – Geschichtsprofessor und 55-facher Buchautor" class="wp-image-81499" srcset="https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/27.jpg 800w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/27-300x225.jpg 300w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/27-768x576.jpg 768w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/27-560x420.jpg 560w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/27-80x60.jpg 80w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/27-696x522.jpg 696w, https://flensburgjournal.de/wp-content/uploads/2024/12/27-265x198.jpg 265w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">2019: Gerhard und Sigrid genießen den Sommer am Flensburger Hafen</figcaption></figure></div>


<p>Zuvor nicht ausgewertete Quellen und englische Fundstellen brachten neue Impulse für die 320 Seiten mit 20 Kapiteln. Über drei Jahre zog sich die Arbeit am neuen Buch. Es ist womöglich die letzte offizielle Veröffentlichung des 73-Jährigen. Im Moment juckt es in den Fingern hauptsächlich, wenn er seine Foto-Kamera sieht. Fotobücher, die nur ein kleiner Kreis bewundern können, sind der neueste Faible. Unter dem Titel „Die Pauls“ bewegt sich die eigene Ahnenforschung zurück bis zur Waterloo-Schlacht vor mehr als 200 Jahren. Ein Projekt „Menschen in Museen“ hat Gerhard Paul, der Kunst sammelt, gerade abgeschlossen. Im Moment sucht er nach ungewöhnlichen Ansichten von Flensburg: Graffiti, Türen und Fenster.</p>



<p><em>Text: Jan Kirschner Fotos: Jan Kirschner, privat   </em></p>



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