Zu den Plänen von Bundesverkehrsminister Dobrindt, die Schiffsbesetzungsverordnung zu ändern, die Zahl der europäischen Seeleute auf Schiffen unter deutscher Flagge auf zwei zu reduzieren und die Position des Schiffsmechanikers abzuschaffen, erklärt die Flensburger Bundestagsabgeordnete Sabine Sütterlin-Waack:

„Durch eine solche Änderung gehen unweigerlich Arbeitsplätze verloren – sowohl in der Seefahrt als auch in den Ausbildungsstätten. Dies trifft besonders Flensburg, wo an der FH in den letzten zehn Jahren eine Deutschland-weit anerkannte Schiffsbetriebs- und Nautikerausbildung aufgebaut worden ist. Dobrindts Entscheidung vernichtet notwendiges Know-how und gefährdet den maritimen Standort Deutschland. Sie kann mittelfristig das Aus für das modernste maritime Ausbildungszentrum Europas bedeuten. Dies gilt es zu verhindern“, so die Abgeordnete nach Gesprächen mit FH-Präsident Prof. Dr. Ing. Holger Watter, Dipl. Ing. Stefan Rother von der Fachschule für Seefahrt, Prof. Dr. Ing. Michael Thiemke vom Fachbereich Maschinenbau und Jochen Krambeer, Präsidiumsbeauftragter für Nautik und Maritime Technologien.











Prof. Watter betonte, dass es ihm nicht nur um die Ausbildung in Flensburg gehe. „Ich sehe den Schiffsstandort Deutschland gefährdet, mit all seinen Zulieferfirmen und damit die größte und modernste Schifffahrtsflotte der Welt“, so der FH-Präsident. Das Kernproblem sei, erklären die Vertreter der FH, dass dem Schiffsbetriebstechniker-Nachwuchs, der nach dem Studium bisher vier bis fünf Jahre zur See fahre, durch die geplante Stellenreduzierung die Praxis auf Schiffen fehle. Diese fehlenden Erfahrungen wirkten sich dann bei späteren Tätigkeiten wie in der Zulieferindustrie negativ aus. Nach acht Jahren Krise, sei der Wunsch der Reeder auf weitere Einsparungen zwar nachvollziehbar, viele seien sich aber nicht der Konsequenzen hinreichend bewusst.

Mit dem Maritimen Bündnis für Ausbildung und Beschäftigung, den Fördermitteln zur Senkung der Lohnnebenkosten und der Tonnagesteuer seien in den vergangenen Jahren wichtige Maßnahmen getroffen worden, um den Schifffahrtsstandort Deutschland und die deutschen Reeder zu stärken, betont Sütterlin-Waack.

„Ich halte diese Maßnahmen für wichtig. Sie erfordern aber auch eine Sicherheit bei den Arbeitsplätzen. Und die gewährleistet die SchiffsbesetzungsVO in der unveränderten Fassung. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) ist hier in der Pflicht. Falls die Änderung in Kraft treten sollte, brauchen wir mindestens eine verbindliche Erklärung des VDR, die Ausbildung auf den Schiffen wie bisher zu garantieren.“ Sabine Sütterlin-Waack kündigte an, dass sie beim Verkehrsminister gegen die Änderung intervenieren werde und das Problem auch im Küstenkreis, dem Gesprächsforum norddeutscher Bundestagsabgeordneter für maritime Fragen, zum Thema zu machen werde.

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