Spar-Füchse sind schlau, also wollen alle schlau sein. „Geiz ist …“ – „Geiz“ als Charaktereigenschaft ist nicht gerade sympathiebesetzt. Der/Die Geizige gibt nichts ab, hortet und ist so besessen Geld zu sparen, dass er „unlogisch“ handelt – Dagobert Duck. Wo ist der Unterschied zwischen Geiz und Sparen? Schwer zu sagen. Gespart werden muss überall, zu Hause, im öffentlichen Raum, wo auch immer. Schlagen Sie mal eine lokale Zeitung auf: Das Papier wird immer dünner, man kann fast hindurch schauen. Und der Preis steigt trotzdem. Papiertaschentücher erfüllen kaum noch ihren Zweck. Soll mir recht sein – Regenwald! Kehren wir zurück zum Textil-Taschentuch? Muss gewaschen werden! Was ist sparsamer…?
Kleidung: „Kauf 3 – zahl 2“ – Diese Qualität kann nicht gut sein. Man sieht es an den Nähten und Säumen. Das Material ist so dünn, dass die Unterwäsche sich auf T-Shirts und Hosen abzeichnet. Kaum ein Kleidungsstück hat noch eingesetzte Ärmel oder Kragen – komplizierte Arbeitsgänge werden so eingespart. Ein Zitat eines finanzschwachen Paares: „Wir können es uns nicht leisten, schlechte Qualität zu kaufen. Sie ist zu schnell kaputt.“ Also: Ansparen, ein teureres Teil kaufen und länger tragen. Warten können, bis das Geld für ein qualitativ besseres Teil „zusammengespart“ ist.

Das Handtuch
Fußpflege beginnt für mich mit einem warmen Fußbad. Das wurde neulich abgeschafft. Die Haut weicht zu sehr auf – Sparmaßnahme?
Einige Wochen später: Bitte beim nächsten Termin ein eigenes Handtuch mitbringen, denn nach jeder Behandlung muss das benutzte Handtuch gewaschen werden. Das macht etwa acht Handtücher pro Tag = eine Waschmaschine voll – Sparmaßnahme. Dafür wurde das Fußbad wieder eingeführt. Es erinnerte mich an die Nachkriegszeit. Bei Aufführungen im Theater saß das Publikum in Mänteln und mitgebrachten Decken im Zuschauerraum. Für die Schauspieler wurden Briketts mitgebracht, sofern möglich.
Öffentlichkeit
Derzeit wollen alle mehr Sicherheit, bessere Straßen, Schulen, mehr und bessere Verkehrsmittel, Betreuung, medizinische Versorgung. Bei all dem soll aber gespart werden und niemand will höhere Steuern zahlen für Polizei, Infrastruktur, Bus, Kitaplätze, Lehrer, Universitäten, Krankenhäuser und Pflegeheime. Es gibt für alles und jedes Statistiken. Es war vorhersehbar, wie viele Studenten die Unis übervölkern würden, alle sind „völlig überrascht“, dass es Wirklichkeit wurde.
Die Substanz von u. a. Schulgebäuden verrottet, was auch nicht von heute auf morgen geschieht, weil „gespart“, d. h. nicht rechtzeitig in den Erhalt investiert wurde. Ist das sparsam?







Was wäre wenn
Es war und ist abzusehen, wie viele Menschen wann ein bestimmtes Alter erreichen. Der „demographische Wandel“ wird uns Senioren seit Jahren um die Ohren gehauen. Was wäre, wenn alle 65-jährigen plötzlich von der Bildfläche verschwänden? Welch ein Einsparpotenzial besonders im Personalbereich. Weniger bei Sanitätshäusern und Zulieferern, Krankenkassen und Apotheken. Weil die Senioren doch ein Auto besitzen und fahren = Einsparungen bei Versicherungsmitarbeitern, Kfz-, Unfallversicherung, Finanzamt, Autowerkstätten. Kleinere Pflegeheime würden benötigt, weniger Patienten bei Ärzten und in Krankenhäusern. Weil die Senioren auch noch reisefreudig sind, könnten die Busunternehmen Fahrzeuge und Personal sparen, wenn diese Klientel wegfiele. So klein er sein mag, auch der tägliche Konsum bleibt aus. Wie viele Senioren-Kunden hat so ein Einkaufsmarkt…? Die Liste ließe sich unendlich bis in Parteien und Ministerien weiterführen. Aber noch sind wir da und sorgen für – wie eine Zeitung meldete – die „Vergreisung Schleswig-Holsteins“.
Spart werte Mitbürger, ob alt oder jung, aber spart sinnvoll und spart uns nicht kaputt.
Ingeborg
Asmußen-Müller

Das mag ich
Das mag ich Ich liebe es Ich muss lachen Einfach WOW! Das macht mich traurig Das macht mich wütend

Weitere Artikel anzeigen
Lade mehr Mittendrin

Jetzt gleich kommentieren:

avatar
  
smilegrinwinkmrgreenneutraltwistedarrowshockunamusedcooleviloopsrazzrollcryeeklolmadsadexclamationquestionideahmmbegwhewchucklesillyenvyshutmouth
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei

Auch interessant

Mach nie einen Gang mit leeren Händen

ein Spruch, der von Müttern und Großmüttern ihren Mädchen im Backfischalter immer und imme…