Die SG Flensburg-Handewitt hat ihren guten Start weiter ausgebaut. Am Mittwochabend schlug sie den SC Magdeburg mit 26:25 (10:13) und verteidigte mit 6:0 Punkten die Spitzenposition in der DKB Handball-Bundesliga. „Niemand kann nach Hause gehen und sagen, dass er nichts erlebt habe“, atmete SG Geschäftsführer Dierk Schmäschke tief durch. „Das war hochspannend, beide Mannschaften sind ans Limit gegangen.“ Ein paar Meter weiter regierte der Frust. „Jeder kann sich sicherlich vorstellen, wie enttäuscht meine Mannschaft ist“, sagte SCM-Coach Bennet Wiegert. „Aufgrund der sportlichen Leistung bestand die Möglichkeit nicht nur über einen, sondern sogar über zwei Punkte zu sprechen. Am Ende machten wir zu viele Fehler, um in Flensburg belohnt zu werden. Das tut weh, wird auch morgen noch weh tun, aber dann müssen wir die Kurve für die nächste Partie gegen Lemgo kriegen.“

Zurück zum Spielbeginn: Das Riesentrikot mit der Nummer acht war gerade über die Südtribüne gewandert, da zeigten sich die Veränderungen in der Startaufstellung. Johan Jakobsson fing diesmal im rechten Rückraum an und brach gleich zum 1:1 durch. Hampus Wanne hatte auf Linksaußen das Vertrauen von SG Trainer Ljubomir Vranjes erhalten. Die SG erwischte einen schweren Start. Der SCM war auf der Hut und agierte aggressiv in der 6:0-Deckung. Selten, dass der Rückraum den Kreisläufer Henrik Toft Hansen so bedienen konnte wie beim 3:3. Im Gegenteil: Es rollten die Magdeburger Konter, von denen vor allem Matthias Musche profitierte. Beim 4:7 das erste Team-Timeout: Die Probleme lagen im Positionsangriff. „Meine Mannschaft war in der ersten Hälfte zu heiß und wollte mit dem Kopf durch die Wand“, kritisierte Ljubomir Vranjes später. „Das hat Magdeburg mit einigen Gegenstößen bestraft.“ Die warmen Temperaturen sorgten überdies für erschwerte Bedingungen.











Kentin Mahé und Holger Glandorf betraten kurz darauf die Spielfläche. Die SG musste das 4:8 durch Weber hinnehmen. Ein feiner Doppelschlag von Lasse Svan brachte die SG heran. Doch dann hieß es 6:10. Stehende Ovationen kamen von den Rängen zur Unterstützung. Emotionen und Diskussionen begleiteten einige Pfiffe der Schiedsrichter. Gute Bekannte saßen im Rund: Christian Berge und Kent-Harry Andersson, einst mit der SG deutscher Meister, nun der Trainer-Stab der norwegischen Nationalmannschaft, sahen wie Henrik Toft Hansen am Kreis aufblühte. Seinen Hattrick komplettierte er mit einem Distanzwurf ins verwaiste Magdeburger Tor. Beim 10:12 war die Aufholjagd allerdings beendet. Dario Quenstedt erwies sich häufiger als starker Keeper.

Bei der SG war Kevin Møller kurz vor der Pause ins Gehäuse gekommen. Der Däne sorgte schnell für erste Jubelstürme in der „Hölle Nord“ und brillierte mit 15 Paraden. „Er hat uns Sicherheit gegeben“, analysierte Ljubomir Vranjes. „Ohnehin haben wir ganz ruhig und konkret die erste Hälfte besprochen. Wir wussten, dass drei Tore zur Pause keine Handballwelt sind.“ Anders Eggert operierte nun auf dem linken Flügel und markierte gleich das 11:14. Henrik Toft entpuppte sich als der „Distanz-König“ und kullerte den Ball beim 13:15 zum zweiten Mal in den leeren Kasten. Kentin Mahé und Thomas Mogensen kombinierten nun im Rückraum. Die SG nahm Fahrt auf. Thomas Mogensen erzielte den 16:17-Anschluss, Lasse Svan lief den Gegenstoß zum Ausgleich, und Holger Glandorf besorgte die erste Führung. 18:17 – die „Hölle Nord“ tobte vor Begeisterung. Mittendrin Kevin Møller, der einen Wurf nach dem anderen parierte. Gegen den Siebenmeter-Nachwurf von Robert Weber war er allerdings machtlos. „Unsere Abwehr war insgesamt gut“, beobachtete Ljubomir Vranjes. „Nur von den Außenpositionen haben wir uns zu viele Gegentore eingefangen.“

Die FLENS-ARENA erlebte einen Krimi. Der SCM drehte wieder das Blatt, führte nach einem Kraftakt von Zeljko Musa mit 20:22. Anders Eggert traf zum 21:22. Es war ein erbitterter Kampf – auch mit den Nerven. Anders Eggert vergab einen Strafwurf, dem SCM unterlief ein Wechselfehler. In Überzahl mündeten die Spielzüge zwei Mal bei Lasse Svan, der jeweils kühlen Kopf bewahrte. 23:23! Abgebrühtheit demonstrierte auch Kentin Mahé. Mit zwei Treffern brachte er seine Farben mit 25:24 in Front. Die Punkte lagen plötzlich in Griffweite. Die letzten 40 Sekunden: Team-Timeout des SCM! Die meisten Zuschauer standen und feuerten ihre Mannschaft an. Robert Weber glich zwar aus, aber die SG hatte ja noch einen Angriff. Und wieder unterlief den Gästen ein ärgerlicher Wechselfehler. Die SG hatte einen Mann mehr auf der Platte: Holger Glandorf erspähte die Lücke und konnte nur auf Kosten eines Strafwurfs gestoppt werden.

Die Zeit bis zur Ausführung zog sich in die Länge. Kentin Mahé trat an die Linie, musste dann aber noch einmal abdrehen. „In so einer Situation versucht der Gegner noch einmal etwas Provokatives, um mich zu verunsichern“, erinnert sich der Franzose. „Ich hatte mich aber schon entschieden, wie ich werfe.“ Dann endlich war das Spiel freigegeben – und der Ball zappelte im Netz. Die Mannschaftskollegen umringten den Schützen des „goldenen Tores“, und die Fans feierten frenetisch: „Die Nummer eins im Land sind wir!“ Winzige drei Treffer beträgt der Vorsprung auf die Rhein-Neckar Löwen, dem Kontrahenten im Samstags-Spitzenspiel.

Quelle: SG Info Team

Das mag ich
Das mag ich Ich liebe es Ich muss lachen Einfach WOW! Das macht mich traurig Das macht mich wütend

Weitere Artikel anzeigen
Lade mehr Sport

Jetzt gleich kommentieren:

avatar
  
smilegrinwinkmrgreenneutraltwistedarrowshockunamusedcooleviloopsrazzrollcryeeklolmadsadexclamationquestionideahmmbegwhewchucklesillyenvyshutmouth
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei

Auch interessant

17. OstseeMan-Triathlon am 5. August: Erstmals Halbdistanz mit im Angebot

Am 5. August 2018 steht an der Förde wieder ein großes Ausdauerspektakel ins Haus, das vom…