Hella Schlegelberger
Hella Schlegelberger

Hella Schlegelberger

Hella Schlegelberger, geb. Rerup kam im Oktober 1933 auf der Westlichen Höhe in Flensburg zur Welt. Neun Jahre später zog die Familie in die Große Straße 77. Dort lebte ihr Großvater Lorenz Rerup, der in den Geschäfts- und Wohnhäusern Große Straße 77 – 79 und in den dahinter liegenden Höfen eine Brotfabrik betrieb. Es war üblich, dass der Unternehmer mit seiner Familie auf dem Firmengelände wohnte. Vorerst aber war Firmengründer Lorenz Rerup der Chef. Sein Nachfolger war Hellas Vater, Johannes Rerup. Er hatte eine Dänin zur Frau. Diese Verbindung fanden die alten Rerups nach der Abstimmung 1920 gar nicht passend! Die jungen Rerups lebten in der Gertrudenstraße 1 in einem Mehrfamilienhaus mit großzügig angelegten Wohnungen. Zu den Mietern zählten die Familien Uldall, Mau, Andresen, Prof. Steiner und Werftdirektor Lempelius. Rerups bewohnten die größte Wohnung im Haus mit Ess-, Wohn- und Herrenzimmer, drei Schlafräumen, einem Mädchenzimmer, Küche, Bad und zwei Balkons. Hella kam im Jahre 1940 auf die Waldschule. Die gehörte zum Bezirk Westliche Höhe. Als die Familie bald nach Großvaters Tod im Jahre 1942 dessen Wohnung in der Großen Straße 77 übernahm, war das ein schmerzlicher Prozess für die damals Achtjährige. Wenn sie schon ihre vertraute Umgebung verlieren würde, wollte sie wenigstens bei ihren Klassenkameradinnen auf der Waldschule bleiben und nicht die nun für sie zuständig gewesene Marienschule besuchen. Die lag nur wenige Schritte von der Großen Straße entfernt. Die Eltern erfüllten den Wunsch ihrer Tochter – dafür aber musste Hella einen langen Fußmarsch von der Großen Straße bis zur Waldstraße zurücklegen!











Brotfabrik Rerup in der 

Großen Straße 77 – 79

Mitten in der Stadt war früher Wohnen und Gewerbe gut miteinander vereinbar. So war es auch in der Großen Straße 77 – 79. Hinter den kunstvollen Fassaden der beiden Häuser entwickelte sich die Brotfabrik Rerup zu einem erfolgreichen Unternehmen. Weitere Standbeine waren die Schwarz-Weißbäckerei und Conditorei, eine Nudel- und Knäckebrotfabrik sowie ein für das Gewerbe erforderlicher Groß- und Einzelhandel. Die Toreinfahrten führten in drei Hinterhöfe mit festen Fabrik-, Verwaltungs- und Wohngebäuden. Da befanden sich die Pferde- und Schweineställe und Remisen zum Unterstellen der Kutschen. Die Produkte aus der Brotfabrik, der Dampfbäckerei und Conditorei waren begehrt. Die langen Öfen zur Herstellung von Knäckebrot standen im Gebäude Große Straße 81. Hier eröffnete später Charlott. Bis nach Ende des zweiten Weltkriegs gehörten Unternehmen dieser Art zum Stadtbild von Flensburg.

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