Made in Flensburg: R2p – Eine Erfolgsgeschichte
Made in Flensburg: R2p – Eine Erfolgsgeschichte

Lise-Meitner-Straße in Flensburg, ein Silicon Valley in Miniatur. Informationstechnologie, Hochtechnologie, Mediendienstleister. Auffällige Gebäude sollen vom Erfolg der Unternehmen zeugen. Viele begannen ihre Karriere in Nr. 2, dem Technologiezentrum der WIREG am Anfang der Straße, ein Komplex mit braven Giebeln, architektonisch den 80er Jahren verbunden und der Idee, eine erste Heimstatt für junge, innovative, aufstrebende kleine Unternehmen zu bieten, Raum, Service und Startrampe. Nicht alle konnten die Startrampe erfolgreich verlassen, nicht wenige jedoch verließen das ‚Hotel Mama‘ und haben sich in der Nachbarschaft ein eigenes Domizil aufbauen können. Die WIREG ist jedoch nicht nur Heimstatt für aufstrebende Unternehmen, sondern begleitet auch die junge Flensburger Wirtschaft auf dem Weg nach oben, vermittelt Gewerbeflächen, Finanzierungen und Partnerschaften.

Gleich neben dem Technologiezentrum, in Nr. 4, ragt ein kantiger Gewerbebau mit großen Glasflächen aus dem Baugrund. Bescheiden im Auftreten, mehr noch in der Firmierung mit dem kryptischen Kürzel ‚r2p‘, ausgeschrieben ‚Rail & Road Protec‘, hat sich ein 46-Mann/Frau-Unternehmen angesiedelt, das inzwischen weltweit modernste Technologie vertreibt, die hier in Flensburg gemeinsam mit einem Firmensitz in Viborg entwickelt wurde.











Hinter der Glasfassade atmet skandinavischer Geist. Auf zwei luftige Etagen verteilen sich Verwaltung, Management und Produktentwicklung. Der Personalbestand ist am Tage unseres Besuches, Mitte Juli, ausgedünnt. Auch ein Zeichen des skandinavischen Geistes, der die Mitarbeiter in den Sommermonaten auf ihre Sommerhäuser und Boote treibt und voraussetzt, dass die Kunden dem folgen und ihre Aktivitäten dem Lebensrhythmus des deutsch-dänisch-schwedischen Unternehmens anpassen.

R2p – Eine Erfolgsgeschichte
R2p – Eine Erfolgsgeschichte
In der oberen Etage leert der Projektdirektor René Seliger gerade seinen Schreibtisch. Auch er ist auf dem Sprung in den Urlaub. Sein letzter Blick geht auf ein überdimensionales Foto, das einen roten Doppeldeckerzug zeigt, bei näherem Hinsehen mit russischer Aufschrift. Die russische Bahn, einer der Kunden des Flensburger Unternehmens. An der gegenüberliegenden Wand ein Whiteboard, auf dem der Projektmanager seine Ideen und Pläne für die nächsten weltweiten Projekte entwickelt. Im unteren Teil allerdings ein dicker, schwarzer, horizontaler Strich. Der Bereich unter dem Strich gehört seinem kleinen Sohn, der in einem Teil des Büros seine Spielecke hat. Jetzt sind wir vollends überzeugt. Hier herrscht skandinavischer Geist. Die in deutschen Betrieben immer noch vorherrschende Trennung von Arbeit und Privatleben („Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“) ist aufgehoben. Die Skandinavier, aber auch zunehmend deutsche Unternehmer sind überzeugt, dass die Arbeitsmoral mit dem Einbeziehen privater, ja familiärer Elemente nicht abnimmt, sondern steigt.

Der skandinavische Geist gilt auch für den Umgang der Beschäftigten miteinander. Niemand wird gesiezt, alle mit dem Vornamen angesprochen, vom ersten Tag an. Keine Respektlosigkeit, wie von vielen hierzulande interpretiert, sondern gleicher Respekt für alle, unabhängig von Funktion und Rang.

Was r2p entwickelt und herstellen lässt, sehen wir eine Etage tiefer in den Räumen der Ingenieure und Techniker. Begonnen hat das Unternehmen 2009 mit der Entwicklung von Video-Überwachungsanlagen für Busse, Bahnen und Schiffe. Wer abends mit der letzten Bahn von Kiel nach Flensburg fährt, fühlt sich sicherer, wenn er an die Decke des Wagons schaut. Hinter einer kleinen Glaskuppel verbirgt sich eine Kamera mit Rundumblick, die die Fahrgäste im Auge hat. Es gibt auch kritische Stimmen gegen die Videoüberwachung im öffentlichen Raum. Wer allerdings diese nächtlichen Fahrten mit wenigen Reisenden und nicht immer gut gelaunten und nüchternen Mitpassagieren erlebt hat, wähnt sich behütet und hofft, dass die Kamera mögliche Übeltäter abschreckt.

Das mag ich
Das mag ich Ich liebe es Ich muss lachen Einfach WOW! Das macht mich traurig Das macht mich wütend

Weitere Artikel anzeigen
Lade mehr Aktuelles

Jetzt gleich kommentieren:

avatar
  
smilegrinwinkmrgreenneutraltwistedarrowshockunamusedcooleviloopsrazzrollcryeeklolmadsadexclamationquestionideahmmbegwhewchucklesillyenvyshutmouth
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei

Auch interessant

Klimaschutz geht uns alle an

Der Sommer 2018 – Endgültige Bestätigung für den „Klimawandel“? Im Jahr 2018 erleben wir i…