1. Wie sehen Sie Flensburg? (Mehrere Antworten möglich)

Kay Richert
Kay Richert

a) Wirtschaftsstandort von großer Bedeutung, den es auszubauen gilt

b) als interessante touristische Stadt für Gäste aus nah und fern











c) als verschlafenen Ort, der sich in vielen Belangen zur Wirtschaft und dem touristischen Ausbau oftmals selbst im Weg steht.

d) als eine starke Stadt, mit guter sozialer Struktur.

e) als eine Stadt, in der vieles erst mal wieder gerade gerückt werden muss, was behördliche Zuständigkeiten und Aufgaben angeht

f) als eine Stadt, in der der Tourismus und die Wirtschaft gefördert werden muss, um Finanzmittel zu generieren für andere Projekte und soziale Aufgaben

2. Was würden Sie in die Wege leiten, um die unter Frage 1 angekreuzten Ansichten weiter auszubauen und evtl. zu forcieren? (Bitte kurz zu den Punkten a-f zuordnen)

a) Flensburg ist als Wirtschaftsstandort für die Region von großer Bedeutung und für uns Flensburger ist die Wirtschaft von großer Bedeutung. Der Wirtschaftsstandort muss auf alle Fälle gestärkt werden. Wir haben gute Voraussetzungen – Hafen, Autobahn, eigenes Kraftwerk, Grenzlage, Flugplatz, klare Luft, schönes Stadtbild – aber wir müssen noch aktiver um neue Betriebe werben. Und wür dürfen die bereits hier ansässigen Firmen nicht vergessen, die brauchen ebenfalls unsere Unterstützung.
Abbau von bürokratischen Hemmnissen, Schnelligkeit und Entscheidungsfreude bei Verwaltungsverfahren. Unterstützung für bereits ansässige Betriebe und aktives Werben um neue Betrieb. Begleitung von Betrieben durch die Verwaltungsverfahren.

b) Ja. Die Beschreibung ist so zutreffend, dass ich nichts zu ergänzen habe.

Erhöhung von Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit. Überlegte Neuordnung der Parksituation am Hafen: Erst Park-Alternativen schaffen, dann Hafenkante attraktivieren. Weitere Kooperation mit der Region auch im Bereich Tourismus (sogenannte LTO).

c) Verschlafen ist Flensburg nicht, selber im Wege stehen wir uns manchmal schon.
Das „sich selbst im Wege stehen“ rührt häufig daher, dass einige Akteure ausschließlich ihre eigene Sicht der Dinge wahrnehmen. Hier muss der OB vermittelnd tätig werden und erforderliche Mehrheiten schaffen.

d) Stärke in welcher Hinsicht? Wir sind sportlich stark, siehe SG, ETSV, DHK, 08, TSB, DAN, SVA, … Wir haben interessante kulturelle Angebote. Wir haben eine tolle Stadt mit toller Natur und tollem Klima. Wir haben auch günstige Standortfaktoren und gute Unternehmen in Flensburg. Aber finanziell pfeifen wir aus dem letzten Loch. Unsere Sozialstruktur ist eher mäßig als gut, denn wir verwalten Arbeitslosigkeit und Armut anstatt zu handeln.
Finanzielle Spielräume gewinnt man durch sinnvolle Prioritätensetzung. Außerdem müssen wir die Wirtschaft stärken, um so zu mehr Einnahmen zu kommen und den Flensburgern gute Jobs und ein gutes Einkommen zu bringen.

Die Sozialstruktur zu verbessern erfordert, sich um die Menschen zu bemühen. Ich setze mich für ein Modell der Beschäftigung von Arbeitslosen in kommunalen Diensten ein, etwa in der städtischen Grünpflege.

e) Zuständigkeiten und Aufgaben der Behörden werden durch das Land mit Gesetzen geregelt. Etwas tun können wir im Bereich immer neuer sogenannter „freiwilliger Leistungen“, die politisch beschlossen werden und zusätzlich Geld kosten.
Bei jeder neuen „freiwilligen Leistung“ fällt etwas anderes hinten runter; das muss den Politikern klar gemacht werden. Hier ist der OB als kompetenter Berater gefragt, der diesen Zusammenhang aufzeigt und den Finger in die Wunde legt. Die Entscheidungen sind aber durch die politischen Gremien selber zu treffen.

f) Ja. Genau so funktioniert die Satdt aus meiner bürgerlichen Sicht.
Tourismus ist nur eines unserer wirtschaftlichen Standbeine, wenn auch ein sehr wichtiges. Kümmern müssen wir uns um alle Wirtschaftsbereiche. Eine funktionierende Wirtschaft bringt der Stadt Steuereinnahmen und den Flensburgern gute Jobs und gute Einkommen. Das ist die Basis für Kultur, Bildung und Soziales. Die Wirtschaft fördert man durch den Abbau von bürokratischen Hemmnissen und Entscheidungsfreude bei Verwaltungsverfahren. Dazu kommt aktives Werben um neue Firmen und Unterstützung bereits ansässiger Betriebe.

3. Was würden Sie ändern, um dem durch jahrelangen behördlich geförderten Schwund der Attraktivität von Flensburg für die Touristen, entgegen zu wirken. (immer geringere Beteiligung an den Hafenfesten, katastrophaler Weihnachtsmarkt,etc.)

Es ist in der Tat nicht zu verstehen, warum wir die Hafenfeste nicht mehr unterstützen – immerhin bringen die Feste bis zu 6 Millionen Euro (SAIL) in die Stadt und machen Flensburg europaweit bekannt. Weil die Feste durch private Veranstalter organisiert werden, steht die Stadt auch nicht im Risiko. Ich habe mich als Ratsherr für die Hafenfeste eingesetzt und werde das auch als OB weiterhin tun.

Den Weihnachtsmarkt empfinde ich nicht als katastrophal, ich bin mit meiner Familie und Freunden gerne über die Stände gebummelt. Verbesserungsmöglichkeiten gibt es immer – etwa im Bereich Rollstuhl- und Rollatorfreundlichkeit – aber wir sollten unsere Stadt nicht selbst kleinreden.

4. Wie stehen Sie persönlich zu dem *Einzelhandelskonzept* der Stadt Flensburg, welches von vielen Bürgern, wie auch vielen Unternehmern eher als Blockade gesehen wird und nicht als Sicherung der wirtschaftlichen Stärke der Innenstadt?

Wir Flensburger haben ein starkes Interesse an einer starken Innenstadt – warum? Die Innenstadtkaufleute erhalten uns das das Stadtbild, das wir für unseren Tourismus unbedingt brauchen. Es hängen also noch viel mehr Menschen an einer attraktiven Innenstadt als nur die Kaufleute. Deswegen müssen wir dafür sorgen, dass diese Kaufleute zuverlässig wirtschaften können, das ist eine Funktion des Einzelhandelskonzepts.

Merkwürdig wird es allerdings, wenn wenn dieses Konzept beliebig verändert wird, um so neue Firmen z.B. auf der Rude zu verhindern. Im Fall Max Bahr/ POCO war das so. Das ist Verhinderungspolitik, die Flensburg schadet und nicht nützt.

5. Welche sozialen Aufgaben sehen Sie als vorrangige Projekte an, die unbedingt ausgebaut werden müssen?

Flensburg gibt über 60% seines Geldes für Soziales aus, ein großer Teil davon sind Sozialtransfers. Das ist meistens nichts als Verwaltung von Arbeitslosigkeit und Armut. Ich will Arbeitslosigkeit und Armut dauerhaft bekämpfen. Deswegen setze ich mich für ein Modell der Beschäftigung von Arbeitslosen in kommunalen Diensten ein, beispielsweise in der städtischen Grünpflege. Arbeit verschafft den Menschen Anerkennung, soziale Kontakte und eine Struktur im Leben. Auch die Stadt hat gut davon, denn zurzeit bleiben viele Arbeiten gerade in den Stadtteilen liegen.

6. Wie stellen Sie sich die Nutzung der östlichen Hafenseite im Bereich Harniskai vor?

Ich möchte den Flensburger Wirtschaftshafen erhalten, denn ich halte einen Hafen für einen bedeutenden Standortfaktor. Außerdem hängt der Fortbestand der Förde als Bundeswasserstraße davon ab, worauf wiederum die Werft angewiesen ist. Unter dem Strich muss der Hafen Flensburg etwas einbringen.

Wirtschaftshafen und touristische Nutzung müssen sich nicht ausschließen. Wird die Harniskaispitze für den Wirtschaftshafen nicht gebraucht, muss hier eine Destination, ein touristischer Anlaufpunkt entstehen. So wird dafür gesorgt, dass Besucher zwischen hier und dem Museumshafen auf der gegenüberliegenden Seite flanieren, die Cafés und Lokale bevölkern und den ganzen Bereich touristisch attraktiv machen.

7. Worin sehen Sie Ihre vorrangige Aufgabe in Flensburg, um Bürgern von Flensburg zu helfen?

Die Stadtverwaltung ist Dienstleister für die Flensburger. Sie soll den Flensburgern Unterstützung in allen Lebensbereichen geben, von der Kultur über Soziales und Bildung und Wirtschaft. Sollte es hier haken, werde ich das ändern.

Viele Bürger erzählen mir, dass sie Sicherheit und Ordnung gefährdet sehen; Einbrüche und Übergriffe auf Passanten nehmen zu, Schmierereien ebenso. Ich will, dass Flensburg seine Möglichkeiten als Ordnungsmacht wahrnimmt und mit einem eigenen Ordnungsdienst die Arbeit der Polizei ergänzt.

8. Wie stehen Sie persönlich zum kommunalen Wohnungsbau?

Glücklich sind die Kommunen, die noch eine eigene Wohnungsbaugesellschaft oder -genossenschaft haben. Das ist nämlich ein Werkzeug, um den Wohnungsmarkt direkt zu beeinflussen. Flensburg hat seine WoBau 2006 verkauft und damit den direkten Einfluss verloren. Mit SBV und FAB gibt es aber noch zwei gemeinwohlorientierte Wohnungsbauunternehmen in Flensburg.

Die Errichtung einer neuen WoBau halte ich von Seiten der Stadt für nicht machbar, da hier riesige Anschubfinanzierungen nötig wären.

9. Was würden Sie am liebsten sofort ändern?

Wer sofort nach Übernahme einer Leitungsposition Veränderungen will zeigt, dass er oder sie keine Führungserfahrung hat. Zuerst muss sich ein neuer Chef ein Bild von bestehenden Strukturen und Abläufen machen.

Sofort angehen möchte ich die Einrichtung eines kommunalen Ordnungsdienstes, damit sich die Flensburger wieder sicher fühlen können.

10.Wie stehen Sie zu der Aussage vieler Bürger, das oftmals in den Behörden nur verwaltet und blockiert wird und damit seitens der Stadt am Bürger vorbei gehandelt wird?

Eigentlich setzt die Verwaltung nur um, was die Politik vorgibt. Das ist im Bund so, im Land und auch in Flensburg. Allerdings gibt es häufig Spielräume, das sogenannte Ermessen.

Die Flensburger sollen sehen, dass ihre Anliegen ernst genommen werden und ein Ermessen zu ihren Gunsten ausgelegt wird, kurz: Dass Die Stadtverwaltung gerne für sie da ist.

11. Was sehen Sie als geeignete Maßnahmen an, um Bürger aus allen Schichten in die Kommunalpolitik und die lokale Entscheidungsfindung einzubinden, und die Wahlbeteiligung signifikant zu erhöhen.

Die Wahlbeteiligung steigt immer in genau zwei Fällen: Entweder wenn es den Bürgern sehr schlecht geht oder wenn sich die Bürger als wichtigen Teil der Stadt wahrnehmen, sich mit der Stadt identifizieren. Ich will, dass die Flensburger sich wieder mit ihrer Stadt identifizieren. Das erreicht man durch echte Bürgerbeteiligung – wenn die Bürger merken, dass ihre Bedürfnisse wichtig sind und beachtet werden.

12.Warum möchten Sie OB werden?

Ich möchte Oberbürgermeister werden weil ich will, dass Flensburg bürgerlich geführt wird. Wir brauchen jetzt klare Entscheidungen mit gesundem Menschenverstand, keine linken oder rechten Experimente.

Das mag ich
Das mag ich Ich liebe es Ich muss lachen Einfach WOW! Das macht mich traurig Das macht mich wütend

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