1. Wie sehen Sie Flensburg? (Mehrere Antworten möglich)

Jens Drews
Jens Drews

b) als interessante touristische Stadt für Gäste aus nah und fern

e) als eine Stadt, in der vieles erst mal wieder gerade gerückt werden muss, was behördliche Zuständigkeiten und Aufgaben angeht











f) als eine Stadt, in der der Tourismus und die Wirtschaft gefördert werden muss, um Finanzmittel zu generieren für andere Projekte und soziale Aufgaben

2. Was würden Sie in die Wege leiten, um die unter Frage 1 angekreuzten Ansichten weiter auszubauen und evtl. zu forcieren? (Bitte kurz zu den Punkten a-f zuordnen)

b) Flensburg ist allein durch seine geografische Lage und durch die mehr als 400-jährige Zugehörigkeit zu Dänemark ein besonderer Ort, der geprägt durch skandinavische und deutsche Einflüsse ein einzigartiges Lebensgefühl vermittelt. Diese Merkmale sollten intensiver herausgestellt werden. Es gibt bereits viele private Initiativen und Vereine, die sich schon lange und professionell mit dieser Aufgabe auseinandersetzen und die wesentlich besser gefördert und unterstützt werden sollten.

e) Es besteht durchaus in vielen behördlich gesteuerten Bereichen Verbesserungs- und Veränderungsbedarf. Für den Bürger ist derzeit kein klares, transparentes und nachhaltig ausgelegtes Konzept erkennbar. Vielmehr hat der Bürger den Eindruck, dass es im übertragenen Sinne ständig durchs Dach regnet und die Stadt nur nach neuen Auffangbehältern sucht, anstatt, das Dach zu reparieren. Städtebaulich ist der Handlungsbedarf so enorm, dass in vielen Fällen eine Sanierung kaum noch lohnt. Die Liegenschaften der Stadt sind teils so marode, dass sie zu Schleuderpreisen verkauft werden müssen, weil eine regelmäßige Wartung und Instandhaltung zu teuer schien. Die Situation im Hinblick auf Sportstätten ist desolat, insbesondere für eine Stadt, in der eine erfolgreiche Handball-Bundesliga-Mannschaft beheimatet ist. Es ist bedenklich, dass was im Bereich der Bildung für eine Stagnation stattfindet. Parallel dazu steigt die Verschuldung der Stadt immer weiter an und es findet kein klassisches Controlling statt. Es werden überflüssige Gutachten in Auftrag gegeben und kostspielige Entscheidungen gefällt, für die letztlich die Flensburger Bürger geradestehen müssen. Dieser Zustand ist nicht länger hinnehmbar. Hier muss ein klares und von der Mehrheit getragenes Gesamtkonzept her, so dass endlich wieder Mittel und Wege für Gestaltungsspielräume geschaffen werden können.

f) Jedes professionell geführte Unternehmen hat ein Standbein für den wirtschaftlichen Erfolg und ein Spielbein für die zukünftige Perspektiven. Beides muss in Einklang zueinanderstehen. Tourismus und Wirtschaft sollten als Standbein Flensburgs die wesentlichen Faktoren für eine dauerhafte und nachhaltige Co-Finanzierung sozialer Aufgaben darstellen. Ich möchte den Fachbereich-übergreifenden Dialog fördern, indem ich die Bevölkerung, die Verwaltungsfachleute und die politischen Akteure an einen Tisch bringe, um diesem Standbein das erforderliche Fundament zu geben, weg vom Spielball der Kräfte um Partikularinteressen. Erst wenn das geschafft ist, kann man sich wieder dem Spielbein zuwenden.

Meine Erfahrungen im wirtschaftlichen und kulturellen Bereich lehrt mich, dass man nur konstruktiv arbeiten kann, wenn man in der Lage ist das Große und Ganze zu betrachten und den Austausch miteinander anstrebt, anstatt gegeneinander zu arbeiten.

3. Was würden Sie ändern, um dem durch jahrelangen behördlich geförderten Schwund der Attraktivität von Flensburg für die Touristen, entgegen zu wirken. (immer geringere Beteiligung an den Hafenfesten, katastrophaler Weihnachtsmarkt,etc.)

Flensburg ist ein hochgradig attraktiver Standort für größere Events. Hier spreche ich aus eigener Erfahrung. Jedoch wäre es hilfreich, die Genehmigungsprozesse zu entbürokratisieren, damit die Planung und Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen vereinfacht wird und die lokalen Veranstalter auf diesem Wege Unterstützung erfahren. Darüber hinaus sollte die Stadt die Veranstalter unterstützen und beraten und nicht den Eindruck erwecken, dass durch immer neue Auflagen und Kosten unüberwindliche Hürden aufgebaut werden. Eine erfolgreiche Veranstaltung ist eine hervorragende Visitenkarte für den Standort, der nicht unterschätzt werden darf.

4. Wie stehen Sie persönlich zu dem *Einzelhandelskonzept* der Stadt Flensburg, welches von vielen Bürgern, wie auch vielen Unternehmern eher als Blockade gesehen wird und nicht als Sicherung der wirtschaftlichen Stärke der Innenstadt?

Dies ist ein sehr umfangreiches Thema (Hierzu gebe Ihnen gern ein separates umfangreiches Interview). Bei der lokalen Wirtschaftspolitik besteht ebenfalls akuter Handlungsbedarf. Die Krux in dieser Hinsicht besteht darin, dass es schon längst kein freies Spiel der Kräfte mehr ist, sondern jedes Unternehmen, ganz gleich wie groß oder klein, die Politik für seine Partikularinteressen instrumentalisieren möchte. Wer auch immer die Entscheidungen in Zukunft treffen wird, es sollte mit Augenmaß, Verstand und gebotener Fairness geschehen. Keinesfalls darf die Politik sich anmaßen, Sachverhalte regulieren und steuern zu wollen, von denen keiner der Entscheidungsträger auch nur die geringste Ahnung hat.

Wir benötigen Konzepte für eine nachhaltige Wirtschaftspolitik, um das Wachstum in der Stadt zu fördern und den Standort Flensburg für mittelständische und große Unternehmen attraktiver zu machen. Es kann aber kein Lösungsweg sein, dass die Politik den Versuch macht, regulativ einzugreifen, in dem sie aktiv Wettbewerb unterbindet und um Bestandsunternehmen vor neuen Wettbewerbern zu schützen. Nur auf diesem Wege kann sich der Standort Flensburg frei entfalten, so dass die Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen begünstigt wird.

5. Welche sozialen Aufgaben sehen Sie als vorrangige Projekte an, die unbedingt ausgebaut werden müssen?

Im sozialen Bereich sind die vorrangigen Aufgaben:

  1. Schaffung von mehr Kitaplätzen
  2. sozialer Wohnungsbau
  3. Konzeptionen für Integration

6. Wie stellen Sie sich die Nutzung der östlichen Hafenseite im Bereich Harniskai vor?

Dies ist ein wichtiges Zukunftsthema. Hierzu schlage ich ein Konzept in mehreren Stufen vor:

  • In einer Bürgerbefragung wäre zu ermitteln, was die Flensburger sich wünschen würden z.B.:
    1. Bürgerpark mit Möglichkeit für Wohnmobile oder Restauration.
    2. Wohnbebauung
    3. Maritimes Gewerbe
  • Man könnte nach der Entscheidungsfindung die Bebauungsplanung in einen Architektenwettbewerb integrieren.
  • Durch den Bürgerentscheid würde dann festgelegt werden, welcher Vorschlag realisiert werden soll.

7. Worin sehen Sie Ihre vorrangige Aufgabe in Flensburg, um Bürgern von Flensburg zu helfen?

Die vorranginge Aufgabe besteht darin, durch parteiübergreifende Bürgergespräche wichtige Themen zu identifizieren, die den Bürgern am Herzen liegen. Daraus muss eine Agenda mit einem verbindlichen Zeitplan entstehen, die der Bedeutung der Themen unter Berücksichtigung von Machbarkeit, Aufwand, Kosten und weiterer Faktoren gerecht wird.

8. Wie stehen Sie persönlich zum kommunalen Wohnungsbau?

Der kommunale Wohnungsbau ist von hoher Notwendigkeit. Der bisher unbekannte IST-Zustand muss klar dargestellt werden. Die Möglichkeiten eines Sofortprogramms, das sich an einem nachweislich vorhandenen Bedarf orientieren muss, sollte festgestellt und umgesetzt werden. Ich führe diesbezüglich bereits informelle Gespräche mit anderen Kommunen um mir ein konkreteres Bild zu machen.

9. Was würden Sie am liebsten sofort ändern?

Gern würde ich umgehend damit anfangen, ausreichend Kitaplätze zu schaffen. Auch hier muss der tatsächliche Bedarf unter Berücksichtigung einer mittelfristigen Prognose (5 – 10 Jahre) ermittelt werden. Darüber hinaus möchte ich mich für ein Sonderprogramm für die sofortige Renovierung oder ggf. Sanierung aller Kitas und Schulen einsetzen, um angemessene Bedingungen für Kinder und Mitarbeiter zu schaffen. Außerdem würde ich mich um mehr bezahlbare Sozial- und Seniorenwohnungen bemühen sowie Fördermittel für Sportplätze einfordern.

10.Wie stehen Sie zu der Aussage vieler Bürger, das oftmals in den Behörden nur verwaltet und blockiert wird und damit seitens der Stadt am Bürger vorbei gehandelt wird?

Um den Wahrheitsgehalt dieser Behauptung konkret feststellen zu können, würde ich ein/e Mitarbeiter/-in meines Büros damit beauftragen, alle Beschwerden, Probleme und Anregungen zentral zu erfassen und diese einmal monatlich in einem Bürger-Informationssystem darzustellen, um auf diesem Wege die Bevölkerung über den tatsächlichen Sachstand in Kenntnis zu setzten.

11. Was sehen Sie als geeignete Maßnahmen an, um Bürger aus allen Schichten in die Kommunalpolitik und die lokale Entscheidungsfindung einzubinden, und die Wahlbeteiligung signifikant zu erhöhen.

Als Oberbürgermeister würde ich einmal im Monat zu öffentlichen Bürgergesprächen ins Rathaus mit den Fachbereichsleitern einladen, (ggf. unter Einbindung des Offenen Kanals) um Themen und Anregungen zu sammeln und anschließend in der Bürgerinformation darstellen, was geschieht oder warum nichts getan werden kann.

12.Warum möchten Sie OB werden?

Ich möchte Oberbürgermeister werden, weil ich es in der problematischen Situation unserer Stadt für wichtig halte, dass ein Oberbürgermeister, der keiner Parteiraison unterliegt, die Verantwortung für die Geschicke der Stadt Flensburg übernimmt. Das ist, meines Erachtens, die Grundvoraussetzung dafür, damit alle wichtigen Themen ohne jede Einschränkung bearbeitet und dargestellt werden können. Unsere Heimatstadt bietet viele ungenutzte Potenziale, die es auszuschöpfen gilt. Dafür trete ich an.

Das mag ich
Das mag ich Ich liebe es Ich muss lachen Einfach WOW! Das macht mich traurig Das macht mich wütend

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