Am 05 Juni 2016 findet in Flensburg die Wahl zum Oberbürgermeister statt. Vier Kandidaten stellen sich zur Wahl. In unserer zwölfteiligen Serie fühlen wir den Kandidaten auf den Zahn – 12 Fragen rund um Flensburg und Themen, die unsere Bürger bewegen.


Fragestunde zur Oberbürgermeisterwahl – Teil 1

Wir fragen Frau Simone Lange (SPD)

1. Wie sehen Sie Flensburg? (Mehrere Antworten möglich)

Simone Lange











Simone Lange

a) Wirtschaftsstandort von großer Bedeutung, den es auszubauen gilt

b) als interessante touristische Stadt für Gäste aus nah und fern

aber auch

e) als eine Stadt, in der vieles erst mal wieder gerade gerückt werden muss, was behördliche Zuständigkeiten und Aufgaben angeht

f) als eine Stadt, in der der Tourismus und die Wirtschaft gefördert werden muss, um Finanzmittel zu generieren für andere Projekte und soziale Aufgaben

2. Was würden Sie in die Wege leiten, um die unter Frage 1 angekreuzten Ansichten weiter auszubauen und evtl. zu forcieren? (Bitte kurz zu den Punkten a-f zuordnen)

a) Als Oberbürgermeisterin möchte ich direkte Kontakte zur Wirtschaft pflegen, für Ansiedelung weiterer Unternehmen in Flensburg sorgen und Ausbaumöglichkeiten der hier ansässigen Unternehmen schaffen, damit diese weiter wachsen können. Nur so entstehen Arbeitsplätze, die wir dringend benötigen.

b) Ich möchte dem Tourismus einen höheren Stellenwert und mehr Sichtbarkeit geben und für unsere Stadt vor allem außerhalb Flensburgs stärker werben.

e) Ich möchte für eine verlässliche Umsetzung unserer Vorhaben sorgen. Alle schönen Pläne nutzen wenig, wenn sie nicht zur Umsetzung gelangen. Dabei spielt auch der Faktor Zeit eine Rolle, denn Flensburg darf sich im Wettbewerb mit anderen Kommunen nicht abhängen lassen.

f) Ich möchte die Wirtschaftsförderung und die Tourismusorganisation stärken. Ich möchte Flensburg eine starke Stimme gegenüber dem Land und Bund sein und mich aktiv einbringen, wenn es um das Generieren von Fördermitteln geht.

Weitere Informationen über Simone Lange finden Sie unter http://www.simone-lange.de


 

Wir fragen Herrn Simon Faber (SSW)

1. Wie sehen Sie Flensburg? (Mehrere Antworten möglich)

Simon Faber

Simon Faber

a) Wirtschaftsstandort von großer Bedeutung, den es auszubauen gilt

b) als interessante touristische Stadt für Gäste aus nah und fern

d) als eine starke Stadt, mit guter sozialer Struktur.

f) als eine Stadt, in der der Tourismus und die Wirtschaft gefördert werden muss, um Finanzmittel zu generieren für andere Projekte und soziale Aufgaben

2. Was würden Sie in die Wege leiten, um die unter Frage 1 angekreuzten Ansichten weiter auszubauen und evtl. zu forcieren? (Bitte kurz zu den Punkten a-f zuordnen)

a / f) Flensburg hat als Wirtschaftsstandort in den vergangenen Jahren kräftig zugelegt, wie das steigende Gewerbesteueraufkommen und die überdurchschnittlich gewachsene Beschäftigung zeigen. Viele Flensburger Unternehmen haben kräftig investiert, neue Betriebe (u.a. aus Dänemark) sind dazu gekommen und haben sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen. Gute kommunale Wirtschaftspolitik erkennt genau das an, dass nämlich nicht Verwaltungschefs oder Politiker die Wirtschaft voranbringen, sondern zu aller erst die Unternehmen selbst. Sie brauchen allerdings ein offenes Ohr für ihre Vorhaben. Deshalb habe ich die Weichen systematisch für ein besseres Investitionsklima gestellt: Mit dem Einsatz einer Wirtschaftsreferentin im Rathaus die Investitionen konstruktiv unterstützt, mit der Optimierung der Bauordnung und der frisch reformierten WiREG. Das gilt es fortzusetzen, und darüber hinaus die harten und weichen Standortfaktoren unserer Hochschulstadt zu stärken, z.B. die Kinderbetreuung, die überregionale Bahnanbindung und das kulturelle Angebot. Höhere Gewerbesteuern lehne ich ab!

b) Flensburg ist ein Erlebnis: Die Lage an der schönsten Förde Deutschlands, das einzigartige Altstadtensemble, die reichhaltige deutsch-dänische Geschichte und die besondere Topographie machen Flensburg einzigartig. Unsere Tourismusorganisation hat diese Besonderheiten zunehmend im Blick, und die mit den Nachbargemeinden gegründete TAFF ist auf gutem Wege, Flensburg auch international bekannter zu machen. Mit mehreren tollen Hotels in der Innenstadt und am Hafen wird unser Übernachtungsangebot in Qualität und Quantität deutlich verbessert. Die steigende Gästezahl der letzten Jahre bestätigt das Potenzial. Alleine aus Dänemark stieg die Zahl der Übernachtungen in den letzten 5 Jahren um 140% gestiegen. Es gibt allerdings noch genug Aufgaben: Der neue Wohnmobilstandort am Bahnhof muss erfolgreich umgesetzt , die Fördeschifffahrt mit einer deutsch-dänischen Vereinbarung erleichtert und der Tagungstourismus mit Partnern im Umland systematisch ausgebaut werden.

Weitere Informationen über Simon Faber finden Sie unter http://www.simonfaber.de


 

Wir fragen Herrn Drews (parteilos)

1. Wie sehen Sie Flensburg? (Mehrere Antworten möglich)

Jens Drews

Jens Drews

b) als interessante touristische Stadt für Gäste aus nah und fern

e) als eine Stadt, in der vieles erst mal wieder gerade gerückt werden muss, was behördliche Zuständigkeiten und Aufgaben angeht

f) als eine Stadt, in der der Tourismus und die Wirtschaft gefördert werden muss, um Finanzmittel zu generieren für andere Projekte und soziale Aufgaben

2. Was würden Sie in die Wege leiten, um die unter Frage 1 angekreuzten Ansichten weiter auszubauen und evtl. zu forcieren? (Bitte kurz zu den Punkten a-f zuordnen)

b) Flensburg ist allein durch seine geografische Lage und durch die mehr als 400-jährige Zugehörigkeit zu Dänemark ein besonderer Ort, der geprägt durch skandinavische und deutsche Einflüsse ein einzigartiges Lebensgefühl vermittelt. Diese Merkmale sollten intensiver herausgestellt werden. Es gibt bereits viele private Initiativen und Vereine, die sich schon lange und professionell mit dieser Aufgabe auseinandersetzen und die wesentlich besser gefördert und unterstützt werden sollten.

e) Es besteht durchaus in vielen behördlich gesteuerten Bereichen Verbesserungs- und Veränderungsbedarf. Für den Bürger ist derzeit kein klares, transparentes und nachhaltig ausgelegtes Konzept erkennbar. Vielmehr hat der Bürger den Eindruck, dass es im übertragenen Sinne ständig durchs Dach regnet und die Stadt nur nach neuen Auffangbehältern sucht, anstatt, das Dach zu reparieren. Städtebaulich ist der Handlungsbedarf so enorm, dass in vielen Fällen eine Sanierung kaum noch lohnt. Die Liegenschaften der Stadt sind teils so marode, dass sie zu Schleuderpreisen verkauft werden müssen, weil eine regelmäßige Wartung und Instandhaltung zu teuer schien. Die Situation im Hinblick auf Sportstätten ist desolat, insbesondere für eine Stadt, in der eine erfolgreiche Handball-Bundesliga-Mannschaft beheimatet ist. Es ist bedenklich, dass was im Bereich der Bildung für eine Stagnation stattfindet. Parallel dazu steigt die Verschuldung der Stadt immer weiter an und es findet kein klassisches Controlling statt. Es werden überflüssige Gutachten in Auftrag gegeben und kostspielige Entscheidungen gefällt, für die letztlich die Flensburger Bürger geradestehen müssen. Dieser Zustand ist nicht länger hinnehmbar. Hier muss ein klares und von der Mehrheit getragenes Gesamtkonzept her, so dass endlich wieder Mittel und Wege für Gestaltungsspielräume geschaffen werden können.

f) Jedes professionell geführte Unternehmen hat ein Standbein für den wirtschaftlichen Erfolg und ein Spielbein für die zukünftige Perspektiven. Beides muss in Einklang zueinanderstehen. Tourismus und Wirtschaft sollten als Standbein Flensburgs die wesentlichen Faktoren für eine dauerhafte und nachhaltige Co-Finanzierung sozialer Aufgaben darstellen. Ich möchte den Fachbereich-übergreifenden Dialog fördern, indem ich die Bevölkerung, die Verwaltungsfachleute und die politischen Akteure an einen Tisch bringe, um diesem Standbein das erforderliche Fundament zu geben, weg vom Spielball der Kräfte um Partikularinteressen. Erst wenn das geschafft ist, kann man sich wieder dem Spielbein zuwenden.

Meine Erfahrungen im wirtschaftlichen und kulturellen Bereich lehrt mich, dass man nur konstruktiv arbeiten kann, wenn man in der Lage ist das Große und Ganze zu betrachten und den Austausch miteinander anstrebt, anstatt gegeneinander zu arbeiten.

Weitere Informationen über Jens Drews finden Sie unter http://www.jens-drews.de


 

Wir fragen Herrn Kay Richert (FDP)

1. Wie sehen Sie Flensburg? (Mehrere Antworten möglich)

Kay Richert

Kay Richert

a) Wirtschaftsstandort von großer Bedeutung, den es auszubauen gilt

b) als interessante touristische Stadt für Gäste aus nah und fern

c) als verschlafenen Ort, der sich in vielen Belangen zur Wirtschaft und dem touristischen Ausbau oftmals selbst im Weg steht.

d) als eine starke Stadt, mit guter sozialer Struktur.

e) als eine Stadt, in der vieles erst mal wieder gerade gerückt werden muss, was behördliche Zuständigkeiten und Aufgaben angeht

f) als eine Stadt, in der der Tourismus und die Wirtschaft gefördert werden muss, um Finanzmittel zu generieren für andere Projekte und soziale Aufgaben

2. Was würden Sie in die Wege leiten, um die unter Frage 1 angekreuzten Ansichten weiter auszubauen und evtl. zu forcieren? (Bitte kurz zu den Punkten a-f zuordnen)

a) Flensburg ist als Wirtschaftsstandort für die Region von großer Bedeutung und für uns Flensburger ist die Wirtschaft von großer Bedeutung. Der Wirtschaftsstandort muss auf alle Fälle gestärkt werden. Wir haben gute Voraussetzungen – Hafen, Autobahn, eigenes Kraftwerk, Grenzlage, Flugplatz, klare Luft, schönes Stadtbild – aber wir müssen noch aktiver um neue Betriebe werben. Und wür dürfen die bereits hier ansässigen Firmen nicht vergessen, die brauchen ebenfalls unsere Unterstützung.
Abbau von bürokratischen Hemmnissen, Schnelligkeit und Entscheidungsfreude bei Verwaltungsverfahren. Unterstützung für bereits ansässige Betriebe und aktives Werben um neue Betrieb. Begleitung von Betrieben durch die Verwaltungsverfahren.

b) Ja. Die Beschreibung ist so zutreffend, dass ich nichts zu ergänzen habe.

Erhöhung von Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit. Überlegte Neuordnung der Parksituation am Hafen: Erst Park-Alternativen schaffen, dann Hafenkante attraktivieren. Weitere Kooperation mit der Region auch im Bereich Tourismus (sogenannte LTO).

c) Verschlafen ist Flensburg nicht, selber im Wege stehen wir uns manchmal schon.
Das „sich selbst im Wege stehen“ rührt häufig daher, dass einige Akteure ausschließlich ihre eigene Sicht der Dinge wahrnehmen. Hier muss der OB vermittelnd tätig werden und erforderliche Mehrheiten schaffen.

d) Stärke in welcher Hinsicht? Wir sind sportlich stark, siehe SG, ETSV, DHK, 08, TSB, DAN, SVA, … Wir haben interessante kulturelle Angebote. Wir haben eine tolle Stadt mit toller Natur und tollem Klima. Wir haben auch günstige Standortfaktoren und gute Unternehmen in Flensburg. Aber finanziell pfeifen wir aus dem letzten Loch. Unsere Sozialstruktur ist eher mäßig als gut, denn wir verwalten Arbeitslosigkeit und Armut anstatt zu handeln.
Finanzielle Spielräume gewinnt man durch sinnvolle Prioritätensetzung. Außerdem müssen wir die Wirtschaft stärken, um so zu mehr Einnahmen zu kommen und den Flensburgern gute Jobs und ein gutes Einkommen zu bringen.

Die Sozialstruktur zu verbessern erfordert, sich um die Menschen zu bemühen. Ich setze mich für ein Modell der Beschäftigung von Arbeitslosen in kommunalen Diensten ein, etwa in der städtischen Grünpflege.

e) Zuständigkeiten und Aufgaben der Behörden werden durch das Land mit Gesetzen geregelt. Etwas tun können wir im Bereich immer neuer sogenannter „freiwilliger Leistungen“, die politisch beschlossen werden und zusätzlich Geld kosten.
Bei jeder neuen „freiwilligen Leistung“ fällt etwas anderes hinten runter; das muss den Politikern klar gemacht werden. Hier ist der OB als kompetenter Berater gefragt, der diesen Zusammenhang aufzeigt und den Finger in die Wunde legt. Die Entscheidungen sind aber durch die politischen Gremien selber zu treffen.

f) Ja. Genau so funktioniert die Satdt aus meiner bürgerlichen Sicht.
Tourismus ist nur eines unserer wirtschaftlichen Standbeine, wenn auch ein sehr wichtiges. Kümmern müssen wir uns um alle Wirtschaftsbereiche. Eine funktionierende Wirtschaft bringt der Stadt Steuereinnahmen und den Flensburgern gute Jobs und gute Einkommen. Das ist die Basis für Kultur, Bildung und Soziales. Die Wirtschaft fördert man durch den Abbau von bürokratischen Hemmnissen und Entscheidungsfreude bei Verwaltungsverfahren. Dazu kommt aktives Werben um neue Firmen und Unterstützung bereits ansässiger Betriebe.

Weitere Informationen über Kay Richert finden Sie unter http://www.kay-richert.de

Das mag ich
Das mag ich Ich liebe es Ich muss lachen Einfach WOW! Das macht mich traurig Das macht mich wütend

Weitere Artikel anzeigen
Lade mehr OB-Wahl Flensburg

Jetzt gleich kommentieren:

avatar
  
smilegrinwinkmrgreenneutraltwistedarrowshockunamusedcooleviloopsrazzrollcryeeklolmadsadexclamationquestionideahmmbegwhewchucklesillyenvyshutmouth
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei

Auch interessant

Wer hat die Nase vorn? Umfrage zur Oberbürgermeisterwahl 2016 in Flensburg!

Am 05 Juni 2016 findet in Flensburg die Wahl zum Oberbürgermeister statt. Vier Kandidaten …