Lise-Meitner-Straße. Nicht zum ersten Mal besuchen wir zwischen Eckernförder Landstraße und Schleswiger Straße
innovative Unternehmen mit überregionaler Bedeutung. Auch die mr:net group macht in der Flensburger Öffentlichkeit nicht viel von sich reden. Norddeutsche Bescheidenheit? Eher das Selbstverständnis, dass man nicht Schauspieler, sondern Regisseur ist, im ‚Backoffice‘ dafür sorgt, dass die öffentlichkeitswirksamen Akteure den Rücken frei haben für ihren Auftritt. Akteure wie die mobilcom, RYANAIR, BMW oder PRO7, Sat1 und viele andere Schwergewichte, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch sie alle haben etwas gemeinsam, die Notwendigkeit einer intensiven Kommunikation mit ihren Kunden.
Fast jedes Unternehmen bietet heute Serviceleistungen über spezielle Rufnummern an. Die bekanntesten Vorwahlen: Die kostenfreien 0800 oder 00800, die 0180 mit Gebühren von 3,9 Cent bis 20 Cent pro Minute (Mobilfunk 42 Cent) bis hin zu den 0190 oder 0900 Nummern, bei denen der Anbieter den Preis festlegt.
Ob ‚Germanys Next Topmodel‘ oder ‚The Voice of Germany‘, die Zuschauer ‚voten‘ per Telefonanruf für ihren Kandidaten. Diese Nummern beginnen mit 0137, von 14 Cent bis 50 Cent pro Verbindung.
Diese riesigen Verbindungsmengen müssen gemanagt und abgerechnet werden. Da kommt das Geschäftsfeld mr:next id ins Spiel.
Damit ist das Flensburger Unternehmen mit Niederlassungen in Berlin, Hamburg und Bonn hautnah am Bürger. Ohne öffentlichkeitswirksamen Auftritt führt es im Hintergrund Regie und verbindet Millionen Menschen mit Firmen und Institutionen.

mrnetgroup_20150012Mensch und Maschine











Dazu ist zum einen ein gewaltiger technischer Aufwand erforderlich, mehr noch ein Spezialistenwissen, das seinesgleichen sucht und sich bei der mr:net group auf 180 Mitarbeiter an 4 Standorten verteilt, 60 davon in der Zentrale in Flensburg.
Das lichte Gebäude wurde 2009 von dem Unternehmen errichtet. Die Hälfte der 3400 qm Bürofläche nutzt es selbst, die übrigen sind vermietet.Türen und abgeschlossene Räume sind rar. In entspannter Atmosphäre sitzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihren PCs. Feste Arbeitszeiten, gar Stechuhren gibt es nicht. Man vertraut der Eigenverantwortung der Teammitglieder.
„Entscheidend ist“, sagen Marketingchef Michael Gottburg (38) und Vorstandsmitglied Dirk Moysich (52) übereinstimmend, dass die Ziele erreicht werden. Dazu dürfen die Angestellten auch mal von zuhause aus arbeiten. Alle duzen sich, inzwischen keine Ausnahme mehr bei vielen Betrieben in der Region. In einer offenen Teeküche können sich die Mitarbeiter einen Snack zubereiten, im Sommer steht ein Grill im Gartengelände zur Verfügung. Das klingt nach ‚easy going‘, täuscht aber darüber hinweg, dass Leistung verlangt wird. Die 60 Millionen Umsatz jährlich müssen von 180 Mitarbeitern erwirtschaftet werden. 85 Millionen Rechnungen müssen treuhänderisch für die Kunden verarbeitet und 180 Milliarden(!) Telefon-Verbindungsminuten abgerechnet werden. Das ist mit reiner Man-Power nicht machbar. Fast alle dieser Buchungsleistungen werden elektronisch abgewickelt, in unternehmenseigenen Rechenzentren. Die internationalen Auftraggeber vertrauen dem Flensburger Unternehmen, dass sie diese Unmenge von Daten fehlerfrei und sicher managt. Was also tun die 180 Mitarbeiter in Flensburg, Bonn, Hamburg und Berlin?
Noch können Computer sich nicht selbst Aufgaben stellen und diese programmieren. Der Mensch sagt ihnen, was sie und wie sie es zu tun haben. Das bindet einen Großteil der Arbeitskraft. Das Marketing, die Gespräche und Absprachen mit den Kunden sind Männer- und Frauensache. Beschwerde- und Fehlermanagement sollten und werden noch immer von Menschen organisiert.
Doch auch hier hilft die automatisierte Technik, nicht immer zur Freude der Anrufer einer Service-Hotline.
Wir kennen das: „Wenn Sie Fragen zu Ihrem Vertrag haben, drücken Sie die -1-, zu technischen Fragen die -2-, u.s.w.“
Gefühlt haben wir immer ein Problem, das nicht ins Schema passt, aber in wenigen Worten mit einem realen Menschen gelöst werden könnte. Bei Tausenden, teils Millionen von Anfragen jedoch ist dies nicht mehr in den Griff zu bekommen. Intelligente und den Kunden angemessene Lösungen sind gefragt. Und die werden von der mr:net group erarbeitet.
Die Billigfluglinie RYANAIR hat ihre Kundenkommunikation dem Flensburger Unternehmen anvertraut. In 14 Ländern beraten die Call-Center Mitarbeiter in 7 Sprachen die Kunden der Fluglinie. Insbesondere, wenn „die Hütte brennt“, ein Streik oder schlechtes Wetter zu Flugausfällen führt, greifen plötzlich zehntausende von Passagieren zum Telefon und fordern Beratung. Die Anfragen blitzschnell auf weltweit verteilte Servicemitarbeiter zu verteilen, ist eine Aufgabe für die Flensburger.

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