Stylish, licht, schick, die Büroräume von „bewegtbild“. Nicht in der Hamburger Hafencity, dem Mekka der Generation 4.0. Nicht der Blick auf die Elbe, sondern die Flensburger Förde, die Marina, Werft und Wassersleben. Vor den bodengleichen Fensterflächen dümpeln, zumindest im Sommer, die Edelyachten der Flensburger Reichen und Schönen. In den Büros die Bandbreite zwischen Designermode und Gammeljeans hinter Apple-Computern mit Großbildschirmen. Geschäftiges rein und raus von Kunden und Kollegen.

Großstadtflair in der Provinz











In Sonwik hat sich zwischen „Luv“ und „Lee“ Solventes angesiedelt, Architekten, Ärzte, Steuerberater, Immobilienhändler und Yachtmakler und eben zwei Firmen, die unter einem Dach und zwei Marken agieren, die Werbeagentur „Hochzwei“ und die Medienproduktion „bewegtbild“.

„bewegtbild“, eine überraschend deutsche Marke im Denglisch-Gewusel der Branche, in der Sätze wie diese losgelassen werden: „Im OMS Video-Netzwerk sorgen In-Stream-Formate wie das Pre-Roll in Verbindung mit einem Companion Ad für Aufsehen.“

Haben Sie verstanden? Hoffentlich nicht, denn wichtigtuerisches Kauderwelsch kommt auch bei Kunden kaum an. Die wollen Klartext reden und verstehen. So spricht auch Joachim Freitag, Geschäftsführer bei „bewegtbild“ eine verständliche Sprache, wenn er Entstehung und Arbeitsweise seines Unternehmens erklärt.

„bewegtbild“ ist eine Tochter- oder Schwesterausgliederung der Medienagentur „Hochzwei“. Die Entwicklung im Medienbereich, von Print zu Multimedia, war Grund für die Spezialisierung im eigenen Hause. Mit Joachim Freitag kam ein Mann nach Sonwik, der auf reiche Erfahrung zurückgreifen kann. Geboren in Hannover, aufgewachsen in Flensburg hat er die mediale Welt in Agenturen und als FH-Dozent kennen und vermitteln gelernt und seine Laufbahn mit der Geschäftsführung beim 2010 gegründeten Unternehmen gekrönt.

Warum Bewegtbild?

Die Entstehung der Firmenbezeichnung schiebt er seiner Frau zu, die in der Gründungsphase, vielleicht auch als Reaktion auf weniger verständliche Erklärungen, ganz bodenständig feststellte: „Was macht ihr eigentlich? Na, bewegtes Bild, Bewegtbild!“

Der mit 42 Jahren sich selbst als Senior bezeichnende Firmenchef konnte die Eingebung seiner Frau auch bei seinem Partner „Hochzwei“ durchsetzen, vielleicht auch deshalb, weil auch der sich einst einen „unenglischen“ Firmennamen zugelegt hatte.

Etwas-verständlich-machen ist auch der Markenkern von „bewegtbild“. „Hochzwei“ wirbt dementsprechend für seine Schwesterfirma. „Das Team produziert sowohl für unsere Kunden als auch für externe Auftraggeber bewegte Inhalte, die ihrem Namen alle Ehre machen: Emotional und unterhaltsam erregen sie Aufmerksamkeit.“

Das kann jeder verstehen und nachvollziehen, auch Kunden, die bisher traditionell geworben haben, vor allem mit bedrucktem Papier, Flyern, Broschüren, Plakaten. Bewegte Bilder, Film, Video war den Großen der Branche vorbehalten. Aufwändige Planung und Technik, kostenintensiver Vertrieb verwehrten dem Mittelstand und auch Unternehmen, die sich nicht an den Massenkonsumenten wenden mussten, den Zugang zum Bewegtbild.

Das hat sich im letzten Jahrzehnt grundlegend geändert. Geändert haben sich aber auch die Erwartungen an Information und Darstellung. Daher der Grundsatz von „bewegtbild“:

„Jede Information hat ihr eigenes Medium. Die Auswahl treffen wir stets im Kontext der Gesamtkonzeption. Diese begleiten wir von Anfang an, damit sich das Ergebnis unseres Tuns am Ende harmonisch integriert. Egal ob Imagefilm, Webclip, Animation, Unternehmensporträt oder Produktvideo.“ Die Ergebnisse machen deutlich, was das konkret bedeutet. Von der Hintergrundanimation für einen Messeauftritt über den 50-Sekunden Spot fürs Kino bis zu aufwändigen Produktpräsentationen reichen die „Filme“ aus Sonwik.

Dabei ist das Bildprodukt nie Selbstzweck, erklärt Joachim Freitag, sondern immer ein Ergebnis eines Entwicklungsprozesses mit dem Kunden. „Was soll erreicht werden? Wer ist die Zielgruppe? Welche Medien werden schon eingesetzt, müssen in das Gesamtkonzept eingebunden werden?“

Die Vorgaben kommen, so der Geschäftsführer, entweder von einer Agentur des Kunden oder werden gemeinsam mit ihm entwickelt. Das Ziel bestimmt den Weg und auch das passende Medium. Gedrucktes, Animiertes, Gefilmtes, Montiertes, es gibt kein Ergebnis „out of the box“, keine Standardlösung. Darauf hinzuweisen, ist Joachim Freitag besonders wichtig. Denn es gibt Mitbewerber, die für kleines Geld Fertiglösungen anbieten. Und es gibt Kunden, die der Verführung des kleinen Preises verfallen … und meist enttäuscht werden. Die Gefahr besteht, dass sie das Versagen dem Medium anlasten. In Wahrheit ist es das fehlende Konzept, das zum Misserfolg führt. Dort setzt die Beratung bei „bewegtbild“ und dem Partner „Hochzwei“ an. Mit dem Kunden erarbeiten, was er erreichen will und mit welchen Mitteln. Natürlich ist das nicht für „lau“ zu haben. Aber Firmeninhaber und Marketingverantwortliche wissen natürlich, dass Qualität bei Beratung und Produktion ihren Preis haben. Was sie allerdings häufig – noch – nicht wissen, welches Potential in der Vernetzung der Medien liegt, welche Eigendynamik Online-Videos etwa entwickeln können, und das nicht nur im privaten „fun“-Bereich.

Ein Vorteil von „bewegtbild“-Produktionen ist die vielfältige Verwendungsmöglichkeit. Auf „YouTube“ für den Endkunden oder Fachinteressierten, auf der Firmenhomepage, dem Messestand oder dem Fernsehschirm. Die hohe Qualität der Videos ermöglicht die Verwendung auf dem kleinen Smartphone-Bildschirm ebenso wie auf der großen Kinoleinwand.

Die „Making-of“ Bilder zeigen, wie technisch aufwändig eine solche Produktion sein kann. Vom Arbeiten mit der video-tauglichen Spiegelreflexkamera bis zur teuren Spezial-Filmkamera, vom Filmen aus der Hand bis zum Drohneneinsatz reicht die Palette der Möglichkeiten, immer angepasst an Auftrag und Budget.

Die Beispiele machen auch deutlich, warum die Bewegtbilder „toten“ Bildern meist überlegen sind. Die Komposition von Bild und Ton, der geschickte Zusammenschnitt von Szenen und Aktionen spricht nicht nur das Auge an, sondern schafft einen stark emotionalen Gesamteindruck, ohne den modernes Marketing nicht mehr auskommt. Wir sind, Konsumenten wie Unternehmer, an starke Reize gewohnt, aussagekräftige Bilder, stimmungsvolle Musik und gefühlsgeladene Filmbilder. Einige sagen auch Reizüberflutung dazu. Tatsache ist, dass die Reizschwelle höher liegt als vor Jahrzehnten. Sie gilt es zu überwinden, dem Gewohnten das Ungewöhnliche entgegenzustellen, ohne zum Marktschreier zu werden. Ein Balanceakt, der mit 08/15-Lösungen nicht gemeistert werden kann. Deshalb ist, so Joachim Freitag, die inhaltliche und strategische Vorbereitung meist ebenso intensiv wie Produktion und „Postprodukten“.

Namhafte Auftraggeber

Die Filme aus der Sonwiker Medienschmiede für Firmen wie Bombardier (Schienenfahrzeughersteller), den Kompasshersteller Raytheon, Danfoss Silicon Power, den Deutschen Bundesrat, ebenso wie für lokale Auftraggeber, Die schönste Förde der Welt e. V., die SG-Flensburg-Handewitt, die Diako Flensburg, oder für regionale wie C.J. Schmidt, die Stadtwerke Kiel und das Weltnaturerbe Wattenmeer, machen eines deutlich: Es gibt keine Grenze für Auftraggeber oder Budget. Lösungen sind für alle möglich.

„Unser Grundsatz lautet: Jede Information hat ihr eigenes Medium. Die Auswahl treffen wir stets im Kontext der Gesamtkonzeption. Diese begleiten wir von Anfang an, damit sich das Ergebnis unseres Tuns am Ende harmonisch integriert. Egal ob Imagefilm, Webclip, Animation, Unternehmensporträt oder Produktvideo.“

Zum Abschluss noch einmal die Frage an „bewegtbild“, warum hier und nicht in der Metropole Hamburg? Das Medium selbst gibt die Antwort, die Joachim Freitag interpretiert. Der Standort eines Unternehmens ist heute im Zeichen der medialen Vernetzung zweitrangig.

„Ja, es stimmt“, sagt er. „Wir hätten in Hamburg ein größeres Angebot von möglichen Mitarbeitern und Dienstleistern. Aber wir hätten auch ein Mehr an Mitbewerbern und höhere Kosten, die wir dem Kunden weitergeben müssten. Der Standort Flensburg ist für uns ideal.“

Nicht zuletzt für die Macher in den Sonwiker Büros. „Wir haben einen Kollegen, der hat seinen Neoprenanzug immer im Auto. In der Mittagspause verschwindet er mal für eine halbe Stunde und kommt anschließend triefend nass wieder ins Büro, entspannt und fit.“

Bericht: Dieter Wilhelmy, Fotos: Benjamin Nolte, bewegtbild 

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