Industriemuseum
Industriemuseum

Nach gut einem Jahr Bauzeit ist das erweiterte und neu gestaltete Industriemuseum Kupfermühle – Kobbermølle Industrimuseum – wieder eröffnet worden. Neben der alten, komplett sanierten Maschinenhalle und der Werkstatt im Turbinenhaus ist eine weitere umgebaute Industriehalle der „Crusauer Kupfer- und Messing-Fabrik“ hinzugekommen. Dahinter steckt nicht nur eine interessante Orts- und Fabrikgeschichte, die im 17. Jahrhundert begonnen hat, sondern auch eine spannende Museumsgeschichte. Nach der Schließung der Fabrik 1962 begann die Geschichte mit dem Privatmuseum des Ehepaares Daetz. Bereits in den 90er-Jahren gab es erste Erweiterungskonzepte zu einer Museumslandschaft in Kupfermühle, die mit der Gründung des Fördervereins Industriemuseum Kupfermühle e. V. 1998 ein weiteres Standbein bekam.

Wasserrad
Wasserrad

2007 gab der Vorsitzende des Industrievereins Gerd Pickardt erste Entwürfe für ein Industriemuseum in Auftrag. Erst durch die überarbeiteten Konzepte und einen langjährigen Einsatz für die Finanzierung des Projektes wurde der Umbau möglich. Das gesamte letzte Jahr war Herr Pickardt als Bauleiter fast täglich – ehrenamtlich – für den Verein auf der Baustelle tätig. Unterstützt wurden die Arbeiten durch zahlreiche regionale Handwerksbetriebe und das Architekturbüro „Bauwerk“ sowie den Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter und einem Teil der „Nachbarn“ in Kupfermühle. Die Fördermittel in Höhe von 1,7 Millionen Euro für den Umbau kamen aus Dänemark, vom Land Schleswig-Holstein und der EU, Zuschüsse der Gemeinde Harrislee und durch private Sponsoren. Seit dem 2. Juli 2014 ist der lange Weg zu einer neuen Museumslandschaft in dem alten Fabrikort Kupfermühle wieder einen Schritt vorangekommen.
Die „neue“ Museumshalle ist zugleich auch der neue Eingang zum Museum – jetzt Messinghof 3 in Kupfermühle. Große Gruppen werden zu (fast) jeder Tageszeit nach Anmeldung geführt. Für angemeldete Gruppen ab sechs Personen ist die Führungsgebühr inklusive. In den erweiterten Öffnungszeiten von Mittwoch bis Sonntag 13:00 bis 17:00 Uhr in der Saison können Einzelbesucher und kleine Gruppen das neue Museum für 5,- Euro pro Erwachsenen bzw. 2,- für Kinder und Schüler besuchen.











Historischer Rundgang
Historischer Rundgang

Mit der Präsentation der historischen Sammlung der „Gisela- und Bodo-Daetz-Stiftung“ an Kupfer- und Messingwaren und Exponaten der Fabrikgeschichte beginnt die neue Ausstellung. Durch einen historischen Rundgang in deutscher und dänischer Sprache werden die Gäste in die Thematik geführt. Ein Durchgang führt in die Werkstatt mit den alten Kupfer- und Eisenschmieden und den ersten elektrisch betriebenen Maschinen. An Wasserrad und Holzhammerwerk vorbei geht es in den ältesten Gebäudeteil, die Maschinenhalle. Geprägt wird sie durch eine imposante denkmalgeschützte 700 PS-Dampfmaschine, die über einen Elektromotor betrieben wird. Eine Stanze aus den 50er Jahren zeigt, wie die Produktpalette um Besteckteile erweitert wurde. In einer Schauvitrine mit Vorführtresen wird die umfangreiche Sammlung von Dampfmaschinenmodellen ausgestellt. Die meisten Maschinen können vorgeführt werden.
Dem Besucher werden Industriegeschichte, Technik- und Sozialgeschichte am Beispiel der alten Kupfer- und Messingfabrik, die von 1600 bis 1962 Bleche und Folgeprodukte in Kupfermühle herstellte, anschaulich vermittelt. Erweitert wird das Konzept durch einen Lese- und Vortragsbereich mit Multimedia-Vorführungen und einer museumspädagogischen offenen Werkstatt. Hinzu kommen vier Spielstationen (noch im Aufbau) für die jüngsten Besucher, um an Schnitt- und Kurbelmodellen alte Techniken selbst auszuprobieren.

Museumshalle
Museumshalle

Doch das neue Industriemuseum ist nur der Beginn einer gesamtheitlichen Museumslandschaft. Da die architektonische Struktur der alten Direktorenhäuser und der historischen Arbeiterwohnungen aus dem 17. Jahrhundert neben den Produktionsstätten noch erhalten ist, wird auch dieser Teil weiter entwickelt. In dem ersten Direktorenhaus – dem Turmhaus- und den Nebengebäuden, in denen bisher das „Kobbermølle Museum“ seine Ausstellung zeigte, wird ab dem nächsten Jahr das Sozialleben und die Baugeschichte Kupfermühles durch mehrere Jahrhunderte gezeigt. Kleine Sonderausstellungen zu regionalen Themen und Vortragsreihen werden das Programm erweitern.
Ein neues Logo wurde von der Grafikerin Susanne Thum, die in Kupfermühle lebt, entworfen. Sie war außerdem eine Unterstützung bei der Gestaltung der Ausstellungstafeln. Viele Menschen haben auch ehrenamtlich an dem Museumsausbau mitgewirkt.

Susanne Rudloff,
Wissenschaftliche Museumsleiterin

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