Wie viele Menschen träumen wohl davon, am Meer zu leben? Doch in ihren Wunschbildern regnet es nicht und der Wind ist nur eine erfrischende Brise. Wer sich nun zwischen Regenstiefeln und Pfützen nach Wärme oder Abwechslung sehnt, kann dies auf einer Reise finden. Auch Pläne für den nächsten Sommer erhellen die Laune. Diese Tipps helfen, die richtige Tour zu finden.
Wer seinen Resturlaub zum Aufwärmen nutzen möchte, kann dies in Ländern mit ganzjähriger Gutwettergarantie tun. Dazu zählen die Kanaren und Ägypten, wobei letzteres Ziel günstiger buchbar ist. „Man soll sich stark wundern“, sagt Saskia Steinke aus dem Reisebüro Peelwatt, „aber die Türkei ist wieder im Kommen.“ In diesem Jahr wurde das Ziel wegen der politischen Unruhen eher gemieden. Doch viele Familien haben sich das Land für eine spontane Reise während der Herbstferien ausgeguckt.

Kurz und knackig











Martina Arens und Anna Drews organisieren Reisen für Neubauer Touristik und beobachten die Entwicklung: Immer mehr Menschen verreisen kürzer, dafür häufiger. Dazu eignen sich Busreisen über drei bis vier Tage mit Zielen, die nicht allzu weit entfernt sind und daher weniger Fahrtzeit erfordern. „Der Trend geht weg von den großen Metropolen“, sagt Drews. Weniger führen in die Großstädte, sondern suchten auf dem Land nach Ruhe. Auch dort können Orte besichtigt werden.
Eine beliebte Kurzreise geht zur Weinlese an die Mosel, wo Frieden, Natur und Genuss miteinander verbunden sind. Trotz der Suche nach Ruhe stellen die Veranstalter immer ein Programm mit Rundfahrten oder Stadtführungen zusammen. Nach wie vor ziehen auch Fahrten, bei denen ein bestimmtes Event wie Musicals, Konzerte oder die Bundesgartenschau im Mittelpunkt stehen.

Wintersport

Im Oktober brach die erste Gruppe zum Skifahren auf – auf den Gletscher in Sölden. Anna Drews ist für die Skireisen mitverantwortlich und hat die Zahlen im Blick: Ab 1.800 Metern Höhe kann sie davon ausgehen, dass der für den Sport benötigte Schnee gesichert ist. Im vergangenen Winter halfen alle Rechnungen der Veranstalter nichts, weil das Wetter nicht mitspielte. So musste eine Langlaufgruppe im Februar zwangsläufig wandern gehen.
Die Busse von Neubauer Touristik verfrachten die Sportler über Nacht ins Skigebiet, damit sie am Ankunftstag direkt auf die Piste können. Es sei für viele wichtig, keine Zeit zu verlieren. Darum sind sie vorab gut ausgestattet: Entweder nehmen sie ihr eigenes Equipment mit oder mieten es im Flensburger Skiverleih. Dort können die Kunden ohne Zeitdruck den passenden Schuh auswählen.
Lohnenswert sei ein Besuch von Saalbach Hinterglemm, dem größten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs, das sich für die anstehende Saison eine neue Gondel zugelegt hat.

Veranstalter belohnen
Spontane

Früher planten die meisten Menschen ihren Urlaub langfristig. Durch die unsichere Lage auf der ganzen Welt, seien sie vorsichtiger geworden. Daher warteten viele ab und buchten lieber kurzfristig, wenn sie wissen, wie es am Reiseziel bzw. zu Hause aussieht. „Es geht nicht unbedingt um die Sicherheit im Ausland, sondern auch um die Sorge um Haus und Hof“, berichtet Steinke. So verhinderte im letzten Jahr die Flüchtlingssituation die eine oder andere Fahrt. Auch preislich habe es sich so verschoben, dass Veranstalter eher die kurzfristig Buchenden belohnen.
Für die Organisatoren der Bustouren ist diese Spontanität problematisch. Die Hotels verlangen acht Wochen vor dem Check-in feste Zusagen und Angaben über die benötigte Zimmerzahl. Wenn bis dahin nicht genug Anmeldungen vorliegen, müssen die Veranstalter die Reise für alle absagen. Falls sich danach doch genügend Teilnehmende melden, ist es leider zu spät und für alle Beteiligten ärgerlich.
Für Busreisende gilt daher die Faust-
regel, sich besser früh anzumelden, bevor es zu spät ist. Etwas mehr als acht Wochen reichen aus. Anders ist es, wenn die Fahrt garantiert stattfindet. Dann können meistens noch kurzfristig Plätze und Hotelzimmer vergeben werden. Finanziell spielt der Zeitpunkt keine Rolle, da die Preise feststehen.

Gruppendynamik

Wer sich früh festlegt, ist sich außerdem seines Platzes sicher. Denn je nach Popularität des Ziels ist es schnell ausgebucht, beispielweise die sechs- bis zehntägigen Rundreisen durch Skandinavien. Die nordische Gegend ist bekannt für tolle Landschaften und verängstigt nicht durch Terroranschläge.
Bei Rundreisen durch Spanien, Portugal und Italien sind die Teilnehmer komfortabel aufgehoben – zunächst im Flugzeug und dann im Neubauer-Bus, der anders als örtliche Fahrzeuge hohen Standard verspricht. Die Fahrer sprechen Deutsch, was Sicherheit vermittelt.
Die Zusammensetzung der Reisegruppen lasse sich nicht steuern und sei demnach mal besser und mal schlechter. „In der Regel ist das nie ein Problem“, sagt Martina Arens. Unter den Teilnehmenden, die meistens über 70 Jahre alt sind, entstünden viele schöne Beziehungen und süße Geschichten. So erinnern sich die Kolleginnen an eine Witwe und einen Witwer, die im anderen einen Leidensgenossen fanden. Nun führen sie regelmäßig zusammen weg und erlebten ihren zweiten Frühling.
Alleine unterwegs

Wer ohne Gruppe verreisen möchte, hat die große Auswahl. Die spanischen Inseln liegen immer noch voll im Trend. Dessen ist sich das Tourismusgeschäft bewusst und hat die Preise stark angezogen. Im arabischen Raum sind durch die unsichere Lage einige Zielgebiete weggefallen, deren Kunden sich neu orientieren müssen. Zudem lieben viele Deutsche „ihre“ Insel Mallorca und nehmen die hohen Kosten in Kauf, die durch die wachsende Nachfrage entstehen.
Für alle, die die überfüllten und überteuerten Inseln meiden wollen, bietet Griechenland eine Alternative. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, wunderschöne Strände und Städte locken. Außerdem ist man innerhalb von drei Stunden dort.

Weiter weg

Junge Weltentdecker, die keinen weiten Flug oder Kulturschock scheuen, sind in Thailand günstig unterwegs. Mit dem Rucksack ist man flexibel und kann billige Inlandsflüge zur Fortbewegung nutzen. Die Lebenshaltungskosten sind günstig und für 3,50 EUR die Nacht bekommt man eine Bambushütte am Strand. Deutlich luxuriöser, aber ebenfalls nicht überteuert sind Übernachtungen in schicken Ressorts.
In den USA steht New York immer noch an erster Stelle der Traumziele. „Jeder will die Stadt mal gesehen haben“, berichtet Steinke. Für ihre Kunden sucht sie regelmäßig den Direktflug ab Hamburg heraus. Weniger interessant werde Kuba, weil der Massentourismus eingezogen ist. Steinke bedauert die Veränderungen: „Es ist schade, weil es noch ein Gebiet war, wo die Zeit stillstand.“
Generell verändere sich der deutsche Urlaubstyp. „Es gibt weniger von diesem typisch deutschen Reisenden, der vorm Frühstück sein Handtuch auf die Liege wirft“, erzählt Steinke. Immer häufiger miete sie bei der Buchung einen Wagen für die Kunden, damit sie sich vor Ort bewegen können. Einige wollten ins Landesinnere fahren und Land und Leute kennenlernen, wie sie wirklich sind.

Persönlicher Flughafen

Statt in Hamburg können Norddeutsche in Sonderburg ins Flugzeug steigen. Der kleine Flughafen ist mit dem Bus in 40 Minuten von Flensburg aus zu erreichen. Für alle oberhalb des Nord-Ostseekanals lohnt sich der Weg Richtung Norden. Das Streckennetz wird noch ausgebaut, regelmäßige Flüge gehen bereits nach Kopenhagen. Dadurch ist das Gelände übersichtlich und weniger Kräfte zehrend als größere Reisestationen. Die Mitarbeiterinnen von Neubauer Touristik haben gute Erfahrungen damit gemacht: Bei einer Sonderreise nach Rom stand vor dem Abflug ein Buffet mit Snacks und Getränken für die Gäste bereit.

Sicher schippern

„Kreuzfahrten boomen ohne Ende!“, bemerkt Saskia Steinke. Die Rundreise mit dem Schiff begeisterten viele Kunden, da sie sich jeden Morgen an einem anderen Ort wiederfinden und etwas erleben können. Diese Art des Reisens kommt somit der veränderten Mentalität entgegen. Anders die Preisentwicklung: Wer sich bereits ein Jahr vorher darauf festlegt, erhält sein Zimmer günstiger.
Alle Altersklassen finden den passenden Dampfer für sich. Familien und junge Leute erleben auf lockeren Clubschiffen wie AIDA oder TUI Cruises eine bunte, laute Zeit. Das Traumschiff oder die MS Hamburg, auf der maximal 400 Passagiere Platz finden, bieten den älteren Urlaubern eine erholsame Atmosphäre.
Einen großen Pluspunkt erhalten Kreuzfahrten für ihre Sicherheit. Sie sind kein Anschlagsziel und können kurzfristig umrouten, falls in einer der anvisierten Hafenstädte Unruhen aufkommen.

Bewegungstrend

Vielen Menschen ist es wichtig geworden, regelmäßig Sport zu machen. „Der Fitness-Hype hält an“, weiß Anna Drews. Darauf wollen viele im Urlaub nicht verzichten. Die Hotels gehen auf das Bedürfnis ein, indem sie Fitnessbereiche einrichten und auf ausgewogene Ernährung sowie Sonderwünsche achten, wenn sie vorab angemeldet werden. So kommen auch Veganer auf ihre Kosten. Für die Bewegungsliebhaber bieten die Organisatoren von Neubauer Touristik zwischen April und Oktober Busreisen mit dem Fahrrad an. Dazu hat jeder sein eigenes Rad dabei, an das er gewöhnt ist und das auf ihn eingestellt ist. An Sammelpunkten oder teilweise sogar zu Hause übergibt man es vor der Reise dem Busfahrer, der es im Anhänger etwa nach Spanien fährt. Die Reisenden fliegen an den Zielort und „erradeln“ sich die Umgebung, begleitet von einem Gruppenführer. Bei diesen Reisen ist das Gemeinschaftsgefühl sehr groß und viele lassen sich schon fürs nächste Jahr vormerken, bevor die Kataloge veröffentlicht sind. In ihnen steht der Schwierigkeitsgrad und wie die Strecke charakterisiert ist – ob flach oder steil. Diese halten sich in Grenzen, sodass die Teilnehmenden, in der Regel über 65 Jahren alt, gemütlich radeln und die Gegend anschauen können.

Eigene Meinung bilden

„Kein Reiseveranstalter auf dieser Welt würde in ein Zielgebiet reisen, wo die politische Lage so angespannt ist, dass man um sein Leben fürchten müsste“, sagt Steinke. Wenn Reisewarnungen vom Auswärtigen Amt vorliegen, können Kunden stornieren oder kostenfrei umbuchen. Daher könnten Reiselustige ihren Beratern vertrauen und sich nicht von Negativschlagzeilen der Medien abhalten lassen. Steinke befand sich während der Flüchtlingskrise auf der griechischen Insel Kos. Ihre Beobachtungen deckten sich nicht mit den Medienberichten, die sie für dramatisiert hält.
Die Kolleginnen sind sich einig, dass jeder sein inneres Gefühl beachten und seine eigene Meinung bilden sollte. Selbstverständlich koste es Mut, sich trotz der Schrecknachrichten in ein Flugzeug zu setzen. „Aber Reisen ist mit das Schönste, was es gibt!“ Außerdem erleben sie, dass überall etwas passieren kann. Als Arens im September auf Kreta war, wurde die Flensburg Galerie wegen Bombendrohung evakuiert.
Was passiert, wenn weniger Menschen Geld in den Tourismus investieren, zeigt sich aktuell in der Türkei. Viele Hotels stehen leer, weshalb sie Personal abbauen müssen und der Standard nicht gehalten werden kann. Das verärgert die Gäste, die womöglich nicht wiederkommen. „Es ist eine Endlosschleife und sehr traurig, wenn solche Länder wegfallen.“
Im Koffer dabei

Wer sich trotz allem für eine Reise entscheidet, sollte im Reisebüro nicht direkt die angebotenen Versicherungen ausschlagen. Es gibt günstige Komplettpakete, die ein Sicherheitsgefühl vermitteln. Wenn man sich eine Woche vor der Fahrt ein Bein bricht oder beim Einsteigen in den Bus unglücklich umknickt, ist man dankbar, eine entsprechende Versicherung zu haben. Niemand möchte für eine verpasste Fahrt 80 % der Kosten zahlen, wenn das Versicherungspaket nur rund 30 EUR Aufschlag bedeutet hätte.
Martina Arens versteht, dass es den Gästen im Urlaub um das Schöne geht und sie sich in dem Zusammenhang nicht mit Papierkram beschäftigen wollen. Doch sie wünscht sich, dass sie nicht am falschen Ende sparen. Deswegen spricht sie jeden Buchenden darauf an. Und wenn dann alle Hürden genommen sind, können sich die Urlauber entspannen, auf Entdeckungstouren gehen und Erinnerungen sammeln. Dabei darf aktuell der Selfie-Stick nicht fehlen. Die Stange, an der das Smartphone befestigt wird, um sich mit ausgestrecktem Arm selbst zu fotografieren, ist ein Gag auf der Reise und erleichtert das Aufnehmen von Porträts oder Gruppenaufnahmen. Viele Jüngere nutzen das Smartphone als Kamera, da sich die Bilder dann schon auf dem Gerät befinden, mit dem sie sie in den sozialen Netzwerken posten können. So wissen in der Heimat alle Bescheid, was sie gerade erleben und wie es ihnen geht.
Lisa Dauth

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