OB SImon FaberLiebe Flensburgerinnen und Flensburger,

wie immer ist der Jahreswechsel ein guter Anlass für die Rückschau auf das vergangene Jahr und einen Ausblick in das Neue. Dieses Mal ist eines klar: Ereignisreich war das Jahr 2015 – und 2016 wird auch nicht ohne!
Seit dem Sommer 2015 sind die Flüchtlinge zum dominierenden Thema in Europa, in Deutschland und in den Kommunen geworden. Eine völlig neue Situation erleben wir seit September am Flensburger Bahnhof, durch den Tausende von Flüchtlingen ihre Reise nach Skandinavien führt. Mit beeindruckendem Engagement unterstützen unzählige freiwillige HelferInnen mit Lebensmitteln, Kleidung, Betreuung und Ansprechpartnern vor Ort, während im Hintergrund eine ganze Reihe von städtischen Einrichtungen von der Berufsfeuerwehr über die Hausmeister bis hin zu Reinigungskräften und Busfahrern dafür sorgen, dass der tägliche Ablauf mit Übernachtungsmöglichkeiten, medizinischer Versorgung und Logistik funktioniert. Ein insgesamt erfolgreiches Zusammenspiel – dennoch liegen die Kernaufgaben der Stadt woanders:
Die größte Herausforderung für die Stadt Flensburg – wie für viele andere Städte in Deutschland – ist die laufende Unterbringung der zugewiesenen Asylbewerber. Kamen Anfang des Jahres noch zwischen 6-8 Personen in der Woche, erwarten wir nun rund 90, die hier bei uns jede Woche in Flensburg untergebracht werden müssen. Längst reicht die bis zum Sommer praktizierte Unterbringung in einzelnen Wohnungen im gesamten Stadtgebiet nicht mehr aus. Deshalb schafft die Stadt bis zum ersten Quartal Unterkünfte für bis zu 1.600 Personen an verschiedenen größeren Standorten im Stadtgebiet. Kein leichtes Unterfangen, dieses im erforderlichen Tempo und in der gewünschten Weise umzusetzen. Sehr zufrieden bin ich damit, dass wir es vorerst geschafft haben, bei den Asylbewerbern, die für einen längeren Zeitraum hier bei uns bleiben werden, Unterbringungen in Zelten oder Turnhallen zu vermeiden. Dies ist nicht unbedingt selbstverständlich, wenn man sich anderenorts umschaut. Schon im Januar werden wir über weitere Standorte beraten, denn derzeit lassen die bundespolitischen Weichenstellungen nicht erkennen, dass der Zustrom sich wesentlich reduziert. Die Diskussion darüber muss auf europäischer und nationaler Ebene daher weitergeführt werden – vor Ort sollte gelten, dass wir die Menschen ordentlich unterbringen und ihnen gute Nachbarn sind.
Die Konzentration auf das akute Krisenmanagement und die Vorbereitung auf eine möglichst erfolgreiche Integration derjenigen Flüchtlinge, die eine dauerhafte Bleibeperspektive in Deutschland haben, sollte den Blick aber nicht zu sehr einengen. Schließlich ist die beste und notwendige Voraussetzung für alles andere, dass Flensburg sich insgesamt gut entwickelt. Dass die Zeichen insgesamt auf Wachstum stehen, hat Flensburg auch 2015 eindrucksvoll demonstriert.
Denn Flensburg wächst! Wir haben inzwischen mehr als 92.000 Einwohner und mehr als 9.000 Studierende an unseren beiden Hochschulen. Eine tolle Entwicklung, die aber auch einige Aufgaben für uns bereithält. Eine der vordringlichsten Herausforderungen ist die Schaffung von mehr Wohnraum. Am Wasserturm, in der Gartenstadt Weiche, an der Alten Gärtnerei, auf der Canzeley und am Kaysershof sind die Bauarbeiten voll im Gange. Am Skolehaven an der Duburger Straße ist gerade der erste Spatenstich erfolgt, und noch im Frühjahr soll eines der größeren Projekte im Bahnhofsumfeld starten. Viele weitere innerstädtische Wohnstandorte sind in der Realisierung – stärker müssen wir uns allerdings darum kümmern, dass auch günstigerer Wohnraum entsteht. Ein Flensburger Dauerthema – manchmal auch Reizthema – ist inzwischen in einer sehr guten Entwicklung: Mit gleich 4 anspruchsvollen Hotelprojekten wird Flensburg für unsere vielen Gäste noch attraktiver werden: Das Hotel Alte Post hat zu Beginn des Jahres eröffnet und hat bereits viele zufriedene Besucher gehabt, am Kaysers Hof wird kräftig gebaut, neben dem Rathaus kann es im nächsten Jahr voraussichtlich losgehen, und auch in Sonwik gibt es vielversprechende Pläne. Das ist gut für den Tourismus und damit auch gut für unsere Stadt, da der Bedarf immer noch deutlich erkennbar ist. Die Übernachtungszahlen haben sich seit 2010 um gut 40% gesteigert. Eine tolle Entwicklung, die zeigt, das nicht nur Flensburger ihre Stadt schätzen!
Stärker als bisher werden wir uns auch dem Sport widmen: Über 22.000 aktive Sportler zählt unsere Stadt nach einer aktuellen Umfrage im Rahmen der so genannten Sportentwicklungsplanung. Es gibt Sanierungsbedarf, den Wunsch nach mehr Kommunikation mit der Stadt und auch besserer Zusammenarbeit der Vereine untereinander – gerade weil die Mittel insgesamt begrenzt sind. Umso wichtiger, dass wir gemeinsam mit einem erfahrenen Institut, dem Sportverband, den Sportvereinen und verschiedenen Interessengruppen in den Dialog getreten sind, um zu ermitteln, welche Prioritäten gesetzt und welche Bereiche in Zukunft vorrangig ertüchtigt werden sollen. Auch im Schulbereich konnten wir 2015 ein deutliches Signal setzen: Gleich drei Grundschulen sollen mittelfristig durch Neubauten ersetzt werden, weil sich die Instandhaltung nicht mehr lohnt. Die Planungen laufen nun an, auch in der Erwartung, dass wir Investitionszuschüsse des Landes einsetzen können. Ohnehin werden wir viele Leistungen und Investitionen nur mit zusätzlichen Mitteln aus Land und Bund erbringen können.
Es lohnt aber der Blick auf die eigene Wirtschaftskraft: Viele Unternehmen haben auch 2015 wieder auf Flensburg gesetzt, investiert und Arbeitsplätze geschaffen. Die Gewerbesteuern erreichen wieder das Niveau vor der Finanzkrise, unsere Arbeitslosenzahlen sind seit Jahrzehnten endlich wieder deutlich unter 10%, und wir haben damit mehrere andere Städte in Schleswig-Holstein deutlich abgehängt. Erfreulich ist insbesondere, dass auch viele Langzeitarbeitslose den Weg in einen Job gefunden haben, und dass es sowohl deutsche wie auch dänische Unternehmen sind, die das ermöglichen. Wie gut also, dass Flensburg nicht am Rande, sondern mittendrin liegt. Zu Recht strahlt deshalb die Kampagne „Zwischen Himmel und Förde“ Selbstbewusstsein aus. Knapp 30 namhafte Firmen und Einrichtungen machen bereits mit, um unser Image nach innen wie nach außen zu stärken. Schauen Sie unter (http://wir.flensburg.de/) unbedingt mal hinein. Z. B. wirbt dort unsere SG mit dem schönen Spruch: Hauptsache eine Handbreit über Kiel! Dass das unserer SG am 14. Februar wieder gelingt, wünschen wir uns – wie ich Ihnen allen ein erfolgreiches 2016 wünsche!











Ihr Simon Faber
Oberbürgermeister

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