Uwe Ottens
Uwe Ottens

Es liegt nahe, wenn Uwe Ottens den Fokus seiner Erinnerungen auf Glücksburg richtet. Hier sind seine Wurzeln. Hierher ist er nach seiner langjährigen Berufstätigkeit in Afrika zurückgekehrt. Er ging als bürgerliches CDU-Mitglied der Stadtvertretung für Glücksburg in die Kommunalpolitik und brachte sich darüberhinaus in Sport und Gesellschaft ehrenamtlich ein, wobei für ihn persönlich Sport bis heute Lebenselixier ist. Er wiederholte allein 40mal das Sport­abzeichen! Beim TSV Glücksburg 09 war Ottens von 1978 bis 2002 Sport­abzeichen-Prüfer und Kampfrichter beim DLV. Die Liste seiner Ehrenämter ist lang. Die Stadt Glücksburg hat Ottens als Anerkennung für besondere ehrenamtliche Leistungen mit einer Urkunde
gewürdigt.

Zu den Hobbys die Uwe Ottens besonders pflegt, gehört die Sammlung von 1.300 Büchern über afrikanische Literatur in deutscher Sprache. Das älteste dieser Bücher ist von 1845. Das wohl berühmteste in der Sammlung schrieb Adolf Friedrich Herzog zu Mecklenburg mit dem Titel „Vom Kongo zum Niger und Nil“!
Uwe Ottens war fast 14 Jahre alt, als er in den Kriegswirren 1945 mit seiner Mutter und den drei jüngeren Schwestern in Glücksburg Unterkunft im Hause seiner Großmutter Magdalene Ottens fand.











Großmutter lebte im Prinzenpalais, dem heutigen Magdalenenhof, der sich von der Flensburger Straße 1 bis in den Prinz-Friedrich-Ferdinand-Damm erstreckt – in nächster Nachbarschaft zum Schloss Glücksburg. Die Großeltern Ottens kamen aus Flensburg. Die Großmutter entstammte der Flensburger Reeder-Familie Brodersen, die auch Mitbegründerin der Werft gewesen ist. Für seinen Ruhestand hatte der Großvater das geschichtsträchtige Prinzenpalais gekauft und war mit seiner Familie nach Glücksburg gezogen.

Zum Magdalenenhof gehörte auch ein Bauernhof

1945 war Glücksburg vollgestopft mit Flüchtlingen. Hier hatten die Menschen das äußerste Ende Deutschlands mit Schiffen, Pferdegespannen und zu Fuß erreicht. Uwe Ottens erinnert sich noch genau daran, als die Großmutter an der Haustür sehr irritiert gefragt hatte, ob wir wirklich die Ottens sind, die hier vor ihr stehen: Ja, wir waren es. Mutter und wir vier Kinder!

Im Magdalenenhof herrschte drangvolle Enge. Jeder Quadratmeter des Hauses war von Flüchtlingen dicht bewohnt. „Und dennoch lebten wir im reinen Luxus“, erinnert sich Ottens. Das Haus hatte nämlich vier Kochstellen und fünf Toiletten, was dazu beitrug schwierige Situationen zu entschärfen.
Zum Haus von Oma Magdalene gehörte auch ein Bauernhof mit etwa 10 ha Land. Die reichten aus, um 12 Kühe, zwei Pferde, Schweine und Hühner zu halten. Unter den vielen Flüchtlingen im Haus waren Helfer, die in der Landwirtschaft mit anpackten. Enkelsohn Uwe musste die Kühe vom Ortsausgang Glücksburg über die Flensburger Straße auf die Weide bringen und sie abends auch wieder zurückholen.

Glücksburg hatte eine eigene Molkerei in der Waldstraße. Milchmann Brockhus fuhr mit Pferd und Wagen durch den Ort. Mit seinen Spezialtanks für Voll- und Magermilch war er schon sehr modern ausgerüstet.
Wer einen Bauernhof hatte – egal wie groß oder klein – war Selbstversorger und bekam keine Fleischmarken. Die Abgaben der Bauern wurden streng kontrolliert.

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