Wärmende Sonnenstrahlen laden dazu ein, rauszugehen und das kleine oder große Gartenreich auf Vordermann zu bringen. Wann welche Schritte dran sind und welche Trends sich gut machen, weiß Jan Holweg.
Das Frühjahr ist für Jan Holweg das Highlight unter den Jahreszeiten. Zusammen mit seiner Mutter führt er den Fachmarkt Garten 2000 in Handewitt. Sie freuen sich, wenn die Kälte sich zurückzieht und so manche Winterdepression mitnimmt. Mit der Sonne kämen die Kunden wieder heraus und es werde endlich wieder bunt. „Sobald man mit dem Spaten in den Boden kommt“, ist es Zeit für die Gartenpflege.

Rasen lüften und auffüllen











Wie in den vergangenen Jahren war der Winter so mild, dass überall Moos sprießt. Wer seinen Rasen pflegen möchte, muss ihn zunächst davon befreien. Dazu vertikutiert man ihn am besten. Dieser Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern vertical und cut zusammen, was übersetzt so viel wie vertikales Mähen bedeutet. Mit dem Vertikutierer, dem entsprechenden Gerät für den Vorgang, ritzt man die Grasnarbe an. Dadurch lockert sich das Moos und der Rasen bekommt mehr Sauerstoff. Wichtig ist, dass neue Saat an die freien Stellen kommt. Wenn die Lücken nicht geschlossen werden, setzt sich Unkraut schnell hinein.
Mit dem richtigen Dünger kann man den Prozess unterstützen. Rasen haben Langzeitdünger lieber, weil er über zwei bis drei Monate kontinuierlich wirkt. Sorten wie Blaukorn sorgen für einen schnellen Schub, den nicht alle Pflanzen benötigen. Der Rasen würde an den gedüngten Stellen hochschießen und man käme mit dem Mähen nicht hinterher.

Deko für Ostern

Zum Osterfest kann man seinen Hauseingang mit Körbchenpflanzen schmücken, für die sich die farbenfrohen Stiefmütterchen und Hornveilchen eignen. Letztere sind in diesem Frühjahr angesagt und zudem sehr pflegeleicht. Sie fühlen sich im Außenbereich wohl, egal ob im Beet, Topf oder Balkonkasten. Nur in Wohnräumen sollte man sie nicht abstellen, da sie nicht an Zimmertemperaturen gewöhnt sind. Hornveilchen halten Frost aus und richten sich nach schlechtem Wetter wieder auf, sodass sie länger halten als ihre größere Version, die Stiefmütterchen.
Ein Trend aus Holland, der sich langsam in Deutschland etabliert, sind XXS-Gärten. Das sind bepflanzte Gefäße mit Mini-Gartenmöbeln und Häuschen, in die allerdings nicht mal ein Vogel einziehen könnte. Idylle für das Fensterbrett zum Träumen von lauen Sommernächten, wenn man selbst wieder draußen Platz nehmen kann.
Alles, was im Sommer blühen soll, sollte man jetzt pflanzen. Zwar ist es auch später möglich, aber viele verschieben ihre Pläne für die Gestaltung des Außenbereichs und vergessen sie schließlich. Jan Holweg hat die Erfahrung gemacht: „Gartenarbeit ist in den Köpfen der Leute fest mit dem Frühjahr verbunden.“ Sein Tipp lautet daher, lieber jetzt zu pflanzen, wenn man daran denkt und eine Vorstellung davon hat. Dann wird man im Sommer mit blühenden Sträuchern und Blumen belohnt.

Eigene Nahrungsmittel

Nicht nur Schönes, sondern auch Schmeckendes kann man in den Garten setzen. „Dann weiß man, was man hat“, sagt Jan Holweg. Er produziert die Nutzpflanzen selbst und steht hinter deren Qualität. Bei ihm wird nichts gespritzt, worauf viele seiner Kunden Wert legen. In Dünger, Erde und Pflanzen ist bei Garten 2000 Bio drin, auch wenn es nicht draufsteht. Alle Sorten zertifizieren zu lassen, wäre sehr aufwendig und teuer. Darum tragen nur seine Kräuter das grüne Abzeichen.
Kräuter können drinnen und draußen stehen – je nachdem, ob man sie lieber direkt in der Küche zum Kochen griffbereit hat. Von den Pflänzchen abnehmen sollte man maximal ein Drittel, damit sie genug Kraft haben, sich wieder aufzufüllen. Wer sein eigenes Gemüse anbauen will, kann dies sowohl im Beet als auch in Töpfen auf Balkon und Terrasse tun. Kürbisse, Kohl und Salat brauchen viel Platz, sodass man sie besser in den Garten setzt oder den Kompost damit begrünt.

Gemüse warmhalten

Zucchini und Tomaten lassen sich im April auf dem Fensterbrett hochziehen oder ab Mai im Gartengeschäft als große Pflanzen kaufen, die dann in den Außenbereich gestellt werden. Sobald sie auf dem Fensterbrett eine Höhe von 30 cm erreicht haben bzw. das Wetter warm genug ist, können die Nutzpflanzen raus. Allerdings sollte man sie nachts ins Haus holen, falls es noch einmal frieren sollte. In einem beheizten Treibhaus kann man die Temperaturen regulieren und sicherstellen, dass sich dessen Bewohner wohlfühlen. Eine günstige Alternative sind Kerzen als Wärmequelle. In einem kleinen Treibhaus sorgen sie für angemessene Temperaturen. Jan Holweg schlägt Bastlern vor, aus Kerzen einen kleinen Terrakottaofen zu bauen. Im Internet finden sich Anleitungen unter dem Suchbegriff Teelichtofen.

Zierender Beton

Unter den Dekorationstrends wurden Keramiktöpfe von leichteren Gefäßen abgelöst. Mit Betonspray ummanteltes Fieberglasgitter sieht massiv aus, wiegt aber deutlich weniger. Vor allem bei Pflanzen mit hohem Eigengewicht ist das hilfreich, falls man sie umstellen möchte. Ein weiterer Vorteil gegenüber den Terrakottatöpfen: Fieberglas ist wetterbeständig, frost- und schlagfest. Dadurch kann es problemlos das ganze Jahr über draußen stehen. Preislich liegen beide Materialien gleich auf, sodass Kunden sich nicht daran zu orientieren brauchen. Tatsächlich aus Beton werden kleinere Exemplare für Zimmerpflanzen angeboten – durch die Größe sind sie aber tragbar.
Neben dem Dauerbrenner Anthrazit zieht sich Mintgrün in diesem Frühjahr durch die Schaufenster. Töpfe, Kissen und Service sind darin eingefärbt und bringen optisch Leichtigkeit mit. Seit Jahren funktioniert der Vintage-Stil, der nun eine weitere Saison erlebt. Jan Holweg bietet original benutzte Wein- und Apfelkisten an, die sehr gefragt sind. So sehr gefragt, dass es langsam schwierig wird, an welche heranzukommen. Denn Weinhändler stellen auf Plastikkisten um, die als weniger dekorativ empfunden werden. Die Holzkisten, denen man ihre Geschichte ansieht, lassen sich als Regelelemente benutzen oder locker als Dekorationselement in Haus und Hof aufstellen.
Text: Lisa Dauth,
Fotos Benjamin Nolte

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