Gedanken von Ron Jeromin zum Kessel 12 der Stadtwerke Flensburg GmbH:

Die erste Entscheidung, mit der ich im Planungsausschuss (SUPA) beschäftigte, war die Leitungsführung der Hochdruck-Gas-Leitung für den neuen Kessel 12 der Stadtwerke Flensburg GmbH (SWFL). Dem vorangegangen sind natürlich Proteste und Bürgerinformationen, denen sich der Projektleiter mit Ruhe gestellt hat. Worum ging es? Soll die Trasse durch Wohnraum oder lieber durch schützenswerte Natur (sog. FFH-Gebiet)?







Dem Ingenieur und dem Risikomanager in mir ist nach der Recherche die Antwort klar gewesen. ,,Baut das Ding durchs Wohngebiet!“ Es gibt keine katastrophalen Unfälle mit dieser Art Leitung, die Risikoüberwachung ist eng und die Mehrkosten der Zerstörung der Natur waren Argumente genug, die Planungen der städtischen Tochter in Verbindung mit dem Fachbereich Entwicklung und Innovation (EI) zu unterstützen.

,,Wenn ein Bagger die Leitung aufhaut, dann fliegt uns die ganze Straße in die Luft!“
polterte ein nunmehr ausgeschiedener Ratsherr; zweifelsohne keine Fachkenntnisse.

Es gibt Risiken, die zu ertragen sind. Natürlich könnte man es dabei belassen, diese Fantasie zu bewerten. Fakt ist, dass so manche flensburger Hofausfahrt deutlich mehr Risiken birgt, als die geplante Leitungsführung. Dieses Risiko ist aber wohl bekannt und im Erfahrungshorizont vieler Menschen verankert, deshalb wird hier mit zweierlei Maß gewertet. Ein klasse Beispiel ist dafür auch der Kommentar vom E** im entsprechenden SHZ Artikel. Ertragen muss der Politiker auch, dass objektive Entscheidungen manchmal von Vielen subjektiv bewertet werden.

Es ist technisch – vielleicht aber auch volkswirtschaftlich klug, einen GuD Prozess (wir sprechen von einer Gasturbine) innerhalb der Erzeugungsmöglichkeiten der SWFL zu nutzen. Steinkohleverbrennung ist eine gute Technologie. Leider sind diese Geräte recht träge und können auf das aktuelle Energienetz nicht ausreichend schnell reagieren, weil Wind und Sonne eben nicht konstant eingespeist werden. Das starre Verhältnis zwischen Wärme und elektrischer Energie, das wir Flensburger aber so nicht nachfragen, Grenzen in der Umweltfreundlichkeit bzw. der Wirtschaftlichkeit tun Ihr Übriges, um nicht mehr ausschließlich auf Steinkohle zu setzen.

Ist die Gasverbrennung umweltfreundlich oder gar nachhaltig? Ja…eher nicht. Jedenfalls nicht nachhaltig, weil Ressourcen verbraucht werden. Umweltfreundlicher als Steinkohleverbrennung? Sicher! Sicher auch ein notwendiger Bestandteil, um die Energieerzeugung durch Wind und Sonne weiter ausbauen zu können.

Ausklammern möchte ich den Energiehandel, der grundsätzlich von mir kritisiert werden müsste, um ein Urteil abzugeben. Erwirtschaftet Herr Render gute Ergebnisse freut mich das, tut er das nicht, wird er die Konsequenzen tragen.

Auch unser Lebensstil wird nur mit Konsequenzen erkauft. Esse ich viel Fastfood nehme ich zu und werde krank. Selbst Kinder wissen : Esse ich Süßes und putze meine Zähne nicht, bekomme ich Karies!

-> Will ich IPad, Laptops und Straßenbeleuchtung rund um die Uhr, möchte auf Atomkraft verzichten und regenerative Energien ausbauen, gleichzeitig aber ein Kraftwerk mitten in der Stadt weiter betreiben, dann muss ich in den sauren Apfel beißen und eine äußerst sichere Gasleitung in meiner Siedlung ertragen.

FFH-Gebiet oder Straße?
Eine Luxusdiskussion, bei der einzelne uninformierte Politiker gerne die Position des empörten Bürgers einnehmen. Mit klarem Verstand das Ansinnen zu vertreten, diese Leitung mitten durch das FFH Gebiet zu verlegen, kann man nicht.

Das mag ich
Das mag ich Ich liebe es Ich muss lachen Einfach WOW! Das macht mich traurig Das macht mich wütend

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Jay
Gast
Jay

Absurde Angst. In vielen Städten sind Gasleitungen ÜBERALL. In Berlin etwa ist teilweise noch die (Gas-!)Etagenheizung üblich, damit zusammenhängend auch der Herd.

Eine neu verlegte und kartographierte Gasleitung gleich welchen Durchmessers ist solchen teilweise alten Leitungen doch wohl stets vorzuziehen!

Müslimann
Gast
Müslimann

Was für mich neu ist, dass Eure Bürger die vor allem aus den ärmsten Verhältnissen kommen und hier Schutz suchen und von uns und den Kinder die Wohnung und das Gas bezahlt bekommen, ausgerechnet Nachts heizen. Sie haben ein Luxusproblem, weil ohne Arbeit in der warmen Bude hocken. Wir konnten auch immer nur soviel Kohle kaufen, wie es unser Einkommen hergab. Mir ist klar wer hier für die Klimaschäden vorrangig verantwortlich ist. Warum sie auf Gas umstellen, wo jetzt wieder ERDÖL billiger wird? Das Wissen nur die TEUFEL die uns auf dem Gewissen haben. Sie wollen wohl weil sie aus… Weiterlesen »

Jörg Pepmeyer
Gast

Was soll uns der Beitrag sagen? Schon allein die Überschrift ist nichtssagend und auch im Beitrag selber wird mir nicht klar, wer mit den ewig Gestrigen und Idealisten denn konkret gemeint ist. Auch in der Sache vermisse ich einen roten Faden. Ganz abgesehen, von dem Begriff „Realität“, den Herr Jeromin selbstredend für sich vereinnahmt. Seine „Realität“ ist zudem ein subjektives Konstrukt, das von ihm ebensowenig erläutert wird. Zusammenfassend nichts anderes als einer dieser typischen Selbstdarstellungsbeiträge eines aufstiegsorientierten Kommunalpolitikers ohne politischen und diskursiven Nährwert.

Jeromin
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Jeromin

@ JP : Haben Sie nun aufgehört mit Ihren Anwälten von der Steinstraße zu spielen? Wie auch bei Ihrem Falschbehauptungen dort sind Sie auch hier auf der flaschen Fährte. Ich wünsche Ihnen ein Projekt bei denen Sie Ihre Fähigkeiten nutzbringend einbringen können. Ist es nicht so, dass Sie mich nicht blocken müssten, wenn Sie einen Diskurs aushalten könnten smile ?

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