Verkehrsminister Reinhard Meyer und sein Staatssekretär Dr. Frank Nägele unterzeichneten heute offiziell mit den beiden Geschäftsführern der DEGES Deutsche Einheit Fern-straßenplanungs- und -bau GmbH Dirk Brandenburger und Bodo Baumbach den Dienstleistungsvertrag für das Projekt. Darin wird die DEGES mit der Planung und dem Bau der neuen Brücke beauftragt. „Die DEGES, bei der das Land Schleswig-Holstein Gesellschafter ist, verfügt über enorme Erfahrungen im Brücken- und Tunnelbau sowie bei der Planung und Realisierung von Großprojekten wie etwa aktuell beim sechsstreifigen A7-Ausbau“, sagte Meyer. Das Land freue sich auf die bewährt enge und konstruktive Zusammenarbeit, um innerhalb der kommenden zwölf Jahre den Ersatzbau zu realisieren.

Wie der Minister weiter sagte, setze das Land vor allem auf das Qualitäts- und Projekt-management der DEGES, um das Bauwerk wirtschaftlich und termingerecht zu planen und in hoher Qualität zu übergeben. „Darüber hinaus bin ich sicher, dass die Erfahrungen, die gemeinsam beim Risikomanagement gesammelt werden, nützlich für weitere Projekte sein werden“, so Meyer. Hintergrund: Das Bundesverkehrsministerium hat im Rahmen der Reformkommission „Bau von Großprojekten“ die Rader Hochbrücke als ein Pilotprojekt für das Risikomanagement benannt hat. Ziel dabei ist, frühzeitig Kosten-Risiken zu ermitteln, um ein kostenstabiles Bauen zu ermöglichen. „Das schafft eine gute interne Transparenz, ist aber auch Voraussetzung für eine gute öffentliche Kommunikation, zu der sich das Verkehrsministerium und die DEGES bekennen“, so Meyer. So ist unter anderem vorgesehen, noch im Frühjahr eine erste Informationsveranstaltung für die Kommunen zu organisieren.







Meyer erinnerte auch daran, dass das Land derzeit versuche, die Rader Brücke im Rahmen der Änderung des Bundesfernstraßengesetzes auf eine Liste von Infrastruk-turprojekten zu setzen, für die ein beschleunigtes Klageverfahren gelten soll. Für die in dem Gesetz derzeit knapp 80 vermerkten Bauvorhaben fällt bei Klagen eine Gerichtsinstanz weg, was zu einer Beschleunigung von Klageverfahren von mehreren Monaten führen kann.

Nachdem der Dienstleistungsvertrag geschlossen ist, wird die DEGES im Rahmen der Vorplanung eine so genannte faunistische Planungsraumanalyse sowie eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. Ziel der Vorplanung ist es, unter Abwägung verschiedener Kriterien die bevorzugte Variante herauszuarbeiten, für die dann die detaillierte Entwurfsplanung aufgenommen wird. „Zeitlich besteht die Herausforderung, 2026 ein Bauwerk realisiert zu haben, um den Verkehr von der bestehenden Brücke aufzunehmen“, so Dirk Brandenburger.

Die Planung für ein Ersatzbauwerk der Rader Hochbrücke war erforderlich geworden, nachdem es im Sommer 2013 wegen Verschleiß an den Betonelementen zu einer Teilsperrung der Brücke gekommen war. Statische Nachrechnungen im vergangenen Jahr bescheinigten der Brücke eine Restnutzungsdauer von rund 12 Jahren.

(Quelle: Wirtschaftsministerium)

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