Drita Haxhijaj
Drita Haxhijaj

In dieser Serie berichten wir über Flensburger Bürger mit Migrationshintergrund und bringen Beispiele gelungener Integration. Es kommen Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern und ethnischen Volksgruppen zu Wort. Wir erfahren mit welchen Ängsten und Hoffnungen sie oftmals gekommen sind, um schließlich in Flensburg Fuß zu fassen. Dabei geht es bei weitem nicht allein um wirtschaftliche Erfolge und große Karrieren. Erstaunlich genug ist, mit welchen Anstrengungen diese Menschen ihr Ziel angesteuert haben, um in ihrer Wahlheimat wirklich anzukommen.

Drita Haxhijaj ist







Tochter eines kosovarischen Gastarbeiters

Drita Haxhijaj wurde vor 28 Jahren als Tochter eines kosovarischen Gastarbeiters in Flensburg geboren. Sie wuchs hier mit ihren drei jüngeren Geschwistern in einem behüteten Elternhaus auf. Der damalige Status ihres Vaters, als ungelernter Gastarbeiter von der Wirtschaft umworben und sofort in den Arbeitsprozess eingegliedert zu werden, erwies sich für Dritas Entwicklung und Bildungsgang als Glücksfall. Hinzu kommt, dass sie eine deutsche Mutter hat.

Die Wurzeln des damals 21jährigen Gastarbeiters Januz Haxhijaj sind im Norden des ehemaligen Jugoslawien – im heutigen Kosovo. Genauer beschrieben kommt Januz aus Istog/Verig, wo über 80 Prozent der Menschen in der Landwirtschaft arbeiten. Auch Januz lebte mit seinen Eltern und sieben Geschwistern von der Landwirtschaft. Sie hatten eigenen Grund und Boden, mit Kühen, Hühnern und Schafen. Der Ertrag reichte immer nur für den eigenen Bedarf – von der Hand in den Mund. Das musste bei aller Bescheidenheit zum Sattwerden reichen. Wenn sich Gelegenheitsarbeiten gegen bares Geld anboten, griffen alle zu. Es gab Schulen, aber keine Schulpflicht. Im Elternhaus von Dritas Vater aber galt Schulbildung als erstrebenswertes Ziel. Januz durfte die Schule besuchen. Anschließend musste er zum Militär. Politische und wirtschaftliche Probleme gab es damals wie heute immer im Kosovo. Deshalb waren die Werber mit ihren Gastarbeiter-Verträgen für Deutschland längst erfolgreich unterwegs! Auch Januz folgte diesem Aufruf. Zwei seiner Brüder und ein Onkel von ihm arbeiteten bereits in der holzverarbeitenden Branche in Flensburg. Drei weitere Brüder hatten Gastarbeiterverträge in Dänemark. Alle waren noch Junggesellen als sie kamen. Januz wurde bei der Tischlerei Brink in Flensburg angelernt und mit guten Zukunftsperspektiven eingestellt. Das ging viele Jahre gut, bis zur Schließung der Firma! Anschließend fand er sofort eine feste Anstellung bei einem großen Flensburger Tiefbauunternehmen, in dem er schon seit über 30 Jahren arbeitet. Rückblickend sagt seine Tochter Drita, dass ihr Vater aufgrund seines damaligen Gastarbei-terstatus sofort auch eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen hat. Und weil er sein Arbeitsverhältnis in Deutschland immer als gesichert sah, habe er nie, nicht einmal aus Angst, eines Tages in den ständigen „Unruheherd Kosovo“ ausgewiesen zu werden, an einen Einwanderungs- oder Asylantrag gedacht. Noch Ende der 1970er/80er Jahre sei der deutsche Pass für ihn nicht unbedingt erforderlich gewesen. Erst 20 Jahre später, als die deutschen Behörden ihn darauf aufmerksam gemacht hatten, sich einbürgern lassen zu können, sei er auf dieses Angebot eingegangen! Inzwischen hatte Januz in Flensburg eine Familie gegründet. Seine vier Kinder wurden in Flensburg geboren.

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