Sepukralkultur, lateinisch „sepulcrum“ – Grabpflege, ist die Kultur, die Tod, Trauer und Beerdigung umfasst. Darüber redet man nicht gerne, aber wir werden geboren, um zu sterben. Das ist der Lauf des Lebens. In der Vergangenheit sind die Menschen unterschiedlich damit umgegangen. Die Ägypter gaben vor Tausenden von Jahren den Verstorbenen Grabbeigaben aus Schmuck für die Ewigkeit mit.
In England gab es im 16. Jahrhundert den Brauch, anlässlich von Trauerfeiern und Beerdigungen als Erinnerung an die verstorbenen Personen Ringe zu verschenken. Es gibt nur wenige Informationen darüber, aus welchem Material die Ringe bestanden. Eines aber weiß man, Trauerschmuck wurde häufig aus Jet hergestellt.
Die Verstorbenen bestimmten noch zu Lebzeiten testamentarisch die Anzahl der Ringe, Broschen und Armbänder, und an wen sie verschenkt werden sollten. Für den Familienkreis gab es Ringe, Broschen und Armbänder aus Haar. Wichtig war, dass das Haar noch aus der Lebzeit der Verstorbenen stammen musste.
In wohlhabenden Kreisen wurde eine große Stückzahl von Ringen verschenkt. Beerdigungsteilnehmer trugen oft eine größere Stückzahl von Ringen an Halsketten. Dadurch erkannte man den sozialen Rang einer Person. Die Ringe hatten unterschiedliche Preisgruppen, woraus die Bildung, der Rand und der Stand einer Person erkennbar war. Aus persönlichen Aufzeichnungen des Engländers Samuel Pepys aus dem Jahre 1703 ist zu entnehmen, dass er verfügte, nach seinem Tod an Freunde und Bekannte 128 Ringe zu verschenken. Die damaligen Kosten beliefen sich auf 107 Englische Pfund.
Mit Beginn des 18. Jahrhunderts kam der Brauch aus der Mode und in Testamenten wurde verfügt, keine Ringe mehr zu verschenken.
Mit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde als Anerkennung von Trauer Schmuck aus Jet, besonders an Höfen, getragen. Jet ist ein durch Faulschlamm zersetztes Holz, das zu bituminöser Kohle wurde. Es war sehr teuer. Alternativ verwendete man Glas, Emaille, geschwärztes Holz und Onyx, später Ebonit und Bakelit. Schon in der Antike wurde Schmuck aus Jet gefertigt.
Aus Trauerschmuck entwickelte sich der im Oktoberjournal von mir beschriebene Haarschmuck wie Broschen, Ringe und Uhrketten für Taschenuhren.
Kurt Tomaschewski











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