Die Gemeindevertretung als oberstes Organ einer Gemeinde trägt in Flensburg die Bezeichnung „Ratsversammlung“. Ihr gehören aktuell 43 gewählte, ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger an. Die Ratsversammlung trifft die grundlegenden Entscheidungen und gibt den Rahmen für die Arbeit der Verwaltung vor.
Für die einzelnen Aufgabenbereiche hat die Ratsversammlung Ausschüsse gewählt, die ihnen übertragene Entscheidungen eigenständig treffen, zum anderen aber auch Entscheidungen der Ratsversammlung vorbereiten. Den Ausschüssen gehören Ratsmitglieder, vielfach auch bürgerschaftliche Mitglieder an.
Die 43 Ratsmitglieder gehören zu folgenden Parteien/Gruppierungen: 11 CDU, 9 SPD, 8 SSW, 5 Bündnis 90/Grüne, 5 WiF, 2 Linke, 2 FDP, sowie ein fraktionsloses Mitglied.
Wir haben die Fraktionsvorsitzenden gebeten uns zu erklären, welche Voraussetzungen aus ihrer Sicht ein potentielles Ratsmitglied erfüllen sollte, um für ihre Partei als Kandidat/Kandidatin für die Ratsversammlung überhaupt in Frage zu kommen.

Dr. Frank Markus Döring Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion Flensburg
Dr. Frank Markus Döring
Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion Flensburg

Aus unserer Sicht muss jemand für die Tätigkeit als Ratsmitglied mitbringen:











–    Verbundenheit zur Stadt und Region Flensburg

–    Bereitschaft, sich für andere einzusetzen

–    Aufgeschlossenheit für neue Themen und für mitunter sehr viele Daten, Fakten und Informationen

–    Freude am gemeinsamen Erarbeiten von Lösungen und

–    die dafür erforderliche Zeit (nebst verständnisvoller Familie).

 

 

Eine Ratsfraktion ist wie ein Orchester

Eine Ratsfraktion muss wie ein Orchester funktionieren, mit allen Unterschiedlichkeiten der Instrumente muss es harmonieren, denn das Konzert (die Rats- und Ausschussarbeit) muss gelingen.
Die Flensburger Ratsversammlung sollte deshalb, wie auch der Bundes- und Landtag, ein repräsentativer Querschnitt unserer Gesellschaft sein. Daher sind der Flensburger SPD Kandidaturen aus allen gesellschaftlichen Gruppen, mit verschiedenen Bildungsgängen und aus allen Berufen willkommen. Die unterschiedlichen Bildungs-, Arbeits-, und Lebenserfahrungen bereichern die Arbeit unserer Ratsfraktion. Je vielfältiger unsere Fraktion zusammengesetzt ist, umso mehr Sichtweisen haben wir auf die Probleme unserer Stadt.
Kommunalpolitik ist kein Lehrberuf oder Berufspolitik. Unsere Kandidatinnen und Kandidaten üben neben ihrem Mandat meist noch einen Vollzeitberuf aus, sind in einer Ausbildung oder kümmern sich um ihre Familien.
Wer im Rat und seinen Ausschüssen mitarbeiten möchte, muss vor allen Dingen Zeit und Leidenschaft für die Kommunalpolitik mitbringen. Die Kandidatinnen und Kandidaten müssen unsere Stadt aktiv gestalten wollen. Die notwendigen Kenntnisse über kommunale Selbstverwaltungsaufgaben, Rechtskunde und Rhetorik vermitteln wir vor der Wahl. Für die später Gewählten gibt es eine Reihe von Fortbildungsveranstaltungen. Die SPD bietet auf Bundes- und Landesebene Kommunalakademien an, die in allen kommunalen Handlungsfeldern, aber auch in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Bürgerdialog, sowie Veranstaltungs- und Sitzungsleitung Kompetenzen vermitteln. In Flensburg gibt es das Forum Bildungsarbeit der SPD-Flensburger Mitte, das im Vorfeld Schulungen für kommunalpolitisch interessierte Mitglieder, in den Bereichen Bau- und Planungsrecht, Kommunaler Haushalt, sowie Jugend- und Sozialpolitik anbietet.
Schon zu Beginn einer Wahlperiode bieten wir Interessierten an, als bürgerschaftliche Mitglieder der Fachausschüsse bei der Gestaltung unserer Stadt mitzuwirken. Hier kann man seine Ideen einbringen und die Arbeit konkret kennenlernen, ohne gleich alle Verpflichtungen eines Ratsmitgliedes auf sich zu nehmen. Auch während einer Ratsperiode gibt es häufiger Einstiegsmöglichkeiten. „Neue“ haben oft die Gelegenheit zum Mitmachen, wenn aufgrund von Arbeitsplatzveränderungen oder Umzugs ein Wechsel ansteht. Gleichzeitig wird so die Auswahl an Kandidatinnen und Kandidaten für ein späteres Ratsmandat größer. Besonders wünschen wir uns, dass die Ratsversammlung jünger und weiblicher wird: Mehr junge Menschen und mehr Frauen würden der Ratsversammlung gut tun.
Vor der Kandidatenaufstellung beschließt die Flensburger SPD unser Wahlprogramm. Alle unsere Mitglieder dürfen darüber mitentscheiden. Wenn wir unsere inhaltlichen Grundlagen erarbeiten, freuen wir uns auch über Hinweise und Anregungen von Stadtteilorganisationen, Vereinen, Verbänden oder Fachexperten. Selbstverständlich ist, dass alle Kandidatinnen und Kandidaten sich zu dieser Handlungsanleitung für die kommende Wahlperiode bekennen. Uns ist es wichtig, dass die Wählerinnen und Wähler vor der Wahl wissen, wofür die SPD steht und sich auch daran hält.
Bei der Aufstellung der Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahlkreise und Vorschlagsliste stehen die Persönlichkeit, Engagement, Tatkraft und Teamfähigkeit im Vordergrund. Die Mitarbeit in den Parteigremien, in der Ratsfraktion oder auch in anderen Organisationen und Initiativen lassen Rückschlüsse auf die persönlichen Kompetenzen zu.
Auch „Quereinsteiger“ und Neumitglieder sind bei der Findung von Kandidatinnen und Kandidaten willkommen.
Die viel zitierte „Ochsentour“ („langjähriges Plakatkleben und Schriftführung im Ortsverein ist unverzichtbar“) gehört mittlerweile zu den Parteilegenden. Richtig ist aber, dass Ausdauer und Beharrlichkeit beim „Dicke-Bretter-Bohren“ gerade in der Kommunalpolitik wichtig sind. Eine große Rolle spielt die Teamfähigkeit. Neugründungen von Parteien und Wählervereinigungen der letzten Jahre haben den Praxistest nicht bestanden, da sie von Einzelgängern dominiert werden und keine programmatische Grundlage haben.
Kandidatinnen und Kandidaten der SPD müssen das Grundsatzprogramm oder das Organisationsstatut der SPD nicht auswendig können, sich aber klar zu unseren Grundwerten „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“ bekennen. Denn wir stehen für ein sozial gerechtes Flensburg.
Bei den fünf Flensburger SPD-Ortsvereinen (Nord, Süd, Flensburger Mitte, Adelby-Engelsby und Mürwik) sind die Veranstaltungen im Regelfall öffentlich und zum Reinschnuppern in die Kommunalpolitik ideal. Der SPD-Ortsverein Flensburger Mitte z. B. veranstaltet regelmäßig einen Kommunalpolitischen Stammtisch. Der nächste Termin ist am 27.10. um 19:00 Uhr im SPD-Bürgerbüro, Hafermarkt 6.

Helmut Trost Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion
Helmut Trost
Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion

An der Kommunalpolitik interessierte Flensburgerinnen und Flensburger können sich natürlich auch direkt an die SPD-Ratsfraktion (0461-852759) wenden, wenn Interesse an einer Mitarbeit besteht. Mitmachen und Dabeisein lohnt sich – denn nichts macht mehr Freude, als die konkreten  Lebensumstände in der Stadt mitzugestalten, in der man lebt.

 

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